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CHRISTIAN ALBRECHT BARSCHEL
EIN JAHR
AUF DEM COURT
365
SPANNENDE GESCHICHTEN AUS DER WELT DES TENNIS

Ein Jahr auf dem Court
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© 2020 by Meyer & Meyer Verlag, Aachen
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9783840313745
eISBN 9783840337413
E-Mail: verlag@m-m-sports.com
www.dersportverlag.de
INHALT
Vorwort
Januar: Down Under
Februar: Debüts und Premieren
März: Bombendrohung und Fair Play
April: Comeback und Höchststrafe
Mai: Sandplatzhelden
Juni: Roland Garros
Juli: Der Heilige Rasen
August: Goldige Momente
September: New York, New York
Oktober: Porsche-Problem und Heirat
November: Weltmeister
Dezember: Davis-Cup-Helden
Anhang
1 Literatur
2 Bildnachweis
VORWORT

„Ganz großes Tennis!“ Diese Redewendung ist aus dem alltäglichen Sprachgebrauch nicht mehr wegzudenken. „Tennis ist eine perfekte Kombination aus brutaler Action in einer Atmosphäre der absoluten Ruhe“, sagte einst die US-Ikone Billie Jean King, eine leidenschaftliche Kämpferin für die Gleichberechtigung zwischen Spielern und Spielerinnen. Andre Agassi stellte treffend über den „weißen Sport“ fest: „Jeder Punkt kann zum Wendepunkt werden und sich in deine dunkelste oder größte Stunde verwandeln.“
Ganz großes Tennis schildert auch dieses Buch über den „weißen Sport“. Es liefert 365 Geschichten, ob historisch, kurios oder bizarr, aus der Welt des Tennissports – von Neujahr bis Silvester. Der Fokus liegt größtenteils auf den deutschen Spielern und Spielerinnen, die seit Beginn der Open Era im Jahr 1968 – der Geburtsstunde des Profitennis – denkwürdige Matches gespielt haben.
Wann gewann Boris Becker zum ersten Mal in Wimbledon? Warum ist der 9. Juli 1989 der größte Tag in der Geschichte des deutschen Tennis?
Wer schaffte das außergewöhnlichste Comeback nach einem Rückstand von 0:6, 0:5, 0:40?
Wieso wurde am 30. April 1993 am Hamburger Rothenbaum das dunkelste Kapitel im Tennissport geschrieben?
Und wie lief das kuriose Geschlechterduell zwischen dem Kettenraucher Karsten Braasch und den Williams-Schwestern Serena und Venus bei den Australian Open 1996 ab?
Roger Federer sagte einmal: „Wenn du deinen Sport wirklich liebst, musst du seine Geschichte studieren, damit du verstehst, wie er zu dem geworden ist, wie wir ihn heute kennen.“ Ein treffender Satz vom wohl populärsten Spieler der Tennisgeschichte.
Dieses Buch erzählt zu jedem Tag im Jahr eine passende Geschichte über die schönste Sportart der Welt. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen und im Schwelgen historischer Erinnerungen.
Christian Albrecht Barschel
Januar: Down Under

1. Januar 1973
Margaret Court gewinnt historischen Titel bei den Australian Open
Margaret Court ist mit 24 Grand-Slam-Titeln im Einzel Rekordhalterin im Damentennis. Fast die Hälfte ihrer Grand-Slam-Titel gewann die Australierin bei ihrem Heim-„Major“, den Australian Open. Den elften und letzten Turniersieg in Down Under holte sich Court am Neujahrstag des Jahres 1973, allesamt auf Rasen, da die Australian Open erst im Jahr 1988 ein Hartplatzturnier wurden.
Im Endspiel besiegte Court bei Temperaturen um die 45° C ihre Landsfrau Evonne Goolagong mit 6:4, 7:5. Kein Spieler oder keine Spielerin hat bei einem Grand-Slam-Turnier mehr Einzeltitel gewonnen als Court.
Allerdings: Die Australian Open waren in früheren Jahren eher eine australische Meisterschaft, da das Turnier damals noch nicht das Renommee von heute besaß und viele ausländische Topstars die lange Reise nach Australien nicht unternehmen wollten.
Court wurde die Ehre zuteil, dass im heutigen Melbourne Park, dem Veranstaltungsort des Turniers, der zweitgrößte Platz der Anlage nach ihr benannt ist. Nach diversen homophoben Aussagen von Court wurde eine Namensänderung der Margaret Court Arena diskutiert, die allerdings bislang nicht durchgeführt wurde.
2. Januar 1992
Boris Becker, Steffi Graf und das Mixed mit Folgen
Boris Becker und Steffi Graf bildeten beim Hopman Cup 1992 in Perth, der inoffiziellen Mixed-Weltmeisterschaft im Tennis, das deutsche Team. Ihr Auftritt stand aber unter keinem guten Stern. Damals wurde im australischen Perth im K.-o.-Format gespielt.
Becker und Graf siegten im Viertelfinale gegen Frankreich in den Einzeln, traten aber nicht zum abschließenden Mixed an. Im Halbfinale gegen die Tschechoslowakei musste Graf ihr Einzel gegen Helena Sukova nach Satzgleichstand wegen Schwindelanfällen aufgeben. Becker gewann anschließend sein Einzel gegen Karel Novacek. Trotz ihrer Aufgabe im Einzel trat Graf zum entscheidenden Mixed an, war aber am Ende ihrer Kräfte. Becker und Graf hielten zwar mit, verloren jedoch die Partie mit 4:6, 4:6. Es war der einzige gemeinsame Mixedauftritt der beiden deutschen Tennislegenden.
Für Graf hatte das Antreten beim Hopman Cup schwere Folgen. Vor Turnierbeginn hatten deutsche Ärzte bei ihr eine Mittelohrentzündung festgestellt und ihr von der Teilnahme am Hopman Cup abgeraten. Doch Graf ignorierte den Rat, flog nach Perth und machte die Erkrankung dadurch noch schlimmer. Nach dem Hopman Cup erteilten die Ärzte ihr zunächst Flugverbot von Perth nach Melbourne. Bei den Australian Open angekommen, musste Graf nach einigen kurzen Trainingseinheiten und diversen Bluttests für das Grand-Slam-Turnier absagen.
3. Januar 1972
Ken Rosewall und seine unglaubliche Siegesspanne
Ken Rosewall gewann 1953 als 18-Jähriger bei den Australian Open seinen ersten Grand-Slam-Titel. 19 Jahre später triumphierte der Australier zum vierten Mal bei seinem Heimturnier und sicherte sich seinen achten und letzten Turniersieg bei einem Grand Slam. Der 37-jährige Rosewall besiegte im ältesten Grand-Slam-Finale in der Geschichte des Profitennis seinen australischen Landsmann Malcom Anderson mit 7:6 (7:2), 6:3, 7:5.
Mit 19 Jahren ist dies die größte Zeitspanne im Tennis zwischen dem ersten und letzten Grand-Slam-Titel eines Spielers. Mit 37 Jahren und zwei Monaten ist Rosewall bis heute der älteste Grand-Slam-Sieger im Einzel in der Geschichte des Profitennis.
4. Januar 1976
Mark Edmondson und sein Australian-Open-Titel aus dem Nichts
Mark Edmondson hat das erreicht, wovon alle australischen Spieler träumen. Er gewann sein Heimturnier: die Australian Open. Es war im Jahr 1976, als Edmondson als Nummer 212 der Weltrangliste im Finale bei den Australian Open gegen seinen Landsmann John Newcombe sensationell siegte. Er ist damit der am niedrigsten platzierte Spieler, der je ein Grand-Slam-Turnier bei den Herren gewinnen konnte und ist bis heute der letzte Australier, der bei den Australian Open triumphierte.
„Ich bin in Schock. Das ist zu gut, um es zu glauben. Ich denke, ich werde mir heute Abend ein paar Flaschen Schampus genehmigen“, sagte der Sensationssieger nach seinem Coup.
Wer jetzt dachte, dass dies der Beginn einer großen Einzelkarriere von Edmondson war, der sah sich getäuscht. Der Australier konnte hauptsächlich nur bei Turnieren in seinem Land glänzen und erreichte mit Position 15 seine beste Platzierung in der Weltrangliste. Besser lief dagegen seine Karriere als Doppelspieler. 34 Turniersiege, darunter fünf Grand-Slam-Titel, machten Edmondson zu einem der besten Doppelspieler seiner Zeit.
5. Januar 2019
Angelique Kerber und Alexander Zverev verlieren dramatisches Finale im Hopman Cup
Wie schon im Jahr 2018 erreichten Angelique Kerber und Alexander Zverev beim Hopman Cup in Perth, der inoffiziellen Mixed-Weltmeisterschaft im Tennis, das Finale und trafen erneut auf die Schweiz mit Belinda Bencic und Roger Federer. Und wie 2018 verlor das deutsche Duo das Endspiel und verpasste den dritten deutschen Titelgewinn beim Hopman Cup.
Zverev verlor im ersten Match gegen Federer mit 4:6, 2:6. Anschließend siegte Kerber mit 6:4, 7:6 (8:6) gegen Bencic, sodass im Mixed die Entscheidung über den Titelgewinn fallen musste. Dort entwickelte sich eine kuriose und hochklassige Partie, die Kerber und Zverev hauchdünn verloren. Im Tiebreak des dritten Satzes kam es zu einer Premiere. Beim Stand von 4:4 entschied der letzte Punkt, wer den Titel gewinnen würde. Kerber und Zverev verloren den spektakulären Ballwechsel und unterlagen schließlich mit 0:4, 4:1, 3:4 (4:5).
„Wir wollten unbedingt gewinnen. Wir waren so nah dran. Wir als Spieler haben eigentlich genug von euch, aber was können wir machen?! Besonders du, Roger. Lass uns doch auch mal gewinnen, nur einmal den Hopman Cup. Es gibt wahrscheinlich nicht genug Drinks auf diesem Planeten, um das hier zu vergessen“, scherzte Zverev nach der bitteren Niederlage.
Nach 30 Jahren Hopman Cup wurde die inoffizielle Mixed-Weltmeisterschaft vorerst eingestellt. Ob es in den nächsten Jahren ein Comeback der Teamveranstaltung gibt, ist noch unklar.
6. Januar 1996
Marc Rosset und sein Faustschlag mit Folgen
Das Schweizer Duo mit der erst 15-jährigen Martina Hingis und Olympiasieger Marc Rosset spielte 1996 beim Hopman Cup in Perth, der inoffiziellen Mixed-Weltmeisterschaft im Tennis, um den Titel im Finale gegen Kroatien mit Iva Majoli und Goran Ivanisevic. Die Entscheidung um den Turniersieg fiel im Mixed.
Und dort sorgte Rosset mit einer riesengroßen Dummheit für den Titelgewinn für Kroatien. Hingis und Rosset hatten bei 5:4-Führung im dritten Satz bei Aufschlag von Ivanisevic drei Matchbälle am Stück. Die Schweizer konnten diese große Chance nicht nutzen. Als auch nicht der vierte Matchball die Entscheidung brachte, kochten bei Rosset die Emotionen hoch.
Der Zwei-Meter-Hüne donnerte seine rechte Faust gegen eine Werbebande. Es war ein Faustschlag mit Folgen. Nach dem Ausgleich zum 5:5 ließ sich Rosset an der Schlaghand behandeln. Zwar ging es zunächst weiter, doch obwohl die ersten beiden Punkte im Aufschlagspiel von Hingis an die Schweizer gingen, waren die Schmerzen bei Rosset zu groß – Aufgabe und Hopman-Cup-Titel für Kroatien.
Während Hingis nach der Siegerehrung bittere Tränen in den Armen ihrer Mutter weinte, zog sich Rosset einen Haarriss im kleinen Finger und in der rechten Hand zu, sodass er seinen Start bei den folgenden Turnieren, unter anderem bei den Australian Open, absagen musste. „Ich kann nicht erklären, wie leid es mir tut, aber manchmal hat man sich selbst nicht unter Kontrolle“, zeigte sich der Schweizer zerknirscht.
Kurios: Hingis und Rosset traten im nächsten Jahr wieder an. Im Gruppenspiel gegen Südafrika führte Rosset gegen Wayne Ferreira klar mit 6:0, 2:1, als er über ein Ballmädchen stolperte und wegen Rückenschmerzen aufgeben musste und auch nicht zum Mixed antreten konnte.
7. Januar 1995
Anke Huber und Boris Becker gewinnen Hopman Cup im finalen Liebesduell
Für Anke Huber war das Finale beim Hopman Cup in Perth im Jahr 1995 eine verflixte Situation. An der Seite von Boris Becker spielte sie um den zweiten deutschen Titel bei der inoffiziellen Mixed-Weltmeisterschaft im Tennis nach 1993. Ihre Finalgegner: die Ukraine mit den Geschwistern Andrei Medvedev und Natalia Medvedeva.
Das Besondere dabei: Huber und Medvedev waren seit zwei Jahren ein Liebespaar. Huber brachte Deutschland mit einem Dreisatzsieg gegen Medvedeva mit 1:0 in Führung. Danach kam es zum Duell zwischen Becker und Medvedev, bei dem Huber eher ihrem Freund die Daumen drückte, wie sie später erzählte.
Becker siegte in drei Sätzen und sicherte Deutschland den zweiten und letzten deutschen Titel beim Hopman Cup. Huber war trotzdem froh, dass es im Mixed nicht zum ultimativen Showdown mit ihrem Freund Medvedev um den Turniersieg kam. Die beiden trennten sich wenig später, kamen im Jahr 1999 wieder zusammen. Von der Liebe beflügelt, erreichte Medvedev 1999 bei den French Open das Endspiel, wo er gegen Andre Agassi nach einer 2:0-Satzführung schon eine Hand am Siegerpokal hatte.
Die Liebe zerbrach endgültig Anfang 2000. Medvedev trennte sich von Huber. Kuriosum am Rande: Medvedev und Huber spielten im Oktober 2001 innerhalb von einer Woche ihr letztes Karrierematch.
8. Januar 1993
Steffi Graf und Michael Stich gewinnen ersten Hopman-Cup-Titel für Deutschland
Nachdem Steffi Graf 1989 (mit Patrik Kühnen) und 1992 (mit Boris Becker) nicht den Titel beim Hopman Cup in Perth holen konnte, unternahm sie 1993 den nächsten Versuch. Ihr Partner war Michael Stich. Und tatsächlich waren aller guten Dinge drei.
Graf und Stich gewannen den Hopman Cup erstmals für Deutschland. Im Finale besiegten sie das spanische Geschwister-Duo Arantxa Sanchez Vicario und Emilio Sanchez. Für Graf und Stich war es der Startschuss zu einer starken Saison. Graf gewann 1993 insgesamt zehn Turniere, darunter drei Grand-Slam-Titel, Stich siegte bei sechs Turnieren und triumphierte zudem mit Deutschland im Davis Cup.
9. Januar 2003
Patrick Rafter verkündet Karriereende
Überraschend kam dieser Rücktritt nicht. Patrick Rafter verkündete wenige Tage vor Beginn der Australian Open nach einer einjährigen Auszeit in einem offenen Brief an die Medien sein Karriereende im Alter von 30 Jahren.
„Ich bedauere es, dass die Trophäen in Wimbledon und im Davis Cup nicht in meinem Schrank sind, aber so ist der Sport. Du gewinnst einiges, und du verlierst einiges. Wie auch immer, ich fühle, dass ich das Spiel zufrieden mit meinen Leistungen verlasse, in der Gewissheit, dass ich alles gegeben habe“, schrieb der Australier.
Rafter gewann in seiner Karriere elf ATP-Titel, darunter zweimal die US Open. In Wimbledon stand er zweimal im Finale. Mit einer Woche an der Spitze im Jahr 1999 hatte er zudem die kürzeste Regentschaft als Nummereins-Spieler.
Rafter spielte sein letztes Einzel im Davis-Cup-Finale 2001 gegen Frankreich, wo er in drei Sätzen gegen Sebastien Grosjean siegte. Der Australier ist somit einer von nur ganz wenigen Spielern, die mit einem Erfolg im Einzel die Tennisbühne verlassen haben.
10. Januar 1982
Beim Schaukampf zwischen Jimmy Connors und John McEnroe fliegen die Worte
Auch bei einem Match, wo es nicht um Weltranglistenpunkte und Trophäen geht, können die Emotionen überkochen. Die beiden US-Amerikaner Jimmy Connors und John McEnroe, bekannt für ihr heißblütiges Temperament, gerieten bei der Michelob Light Challenge in Rosemont im US-Bundesstaat Illinois, einem Einladungsturnier mit acht Spielern, heftig aneinander.
Es war ein Match mit Verwarnungen, Punktstrafen, Spielverzögerungen und Streitereien. Als Connors mit dem Verhalten von McEnroe nicht einverstanden war, kletterte er übers Netz und geigte seinem Landsmann die Meinung. Bevor es zu Handgreiflichkeiten kommen konnte, gingen die Offiziellen dazwischen.
Connors gewann das Match in fünf engen Sätzen und sprach einen Tag später über den Vorfall: „Ich war sauer. Ich hoffe, das passiert nicht wieder, aber ich möchte nicht, dass jemand etwas über mich sagt, das er nicht belegen kann. Ich hoffe, ich habe missverstanden, was er gesagt hat. Ich denke, dass wir beide die gleiche Einstellung haben. Er ist aggressiv, ich bin aggressiv. Wir beide stehen für unsere Rechte ein. Aber ich stehe für meine Rechte in einer anderen Art und Weise ein. Wenn ich mich im Recht fühle, trete ich hervor. Ich möchte etwas Respekt.“
Connors und McEnroe standen sich in offiziellen Matches insgesamt 34mal gegenüber, darunter zweimal im Finale in Wimbledon.
11. Januar 2015
Roger Federer gewinnt 1.000 ATP-Match
Es hätte kaum einen besseren Rahmen geben können für den 1.000 Einzelsieg auf der ATP-Tour von Roger Federer, und zwar mit einem Titelgewinn. Der Schweizer durchbrach die gigantische Schallmauer mit dem Finalerfolg beim ATP-Turnier in Brisbane.
Federer besiegte im Endspiel den Kanadier Milos Raonic mit 6:4, 6:7 (2:7), 6:4. „Kein Zweifel. Das ist ein spezieller Moment. Ich habe über die Jahre so viel gespielt, aber dieser Sieg vor euren Augen bedeutet mir so viel“, sagte Federer und blickte dabei zu den Tennislegenden Rod Laver und Roy Emerson, die in Brisbane diesen historischen Moment miterlebten. „Dieses Match werde ich bestimmt nicht mehr vergessen“, freute sich der Schweizer über den 1.000 Sieg auf ATP-Level.
Federer wurde nach Jimmy Connors und Ivan Lendl der dritte Spieler, dem dieses Kunststück gelang.
12. Januar 1980
Vitas Gerulaitis und sein Zitat für die Ewigkeit
Vitas Gerulaitis war zu seiner Zeit einer der großen Stars der Tennisszene. Der US-Amerikaner gewann die Australian Open, stand bei den French Open und bei den US Open im Finale, erreichte in der Weltrangliste Platz drei.
Doch der im Jahr 1994 verstorbene Gerulaitis ist mittlerweile mehr bekannt für ein geflügeltes Wort. Es ist ein Satz für die Ewigkeit. Obwohl Gerulaitis zu den Topspielern gehörte, gab es einen Gegner, an dem er sich lange Zeit die Zähne ausbiss – Jimmy Connors. Gegen seinen Landsmann gab es in 16 Duellen keinen Sieg, bis zum Halbfinale beim Masters im New Yorker Madison Square Garden.
Und auch im 17. Aufeinandertreffen mit Connors sah es zunächst nach einer weiteren Niederlage für den Lebemann, der kaum eine Party ausließ, aus. Connors führte mit 5:3, doch dann drehte Gerulaitis auf und siegte mit 7:5, 6:2. Auf der folgenden Pressekonferenz gab der US-Amerikaner das vielleicht bekannteste Zitat der Tennisgeschichte zum Besten. „Das war eine Lektion an alle: Niemand schlägt Vitas Gerulaitis 17-mal in Folge!“
Gerulaitis gewann auch die drei folgenden Spiele gegen Connors und behielt mit seinem Zitat recht. Auch gegen Björn Borg verlor er 16-mal in Folge, zu einem 17. Duell kam es laut aktueller Auflistung nicht mehr. Andere Aufzeichnungen sprachen jedoch davon, dass Gerulaitis gegen Borg alle 20 Matches verloren hat. Aber es ist sicherlich besser so, dass das geflügelte Wort von Gerulaitis Bestand hat.