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Sarah Skov

Die Frau des Chefs: Erotische Novelle

Übersetzt Patrick Zöller

Lust

Die Frau des Chefs: Erotische Novelle ÜbersetztPatrick Zöller Original Hunger - Who's in Charge?Coverbild/Illustration: Shutterstock Copyright © 2020, 2020 Sarah Skov und LUST All rights reserved ISBN: 9788726441901

1. Ebook-Auflage, 2020

Format: EPUB 3.0

Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit Zustimmung von LUST gestattet.

Er kann nicht genau sagen, was es ist, aber Jimmi hat etwas an sich, das ihn irritiert. Anfangs war es nicht so schlimm, aber seit ein paar Monaten läuft Jimmi ständig mit einem höhnischen Lächeln im Gesicht herum. Dabei macht er seine Arbeit gut – leider. Er ist der Beste in der Abteilung, einer, den man nicht feuert, und einer, den man bloß nicht bei der Konkurrenz sehen will. So denkt der Chef, während er am Ende des Tischs im großen Besprechungsraum sitzt, den Vizepräsidenten an seiner Seite. Er bemerkt nicht, dass Jimmi hereinkommt. Er blickt nicht auf, als der Stuhl über den Boden quietscht, und auch nicht, als Jimmi hörbar seine Tasche auf den Glastisch stellt. Er ist tadellos gekleidet, dunkelblauer Anzug und ein blütenweißes Hemd. Sein markanter Unterkiefer bildet eine scharfe Linie oberhalb des Kragens. Das dunkle Haar ist auf eine leicht zufällige und nachlässige Art zurückgekämmt, als sei er nur einmal oberflächlich mit den Fingern hindurchgegangen, um es in Ordnung zu bringen. Er öffnet den Knopf der Anzugjacke, bevor er am Tisch Platz nimmt. Gleich wird er seinen Vorschlag zur Verteidigungsstrategie des Unternehmens präsentieren. Einerseits hofft der Chef, dass es gut läuft und den Vizepräsidenten beeindruckt, andererseits hat er nichts dagegen, wenn Jimmi es versaut.

Während die anderen Mitarbeiter des Teams hereinkommen und sich setzen, sieht Jimmi diskret hinüber zum Kopfende des Tischs. Der Chef spricht mit dem Vizepräsidenten. Er redet schneller als gewöhnlich, lacht lauter und mehr als gewöhnlich. Jimmi fährt den Computer hoch und klickt die Präsentation an. Die letzten Monate hat er sich akribisch vorbereitet, die Sache geradezu seziert und eine solide Verteidigung aufgebaut. Er ist mehr als bereit. Alle haben ihre Plätze rings um den Tisch eingenommen, aber der Chef eröffnet das Meeting noch nicht. Es vergehen fünf Minuten, zehn Minuten, und als die zwölfte Minute anbricht, steht er auf.

„Na dann, fangen wir an. Jimmi, du hast eine Präsentation der geplanten Verteidigungsstrategie vorbereitet?“ Er reicht Jimmi die Hand, ohne ihn anzusehen.

Jimmi steht auf, während der Chef und der stellvertretende Direktor wieder leise miteinander sprechen. Er räuspert sich und beginnt.

Nach der Präsentation stellt der Vizepräsident die Teile der Verteidigung infrage, die das Team im Rahmen früherer Meetings mit dem Chef diskutiert hat. Nickend stimmt der Chef ihm zu, aber Jimmi trägt seine Argumente vor. Der Vizepräsident stellt noch einige Folgefragen, ist aber mit Jimmis Antworten offensichtlich nicht zufrieden. Verärgert sieht er den Chef an, der sich sofort einschaltet.

„Tja Jimmi, da sind wohl noch einige Verbesserungen erforderlich. Das ist nicht das, was wir besprochen haben.“

„Das ist genau das, was wir besprochen haben“, sagt Jimmi und lässt den Blick über die Runde seiner Kollegen schweifen, die aber alle zu Boden sehen.

„Es tut mir leid, aber ein überdimensioniertes Ego ist in dieser Sache völlig fehl am Platz. Sollten Sie noch einmal Absprachen innerhalb des Unternehmens missachten, betrachten Sie sich als gefeuert.“

Triumphierend sieht der Chef den Vizepräsidenten an, der lächelt. Jimmi sagt nichts. Er setzt sich, obwohl es ihn einiges an Überwindung kostet. Das Blut pulsiert in seinem Körper. Er beißt sich auf die Lippe, um sich das zu verkneifen, was er gerne sagen will. Er würde so gerne die Visage des Chefs sehen, wenn er ihm sagt, dass er seine Frau bumst. Er wird ihm in die Augen sehen, wenn er ihm erzählt, dass er in ihr kommt, und dass es sein Geruch ist, den sie an sich hat, wenn der Chef nach Hause kommt. Er würde ihm so gerne das Lächeln aus dem Gesicht wischen, aber er tut es nicht. Stattdessen geht eine Nachricht auf seinem Handy ein. Sie ist von ihr.

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