Read the book: «Schematherapie»

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Die Autoren


Dr. sc. hum. Matias Valente, Psychologischer Psychotherapeut. Aufbau des Schematherapie-Programms der Psychosomatischen Abteilung des Klinikums am Weissenhof in Weinsberg, bis 2019 dort Ltd. Psychologe. In eigener Praxis in Schwäbisch Hall niedergelassen sowie als Dozent und Supervisor für Verhaltenstherapie und Schematherapie tätig. Co-Leitung des Stuttgarter Instituts für Schematherapie (IST-S).


Dr. med. Eckhard Roediger, Neurologe, Psychiater und Arzt für Psychotherapeutische Medizin, Ausbildungen in tiefenpsychologischer und Verhaltenstherapie. Vormals Aufbau und Leitung der Psychosomatischen Abteilung am Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe in Berlin, seit 2007 niedergelassen in Frankfurt/Main und als Dozent und Supervisor für Verhaltenstherapie und Schematherapie tätig. Mitglied des Gründungsvorstandes der Internationalen Gesellschaft für Schematherapie (ISST), ehem. deren Präsident. Leiter des Frankfurter Instituts für Schematherapie (IST-F).

Matias Valente Eckhard Roediger

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1. Auflage 2020

Alle Rechte vorbehalten

© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Print:

ISBN 978-3-17-035980-2

E-Book-Formate:

pdf: ISBN 978-3-17-035981-9

epub: ISBN 978-3-17-035982-6

mobi: ISBN 978-3-17-035983-3

Geleitwort zur Reihe

Die Psychotherapie hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich gewandelt: In den anerkannten Psychotherapieverfahren wurde das Spektrum an Behandlungsansätzen und -methoden extrem erweitert. Diese Methoden sind weitgehend auch empirisch abgesichert und evidenzbasiert. Dazu gibt es erkennbare Tendenzen der Integration von psychotherapeutischen Ansätzen, die sich manchmal ohnehin nicht immer eindeutig einem spezifischen Verfahren zuordnen lassen.

Konsequenz dieser Veränderungen ist, dass es kaum noch möglich ist, die Theorie eines psychotherapeutischen Verfahrens und deren Umsetzung in einem exklusiven Lehrbuch darzustellen. Vielmehr wird es auch den Bedürfnissen von Praktikern und Personen in Aus- und Weiterbildung entsprechen, sich spezifisch und komprimiert Informationen über bestimmte Ansätze und Fragestellungen in der Psychotherapie zu beschaffen. Diesen Bedürfnissen soll die Buchreihe »Psychotherapie kompakt« entgegenkommen.

Die von uns herausgegebene neue Buchreihe verfolgt den Anspruch, einen systematisch angelegten und gleichermaßen klinisch wie empirisch ausgerichteten Überblick über die manchmal kaum noch überschaubare Vielzahl aktueller psychotherapeutischer Techniken und Methoden zu geben. Die Reihe orientiert sich an den wissenschaftlich fundierten Verfahren, also der Psychodynamischen Psychotherapie, der Verhaltenstherapie, der Humanistischen und der Systemischen Therapie, wobei auch Methoden dargestellt werden, die weniger durch ihre empirische, sondern durch ihre klinische Evidenz Verbreitung gefunden haben. Die einzelnen Bände werden, soweit möglich, einer vorgegeben inneren Struktur folgen, die als zentrale Merkmale die Geschichte und Entwicklung des Ansatzes, die Verbindung zu anderen Methoden, die empirische und klinische Evidenz, die Kernelemente von Diagnostik und Therapie sowie Fallbeispiele umfasst. Darüber hinaus möchten wir uns mit verfahrensübergreifenden Querschnittsthemen befassen, die u. a. Fragestellungen der Diagnostik, der verschiedenen Rahmenbedingungen, Settings, der Psychotherapieforschung und der Supervision enthalten.

Nina Heinrichs (Bremen)

Rita Rosner (Eichstätt-Ingolstadt)

Günter H. Seidler (Dossenheim/Heidelberg)

Carsten Spitzer (Rostock)

Rolf-Dieter Stieglitz (Basel)

Bernhard Strauß (Jena)

Die Buchreihe wurde begründet von Harald J. Freyberger, Rita Rosner, Ulrich Schweiger, Günter H. Seidler, Rolf-Dieter Stieglitz und Bernhard Strauß.

Inhalt

1  Geleitwort zur Reihe

2  1 Ursprung des Verfahrens

3  1.1 Jeffrey Young und der Weg von der traditionellen kognitiven Verhaltenstherapie zur Schematherapie

4  1.2 Die moderne Schematherapie

5  2 Verwandtschaft mit anderen Verfahren

6  2.1 Kognitive Therapie

7  2.2 Verhaltenstherapie

8  2.3 Psychodynamische Therapie

9  2.4 Gestalttherapie

10  2.5 Achtsamkeitsbasierte Therapien und »dritte Welle« der Verhaltenstherapie

11  3 Wissenschaftliche und therapietheoretische Grundlagen

12  3.1 Emotionale Grundbedürfnisse

13  3.1.1 Emotionale Grundbedürfnisse nach J. Young

14  3.1.2 Das Modell von Klaus Grawe

15  3.1.3 Emotionale Grundbedürfnisse aus einer dimensionalen Perspektive: Bindung und Selbstbehauptung

16  3.2 Emotionsgeneration und -regulation

17  3.2.1 Was sind Emotionen?

18  3.2.2 Basisemotionen und das evolutionspsychologische Model von Paul Ekman

19  3.2.3 Neurobiologische Aspekte

20  3.2.4 Psychologische Modelle

21  3.3 Die Biologie frühkindlicher Erfahrungen

22  3.4 Mentalisierung, soziales Lernen und Empathie

23  3.5 Das Attraktorenmodell und der Beitrag der Synergetik

24  3.6 Die Lerntheorie der Schemaentstehung

25  3.7 Frühe maladaptive Schemata

26  3.7.1 Emotionale Entbehrung

27  3.7.2 Verlassenheit und Instabilität

28  3.7.3 Misstrauen und Missbrauch

29  3.7.4 Unzulänglichkeit und Scham

30  3.7.5 Soziale Isolation und Entfremdung

31  3.7.6 Abhängigkeit und Inkompetenz

32  3.7.7 Verletzbarkeit

33  3.7.8 Verstrickung und Unentwickeltes Selbst

34  3.7.9 Versagen/Erfolglosigkeit

35  3.7.10 Anspruchshaltung/Grandiosität

36  3.7.11 Unzureichende Selbstkontrolle

37  3.7.12 Unterordnung/Unterwerfung

38  3.7.13 Selbstaufopferung

39  3.7.14 Streben nach Zustimmung und Anerkennung

40  3.7.15 Emotionale Gehemmtheit

41  3.7.16 Überhöhte Standards

42  3.7.17 Negatives Hervorheben

43  3.7.18 Strafneigung

44  3.8 Unkonditionale und konditionale Schemata

45  3.9 Relevanz des Schemamodells in der klinischen Praxis

46  3.10 Schema-Bewältigungsreaktionen

47  3.10.1 Das Problem mit dem Konzept von Bewältigungsstilen

48  3.11 Schema-Modi

49  3.11.1 Das Modusmodell in der »gesunden Persönlichkeit«

50  3.11.2 Kindmodi

51  3.11.3 Elternmodi (»kritische Modi«)

52  3.11.4 Bewältigungsmodi

53  3.12 Das dimensionale Verständnis des Modusmodells

54  3.12.1 Internalisierende Persönlichkeiten

55  3.12.2 Externalisierende Persönlichkeiten

56  3.13 Der integrative Modus des gesunden Erwachsenen

57  3.14 Schematherapie und die 3. Welle der Verhaltenstherapie

58  3.14.1 Das Modell der Acceptance and Commitment Therapy (ACT)

59  3.14.2 Der Erwachsenenmodus aus einer ACT-Perspektive

60  4 Kernelemente der Diagnostik

61  4.1 Anamnese, klinische Diagnostik und wichtigste Problembereiche

62  4.2 Lebensfallen (»life patterns«)

63  4.3 Lebensgeschichte und prägende biografische Bilder

64  4.3.1 Erhebung biografischer Daten

65  4.4 Schemata, Schemabewältigung und Modi

66  4.5 Grafische Darstellung des Modusmodells

67  4.5.1 Deskriptive Modelle

68  4.5.2 Dynamische Modelle

69  4.6 Therapieziele und Behandlungsplanung

70  4.6.1 Reduktion dysfunktionaler Bewältigung

71  4.6.2 Entmachtung kritischer Modi

72  4.6.3 Selbstfürsorglicher Umgang mit Kindmodi

73  4.6.4 Stärkung des gesunden Erwachsenen

74  5 Kernelemente der Behandlung

75  5.1 Allgemeine therapeutische Wirkfaktoren

76  5.2 Emotionale Aktivierung und Toleranzfenster

77  5.2.1 Herunterregulation bei Übererregung

78  5.2.2 Aktivierung bei Untererregung

79  5.3 Psychoedukation und Vermittlung des Modells

80  5.4 Ist eine Stabilisierungsphase notwendig?

81  5.5 Therapeutische Grundhaltung in der Schematherapie

82  5.6 Behandlungsstruktur

83  5.7 Konkretes Vorgehen und Sitzungsaufbau

84  5.7.1 Inhalts- und Prozessebene

85  5.8 Übungen in der Schematherapie

86  5.8.1 Interventionsspektrum

87  5.9 Imaginationstechniken

88  5.9.1 Ziele der Imaginationsarbeit

89  5.9.2 Die besondere Sprache der Imagination

90  5.9.3 Imaginatives Überschreiben (imagery rescripting)

91  5.10 Modusdialoge auf Stühlen

92  5.10.1 Ziele der Arbeit mit Stühlen

93  5.10.2 Praktische Empfehlungen

94  5.10.3 Die besondere Sprache der Modus-Dialoge

95  5.10.4 Zwei-Stühle-Technik

96  5.10.5 Stühle-Übungen bei internalisierender Modusdynamik

97  5.10.6 Stühle-Übungen bei externalisierender Modusdynamik

98  5.10.7 Arbeit mit Symbolen, Modus-Karten und echten Fotos

99  5.10.8 Stühle-Arbeit vor einem Ganzkörperspiegel

100  5.11 ACT-Strategien und das Training des Erwachsenenmodus

101  5.11.1 Der Erwachsenenmodus als Beobachter

102  5.11.2 Der Erwachsenenmodus und die Freiheit von innerer aversiver Kontrolle

103  5.11.3 Der Erwachsenenmodus und tatkräftiges Handeln

104  5.12 Verwendung von Arbeitsblättern

105  5.13 Kognitive Techniken

106  5.14 Verhaltensbezogene Interventionen

107  6 Klinisches Beispiel

108  6.1 Fallkonzeption

109  6.2 Diagnostik und Modusbewusstsein

110  6.3 Imaginationsarbeit und Traumabehandlung

111  6.4 Konkrete Veränderungen

112  6.5 Behandlungsbeendigung

113  7 Indikation und Hauptanwendungsgebiete

114  7.1 Wie relevant ist Schematherapie im psychotherapeutischen Alltag?

115  7.2 Kombinierte Behandlung von Persönlichkeits- und Achse-I-Störungen

116  7.3 Störungsspezifizität und prozessorientiert-transdiagnostisches Vorgehen

117  8 Settings

118  8.1 Ambulante Einzelpsychotherapie

119  8.2 Gruppentherapie (GST)

120  8.3 Schematherapie mit Paaren (ST-C)

121  8.4 Schematherapie mit Kindern und Jugendlichen (ST-CA)

122  8.5 Teil- und vollstationäre Schematherapie

123  9 Therapeutische Beziehung

124  10 Evidenz

125  11 Institutionelle Verankerung und Infos zur Aus-, Fort- und Weiterbildung

126  Literatur

127  Sachwortverzeichnis

1 Ursprung des Verfahrens
1.1 Jeffrey Young und der Weg von der traditionellen kognitiven Verhaltenstherapie zur Schematherapie

Die Schematherapie wurde von Jeffrey Young in den USA entwickelt. Young studierte Psychologie und bildete sich zunächst als Verhaltenstherapeut bei Joseph Wolpe weiter. Anschließend promovierte er unter der Leitung von Aaron Beck und absolvierte dabei sein Training als Kognitiver Therapeut an Becks Institut für kognitive Verhaltenstherapie in New York, um anschließend dessen Direktor für Forschung und Lehre zu werden. Insbesondere während der Arbeit mit Patienten mit chronifizierten depressiven Störungen und Ängsten, sah er sich mit den Grenzen der traditionellen kognitiven Verhaltenstherapie konfrontiert, welche keine anhaltende Besserung zu erzielen schien. Young gründete aus diesem Grund eine Arbeitsgruppe, um sich diesen Patienten zu widmen und entwickelte die Hypothese, dass die Schwierigkeiten bei der Behandlung solcher Patienten zum größten Teil auf komorbide »charakterologische Probleme« (heute Persönlichkeitsstörungen) zurückzuführen waren. Young und sein Team versuchten zunächst, handlungs- und situationsübergreifende Muster herauszuarbeiten und erweiterten das im Rahmen der kognitiven Therapie bekannte Konzept der Grundannahmen oder -überzeugungen. Dabei entstand das für die Schematherapie zentrale Konzept von frühen maladaptiven Schemata, definiert als ein »weit gestecktes und umfassendes Thema oder Muster, welches in der Kindheit oder Adoleszenz entsteht und sich im Laufe des Weiteren Lebens verstärkt«. Dieses Muster ist »stark dysfunktional und besteht aus Erinnerungen, Emotionen, Kognitionen und Körperempfindungen, die sich auf den Betreffenden selbst und seine Kontakte zu anderen Menschen beziehen« (Young et al. 2005, S. 36). Anders als in der traditionellen Kognitiven Therapie beinhaltete sein Schemakonzept nicht nur kognitive, sondern auch emotionale, physiologische und interpersonale Aspekte. Young erweiterte nicht nur die theoretischen Grundlagen, sondern auch die Behandlungskonzepte. Insbesondere inspiriert durch Gestalttherapie und humanistische Verfahren setzte er neben den kognitiven Techniken zahlreiche erlebnisorientierte Techniken ein, insbesondere Imaginationsübungen und Übungen mit mehreren Stühlen. Darüber hinaus legte er einen großen Wert auf die Gestaltung der therapeutischen Beziehung in Form der sogenannten »begrenzten elterlichen Fürsorge«. Seine erste Publikation zur »schemafokussierten Therapie« erfolgte bereits im Jahr 1990 (Young 1990).

1.2 Die moderne Schematherapie

Auch wenn dieses erste Modell neue Therapietechniken einsetzte, war es konzeptuell noch stark an die kognitive Therapie angelehnt. In der intensiven Arbeit mit Patienten mit narzisstischen und Borderline-Persönlichkeitsstörungen sah sich Jeffrey Young gewissermaßen »gezwungen«, sein Konzept zu erweitern. Denn das Schemamodell erwies sich einerseits als zu komplex, andererseits aber auch als zu statisch, um die rasch wechselnden emotionalen Zustände der Patienten optimal zu konzeptualisieren und v. a. praxisorientiert zu operationalisieren. Insbesondere die Borderline-Patientengruppe zeigte in so vielen Schemata auffällig hohe Werte, dass sich mit dem Schemakonzept alleine keine praktikable Fallkonzeption entwickeln ließ. Daraufhin erweiterten Young et al. (2005) das erste Schemamodell zum Schema-Modus-Modell weiter, das stärker auf die im Hier und Jetzt aktualisierten inneren Zustände der Patienten und deren Klärung und Bewältigung abzielt. Das Konzept von einem »Schemamodus« als komplexer Aktivierungszustand, welcher die Gesamtheit der kognitiven und emotionalen Reaktionen sowie die daraus resultierenden Handlungstendenzen zu einem bestimmten Zeitpunkt beinhaltet, stellte eine deutliche Weiterentwicklung des klassischen kognitiven Verständnisses dar und ermöglichte letztendlich die Entwicklung der modernen Schematherapie.

Ein »Meilenstein« in der Entwicklung der modernen Schematherapie stellt die Arbeit von Arnoud Arntz hinsichtlich der Manualisierung (Arntz und van Genderen 2009) und der empirischen Untersuchung (Giesen-Bloo et al. 2006) der Schematherapie für Patienten mit Borderline-Störungen an der Universität Maastricht dar. In den letzten zehn Jahren erfolgten zahlreiche Studien und Wirksamkeitsuntersuchungen, insbesondere in den Niederlanden und in Deutschland. So kann die Schematherapie in ihrer modernen Form als evidenzbasiertes Verfahren zur effektiven Behandlung von Persönlichkeitsstörungen verstanden werden. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird die Schematherapie nicht als eigenständige Methode, sondern überwiegend als ein strukturiertes Konzept innerhalb der Verhaltenstherapie angesehen, welches Techniken aus verschiedenen Methoden konsistent in das Verhaltenstherapie-Paradigma integriert. So wird sie auch in diesem Buch dargestellt.

2 Verwandtschaft mit anderen Verfahren
2.1 Kognitive Therapie

Im Rahmen der sogenannten »kognitiven Wende« in den 1970er Jahren (Beck 1967; Ellis 1969) wurde der kognitiven Informationsverarbeitung und insbesondere automatisch ablaufenden Gedanken und dysfunktionalen Grundannahmen eine entscheidende Rolle in der Verhaltenssteuerung und somit in der Entstehung und Aufrechterhaltung psychopathologischer Symptome zugesprochen. Wie bereits dargestellt entstand die Schematherapie zunächst als Weiterentwicklung der kognitiven Verhaltenstherapie. Insbesondere das zentrale Konzept von maladaptiven Schemata kann aus einer theoretischen Perspektive mit dem Konzept dysfunktionaler Grundannahmen in Verbindung gebracht werden. Young legte jedoch einen viel größeren Wert auf die emotionalen und interpersonellen Aspekte als auf die kognitiven.

Die neurobiologische Forschung relativierte in den letzten Jahren zunehmend die Rolle explizit-kognitiver Prozesse für die Verhaltenssteuerung und zeigte, dass wesentliche Prozesse im Zusammenhang mit der Entstehung und Aufrechterhaltung von psychischen Störungen v. a. emotionaler Natur sind und unbewusst reguliert werden (Roth 2001). Die moderne kognitive Therapie versucht diesen Ergebnissen zu entsprechen, indem sie auch »implizite« Kognitionen in die Konzeptualisierung psychopathologischer Symptome einbezieht (Beck et al. 2004). Die Schematherapie geht jedoch konsequent einen Schritt weiter, indem sie die emotionalen, z. T. unbewussten Prozesse durch erlebnisorientierte Techniken direkt aktiviert und sie zu einem zentralen Gegenstand der Therapie macht.

In der Betrachtung des konkreten therapeutischen Vorgehens zeigen sich insgesamt klare Unterschiede. Kognitive Techniken sind häufig primär auf »Inhalte« fokussiert und haben das wesentliche Ziel, ungünstige/unrealistische Kognitionen zu korrigieren. In der Schematherapie achtet man jedoch viel mehr auf den Kontext und die Funktionalität von Kognitionen, insbesondere bei der Betrachtung interpersoneller Konflikte.

Age restriction:
0+
Release date on Litres:
18 December 2025
Volume:
229 p. 32 illustrations
ISBN:
9783170359826
Publishers:
Copyright Holder::
Bookwire
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