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Andrea Hansen
Ein neuer Freund: Erika Lust-Erotik
Lust
Ein neuer Freund: Erika Lust-Erotik Übersetzung Rebecca Jakobi Original En ny ven Copyright © 2018, 2019 Andrea Hansen und LUST All rights reserved ISBN: 9788726130386
1. Ebook-Auflage, 2019
Format: EPUB 2.0
Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für andere als persönliche Nutzung ist nur nach
Absprache mit LUST gestattet.
Ein neuer Freund
Barcelona ist eine große Stadt. Ich kenne niemanden außer den Kollegen an meinem neuen Arbeitsplatz. Sie haben mir auch von dem Freibad erzählt. Es liegt nicht weit von meiner neuen und spärlich möblierten Wohnung entfernt. Die Kollegen hatten irgendwie herausgefunden, dass ich gerne schwimme. Seit ich denken kann, liebe ich Wasser. Das Schwimmbad. Den Fluss in meiner Heimatstadt. Besonders die Nordsee.
Es ist warm in Spanien. Ich radle in einem leichten Rock durch den Verkehr und tue mich immer noch schwer, den Weg zu unbekannten Orten zu finden. Schweißtropfen rinnen von den Oberschenkeln in die Kniekehlen.
Das Freibad liegt in einem ruhigen Viertel. Umgeben von hohen Mauern und einem großen, roten Gebäude. Keine Schlange vor dem Eingang. Ich gehe direkt zu der Dame am Schalter. Sie teilt mir erst auf Spanisch, dann auf Englisch mit, dass die Becken in nur zwei Stunden schließen werden. Ich kaufe trotzdem ein Ticket.
Außer mir ist niemand in der Umkleide gerade am Ankommen. Nur eine ältere Dame und eine Mutter mit zwei Kindern machen sich gerade auf den Heimweg. Sie nicken mir lächelnd zu. Ich stelle mich unter die Dusche. Der blaue Badeanzug fühlt sich auf der Haut kalt, aber weich an und schmiegt sich eng an den Körper. Ich habe ihn vor meiner Abreise gekauft. Meine sonnengebräunten Beine lassen auf die Länge meines Rocks schließen, obwohl ich noch nicht besonders lang in diesem sommerlichen Klima lebe. Die Tür zur Umkleide öffnet sich und anhand der Schritte und Stimmen kann ich die kleinen Kinder und ihre Mutter verschwinden hören. Mein Magen zieht sich spürbar zusammen. Eine riesige Stadt wie diese, und doch so allein.
Die Sonne spiegelt sich grell auf dem Wasser. Ich schirme sie mit der Hand ab und verschaffe mir einen Überblick. Die Fliesen sind warm. Der Ort hat seinen Charme. Am untersten Treppenabsatz hat der seit vielen Jahren tägliche Gebrauch kleine Rostflecke hinterlassen. Es gibt zwei Becken. Das eine ist leer und still. Im anderen krault jemand – ein Mann. Zwischen den Becken steht eine weiße Hütte, in der ein Rettungsschwimmer auf seinem Handy Fußball schaut. Das Wasser ist angenehm kühl in der Hitze. Ich tauche unter und mache die Haare nass, sodass es eng anliegen. Ich lege mich auf den Rücken und lasse mich treiben. Die Sonne steht hoch am wolkenlosen, blauen Himmel. Mein Gesicht, meine Brüste und mein Schoß schauen gerade so über der Wasseroberfläche hervor. Die Nachmittagssonne wärmt den Körper und die Haut beginnt unter dem Badeanzug zu kribbeln.
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