Read the book: «Bibellager – Erotische Novelle»
Chleo
Bibellager - Erotische Novelle
Übersezt von Ordentop
Lust
Bibellager - Erotische Novelle
Übersezt von Ordentop
Titel der Originalausgabe: Bibellägret
Originalsprache: Schwedischen
Coverbild/Illustration: Shutterstock
Copyright © 2020, 2021 Chleo und LUST
Alle Rechte vorbehalten
ISBN: 9788726662276
1. E-Book-Ausgabe
Format: EPUB 3.0
Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit der Zustimmung vom Verlag gestattet.
Die vier waren schon vor vielen Jahren Freunde geworden, schon vor ihrem Konfirmationslager. Rebecka und Sara waren sogar schon seit ihrer Kindheit befreundet, sie wohnten in derselben Gegend, besuchten dieselbe Schule und sangen im selben Kirchenchor. Jonatan und Elias kannten einander schon seit der Unterstufe.
Alles um sie und zwischen ihnen war immer selbstverständlich gewesen, sowohl ihre Freundschaft als auch ihr Platz unter Gottes wachsamen Augen. Aber für manche von ihnen, vor allem für Rebecka, waren vor einiger Zeit dunkle Wolken aufgezogen. Der erste Stachel des Zweifels und der Sorge hatte sich in ihr Fleisch gebohrt. Natürlich mussten alle ergebenen Christen einmal zweifeln, doch das ist selten ein Trost für jene, die gerade in den verirrten Fußstapfen des Zweiflers wandeln.
Dies sollte das letzte christliche Jugendlager ihrer Gruppe sein, die vor fünf Jahren zusammengefunden hatte. Die Tatsache, dass es das letzte Lager seiner Art sein sollte, ein endgültiges Ende, ließ unter den vier besten Freunden eine vibrierende, sakrale Stimmung entstehen.
Am Vormittag des ersten Tages, als alle Teilnehmer mit den Bussen ankamen, stand freies Spielen auf dem Programmplan. Doch davor mussten sie unter der strahlenden Sonne noch die Willkommensansprache über sich ergehen lassen, der zur Einleitung der Lagerwoche ein Morgenpsalm folgte.
In diesem Liebeswunder
Blickt meine Seele drein
Auf aller Zeiten Wunden
Das Heilmittel ist mein
Wie verzaubert stimmten alle ein. Der Priester strahlte wie die Sonne, als wäre er vom Heiligen Geist beseelt. Danach verschwanden die Jugendlichen im Grünen.
Rebecka, Sara, Jonatan und Elias lagen am Ufer eines Sees in der Sonne. Ab und zu ließen sie sich zum Abkühlen in das viel zu kalte Wasser gleiten. Mit jedem Sommer, der verging, wurde ihre Sprache hässlicher, sie tratschten immer harscher über die Pastoren, machten sich immer ungezügelter lustig über die Lächerlichkeiten in der christlichen Blase, in der sie lebten, und lachten immer hysterischer darüber. Trotzdem, oder vielleicht gerade weil, die Umwelt immer mehr in ihren geschlossenen Kreis drängte – mit penetrierenden Strahlen, deren Licht sie lockte, aber auch ängstigte – bewegte sich ihre raue Sprache trotzdem noch im Rahmen von und eingebettet in Gottes Liebe und der Liebe zu Gott. Die Grundprinzipien selbst verhöhnten sie nie: die Dreifaltigkeit, die Theologie und, nicht minder wichtig, sich bis zur Ehe aufzusparen.
Über Sex zu sprechen, war allerdings nicht verboten. Das Masturbieren war christlichen Jugendlichen erlaubt, sie wurden sogar auf Flyern vom zentralen Jugendverbund dazu ermuntert; aber es gab ältere Pastoren, die ihre Stirn runzelten und sich offenbar auf die Zunge bissen, um ihnen wegen ihrer Selbstbefleckung nicht mit dem ewigen Höllenfeuer zu drohen. Wie ihnen als junge Menschen selbst gedroht worden war. Pornografie hingegen, das war ein anderes Thema, das war immer noch Teufelswerk, das die Gesellschaft korrumpierte, die Jugend verführte und die Erlösung der Seele bedrohte. Das akzeptierte jeder in ihrer Gemeinschaft.
Als der Nachmittag des ersten Tages sich dem Ende zuneigte und die Freunde wieder vom See aufbrachen, um der Abendbetreuung in der Hütte entgegenwandern, erwähnte Rebecka ganz nebenbei, dass sie und Sara eine eigene Hütte hatten. Sie deutete an, dass die Jungs leicht durchs Fenster klettern könnten, wenn alle Lichter aus wären, damit sie ungehemmt die ganze Nacht miteinander reden könnten.
Außerhalb der Hör- und Sehweite von allen anderen.
Ganz ohne Hemmungen.
Ganz in Ruhe.
Um halb elf am selben Abend klopfte es leise am Fenster der Mädchen. Sara machte ihnen auf und die Jungs kletterten leise ins Zimmer. Im Raum standen zwei breite Betten, die sich mit den Fußenden gegenüberstanden. Die Mädchen legten sich in das eine und die Jungs krochen in das andere. Alle vier waren nur mit dünnen Decken und dem dünnen Stoff ihrer Nachthemden und Pyjamas bedeckt. Sie waren schwerelos, atemlos in der Leichtigkeit der warmen Nachtluft, die frisch und süß nach dem gerade angebrochenen Sommer duftete.
Gespannt, begierig und mit wachsenden Erwartungen dauerte es nicht lange, bevor sie an das Gespräch von vorhin am See anknüpften, aber jetzt mussten sie keine Angst mehr haben, dass ihnen jemand dabei zuhören könnte, jemand sie belauschen würde, der sich empören könnte – den es erzürnen könnte.
Sie begannen sich gegenseitig von ihren frustrierend ärmlichen erotischen Erfahrungen zu erzählen, die sie seit ihrem letzten Treffen gemacht hatten. Nur gab es nicht viel zu erzählen, weil sie die Heiligkeit der Ehe akzeptierten: schon das geringste Knutschen zwischen zwei Unverheirateten erregte Missfallen. Als die Berichte von ihren kleinen erotischen Begegnungen abgeschlossen waren, sprachen sie stattdessen ganz allgemein über Sex; von der Geilheit und dem Genuss, von Träumen und Fantasien und von sexuellen Gedanken.
Sie sprachen über eine erotische Theorie, weil ihnen die Praxis fehlte. Ihr Gespräch fungierte als Sexprotese.
Nachdem alle vier zugegeben hatten, dass sie sich selbst befriedigten, zeitweise sogar täglich, schlug Rebecka entschlossen vor, dass alle von ihren sexuellen Fantasien berichten sollten. Aber es musste eine sein, bei der sie kommen konnten.
Sie hatten das Fenster trotz der Hitze geschlossen, damit draußen niemand ihre Stimmen hören konnte. Die frische, kühle Luft in der Hütte vibrierte warm und feucht. Zwischen ihnen entstand eine neue Art der Blase. Rebecka schlug vor, dass Elias beginnen sollte. Er wurde rot, machte die Augen zu und dachte nach. Dann schlug er die Augen wieder auf, räusperte sich, lächelte und erzählte von einem Mädchen in seiner Klasse im Gymnasium, die er hübsch und lustig fand: Maria.
The free sample has ended.