Read the book: «Unter ihm - Erotische Novelle»
Nina Alvén
Unter ihm - Erotische Novelle
Lust
Unter ihm - Erotische Novelle ÜbersetztGertrud Schwarz Original Under honomCoverbild/Illustration: Shutterstock Copyright © 2018, 2020 Nina Alvén und LUST All rights reserved ISBN: 9788726326949
1. Ebook-Auflage, 2020
Format: EPUB 3.0
Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit Zustimmung von LUST gestattet.
Sie kannte die Wohnung besser als ihre eigene. Den backsteinroten Topf hinter dem Sofa, die Frisur der Rankpflanze über der Heizung, die weinroten Kerzen: lange, dünne um die dicke in der Mitte.
Sie konnte stundenlang hier rumgehen. Über seine Buchrücken streicheln und immer wieder die Kartenspiele sortieren. Es war keine große Wohnung. Nur zwei Zimmer und Küche. Aber irgendwie fühlte es sich so an, als würde man ein ganz eigenes Universum betreten. Ihr Universum.
Was in der Welt da draußen geschah, was sie normalerweise selbst machte, all das wurde unscharf. Ein Leben für jemand anderen.
Sie tapste über den knarrenden Holzboden, trat besonders fest auf, wo er besonders stark knarrte. Stellte sich naiv vor, eine Geheimtür mit einem runden Griff zu finden, wie es in Büchern und Filmen geschah. Gemeinsam würden sie die versteckten Dinge genießen, eng aneinandergeschmiegt im Schein der an den Lehmwänden angebrachten Kerzen. Im gleichen Traum strampelte sie wild um sich, fest zusammengebunden über seiner Schulter. Aber eigentlich war der Unterschied zur Wohnung gar nicht so groß …
Sie lächelte in sich hinein und tapste weiter. Sie zuckte zusammen, als die Uhr im Flur die volle Stunde schlug. In wenigen Stunden würde er heimkommen.
*
Der Zettel mit den Anweisungen lag an der gleichen Stelle wie immer. Auf dem Nachttisch. Von einem halbvollen Wasserglas beschwert. Wann immer sie zum Bett spähte, spürte sie das gleiche Kribbeln. Sie wollte den Zettel lesen. Aber gleichzeitig auch warten, bis sie es nicht mehr aushielt. Eine Aufgabe, die mit jedem Mal schwieriger wurde.
Sie setzte sich aufs Sofa und zog seinen großen Pulli über ihre Beine. Bohrte ihren Kopf hinein und sog seinen unwiderstehlichen Duft ein. Zunächst bemerkte sie gar nicht, dass sie ihre Hand langsam in ihr Höschen führte. Wie hypnotisiert sank sie herab und spreizte ihre Beine. Ließ ihre Finger über die frisch rasierte, zarte Bikinilinie gleiten. Machte dann aber den Fehler, auf den feuchten Stoff zu drücken.
Sie keuchte auf. Zog die Hand weg und warf den Pulli von sich. Aber der Gedanke an den gemütlichen Hoodie ließ sie ihn bald wieder nehmen. Auch wenn sie sich die Freiheit genommen hatte, ihren BH zu öffnen.
Das Kribbeln in ihr drin wurde stärker. Es wurde ihr unmöglich, länger als ein paar Sekunden stillzusitzen. Nur ein Gedanke füllte ihren rastlosen Sinn. Ein Gedanke, der sich nicht davon ablenken ließ, dass sie ein weißes Sofakissen zwischen ihre Beine geklemmt hatte. Besonders, weil es unmöglich war, die durchsichtigen Flecken auf dem Kissen zu ignorieren.
Jetzt blieb nur eins zu tun. Sich trauen, zu dem Zettel zu gehen, der mit seinen Beschreibungen und Anweisungen ihren Gehorsam weiter auf die Probe stellte.
Mit pochendem Herzen stand sie auf und warf das Kissen zurseite. Vorsichtig ging sie zum Nachttisch, hob das Glas an und faltete den Zettel auf. Zuckte zusammen, als sie die herben, deutlichen Worte las.
Die Liste war kurz, aber eindeutig. Nur eine Zeile war durchgestrichen und durch „rote Brüste“ ersetzt worden. Etwas, das wiederum mit einem roten Stift unterstrichen worden war.
Sie lächelte und schob eine Hand unter ihr Hemd. Plötzlich war sie dankbar, dass sie ihren BH bereits ausgezogen hatte. Sie konnte nur davon träumen, wie es tatsächlich vor sich gehen würde, denn er gab seine Methoden erst in der Hitze des Moments preis. Aber viel deutete darauf hin, dass ihre winterblasse Haut mehr als einmal würde bestraft werden müssen. Es gab wenig Dinge, die das Gefühl übertrafen, vor einem Spiegel zu stehen und seine roten Striemen einzucremen, sei es nun an den Brüsten oder an einem hart bestraften Po. Nicht selten sowohl als auch.
Sie las die Liste weiter. Sie holte das Klebeband und den Gurt, der ordentlich neben den verschiedenen Riemen platziert war. Ohne Widerspruch wurde von ihr erwartet, den breiten Gurt in den Mund zu stopfen: „Zu deinem eigenen Besten.“
Mit zunehmender Geilheit tat sie wie geheißen und biss aufs Leder. Dasselbe Leder, das sie doppelt zu nehmen pflegte, ehe er es ihr aus der Hand nahm und ihre Beine für die Bestrafung spreizte.
Sie war stolz über die Formulierung, drehte sich dann aber eilig um, als ihr Handy in der Jackentasche vibrierte. Die kurze SMS teilte ihr mit, dass er früher als erwartet zu Hause sein würde. Vielleicht war es das Schicksal, dass ihn mit ihr kommunizieren ließ – nur eine Minute, nachdem der Gurt ihre Kiefer aufgesperrt hatte.
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