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Vanessa Salt

All inclusive: Bekenntnisse eines Callboys 7 - Erotische Novelle

Lust

All inclusive: Bekenntnisse eines Callboys 7 - Erotische Novelle ÜbersetztGertrud Schwarz Original All inclusive - En eskorts bekännelser 7Coverbild/Illustration: Shutterstock Copyright © 2019, 2020 Vanessa Salt und LUST All rights reserved ISBN: 9788726418316

1. Ebook-Auflage, 2020

Format: EPUB 3.0

Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit Zustimmung von LUST gestattet.

„Zeit zum Aufwachen.“

Alexanders Stimme ist mild. Er hat das bestimmt schon mehrfach wiederholt, als ich seine Hand an meiner Schulter spüre und verstehe, was er sagt.

Auf einmal erinnere ich mich. Alexander hat hier übernachtet. Und nun steht er hier nur in Boxershorts und mit einem Tablett in der Hand. „Ein bisschen Kaffee und Toast? Und Orangensaft?“, fährt er fort. „Ich habe mich mit deiner Küche vertraut gemacht. Ich wusste nicht, dass man so lange schlafen kann …“

„Was haben wir heute Nacht gemacht?“ Ich rolle mich auf den Bauch und ziehe mir das Kissen über den Kopf. „Dieser Wein …“

„Haha, davon hast du ja das meiste getrunken. Ich war noch ziemlich bedient von dem Ouzo, den wir am Abend bei Sophia getrunken hatten.“ Alexander räuspert sich. „Willst du Frühstück?“

Ich drehe mich langsam wieder um. Sehe Alexander lächelnd an. „Hatten wir heute Nacht Sex?“

„Machst du Witze? … Wie viel hast du überhaupt getrunken?“

„Komm her mit dem Tablett. Und erzähl mir alles.“ Es kribbelt in meinem Bauch. Alexander ist attraktiv und sexy, wie er da steht und das Tablett balanciert. Ein bisschen verbraucht, nicht direkt mit Sixpack, aber das könnte er mit ein wenig Training bewerkstelligen. Ich lasse meinen Blick über ihn schweifen, und als würde Alexander meine Gedanken lesen, senkt er den Blick und stellt das Tablett neben mich.

„Ich weiß … Es ist schon länger her, dass ich trainiert habe. Ich hatte einfach keine Motivation dafür. Bei dir ist das anders. Du scheinst immer weitermachen zu können.“ Alexander setzt sich ans andere Ende vom Bett und legt die Hand auf die Decke über meinem Schritt.

„Mm, schön, aber du hast meine Frage nicht beantwortet.“ ich lege meine Hand auf Alexanders und streiche mit dem Daumen über seinen Handrücken. „Ich erinnere mich, dass du über Nacht bleiben wolltest."

Alexander lacht sanft. „Ja, ich habe mein altes Leben gerade hinter mir gelassen, wie du dich vielleicht erinnerst.“

„Ich erinnere mich dunkel, ja.“ Ich spüre, wie es in meiner Brust kribbelt und wie mein Schwanz unter der Decke aufwacht.

Alexander drückt mir fester auf den Schritt. „Du verarschst mich.“

„Wer verarscht hier wen?“ Ich lege meinen Arm und Alexanders Taille und ziehe ihn näher zu mir. „Ich finde nicht, dass man beim ersten Date Sex haben sollte, so ist das einfach.“

„Ich erinnere mich dunkel, dass du so etwas gesagt hast, ja …“

„Touché!“ Ich streiche mit der Hand über Alexanders Rücken. Er ist warm und man kann die Muskeln unter der weichen Haut erahnen. „Also war das jetzt unser erstes Date?“

„Ich nehme es an … Es war jedenfalls schön, hier mit dir zu schlafen.“ Alexander lächelt wieder.

„Schlafen?“

„Neben dir, meine ich.“

„Ha, ha. Witzig.“

„Willst du nicht mal frühstücken? Dann bekommst du bessere Laune.“ Alexander steht vom Bett auf. Die deutliche Beule unter seinen Boxershorts kann man dabei kaum übersehen.

„Du scheinst was anderes machen zu wollen.“ Ich spüre, wie mein Blut nach unten rauscht. Schaue auf die Versuchung, die in meine Richtung zeigt. „Ich bin geil auf dich, Alex.“

„Und ich auf dich, Liam.“ Alexander legt die Hand auf seinen Ständer und zieht ein wenig am Stoff. „Aber ich muss heute in die Redaktion, ich habs versprochen. Muss mein neues Material vorstellen und die Fortsetzung mit der Chefin besprechen. Man kann sagen, dass sie echt scharf drauf ist.“

„Okay, aber wann kommst du zurück?“ Ich drücke unter der Decke meine Eichel. Sie ist bereits feucht vor Erwartung. „Du kommst doch zurück, oder?“

„Ja, Liam, nichts will ich lieber.“ Alexander zieht sich die halb kaputte Jeans an, die über der Stuhllehne hängt. „Aber erst mal kannst du mir etwas über die Schlüssel erzählen, die ganz oben in der Vitrine liegen. Der eine scheint ein Wohnungsschlüssel zu sein, aber der andere …? Ich brauche eine Story, die ich der Chefin vorlegen kann. Ins Reine schreiben kann ich sie später.“ Er drückt mit seiner Hand auf den Ständer, als wolle er ihn runterdrücken.

Aber seine Jeans ist noch nicht zu …

„Mm, klar, hast du noch eine halbe Stunde?“ Ich reibe langsam über meine Erektion, spüre, wie sie Sekunde um Sekunde wächst.

„Ich habe mein ganzes Leben für dich … mit dir.“ Alexander geht zur Vitrine und holt die Schlüssel. Das eine ist ein normaler Wohnungsschlüssel, der andere ist sehr viel kleiner und scheint für eine Büroschublade zu passen.

„Mm, die gehören zusammen.“

Meine Eichel ist jetzt komplett nass, ich verteile Lusttropfen an der Decke. „Der kleine Schlüssel ist die Voraussetzung für den anderen. Und der kleine schloss etwas ganz Besonderes auf.“

„Okay, erzähl.“ Alexander schlägt die Decke zur Seite und betrachtet meinen Harten. Er zieht den einen Mundwinkel hoch und legt sich neben mich. „Wie du sagst, ich nehme an, das erste Date ist vorbei …“

„Du hast deine Hose nicht zugemacht, Alex.“

„Nein, jetzt, wo du es sagst.“ Alexander lacht auf. „Vielleicht ist das ja auch unnötig. Du bekommst die Hose mit der Zeit sicher ganz aus.“

„Das kannst du sicher selber. Innerhalb von einer halben Stunde, nehme ich an.“

***

Es ist fast wieder Zeit zum Putzen. Aaliyah und ich hantieren schweigend mit den Schaufensterexemplaren der Dildos, Peitschen und Cockringen, die die Kunden in der Hand hatten. Ich hänge Latexröcke und –kleider zurück, die sich über den Tag in der Umkleide angesammelt haben, Aaliyah sortiert die Kondompackungen.

„Claudias Sexshop läuft echt gut.“ Aaliyah schleicht sich in der einen Umkleidekabine von hinten an mich ran und streckt eine Hand aus, um mir mit dem Latexkorsett zu helfen, das ich nicht auf den Bügel bekomme. Ich spüre ihre steifen Brustwarzen an meinem Rücken und atme den Duft ein von Aaliyah, meiner Kollegin und Fickfreundin. Spüre ihre Körperwärme und erahne ihren geschmeidigen Körper nur wenige Zentimeter von meinem.

„Mm“, sage ich leise. „Das liegt wohl auch an der Lage in der Drottninggata.“ Eigentlich will ich sagen: Sollen wir nicht hier in der Umkleide ficken?

„Es dauert noch fünf Minuten, bis wir schließen können.“ Aaliyah schiebt eine Hand zwischen meine Beine und drückt meinen Schritt.

„Bist du eine Seherin?“ Ich drehe mich um und küsse sie auf den Hals. Beiße ein wenig zu.

Sie keucht und kichert. „Du bist nicht gerade schwer zu lesen, Liam … Außerdem bin ich schon geil, seit das Bikerpärchen hier war und dieses Korsett und noch ein paar andere Sachen anprobiert hat.“

An die erinnere ich mich auch. Sie war etwas kräftiger mit roten Haaren und verspiegelter Sonnenbrille, er war klein und dünn. Sie passten überhaupt nicht zusammen, trotzdem waren sie voll aufeinander eingespielt.

„Magst du zusehen? Wenn andere es machen?“ Ich lasse meine Hände nach unten über Aaliyahs Taille wandern, genieße die Rundungen über den Hüften und den gewölbten Bauch.

„Das weißt du doch. Und als ob du das nicht magst.“ Sie knöpft meine Jeansshorts auf. „Weißt du noch, als Alba hier war …“

„Klar weiß ich das noch.“ Mein Schwanz pulsiert vor Lust. Aaliyah scheint das zu merken und drückt fester zu. „Du bist so verdammt sexy“, fahre ich fort, „und zusammen mit Alba warst du … wart ihr … fucking unwiderstehlich.“ Ich schlucke. Möchte ihr Outfit loben: aufgeknöpftes Hemd, das in einem Lederrock steckt, als einen halben Meter weiter eine heisere Stimme ertönt.

„Macht mal. Lasst euch nicht von uns stören.“

Aaliyah und ich erstarren.

„Oh nein“, stottere ich, „wir haben vergessen abzuschließen. Und die Türglocke haben wir auch nicht gehört …“

Direkt vor uns, vor der Umkleide, steht ein Paar um die sechzig, schätze ich. Die Frau ist blondiert, schlank und hat die blausten Augen, die ich seit langem gesehen habe. Hübsch. Strahlend. Der Mann ist genauso schlank und durchtrainiert. Er hat hellgraue, nach hinten gekämmte und in einem Dutt zusammengefasste Haare. Beide sind braungebrannt, mit etwas zu glatter Haut, als dass das natürlich sein kann. Sie scheinen den Eindruck vermitteln zu wollen, dass sie jünger sind als sie es in Wahrheit sind.

„Naja, wir haben alle noch ein paar Minuten Zeit“, sagt der Mann und sieht demonstrativ auf seine exklusiv aussehende Armbanduhr. Er hat eine helle, weiche Stimme. Er bemüht sich, deutlich, aber leise zu sprechen. So leise, dass man ihm einfach zuhören muss. Er ist daran gewöhnt, Macht zu haben und zu benutzen. Und sicher auch Geld.

Beide sind sehr gut angezogen, sie mit Bluse und Businessrock, er mit Jackett und schwarzer Anzughose. Was aber absolut nach Vermögen und Wir-ziehen-uns-an-wie-wir-wollen-und-es-ist-uns-egal-was-die-anderen-denken schreit, sind die Schuhe des Mannes. Ich habe sie im Internet gesehen, es sind Undandy-Schuhe. „Designe deine eigenen Schuhe“, ist die Werbung. Und er hat sich ausgetobt. Verschiedene Nuancen von blauem Leder und ein bisschen Mokka schimmern uns an. Die Kreation abgerundet hat er mit knallgelben Schnürsenkeln. Neben mir starrt Aaliyah ihn an.

„Klar haben wir das“, pflichtet die Frau ihm bei. Sie war diejenige, die zuerst mit ihrer dunklen, heiseren Stimme gesprochen hat. Ihre Stimme ist viel tiefer als die des Mannes, und sie legt ihren Kopf schräg, als sie ihre Blicke über mich gleiten lässt. Sie verweilt extra lange an meinen geöffneten Jeansshorts und der Beule, die in den offenen Hosenstall drückt und Platz sucht.

Sie macht einen leichten Schmollmund. „Übrigens sind wir hier Stammkunden. Hat Fräulein Hellfeuer das nicht erzählt? Oder seid ihr zu beschäftigt miteinander, um die letzten Kunden zu bedienen?“

Es wird still und ich höre nur, wie Aaliyah nach Luft schnappt.

„Ja, also, Claudia … die den Laden betreibt?“ Der Mann scheint es erklären zu wollen, oder er weiß, dass niemand mehr Nachnamen verwendet. Er betrachtet erst mich durch halb geschlossene Augen, dann flackert sein Blick zu Aaliyah. „Gefallen dir meine Schuhe?“

„Sie faszinieren mich“, antwortet Aaliyah kurz angebunden. Sie klingt völlig neutral, aber ich weiß, dass sie innerlich lacht.

„Christer, wir sind nicht wegen der Tussi hier“, zischt die Frau und knufft ihren Mann mit dem Ellenbogen in die Seite. „Auch, wenn sie uns nützlich sein kann.“

„Nützlich. Sein. Kann?“ Aaliyah betont jede Silbe. Wenn sie vorher innerlich gelacht hat, weiß ich, dass sie jetzt knurrt.

Nicht gut.

„Ja, ja, meine Frau hat das nicht böse gemeint“, sagt der Mann mit seiner weichen Stimme und lässt seinen Blick irgendwo auf Aaliyahs Brüsten ruhen. Sein Dutt wippt ein wenig, als er sich räuspert. „Sie braucht nur Hilfe dabei, eine … besondere, und vielleicht etwas altmodische Ausstattung auszusuchen.“

Er schreibt Anführungszeichen in die Luft, als er Ausstattung sagt. Dann wendet er sich mir zu. „Während deine Kollegin Sonja beim Suchen hilft, könnten wir vielleicht ein paar private Worte wechseln? Und kannst du im Übrigen vielleicht mal deine Hose zumachen?“

***

„Wie wäre es, zehntausend Kronen für einen Abend Arbeit zu verdienen? Mit der Option auf einen guten Bonus, wenn alles gut läuft?“ Der Mann, der sich jetzt als Christer von Greiff vorgestellt hat, zieht den Vorhang der Umkleide komplett zu. Offenbar reicht ihm das als Privatsphäre. Er fährt fort: „Gut, oder? Das wäre doch bestimmt super?“

„Ja …?“

„Geh mit Sonja in die Oper, leiste ihr Gesellschaft und iss vielleicht ein bisschen was mit ihr bei uns zu Hause in Djursholm. Es kommen noch mehr Gäste, wer weiß, wie es weitergeht?“

Ich kann nicht aufhören, seine glatte Haut anzusehen, die kaum eine Falte hat. Ich würde gern wissen, wie viel das gekostet hat, denke ich, als Christer lächelt.

„Fräulein Hellfeuer, Claudia, hat so viel von dir erzählt, wie gut du dich zu Tisch benimmst und … im Bett.“ Obwohl das Lächeln nicht bei den Augen ankommt, sehe ich, wie sich in den Augenwinkeln winzige Krähenfüße bilden. Die Haut um den Mund ist angespannt, als ob er nicht oft lächelt. Ich fühle mich merkwürdig, fast unwohl, aber es kribbelt auch. Verbotene Früchte und ein heimlicher Einblick in die Salons der Neureichen.

Denn das Gefühl habe ich nach fünf Minuten mit von Greiffs: neureich an der Grenze zum Vulgären.

„Von was für einem Bonus reden wir?“, frage ich, nachdem mein innerer Teufel den Kampf um die Moral gewonnen hat.

„Mehr, als du dir vorstellen kannst, junger Mann.“ Christer hört auf zu lächeln und legt mir eine perfekt manikürte Hand, die leicht nach Oliven riecht, auf die Schulter.

„Christer, Liebling!“ Der Vorhang wird zur Seite geschoben und Sonja drängt sich in die Umkleide. Der Olivenduft vermischt sich mit Lilien und Sommer. „Es passt perfekt. Das wird soooo … interessant und spannend.“

Sonja zwitschert und es ist ihr nicht peinlich, mir über den Rücken zu streicheln, runter bis zum Arsch. Sie drückt fast prüfend eine Pobacke nach der anderen und lächelt zufrieden, während sie weiterredet. Sie drückt in der engen Umkleide ihren Körper an meinen und ich spüre ihre steifen Brustwarzen an meinem Arm. Die Erregung beginnt sich wie dicke Luft zwischen uns zu legen.

Christer lächelt erneut und brummt zu den Auslegungen seiner Frau, bis er zu gehen wollen scheint. Er legt mit einer bestimmenden Geste seine Hand auf Sonjas Lende.

Vor der Umkleide steht Aaliyah. Mit beiden Händen hält sie ein großes Paket. Es zuckt in ihren Mundwinkeln.

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