Read the book: «DILF: Erotische Novelle»
B. J. Hermansson
DILF: Erotische Novelle
LUST
DILF
Original:
DILF
Übersetzer: Mareike Zoege Copyright © 2019, 2019 B. J. Hermansson und LUST All rights reserved ISBN: 9788726305104
1. E-book Auflage, 2019
Format: EPUB 2.0
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DILF: Erotische Novelle
Ich heiße Cecilia. Ich hatte immer schon spontane Einfälle. Einfälle, die mich derart reizen und meine Gedanken beanspruchen, dass ich keine andere Wahl habe, als mich ganz auf sie zu konzentrieren. Worum es geht, ist unterschiedlich. Es kann alles Mögliche sein, ein Thema, eine Tätigkeit, moderner Tanz oder Aktzeichnen. Dem widme ich mich dann Tage, manchmal Wochen. Ich lerne, ich erforsche alles, was es zu entdecken gibt, und schließlich kenne ich mich in dem Thema aus. Fühle mich sicher, beherrsche es fast bis zur Perfektion. Wenn ich diesen Punkt erreicht habe, bin ich fertig. Ich kann es abhaken und weitergehen. Die Tage verstreichen, Wochen und Monate, und dann kommt die nächste Phase, das nächste Muss. Denn darum handelt es sich nämlich, ein absolutes, unaufhaltsames Bedürfnis, dem ich nachgeben muss. Ich muss ihm Zeit und Energie schenken und vor allem – mich selbst.
Aber die Phasen gehen vorüber.
Sie gehen immer vorüber.
Alle, außer diese.
Es fing an, als ich 16 Jahre alt war. In meiner Erinnerung war es eine Offenbarung und es fühlt sich an, als wäre es erst gestern gewesen. Ich sehe alles ganz deutlich vor mir. Die Farben, die Details, das Gefühl. Ich sehe es so klar vor mir wie eine Fotografie. Eine Fotografie, bei der ich sowohl Objekt als auch Erzählerin bin.
Er hieß Joel. Er war 36 Jahre alt. Seine Tochter Miranda war meine Freundin, wir kannten uns seit der ersten Klasse. Joel war schon lange in meinem Leben gewesen. Aber an jenem Tag veränderte sich etwas. Verursacht durch einen Willen, den ich immer noch in mir trage, viele Jahre später.
Er trug einen Anzug und kam direkt von der Arbeit. Er stellte seine Aktentasche ab, kam zu uns in die Küche und hängte sein Jackett über eine Stuhllehne. Er war genauso höflich wie immer. Riss diese typischen Papawitze, die einen eher quälen als zum Lachen bringen und auf die man lieber verzichten würde.
Plötzlich sah ich vor mir, wie er mich küsste. Ich sah, wie er mich in seine Arme nahm, mich auf die Küchenzeile hob, meine Beine spreizte und in mich eindrang. Gleichzeitig lehnte sein Oberkörper an meinem und drückte sich an mich. Und wie sein Geschlecht pochend und explosiv in mich stieß.
Ich hatte erst vor kurzem meine Jungfräulichkeit verloren, es war stimmungsvoll und schön gewesen. Aber jetzt sah ich Joel. Und ich sah seine Männlichkeit. Ich sah die Möglichkeiten in ihm. Und ich sah, was sein Körper und mein Körper zusammen tun könnten. Als mir dieser Gedanke erstmals durch den Kopf gegangen war und diese Bilder hervorgerufen hatte, konnte ich ihn nicht mehr loslassen. Konnte nicht mehr anders, als Joel so zu sehen. Nachdem mich dieser Impuls gepackt hatte, beobachtete ich seine Bewegungen. Ich wollte mir nichts entgehen lassen.
Ich sah seine Hände. Ich sah seine Fingerspitzen, seine Handgelenke und seine Unterarme. Ich sah seinen Hals, ich sah seine Wangen und ich sah seine Nase. Ich sog ihn ein, jeden Teil von ihm betrachtete ich ausgiebig, um nichts zu verpassen. Vom Rest, den ich nicht sehen konnte, fantasierte ich dann. Von den Details, die sich unter seinem blauen Hemd und seiner schwarzen Hose verbargen. Und nicht zuletzt in seinen Gedanken. Was wollte er? Hatte er jemals den Gedanken gehabt, mit dem ich mich hier und jetzt gerade herumschlug? Wie würde er sich anfühlen? Wie würde er schmecken?
Das ist jetzt zehn Jahre her. Es passierte nichts zwischen uns. Ich wagte nicht, die Freundschaft mit Miranda zu riskieren für etwas, das er und ich tun könnten. So spannend es auch gewesen wäre, ich tat es nicht. Natürlich weiß ich auch nicht, wie er auf einen Wink von mir reagiert hätte. Ich kann nur träumen und ahnen.
Heute bin ich 26 Jahre alt. Ich wohne allein. Ich belege einzelne Uni-Kurse in Praktischer Philosophie, Geschlechterforschung und Kreativem Schreiben. Und dieser Wille und dieses Verlangen nach Mirandas Vater, die sind immer noch da. Genauso stark, genauso intensiv. Mit dem Unterschied, dass es heute nicht spezifisch um Joel geht, sondern um Väter im Allgemeinen.
Sie ziehen mich an. Sie verzaubern mich. Ich bin in ihrem Sog und kann nicht stehen bleiben, kann keinen Fuß auf den Boden setzen, mich umdrehen und in eine andere Richtung schauen. Sie haben mich in ihrer Macht. Und ich bin vollkommen machtlos. Ich will bei ihm sein, diesem Mann. Will ebenso sehr wie ich muss. Ich habe keine Wahl. Ich will nichts lieber. Denn diese Faszination, diese Anziehungskraft, die ist so intensiv in ihrer Stärke. So klar, so deutlich. Ich zögere nicht, nicht im Geringsten. Denn diese Männer, die sind mein Sinn. Diese Männer, sie sind es, nach denen ich verlange. Sie sind es, die meine innerste Lust wecken. Mein wildes Tier. Mich als Frau. Es sind diese Männer, die mich zu der verwandeln, die ich ganz tief drin bin. Die ich sein soll. Die Frau, die Münder ebenso intensiv küsst, wie sie sie zurückküssen. Die Frau, die Körpern begegnet, die ebenso nach ihr schmachten wie sie nach ihnen.
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