Read the book: «Lebendige Seelsorge 4/2014»

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THEMA

„Über sieben Brücken gehen“

Von Hans-Joachim Sander und Susanne Sandherr

Einheit in Vielfalt leben oder Warum sich Ungeduld lohnt

Von Karl Kardinal Lehmann

Brückenbauer Papst Franziskus: Kühn, redefrei, grenzgängig

Von Gregor Maria Hoff

PROJEKT

Der Koran zwischen Sensation, Desinteresse, Empörung und Verschämtheit

Von Hans Zirker

INTERVIEW

Koran-Rezitation bei Friedensgebeten ist legitim

Ein Gespräch von Gudrun Sailer mit Felix Körner SJ

PRAXIS

Auftrag der Laien

Von Klaus Müller

Zum Umgang mit geschiedenen Wiederverheirateten

Von Sigrid Müller

Betet, Brüder und Schwestern…

Für eine überzeugendere Sprache in der Liturgie

Von Benedikt Kranemann

SpielArten des Atheismus

Von Tomáš Halík

Unterwegs auf den Brücken der Kunst

Von Maria Baumann

Der Himmel schien einst nur einen Kondensstreifen weit entfernt zu sein oder Donauwellen

Von Arnold Stadler

„Einander den eigenen Vers hinschenken – das ist der Internationalismus der Dichter“

Brücken in die poetische Welt von Reiner Kunze

Von Erich Garhammer

POPKULTURBEUTEL

Schublade für alles

Von Matthias Sellmann

NACHLESE

Glosse von Wolfgang Frühwald

Impressum

Buchbesprechungen


Erich Garhammer Schriftleiter

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Mit Christus Brücken bauen“ war das Motto des diesjährigen Katholikentages in Regensburg. Hans-Joachim Sander und Susanne Sandherr deuten die Brückenmetapher theologisch und spirituell. Für Kardinal Lehmann zeigt sich die Tragik der Kirchenspaltung gerade im persönlichen Bereich von Ehe und Familie. Deshalb, so bekennt er in seinem Beitrag, bleibe sein Leben von ökumenischen Brückengängen bestimmt.

Ständig anwesend, obwohl abwesend, war Papst Franziskus auf dem Katholikentag als Hoffnungsfigur einer erneuerten Kirche und als deren Pontifex maximus. Über seine Symbolhandlungen bei seiner Nahostreise und die Ankündigung des Friedensgebetes im Vatikan wird hier berichtet. Gregor Maria Hoff zeichnet den Brückenbauer Papst Franziskus als kühn und grenzgängerisch.

Bischof Sailer, dessen Denkmal anlässlich des Katholikentags wieder in die Stadtmitte von Regensburg gerückt wurde, war ebenfalls ein Grenzgänger des 19. Jahrhunderts – allerdings erbittert bekämpft vom damaligen ultramontanen Milieu. Es wird sich zeigen, ob Papst Franziskus ein ähnliches Schicksal widerfahren wird. Die Fragen um die wiederverheirateten Geschiedenen, die Bedeutung der Laien in der Kirche der Zukunft, die Feier der Liturgie und eine angemessene liturgische Sprache – all das sind brennende Fragen einer Kirche, die weiter Kirche ihrer Gläubigen sein will.

Doch es geht in diesem Heft nicht um Kircheninnenpolitik: die wahre Grenze, so der tschechische Religionsphilosoph Tomáš Halík, verläuft nicht zwischen gläubig und ungläubig, sondern zwischen denen, die die Frage nach Gott gleichgültig lässt und denen, die diese Frage umtreibt.

Der Schriftsteller Arnold Stadler entfaltet in einem grandiosen Text für dieses Heft, warum einen Literaten der Satz „Gott ist tot“ ein Leben lang schmerzen muss. „Ich blute, also bin ich“. Als Schriftsteller muss er die Rückseite zum Glück schreiben, obwohl das Ja sein großes Thema ist. Das Staunen gehört für ihn an den Anfang jedes Schreibens. Darin trifft er sich mit einem anderen großen Literaten, der auch auf dem Katholikentag las: Reiner Kunze. Für viele waren die Lesungen Höhepunkte dieser Tage.

Das Heft mit dem Thema „Humor“ erscheint als Heft 5.

Viel Freude schon bei der Lektüre dieser Ausgabe wünscht Ihnen

Ihr


Prof. Dr. Erich Garhammer, Schriftleiter

„Über sieben Brücken gehen“

Spirituelle Inszenierungen zum Leitwort des Katholikentags 2014

Dieser Beitrag war begleitet von einer Tanzperformance – so sollte den Zuhörern, die hier direkt angesprochen werden, das Spielerische der Gedanken nahe gebracht werden. Sie sollten nicht nur zum gedanklichen Brückenbauen ermuntert werden, sondern zum leibhaftigen. Der Impuls stammt jeweils von Hans-Joachim Sander, der geistliche Gedanke von Susanne Sandherr.

Erster Impuls: Die Steinerne Brücke. Wir bauen mit Christus Brücken – seit gestern hier in Regensburg. Und auch noch die kommenden Tage. Vielleicht haben Sie schon ein paar der Brücken gesehen, die gebaut worden sind. Und vielleicht werden Sie die nächsten Stunden und Tage selbst ein paar bauen. Sie bauen jedenfalls daran mit, weil Sie hier in Regensburg sind. Ich muss Ihnen also gar nicht viel dazu sagen, und der Tanz, der hier die spirituelle Inszenierung trägt, ist sowieso nicht mit Worten zu überbieten. Denn getanzte Brücken halten ewig, weil Tänze schwerelos ins Weltall hinein überbrücken, was uns irdische Wesen beschwert. Damit die Tänzerinnen unsere Sehnsucht zum Ort der Fülle hin überbrücken und sie mit jedem Schritt vergrößern, deshalb hier nur zwei Gedanken: wir bauen mit Christus Brücken, also nicht einfach für ihn. Er ist am Bau beteiligt – als Baumeister, der Pläne hat, und ebenso als Material, mit dem gebaut wird. Deshalb bauen wir nicht irgendwelche Brücken, sondern solche, die halten können, was gebaut wird, wenn wir „Christus“ sagen, und die ein Material umsetzen, an dessen Haltbarkeit wir glauben. Und zweitens: je danach, welchen Raum wir mit Christus überbrücken, brauchen wir eine spezielle Art von Brücke.

Eine, die das kann und vormacht, ist die Steinerne Brücke hier in Regensburg. Ehrwürdig, seit Jahrhunderten über die Donau genutzt, ein Wahrzeichen der Stadt. Eine solche Brücke war sehr kostspielig, als die Stadt sie baute. Sie ist eine echte Investition, auf Dauer angelegt, um vielen den Weg in die Stadt möglich zu machen. Das ist genau eine Art von Brücke, wie wir Katholiken sie benötigen – weil sie den Weg in die Stadt weist, auf deren Markt hin, wo buntes, ständig wechselndes Treiben herrscht und so viele unterschiedliche Menschen zusammenkommen, auch wenn sie sich nicht kennen. Das brauchen wir gerade jetzt, weil mittlerweile auf diesem Planeten mehr Menschen in Städten als auf dem Land leben und weil der gute alte Katholizismus (hier bei uns und anderswo) dagegen eher ländlich geprägt ist. Gegen das Land ist nichts zu sagen, natürlich nicht, aber es ist weltweit in den Sog der Städte geraten und der Prozess scheint nicht mehr umkehrbar zu sein. Massiv steigt die Verstädterung an und die Städte werden immer größer. Weltweit wachsen Mega-Städte mit mehr als 15 Millionen Einwohnern, immer unübersichtlich, hoch mobil; so eine Stadt schläft nie und überall auf der Welt werden diese Städte von einer Schere zwischen arm und reich geprägt, die ständig weiter aufgeht. Und doch wandern fortwährend mehr Menschen in die Städte, weil sie Hoffnung haben, und weil sie dort, wenn eine Hoffnung zerstört wird – was fast die Regel ist –, sehr bald eine neue finden können. Christus ist Hoffnung, sagt der Glaube. Weil wir mit ihm bauen, müssen wir in die Städte; denn dort wachsen die Verzweiflung und die Hoffnung. Wir können das nicht meiden, auch wenn die Verstädterung prekär ist. Und die steinerne Brücke weist den Weg.

Geistlicher Gedanke: Städte. Sichere, teure Städte. Menschen, die sich drängen. Menschen, die hineindrängen. Die steinerne Brücke wird schwarz vor Menschen. Menschenmassen. Menschen.

Stadt. Meine sichere, meine teure Stadt. Ich: mitten darin. Von Anfang an. Weil ich das Privileg habe, in dieser Stadt geboren worden zu sein. Hineingeboren in diese Stadt. Eingeboren in dieser Stadt, die Europa heißt. Steinerne Stadt. Ich bin schon da. Bin immer schon angekommen dort, wo die Menschen auf der steinernen Brücke hingelangen wollen.

„Denn hier haben wir keine bleibende Stadt, sondern die künftige ersehnen wir“ (Hebr 13,14). Bibel, Buch der Freiheit, Buch der Liebe.

Keine bleibende Stadt: Romantische Resignation städtischer Nomaden in der Spätmoderne? Keine bleibende Stadt: Lippenbekenntnis satter Stadtbürger? Oder biblische Weisung: Anweisung zum christusförmigen Leben, zum Leben als Brückenschlag? Steinerne Brücke schwarz vor Menschen. Stadt aus Stein. „Mein Herz so weiß“ (Shakespeare, Macbeth) - mein Herz aus Stein? (Ez 36).

Zweiter Impuls: Die Golden-Gate-Brücke. Wer kennt ihren Charme nicht, den der vielleicht bekanntesten Brücke weltweit – die Golden-Gate-Brücke bei San Francisco. Oft kopiert, selten erreicht, von Hollywood häufig zerstört, aber dann immer nur mit großem Bedauern im filmischen Pathos. Baut Christus Golden-Gate-Brücken? Ja, ganz sicher, denn die Brücke ist ein gate, also ein Tor, und das prägt ihre Schönheit ganz erheblich. Mit ihr öffnen sich neue Welten; wer sie quert, bringt Hoffnungen mit. Die Brücke gibt beidem Raum. Es beginnt schon damit, dass eine Meerenge überbrückt und so viel Umweg für die Realisierung der Hoffnungen eingespart wird. Man kommt besser dorthin, wohin man gehören will. Und die Brücke lässt anderem genügend Raum. Sie ist so hoch, dass schon zu ihrer Bauzeit die Schiffe voll mit den Hoffnungen der Einwanderer gut passieren konnten und dass heute die riesigen Containerschiffe das Siegel der unbegrenzten Möglichkeiten leicht in alle Welt mitnehmen können. Weniger als das darf man nicht mit Christus bauen. Wenn die Bauleute dann auch noch die Schönheit hinbekommen wie bei der Golden Gate, dann entsteht ein Übergang zur anderen Welt der neuen Schöpfung. Mit einer solchen Brücke muss niemand die Nebel fürchten, die so oft in der Bay Area das andere Ende der Brücke kaum erahnen lassen.

Geistlicher Gedanke: Golden-Gate-Bridge, gebaute Schönheit. Hochgebaut. Weitgespannt. Gerade so lässt sie Raum für andere und für anderes. So öffnet sie neue Welten und überbrückt Abgrund. Führt nicht nirgendwo hin, sondern von hier nach dort. Golden-Gate-Brücke, beflügelnder, befreiender Anblick. Golden Gate, Goldenes Tor. Einladend. Offen. Zeichen setzend, schönes Hoffnungszeichen. Beschwingt, beschwingend. Am anderen Ende der Skala: die Gated Community, das überwachte und für Fremde unzugängliche Wohnterritorium. Wer sich hier nicht eingekauft hat, wer nicht hierher gehört, wem hier nichts gehört – Bettler, Vagabunden und andere Eindringlinge – kommt auch nicht hinein. Überwachungskameras und bewaffnete Sicherheitskräfte sorgen dafür. Wer sind wir? Wir Europäer und Europäerinnen? Eine Gemeinschaft, die sich nicht mehr über ihre Gemeinsamkeit, sondern über die scharfe Bewachung ihrer Grenzen definiert? Wer sind wir, wir Katholiken? Einen Kreis kann man über seine Linie definieren oder über seinen Mittelpunkt. Wir sind Kirche: die, die zum Herrn gehören. So bauen wir eine Brücke: Kirche für andere. Wir sind Kirche, kyriake, kyriakoi, die zum Herrn gehören. Werden wir es.

Dritter Impuls: Der Pont-du-Gare. Wenn wir mit Christus bauen, also der Glaube an ihn das Material ist, mit dem gebaut wird, dann brauchen wir dringend eine Brücke wie den Pont-du-Gare. Ein Aquädukt, also eine Brücke, die Wasser von den Bergen in die Stadt leitet. Die Lebensressource fließt von außen nach innen. Gefälle wird benötigt – nicht zu viel und nicht zu wenig. Wasser gibt dem Leben Raum. Es ist ein Lebens-Mittel, man muss es dort hineinlassen, wo Menschen leben. Wir haben nun einmal nicht alles aus uns selbst heraus zur Verfügung, was wir zum Leben brauchen. Die wichtigsten Dinge kommen von außen: Wind und Wasser, Liebe und Lob, Wissen und Weisheit, Menschenrechte und Gott. Sie fließen zu und verhelfen dabei zum Leben. Die Stadt Gottes, die wir mit Christus bauen können, ist offen von außen her für das, was ihr Leben belebt. Bauen wir mit Christus einen Pont-du-Gare und die Wasser des Lebens werden fließen.

Geistlicher Gedanke: Ich öffne den Wasserhahn und klares, erfrischendes Nass sprudelt. Unerschöpflich. Ich kann trinken, solange ich will, soviel ich mag. So groß kann mein Durst kann gar nicht sein, dass er durch die Erfrischung aus der Leitung nicht gestillt werden könnte. Wir Europäer trinken zudem zumeist vor dem Durst. Doch wer außer uns kann sich das leisten? Wer außer uns kann das?

„Die Elenden und Armen suchen Wasser, / doch es ist keines da; / ihre Zunge vertrocknet vor Durst,“ heißt es eindringlich beim Propheten Jesaja (41,17). Simone Weil, die unbestechliche politische Denkerin und Christus-Mystikerin, notiert in ihren Cahiers: „Jesaja. Gott allein kann einem Unglücklichen Wasser geben.“ Und Gott – tut es: „Ich, der Herr, will sie erhören,/ ich, der Gott Israels, verlasse sie nicht“ (Jes 41,17). Gott allein kann einem Unglücklichen Wasser geben. Der Eine und Einzige, der aus Totem Leben schafft. Jubel aller Geschöpfe über des Schöpfers rettende Wasser-Wege, über Gottes Aquädukt: „Ja, ich lege einen Weg an durch die Steppe / und Straßen durch die Wüste. / Die wilden Tiere werden mich preisen, / die Schakale und Strauße, / denn ich lasse in der Steppe Wasser fließen, / um mein Volk, mein erwähltes, zu tränken“ (Jes 43,20). Die wilden Tiere werden mich preisen. Und sogar unsere Versteppungen und Verwüstungen sind im Blick. Wir haben es nur noch nicht gemerkt. „Seht her, nun mache ich etwas Neues. / Schon kommt es zum Vorschein, merkt ihr es nicht?“

Vierter Impuls: Die Zugbrücke. Für eine ziemlich lange Zeit war der bevorzugte Brückenbau in der Kirche die Zugbrücke. Die lässt sich hochziehen, wenn Leute kommen, die man nicht haben will, oder wenn man für sich bleiben und andere einschüchtern will mit der Macht der Burg, zu der die Zugbrücken oft gehören. Zugbrücken suggerieren aber nur Macht – und wiegen Burgherren in die gefährliche Sicherheit, alles kontrollieren zu können, was dem Glauben geschieht, und nichts einräumen zu müssen, was nicht passt. Im Evangelium finden sich aber keine Zugbrücken, weil seine Botschaft allen gehört und nicht nur denen, die die Macht haben, andere draußen zu halten und abzuschrecken. Wer noch in der Burg hinter der Zugbrücke lebt in der katholischen Kirche, sollten wir auf Hängebrücken locken, also schwankende Brücken, die leicht anzubringen sind und ohne großen Aufwand den Abgrund des Burggrabens überbrücken. Wer solche Brücken betritt, will schnell an die andere Seite gelangen, weil sie so schwankend sind. Hängebrücken sind wie geschaffen für die, die immer noch in der Kirche hinter Zugbrücken existieren, weil sie sich lieber belagern lassen. Für so manchen in der Hierarchie ist die Hängebrücke angesagt und sie fürchten sich davor. Der Papst schickt gerade jene Bischofskollegen, die sich noch hinter den Mauern verschanzt haben, von der Burgseite her auf diese Brückenart, weil – aus welchen Gründen auch immer –der Ablassmechanismus der Zugbrücke offenbar klemmt. Wir sollten sie im Rüberlaufen nicht allein lassen, sondern ihnen von der anderen Seite her zurufen, dass sie es schon schaffen und dann ganz erleichtert sein werden. Bringen wir keine Sturmleitern, sondern Hängebrücken neben der Zugbrücke an und reden wir den zweifelnden Mitchristen gut zu, dass schon längst keine Belagerung mehr stattfindet.

Geistlicher Gedanke: Endlich. Ich bin zu Hause. Die Türe schließt sich hinter mir. Meine Räume empfangen mich. Farben, Formen, die mich begrüßen, die mir gut tun. Der Blick in den Garten. Sanftes, sattes Grün. Blühende, bunte Tupfen. Wunderbar. Erleichterung. Angekommen. Es war ein langer Tag. Da höre ich die Türglocke. Nein, ich will jetzt nicht mehr. Einfach überhören? Dabei bräuchte ich keine Sorge zu haben, dass draußen vor der Tür ein pöbelnder Nachbar oder gar ein Gangster mit vorgehaltener Waffe steht. Alles in Ordnung hier. Ich lebe an einem der ruhigsten und sichersten Orte der Welt. Und doch – gerade mal keine Lust auf Welt. Aber das geht vorüber. In unserer Kirche ging es nicht so schnell vorbei. Es war ihr, es war uns zur Gewohnheit geworden, das Schifflein Petri nach allen Regeln der Kunst wasserdicht zu machen, das Schiff, das sich Gemeinde nennt, zu kalfatern, als sei es die Arche Noach und die Welt die große Flut. Zieht die Brücke hoch. Aber sicher!

Von wem haben wir das nur? Von Gott können wir es nicht gelernt haben. Schöpfung ist Öffnung, ist Raumgeben, ist Strömen, ist Lieben. Schöpfung ist Wagnis, der Schöpfer setzt sich selbst aufs Spiel. Damit wir gewinnen. Gott öffnet die Türe: zum Heil der Welt.

Fünfter Impuls: Die Donnersbergerbrücke. Für die Stammkundschaft, die ständig die Kirche frequentiert, braucht man eine Christusbrücke, die etwas aushält und die breit genug ist für die täglichen Pendlerströme. Eine Brücke wie die Donnersbergerbrücke in München. Der größte Pendlerstrom in die Kirche ist weiblich; Frauen halten die Kirche am Laufen, alltäglich, bei Wind und Wetter. Sie kümmern sich, obwohl sie es nicht leicht haben mit der Kirche. Es besteht also – wie so oft beim Spannbeton der Donnersbergerbrücke auf dem Mittleren Ring – großer Sanierungsbedarf. Die Kirche lebt da schon längst von der Bausubstanz. Sie muss sanieren – eine Alternative hat sie nicht wirklich. Wenn sie das endlich angeht, dann wird der Pendlerstrom auch wieder zunehmen. Da bin ich sicher. Jetzt wird so manche Frau, wird auch so mancher Mann davon abgehalten, über die alltägliche Kirchenbrücke zu Gott zu pendeln, weil man ja auf der Donnersbergerbrücke zu Genüge die Stellen kennt, an denen die Schilder mit dem „Achtung!“ stehen, die den Sanierungsbedarf nur anzeigen. Die kritischen Stellen, die behoben werden müssen, sind nur zu bekannt, es fehlt aber nach wie vor der Bautrupp. Das lässt so manche(n) über andere Brücken gehen, weil man wegen der nötigen, aber noch nicht durchgeführten Baumaßnahmen immer den eigenen Ärger fürchten muss. Schönheitsmaßnahmen reichen an der Alltagsbrücke zur Kirche nicht mehr. Wird ihre Donnersbergerbrücke aber gründlich saniert, dann haben alle etwas davon – und der Pendlerstrom wird steigen.

Geistlicher Gedanke: Manchmal habe ich Angst. Wie geht es weiter mit uns – mit Kirche? So viele Sanierungsarbeiten verschleppt, verschlafen, verlogen verleugnet.

Steht es mit uns, wie es mit manchen unpassierbaren öffentlichen Straßen, mit immer mehr für den Verkehr gesperrten oder teilgesperrten Betonbrücken steht?

Da sind die schrillen, die aggressiven Töne, die lauten, aufgeregten Stimmen derer, die allergisch reagieren auf Ökumene und für die Dialog mit-wem-auch-immer Teufelszeug ist, Abfall vom wahren Glauben. Abfall.

Und da ist der stille Kahlschlag, der Traditionsabbruch, und der radikale Schwund von Glaubenswissen. Die Bibel hat zwei Teile, das wissen manche noch. Kahlschlag, trotz gefühlter 1.000 Stunden Religionsunterricht. Da ist der Schwund an kirchlicher Glaubwürdigkeit. Die helfen doch nur sich selbst. Was hilft? Wer hilft? Christus hilft, wer sonst. Er, das Mensch gewordene Gotteswort. Das WORT, das in der Todesnot ohne Antwort blieb und ganz gewiss ohne Zauberwort. „Eli, Eli…“.

Worum geht es? Ich denke, es wird darum gehen, uns selbst zu missionieren, uns selbst zu christianisieren. Nicht allein, sondern getragen von dem, der „in allem uns gleich [wurde], außer der Sünde“ (Hebr 4,15). Getragen von ihm, dem vertrauensvollen Brückenbauer. Dem vertrauensseligen Brückenmenschen. Dem Mittler zwischen Gott und Mensch, Jesus Christus. „Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus“ (1 Tim 2,5). Werden auch wir vertrauensselig! Das wird noch Folgen haben. Auf der Donnersberger Brücke.

Sechster Impuls: Die Europabrücke. Die hier einheimischen AutofahrerInnen kennen das. Man überquert Richtung Italien die erste Grenze Richtung Süden. Dort steht ein Schild, das auf das Hoheitsgebiet Österreichs hinweist und darunter steht: Hier herrscht Vignettenpflicht! Das ärgert die Bayern so sehr, dass sie gerne mit der Ausländermaut zurückschlagen würden. Ich bin da, obwohl Deutscher, Partei; immerhin wird ein Salzburger Professor von der Republik Österreich bezahlt. Also es sei gesagt: In Österreich sind die Berge doch deutlich höher, so dass die Infrastruktur wirklich sehr kompliziert und teuer ist und deshalb… – Sie wissen schon! Auch die Kirche weiß Brückenbauten wie die Europabrücke am Brenner zu schätzen. Bei ihr heißt die Mautbrücke Kirchensteuer. Die ist deutlich weniger eindrucksvoll als diese sehr schöne Tiroler Brücke, für die die Vignette allein nicht reicht. Das ist so eine Sache, ob bei der Mautbrücke Kirchensteuer wirklich mit Christus gebaut wird, oder nur vorgeblich für ihn, jedoch eigentlich mit anderen verschwiegenen Interessen. Immerhin haben wir ja nun einen Papst namens Franziskus und der lässt es Bischöfen nicht mehr durchgehen, wenn sie oberhalb der Mautbrücke für sich einen Palast errichten, selbst wenn der womöglich nicht von den aktuellen Mauteinnahmen, sondern von früheren, katholisch-gläubig überantworteten Spenden bezahlt wird. Der Fall des Limburger Bischofs ist weltweit bekannt geworden; in Atlanta musste der dortige Bischof wegen des Limburger Falls sein sog. „Diözesanes Zentrum“ verkaufen, das nichts anderes als seine persönliche Residenz war. Deshalb ein Rat aus der Alpenrepublik: Wenn man schon Mautbrücken für die Kirche braucht, dann müssen sie zu allererst einmal allen zugute kommen wie die leichtere Überfahrt über den Brenner durch die Europabrücke. Und besonders Menschen, für die Grenzen schwer zu überquerende Hindernisse sind oder die über hohe Pässe hinwegkommen müssen, also die Armen, die Ausgeschlossenen, die Verfemten, die Verlorenen sind der Gradmesser, ob Mautbrücken sich nicht bloß rechnen, sondern sich rechtfertigen lassen.

Geistlicher Gedanke: Lieber gar keine Maut, aber wenn schon Maut, dann lieber einnehmen als einzahlen, versteht sich. Doch Jesus, der sich erst einmal einen Denar leihen muss – er hat keinen –, um die Frage nach der kaiserlichen Maut beantworten zu können, versteht es anders, und die großen Gottsucher aller Zeiten haben auch etwas anderes verstanden. Sie wussten um den Sinn der Freigiebigkeit. Und dass wir sie einüben müssen. Sinn und Ziel der geistlichen Übungen des Ignatius von Loyola ist es, frei zu werden, frei von allen blinden Abhängigkeiten, frei von fremden Zwängen und eingefleischten Hierarchien: frei für den Willen Gottes, eines Gottes, der mir näher ist, so heißt es, als mein eigenes Herz. Eine solche Haltung gleichschwebender Freiheit gegenüber allen angesagten Gütern nennt Ignatius „indiferencia“. Indifferenz, das ist ignatianisch nicht kalte, tote Gleichgültigkeit und auch kein postmodern resigniertes Anything-goes, sondern, im Gegenteil, letzte Entschiedenheit: zur Freiheit von magischen Idolisierungen und mächtigen Idolen. Wenn man dann auch noch weiß und zuinnerst spürt, dass solche entschiedene Freiheit nicht sportlich-asketische Höchstleistung, sondern befreite Freiheit ist, dann ist man auf dem Weg zum Leben. Und zum Geben. Aber – ist das nicht verrückt? Reichtum nicht mehr zu begehren als Armut, Ehre nicht mehr als Nicht-Ehre, Gesundheit nicht mehr als Krankheit – sind solche Sätze nicht Spreng-Sätze, zu jeder Zeit, und gerade für unsere Zeit? Doch sie wollen uns nicht ins Nirwana befördern, sondern ins Leben. Diese Sätze wollen unsere festgefahrenen und fetischisierten Maßstäbe ver-rücken und uns gerade so zum Leben und zum Geben befreien! Und sie wollen heilsam unterscheiden lehren: Das des Kaisers gebt dem Kaiser und das Gottes – Gott (Mk 12,17). Maut ist nicht gleich Maut!

Siebter Impuls: Die Wild- oder Grünbrücke. Für die besonderen Fälle: die mit den nicht alltäglichen Interessen an Gott, die mit der kritischen Distanz am Glauben, die von den Sakramenten eigentlich Ausgeschlossenen, die nicht in die Gemeinden Passenden, die moralisch offiziell Verworfenen – für die baut Christus keine Standardbrücke nach katholischer DIN-Norm. Für sie muss man schon die besondere Brücke bauen. Denn Christi Herz ist weit, er lugt nicht hinter Zugbrücken ängstlich hervor, schickt die besonderen Fälle auch nicht in den Alltagsstrom der PendlerInnen über die Donnersbergerbrücke. Er rettet vielmehr die Sünderin im Tempel vor der Moralgier der Bigotten. Er lässt das verlorene Schaf nicht weiterlaufen, weil es nicht ordentlich die Mautstation passiert. Für die besonderen Fälle mit Christus wird so etwas wie eine Wildbrücke benötigt, die man oft auch Grünbrücke nennt. Das sind Brücken, die quer zu den großen, sehr frequentierten Autobahnen und Zugtrassen verlaufen. Hier gilt, dass der heimliche Wildwechsel Vorrang vor allem anderen hat. Hier herrscht daher absolutes Jagdverbot und verschwiegene Diskretion. Auch von versteckten Kameras sollte man besser lassen. Wer Wildbrücken baut und mit Christus anbietet, muss die Waffen der moralischen Empörung einsammeln, damit sie noch nicht einmal zum Zielen kommen, muss die Glut der Exkommunikation streng hüten, damit sie die Grasnarbe nicht versengt, muss verschwiegen und sanft auftreten, damit die anormalen, ungewohnten Lebensformen nicht verschreckt werden. Damit das äsende Wild, die hüpfende Runzelkröte, die züngelnde Kreuzotter, der lichtscheue Dachs, die nervösen Ameisen, auch das überscheue Wolfsrudel, meinetwegen auch der röhrende Hirsch und der einsame Bär so oft hin und hergehen können, wie sie wollen. Also nicht nur heimlich hinein, sondern auch bei Gelegenheit mal wieder heraus. Und manche von den Unpassenden hätten gern nach einer gewissen Zeit, in der sie in den Normalritualen der Kirche vorsichtig präsent sind, sich dabei aber ständig verschämt über die Schulter sehen, weil sie die zweite Ehe leben, weil sie die nicht akzeptierte Partnerschaft wagen, weil sie die streng bewachten Religionsgrenzen einfach grüne Grenze sein lassen – manchmal hätten die dann gern einen festen Platz auf den Normalbahnen der Kirche. Es muss ja nicht gleich die Überholspur zum Sakrament sein, die Kriechspur tut es ja auch, aber die brauchen sie dann schon. Für die hätten die Wildbrücken Christi dann sogar ein gutes kirchliches Werk getan.

Geistlicher Gedanke: Neulich mit dem PKW durch Bonn. Noch bevor ich etwas erkennen konnte, rief eine meiner Nichten in einer bemerkenswert hohen Tonart: „Wie süß!“ Und in der Tat, es war spektakulär. Eine Entenfamilie – Elterntier bzw. Elterntiere, vor allem aber ein Kindergarten Junge – querte seelenruhig die Straße, die kein Highway war, aber auch keine stille Nebenstraße. Links und rechts dieser informellen Wildbrücke hielten die Autofahrer an. Offenbar war das intuitiv konsensfähig: „Ich bremse auch für Tiere.“

Keine Sternstunde, eine Sternschnuppe bloß, gewiss. Und doch setzte sie Fragen frei: Wie können wir Menschen, wie können wir Christen nur so gehässig, so oft gnadenlos sein, entre nous? Angesichts von Menschen, die fragen? Die Fragen wagen? Angesichts von Menschen, die scheitern? Angesichts von Menschen, die anders sind? Werden wir Christus so gerecht - oder sind wir so nur selbstgerecht? Den Gastmählern Jesu, seinen prophetischen Zeichenhandlungen, was stellen wir ihnen an die Seite? Jesus, dem Freigiebigen, und gar seiner angekündigten Hingabe für die Anderen, die Vielen, beim Letzten Abendmahl? Eine kalte Schulter? Zähe Verhandlungen? Christus baut Brücken, ohne zu zögern. Kommen wir mit?

Hans-Joachim Sander

geb. 1959, Dr. theol., Univ.-Professor für Dogmatik an der Theologischen Fakultät der Universität Salzburg.

Susanne Sandherr

geb. 1960, Dr. theol., nach Stationen u.a. als Hochschulseelsorgerin in Karlsruhe Professorin für Katholische Theologie in der sozialen Arbeit an der Katholischen Stiftungsfachhochschule (KSFH), München; Redakteurin der Zeitschrift „Magnificat. Das Stundenbuch“.

Einheit in Vielfalt leben oder Warum sich Ungeduld lohnt

50 Jahre Ökumenismusdekret

Zuerst ist es notwendig, sich an einige Grunddaten zu erinnern, die das Verständnis des Ökumenismusdekretes „Unitatis redintegratio“ erleichtern. Dieses Dekret gehört zu den relativ wenigen Texten, die nicht bereits als eigenes Thema vor dem Konzil geplant worden waren. Ein sehr wichtiges Beispiel für eine ähnliche Situation ist die Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“, die von Papst Johannes XXIII. von Anfang an begünstigt und gefordert worden ist. Karl Kardinal Lehmann

Im Dezember 1962 hatte das Konzil beschlossen, drei unterschiedliche Textentwürfe zu ökumenischen Fragen zusammenzufassen. Dabei ging es zum Teil um Exkurse, die in der Kirchenkonstitution eingeplant waren. Zu dem neuen Dekret sollten auch Ausführungen über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen und über die Religionsfreiheit gehören. Später wurden diese beiden Themen wieder abgetrennt und bekanntlich zu eigenen Beschlüssen weiter bearbeitet, nämlich die spätere Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen „Nostra aetate“ und die Erklärung über die Religionsfreiheit „Dignitatis humanae“. Über viele Wege einer mühseligen Redaktionsarbeit entstand allmählich ein eigenständiger Ökumenetext, der bereits in der dritten Sitzungsperiode verabschiedet wurde. Die feierliche Schlussabstimmung ergab 2137 Ja- gegen 11 Nein-Stimmen. Dies ist ein beeindruckendes Zeugnis eines intensiven ökumenischen Lernprozesses. Dieser Lernprozess war auch durch die Anwesenheit einer wachsenden Zahl von Konzilsbeobachtern aus den Kirchen der Orthodoxie und der Reformation angestoßen und befruchtet worden. In der letzten Sitzungsperiode waren es mehr als 100. In zahlreichen Gesprächen hatten sie einen nachhaltigen Einfluss auf die Entscheidungen in den verschiedenen Kommissionen. Die Geschichte ihrer Wirkung ist noch nicht ausreichend untersucht worden. Gleichzeitig darf man aber auch nicht übersehen, dass der Ökumenische Rat der Kirchen auf seiner Sitzung in Neu Delhi am Ende des Jahres 1961 wichtige und grundlegende Texte zum Fundament der Ökumenischen Bewegung verabschiedet hatte (Verfassung des ÖRK, Art. 1). Diese „Basisformel“ des ÖRK wird am Beginn von „Unitatis redintegratio“ (UR) fast wörtlich aufgegriffen, wenn es dort heißt: „Diese Einheitsbewegung, die man als Ökumenische Bewegung bezeichnet, wird von Menschen getragen, die den dreieinigen Gott anrufen und Jesus als Herrn und Erlöser bekennen, und zwar nicht nur einzeln für sich, sondern auch in ihren Gemeinschaften, in denen sie die frohe Botschaft vernommen haben und die sie ihre Kirche und Gottes Kirche nennen“ (UR 1).

MITTEL DES HEILES

Nachdem die katholische Kirche über Jahrhunderte hinweg darauf beharrt hat, dass allein in ihr und durch sie die Menschen zum Heil gelangen können, hat das Konzil eine fundamentale Neuorientierung vorgenommen, wenn es in der Kirchenkonstitution (LG 8) heißt, dass auch außerhalb der Kirche und ihres institutionellen Gefüges „vielfältige Elemente der Heiligung und der Wahrheit“ zu finden sind. Ähnlich wird im Ökumenismusdekret eingeräumt, „dass einige, ja sogar viele und bedeutende Elemente oder Güter, aus denen insgesamt die Kirche erbaut wird und ihr Leben gewinnt, auch außerhalb der sichtbaren Grenzen der katholischen Kirche existieren können“ (UR 3). Als Exempel werden angeführt „das geschriebene Wort Gottes, das Leben der Gnade, Glaube, Hoffnung und Liebe und andere innere Gaben des hl. Geistes und sichtbare Elemente“ (UR 3). So sind auch die nichtkatholischen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften „nicht ohne Bedeutung und Gewicht im Geheimnis des Heiles“ und „Mittel des Heiles“. Dies schließt nicht aus, was in LG 8 deutlich gesagt wird: „Diese Kirche, in dieser Welt als Gesellschaft verfasst und geordnet, ist verwirklicht (‚subsistit in Ecclesia Catholica‘) in der katholischen Kirche, die vom Nachfolger Petri und von den Bischöfen in Gemeinschaft mit ihm geleitet wird.“ Demnach steht die römisch-katholische Kirche in einer realen Kontinuität zur Kirche Jesu Christi. Sie ist mit ihr aber nicht exklusiv identisch, und zwar aus zwei Motiven: es gibt außerhalb der katholischen Kirche „ekklesiale Elemente“ (Glauben an Jesus Christus, Verehrung der heiligen Schriften, Feier der Sakramente), schließlich wird auch die katholische Kirche selbst durch vielfältige Mängel geschwächt (vgl. LG 8, LG 15; UR 15). Vor diesem Hintergrund haben die Konzilsväter die unvermittelte Identifikation der römisch-katholischen Kirche mit der Kirche Jesu Christi nicht mitvollziehen wollen. Sie ist Leib Christi (vgl. LG 7), aber sie ist es in einer geschichtlich vermittelten Gestalt. Darum gibt es auch mit allen Getauften eine vielfältige Verbundenheit. So gibt es Elemente des Kircheseins in den anderen kirchlichen Gemeinschaften, die nach Auffassung des Konzils zur katholischen Kirche tendieren und hinführen (vgl. LG 15). Für das Konzil sind die Elemente der Apostolischen Sukzession des Bischofsamtes und die Einheit mit dem Bischof von Rom sehr wesentlich. Jedenfalls wird so verständlich, warum manche die ekklesiologische Neuorientierung des Konzils in ihrer Bedeutung für die ökumenische Bewertung der anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften als „kopernikanische Wende“ bezeichnen.

WO STEHEN WIR HEUTE?

Wir stehen an einem eigentümlichen Ort: wir haben in diesem neuen Zueinander viel erreicht, aber wir sorgen uns zugleich um den weiteren Weg, der uns wirklich nach vorne bringt. Es gibt ein hohes Maß an Gemeinsamkeiten, das etwa mit dem Bild umschrieben werden kann, dass wie bei einer eingestürzten oder zerstörten Brücke noch viele verlässliche Pfeiler stehen geblieben sind und uns mehr Gemeinsames verbindet als Trennendes hindert. Dennoch gibt es bei allen Erfolgen noch bestehende Hindernisse. Sie werden manchmal angesichts der wiedergewonnenen Gemeinsamkeit noch belastender. Es handelt sich hauptsächlich um drei Brennpunkte, die nicht zufällig zwischen Theorie und Praxis, Theologie und Alltag des Lebens angesiedelt sind: das Fehlen vollwertiger gemeinsamer Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen, die uneingeschränkt anerkannt werden; die kirchliche Anerkennung und seelsorgliche Begleitung konfessionsverschiedener Ehen; das Warten auf eine gegenseitige Einladung und Anerkennung im Blick auf das Herrenmahl. Die Tragik der Kirchenspaltung erweist gerade im Persönlichsten, wie es Ehe und Familie darstellen, ihre stärkste Macht. Hier erleben viele Menschen die jahrhundertelange Entfremdung furchtbarer als im öffentlichen Verhältnis der Konfessionen selbst. Dies muss ein wichtiger Motor unseres ökumenischen Einsatzes bleiben. Dies hat auch bis heute nachhaltig mein eigenes ökumenisches Engagement bestimmt. Eine solche Situation ist schwierig. Der erste große Aufbruch scheint sich erschöpft zu haben. Die Hoffnung scheint nicht mehr weiterzutragen. Das Verhältnis der Kirchen zueinander erscheint trotz einiger Rückschläge in grundlegenden Fragen als entschärft. Ökumene ist auf allen Veranstaltungen und Ebenen hoffähig geworden. Wir spüren aber auch, dass dieses Klima nicht ungefährlich ist. Schwerwiegende Differenzen werden eher zurückgestellt. Sie stören und sind lästig. Man geht ihnen aus dem Weg. So redet man gerne auch vom „Ende der klassischen Ökumene“. Aber wann ist sie zu Ende?

IRREALE HOFFNUNGEN?

Hier gab es gewiss auch manchmal eine falsche Höflichkeit. Wir sind in den letzten Jahren manchen unangenehmen Wahrheiten, die uns drängen, aus dem Weg gegangen. Wir haben das gemeinsam Erarbeitete nicht energisch umgesetzt. Man hat sich dann in dem, was erreicht worden ist, recht und schlecht eingerichtet. Aber der notwendige Schwung ist lahmer geworden. Es lässt sich nicht leugnen: je geringer die Differenzen geworden sind, umso schwieriger kann der Dialog werden. Es besteht die Gefahr, dass immer weitere Unterschiede beigebracht werden, welche vielleicht keinen entscheidenden Rang haben, aber eben als beinahe unüberwindbar angesehen werden. So erscheint plötzlich der Ablass viele trennende Aspekte aufzuweisen, dass man dies – manchmal ohne es zu wollen – gegen die Grundvereinbarung in der Rechtfertigungslehre vom 31. Oktober 1999 wendet, ohne im Übrigen die wichtigen neueren theologischen Interpretationen zum Ablass zur Kenntnis zu nehmen. Selbst wenn in diesem Bereich noch einiges aufgearbeitet werden muss, so dürfen wir doch nicht diese große Vereinbarung von vor fünfzehn Jahren dahinwelken lassen.

Diese objektiv heikle Situation kann leicht zu falschen Grundeinstellungen führen. Man verfällt in Resignation, weil der ökumenische Frühling vorüber sei. Vielleicht hat man da und dort auch zu sehr und zu unreflektiert auf irreale Hoffnungen gesetzt. Viele sehen nur noch einen Stillstand auf dem Weg zur Einheit; der offizielle Ökumenismus bestätige nur sich selbst; darum sei der Rückzug auf kleine, lebendige Basisgruppen der Ökumene die einzige Rettung; die etablierten Kirchen seien letztlich reformunfähig und unbußfertig; eine Stärkung dieses Ökumenismus sei – so heißt es – sogar unerwünscht, weil er nur die konservativen Kräfte in den Kirchen stütze. So wird der Aufruf zum eigenen, nur aus dem ökumenischen Gewissen geborenen Handeln verständlich, das in antizipatorischer Zivilcourage das tun soll, was ohnehin längst geboten, auch wenn es formell (noch) nicht erlaubt sei. Andere erblicken in dem angeblichen Stillstand erste Anzeichen einer innerkirchlichen Beruhigung. Sie sind ohnehin der Meinung, dass die Ökumenische Bewegung am Ende den Kirchen nur schade, denn sie begünstige einen Identitätsverfall der einzelnen Konfessionen, der in der Zeit der schleichenden oder offenen Erosion religiöser Kräfte ohnehin drohe, oder begünstige den Indifferentismus sowie die Bildung einer „Dritten Konfession“, nämlich die von Christen ohne Kirche.

DIE FLAMME DES ÖKUMENISCHEN FEUERS

Es gehört zur Nüchternheit und auch Glaubwürdigkeit der ökumenischen Arbeit, dass man sich des bleibenden Wegcharakters bewusst sein muss. Dabei werden Enttäuschungen und auch manchmal rückläufige Tendenzen unvermeidlich sein. Es gibt im Leben des Geistes und des Glaubens nie bloß breite Pracht- und Königsstraßen ohne verschlungene Pfade, Umwege und Holzwege, Abwege und vielleicht auch Irrwege. Dennoch wäre es fatal, wenn eine resignierende Grundstimmung sich gegen ihre letzte Absicht daran beteiligen würde, das immer noch brennende ökumenische Feuer löschen zu helfen. Auch unter Asche glimmt es noch. Wer die gewachsenen Differenzen in ihrer Tiefenwirkung zu gering schätzt und auf ihre ernsthafte Aufarbeitung meint verzichten zu können, wird nur Scheinerfolge erreichen können. Nach meiner Erfahrung sind jedoch nicht gedeckte Schecks in der Ökumene besonders gefährlich, weil nach ihrer Entlarvung, dass sie nämlich das Versprochene doch nicht tragen, die Enttäuschung entsprechend groß ist. Dies darf uns nicht überraschen, denn das Leid und der Schmerz der Ökumene verlangen nach einer gediegenen Überwindung, die sich wirklich bewährt. Ökumene braucht den langen Atem. Sonst kann es geschehen, dass Resignation und Revolte sehr dicht beieinander wohnen. Wehe, wenn wir dies durch sture Unbeweglichkeit oder blinden Übereifer begünstigen!

DIALOG IST AUF KONSENS AUS

Der Dialog unterscheidet sich von Unterhaltung und Gespräch durch eine spezifische Zielsetzung. Er ist von Hause aus auf das Erreichen eines Konsenses ausgerichtet. Das Ziel ist eine theologische Übereinstimmung um der kirchlichen Einheit willen. Die Übereinstimmung muss freilich nicht alle Verschiedenheiten aufheben, sondern will nur jene überwinden, die eine grundlegende kirchliche Gemeinschaft verhindern. Unter diesen Voraussetzungen bezieht sich der evangelisch-katholische Dialog vor allem auf die folgenden drei Gebiete: Eucharistie, Kirchesein, Amt. Es lässt sich nicht übersehen, dass diese und andere Fragen, vor allem auch der Marien- und Heiligenverehrung, durch die am 31. Oktober 1999 unterzeichnete Vereinbarung zwischen dem Lutherischen Weltbund und dem sogenannten „Einheitsrat“ in Rom für die Katholische Kirche zur Rechtfertigung eine ganz neue Dimension erhalten haben.

Es kommt darauf an, dass hier im Zentrum der inneren und äußeren Genese der Reformation ein Einvernehmen gefunden worden ist, und dass trotz verbleibender Unterschiede im Einzelnen in Grundwahrheiten des Rechtfertigungsverständnisses keine kirchentrennenden Hindernisse gegeben sind. Dies ist ein Mark- und Meilenstein in der ökumenischen Gesprächsserie. Man muss auch nüchtern betrachten, dass es in der Bearbeitung ökumenischer Probleme manchmal auch eine Ungleichzeitigkeit gibt. Manche Themen nehmen für Jahre viel Zeit in Anspruch, wie dies z.B. beim Projekt „Lehrverurteilungen“ zwischen 1980 und 1986 der Fall war. Größere Untersuchungen, die in der Zeit vorher unternommen worden sind, liegen unter diesen Umständen eher etwas brach und werden nicht mehr mit größerer Aufmerksamkeit verfolgt. Dies muss kein Zeichen der Missachtung oder des Desinteresses sein, sondern es ist ein Zeichen dafür, dass die Umsetzung gewisser Ergebnisse auf allen Ebenen ihre Kapazitätsgrenzen hat. Als ein weiteres wichtiges Beispiel dafür nenne ich die Gemeinsame Untersuchung lutherischer und katholischer Theologen zum Augsburgischen Bekenntnis aus dem Jahr 1980, die viel zu wenig Beachtung gefunden hat. Auch darf man die wichtigen Aussagen zur Person Martin Luthers im Zusammenhang des 500. Geburtstages im Jahr 1983 nicht vergessen.

URSACHEN DES STIMMUNGSWANDELS

Wir vergessen auch immer wieder schnell, was wir in der Zwischenzeit erreicht haben. Dies gilt z.B. für die Feier der Tauferneuerung und die Unterzeichnung der wechselseitigen Anerkennung der Taufe im Jahr 2007 im Dom zu Magdeburg, wo der älteste Taufstein nördlich der Alpen steht. Auch hier wird es darauf ankommen, dass wir diese Gemeinsamkeit stärker zur Vertiefung des Christseins nützen und missionarisch zur Gewinnung neuer Christen einsetzen. Hier ist leider doch noch wenig geschehen. Manchmal ersticken wir auch in der Ökumene an einer Vielzahl von Initiativen, die brach liegen bleiben. Ich denke dabei auch an die einmal für kurze Zeit aufgegriffene, aber schon lange wieder vernachlässigte Frage nach den ökumenischen Zielvorstellungen.

Ich komme noch einmal auf die erwähnte Trübung des Verhältnisses zwischen der Evangelischen Kirche unseres Landes und der Katholischen Kirche zu sprechen. Es kann hier gewiss nicht darum gehen, dass wir uns gegenseitig „Sündenregister“ vorlegen, wenn sie überhaupt solche wären. Es ist freilich notwendig, sich die Frage zu stellen, was hinter einem gewissen Wandel der Grundstimmung stehen könnte, der sich für mich ungefähr bald nach der Jahrtausendwende bemerkbar gemacht hat (vgl. für beide Seiten einerseits die Bevorzugung der „Lutherübersetzung“ in ökumenischen Gottesdiensten sowie anderseits das Erscheinen von „Dominus Iesus“). Diese Grundstimmung ist nach dem Erscheinen der genannten Erklärung der Glaubenskongregation zum Verständnis der Lehre über die Kirche vom 29. Juni 2007 – veröffentlicht am 10. Juli 2007 – (vor allem zum „subsistit“ in LG 8) auf einen Tiefpunkt gefallen. Einige weitere Irritationen entstanden durch die Veröffentlichungen des Heiligen Stuhls zum erweiterten Gebrauch der vorkonziliaren Liturgie und zur Neufassung des Karfreitagsgebetes für die Juden innerhalb dieser Gemeinschaften. Hier hat es zweifellos neben Missverständnissen und Ungeschicklichkeiten katholischerseits auch manche Fehlinterpretation gegeben. Umso gründlicher muss den Ursachen eines gewissen Stimmungswandels nachgegangen werden.

WIDER EINE ÖKUMENE OHNE THEOLOGISCHEN TIEFGANG

In der Ökumene ist die ökumenische Methode wichtig. Darüber muss immer wieder auch generell und im konkreten Arbeitsvorgang reflektiert und diskutiert werden. So dürfen wir m.E. die Suche nach einem „differenzierten Konsens“ nicht preisgeben. Es gab und gibt gewiss Beispiele, wie diese Suche vielleicht nicht immer streng genug verfolgt worden ist. Aber die jahrelange Polemik einiger Leute gegen die sogenannte „Konsensökumene“ hat ja nicht zu besseren Instrumenten und Verfahren geführt. Dies gilt auch und gerade für das schon seit einiger Zeit propagierte „Differenz-Modell“. Wir haben mit der Suche nach einem „differenzierten Konsens“ vieles Gemeinsame wiederentdeckt. Auch die Feststellung von Teilkonsensen und von Konvergenzen ist und bleibt m.E. auf dem Weg zu einer verantwortlichen Erkenntnis bisher unersetzbar. Dies gilt gerade auch angesichts des Umgangs mit den Lehrverurteilungen. Offensichtlich ist das, was „Differenz-Modell“ genannt wird, noch nicht ausreichend geklärt, vor allem auch im Kontext der jahrelangen Diskussion um eine so genannte „Grunddifferenz“ zwischen den Kirchen, ein Gedanke, den schon sehr früh Gerhard Ebeling vertreten hatte und der dem Straßburger Institut des Lutherischen Weltbundes einiges zu denken gab.

Wir sind heute nicht selten in Gefahr, eine Ökumene ohne theologischen Tiefgang zu betreiben. Dann belässt man es auch leicht bei den üblichen Forderungen an den ökumenischen Partner. Man hat dann selbstverständlich auch das Gefühl, es herrsche ein Stillstand, obgleich dies gar nicht so ist. Man fordert immer stärker eine wechselseitige Anerkennung, die eine sofortige Beendigung aller Trennungen verlangt. Es ist eine gewisse spirituelle Weigerung: „Du musst mich so annehmen, wie ich bin.“ Das ist gewiss wichtig für die Ausgangssituation, wo nur Gleiche mit Gleichen, die sich auch zunächst so anerkennen, miteinander in einen Dialog kommen können. Aber dann ist auch klar, dass man auf diesem Weg und in diesem Prozess durch den Anderen und mit ihm lernen kann und muss. Mit dem Theologieverlust und dem Schwächerwerden der ökumenischen Impulse gibt es auch eine abnehmende Veränderungsbereitschaft. Wer nicht einzeln, in seiner Gemeinschaft und im größeren Miteinander im Glauben wachsen will, soll die Finger von der Ökumene lassen. Im Übrigen gibt es gewiss auch einen kairós der ökumenischen Arbeit. Es ist nicht sicher, dass einmalige Situationen zum Dialog und zur Aussöhnung, die uns in dieser Zeit geschenkt werden, jederzeit wieder herbeigerufen werden können. Wir leben immer noch in einem solchen günstigen Augenblick. „Kauft die Zeit aus“, gilt auch hier.

ANDERE THEMATISCHE SCHWERPUNKTE

Auch wenn man diese momentanen Probleme aufrichtig beim Namen nennen muss, so darf dies keine ökumenische Missstimmung hervorrufen oder, wenn sie schon da ist, legitimieren. Wir können diese Probleme Schritt für Schritt abzubauen versuchen und ehrlich, auch wenn es länger dauert, einer Lösung entgegenführen. Es gibt keine Alternative vor allem zu dem Gebot des Herrn, dass wir mit allen Kräften Trennungen, wo es notwendig und möglich ist, überwinden und die zerbrochene Einheit wieder suchen und finden.

Am Horizont steht ein Thema, das uns nun immer intensiver beschäftigen wird, nämlich die 500. Wiederkehr des Ausbruchs der Reformation 1517/2017. Vielleicht werden wir Katholiken zum ersten Mal in der – von der Ökumene her gesehen – gewiss nicht so einfachen Abfolge dieser Reformationsjubiläen dabei eine wichtige Rolle mitübernehmen, auch wenn wir nicht Veranstalter sind. Dann könnte auch ein solches Jubiläum ökumenisch sehr viel weiterführen. Wir sind bereits in vielen Gesprächen, an denen wir uns beteiligen. Ein in mehreren Jahren erarbeiteter Text über Reform und Reformation des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen wird in deutscher und englischer Sprache im Herbst 2014 erscheinen. Eine wichtige Grundfrage wird sein, wie wir die Reformation überhaupt und im Besonderen auch die Person Luthers und der anderen Reformatoren einschätzen. Wir kennen natürlich eine gerade in der Moderne immer wieder mit Vorrang behandelte Perspektive, dass nämlich gerade der Ausbruch der Reformation als die Morgenröte einer neuen Zeit und als Geburt moderner Freiheit verstanden wird. Wenn über die Reformation gesprochen wird, ist dies bis heute weitgehend ein Hauptthema. Ich will diese Perspektive selbstverständlich weder leugnen noch geringschätzen. Aber es kann eine Hilfe sein, wenn in neuerer Zeit andere thematische Schwerpunkte die bisherige Sicht grundlegend ergänzen. Dabei geht es auch darum, dass Luther sehr viel stärker im Gesamtkontext der spätmittelalterlichen Geschichte und Kirche gesehen wird. Dies gilt z.B. besonders für die Mystik, aber auch für das Verhältnis zum monastischen Erbe, ja zur spätmittelalterlichen Theologie überhaupt. Bei diesem Thema geht es jedoch grundlegend um das Verhältnis Luthers und der reformatorischen Kirchen zur umfassenden einen Kirche durch die Jahrhunderte. Dies ist insgesamt eine erstaunlich wenig behandelte Frage. Es genügt nicht nur der Blick, der in der Reformation die Initialzündung zur Moderne sieht, in ihr auch nicht nur eine elementare und ursprüngliche Wiederentdeckung des Paulinismus erblickt, sondern es geht um diese Einfügung in die ganze Kirche mit ihrer vollen Tiefe und Breite. Im Übrigen können eine stärkere Beschäftigung mit der Gemeinsamkeit in der Auffassung der Grundlegung des christlichen Lebens in Glaube und Taufe und ein stärkeres Bemühen um den Gottesdienst, einschließlich des Sonntags und der Sonntagsheiligung (mit Gottesdienstbesuch!), wichtige Elemente und Konsequenzen dieses Weges in die Zukunft sein.

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148 p. 15 illustrations
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9783429061760
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