Read the book: «K für Klara 1 - Die allerbesten Freundinnen»
Line Kyed Knudsen
K für Klara
1. Die allerbesten Freundinnen
Übersetzung von Hanne Olsen
Lektorat: K. Bethke-Prange

Lindhardt & Ringhof

Klara
Lieblingsfarbe: hellblau
Lieblingsgericht: Lasagne
Lieblingsfach: Kunst
Mag besonderes gern: lesen

Rose
Lieblingsfarbe: pink
Lieblingsgericht: Pizza
Lieblingsfach: Sport
Mag besonderes gern: shoppen

Julie
Lieblingsfarbe: gelb
Lieblingsgericht: Tortillas
Lieblingsfach: Musik
Mag besonders gern: Jungs

Das neue Mädchen
„Das ist Julie“, sagt Rose und zeigt auf ein Mädchen mit langen, blonden Haaren. „Sie kommt in unsere Klasse.“
Es ist der erste Schultag nach den Sommerferien. Klara kommt mit dem Ranzen auf dem Rücken in die Klasse geschlendert. Sie trägt eine Freundschaftskette um den Hals.
„Hallo!“, sagt sie ohne das neue Mädchen anzuschauen.
Klara erkennt die Schule kaum wieder. Diese scheint plötzlich so klein. Dafür scheint Rose gewachsen zu sein. Sie ist auch braun geworden und ihre dunklen Haare schimmern ganz golden.
Rose ist Klaras beste Freundin, und das Mädchen in der Klasse, mit dem man am besten spielen kann. Eigentlich möchten alle Mädchen mit Rose zusammen spielen, denn Rose ist zu allen nett. Zum Glück möchte sie aber nur immer mit Klara spielen.
„Hallo Rose!“ sagt Klara und tut so, als ob sie das neue Mädchen nicht gesehen hat. „Wollen wir heute zusammen im Hort spielen?“
„Das weiß ich noch nicht.“, sagt Rose. Sie steht ganz still dar und beobachtet Julie. Dann setzt sie sich hin und schaut auf die Tafel. In sauberen Kreidebuchstaben steht da:
Willkommen in der 3b
Rose trägt ihre Halskette nicht. Klara sieht es sofort. Sie haben eigentlich vor den Sommerferien beschlossen, die allerbesten Freundinnen zu werden, und dann zwei gleiche Halsketten gekauft. Sie hat ihre sicher vergessen, denkt Klara, und schaut hinüber zum neuen Mädchen, das Julie heißt. Klara hat schon von Julie gehört, weil Roses Eltern mit Julies Eltern befreundet sind. Klara weiß auch, dass die beiden Familien die Sommerferien zusammen verbracht haben.

„Diese Julie, ist ziemlich groß, oder?“ flüstert Klara. Sie versucht zu kichern. Es gelingt ihr aber nicht sehr gut. Klara zupft ein wenig an einer Haarsträhne. Julies Haare sind viel länger und heller als ihre.
„Dafür kann sie doch nichts.“, sagt Rose und verschränkt die Arme.
Klara steht nur so da und lässt verlegen die Arme baumeln.
Da kommt Julie zu ihnen. „Kann ich mich mit an euren Tisch setzen, Rose?“, fragt sie und sitzt auch schon.
Klara bekommt einen ganz trockenen Mund. Sie und Rose sitzen sonst immer nebeneinander. Klara möchte am liebsten etwas sagen, aber sie tut es nicht. Vorsichtig setzt sie sich auf einen Stuhl an die Tischecke. Es ist nicht genug Platz für alle drei da.
Julie, kommt nun auch noch mit in den Hort. Nach der Schule gehen sie gemeinsam hin. Julie redet viel. Sie hält Rose am Arm und erzählt, wie sie die Jungen in der Klasse findet. Sie spricht über alle, einen nach dem anderen. Klara geht ein wenig hinter den beiden. Sie findet, dass das Gerede nervt. Sie hat Bauchweh und weiß gar nicht mehr, was sie normalerweise immer im Hort gemacht haben. In der dritten Klasse scheint alles plötzlich ganz anders zu sein.
„Hast Du Deine Halskette vergessen?“, fragt Klara als sie in der Garderobe im Hort stehen. Sie betrachtet sehr lange Roses Hals. Sie sind allein. Julie ist auf der Toilette.
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