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Lieblingsplätze Bern
Paul Ott
Impressum
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Bern Tourismus 14, 34; Goldener Schlüssel 16; Bern Tourismus 18, 20, 66; Verein StattLand 22; Fritz von Gunten 30, 42, 44, 52, 80, 138, 148, 162, 164; Urs Messerli 32; Kornhauskeller 60; Ropetech AG 86; Historisches Museum Bern 90; Alpines Museum Bern 96; BLS-Thunerseeschifffahrtsgesellschaft 106; Abegg-Stiftung Riggisberg 116; Schloss Jegenstorf 122; Murten Tourismus 124; Bielersee Schifffahrtsgesellschaft 136; Stadtmarketing Burgdorf/Roman Burri 140; Sensorium Rüttihubelbad 142; Emmentaler Schaukäserei Affoltern 144; Kambly SA Trubschachen 150; Pro Emmental 152; Kemmeribodenbad 154; Tourismus Burgdorf 156; Schweizerisches Freilichtmuseum 158; Thunersee Tourismus 168; Niederhornbahn 170; Beatushöhlen-Genossenschaft 174; Maison d’Ailleurs 182
Alle Seitenangaben in diesem Buch beziehen sich auf die Seitenzahlen der gedruckten Ausgabe.
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1., aktualisierte Neuauflage 2021
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Im Ehnried 5, 88605 Meßkirch
Telefon 0 75 75/20 95-0
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Alle Rechte vorbehalten
Lektorat/Redaktion: Ricarda Dück
Herstellung: Julia Franze
E-Book: Mirjam Hecht
Umschlaggestaltung/Bildbearbeitung: Susanne Lutz
unter Verwendung der Illustrationen von © SG- design – stock.adobe.com; © woravit_worapani – istockphoto.com; © SimpLine – stock.adobe.com; © nicknik93759375 – stock.adobe.com; © Katrin Lahmer; © Benjamin Arnold
Kartendesign: © Maps4News.com/HERE (U2); © Matthias Schatz (U3)
ISBN 978-3-8392-6382-2
Inhalt
Impressum
Natur und Kultur in Hülle und Fülle
Vorwort: Ein Abriss
Stadtgebiet
1 Der Bär ist los!
Altstadt: Bärenpark
2 99 Schritte vom Zytgloggeturm
Altstadt: Hotel-Restaurant Goldener Schlüssel
3 »Tunz mer e Ligu Lehm«
Altstadt: Erkundung des Mattequartier
4 Schenkt man sich Rosen …
Altstadt: Rosengarten mit Restaurant
5 Die etwas andere Erkundungstour
Altstadt: Stadtrundgang mit dem Stattland-Verein
6 Einkaufen bei jedem Wetter
Altstadt: Gassen-Einkauf in den Passagen und Arkaden
7 Ein spätgotisches Wunderwerk
Altstadt: Münster
8 Vom Friedhof zur Freizeitparkanlage
Altstadt: Münsterplattform
9 Spritzige Wasserattraktionen
Altstadt: Spaziergang zu den historischen Brunnen
10 1.000 Sinne, 1.001 Ideen …
Altstadt: Restaurant Mille Sens
11 Chronos und die Bärenparade
Altstadt: Zytglogge
12 Vom Keller zur Tropfsteinhöhle
Altstadt: Erkundung der unterirdischen Gewölbe
13 Schöne Bücher und alte Geschichten
Altstadt: Stadt- und Universitätsbibliothek
14 Tradition trifft Moderne
Altstadt: Hotel-Restaurant Bellevue Palace
15 »Händele u chrame«
Altstadt: Markt in Bern
16 Hier wird Schweizer Politik gemacht
Altstadt: Führung durchs Bundeshaus
17 Innereien und anderes
Altstadt: Restaurant Della Casa
18 Herbstgeschmack und Winterbote
Altstadt: Marronistand Maletti
19 Raum für Kunstschaffende
Altstadt: Kulturzentrum Progr
20 Gläsernes Tor in die Stadt
Altstadt: Bahnhofplatz
21 Spuren der Berner Geschichte
Altstadt: Erkundung der Straßennamen
22 Von Fra Angelico zu August Macke
Altstadt: Kunstmuseum
23 Großes Schauspiel
Altstadt: Konzert-Theater und andere Bühnen
24 Bern fusst auf Wein
Altstadt: Restaurant Kornhauskeller
25 Aus den Alpen in die Tropen
Altstadt: Botanischer Garten
26 Der Geschmack einer Nation
Altstadt: Traditioneller Käse wie im Geschäft Zur Käshütte
27 Im schönsten Flussbad der Welt
Altstadt: Marzili-Aarebad
28 Kunst an allen Ecken und Enden
Altstadt: Galerie Duflon-Racz
29 Zwischen Mozart und Hazy Osterwald
Altstadt: Von Volksmusik bis zur Klassik im Casino Bern
30 QuartierGastronomie mit Kultur
Nordquartier: Restaurant Lokal
31 Bern ist eine Messe wert
Nordquartier: Ausstellungen auf dem Expo-Gelände
32 Tradition und Moderne
Nordquartier: Populäre Sportarten wie Eishockey beim SC Bern
33 Fußballgeschichte und Solarenergie
Nordquartier: Stadion Wankdorf
34 Monument im Fruchtland
Nordquartier: Zentrum Paul Klee
35 Tradition und Innovation
Nordquartier: Café-Bäckerei Bohnenblust
36 Neuer Wein in alten Schläuchen
Nordquartier: Alte Feuerwehrkaserne Viktoria mit Restaurant Löscher
37 Naturerlebnis Mitten in der Stadt
Kirchenfeld: Seilpark Bern
38 Von Luchsen und Wisenten
Kirchenfeld: Tierpark Dählhölzli mit Restaurant
39 Geschichte und Kulturen erleben
Kirchenfeld: Historisches Museum Bern
40 Viel Kultur auf engem Raum
Kirchenfeld: Museumsquartier
41 Literatur von A bis Z
Kirchenfeld: Schweizerische Nationalbibliothek
42 Berge versetzen
Kirchenfeld: Alpines Museum der Schweiz
43 Von Secondhand zu Vintage
Lorraine: Flohmärkte und Brockenhäuser wie das Bärner Brocki
44 Voralpenblues und bärndütschi Lieder
Länggasse: Pop, Rock und Blues im Konzertlokal Bierhübeli
45 Unter Helvetiern und Römern
Tiefenau: Archäologiepfad auf der Engehalbinsel
46 Einkaufsarchitektur
Brünnen/Bethlehem: Zentrum Westside
Hauptstadtregion
47 Hausberg mit Musik
Wabern: Gurten
48 Schöne Wirklichkeit statt Märchen
Utzenstorf: Schloss Landshut mit Museum für Wild und Jagd
49 Am Geburtsort der Berner Platte
Wohlen: Gasthof Kreuz
50 Auf Kulturwegen durch die Schweiz
Frinvillier: Historische ViaJura in die Taubenlochschlucht
51 Mäzenatentum in luftiger Höhe
Riggisberg: Abegg-Stiftung
52 Alte Sakralkunst im Gürbetal
Amsoldingen: Kirche des Burgunderkönigs
53 Die Ambassadorenstadt
Solothurn: Ausflug in die Altstadt
54 So lebte es sich im alten Bern
Jegenstorf: Schloss Jegenstorf
55 Mittelalter pur
Murten: Rundgang durch die Altstadt
56 Grösster Gemüsegarten der Schweiz
Kerzers: Gemüselehrpfad durch das Seenland
57 Absinthe im Seeland
Aarberg: Martinazzi-Stübli und Schnapsladen Matter Spirits
58 Auf den Spuren Rousseaus
Erlach: St. Petersinsel mit Restaurant im Kloster
59 Beschauliche Winzerdörfer
Biel: Bielersee
60 Deutsch und welsch
Biel: Rundgang durch die Stadt
61 Große Erlebnisse auf kleinem Raum
Biel: Aareflussfahrt nach Solothurn
62 Eine Sinfonie aus Ausblicken
Burgdorf: Herzroute Veloland
63 Kleinod im Emmental
Burgdorf: Rundgang durch die Stadt
64 Eine Welt zur Entfaltung der Sinne
Walkringen: Sensorium im Rüttihubelbad
65 Hier entstand Weltliteratur
Lützelflüh: Gotthelfzentrum Emmental
66 Ursprung des Originals
Affoltern: Emmentaler Schaukäserei
67 im Herzen der Schweiz
Langnau: Regionalmuseum Chüechlihus und Ausflug zur Lüderenalp
68 Confiserie auf dem roten Teppich
Trubschachen: Kambly-Erlebnis
69 Napfgold, Bergmännchen und Feen
St. Urban: Wanderung ins Napfbergland
70 Genuss und Sinnlichkeit
Schangau: Landgasthof Kemmeriboden-Bad
71 Tropische Insel in den Hochalpen
Frutigen: Tropenhaus
72 Wie die Schweiz war und wie sie ist
Hofstetten: Freilichtmuseum Ballenberg
73 Auf den Spuren von Sherlock Holmes
Meiringen: Vom Reichenbachfall ins Haslital
74 Das Märchenschloss am Wasserfall
Brienz: Grandhotel Giessbach
75 Ein Juwel unter den Bergseen
Kandersteg: Oeschinensee
76 Zwischen Fels und Wasser
Interlaken: Ausflug in die See- und Bergwelt
77 Nichts tun in Thun ist am Schönsten
Thun: Stadt und Thunersee
78 Die Qual der Wahl
Thun: Ausflüge auf Niesen, Stockhorn, Niederhorn
79 Alp-Träume zwischen Felsflanken
Sigriswil: Ausflug ins Justistal
80 Fabelhafte Unterwelt
Sundlauenen: St.-Beatus-Höhlen
81 Eine Tausendjährige Historie
Neuchâtel: Rundgang durch die Stadt
82 Zwischen Absinthe und Asphalt
Val-de-Travers: Ausflug ins Jurahochtal
83 Die Liebe zu den Forellen
Champ-du-Moulin: Restaurant de la Truite
84 Megalithen und heiße Bäder
Yverdon-les-Bains: Rundgang durch die Stadt
85 Zwischen Deutsch und Welsch
Freiburg: Rundgang durch die Stadt
86 Ein Juwel in den Freiburger Voralpen
Schwarzsee: Gebirgswanderung mit Einkehr
87 Natur, Kultur, Kulinarik
Greyerz: Stadt und Greyerzerland
88 Traumberg mit grandioser Aussicht
Greyerz: Gipfel Moléson
Karte 1
Karte 2
Natur und Kultur in Hülle und Fülle
Vorwort: Ein Abriss
Herzlichen Dank, dass Sie die Stadt Bern und ihre sehenswerte Umgebung besuchen. Mit dem Bundeshaus, dem Parlamentsgebäude, verfügt die Stadt seit 1902 über die politische Zentrale der Schweiz, nachdem Bern 1848 zur Bundeshauptstadt erhoben wurde. Im spätgotischen Rathaus versammeln sich auch die städtischen und kantonalen Räte.
Neben einer politischen Zentrumsfunktion hat Bern auch eine wirtschaftliche Bedeutung, allerdings in wesentlich geringerem Maß. Um die Präsenz in der Schweiz zu verstärken, haben fünf Kantone die Hauptstadtregion gegründet: Bern, Fribourg, Solothurn, Neuchâtel und Wallis. Das ist im Wesentlichen auch der geografische Raum, in dem sich die Empfehlungen unseres Reiseführers finden lassen.
Die etwa eine Million Bewohner des Großraums Bern verteilen sich auf beinahe 20 kleinere und größere Städte, selbst Bern mit seiner Agglomeration kommt nur wenig über 300.000 Menschen hinaus. Jede dieser Ortschaften besitzt ihren eigenen Reiz, jede eine bedeutende historische Substanz, die in ihrem Kern meist ins Mittelalter oder noch weiter zurückreicht und die größtenteils erhalten geblieben und über die Jahrhunderte hinweg gepflegt worden ist.
Auch das ländliche Gebiet hat dank einer meist geschickten Raumplanung den Großteil seines idyllischen Charmes behalten, nur wenige intensiv genutzte touristische Orte sowie die Neubauten der Vorstädte bleiben für den Reisenden von eingeschränktem Interesse. In diesem Einzugsgebiet wird neben dem Deutschen teilweise Französisch gesprochen. Besucher begegnen aber vor allem einer lebendigen Dialektkultur, deren Phonetik sich von Region zu Region verändert. Haben Sie etwas Geduld mit den Einheimischen, die Umstellung von Mundart zu Standardsprache ist nicht jedem gegeben.
Die Hauptstadtregion weist neben baulicher und landschaftlicher Schönheit auch ein großartiges kulturelles Angebot und eine beachtenswerte Veranstaltungsagenda aus (auch wenn wir hier nicht als Eldorado für Nachtschwärmer bekannt sind). Sehenswürdigkeiten und Museen kommen zu einem großen Teil in meinem Reiseführer zu Bild und Text. Bei regelmäßigen Anlässen finden Sie oft einen Tipp, für die Tagesaktualität verweise ich auf die lokalen Tageszeitungen (Berner Zeitung, Der Bund) und die wöchentlichen (Kulturagenda: www.kulturagenda.be) oder monatlichen Veranstaltungsführer (ensuite, Bewegungsmelder). Sie können sich auch bei Bern-Tourismus informieren.
Die Schweiz verfügt über ein bemerkenswertes öffentliches Verkehrswesen. Das gilt auch für die Region Bern. Von der Bundesstadt aus fährt in jede andere Stadt im Halbstundentakt ein Zug, in etwa einer Stunde erreicht man Zürich, Basel, Luzern, Lausanne und das Oberwallis (alle außerhalb des Reiseführers). Die empfohlenen Ausflüge richten sich danach. Die meisten Örtlichkeiten sind in weniger als einer Stunde erreichbar, eignen sich also auch für einen Halbtagesausflug. Einzelne Destinationen im ländlichen Gebiet benötigen mehr Zeit, sei es, weil eine Fahrt mit einer Bergbahn oder ein ausgedehnter Spaziergang damit verbunden ist. Auf eigentliche Bergwanderungen, für die man Spezialausrüstung brauchen würde, habe ich verzichtet, dafür gibt es spezielle Führer.
Natürlich habe ich alle bestehenden Angaben überprüft und gegebenenfalls angepasst. Im kulinarischen, manchmal auch im kulturellen Angebot ist heute jedoch steter Wechsel Programm. Darüber hinaus stehen einige Angebote nur saisonal zur Verfügung. In jedem Fall lohnt sich die Konsultation der Internetseiten, gerade auch bei etwas weiter entfernten Örtlichkeiten. In diesem Sinne: Herzlich willkommen in Bern und der Hauptstadtregion.
Paul Ott
Stadtgebiet

1 Der Bär ist los!
Altstadt: Bärenpark
Der Bär als wildlebendes Tier in der Natur, aber auch als kleiner wolliger Teddybär fasziniert die Menschheit seit frühesten Zeiten. In der Stadt Bern, mitten im UNESCO-Welterbe, begegnen Sie Meister Petz aus nächster Nähe: beim spielerischen Zweikampf im neu angelegten naturnahen Gehege, den steilen Hang des Bärenparks herunterrollend, in der kühlen Aare badend. Aus sicherer Distanz von der Nydeggbrücke aus oder auf einem kleinen Spaziergang rund um die prächtige Parkanlage.
Die Geschichte der Berner Bären beginnt mit einer Sage. Name und Wappen der Stadt sollten nach jenem Tier benannt werden, das der Stadtgründer Herzog von Zähringen im umliegenden Wald am Aarebogen als Erstes erlegen würde. Es war ein Bär!
Dem Wappentier wurde schon 1513 mitten in der Stadt ein würdiger Platz gewidmet. 10.000 Schweizer Söldner besiegten in der Schlacht von Novara die in großer Überzahl kämpfenden Franzosen und entführten einen jungen Bären. Im damaligen Stadtgraben vor dem heutigen Käfigturm fand der Entführte sein erstes Zuhause. Bern und Bären wurden zu siamesischen Zwillingen. Die Stadtentwicklung mit wachsendem Marktverkehr führte 1764, 1825 und schließlich 1857 immer wieder zu neuen Standorten. Nicht unerwähnt sei hier die bärenlose Zeit Berns, die am 5. März 1798 nach der schmerzlichen Niederlage gegen die Truppen Napoleons eintrat. Die Franzosen entführten ihrerseits die Bären bereits am 26. März nach Paris, und bis 1810 blieb der Bärengraben leer. Am 27. Mai 1857 wurde der vierte Graben bezogen, der zwar lange Zeit viel öffentliches Interesse weckte, aber dem heutigen Tierschutzgedanken längst nicht mehr entsprach. Der Berner Bärenstolz führte mit großer öffentlicher Unterstützung zum heutigen Bärenpark, der am 22. Oktober 2009 feierlich eröffnet wurde und seither zum faszinierenden Besuchsmagnet für Jung und Alt geworden ist. Das Bärebähnli ist ein automatischer Lift, der am Rand des Geheges die Aare-Promenade mit dem Besucherweg verbindet.
Oberhalb des Bärenparks liegt das gut besuchte, familienfreundliche Restaurant Altes Tramdepot mit Brauerei und hausgemachter Eiscreme. Wer es beschaulicher möchte, geht ein paar Schritte Richtung Klösterlistutz ins Klösterli Weincafé (www.kloesterlibern.ch) oder auf der Nydeggbrücke in die Brasserie Bärengraben (www.brasseriebaerengraben.ch), aber Achtung: das große Portemonnaie mitnehmen.

1
BärenPark
Grosser Muristalden 6
3006 Bern
031 3571515
www.tierpark-bern.ch
Restaurant Altes Tramdepot
Grosser Muristalden 6
3006 Bern
031 3681415
www.altestramdepot.ch
2 99 Schritte vom Zytgloggeturm
Altstadt: Hotel-Restaurant Goldener Schlüssel
Es war einmal ein armer Schlittenjunge, der wollte sich in der Kälte am warmen Feuer wärmen. Unter dem Schnee fand er einen goldenen Schlüssel … Wie das Märchen der Brüder Grimm endet, das können Sie selbst nachlesen. Die Geschichte des Goldenen Schlüssels in Bern hat schon vor über 500 Jahren begonnen. Heute finden Sie in dem im Jahre 2008 komplett umgebauten Haus einen angenehmen Dreisterne-Komfort. Mit Ihrem Besuch im ältesten Gasthaus der Stadt werden Sie Mitautor/Mitautorin der Geschichte des historischen Hauses. Das ist kein Märchen!
Es gibt einige Fakten rund um den Goldenen Schlüssel, die sich eher anhören wie ein Märchen. Fakt 1: Sie erreichen den Eingang zum ältesten Gasthaus Berns in 99 Schritten vom Zytgloggeturm, einer der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. In der malerischen Rathausgasse 72, fast etwas versteckt unter den Lauben (Arkaden) – wie ein Märchenhaus. Fakt 2: Herzstück des Hauses ist die Gaststube mit der einzigartigen, uralten, gewölbten Holzdecke. Da, wo früher Pferde ihren Stall hatten, können Sie sich heute kulinarisch verwöhnen lassen. Ein vielfältiges Angebot regionaler, traditioneller Gerichte lässt die Wahl manchmal zur Qual werden. Fakt 3: In der saisonal wechselnden Speisekarte entdeckt man Altbekanntes in neuer Aufmachung. Basis ist die gutbürgerliche Küche. So kommt ein Lammnierstück mit Pistazienkruste und schwarzem Vollkornreis daher, die Berner Spezialität Suure Mocke mit geschmorter Endivie und Orange, die Kalbsleber mit Portweinjus, aber erfreulicherweise immer noch mit hausgemachter Rösti. Aber auch das eine oder andere vegetarische Menu mit asiatischer Note ist zu entdecken. Fakt 4: Den Goldenen Schlüssel allein auf das kulinarische Angebot zu reduzieren wäre zu einfach. Mit einem besonderen Schlüssel erhalten Sie Zugang zu einladenden Zimmern. Die Junior Suite bietet den Luxus, den es braucht, um sich als Gast wie ein König zu fühlen. Den Ausblick auf die pittoreske Dachlandschaft Berns sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Hört sich schon wieder an wie ein Märchen, ist aber ein Fakt.
In der Rathausgasse finden Sie auf engstem Raum das größte Angebot von Buchantiquariaten in Bern. Von Ali-Baba’s Bücherhöhle über die Bücher-Eule bis zum Kinder-Bücherland. Auch wieder märchenhaft!

2
Hotel-Restaurant Goldener Schlüssel
Rathausgasse 72
3011 Bern
031 311 02 16
www.goldener-schluessel-bern.ch
3 »Tunz mer e Ligu Lehm«
Altstadt: Erkundung des Mattequartier
»Gib mir ein Stück Brot«, so lautet die Übersetzung der Titelzeile aus dem Mattenenglisch. Die Mätteler – die Bewohner am Aareufer – waren ursprünglich Leute wie Tagelöhner, Fischer, Fuhrmänner, die nicht dem Bürgerstand angehörten. Fremdarbeiter und Handelsleute brachten sprachliche und kulturelle Einflüsse aus dem Französischen, dem Jiddischen, dem Jenischen. So entstand eine Sprache, die sich klar vom Stadtberndeutsch der gehobenen Schicht unterschied – das Mattenenglisch.
Das Mattequartier direkt am Aareufer ist vom restlichen Stadtgebiet deutlich abgetrennt. Sie sollten es unbedingt besuchen. Viele Geschichten und Gerüchte kursieren über dessen Vergangenheit. So soll auch ein Goldfass verborgen im Boden versteckt sein. Aber wo? An der Schifflaube Nr. 34 jedenfalls nicht. Dort ist nämlich eine Platte im Boden verlegt mit der Aufschrift »Lehe ische ds’Issfe itme ide ludgeicklischte idne irve-ibegre!«, was auf gut Deutsch so viel heißt wie: »Hier ist das Fass mit den Goldstückchen nicht vergraben!« Die Geschichte vom Goldfass erinnert an die Zeit nach 1798, als Bern von den napoleonischen Truppen besetzt war. Der französische Kaiser hatte es auf den Berner Staatsschatz und weitere Kostbarkeiten abgesehen, um die geplanten Feldzüge finanzieren zu können. In der Matte gab es zahlreiche bekannte Goldschmiede. Zum Schutz vor Dieben versteckten sie ihre Güter in einem Fass und sollen es hier vergraben haben. Wer heute durch die Matte flaniert, findet also kein Gold, dafür die erwähnte Platte mit dem geheimnisvollen Text. Lesen Sie die Inschrift laut. So kommen Sie in Kontakt mit dem Mattenenglisch. Steigen Sie über die mit Schindeln überdachte Holztreppe von der Nydeggbrücke direkt in die Matte. Der Weg unter den niedrigen Bogenlauben bis zum Restaurant Zähringer mit seinem lauschigen Gärtchen und mit dem Mattenlift hoch zur Münsterplattform eröffnet Ihnen eine spezielle Perspektive auf Bern. Kurz vor dem Zähringerplatz findet sich die kleine Buchhandlung Einfach Lesen von Rosemarie Bernasconi. Dort werden auch Postkarten und Geschenkartikel verkauft.
Das Restaurant Zähringer ist eines der wenigen Lokale, die in unmittelbarer Nähe zur Aare liegen – zu groß war früher die Gefahr von Überschwemmungen. Aber nicht Wasser hat dem Lokal geschadet sondern ein Brand. Im neu renovierten Restaurant bewirten Sie Gaston Zeiter und sein Team (www.restaurant-zaehringer.ch).

3
Mattelift im Mattequartier
Verbindung zur Münsterplattform
Badgasse
3011 Bern
031 336 69 69
www.mattelift.ch
Buchhandlung Einfach Lesen
Schifflaube 50
3011 Bern
079 41 09 133
www.einfachlesen.ch
4 Schenkt man sich Rosen …
Altstadt: Rosengarten mit Restaurant
Kennen Sie den Duft von Christian Dior oder das sanfte Rouge von Gina Lollobrigida, wünschen Sie ein Stelldichein mit der Christel von der Post oder gar einen Nachmittagstee mit Kleopatra? Möchten Sie all diesen Promis in ganz ungezwungener Form begegnen? Im Rosengarten der Stadt Bern ist das möglich. Von der prächtigen Gartenanlage mit einem Restaurant und gedeckter Aussichtsterrasse aus genießen Sie zudem den wohl eindrucksvollsten Ausblick über die Dächer der Altstadt und auf die Aareschlaufe.
Ein Spaziergang durch den Rosengarten ist auch ein Wandeln durch seine Geschichte. Bis ins 19. Jahrhundert war Rosengarten die Bezeichnung für einen Friedhof. In Bern war dies von 1765 bis 1877 auch der Fall. 1913 wurde das Gelände in eine öffentliche Parkanlage umgewandelt, und seit 1917 werden hier Rosen gezüchtet. Mittlerweile treffen Sie auf über 220 verschiedene Rosen, mit all ihren prominenten Namen, auf 200 Iris- und rund 30 Rhododendronarten. 60 Lindenbäume säumen seit 1997 die gepflegte Kreuzallee, spenden an warmen Sommertagen kühlenden Schatten und verbreiten zusammen mit vielen Duftrosen einen süßlich verführerischen Blütenduft. Die Linde gilt bekanntlich als Baum der Liebe. Rosen werden ebenso als Blumen der Liebe geschenkt. Wer möchte da nicht schon mal im Paradies der Liebe wandeln?
Zurück in die Realität: Der Rosengarten ist jener Ort Berns, wo Sie die wohl einmalige und eindrücklichste Sicht über die Dächer der Stadt vorfinden. Da ist es kaum erstaunlich, dass Sie im gepflegten Restaurant nicht nur auf Gäste, sondern vor allem auf Bernerinnen und Berner stoßen, denn auch sie lieben diesen Ort. Für Familien mit Kindern ist er eine Oase der Erholung, schließlich können sich die Kleinsten auf dem großen Kinderspielplatz oder den großzügigen Rasenflächen austoben. Den Rosengarten erreichen Sie zu Fuß vom Bärenpark her oder mit der Buslinie Nr. 10 Richtung Ostermundigen. Parkplätze für den Individualverkehr sind kaum vorhanden.
Treten Sie ein in den Lese- und Spielpavillon. Der kleine Innenhof lädt zum Verweilen ein. Leihen Sie sich ein Buch aus, vergessen Sie den Alltagsstress. Jeremias Gotthelf würde sich, wäre er in Fleisch und Blut und nicht als Bronze-Büste anwesend, sicher gerne für ein Gespräch zu Ihnen setzen.

4
Restaurant Rosengarten
Alter Aargauerstalden 31b
3006 Bern
031 331 32 06
www.rosengarten.be
5 Die etwas andere Erkundungstour
Altstadt: Stadtrundgang mit dem Stattland-Verein
Bei StattLand ist manches anders: Ein Häuserblock aus den 1950er-Jahren kann ins Zentrum des Interesses rücken und nicht nur Touristen, sondern vor allem Berner und Bernerinnen gehen auf Entdeckungsreise in der eigenen Stadt. Der Verein bietet thematisch inszenierte Rundgänge durch Bern an, die den Blick schärfen für die nur scheinbar gewöhnlichen Seiten der Gemeinde, die sonst verborgen bleiben. Sie erlauben einen Blick in Winkel der Altstadt und in die Entwicklung der Quartiere: Weshalb Bern auf Wein gebaut ist und warum die Mätteler Mattenenglisch sprechen. Wo Königin Bertha ihre Forellen züchtete und was sich im Häxehüsli versteckt. Wie eine Großfürstin Hof hält und wo ein Berner Troubadour sonntags Boule spielt.
StattLand lädt Sie ein, auf seinen »etwas anderen Stadtrundgängen« Geschichte und Gegenwart der Stadt Bern zu erwandern, Ihren Blick in den Gassen schweifen und verweilen zu lassen, Fragen zu stellen und Antworten zu erhalten und in kleinen Details große Zusammenhänge zu entdecken. Spüren Sie verschiedenen Themen und Personen nach, erfahren Sie auf eingängige, sinnliche Weise, was sich hinter den Berner Fassaden versteckt, und eröffnen Sie sich damit eine andere Perspektive auf Bern. Seit gut 20 Jahren entwickelt StattLand für Sie Rundgänge, die laufend aktualisiert werden. Die Rundgangleitenden werden meistens von Schauspielenden begleitet, die als Verkörperung historischer Persönlichkeiten das Erzählte beleben und Ihnen so ein vertieftes Bild von Ereignissen und Entwicklungen vermitteln. Neben diesen Inszenierungen bieten die Rundgänge weitere erlebnisorientierte und künstlerische Elemente. Durch die Auseinandersetzung mit den Inhalten an Ort und Stelle wird der öffentliche Raum direkt zum Ort des Geschehens und Erlebens, sei es bei der Stadtführung Ein Berner namens Matter zum berühmtesten Värslischmied der Schweiz, bei Bern top secret unterwegs zu Agentengeheimnissen oder beim Rundgang Bern kulinarisch zu den Tafelfreuden in Sandsteingebäuden.
Einstein in Bern heißt einer der Rundgänge, den man durch einen Besuch des Einstein-Hauses an der Kramgasse 49 (ehemaliger Wohnort) oder der umfangreichen Einstein-Ausstellung im Bernischen Historischen Museum (Lebensweg und Erkenntnisse) ergänzen kann.

5
Rundgang mit dem Verein StattLand
Sulgenbachstrasse 10
3007 Bern
031 3711017
www.stattland.ch
6 Einkaufen bei jedem Wetter
Altstadt: Gassen-Einkauf in den Passagen und Arkaden
»Sie ist die Schönste, die wir je gesehen haben.« So das Lob von Johann Wolfgang von Goethe in einem Brief an seine Freundin Charlotte von Stein, als er im Jahre 1779 Bern besuchte. Bern ist nicht nur die »Schönste«, Bern hat mit seinen über 6 Kilometer langen Arkaden und den 14 Passagen die längste gedeckte Einkaufspromenade Europas. Die Arkaden, in Bern nennt man sie Lauben, und die mit Glasdächern geschützten Passagen eignen sich hervorragend für unbeschwertes Flanieren und Shoppen in historischer Stadtkulisse.
Den Regenschirm können Sie zum Einkaufen und Spazieren durch Berns Altstadt getrost zu Hause lassen. Vom Bahnhofplatz, überdeckt mit einem modernen Baldachin, steigen Sie direkt ein in die Arkaden von Bern und können in der Laubenwelt bis hin zur Nydeggbrücke, in unmittelbarer Nähe vom Bärenpark, die Einkaufswelt genießen. Diese Laubengänge gehen auf die früheste Stadtentwicklung (1191) zurück und dienten bereits damals dem Schutz der Marktstände und Geschäfte. Die Kramgasse war – und ist wohl heute noch – die belebteste Handelsstraße. Die parallel verlaufenden Nebengassen sind weitgehend im urtümlichen Zustand geblieben und meist durch gedeckte Passagen mit Cafés, Bars und Einkaufsläden bequem erreichbar.
Wer die Stadt nicht unter den Lauben, sondern auf den kopfsteingepflasterten Gassen durchschlendert, wird sehr rasch auch die vielen Erker, die Zunfthäuser mit geschmückten Gewerbeschildern und die wunderschönen Figurenbrunnen aus dem 16. Jahrhundert bestaunen können. Im Sommer beeindrucken die vielen geraniengeschmückten Fensterfronten.
Ihren Sinn fürs Praktische bewiesen die Berner auch damit, dass sie die Unterwelt für ihre Zwecke nutzten. Unter jedem Haus bauten sie Gewölbekeller, um die Warenvorräte zu lagern. Heutzutage verbergen sie in den Kellern ganz andere Schätze. Steigt man die steilen Steintreppen hinunter, offenbart sich eine neue Welt. Im Untergrund befinden sich trendige und urchige Bars, Clubs, Theater, Kellerkinos und spezielle Modegeschäfte.
Genießen Sie Ihr Einkaufserlebnis unter den längsten wettergeschützten Einkaufspromenaden Europas in einem der zahlreichen Straßencafés. Die Gemütlichkeit der Berner holt Sie aus dem Alltagsstress heraus. Oder machen Sie einen Besuch im Rathaus von Bern.

6
Gassen-Einkauf in den Passagen und Arkaden
Startpunkt: Bim Zytglogge
3011 Bern
Bern Tourismus
Tourist-Information im Bahnhof
Bahnhofplatz 10a
3011 Bern
031 328 12 12
www.bern.com
7 Ein spätgotisches Wunderwerk
Altstadt: Münster
Das Berner Münster ist so etwas wie eine ewige Baustelle. Jedenfalls bekommt man als Bewohner der Stadt diesen Eindruck, denn um den Turm hängt seit Jahrzehnten eine Manschette aus Baugerüsten. Nur wenige Jahre waren dem Monument ohne diese Bauhilfen gegönnt. Die Münsterbauhütte hat immer etwas zu tun: Hier muss Sandstein ausgebessert, dort sollen Umweltschäden repariert werden, damit die Kirche wieder im ursprünglichen Glanz erstrahlt.
Das Berner Münster hat eine bewegte Baugeschichte hinter sich. Für die nach dem verheerenden Brand von 1405 neu errichtete Stadt musste eine größere Kirche gebaut werden. Anstelle der früheren Leutkirche legte man 1421 den Grundstein. Zu dieser Zeit befand sich auf dem heutigen Münsterplatz noch der Friedhof, der durch eine Aufschüttung und Befestigung der Aarehalde kurzzeitig auf die Plattform (1530 vollendet) verlegt werden konnte. Der Bau der Kirche wurde mit der Einwölbung des Mittelschiffs 1575 vorerst abgeschlossen. Wegen statischer Schwierigkeiten hat man die Spitze des Turms erst 1889–1893 ergänzt. Er erreicht nun eine Höhe von genau 101 Metern.
Das Münster ist die größte spätgotische Kirche der Schweiz, besitzt den zweitgrößten mittelalterlichen Glasfensterzyklus und ein handwerklich herausragendes hölzernes Chorgestühl. Ebenso berühmt ist das Westportal, das als eines der letzten gotischen mit einem umfassenden Bildprogramm gilt. In dessen Zentrum beeindruckt das Jüngste Gericht mit 171 Originalfiguren nach jahrzehntelanger Renovation in leuchtenden Farben. Die Wandmalereien von Verkündigung und Sündenfall (1501) stammen von einem Maler aus dem Umkreis der Nelkenmeister, die Bildhauerarbeiten der Klugen und Törichten Jungfrauen sowie weiterer Figuren sind Kopien. Die ursprünglichen Sandsteinskulpturen haben unter der Verwitterung stark gelitten und mussten ersetzt werden. Die Originale sind im Untergeschoss des Bernischen Historischen Museums zu bewundern, zusammen mit Figuren, die während der Reformation zerstört und als Bauschutt in der Plattform versenkt worden waren. Man hat sie 1986 bei Sanierungsarbeiten geborgen.
254 Treppenstufen führen zur unteren, noch einmal 90 Stufen zur oberen Galerie auf dem Münsterturm. Man steigt dabei an den beiden Geschossen mit den sieben Glocken vorbei.

7
Berner Münster
Münsterplatz 1
3000 Bern
Infostelle Tourismus
Münsterplatz 1
3000 Bern 8
031 3120462
www.bernermuenster.ch
8 Vom Friedhof zur Freizeitparkanlage
Altstadt: Münsterplattform
An schönen Tagen trifft sich Jung und Alt auf der Münsterplattform, von den Bernern »Pläfe« genannt. Bis 1531 wurde sie als Kirchhof des im Bau befindlichen Münsters für Bestattungen genutzt, dann wurden die Stützmauern errichtet, und man gestaltete einen Park. Heute dient sie der Bevölkerung für Muße-, aber auch beschauliche Lesestunden.
Im Pavillon links werden Getränke, Eiscreme und Snacks verkauft, im Lese- und Spielpavillon rechts befindet sich im Sommerhalbjahr eine kleine Zweigstelle der Kornhausbibliothek. Dort gelangt man über eine Wendeltreppe in den Untergrund, wo man sich über den Aufbau der Münsterplattform informiert. Auch sieht man den Ort, an dem man 1986 bei Restaurationsarbeiten die Heiligenstatuen gefunden hat, die nach dem reformatorischen Bildersturm 1528 entsorgt worden waren. Die Originale können heute im Bernischen Historischen Museum besichtigt werden.
Die Verstrebungen und Netze außerhalb der Mauern in Richtung Badgasse erinnern an traurige Tage vor diesen Schutzmaßnahmen, als sich Verzweifelte hier in die Tiefe stürzten. Nur ein gewisser Theodor Weinzäpfli hatte laut eingelassener Gedenktafel Glück: »25. May 1654 von einem Pferdt hinunder gestürzt worden und hernach nach dem er 30 Jahr der Kirchen zu Kertzers als Pfarrer vorgestanden ist er den 25. November 1694 in einem hochen Alter seeliglich gestorben.«
Beim Blick auf die Badgasse erkennt man leider nur mehr die Häuser aus dem 20. Jahrhundert, denn die berüchtigten Badstuben wurden damals abgebrochen. Diese erlangten bereits im Spätmittelalter und dann durch Giacomo Casanova Berühmtheit, denn den bademutigen Herren wurden jeweils badekundige Frauen zugeteilt, ein Brauch, der im protestantischen Bern nicht jedermanns Zustimmung fand.
Mit dem »Senkeltram« neben dem Pavillon links hinunter in die Matte – der Lift gilt als öffentliches Verkehrsmittel, weil er kostenpflichtig ist. Dann nach rechts der Aare spazieren, hinüber ins Marzili und mit der kürzesten Drahtseilbahn Europas, der Marzilibahn, hinauf zur Bundesterrasse fahren.

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Münsterplattform
Neben dem Münster an der Münstergasse
3011 Bern
9 Spritzige Wasserattraktionen
Altstadt: Spaziergang zu den historischen Brunnen
Wir schreiben das Jahr 1394. Ein sehr heißer und trockener Sommer. Dies ist die Geburtsstunde der überaus reichhaltigen Geschichte der Berner Stadtbrunnen mit ihren zum Teil illustren Namen. Der Chindlifresser-Brunnen zum Beispiel stellt eine Figur dar, die gerade ein nacktes Kind verschlingt. Und seit dem 1. August 2004 ist mit dem Wasserspiel auf dem neu gestalteten Bundesplatz gar noch eine weitere Wasserattraktion zu bestaunen.
Vier Hauptpfeiler prägten das visuelle Gesicht einer mittelalterlichen Stadt: Der Glaube – durch Kirchen; das Recht – durch das Rathaus; Speis und Trank – durch den Markt; und die Lebensquelle – durch die Brunnen. Noch bis vor 100 Jahren spielte der öffentliche Brunnen im Leben einer Stadt eine viel größere Rolle als heute. Am Brunnen trafen sich die Frauen und Dienstmägde zum Waschen. Der Wasserträger, meist ein stadtbekanntes Original, trug Wasser für ein kleines Entgelt in Wohnungen. Fuhrleute tränkten ihre Pferde, und Bauern, die ihr Vieh zu Markte trieben, machten hier Halt. Tagsüber pulsierte am Brunnen reges Leben. Neuigkeiten, Familienklatsch und Gerüchte machten die Runde. Brunnen waren nie ausschließlich Wasserspender. Die eigentliche Funktion haben sie heute aber verloren. Sie sind nunmehr schmucke Denkmäler und dienen Gästen aus aller Welt als dankbarer Hintergrund für Fotosujets. Dass sich das heutige Stadtbild mit dem reichhaltigen Angebot historischer Brunnen zieren kann, geht auf die testamentarische Übertragung des Vermögens von Schuhmachermeister Heinrich Philipp Lösch aus dem Jahre 1896 zurück. Ihm ist auf der östlichen Seite des Münsters der schlichte Löschbrunnen gewidmet. Auf der Direttissima vom Bahnhof bis zum Bärengraben schlendern Sie vorbei am Pfyffer-, Anna-Seiler-, Schützen-, Zähringer-, Simson-, Kreuzgass- und Gerechtigkeitsbrunnen. In den zahlreichen Nebengassen treffen sie auf weitere historische Brunnen. Unweit vom Hauptportal des Rathauses lädt gar eine Treppe ein zum Hochsteigen auf den Brunnenturm. Hier werden Sie selbst zur Brunnenfigur.
Das neue Rütli der Schweiz – der Platz im Herzen von Bern. Das Wasserspiel auf dem Bundesplatz mit den 26 Wasserfontänen, die sinnbildlich für die 26 Kantone der Schweiz stehen, kann ab Frühlingsbeginn bis Ende Oktober jeweils zur vollen und halben Stunde bestaunt werden.

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Spaziergang zu den historischen Brunnen
Startpunkt:
Pfyfferbrunnen
Spitalgasse
3011 Bern
Bern Tourismus
Tourist-Information im Bahnhof
Bahnhofplatz 10a
3011 Bern
031 3281212
www.bern.com
10 1.000 Sinne, 1.001 Ideen …
Altstadt: Restaurant Mille Sens
… und weil das Restaurant in Bern liegt, wo nach wie vor viele Leute auch Französisch sprechen, lauten die Botschaften eben mille sens, mille vins und mille portails. Am Herd entführt Domingo S. Domingo, gebürtiger Philippiner, auf eine kulinarische Entdeckungsreise um die Welt. In seine Kochkunst fließen die Eindrücke seiner Kocherlebnisse rund um den Globus ein. »Die Kunst ist es, das Kochhandwerk mit den Kochgeheimnissen zu verbinden und zu begeistern.« Domingo S. Domingo und Sternekoch Urs Messerli stehen beide gleichermaßen hinter diesem Credo. Wenige Schritte vom Hauptbahnhof Bern, direkt neben dem Schweizerhof, befindet sich die Passage zum Restaurant Mille Sens.
»Vier Gerichte, ein Teller, ein Service«, verspricht das Mittagsmenu Quicktray, und die Midi-Bowls laden zum Entdecken der Welt ein, ebenso wie das Abendmenu mit der Tavolata und den Genüssen auf höchstem Niveau: Die Gänge werden tischweise serviert und gemeinsam genossen – allerdings auch in eher exklusiven Höhen, was die Preise betrifft.
In bequemen Sitzgruppen mit stilvoll gedeckten Tischen, aber auch an Stehtischen oder an der Bar können Sie nun Ihre Sinne aktivieren. Es gibt also gut und gern 1.000 Gründe, diese Gaststätte zu besuchen und hier einen ebenso edlen Wein zu genießen. Die Philosophie dazu lautet: »Wein ist Poesie in Flaschen und unsere Passion.« Sie haben gar die Möglichkeit, Ihren Wein für zu Hause übers Internet zu bestellen. Erstaunt es da noch, wenn Sie erfahren, dass Urs Messerli seine 1.000 Ideen im Wettkampf internationalen Jurys vorlegte? Zweimal wurde er als Kochweltmeister und 2002 als die gastronomische Entdeckung des Jahres ausgezeichnet.
Lassen wir doch abschließend nochmals Urs Messerli zu Wort kommen: »Es ist mir ein Anliegen, die Echtheit der einzelnen Spitzenprodukte erkennbar in den Vordergrund zu stellen.«
Bestellen Sie aus der Tavolata das Menu les gouts du monde als kleine oder große Genussreise. Wählen Sie aus verschiedenen Vorspeisen und Hauptgängen: Salate, Gemüse, Fleisch und Fisch von ausgesuchter Qualität.

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Restaurant mille sens – les goûts du monde
Spitalgasse 38 (in der Schweizerhof-Passage)
3011 Bern
031 3292929
www.millesens.ch
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