Read the book: «Klimahysterie - was ist dran?»
Michael Limburg
Klimahysterie – was ist dran?
Der Klimaexperte Michael Limburg (Jg. 1940) absolvierte ein Ingenieurstudium der Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt Telekommunikation und arbeitete mehrere Jahre in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung eines großen deutschen Unternehmens. Danach wirkte er in leitenden Positionen bei einem amerikanischen Hersteller von Systemen der Meß- und Regeltechnik. In diese Zeit fällt auch die Anmeldung und Erteilung einiger Patente. Seit Mitte der siebziger Jahre arbeitete der Autor in leitenden Positionen in der Druckindustrie.
Aus der Perspektive eines physikalisch und mathematisch geschulten Regelungstechnikers beschäftigt er sich seit 2001 mit Fragen der globalen Erwärmung und der daraus abgeleiteten Politik. Daraus resultierten eine Mitwirkung im neu gegründeten Europäischen Institut für Klima und Energie (EIKE) und ein größeres Forschungsprojekt. Er lebt in Potsdam.
Michael Limburg
Klimahysterie –
was ist dran?
Der
neue
Nairobi-Report über Klimawandel, Klimaschwindel und Klimawahn
TvR
Gedruckt mit freundlicher Unterstützung von CFACT Europe,
www.CFACT.eu
E-Book-Ausgabe
der 2. erweiterten, vollständig überarbeiteten Auflage
© 2012 by Michael Limburg (Argus)
TvR Medienverlag Jena
www.tvrmedienverlag.de
Umschlagfoto: © Verlag
All rights reserved.
ISBN 978-3-940431-36-3
eBook-Herstellung und Auslieferung:
readbox publishing, Dortmund
www.readbox.net
Inhalt
Vorwort zur zweiten Auflage
Vorbemerkung
Einleitung
Was ist das IPCC? Wer spricht für das IPCC?
1 – Gibt es eine wesentliche Erwärmung über die normalen Schwankungen hinaus?
Die Durchschnittstemperatur der Erde
Die aktuelle Entwicklung
Die Hockeystickkurve
Der Erdtemperaturverlauf bis Mitte 2008
2 – Ist der Anstieg des Kohlendioxidgehaltes, der in der Atmosphäre seit etwa 100 Jahren zu beobachten ist, die wesentliche Ursache für die globale Erwärmung?
Erst die Erwärmung, dann die CO 2 -Konzentration?
Wieviel Kohlendioxid gab es historisch?
Exkurs: Ein neues Meßverfahren und überraschende Ergebnisse
Kann Kohlendioxid das Treibhausgas sein, welches die Globaltemperatur nach oben treibt?
3 – Ist dieser Klimawandel insgesamt eher schädlich oder nützlich?
Pflanzenwachstum
Die Gletscher und das Eis
Der Meeresspiegel
4 – Können wir – die Menschheit insgesamt – etwas gegen den CO2-Anstieg tun?
Modellrechnungen des IPCC und vermeintlicher Konsens
Was können Modelle, was nicht?
Vom vermeintlichen Konsens unter den Klimawissenschaftlern
5 – Die Ursachen des Klimawandels
Der massive Anteil der Sonne und der Svensmark-Effekt
6 – Über Kosten und Nutzen, oder warum geht uns die These vom anthropogenen Treibhauseffekt direkt etwas an?
7 – Ressourcen und Energiehunger
Ressourcen
Energiehunger
Was wäre, wenn?
8 – Energie ist der Schlüssel – „erneuerbare“ Energien sind keine Lösung
Eletroenergie durch Windkraft
Verfügbarkeit
Stetigkeit
Elektroenergie aus der Sonne
Biosprit
9 – Ernährung und Bevölkerungswachstum
10 – Wie konnte es zu dieser weltweiten Hysterie kommen ?
Einige Motive und Aktionen der Klimajakobiner in Wissenschaft, Medien und Politik
Wie es zu dieser Hysterie kam
Die Rolle des Dr. Hartkopf
Die Rolle des Journalisten Franz Alt
Die Sozialistische Internationale und die Rio-Konferenz von 1992
Anhang
Ein auszugsweiser Überblick über die Hauptaktivisten und -nutznießer des berechneten Klimawandels
(1) Politik
(2) Wissenschaft
Bücher zum Thema, die Sie keinesfalls lesen sollten, wenn Sie weiter an den anthropogenen Treibhauseffekt glauben wollen
Abbildungsnachweis
Vorwort zur zweiten Auflage
| Wenn Erkenntnis sich nicht ohne Mehrheit fortpflanzen könnte, hätte es nie irgendeinen Fortschritt gegeben. Denn es war immer leichter, durch Scharlatanerie, Doktrinarismus, Kriecherei, sanftes oder geschäftiges Schönreden berühmt zu werden oder Geld zu verdienen, als durch logisches, furchtloses Denken.– STANISLAV ANDRESKI1 |
Die erste Auflage war binnen weniger Monate vergriffen, mehrere Nachdrucke ebenfalls. Es war also an der Zeit, die vielfältigen neuen Erkenntnisse und Bewegungen beim Thema Klimawandel soweit möglich in die nun vorliegende zweite Auflage einzufügen, ohne das Buch zu wissenschaftslastig, zu wenig allgemeinverständlich werden zu lassen. Obwohl ich mir dabei viel Mühe gegeben habe, ist es bei diesem komplizierten und auch oft sperrigen Thema vielleicht nicht immer gelungen. Die Schuld dafür trifft mich ganz allein.
Trotzdem bitte ich den geneigten Leser, die geneigte Leserin, nicht ungeduldig zu werden, sondern sich auch durch sperrige Themen durchzukämpfen. Ich verspreche Ihnen, es lohnt sich. Werden Sie doch danach in der Lage sein, den Aussagen vieler Politiker, Wirtschaftsbosse und Wissenschaftler mit einer Fülle von Argumenten zu begegnen, die diese mit Sicherheit ins Schwitzen, manche auch zum Nachdenken und einige wenige zum Einlenken führen wird. Denn Klimaschutz zu verlangen und zu versprechen ist arrogante, unwissende und deshalb umso schlimmere Hybris.
Wenn dieses Buch im Handel erhältlich sein wird, ist der nächste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika bereits im Amt. Barack H. Obama hat sich bereits jetzt einen sicheren Platz im Paradies der Ahnungslosen gesichert. Sagte er doch auf einer Wahlkampfveranstaltung im Juni 2008: Ich werde den Klimawandel beenden.2
Man fragt sich, ob er wirklich begriffen hat, daß dieser Ausspruch nicht nur komplette Unwissenheit zeigt, sondern auch ein unverschämtes Maß an Überheblichkeit und Verantwortungslosigkeit. Es kann einem Angst und Bange werden bei der Vorstellung, daß dieser Mann die mächtigste Nation der Welt regieren wird. Unterstützt wird er von seinem Spiritus Rector, dem Klimakatastrophenprediger und Friedensnobelpreisträger Al Gore, der die Wahl oder Nichtwahl Obamas zur Schicksalsfrage bei der Rettung des Planeten hochstilisierte.3
Es ist leider so, daß viele, viele Menschen diesen Heilsverkündigungen Glauben schenken und ihren Vorbetern eilfertig nacheifern. Mit schlimmen Folgen für uns alle, unsere Freiheit und unseren Wohlstand. Dem etwas fundierteren Widerstand entgegenzusetzen, dient dieses Buch.
Mein Dank gilt dabei all denen, die mir geschrieben haben, um das eine oder andere zu beanstanden, zu korrigieren oder auf interessante Entwicklungen hinzuweisen. Mein Dank gilt auch all denen, in deren Büchern, Aufsätzen und Webseiten ich nach Herzenslust lesen durfte und deren enormes Detailwissen vielfach in dieses Buch eingeflossen ist. Wo immer möglich, habe ich die Quellen angegeben, damit der Leser nachprüfen kann, ob ich richtig zitiert habe.
Ich habe mich nach Kräften bemüht, diese schwierige Materie und die verwendeten Zitate so richtig und so authentisch wie möglich darzustellen. Sollten sich dennoch Fehler eingeschlichen haben, so liegt die Verantwortung dafür bei mir ganz allein.
Berlin, Februar 2009
M. L.
Vorbemerkung
Bevor ich auf die wichtigsten Fragen bezüglich der Hypothese vom menschengemachten Treibhauseffekt eingehe, möchte ich auf die vielfältigen Anstrengungen hinweisen, die von interessierten Kreisen unternommen werden, um die sogenannten Klimaskeptiker mundtot zu machen. So verglich etwa Margaret Beckett, die ehemalige britische Umweltministerin (2001-2006) und Außenministerin (2006-2007), diese im November 2006 mit Unterstützern des islamischen Terrorismus, die ebenfalls keinen Zugang zu den Medien erhalten sollten: On Thursday, Margaret Beckett, the Foreign Secretary, compared climate sceptics to advocates of Islamic terror. Neither, she said, should have access to the media.4
Dem Vernehmen nach bereitet auch unsere knallharte Justizministerin bereits ein Maulkorbgesetz für Klimakatastrophenleugner vor.
George Monbiot, Environment Correspondent des Guardian, schreibt in seinem gerade erschienenen Buch Heat: How to Stop the Planet from Burning: Sobald wir bei der Erderwärmung ernst machen, wenn es uns wirklich trifft und wenn wir weltweit voll dabei sind, den Schaden zu minimieren, sollten wir Kriegsverbrechertribunale für diese Bastarde einrichten – eine Art Klima-Nürnberg.
Heidi Cullen, Klimaexpertin des amerikanischen Wettersenders Weather Channel, forderte, Meteorologen, die an der Rolle des Menschen bei der globalen Erwärmung zweifeln, sollte die berufliche Zulassung entzogen werden.5
Der verwendete Begriff Klimaleugner wurde nicht zufällig gewählt, erzeugt er doch gewollte Assoziationen zum Begriff Holocaustleugner. In diesem Sinne rief der Oscarpreisträger und verhinderte US-Präsident Al Gore dem begeisterten Publikum eines Geophysikerkongresses in San Francisco zu: Haben Sie den Mut, dem Konsens beizutreten, machen Sie das öffentlich, und nehmen Sie sich die Freiheit, Abtrünnige zu unterdrücken.6
Zugleich behauptet auch er, daß Klimaschutz keine technische, sondern eine moralische Frage sei. Seine Moral hindert Gore jedoch nicht daran, in seinem Anwesen in Nashville/Tennessee den Stromverbrauch auf das zwanzigfache eines US-Durchschnittshaushaltes zu maximieren, auf etwa 220.000 kWh jährlich. Die fällige Stromrechnung von etwa 16.000 US-Dollar und die etwas niedrigere Gasrechnung von etwa 13.000 US-Dollar kann er jedoch locker aus den Spekulationsgewinnen u. a. der Hedge-Fonds bezahlen, die am Klimaschutz verdienen und bei denen er Teilhaber oder stark engagiert ist.7
In der deutschen Tageszeitung (taz) berichtete ein Redakteur anerkennend von einer vertraulichen schwarzen Liste mit 31 Namen, die unter deutschen Klimaforschern kursiere.8 Kennen wir das nicht aus jüngster Vergangenheit? George Orwell und Trofim Denissowitsch Lyssenko, Stalins Vorzeigebiologe und Begründer einer falschen, aber staatlich als richtig diktierten Vererbungslehre, lassen grüßen.
Die deutschen Klimafolgenforscher Hans-Joachim Schellnhuber und Stefan Rahmstorf, beide bewährte IPCC-Kader und tätig für das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK), betrachten die Bewältigung des Klimawandels als Feuertaufe für die im Entstehen begriffene Weltgesellschaft und führen in einem Buch sehr genau aus, im Grunde müßten sämtliche Planungsmaßnahmen zu Raumordnung, Stadtentwicklung, Küstenschutz und Landschaftspflege unter einen obligatorischen Klimavorbehalt gestellt und durch geeignete Anhörungsverfahren zukunftsfähig gestaltet werden.9
Der Reporter Mark Steyn hat uns im Londoner Daily Telegraph die einfache Sicht der Klimakatastrophenbefürworter wie etwa Steven Guilbeault von Greenpeace Canada übermittelt: Globale Erwärmung kann bedeuten, daß es wärmer wird, kann aber auch bedeuten, daß es kälter wird, es kann bedeuten, es wird trockener, es kann bedeuten, es wird feuchter. Das ist es, womit wir es zu tun haben.10 Nicht schwer zu begreifen: Wird es wärmer, ist es ein Zeichen der globalen Erwärmung, wird es kälter ist es ebenfalls ein Zeichen der globalen Erwärmung. Eine praktische Einstellung, um alles und jedes der heiligen Kirche der globalen Erwärmung zu unterwerfen.
Einleitung
| Das Publikum wird eher die einfache Lüge als die komplizierte Wahrheit glauben. | |
| – ALEXIS DE TOCQUEVILLE |
Anfang Februar 2007 veröffentlichte der politische Arm des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) – bestehend aus Delegierten von 180 Regierungen – ein Summary for Policymakers (SPM 4). Das ist der Extrakt des vierten wissenschaftlichen Sachstandsberichtes des IPCC, der merkwürdigerweise erst im Mai 2007 – also deutlich später – veröffentlicht wurde.
Obwohl er die Katastrophenmeldungen des dritten Berichtes von 2001 teilweise deutlich abschwächt, wurde er von den ihn tragenden politisierenden Wissenschaftlern und diversen Medien als neues Menetekel des drohenden Weltunterganges betrachtet und der aufgeschreckten Öffentlichkeit entsprechend verkauft. Der Hauptgrund, warum der fertige Bericht Monate später kam, dürfte darin bestanden haben, daß die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Berichtes den politischen Vorgaben des SPM 4 angepaßt werden mußten. Ganz sicher wurde der Politik wieder einmal Vorrang vor der Wissenschaft eingeräumt. Wieviel gefestigte Erkenntnis dabei übrig blieb und wieviel dem politischen Willen geopfert wurde, kann sich jeder Außenstehende selbst ausrechnen.
Fest steht jedoch, daß sich zuvor, im November 2006, in Nairobi 6.000 Klimaoffizielle versammelt hatten, um wieder einmal der kommenden Klimakatastrophe das Wort zu reden. Der damalige UN-General-sekretär Kofi Annan konnte es dabei nicht unterlassen, von der größten Katastrophe zu sprechen, die die Menschheit je bedroht habe, und die sogenannten Klimaskeptiker zu einer gefährlichen Minderheit zu erklären: Das ist nicht Science Fiction, das sind plausible Szenarien, basierend auf strenger, wissenschaftlicher Modellierung. Es gibt (nur) einige wenige hartgesottene Skeptiker, die versuchen, Zweifel zu säen. Sie sollten als das gesehen werden, wofür sie stehen. Aus dem Takt, außerhalb von Argumenten und aus der Zeit. Tatsächlich wird der wissenschaftliche Konsens nicht nur immer umfassender, sondern auch immer alarmierender. Viele Wissenschaftler, die bisher für ihre Vorsicht bekannt waren, sagen jetzt, daß die Trends globaler Erwärmung gefährlich nahe an einem Punkt sind, von dem keine Umkehr möglich ist.11
Nun, da hat wohl einer dem Secretary General mehrere ordentliche Bären aufgebunden. Besonders was plausible Szenarien, basierend auf strenger, wissenschaftlicher Modellierung, betrifft.
Wir werden das im Folgenden untersuchen. Zuvor muß aber einiges zum IPCC gesagt werden.
Was ist das IPCC? Wer spricht für das IPCC?
Die Abkürzung IPCC steht für Intergovernmental Panel on Climate Change. Also etwa Zwischenstaatliche Regierungskommission zum Klimawandel. Die Betonung liegt dabei auf Intergovernmental, also zwischen Regierungen. Die Behörde wurde im Juli 1986 auf Betreiben Großbritanniens, der USA und Australiens von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und dem UN-Umweltprogramm UNEP gegründet.
In dem von Prof. Dr. S. Fred Singer herausgegebenen Klimabericht Die Natur, nicht menschliche Aktivität bestimmt das Klima heißt es dazu: Das leitende Personal der IPCC und ihre Hauptautoren werden von Regierungen ernannt und ihre jeweilige „Zusammenfassung für politische Entscheider“ (Summary for Policymakers, SPM) unterliegt der Zustimmung der Mitgliedsregierungen der UNO. Die an der IPCC beteiligten Wissenschaftler leben fast alle von Regierungsaufträgen. Regierungen bezahlen nicht nur ihre Forschungsarbeiten, sondern auch ihre IPCC-Aktivitäten. Der größte Teil der Reisekosten und Hotelunterkünfte an exotischen Orten werden für die Verfasser der Vorlagen aus Regierungskassen bestritten.
Die Geschichte der IPCC ist verschiedentlich dargestellt worden. In solchen Veröffentlichungen wird allerdings nicht ausgeführt, daß es sich dabei von Anfang an um ein Projekt von Aktivisten gehandelt hat. Aufgabe und Ziel der Kommission bestanden darin, Einschränkungen der Treibhausgas-Emissionen, insbesondere des Kohlendioxids, zu rechtfertigen. Folglich haben sich ihre wissenschaftlichen Berichte einzig auf Hinweise konzentriert, die auf einen vom Menschen verursachten Klimawandel hindeuten. Die IPCC hat die Aufgabe, „auf einer umfassenden, objektiven, offenen und durchschaubaren Grundlage die jüngste, weltweit vorgelegte, wissenschaftliche, technische und sozioökonomische Literatur zu sichten, die für das Verständnis des Risikos eines vom Menschen herbeigeführten Klimawandels, seiner beobachteten und projizierten Auswirkungen und der Möglichkeisich auf ihn einzustellen oder ihn abzumildern, bedeutsam ist. [IPCC 2008].
[...] Während man uns oft etwas von Tausenden von Wissenschaftlern erzählt, auf deren Arbeit die Sachstandsberichte des IPCC beruhen, hat die übergroße Mehrheit dieser Wissenschaftler keinen direkten Einfluß auf die Schlußfolgerungen des IPCC. Diese werden von einem inneren Kreis von Wissenschaftlern verfaßt. Die SPM werden jeweils Zeile für Zeile von Vertretern der Mitgliedsregierungen durchgesprochen und abgestimmt. Dies ist ganz klar nicht die Art und Weise, wie man echte wissenschaftliche Forschungen normalerweise aus- und bewertet und publiziert.
Die SPMs erweisen sich in allen vier Fällen als recht selektive Zusammenfassungen der überaus umfangreichen, wissenschaftlichen Berichte, die ohne Register (eine Ausnahme bildet der letzte, vierte Sachstandsbericht von 2007) typischerweise 800 oder mehr Seiten umfassen und im allgemeinen – außer für sehr engagierte Wissenschaftler – unleserlich sind. 12
Das IPCC hat derzeit 194 von ihren Regierungen ernannte Mitglieder. Sein Hauptbüro liegt im schönen Genf. Vorsitzender ist derzeit der indische Ingenieur Rajendra K. Pachauri, Generalsekretär der niederländische Diplomat Yvo de Boer. Unter den zuarbeitenden oft genannten 2.500 „Wissenschaftlern“ befinden sich viele Klimarealisten, jedoch sehr viel mehr Aktivisten von Greenpeace, Friends of the Earth, Sierra Club und ähnlicher NGO‘s. Die Klimarealisten werden zwar manchmal eingeladen, an der Arbeit mitzuwirken, ihre Beiträge aber – sehr oft ohne Angabe von Gründen – nicht beachtet oder verschwiegen. Wenn sie dagegen protestieren, werden sie höflich, aber bestimmt, abgefertigt, ihr Name wird jedoch weiter unter der Liste der Beteiligten geführt.13
Dies erweckt fälschlicherweise – und das soll es wohl auch – den Eindruck, daß alle am IPCC-Bericht beteiligten Wissenschaftler den dort angeführten Schlußfolgerungen und Vermutungen zustimmen. Auf diese Weise kommt dann auch die hohe Zahl von 2500 Wissenschaftlern zusammen, die uns ständig als Qualitätsbeweis vorgehalten wird.14
Allerdings ist allein in der Politik eine große Zahl oder gar eine Mehrheit eine anerkannte Grundlage für Entscheidungen. Dort gilt das Mehrheitsprinzip. Nicht so in der Wissenschaft: Hier sind allein Beobachtung, Beweis und die erprobte und nicht falsifizierte Theorie von Bedeutung, unabhängig davon, ob sie von einem einzelnen, Hunderten oder gar Tausenden von Wissenschaftlern vertreten werden. Zumal zur Stützung der These von der anthropogenen Erwärmung vom IPCC bisher kein einziger Beweis vorgelegt wurde. Alles, was bisher von dort kam, waren Vermutungen und unüberprüfbare Modellberechnungen.
Aber auch mit der angeblich übergroßen Zahl von überzeugten Wissenschaftlern ist es nicht sehr weit her. Tatsächlich bestimmt ein kleiner Kreis von etwa 60 Wissenschaftlern, was weltweit zum Thema anthropogener Klimawandel in den mit peer reviews arbeitenden Wissenschaftsjournalen publiziert oder auch abgelehnt wird. Es kommt sehr oft vor, daß man sich innerhalb dieser Gruppe gegenseitig reviewed (d. h. begutachtet). Im Gegenzug ist dann das nächste Mal der andere dran. In der Wirklichkeit gibt es die große Zahl von Wissenschaftlern nicht, die die Idee vom anthropogenen Klimawandel unterstützen.
Der eigentliche Stand der Wissenschaft zu diesem Thema wurde im Bericht der Arbeitsgruppe I (Working Group I) Die wissenschaftlichen Grundlagen des vierten Sachstandsberichtes (AR4) zusammengefaßt. Das sind etwa 800 Seiten Text, aufgeteilt in 12 Kapitel. An ihm haben etwa 600 Wissenschaftler mitgewirkt. Die übrigen 1.900 Wissenschaftler waren an ihm nicht beteiligt, sondern arbeiteten in den beiden anderen Arbeitsgruppen (AG) mit. Dabei handelt es sich um die AG II Impacts, Adaptation and Vulnerability und AG III Mitigation of Climate Change. Diese Berichte hängen entscheidend von den Ergebnissen der Arbeitsgruppe I ab, behandeln jedoch keine die Grundlagen berührenden Fragen. Sie haben also nichts mit der ersten Arbeitsgruppe zu tun.
Für die entscheidende Frage Macht der Mensch Klima oder nicht? ist vom Bericht der AG I nur das Kapitel 9 Zuordnung (attribution) interessant. Dazu kommen Vorarbeiten für das Kapitel 9, die in den Kapiteln 3 (Beobachtungen/observations) und 6 (Paläoklima/paleoclimate) geleistet werden.
Deshalb sind es nur drei Kapitel des AG-I-Berichtes, die für alle Aussagen darüber von Bedeutung sind, ob Menschen massiv auf das Klima einwirken. Sie müssen deshalb getrennt vom Rest betrachtet werden, um das Ganze vernünftig zu bewerten.
Die Gesamtzahl aufgelisteter Autoren und Reviewer der einzelnen Kapitel ist jeweils 50, 56 und 80. Die Zahl der Leitautoren ist 12, 16 und 9, wobei insgesamt nur 180 Personen als Autoren/Reviewer tätig waren (sechs Autoren waren an mehr als einem Kapitel beteiligt). Davon stammten 72 aus den USA, 29 aus Großbritannien, 15 aus Frankreich. Die restlichen 20 kamen aus anderen Ländern.
Sicherlich wurde eine sehr große Zahl wissenschaftlicher Aufsätze überprüft und zitiert, doch davon bezog sich die Mehrheit auf Randthemen, die viel weniger umstritten waren als etwa die Hockeyschläger-Studie oder die Studien über Temperaturmessungen an der Erdoberfläche. Es gibt klare Beweise dafür, daß es in diesen Fällen erheblichen Streit gab und gibt. Gleichzeitig herrscht ein chronischer Mangel an Offenlegung der grundlegenden Daten, der die Unterstützung für die daraus abgeleiteten Erkenntnisse zu bloßer Meinung macht. John McLean15 und das Ehepaar Holland16 haben dies ausführlich untersucht und jede einzelne Aussage, die schriftlich vorlag, überprüft. Ihr Fazit: Von den neun Autoren und den 71 Gutachtern (zusammen 71+9 = 80) des Kapitels 9 waren nur jene neun Autoren und fünf (!) der Gutachter der Meinung, daß der beobachtete Temperaturanstieg überwiegend auf menschlichen Einfluß zurückzuführen sei.
Also nur 14 von den genannten 2.500. Und diese 14 führten dafür nicht etwa eine Fülle von Beweisen an. Nein, nicht einen einzigen! Stattdessen gaben sie ihrer Meinung Ausdruck, gespeist aus ihrem Bauchgefühl, und bezifferten dies mit einer Wahrscheinlichkeit von sehr wahrscheinlich (very likely), daß der Mensch die Hauptursache ist. Etwas vorher wird very likely mit >90 Prozent Wahrscheinlichkeit definiert.
Dazu Prof. Petersen, niederländischer IPCC-Leitautor, auf einer Pressekonferrenz: Diese Einstufungen basieren auf einer Kombination von Statistik – wie gut stimmen die Ergebnisse der Modelle mit den Beobachtungen in der Realität überein – und dem Urteil der Experten.17 Jeder Statistikstudent wäre bei einer derartigen Aussage schon im Vordiplom durchgefallen. Dem IPCC glaubt die ganze Welt.
Nach diesem Exkurs über das zum Weltklimarat hochstilisierte IPCC werden wir im folgenden durch eine nüchterne Bestandsaufnahme untersuchen, was es denn nun mit dem so oft beschworenen Klimawandel wirklich auf sich hat. Dabei soll es vor allem darum gehen, die folgenden Fragen der Reihe nach und nach aktuellem Stand der Wissenschaft zu beantworten:
1 Gibt es eine wesentliche Erwärmung über die normalen Schwankungen hinaus?
2 Ist der Anstieg des Kohlendioxids, der in der Atmosphäre seit etwa 100 Jahren zu beobachten ist, die wesentliche Ursache dafür?
3 Wenn ja, hat der Mensch mit seiner technischen Kohlendioxid-Erzeugung daran einen maßgeblichen Anteil?
4 War dieser Klimawandel insgesamt schädlich oder eher nützlich?
5 Können wir, die Menschheit insgesamt, realistischerweise etwas dagegen tun?
Kapitel 1
Gibt es eine wesentliche Erwärmung über die normalen Schwankungen hinaus?
Schon diese einfach klingende Frage ist nicht leicht zu beantworten. Warum? Es gibt schlicht weder Aufzeichnungen der Durchschnittstemperatur der Erde, noch solche der nördlichen Halbkugel, die präzise Aussagen über die Temperaturentwicklung der letzten hundert Jahre oder gar darüber hinaus zulassen würden. Niemand kann deshalb mit Fug und Recht behaupten, zu wissen, was normal ist.
Aus diesem Grund behilft man sich mit willkürlich gewählten Jahresdaten, ernennt diese ebenso willkürlich zur Normalität und folgerichtig alle Abweichungen davon zur Anomalie.
Bereits der negative Begriff der Anomalie zeigt, wohin man steuern will. So verwendet das IPCC – aber auch nicht immer – die (uns eigentlich unbekannte) Globaltemperatur von 1750. Rein zufällig liegt diese Temperatur in der Nähe eines Minimums, der kleinen Eiszeit. Darauf werden sämtliche Hochrechnungen bezogen, darunter auch jene Linie von 2 °C, die man hofft, bis 2100 nicht zu überschreiten. Von diesen 2 °C Begrenzung sind übrigens bereits 1 °C verfrühstückt, denn Auslöser der ganzen Hysterie ist ja die Erwärmung im 20. Jahrhundert.
Zurück zu den Messungen. Was es gibt und genutzt wird, sind indirekte Messungen – Proxydaten – aus Baumringen, Ernteaufzeichnungen, historischen Beschreibungen, Isotopenbestimmungen in Eisbohrkernen und ähnliches. Erst seit etwa 145 Jahren werden breiter angelegte methodische Temperaturaufzeichnungen angefertigt.18
Die frühesten Messungen stammen aus Europa. Danach folgten die USA und Australien, zum Schluß – wenn auch wesentlich sporadischer – der Rest der Welt. Waren um 1860 erst etwa 300 Wetterstationen im Einsatz, wurden im Jahre 1970 weltweit etwa 6.000 Wetterstationen gezählt. Danach wurden es wieder weniger. Nach Angaben der WMO sind es heute nur noch 1.400.
Erst seit 1979 umrunden Wettersatelliten die Erde, die eine verläßliche Datenbasis für die Entwicklung der Durchschnittstemperaturen der oberen Atmosphärenschichten liefern.
Die Durchschnittstemperatur der Erde
In der Natur gibt es keine Durchschnittstemperatur, sondern nur lokale Temperaturen. Temperatur ist eine physikalische Größe, die von vielen anderen physikalischen Größen abhängt, nur lokal entsteht und deswegen auch nur lokal gemessen werden kann. Und nur diese lokalen Temperaturen konnte man relativ ungenau – jedenfalls bis Ende 1979 – messen. Dagegen ist die Durchschnittstemperatur ein künstliches Konstrukt, das erst vor kurzem erfunden wurde. Eine physikalische Bedeutung – und nur diese ist wichtig – hat sie nicht. Weil die Erde nie im thermischen Gleichgewicht ist, gibt es keine reale Durchschnittstemperatur. Sie hat daher etwa soviel Sinn wie die Durchschnittstelefonnummer von Berlin. Auch die würde keiner verwenden.
Nicht nur deshalb ist ihre Ermittlung kompliziert, mit Fehlern behaftet und oft chronisch falsch. Warum aber ist das so?, fragt man sich. Ein Thermometer ablesen kann doch jeder. Sicher. Nur nicht jeder gleich gut, gleich genau und regelmäßig genug, und vor allem: Die dafür verwendeten Thermometer zeigen die punktuelle Temperatur der lokalen Umgebung in etwa zwei Meter Höhe an.
Diese Umgebung änderte sich im Laufe der letzten ungefähr 145 Jahre fast überall fundamental. John Daly, ein privater Klimaforscher der ersten Stunde, hat sich der mühsamen Aufgabe unterzogen, die Genauigkeit und Zuverlässigkeit dieser bodennahen Meßstationen zu überprüfen. Er fand heraus, daß nur eine sehr kleine Anzahl von Bodenmeßstationen – solche, die ausschließlich in menschenleeren Zonen in den entwickelten Ländern liegen – zuverlässige Zeitreihen für die Temperaturen erbringen.19 Diese – und nur diese – stimmen sehr genau mit den Satelliten- und Wetterballonmessungen überein.
Doch auch diese Stationen reichen für eine Durchschnittsbildung für die gesamte Erde oder auch nur die nördliche Halbkugel bei weitem nicht aus. Ihre Distanz zueinander beträgt teilweise um die 2.000 Kilometer und mehr, d. h. die Temperaturen von Berlin und Madrid werden miteinander verglichen. Tatsache ist, daß kein Mensch weiß, wie hoch diese Langzeiterwärmung wirklich war, zumal die zugrundeliegenden Datenkollektive stets verändert werden, so wie die Inflationswarenkörbe, und – noch schlimmer – die Meßgenauigkeit bestenfalls ± 0,5 °C beträgt!20
So beruhte die Bestimmung der Globaltemperatur von 1860 auf nur 300 nordhemisphärischen Wetterstationen. Heute sind es 1.400, wobei für je eine Fläche von 250.000 Quadratkilometer (Gitterpunktweite 250 Kilometer) eine Temperatur gemessen wird.
Es muß außerdem noch erwähnt werden, daß etwa 70 Prozent der Erdoberfläche von Wasser bedeckt sind. Dort sind nur sehr wenige ständige Meßstationen installiert. Mehrmals pro Jahr, aber nur an sehr wenigen Stellen, fahren Schiffe über die Gitterquadrate auf See, schöpfen mit Eimern das Wasser und messen darin die Temperaturen. Diese werden dann an Land gemeldet. Früher per Schiff und Boten oder Post, dann per Telegraph oder Funk. Erst 1982 konstruierte eine Gruppe um Phil Jones erstmals die Zeitreihe von 1860 bis 1980, die eine angebliche Erwärmung von 0,6 °C zeigt, natürlich streng wissenschaftlich!!
Das konnte aber nicht gut gehen. Als sich das IPCC zur Vorbereitung seines vierten Sachstandsberichts von 2007 mit dieser Frage auseinandersetzte, stellte es fest, daß nur Messungen durch Wetterballone und Satelliten sehr gut miteinander übereinstimmen, aber starke Abweichungen zu den terrestrischen Messungen gegeben sind. Letztere zeigen – wider alle Theorie, die höhere Temperaturen besonders in den oberen und weniger in den unteren Luftschichten fordert – deutlich zu hohe Werte. Üblicherweise würde man in einer solchen Situation sagen, na gut, dann ist eben die Theorie falsch. Statt aber nun diese verfälschten Werte wegzulassen, einigte man sich beim IPCC darauf, daß diese Abweichungen – die sehr gravierend sind und vor allem in den Vorhersagemodellen wirken – ihre Ursachen in einer noch unverstandenen Atmosphärenphysik hätten, die es genauer zu untersuchen gälte. So schafft man Arbeitsplätze in Wissenschaft, Forschung und Verwaltung.
Die aktuelle Entwicklung
Sei es wie es sei: Bis 1979 waren alle Experten auf ungenaue und zu hohe Temperaturmeßreihen angewiesen, seit dieser Zeit nicht mehr. Das folgende Bild zeigt daher die bis etwa 1860 nur indirekt erforschte, danach mit vielen Unstimmigkeiten gemessene und seit 1979 genauer gemessene Temperaturkurve der Erde.

Abb. 1: Der Temperaturverlauf der letzten 1200 Jahre
Wie man sieht, gab es einen dicken Buckel im Mittelalter. Die Experten streiten sich noch, ob dieser Buckel etwas höher oder etwas niedriger als +2 °C über unserer heutigen Durchschnittstemperatur lag. Genau weiß es keiner, auch die nicht, die mit allerlei Proxydaten versuchen, die indirekten Belege für Temperaturen auszuwerten und in Globalwerte umzurechnen. Darüber lag er auf jeden Fall, wie Hunderte von Proxydaten zeigen, die weltweit peer reviewed in angesehenen Wissenschaftsmagazinen erschienen sind. Man erinnere sich an die Schulzeit, als uns beigebracht wurde, wie die Wikinger im Jahre um 980 Grönland besiedelten. Immerhin war es dort so warm, daß Besiedlung und Ackerbau (in Grünland) möglich waren. Oder so warm, wie Gavin Menzies in seinem Buch 1421 – The Year China Discovered the World (2002) berichtet, daß die Chinesen um 1420 mit ihren Erkundungsflotten auch das arktische Meer befuhren und daß sie dort kaum Eis vorfanden. Im norwegischen Trondheim wurde Wein angebaut, Datteln wuchsen am Rhein, und in den Alpen waren die Baumgrenzen ein paar hundert Meter höher als heute. Es war schön warm, die Ernten reichlich, die Menschen konnten überwiegend gut leben. Man nennt diese Zeit das mittelalterliche Klimaoptimum! Die Temperatur – wärmer als heute – war für Mensch und Tier optimal.21
Die große Frage ist: Wie haben es die Menschen im ausgehenden Mittelalter geschafft, die Globaltemperatur zu beeinflussen? Durch das Kohlendioxid ihrer Kamine, ihrer Lagerfeuer? Industrie und Verkehr in heutiger technologischer Ausprägung und Menge gab es ja noch nicht.
Alles stand wunderbar im Einklang mit der Natur. Das ist ein großes Rätsel, für das das IPCC bisher keine so richtige Erklärung fand.
Um das Jahr 1900 begann dann eine Entwicklung, wie sie detailliert in der folgenden Grafik gezeigt wird.

Abb. 2: Der Temperaturverlauf und die CO 2 -Entwicklung der letzten 1000 Jahre
Hier sehen wir den vom IPCC 2001 im dritten Sachstandsbericht veröffentlichten Kurvenverlauf des Kohlendioxidgehalts zusammen mit dem Temperaturverlauf der Atmosphäre. Letzteren hatte ursprünglich ein Dr. Michael Mann 1998 errechnet. Manns Originalkurve, die sogenannte Hockeystickkurve (die weiter unten gezeigt wird), wurde im IPCC-Bericht von 2001 mehr als 70 mal aufgeführt, zeigte jedoch das mittelalterliche Klimaoptimum nicht. Kurze Zeit später und gegen viele Widerstände wurde sie deshalb von den kanadischen Wissenschaftlern Stephen McIntyre und Ross McKitrick korrigiert. Gezeigt wird hier deren korrigierte (rote) Kurve.
Die Hockeystickkurve hat eine eigene denkwürdige Geschichte, die ich dem Leser nicht vorenthalten will. Doch zuerst schauen wir uns den Verlauf beider Kurven an. Wir sehen starke Schwankungen der Temperatur, aber so gut wie keine Schwankungen des Kohlendioxidgehaltes der Atmosphäre. In keiner erkennbaren Weise verknüpft oder korreliert dieser mit dem Temperaturverlauf. Nur im letzten Teilstück, gegen 1920, steigt die Temperatur an (der Anstieg wirkt hier stärker, weil durch den Maßstab verzerrt), wie auch der Kohlendioxidanteil. Sollte plötzlich die Physik Kapriolen schlagen und das Kohlendioxid auf die Temperatur heftig wirken lassen? Oder war es vielleicht umgekehrt?
Ich komme noch darauf zurück. Vorher wollen wir jedoch die bodennahe Temperaturentwicklung bis zur Gegenwart verfolgen. Das Goddard Institute for Space Studies (GISS) in den USA hat diese Werte ermittelt, wie gesagt, mithilfe der eingangs erläuterten bodennahen, ungenauen und unzuverlässigen Meßstationen.

Abb. 3: Die Globaltemperatur nach GISS (Bodenmessungen)
Wir sehen einen Abfall ab 1880, dann einen recht starken Anstieg von +0,5 °C bis 1940, dann wieder einen deutlichen Abfall bis 1976 – obwohl in diesem Zeitraum die Kohlendioxid-Emissionen um 400 Prozent anstiegen! – und von dort einen Anstieg bis 1998, dem Jahr mit der höchsten Spitze aufgrund von El Niño-Kapriolen, und weiter bis 2005. Der Abfall bis 1976 veranlaßte übrigens damals den immer noch berühmten IPCC-Forscher Prof. Stephen Schneider, eine fürchterliche Eiszeit ab 2000 vorherzusagen. Heute prognostizieren er und mit ihm die UN eine mindestens ebenso fürchterliche Warmzeit.
Wie stark die Ungenauigkeiten der zusammengefaßten Trendmeldungen sich auswirken können, zeigt die Kurve der Temperaturentwicklung für die USA, wo Hunderte mehr oder weniger gut gewartete Wetterstationen die folgenden Werte für das 20. Jahrhundert zeigen:

Abb. 4: Die US-Temperaturentwicklung nach GISS (Bodenmessungen, 2005 korrigiert)
Man sieht viel, nur keine bedrohliche Erwärmung (außer der El Niño-Spitze von 1998), vor der inzwischen auch – Al Gore sei Dank – die Amerikaner so viel Angst haben wie wir.
Obwohl die beiden zuletzt gezeigten Grafiken vom GISS stammen, hielt das Prof. James Hansen, den Direktor dieser Einrichtung, nicht davon ab, sie auf eine dreiste Weise zu manipulieren, weil sie ihm zu undramatisch erschienen.
Denn ursprünglich, bis Anfang 2001, wurde auf der Website des GISS ein Temperaturverlauf der USA gezeigt, der selbst die oben gezeigte Minierwärmung nicht zeigte (Bild links unten). Wenn man genau hinsieht, dann ist da sogar eine Abkühlung zu sehen. Das durfte aber nicht sein. Also wurden diese Daten flugs zu Rohdaten umettikettiert und mit Abschlägen in den 30er Jahren versehen, als es sehr warm war.

Abb. 5: Alte US-Temperatur (bis 2000) und Korrektur durch GISS
Ab 1960 wurden und werden sie dagegen mit Zuschlägen versehen, damit der Trend von da an wie Erwärmung aussieht (Bild rechts oben). Nur so paßt es: Die Temperaturkurve der USA (Abbildung 4) zeigt nun auch ab den siebziger Jahren den ersehnten Erwärmungseffekt, der zudem höher war, als der in den 30er Jahren.22
Begründet wird diese Manipulation mit neuen Erkenntnissen, die man seitdem gewonnen hätte. Wie sich dann aber herausstellte, lagen alle diese Erkenntnisse schon vor 1999 vor. Da waren sie aber offensichtlich noch nicht so wichtig.
James Hansen ist derjenige, der in den 80er Jahren bei tropischen Temperaturen im sommerlichen Washington den Senatoren den Treibhauseffekt nahebrachte und bis heute Erhöhungen des Meeresspiegels von etwa sechs Metern voraussagt.
Erst 2007 mußten das GISS und dessen Chef Hansen die Verlaufskurve der US-Temperaturen erneut nach unten korrigieren, weil ihnen der Statistiker Steven McIntyre umfangreiche methodische Fehler in der Aufbereitung der statistischen Daten nachgewiesen hatte. Seitdem ist nun nicht mehr das Jahr 1998 das wärmste bisher gemessene in den USA, sondern das Jahr 1934.23 Ups!
Ähnliche Änderungen ergaben sich für eine Reihe weiterer Jahre. Nach der erneut korrigierten Rangliste gehören jetzt vier Jahre aus den 30ern (1934, 1931, 1938 und 1939), nur zwei aus den 90ern (1998, 1999) und nur eines danach (2006) zu den Top Ten der heißesten Jahre. Natürlich erfolgte auch diese Korrektur ohne jede Erklärung oder Entschuldigung für die Irreführung der Öffentlichkeit.
Um dem Leser einen Einblick zu geben, was und wie alles die bodennahen Messungen beeinflußt, folgt hier eine Grafik aus einem Vortrag von Prof. Timothy Patterson von der kanadischen Carleton University.

Abb. 6: Der Einfluß des urban heat effect auf Bodenmessungen (rural – ländliche, ungenutzte Flächen, suburban – Vorstadt, downtown – Innenstadt, farmland – landwirtschaftliche Nutzflächen)
Man sieht einen kräftigen Anstieg der Temperatur um bis zu 5 °C und mehr, je näher man industrialisierten oder anderen städtischen Flächen kommt. Dieser urbane Wärmeinseleffekt ist selbstverständlich auch dem IPCC bekannt. Es versucht ihn durch viele willkürliche, häufiger auch nachvollziehbare und begründete Eingriffe herauszukorrigieren.
Leider geht das nicht gut, weil sich dieser Effekt eben überall anders auswirkt. Die Meßstationen liegen nun mal fast alle in den Zentren von Ballungsgebieten, in der Nähe von Universitätsinstituten, Rathäusern oder Flughäfen. Verlegt man sie in unbevölkerte Außengebiete, verliert man den historischen Bezug. Deshalb müssen die Stationen bleiben, wo sie sind, und ihre jeweilige örtliche Temperatur, die soviel mit der Globaltemperatur zu tun hat, wie der Igel mit dem Fensterputzen, munter weiter messen.24
S. Fred Singer und Dennis T. Avery fragten deshalb in ihrem Buch Unstoppable Global Warming, Every 1500 Years? ganz unschuldig, warum reiche Industrieländer eine höhere Erwärmung erleben als arme Länder. Die Meteorologen Eugenia Kalnay und Ming Cai haben herausgefunden, daß der Wärmeinseleffekt um bis zu fünfmal größer ist, als ihm in den offiziellen Berechnungen zugebilligt wurde. Der verbleibende Temperaturanstieg – zumindest, was die USA anbelangt – würde damit im Bereich der statistischen Meßungenauigkeit verschwinden.25
Eine weitere sehr interessante Entdeckung gelang den beiden Niederländern de Laat und Maurellis, die sie im renommierten International Jour- nal of Climatology publizierten. Dort führen sie aus, die heute verwendeten Klimamodelle würden voraussagen, daß die Erwärmung durch Treibhausgase sowohl auf der Oberfläche als auch – recht gleichmäßig – in der Troposphäre auftreten müßte. Das sei jedoch nicht der Fall, wie ihre Messungen zeigten, weil die Oberfläche – besonders die der urbanisierten Industrieländer – eine deutlich höhere Erwärmung zeigt, als die Troposphäre. Sie schreiben ferner, daß diese Unterschiede inzwischen ein gut dokumentiertes Phänomen darstellen und sehr wohl den Schluß zulassen, daß andere anthropogene Prozesse zu den beobachteten Oberflächentemperaturen beigetragen haben müssen.
Ganz klar lassen ihre Messungen auch erkennen, daß überall dort, wo Treibhausgas-Emissionen anfallen, also über Industrie- und Wohnvier-teln, die Temperaturzunahme stärker ist, als dort, wo diese Emissionen geringer sind oder nicht anfallen.26
Was ja auch plausibel ist, denn Kohlendioxid ist 1,5 mal schwerer als Luft. Diese Unterschiede zeigen sogar beide Meßmethoden, Satelliten- und Bodenmessungen. Über mögliche Ursachen sagt das jedoch noch nichts aus. In die Computermodelle finden diese Abweichungen dennoch keinen Eingang. Sie werden – wie so vieles andere auch – einfach ausgeblendet oder unterschlagen. Bei den Bodenmessungen wird dieser Effekt viel zu gering angesetzt. Der Leser möge selbst entscheiden, wieviel Wahrheitsgehalt er den Bodenmessungen nunmehr beimißt. Hoch kann er nicht sein.
Die Hockeystickkurve
Nun, wie versprochen, die Geschichte der Hockeystickkurve: Der amerikanische Wissenschafter Dr. Michael Mann und sein Team untersuchten 1998 die Baumringe überwiegend nordamerikanischer Nadelbäume und leiteten aus ihnen ein Rechenmodell ab, das einen besonderen Verlauf der Temperatur der nördlichen Hemisphäre errechnete. Dabei entstand eine wunderbare Temperaturkurve ab dem Jahre 1000, die einen erschröcklichen Anstieg bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts zeigte. Das war genau das, was die leitenden Herren des IPCC sehen wollten.
Diese Kurve, 1998 berechnet, fand sofort und an prominenter Stelle Einlaß in den IPCC-Bericht von 2001, wurde dort über 70 mal zitiert und trat von dort aus ihren Siegeszug durch die mediale und politische Welt an. Der Mensch und sein CO2 sind schuld, war der Tenor. Das Einsetzen der Industrialisierung und Anstieg der Globaltemperatur waren eng aneinander gekoppelt! Beim IPCC knallten die Champagnerkorken. Endlich hatte man etwas in der Hand, um den astronomisch hohen Forderungen an die Kyoto-Länder Nachdruck zu verleihen. Hier war der Beweis.
Eine Frage muß jedoch an dieser Stelle erlaubt sein: Ließen sich prominente Vertreter des IPCC – allen voran Sir John Houghton – nur deshalb mit dieser Kurve im Hintergrund interviewen? Der gleiche Sir John Houghton, der die ersten drei IPCC-Berichte von 1990, 1995 und 2001 leitend herausgab und der 1994 schrieb, solange wir keine Katastrophe ankündigen, wird keiner zuhören ?

Abb. 7: Die ursprüngliche Hockeystickkurve nach Dr. Mann aus dem dritten IPCC- Sachstandsbericht (2001)
Die Mann-Kurve hatte allerdings einige Schönheitsfehler. Als Stephen McIntyre, Ross McKitrick und andere – darunter in Deutschland Hans von Storch – einen zweiten Blick auf sie warfen, fiel ihnen auf, daß die ganze schöne mittelalterliche Warmzeit schlicht nicht vorhanden war. Obwohl sie – weil gut dokumentiert – einwandfrei nachweisbar ist. Auch die dann folgende – noch besser dokumentierte – kleine Eiszeit war nicht so recht erkennbar. Den IPCC-Oberen war das irgendwann auch aufgefallen.
Statt jedoch zuzugeben, daß ihre so schöne Grafik schwere Fehler enthielt, versuchten sie zu verhindern, daß die Kurve offiziell korrigiert wurde. Der mit dieser Aufgabe befaßte IPCC-Wissenschaftler Dr. Jonathan Overpeck faßte diese Versuche in der Bemerkung zusammen: We have to get rid of this medievial Warm Period. Deutsch: Wir müssen diese mittelalterliche Warmzeit loswerden.27 Er machte diese Bemerkung 2004 gegenüber Dr. David Deming – einem amerikanischen Paläoklimatologen – da er ihn fälschlicherweise als Gesinnungsgenossen einstufte.
Stephen McIntyre und Ross McKitrick versuchten daraufhin, das zugrundeliegende Computermodell nachzubauen. Die Zusammenarbeit mit Dr. Mann war dabei nicht sehr ergiebig, denn er weigerte sich lange beharrlich, Verfahren und Daten – wohl aus gutem Grund – offenzulegen. Nachdem sie ihr Ziel dennoch erreicht hatten, fütterten sie dieses Computerspiel mit allen möglichen Daten, auch den Originaldaten des Dr. Mann. Zuletzt und viele 10.000 Durchläufe später einfach mit Zufallszahlen. Und heraus kam – oh Wunder – immer wieder aufs neue ein Hockeystick. Das Modell konnte gar nicht anders. Es war auf diesen Schlenker hin programmiert.28
In der Zusammenfassung des vierten IPCC-Berichtes von 2007 fehlt dieser wichtige Beweis für eine menschengemachte Klimaerwärmung in der 2001 gezeigten Form. Stattdessen hat man die Grafik in einem Gewirr von Schlangenlinien, die alle die Temperaturentwicklung der letzten 1.000 Jahre darstellen sollen, versteckt. Man muß schon sehr tief in diesen Bericht einsteigen und genau hinschauen, um sie überhaupt noch zu finden. Die UN und die ihr folgenden Regierungen und Organisationen hielten es bis heute nicht für nötig, sich für diese bewußte Irreführung zu entschuldigen. Man kann sich ja doch mal irren, nicht wahr?!
Übrigens hat sich die gesamte wissenschaftliche Fachpresse – auf wessen Druck wohl – bis heute geweigert diese Korrekturen öffentlich zu machen. Im Herbst 2009 durch einen Insider oder Hacker zwangsveröffentlichte interne Emails von Mann und seinem „Team“ verfestigten den Betrugsverdacht weiter. Ein Schelm, der Schlechtes dabei denkt. Die ordentlich überarbeitete Hockeystickkurve finden Sie auf der nächsten Seite noch einmal schön hinterlegt mit der originalen IPCC-Kurve.29

Abb. 8: Die ursprüngliche Hockeystick- (unten) und die korrigierte Kurve, übereinander gelegt.
Inzwischen haben Forscher herausgefunden, daß sich die bei der Hockeystick-Rekonstruktion verwendete Baumringmethode überhaupt nicht zur Bestimmung von Temperaturen aus der Wachstumsperiode von Bäumen eignet, weil Bäume wohl über eine Art inneres Thermostat verfügen, das die Blattemperatur unabhängig vom Standort auf etwa 21 °C konstant hält. Also unabhängig davon ist, ob der Baum im tropischen Urwald oder an der Baumgrenze des Nordens heranwächst.30
Aber immerhin kann das IPCC für sich in Anspruch nehmen, eine Kurve als beste Erdtemperatur ausgegeben zu haben, die auch dann auftritt, wenn zu ihrer Erstellung reine Zufallszahlen verwendet werden. Das ist zwar kein Novum in der Wissenschaftsgeschichte. Bei uns Normalos heißt so etwas jedoch nicht Wissenschaft, sondern Betrug.
Die Geschichte entwickelt sich übrigens zu einer Geschichte ohne Ende, denn Dr. Mann – in seiner Berufsehre zutiefst verletzt – hat jüngst eine neue Hockeystickkurve vorgelegt. Er behauptet nun, diese würde die richtigen Temperaturen zeigen.31 Schaut man sie genau an, dann stellt man jedoch fest: Es ist die alte.32 Wie dieser dreiste Versuch das so hochgelobte Qualitätsmerkmal peer review passieren konnte, ist nicht nachzuvollziehen.
Der Erdtemperaturverlauf bis Mitte 2008
Nun zur meßtechnischen Neuzeit, der Temperaturermittlung im Satellitenzeitalter. Die nächste Abbildung zeigt den aktuellen Stand bei der Ermittlung des Erdtemperaturverlaufs kombiniert mit dem gemessenen Anstieg des Kohlendioxids in der Atmosphäre.

Abb. 9: Globaltemperatur und Kohlendioxidkonzentration ab 1998, Satellitenmessung (MSU) und Oberflächenmessung (Hadley)
Gezeigt wird der Temperaturverlauf der Erde von 1998 bis Mitte 2008, wie er von der NASA im offiziellen Auftrag und mit Satelliten gemessen wurde. Diese umrunden seit 1979 die Erde und erlauben eine sehr genaue Messung der durchschnittlichen Erwärmung. Zusätzlich sind die terrestrischen Meßwerte für die Temperatur eingetragen.
Die Grafik belegt die starken Abweichungen der Satelliten- von den terrestrischen Messungen. Vor allem aber zeigt sie seit 1998 keine weitere Erwärmung der Erde an.
Das alles ist überaus merkwürdig, weil gleichzeitig die bösen Kohlendioxid-Emissionen trotz Kyoto (!) dramatisch anstiegen und die Rückstrahlung – der Theorie nach – unverzüglich wirkt. Nachdem sich das alles im Jahre 2008 fortgesetzt und verstärkt hat, seit etwa 10 Jahren anhält und die Erde seit etwa fünf Jahren jedes Jahr etwas kühler wird, ist es wohl erlaubt, von einer Trendwende zu sprechen. Vermutlich ist die schöne Warmzeit erst einmal vorbei.
Nicht gezeigt werden im übrigen Wetterballonmessungen, die sich in sehr guter Übereinstimmung mit den Satellitenmessungen befinden.33
Fazit: Es gibt Erhöhungen der Globaltemperatur im Zehntel-Grad-Bereich seit Ausgang des 19. Jahrhunderts (etwa 0,6 +/- 0,2 °C sagt das IPCC), davon der größte Anteil vor 1940, als die Kohlendioxid-Produktion der Industrienationen kaum begonnen hatte). Sie liegen – mit Blick auf die mittelalterliche Warmzeit – innerhalb der natürlichen Schwankungen.
Ein geringer Einfluß des Menschen ist vielleicht trotzdem anzunehmen. Irgend etwas Bleibendes müssen wir ja hinterlassen. Allerdings rechtfertigt der minimale menschliche Einfluß weder ein Kyoto-Protokoll noch andere Enteignungs- und Zwangsmaßnahmen, wie sie die Glaubensgemeinde der Klimakatastrophiker derzeit durchzupeitschen versucht.
Kapitel 2
Ist der Anstieg des Kohlendioxidgehaltes, der in der Atmosphäre seit etwa 100 Jahren zu beobachten ist, die wesentliche Ursache für die globale Erwärmung?
Und wenn ja, hat der Mensch mit seiner technischen Kohlendioxid-Erzeugung daran einen maßgeblichen Anteil? Kohlendioxid macht als sogenanntes Spurengas einen Anteil von etwa 0,038 Prozent vom Volumen (oder 380 p(art) p(er) m(illion)) trockener Luft aus. Dieses Schicksal als Spurengas teilt es mit anderen Spurengasen wie Methan (CH4) oder Ozon. Der große Rest trockener Luft besteht aus Stickstoff (etwa 78 Prozent), Sauerstoff (etwa 21 Prozent) und Argon (0,9 Prozent). Der stark wetterbestimmende Wasserdampfanteil an der ja in der Natur stets feuchten Luft beträgt bis zu 4 Prozent (im Mittel 2 Prozent). Eine genauere Übersicht über die Menge der Treibhausgase zeigt die folgende Tabelle:

Wirkanteile beim Treibhauseffekt 34
Wie man sieht, sind alle anthropogenen Treibhausgase zusammen mit gerade mal 0,278 Prozent an der Gesamtwirkung der Treibhausgase beteiligt. 99,723 Prozent der Wirkung der Treibhausgase sind natürlichen Ursprungs (von insgesamt weniger als 3 Prozent an der Atmosphäre) und leisten ihre böse Treibhausarbeit völlig unbeeindruckt von sämtlichen Kyoto-Anstrengungen der Politiker. Allein diese extrem geringe Menge Kohlendioxid war es, die den ganzen Wirbel auslöste und zum allerschlimmsten Killer der Menschheit ausgerufen wurde.
Was dieses böse Kohlendioxid anrichtet? Es treibt die Temperatur der Erde hoch, ist die inzwischen von allen Politikern und Medien ständig wiederholte Ansage. Darunter müssen ganz schrecklich viele Menschen leiden, jetzt schon und in naher Zukunft noch viel mehr. Und – noch viel schlimmer – wir im Westen sind daran schuld. Die bösen Industrienationen. Pfui Teufel!
Da sollte sich doch jeder Mitbürger, der einigermaßen klar im Kopf ist und eine Vor-Pisa-Bildung genossen hat, fragen: Ja, aber stimmt denn das? Einig sind sich alle Wissenschaftler, daß der Kohlendioxidanteil an der Atmosphäre seit einiger Zeit angestiegen ist. Doch schon bei der Frage, von wo nach wo, scheiden sich die Geister.

Abb. 10: Der CO 2 -Verlauf von 1820 bis 1960 nach E. G. Beck
Jüngsten Forschungsergebnissen (siehe Abbildung 10 und Fußnote 36) zufolge gab es in den vergangenen 200 Jahren durchaus schon Werte von 440 ppm (um 1820) über 390 ppm (um 1855) mit sehr starken Schwankungen bis zum heutigen Wert von etwa 380 ppm. Diese Ergebnisse erhärten sich von Tag zu Tag mehr – sie wurden aus über 90.000 Messungen und über 200 wissenschaftlichen Studien darüber ermittelt. Vermutlich ist die gesamte Kohlendioxid-Treibhausgastheorie das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben wurde.35
Gängige Meinung von heute ist jedoch, daß der Kohlendioxidanteil von einstmals etwa 280 ppm auf gegenwärtig etwa 380 ppm angestiegen ist.36 Sie basiert zwar nur auf Veröffentlichungen der drei Forscher Svante Arrhenius (1859-1927), Guy Stewart Callendar (1898-1964) und Charles D. Keeling (1928-2005), die von vielen für sakrosankt gehalten werden. Letzterer saß auf dem aktiven Vulkan Mauna Loa und überzeugte die Welt von der Treibhauswirkung des Kohlendioxid.
Welche Kapriolen Kohlendioxid mit und ohne korrelierte Temperatur in der Erdvergangenheit geschlagen hat zeigt die folgende Grafik:

Abb. 11: Kohlendioxid- und Temperaturverlauf der letzten 600 Millionen Jahre
Dabei ist unstrittig, daß die Industrialisierung und Teile dieses Anstieges in weiten Bereichen einher gingen, also korrelieren, wie man es auch vornehm ausdrücken kann. Korrelation bedeutet jedoch nicht, daß die korrelierten Prozesse voneinander abhängen. Sie können, aber sie müssen nicht.37 Gar nicht unstrittig ist hingegen, woher dieser Anstieg rührt. Überwiegend oder ganz aus den Aktivitäten des Menschen wegen der Verbrennung fossiler Brennstoffe, wie es uns die Grünen und inzwischen die ganze politische Klasse immer wieder vorwerfen? Oder hat der Anstieg überwiegend oder vollständig, natürliche Ursachen? Auch dafür sprechen sehr gute Argumente.
Erst die Erwärmung, dann die CO2-Konzentration?
Diesen Zusammenhang sehen wir in der unten stehenden Grafik:

Abb. 12: Kohlendioxid- und Temperaturverlauf, Eisbohrkernmessung
Die Abbildung 12 zeigt Temperaturverlauf und Kohlendioxid-Schwankungen in der Antarktis der letzten 420.000 Jahre, wie sie aus Eisbohrkernen von dort – wenn auch recht grob – hergeleitet werden können. Wir erkennen sofort, daß der Kohlendioxidanteil periodisch schwankt und mit ihm die Temperatur. Bei genauem Hinsehen erkennen wir aber auch, daß erst die Temperatur ansteigt und dann das Kohlendioxid. Dieser Abstand liegt je nach betrachtetem Abschnitt zwischen 500 und 1.500 Jahren.38
Mit anderen Worten: Erst kommt die Temperatur, dann das Kohlendioxid. Jeder, der einmal eine Flasche Bier einige Zeit in der Sonne stehen ließ, kann bestätigen, daß da etwas dran ist. Wärme treibt gelöstes Kohlendioxid aus dem Wasser heraus. Und wohin? In die Atmosphäre.
Wieviel Kohlendioxid gab es historisch?
Nun kann man auf Grund von Abbildung 12 leicht zu dem Schluß kommen bzw. sich fragen: Ja, diese Zyklen – erst die Temperatur-, dann die Kohlendioxidzunahme – mögen ja so sein. Aber was ist mit dem absoluten Werten des Kohlendioxid? So hoch wie heute waren sie ja wohl in den letzten 420.000 Jahre nicht. So dachten bis vor kurzem alle, heute jedoch nur noch diejenigen, die partout keine Erkenntnisse zulassen wollen, die ihrer Meinung entgegenstehen. Das folgende Zitat zu diesem Problem stammt aus einem zehnseitigen offenen Brief des Physikers Alvo von Alvensleben, den er als Antwort auf Vorwürfe Prof. Rahmstorfs gegen seinen hier bereits genannten Vortrag von 2002 verfaßte.
Die Messungen des CO2-Gehalts in Eisbohrkernen haben sich, wie man erst seit wenigen Jahren weiß, doch als ziemlich ungenau erwiesen – wohl als Folge von Diffusionseffekten im Eis, durch die größere Schwankungen des CO2-Gehaltes nivelliert wurden. Daher ist zur Zeit noch die Meinung verbreitet, in den letzten 420.000 Jahren habe der CO2-Gehalt nur zwischen 190 ppm in den kältesten Zeiten und 280 ppm in den Warmzeiten gependelt. Daraus haben Botaniker gefolgert, der Anstieg des CO2 in der Atmosphäre um rund 30 % in den letzten 140 Jahren sei in der jüngeren Erdgeschichte ein einzigartiger Vorgang, und die Natur werde sich darauf nicht einstellen können, mit katastrophalen Folgen für die Pflanzenvielfalt.
Ein neues Meßverfahren (siehe Exkurs nächste Seite) zeitige jedoch überraschende Ergebnisse: Ganz im Gegensatz zu den Eisbohrkernen werde deutlich, wie die atmosphärische CO2-Konzentration von 260 ppm am Ende der letzten Eiszeit schnell auf 335 ppm im Präboreal (vor 11.500 Jahren) anstieg, dann wieder auf 300 ppm abfiel und vor 9.300 Jahren 365 ppm erreichte.
Eine weitere Studie von Gregory Retallack sei sogar zu dem Ergebnis gekommen, der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre sei vor 300 Millionen Jahren mehr als zehn mal so hoch gewesen wie heute.39
Exkurs:
Ein neues Meßverfahren – und überraschende Ergebnisse
Eine neue, robuste Technik zur Bestimmung der CO2-Gehalte der Luft in der Vergangenheit wurde nun in den späten Neunziger Jahren eingeführt. Zwischen der Flächendichte der Spaltöffnungen (Stomatae) in den Blättern bedecktsamiger Pflanzen (Angiospermen) und der umgebenden atmosphärischen CO2-Konzentration besteht ein enger inverser Zusammenhang. Dieser macht es möglich, den einstigen CO2-Gehalt der Atmosphäre aus fossilen Blättern zu bestimmen. Für weniger weit zurückliegende Epochen können CO2-Gehalte abgeleitet werden aus Blättern, die man im Torfmoor findet.
Obwohl die Eisbohrkerne dies nicht erkennen lassen, zeigt das neue Meßverfahren, wie die atmosphärische CO2-Konzentration von 260 ppm am Ende der letzten Eiszeit schnell auf 335 ppm im Preboreal (vor 11.500 Jahren) anstieg, dann wieder auf 300 ppm abfiel und vor 9.300 Jahren 365 ppm erreichte. Diese Beobachtungen widerlegen die Annahme einer stabilen vorindustriellen Atmosphäre und zeigen, daß CO2-Niveaus wie das heutige das Ergebnis sonnengesteuerter Temperaturzunahmen mit darauffolgender Ozean-Entgasung sind. Der rekonstruierte Verlauf aus der Zeit vor 9.000 Jahren gibt Auskunft über CO2-Zunahmen von 65 ppm pro Jahrhundert, die zu CO2-Niveaus wie dem heutigen führten, bei Temperaturen ebenfalls ähnlich den heutigen. Daraus folgt, daß man nach Beweisen für Effekte der industriellen CO2-Emissionen vergeblich suchen wird. Weder die heutigen Temperaturen noch die heutige atmosphärische Chemie zeigen Anomalien.40
Fortsetzung von S. 37
Prof. Dr. D. Hebert von der Technischen Universität Bergakademie Freiberg ergänzt, auch direkte Messungen von CO2-Gehalten an Luftproben aus Europa, Nordamerika und Peru belegen für die Zeitspanne von 1800 bis 1955 einen mittleren CO2-Anteil an der Atmosphäre von 335 ppm (SLOCUM, 1955), wobei die Einzelmeßwerte zwischen 270 ppm und 550 ppm streuen (JAWO-ROWSKI, 2004).
Geht man von einem vorindustriellen CO 2 -Gehalt der Atmosphäre von 330 ppm aus, ergibt sich ein anthropogener Zuwachs von gegenwärtig ca. 30 ppm. Das sind anstelle des bislang angenommenen CO 2 -Anstiegs von etwa 25 % nur 9 % bzw. 0,2... 0,3 % pro Jahr.
Diese Größenordnung ergibt sich auch aus der globalen Kohlenstoffbilanz. 41

Abb. 13: Kohlendioxid und Temperaturverlauf in den Jahren 6500 bis 9000 v. Chr.
Zwei weitere Anmerkungen zur neuen Meßmethode durch Ermittlung eines Stomata-Index: Auf www.kennislink.nl/web/show?id=78443 ist eine Grafik zu sehen, die den Übergang von der Eiszeit zur Warmzeit zeigt und aus Stomata-Indizes ermittelt wurde. Zugleich sieht man die aus einem Eisbohrkern ermittelte CO2-Kurve. Letztere erweist sich als unplausibel, weil der Übergang zur Warmzeit fehlt, der mit vermehrter CO2-Ausgasung aus dem Meer und vermehrter Pflanzenaktivität einhergeht.
Ferner haben die Professoren Alexander Wilson und Austin Long von der University of Arizona bereits 1997 dargelegt, daß sich andere, höhere CO2-Konzentrationen ergeben, wenn man das Kohlendioxid durch Verdunstung und nicht über die Eisbläschenmethode aus dem Eis abscheidet. Am deutlichsten seien die Unterschiede bei Eis aus größeren Tiefen, also aus dem älterem Eis des Bohrkerns, das aus vergleichsweise warmen Perioden stammte.
Die Erklärung hierfür ist, daß das Kohlendioxid aus den Luftbläschen in das feste Eis übergetreten ist, von wo es nur durch Verdunstung wieder gewonnen werden kann. Kohlendioxid ist in Eis löslich, sagte Wilson. Je tiefer man in den Eiskern eindringt, je mehr nehmen Zeit und Druck zu, und dies führt zu einem deutlichen Übertritt von Kohlendioxid ins Eis. Auch diese beiden Wissenschaftler gehen davon aus, daß die vorindustriellen Werte für Kohlendioxid nur unwesentlich unter den heutigen lagen.42
All das heißt nichts anderes, als daß die aus Eisbohrkernen gewonnenen CO2-Kurven falsche und zwar zu niedrige CO2-Werte angeben!
Damit erscheinen zudem Forschungsergebnisse von Ernst Georg Beck, die eine lebhafte Schwankung der CO2-Werte im letzten Jahrhundert zeigen, in einem anderen und deutlich besseren Licht.
Nach so viel Naturwissenschaft wollen wir ein wenig zusammenfassen:
1 Die Konzentration von CO2 steigt und fällt in der Atmosphäre im Wesentlichen aufgrund natürlicher Ursachen.
2 Die Konzentration von CO2 lag in den vergangenen 10.000 Jahren (und auch schon in den letzten 200 Jahren, s. o.) schon mal bei 365 ppm, vielleicht sogar darüber. Davor lag sie sogar noch wesentlich höher.
3 Die Konzentrationszu- oder Abnahme von CO2 folgt dem Tem-peraturverlauf mit einer Verzögerung von 500 bis 1.500 Jahren.
Keinesfalls soll ignoriert werden, daß menschliche Aktivitäten ebenfalls – jedenfalls einigermaßen wahrscheinlich – zum Anstieg der Kohlendioxid-Konzentration beitragen. Aber wieviel und mit welchen Wirkungen, das ist nur sehr vage bekannt. Es könnte gut sein, daß der einzige wirklich nachgewiesene Treibhauseffekt des Kohlendioxid, nämlich der, das Pflanzenwachstum zu beschleunigen (ich komme weiter unten noch ausführlicher darauf zurück), das zusätzlich entstehende CO2 schlicht absorbiert. Wir wissen es nicht. Es gibt zwar interessante Hypothesen, aber keine wirklichen Beweise (s. o.).
Kann Kohlendioxid das Treibhausgas sein, welches die Globaltemperatur nach oben treibt?
Wie ist es nun mit der These, daß Kohlendioxid das Treibhausgas schlechthin ist, das die Globaltemperatur nach oben treibt? Sehr viele Untersuchungen wurden angestellt und alle möglichen physikalischen und chemischen Effekte in der Atmosphäre wurden untersucht. Immerhin fließen jährlich etwa 8 Milliarden US-Dollar in diese Forschungen, davon 4 Milliarden in den USA und der weitaus größere Teil der zweiten Hälfte in der EU. Insgesamt sind schon mehr als 50 Milliarden US-Dollar auf der Suche nach Beweisen für den postulierten Treibhauseffekt verforscht worden.
Nach dieser These wirkt das Kohlendioxid hauptsächlich über einen Verstärkermechanismus auf den Wasserdampf, ausgelöst durch seine Abstrahlung (Gegenstrahlung) vorher vom Erdboden aufgenommener Strahlungsenergie. Kohlendioxid hat, wie auch Wasserdampf, die Fähigkeit, sehr selektiv und in engen Grenzen Strahlungsenergie (am stärksten ist hier die Absorptionsline von 15 µm) aufzunehmen und unter bestimmten Voraussetzungen auch wieder abzustrahlen. Diese abgestrahlte Energie wird als Gegenstrahlung bezeichnet.
Leider hat diese Gegen- oder Rückstrahlung (radiative forcing), auf der das ganze Theoriegebäude der Klimamodellierer beruht, einen gewaltigen Schönheitsfehler: Sie ist ein theoretisches Konstrukt (genau so wie die Globaltemperatur) und kann nur berechnet, aber nicht direkt gemessen werden.
Bis jetzt sind jedenfalls nur indirekte Messungen dieser Größe bekannt geworden. Das ist auch verständlich, weil die Sonne als Wärmequelle ebenfalls (wenn auch nur mit etwa 10 Prozent der Energie des sichtba-ren Bereiches) im 15-µm-Band strahlt. Diese beiden Strahlungsanteile auseinander zu halten – die gute Energie von der Sonne und die schlechte Energie vom Kohlendioxid – fällt offensichtlich sehr schwer. Dabei müßte das doch ein leichtes sein, bei dem vielen Geld, das dafür zur Verfügung steht.
Ernstzunehmende Physiker wie Prof. Dr. Gerhard Gerlich, Emeritus für theoretische Physik an der Universität Braunschweig, und mit ihm viele andere Physiker und Ingenieure, halten dieses Konstrukt sogar für eine eklatante Verletzung des Zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik, nach dem Wärme niemals (von selbst) von einem kälteren Körper (obere Atmosphäre) auf einen wärmeren Körper (untere Atmosphäre) durch die sogenannte Reemission übergehen kann, weil das dann ein (unmögliches) Perpetuum Mobile zweiter Ordnung ergäbe.43
Auch diese These wurde bisher noch von keinem der hochbezahlten Klimaforscher widerlegt.
Um trotzdem zu einer Erwärmung durch die Treibhausgase zu kommen, hat man das sogenannte radiative forcing (Gegen- oder Rückstrahlung) erfunden. Dabei handelt es sich um die Größe, die dafür verantwortlich gemacht wird, wenn der von der Sonne aufgewärmte Boden einen Teil seines Wärmeinhaltes in Form von Strahlung an die in der Luft enthaltenen Treibhausgase abgibt, diese die Strahlung dank ihrer Aufnahmefähigkeit für Infrarotstrahlung aufnehmen und gleich wieder in alle Raumwinkel abstrahlen. Auch nach unten, um damit die unteren Luftschichten zu erwärmen. Die Strahlung, die nach oben weggeht, interessiert dabei keinen.
Das nur in Spuren vorhandene Kohlendioxid hat nur sehr wenige Absorptionslinien. Die stärkste liegt bei 15 µm. Dem entspricht auch eine zu emittierende Strahlung von 15 µm. Von der aufgenommenen Energie (sei es Strahlungs- oder Stoßenergie) des Kohlendioxid-Moleküls werden um die 95 Prozent durch thermische Emission – sprich Anrempeln anderer Moleküle – wieder abgegeben. In jedem Fall muß die insgesamt aufgenommene Energie auch wieder abgegeben werden – das kann sich in der Atmosphäre auch zwischen Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen abspielen. Nur wenige Kohlendioxid-Moleküle (insbesondere die oberen mit größerer freier Weglänge) haben somit eine Chance, die absorbierte Energie als Strahlung direkt wieder abzugeben.
Es ist daher schwer zu erklären, warum ein Gas sehr geringer Dichte, das in 5 bis 10 Kilometer Höhe anzutreffen ist, die wesentlich wärmere und dichtere bodennahe Luft erwärmen soll. Und eine externe Energiezufuhr hat es ja nicht gegeben! Postulieren läßt sich zwar, daß auch diese geringe Strahlung den Empfänger leicht erwärmt, aber letztendlich kommt es auf die Bilanz an: Oben kalt, unten warm bringt von der kalten Seite keine Erwärmung, und so zeigen es auch die Messungen in diesen Höhen. Die Gegenstrahlungsidee ist fürwahr ein kühnes Konstrukt, das zwar mathematisch beliebig konstruiert werden kann, aber physikalisch nicht so recht aufzuspüren ist. Es läßt sich weder schmecken, noch riechen, noch fühlen und nur unter schweren Verrenkungen und Kompromissen „messen“.44
Die Gegner der Rückstrahlungstheorie – die übrigens nach Hans von Storch nur erfunden wurde, um die Klimamodelle rechenbar zu machen – bestreiten nicht, daß Gase aufgenommene Strahlungsenergie auch als Strahlung wieder abgeben, zeigen aber, das dies nur ein sehr geringer Teil der Energie ist.45 Sie weisen nach, daß die aufgenommene Strahlungsenergie des Kohlendioxid sehr schnell und fast vollständig durch die ständige Kollision mit den benachbarten Luftmolekülen abgebaut wird46, bevor sie wieder abgestrahlt werden kann. Immerhin kommen auf ein Kohlendioxid-Molekül etwa 3.000 andere Moleküle, hauptsächlich Stickstoff und Sauerstoff, die keine Absorptionslinien im fraglichen Bereich haben. Also reichlich Gelegenheit, die überschießende Energie per Stoß wieder abzugeben.
Somit herrscht ein ständiger Temperaturabgleich in der Umgebung der Kohlendioxid-Moleküle. Sie können daher nicht wärmer werden als ihre nahe Umgebung. Eigentlich nachvollziehbar. Darüber kann man nicht wirklich streiten, denn das ist anerkanntes physikalisches Wissen.
Sehr gut kann man das Problem mit der Rückstrahlung auch an der Tatsache ablesen, daß sehr viele Forscher bei der Ermittlung des Klimasensitivität CS47 auf ganz unterschiedliche Werte, die zwischen 0,17 bis 11,6 °C liegen, kommen. Das bedeutet, je nach dem, wer rechnet, kommt es zu einer Erhöhung der Globaltemperatur zwischen 0,17 und 11,6 °C. Ein Unterschied von 1 zu 68!! Für jeden dieser Werte gibt es gute Gründe. Sie haben nur alle den entscheidenden Nachteil, daß keiner von ihnen die physikalische Wirklichkeit abbildet.
Das IPCC – forsch wie es ist – ficht das alles nicht an und schätzte 2001 den Wert der Klimasensitivität CS – auf Grund von Modellrechnungen und Datenbankanalysen – auf etwa 2,8 °C. Prof. Stephen Schneider – einer der führenden US-Klimaforscher und Katastrophenmahner, Mitglied diverser Forschungsgremien und auch des IPCC – sprach noch im April 2007 bei einer Anhörung im US-Repräsentantenhaus von uncertainties in factors such as climate sensitivity, also Unsicherheiten bei Faktoren wie der Klimasensitivität.48
Zuvor hieß es bei ihm, die Klimasensitivität (CS) der Erde für Kohlendioxid sei unbekannt, es werde jedoch für Simulationsrechnungen angenommen, daß der wahrscheinlichste CS-(Gleichgewichts-)wert für eine CO2-Verdoppelung zwischen 1,5 und 4,5 °C liegt.49 Na, wenn das keine klare Ansage ist. Wir wissen zwar nichts, aber wir schätzen eben mal den Wert für unsere Modelle auf irgend etwas zwischen 1,5 und 4,5 °C. Andere Forscher – das Team um Stainforth – haben sogar Werte errechnet, die für den CS-Wert zwischen 1,6 und 11,6 °C liegen.50
Man sieht, von genauen Werten, obwohl auf die Kommastelle errechnet, kann keine Rede sein.
Wieder andere haben nicht nur Modellrechnungen mit strahlungsphysikalischen Methoden vorgenommen (Dietze, Barett u. a.), wobei ein CS-Wert von nur 0,7 °C herauskam, sondern diesen Wert auch mit der Wirklichkeit verglichen.
Dabei wurde der theoretisch gefundene Wert mit den gemessenen Temperaturverläufen per Regressionsanalyse51 verglichen. Es kam heraus, daß er mit dem ermittelten CS-Wert von Baliunas, Soon und Posmentier (einschließlich Schwankungen der Solaraktivität zwischen 1890 und 1990) von 0,8 °C sehr gut übereinstimmt.
Die gute Übereinstimmung zwischen theoretischem Wert – per Strahlungsphysik ermittelt – und dem beobachteten Wert ist beachtlich. Die Regressionsanalyse gestattet zwar ebenso wenig, eine klare Ursache-Wirkungs-Beziehung herzuleiten. Aber wenigstens liegen für die daraus abgeleiteten Faktoren reale Daten zugrunde, aus denen sich dann der CS-Wert von etwa 0,8 °C ergibt, der ganz in der Nähe des theoretischen Wertes nach Dietze von 0,7 °C liegt.
Eine Verdoppelung des Kohlendioxid-Anteiles (bei sonst unveränderten sonstigen Werten wie der Sonneneinstrahlung) ergibt demnach – als Korrelation! – eine Erhöhung der Temperatur um schlappe 0,7 °C. Das ist ein Viertel des IPCC Wertes!
Sechs weitere sehr schöne und überaus plausible Methoden, den CS-Wert aus realen Meßdaten zu ermitteln, finden sich auf der Seite www.john-daly.com/miniwarm.html. Diese haben jedoch aus Sicht des IPCC einen gewaltigen Schönheitsfehler, denn sie ergeben nur CS-Werte zwischen 0,17 °C bis 0,33°C. Wahrscheinlich ist das der Hauptgrund, warum das IPCC sie verschmäht. Sie passen so gar nicht in die Mär von der menschengemachten Erderwärmung.
In seinem vierten Sachstandsbericht hat das IPCC erneut einen höheren CS-Wert von 3 °C angegeben. Neuere Erkenntnisse gibt es dazu allerdings nicht. Warum sie diesen Wert verwenden, sagen sie dort auch nicht. Anscheinend gilt es, das Bedrohungsszenario unter allen Umständen aufrecht zu erhalten.
Denn bisher haben wir keine Verdoppelung des Kohlendioxids erlebt, sondern einen Anstieg um 10 bis 30 Prozent, je nachdem, auf welchen Eingangswert man sich bezieht. Die Untersuchungen von Peter Dietze – offizieller Berichterstatter des dritten IPCC-Berichtes von 2001 – deckten zudem erhebliche Parameterfehler in den IPCC-Modellen auf, die bis 2100 insgesamt zu einer Überschätzung der kohlendioxidbedingten Erwärmung um etwa 600 Prozent führen. Man stelle sich vor: 600 Prozent zu viel!
Führende IPCC-Forscher wie Prof. Lennart Bengtsson vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie gaben sogar zu, daß die Erwärmung weit geringer ausfällt und langsamer erfolgt, als erwartet wurde.52 Hinsichtlich der Übertreibung der Klimaerwärmung sei auch an Prof. Stephen Schneider mit seiner berüchtigten Aussage von 1989 erinnert: Um Aufmerksamkeit zu erregen, müssen wir Schreckensszenarien anbieten, vereinfachte dramatische Kommentare abgeben und dürfen unsere eventuell vorhandenen Zweifel möglichst nicht erwähnen. Jeder von uns muß über die richtige Balance zwischen Effizienz und Ehrlichkeit selbst entscheiden.53 Wir haben sehr effektive Forscher auf diesem Feld. Ansonsten ist kein weiterer Kommentar nötig.
Außerdem geht das IPCC von einem progressiven Anstieg des weiteren Kohlendioxidgehaltes der Atmosphäre aus. Andere, was sich mit den Ergebnissen von Messungen deckt, aber nur von einem linearen Anstieg. Dazu ein Zitat von Yuri Izrael, dem Direktor des Instituts für Weltklima und Ökologie der Russischen Akademie der Wissenschaften und IPCC-Vizepräsidenten: Viele Experten schätzen die höchstmögliche CO2-Konzentration in der Atmosphäre auf 400 ppm. Unsere Berechnungen zeigen, daß die CO2-Konzentration um nur 800 ppm steigen würde, wenn die gesamten erkundeten und vorhandenen Kraftstoffe der Erde im Laufe von wenigen Stunden verbrannt werden würden. Aber wir werden diese Höhe nie erreichen. In historischer Zeit gab es auf der Erde Perioden, als die Höchstkonzentration des CO2 bei 6000 ppm lag (im Karbon). Doch das Leben geht weiter.54
Ein linearer Anstieg würde – vorausgesetzt alles andere bliebe so, wie es jetzt ist, und die Rechenmodelle stimmen, was, wie schon erwähnt, keiner beweisen kann – zu einer Erhöhung der Temperatur um nur 0,24 °C (bedingt durch den Kohlendioxidanteil) bis 2100 führen, bezogen auf heute. Gleichzeitig würde das Kohlendioxid nicht über 470 ppm steigen können, schlicht aus Verfügbarkeits- und Preisgründen. Die fossilen Brennstoffe würden sich so verteuern, daß man es sich nicht mehr leisten könnte, sie zu verbrennen.
Gibt es bei diesen Werten dennoch Gründe, aktiv zu werden? Ja, es gibt welche! Und das sind durch Panik- und Angstmache von uns erpreßte Steuern und Abgaben sowie eine allumfassende Gängelung der Bürger! Der tschechische Präsident Vacláv Klaus formulierte es so: Nicht das Klima ist bedroht, sondern unsere Freiheit und unser Wohlstand! Diese tollen Möglichkeiten haben die Bürokraten der Welt, die politische Klasse und, mit einiger Verzögerung, auch die Wirtschaft erkannt. Ich werde darauf zurückkommen.
Im übrigen noch etwas zur Verhältnismäßigkeit. Man hört ja inzwischen insbesondere vom WWF und anderen grünen NGOs, daß wir im Grunde wegen unseres sündhaften Verbrauches zwei Erden benötigten. Hier ein realistischer Vergleich: Rechnet man – nur als statistische Größe – vier Menschen auf einen Quadratmeter (wie im Fahrstuhl), dann paßt die gesamte Menschheit auf die Fläche von Frankfurt am Main, das sind rund 1.500 Quadratkilometer. Diese Fläche ihrerseits paßt knapp 333.000 mal in die Oberfläche und immerhin noch gut 53.000 mal in die bebaubare Fläche der Erde. Wie viele Frankfurts braucht die Menschheit? Das doppelte der bebaubaren Fläche?
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