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Heilfasten
Wie Sie Ihren Körper natürlich entgiften und erfolgreich entschlacken mit der 7 Tage Fasten-Kur
Copyright © 2019 Jörg Rigbers
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Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Was ist Heilfasten
Geschichte des Fastens
Gesundheitliche Vorteile des Heilfastens
Körperliche Vorgänge beim Heilfasten
Entschlacken und Entgiften
Für wen ist Heilfasten geeignet? Wer sollte verzichten?
Fastenmethoden
Buchinger-Methode
Mayr-Kur
Saftfasten
Intervallfasten
Früchtefasten
Schleimfasten
Welche Methode ist besonders empfehlenswert?
Die 7-Tage-Fastenkur
Vorbereitungs- und Ausschleichzeit
Die Vorbereitung auf die Fastentage
Gesund leben
Häufige Fragen
Bonus: Fünf Entspannungsübungen
Fazit
Vorwort
Sie fühlen sich gestresst und schlapp? Sie haben Angst, krank zu werden, da Sie sich ungesund ernähren? Sie bringen vielleicht ein paar Kilogramm zu viel auf die Waage und sind bereit die überschüssigen Pfunde loszuwerden? Sie suchen nach einem Weg, Ihre Gesundheit aktiv zu fördern? Sie wollen sich einfach besser fühlen?
Dann ist Heilfasten genau richtig für Sie!
In vielen traditionellen Medizinsystemen sowie in beinahe allen Religionen sind Zeiten des Fastens bekannt. In der heutigen Zeit, die von Stress geprägt ist, rückt der Gedanke des Fastens wieder stärker in den Vordergrund, da er eine Einkehr und eine Abwendung von der schnellen Konsumgesellschaft verspricht. Auf gesundheitlicher Ebene ist das Fasten ebenfalls aufgrund des Verzichts beliebt – wenn wir fasten, verzichten wir auf ungesunde Fette, auf Zucker und auf Salz. Wir verzichten auf einen Kalorienüberschuss und auf die hektisch hinuntergeschlungenen Fertiggerichte, die aufgrund von Zeitmangel häufig eine wertvolle Mahlzeit ersetzen.
In der Zeit des Fastens befreien wir uns auf diesem Wege von vielen Dingen, die unserer Gesundheit und unserem Wohlbefinden schaden. Dass wir davon auf vielfältige Weise profitieren, wissen heute viele Menschen. Die sog. Zivilisationskrankheiten, die Symptom des modernen Lebens sind, lassen sich durch Zeiten des Fastens häufig verhindern.
Wollen Sie Ihrem Leben eine Wende geben, wollen Sie gesünder leben, wollen Sie Risikofaktoren verringern, wollen Sie sich mehr Zeit für sich selbst nehmen und einfach fitter, glücklicher, entspannter und gesünder durchs Leben gehen, sollten Sie eine Heilfastenkur machen!
In diesem Buch werden Sie mit allem versorgt, was Sie für das Heilfasten benötigen. Neben vielen Informationen rund um das Fasten, die Wirkweise des Heilfastens und die gesundheitlichen Vorteile erhalten Sie einen Überblick über verschiedene Heilfastenmethoden, einen detaillierten Sieben-Tage-Plan zum Heilfasten nach der Buchinger-Methode und als besonderes Extra fünf Entspannungsübungen, denn Entspannung ist zentraler Bestandteil des Buchingerfastens.
Wir können versprechen: Mehr als dieses Buch benötigen Sie nicht, um sich auf Ihre erste Heilfastenkur vorzubereiten.
Was ist Heilfasten
In der Menschheitsgeschichte stellt das Fasten keineswegs einen ungewöhnlichen Zustand dar. Mehr zu den theoretischen und geschichtlichen Hintergründen findet sich in den beiden nachfolgenden Kapiteln. Dieser Ratgeber befasst sich jedoch nicht mit dem Fasten allgemein, sondern mit dem sehr speziellen Thema des Heilfastens. Vor einer praktischen Einführung in diese Thematik sollte in jedem Falle eine klare Umgrenzung der zentralen Begrifflichkeit stehen: Was ist Heilfasten überhaupt? Was verstehen wir unter Heilfasten und was meinen wir, wenn wir von Heilfasten sprechen? Diese Fragen sind keineswegs trivial. Sie sind vielmehr von zentraler Bedeutung für alle nachfolgenden Ausführungen – schließlich sind diese nur verständlich, wenn der zentrale Begriff geklärt ist.
Prinzipiell wird unter dem Heilfasten ein weitgehender oder vollständiger Verzicht auf feste Nahrung aus gesundheitlichen Gründen verstanden. Die Ausprägung des Nahrungsverzichts kann dabei ebenso differieren wie die ins Feld geführten gesundheitlichen Gründe, die die Motivation des Fastens darstellen. So sind heute zahlreiche, teilweise im Wettstreit stehende Fastenkonzepte bekannt. Einen groben Überblick über diese verschiedenen Fastenmethoden und -konzepte soll das Kapitel „Fastenmethoden“ bieten. An dieser Stelle begnügen wir uns daher damit, auf die Existenz einer Vielzahl sehr unterschiedlicher Konzepte und Methoden hinzuweisen.
Wie bereits erwähnt unterscheiden sich auch die Motivationen, die hinter dem Fasten stehen, deutlich voneinander, wobei der kleinste gemeinsame Nenner des Heilfastens der erwünschte gesundheitliche Nutzen ist. Jeder Mensch, der heilfastet, verspricht sich einen wie auch immer gearteten gesundheitlichen Vorteil. Diese Vorteile können sehr unterschiedlich sein. Während ein Heilfastender vielleicht sehr unpräzise anstrebt, sich insgesamt besser zu fühlen, will ein anderer Heilfastender durch den temporären Nahrungsverzicht vielleicht bestimmten Erkrankungen – beispielsweise Herz-Kreislauf-Krankheiten – aktiv vorbeugen. Ein weiterer Heilfastender leidet vielleicht unter wiederkehrenden Verdauungsbeschwerden, für die keine physische Ursache gefunden werden konnte, und möchte sie nun mittels Fasten lindern.
Die Motivationen der Heilfastenden lassen sich also grob auf den Wunsch nach gesundheitlichen Vorteilen herunterbrechen, sind in der individuellen Ausprägung jedoch ebenso verschieden wie die Fastenden. An dieser Stelle sei angemerkt, dass das Heilfasten kein Universalmittel gegen jede Erkrankung und jedes Leiden ist. Die Vielfalt der Wirkungen, die die Praktizierenden sich vom Fasten versprechen, mag dies zwar nahelegen – wissenschaftlich bewiesen ist die positive Wirkung des Heilfastens jedoch nur bei sehr spezifischen Beschwerden und meist nur in einer präventiven Funktion.
Geschichte des Fastens
Der nachfolgende Überblick wird in jedem Falle grob fragmentarisch bleiben und soll keine historisch exakten Entwicklungen nachzeichnen, sondern lediglich einen sehr vereinfachten Überblick über die Stellung des Fastens in der Entwicklung der Menschheit geben. Als Leser sollten Sie also keine Einführung in die Ernährungsgeschichte des Menschen erwarten – schließlich suchen Sie vor allem praktische Hilfe beim Heilfasten – sondern einen kurzen, unvollständigen Abriss, der Ihnen lediglich aufzeigen soll, dass der Zustand des Fastens für den Menschen nicht ungewöhnlich ist.
Die Quintessenz dieses Kapitels haben wir damit bereits vorweggenommen. Fasten war in der Menschheitsgeschichte lange Zeit der Normalzustand. Die heutige Dauerversorgung mit fester Nahrung ist letztendlich Produkt der landwirtschaftlichen und später der industriellen Revolution. Im Rahmen der landwirtschaftlichen Revolution wurde der Mensch sesshaft und gab sein Leben als Jäger und Sammler auf. Er baute Kulturpflanzen an, hielt Nutztiere und war in der Lage, sich auf einem vergleichsweise hohen Niveau dauerhaft mit Nahrung versorgen – im Vergleich mit der heutigen Situation war die Ernährungs- und Versogungssituation damals vielleicht bescheiden, sie stellte jedoch eine tatsächliche Revolution dar, war der Mensch vorher doch darauf angewiesen, beständig durch Jagd und Sammeln Nahrung aufzutreiben, was nicht immer gelang.
Im Rahmen der Industrialisierung wurde auch die Nahrungsproduktion nach und nach industrialisiert. In der heutigen Zeit erleben wir die Auswirkungen deutlich: Massenproduktion und massive Überversorgung mit rund um die Uhr erhältlichen Nahrungsmitteln sind in den Industriestaaten zum Normalzustand geworden. Durch den beständigen Überfluss an Nahrungsmitteln ist der heutige Mensch mit dem Fasten nicht mehr vertraut.
Für den Jäger und Sammler, der der Mensch lange Zeit war, war der Fastenzustand hingegen normal. Der Mensch war nicht sesshaft, er lebte nomadenhaft, zog umher, jagte und sammelte Essbares. Jagd und Sammlung waren jedoch nicht immer zwingend erfolgreich. Es kam regelmäßig zu längeren Phasen der weitgehenden Nahrungsabstinenz. In diesen Zeiten fastete der Mensch gezwungenermaßen. Erst, wenn ein Tier erlegt wurde, stand wieder großzügig Nahrung zur Verfügung, die für Tage oder gar Wochen ausreichte. Zeiten des Fastens wechselten sich also mit Zeiten eines großzügigen Nahrungsangebots ab.
Das Fasten kann also keineswegs als unnatürlicher, gesundheitsschädlicher Zustand verstanden werden. Es ist vielmehr ein Zustand, den der Mensch erst seit vergleichsweise kurzer Zeit nicht mehr kennt. Verwiesen sei an dieser Stelle auch auf die Verankerung des Fastens in beinahe allen theistischen Religionen. Das Fasten dient hier jedoch anderen Aspekten: Es stellt meist eine Art Buße vor dem angebeteten Gott und damit eine Reinigung des Fastenden dar. Auch als Übung in Demut oder als Methode, Gott näherzukommen, ist das Fasten in den verschiedenen theistischen Religionen bekannt. Prominente Beispiele für das Fasten sind der Ramadan im Islam und die 40-tägige Fastenzeit im Christentum, welche jedoch nicht mit einem vollständigen Nahrungsverzicht, sondern individuell ausgestaltet wird.
Die Geschichte des Heilfastens wurde indes durch den Arzt Otto Buchinger begründet, dessen Fastenmethode heute noch sehr bekannt ist und im Weiteren eingehend erläutert werden soll. Buchinger selbst litt an rheumatischer Arthritis, die er eigenen Angaben zufolge durch eine dreiwöchige Fastenkur heilen konnte. Buchinger widmete seine Zeit danach der Erforschung des Heilfastens und der Entwicklung einer Heilfastenkur, die in speziellen Kliniken noch heute therapeutisch angewendet wird. Die zuhause durchgeführte Buchingermethode unterscheidet sich dadurch von der ursprünglichen Version, dass sie weniger beeinträchtigend ist und somit auch ohne ärztliche Kontrolle gefahrlos durchgeführt werden kann.
Gesundheitliche Vorteile des Heilfastens
Anhänger des Heilfastens postulieren Wirkungen der Methode gegen unzählige Erkrankungen. Einige dieser behaupteten Wirkungen konnten wissenschaftlich belegt werden, andere wiederum nicht. Hilfreich ist eine Fastenkur vor allem bei den sog. Zivilisationskrankheiten bzw. zur Vorbeugung dieser. Als Zivilisationskrankheiten werden Erkrankungen bezeichnet, deren Ursache in den heutigen Lebensumständen begründet liegt. Vor einigen Jahrzehnten waren viele der heute extrem weit verbreiteten Zivilisationskrankheiten beinahe unbekannt. Heute verbreiten sie sich hingegen mit rasender Geschwindigkeit.
Da durch das Heilfasten viele der Ursachen dieser Zivilisationskrankheiten für einen bestimmten Zeitraum weggenommen werden, kann eine Fastenkur präventiv wirksam sein. Vor allem hyperkalorische Ernährung sowie übermäßiger Zucker- und Fettkonsum werden im Rahmen des Heilfastens vermieden – was schlüssig ist, wird doch keine oder kaum Nahrung zugeführt.
Nachfolgend sollen einige der Erkrankungen, bei denen das Heilfasten wirksam ist oder sein soll, in aller Kürze überblicksartig vorgestellt werden. Auch die Vorteile des Heilfastens in Bezug auf die jeweiligen Erkrankungen sollen erläutert werden.
Adipositas
Von Adipositas wird bei extremem Übergewicht gesprochen. Die Diagnose der Adipositas und damit auch die Abgrenzung vom gewöhnlichen Übergewicht wird mittels BMI gestellt bzw. vollzogen. Der sog. BMI beschreibt das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße. Er weist einige Schwächen auf – so wird beispielsweise nicht zwischen Fett- und Muskelgewebe, welches ebenfalls das Körpergewicht erhöht, differenziert. Aufgrund seiner Simplizität ist er dennoch weit verbreitet und wird auch in der modernen Medizin immer wieder als Messgröße herangezogen. Die Diagnose der Adipositas, auch als Fettleibigkeit bezeichnet, wird ab einem BMI von 30 gestellt. Sie wird zudem in mehrere Schweregrade eingeteilt. In einem BMI-Bereich zwischen 30 und 34,9 liegt Grad I vor, in einem Bereich zwischen 35 und 39,9 Grad II und ab einem BMI von 40 Grad III.
Die Ursachen dieser krankhaften Fettleibigkeit sind vielfältig, jedoch beinahe alle in den modernen Lebensumständen zu finden. So sind vor allem Überernährung und Bewegungsmangel – typische Kennzeichen des heutigen Lebens in Industrienationen – Gründe für die Ausbildung der Adipositas. An dieser Stelle sei kurz auf den Mechanismus der Gewichtszunahme verwiesen: Nehmen wir mehr Kalorien auf, als wir verbrauchen, wird die überschüssige Energie in Fett umgewandelt und gespeichert. Herrscht über einen längeren Zeitraum hinweg ein deutlicher Kalorienüberschuss, nehmen wir daher merklich zu. Bewegung verbraucht indes Energie, treibt also den Kalorienbedarf in die Höhe. Essen wir sehr viel und bewegen uns kaum, steigt die Kalorienzufuhr in die Höhe, während der Kalorienbedarf auf einem niedrigen Level verbleibt – ideale Voraussetzungen, um deutlich an Gewicht zuzulegen.
In diesem Kontext sind zahlreiche Faktoren des modernen Lebens als begünstigend anzusehen: Sitzende Tätigkeiten wie Arbeiten im Büro, geringe Bewegung aufgrund der ständigen Verfügbarkeit von Auto, Fahrstuhl und Co, ein Überangebot an Nahrungsmitteln, Zucker- und Fettzusatz zu diversen Nahrungsmitteln, gesüßte, zuckerhaltige Getränke, appetitanregende Zusatzstoffe wie Glutamat, unregelmäßige Mahlzeiten usw.
Im Rahmen des Heilfastens wird bewusst auf Nahrungszufuhr verzichtet. Die Heilfastenden setzen sich also mit ihrem Ernährungsverhalten auseinander und arbeiten den oben beschriebenen Ursachen der Adipositas bewusst entgegen. Durch diese Maßnahmen kann effektiv vorgebeugt werden, da die Hauptursache der Adipositas im Rahmen des Heilfastens abgeschaltet wird. Liegt bereits Adipositas vor, ist vom Heilfasten jedoch abzuraten – es könnte zum gefürchteten JoJo-Effekt kommen.
Adipositas kann sich jedoch auch in Folge anderer Erkrankungen – beispielsweise einer Schilddrüsenüberfunktion, im Rahmen des Cushing-Syndroms oder als Folge des Hyperinsulinismus (welcher wiederum meist ernährungsbedingt ist) – ausbilden. Auch genetische Faktoren sowie die Einnahme bestimmter Medikamente können Fettleibigkeit begünstigen bzw. zu Fettleibigkeit führen.
Diabetes mellitus vom Typ 2
Diabetes mellitus vom Typ 2, die Zuckerkrankheit, trifft in der heutigen Zeit nicht nur alte Menschen, sondern auch immer mehr Kinder und Jugendliche. Hauptursache ist die sich schleichend entwickelnde Insulinresistenz, die für die Folgeerscheinungen der Zuckerkrankheit verantwortlich ist. Beim Insulin handelt es sich um ein Hormon, das in Folge von Zuckerzufuhr ausgeschüttet wird. Immer wenn wir Kohlenhydrate aufnehmen, wird in der Folge Zucker ausgeschüttet. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass es sich bei Kohlenhydraten letztendlich um Zuckerketten handelt. Je länger die Kette ist, desto langsamer gehen die einzelnen Zuckermoleküle ins Blut über – schließlich muss die Kette erst in ihre Einzelteile zerlegt werden. Entsprechend langsam und mäßig findet auch die Insulinausschüttung statt. Das Insulin hat die Aufgabe, die Körperzellen auf die Aufnahme der im Blut befindlichen Zuckermoleküle vorzubereiten. Es sorgt also dafür, dass der Zucker nicht im Blut bleibt, sondern in die Zellen wandern kann und senkt somit die Blutzuckerkonzentration, die auch als Blutzuckerspiegel bezeichnet wird.
Nehmen wir kurzkettige Kohlenhydrate – sog. Einfach- und Zweifachzucker, zu denen auch der gewöhnliche Haushaltszucker zählt – auf, gehen diese beinahe sofort ins Blut über. Der Blutzuckerspiegel schießt also rasant in die Höhe, worauf der Körper mit einer extremen Insulinausschüttung reagiert – schließlich will er den Zucker schnellstmöglich aus dem Blut heraus und in die einzelnen Zellen befördern. Das großzügig ausgeschüttete Insulin sorgt nun dafür, den Blutzuckerspiegel in kürzester sinken zu lassen. Auf den extremen Anstieg folgt also ein extremer Abstieg – hieraus resultieren übrigens die Heißhungerattacken, die wir nach hohem Zuckerkonsum spüren.
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