Read the book: «Höllenfahrt - Horror-Thriller (Hardcore)»
Höllenfahrt
Horror-Thriller
(Hardcore)
von
Marty Ramone

www.verlag4you.de
© 2021 by verlag4you - Germany
www.verlag4you.de
1. Auflage
ISBN 978-3-947183-28-9 (PRINT)
ISBN 978-3-947183-41-8 (EBOOK)
Buch- und Umschlaggestaltung: verlag4you
Inhalt verfasst von: Martin Sander
Grafiken- u. Cover-Entwurf: Reneè Donnerstag
Lektorat: H. Koch
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

INHALT
Prolog
1.0
1.1
1.2
1.3
1.4
2.0
2.1
2.2
2.3
2.4
2.5
3.0
Nastassja Romanow
Kapitel I
Kapitel II
Kapitel III
Kapitel IV
Kapitel V
Kapitel VI
Kapitel VII
Kapitel VIII
Kapitel IX
Kapitel X
Kapitel XI
Kapitel XII
Kapitel XIII
Kapitel XIV
Kapitel XV
Kapitel XVI
Kapitel XVII
Kapitel XVIII
Kapitel XIX
Kapitel XX
Kapitel XXI
Kapitel XXII
Kapitel XXIII
Kapitel XIV
Kapitel XXV
Kapitel XXVI
Kapitel XXVII
Kapitel XXVIII
Kapitel XXIX
Kapitel XXX
Kapitel XXXI
Kapitel XXXII
Kapitel XXXIII
Kapitel XXXIV
Kapitel XXXV
Kapitel XXXVI
Kapitel XXXVII
Kapitel XXXVIII
Kapitel XXXIX
3.1
4.0
4.1
4.2
5.0
5.1
5.2
5.3
6.0
6.1
6.2
7.0
7.1
7.2
7.3
7.4
7.5
8.0
8.1
8.2
8.3
8.4
8.5
8.6
8.7
8.8
9
10.0
10.1
EPILOG
EPILOG NR. 2
Jana und Mike
Die Legende von Eposil und Antrum
Jays Puppe und Janas geilster analer Orgasmus
Jaqueline und der neue Stich
Ein Hoch auf die Ladies und eine Begegnung der etwas anderen Art
Träume sind Schäume
Zum Buch
Über den Autor
Prolog
Die Tannen trugen ein dichtes, weißes Kleid aus Schnee und standen in dieser eiskalten Nacht dicht aneinandergereiht unterhalb des Wurmbergs. Der Vollmond beleuchtete diese gespenstische Szenerie, der ein Hauch von Hoffnungslosigkeit und Verderben anhaftete.
Fast hätte man ein Buch lesen können, so sehr reflektierte die weiße Pracht den Schein des Erdtrabanten auf den Nadelwald und das umliegende Territorium. Es war fast gänzlich still. Nur ein leichter Wind sorgte für ein sanftes Rauschen in den Bäumen. Neue, dichte Schneeflocken stoben geräuschlos vom Himmel und verwischten die Spuren des Harzer Wildes in Sekundenschnelle, welches sich in der Dunkelheit auf Nahrungssuche befand.
Die Tiere des Waldes schälten sich mit einem Male aus der Dunkelheit. Gewaltige Hirsche erschienen im weiten Rund. Ein Rudel Wölfe bahnte sich seinen Weg durch den dichten Schnee. Sie alle versammelten sich um eine alte, abgestorbene Eiche unterhalb des Berges, an der schon Luchse und Füchse auf die Neuankömmlinge warteten. Vor dem toten Baum lag ein gerissenes Reh, dessen Blut durch den Schnee ins Wurzelwerk sickerte. Die Lebewesen schienen zu spüren, dass an diesem Ort ein besonderes Ereignis bevorstand.
*
Wie in einem Märchen umlagerten die Tiere den abgestorbenen Baum, der zuvor eine beängstigende Stille ausstrahlte. Doch plötzlich erbebte er und erwachte zum Leben.
Das tote Geäst bildete wie aus dem Nichts zwei weiße Knochenstangen. Aus denen traten zunächst Augsprossen hervor. Dann entstanden Kronen. Schließlich offenbarte sich dem Rotund Schwarzwild ein mächtiges Geweih. Aber damit war es nicht genug: Der Baum veränderte seine Form. Eine gigantische Gestalt auf zwei Beinen erhob sich aus dem tiefen Schnee. Zwei riesige Äste verwandelten sich in gewaltige Arme, die von spitzen, knöchernen Fingern abgeschlossen wurden.
Das Wesen schien der Natur nahezu angepasst, denn seine Helligkeit hob sich kaum von der Winterlandschaft ab. Doch wer genau hinsah, erkannte die Baumwurzeln, die sich in Muskeln verwandelten. Aus einem breiten, abgestorbenen Ast formte sich ein Kopf. Ein Hirschschädel kristallisierte sich unter dem majestätischen Geweih heraus. Dieser besaß aber nicht die üblichen Zähne, die dazu dienten, Grünzeug zu zermahlen. Ein unheilvolles Gebiss mit scharfen Zähnen offenbarte sich den Tieren des Waldes, die ehrfurchtsvoll in ihrer Starre der Kreatur zu huldigen schienen. Schließlich war die Metamorphose abgeschlossen.
Die Wölfe begannen zu heulen, als sich das neugeborene Monster in seiner ganzen Pracht präsentierte. Ein riesiges Ungetüm stand dort im Mondlicht, welches die Größe von zwei ausgewachsenen Menschen besaß. Doch trotz der gigantischen Erscheinung wirkte das Wesen nahezu edel mit seinem weißen Fell. Das grausige Maul in einem Antlitz, dass der Hölle entsprungen zu sein schien, öffnete sich. Furchterregende Töne durchdrangen dabei die Nacht. Ein Käuzchen schrie angsterfüllt und war wie gebannt.
Connulus erhob sich schwerfällig aus dem Schnee und trat zu den Lebewesen des Waldes. Die Luchse waren ihm am nächsten und verneigten sich ehrfurchtsvoll, in dem sie ihre Häupter devot zur Erde neigten. Waren es auch Tiere, so schienen sie zu spüren, dass ihr Leben nun als Gabe für eine höhere Macht enden sollte.
Der Hirschgott packte eine der Raubkatzen und teilte sie mit unmenschlicher Kraft über seinem Haupt in zwei Teile. Das warme Blut sprenkelte in die ausgedörrte Kehle und schenkte so dem Dämon Kraft. Schon viel geschmeidiger in seinen Bewegungen erreichte der Dämon das Wolfsrudel und bohrte seine furchtbaren Zähne in das Leittier. Der weiße Schnee färbte sich im Mondlicht rot, als Connulus das Tier in Stücke riss.
*
Die Kreatur aus der Hölle verschwand in der Nacht. Zurück blieb ein Pfuhl aus Kadavern, deren noch warme Körper kurzzeitig den eiskalten Waldboden erwärmten. Sorgte das vergossene Blut für die Glocke aus Nebel, die sich um den grausigen Ort bildete oder waren dies die Seelen der toten Waldbewohner, die der Teufel zu sich in die Hölle eingeladen hatte?
1.0
Jasmin Schmidt beeilte sich, einen vernünftigen Schnappschuss vom Sonnenuntergang hinzubekommen. Der orange Kreis war gerade dabei, hinter den Bergen abzutauchen. Aus Erfahrung wusste die 23-jährige, dass sie jetzt sehr schnell mit ihrem Smartphone sein musste. Sie knipste, was das Zeug hielt, während Julian Reinhold dabei die Augen verdrehte.
Der Blankenburger wusste, dass den Beiden die Zeit im Nacken saß. Sie hatten noch etliche Kilometer bis nach Braunlage zu bewältigen, und die bevorstehende Dunkelheit würde sicherlich nicht die Wanderung dorthin vereinfachen. „Bist du denn bald mal fertig?“, meldete sich der 24-jährige zu Wort. So langsam aber sicher kroch ihm die Kälte am Körper hinauf. Die Ruhephase hier oben auf der Schnarcherklippe machte es nicht besser. Schon seit einer Stunde hielt sich das Pärchen auf dem freistehenden Felsen mitten im Wald zwischen Elend und Schierke auf. Und trotz angepasster Outdoor-Kleidung fror er wie ein Schneider, da Minusgrade herrschten.
Jasmin sah sich ihre Aufnahmen an. Das ist noch nicht perfekt. Mit ihren kalten Fingern aktivierte sie die Kamera ihres Handys erneut. „Sieh doch mal, ist das nicht ein tolles Panorama? Dort links der Wurmberg und rechts daneben der Brocken.“
„Ey, Jasmin, mir ist echt scheißenkalt. Komm zum Ende!“ Julian kannte seine Freundin nur zu gut und war sichtlich genervt. Spätestens zehn Minuten nach Ankunft in der Pension würden 1500 Follower bei Twitter und 666 Freunde bei Facebook an dem fotografierten Sonnenuntergang teilhaben können. Er massierte seine Oberschenkel, die in einer wärmenden Treckinghose steckten und vor Kälte doch langsam taub wurden.
„Das isses! Wir können los.“ Das Girl fuhr das Telefon herunter, um Akku zu sparen. Ihr Handy hatte nur noch 33 Prozent. Wer weiß, vielleicht bot sich den Beiden noch der eine oder andere Schnappschuss auf dem bevorstehenden Wanderweg nach Braunlage.
Geschwind glitten ihre Finger in die wärmenden Handschuhe. Mit dem letzten Tageslicht kletterten das Paar die Eisenleitern hinab. Da passierte Jasmin das Missgeschick: Ihr Handy schob sich beim Abstieg aus der Vordertasche ihrer Hose und fiel aus zwei Meter Höhe auf das harte Gestein. Mist, war klar, dass das passieren würde. Warum habe ich mich auch nur so stressen lassen? Die 23-jährige stieg von der untersten Leitersprosse und griff nach dem Mobilphone. What the Fuck! Spider-App! Jasmin versuchte das Telefon zu aktivieren; leider vergeblich. Der Bildschirm blieb schwarz.
Julian kam nun auch unten an und war froh, endlich wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Hier unterhalb der Klippe war es doch gleich ein paar Grad wärmer. Der Sachsen-Anhalter sah seine Freundin, die völlig neben sich zu sein schien. Dann begriff er den Grund dafür. „Ist doch nur ein blödes Handy!“ Ihm war der Hype darum ohnehin nicht so wichtig. Sein Telefon lag wohlbehütet in der Braunlager Unterkunft.
Jasmin war hingegen stinkig: „Na toll! Wenn du nicht ständig genervt hättest, wäre das mit Sicherheit nicht passiert.“ War ja klar! Im Zweifelsfall waren immer die Anderen schuld. Julian wollte nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen. Und so schluckte er den ihm gerade einfallenden Spruch hinunter und bedauerte lieber sein Girl. Gleich morgen würden sie nach einem Handy-Laden Ausschau halten. Vielleicht konnte man da noch etwas retten. Der Blankenburger küsste seine Freundin. Die reagierte erst einmal zickig, aber dann doch dankbar und fühlte sich in dem Moment von Julian verstanden.
Die Harzstädter setzten sich in Bewegung. Nach kurzer Zeit und beschwerlichem Weg über Baumwurzeln und Findlinge erreichten sie ein Wegkreuz. Julian schaltete seine Kopflampe ein, da es jetzt mittlerweile schon arg dunkel geworden war. An einem Pfahl befand sich ein Wegweiser. Sie waren richtig. Nach rechts ging es nach Braunlage.
Auch Jasmin fror jetzt und so legten die Beiden einen Zahn zu. Die Bewegung würde helfen, warm zu bleiben. Links und rechts des vom Mond ausgeleuchteten Weges türmten sich gewaltige Nadelbäume auf. Nicht nur Julian wurde mit einem Male komisch, der sich plötzlich wie ein Protagonist in einem schlechten Horrorfilm fühlte. Jasmin hakte sich bei ihm ein. Die gespenstischen Schatten der Bäume sahen echt unheimlich aus.
Nachdem das Paar einen Querweg durch frischen, unbetretenen Schnee passiert hatte, erreichte es eine mit Betonsteinen eingelassene Straße, die damals den DDR-Grenztruppen wohl dazu gedient haben musste, das sozialistische Vaterland vor dem Klassenfeind zu schützen. Julian hatte jetzt förmlich das Bild vor Augen, als sich hier an der Stelle vor über drei Jahrzenten Jeeps ihren Weg zur innerdeutschen Grenze bahnten und Patrouille fuhren. Nur gut, dass diese Zeiten endgültig vorbei sind!
Der Sachsen-Anhalter arbeite schon seit seiner Lehre in einer Goslarer Druckerei als Mediengestalter und hatte dort in Niedersachsen auch sehr viele Freunde. Wenn sich ihm in naher Zukunft die Chance bot, in dem schönen Harzstädtchen günstig ein Haus klar zu machen, würde er zuschlagen und seine Jasmin mitnehmen. Mit ihrem Beruf als Arzthelferin wäre es bestimmt kein Problem, in einer Praxis einen neuen Job zu finden.
Der Weg erwies sich in der Dunkelheit als nicht einfach, denn in den Betonsteinen befanden sich tiefe vom Schnee verborgene Löcher, die einem Fahrzeug keine Probleme bereiteten, Wanderern schon.
Plötzlich war da ein Knacken im Geäst, ca. 100 Meter vor ihnen. Julians Körper verkrampfte sich in eine Art Alarmbereitschaft. Woher und von was kam das Geräusch?
Diese Frage sollte ihm umgehend beantwortet werden…
*
Schemenhafte schwarze Schatten schälten sich aus dem Dickicht des Waldes und traten auf den Pfad. Eine Rotte Wildschweine durchquerte den Schnee. Die Augen der Tiere glühten in der Dunkelheit.
Während die Bache mit ihren Frischlingen scheinbar ungestört in den gegenüberliegenden Waldbestand trappelte, hatte der Keiler die beiden Menschen bereits gewittert. Sie waren eine Gefahr für seinen Nachwuchs. Heißer Atem drang aus seinen Nüstern, als er sich in Bewegung setzte…
Julian erkannte die bevorstehende Gefahr sofort. Schnell taxierte er die Umgebung. „Schnell, Jasmin, der Eber greift uns an. Da vorne ist ein entwurzelter Baum.“ Der 24-jährige wartete keine Antwort ab und zog seine Freundin mit sich. Das Wildschwein war sehr schnell. Jetzt kam es auf Sekunden an! Die Beiden erreichten unter dem Kreischen der Arzthelferin die Wurzel, unter der sich eine Kuhle befand. Jasmin versuchte sich an dem Geäst hinaufzuhangeln; rutschte aber wegen des Schnees, der sich daran befand, immer wieder ab. Das Mädchen schluchzte und war durch den plötzlichen Adrenalinschock schweißgebadet. Julian half nach und schob sie nach oben. Geschafft!
Jetzt musste nur noch er irgendwie auf die Wurzel gelangen. Das Wildschwein kam immer näher. Der Blankenburger zog sich empor. Seine Freundin half und riss an den Ärmeln seiner Outdoorjacke. „Schnell! Mach! Das Viech ist fast heran.“ Julian hatte keine Zeit, die Aussage seiner Freundin zu überprüfen. Endlich fand er mit seinem Schuh an einem Baumstumpf Halt. Gleich hab` ich`s. Der Blankenburger hegte neue Hoffnung. Doch dann erstarb die Zufriedenheit in seinem Gesicht, als sich der Hauer des Ebers in seinen Unterschenkel bohrte.
Das 200 Kilo schwere Tier riss wie wahnsinnig am Bein des Menschen und zog ihn in das Erdloch zurück. Jasmin schaute sich verzweifelt um. Ein paar Zentimeter weiter, am Baumansatz hatten Wanderer Steinfiguren aufgebaut. Sie griff nach einem größeren Brocken und schleuderte ihn auf den Keiler, der sich gerade über ihren Freund hermachen wollte. Das Geschoss traf das Tier mitten zwischen die Augen. Das Wildschwein erstarrte kurzzeitig in seiner Bewegung. Dann rannte es verschreckt in die Dunkelheit.
*
Das war nochmal gutgegangen! Die Blankenburgerin kletterte in die Kuhle und besah sich das Schlamassel. Julian hatte einen leichten Schock. Sein Blick war ängstlich auf den Unterschenkel gerichtet. Das Hosenbein hing zerfetzt im Schnee. An der Wade befand sich ein schlimmer Krater, aus dem unaufhörlich Blut quoll und den Schnee darunter rot verfärbte.
Ein Notruf war wegen des defekten Handys unmöglich, das war Beiden klar! Auf Hilfe konnten sie also nicht hoffen.
Instinktiv griff Jasmin in ihren Rucksack und zog daraus einen langen Schal hervor. „Wir müssen dich verbinden, und zwar schnell. Vielleicht können wir die Blutung etwas stoppen.“ Die Arzthelferin wusste natürlich, worauf es ankam. Nachdem sie mehrere Schichten Papiertaschentücher auf die Wunde gepresst hatte, schlang sie fachmännisch das Textil um das Bein und verknotete es. Frauen waren immer für alles gewappnet, und so zauberte sie eine Schmerztablette aus der Seitentasche des Rucksacks hervor. „Die wird dir helfen, Schatz.“
Dankbar spülte Julian die Pille mit einem Schluck Selters hinunter. „Es wird schon gehen!“ Der Blankenburger stand mühselig auf. Die Schmerzen waren zwar immens, aber das wollte er sich vor seiner Retterin nicht anmerken lassen. Mit wackligen Beinen trat Julian auf den Weg. Das ging besser, als er gedacht hatte.
Die Blankenburgerin sattelte währenddessen ihren Rucksack. Jasmin beäugte ihren Freund mit Argwohn. Würde er es bis nach Braunlage schaffen? Der 24-jährige grinste gequält: „Mit dir bis zum Mond und noch viel weiter.“ Jasmin musste lächeln und küsste ihren Freund zärtlich auf die Wange.
Die beiden Wanderer setzten ihren Weg fort; nicht mehr so unbeschwert wie zuvor, aber in der Hoffnung, dass alles gut werden würde…
*
Der Hirschgott sog die kalte Winterluft in die Lungen. Ein süßer Duft stieg in seine Nüstern. Die Kreatur roch Blut.
Anmutig bewegte sich der Dämon zwischen den Baumreihen hindurch. Der Schnee unter dem Geschöpf schien zu schmelzen. Connullus war mit seinem hellen Fell eins mit der Natur. Sein mächtiges Geweih sah aus wie ein prächtiges Kronenwerk eines gewaltigen Baumes in der Winterlandschaft.
Der Dämon nahm die Witterung des besonderen Geruchs auf. Man sah es dem Gott in diesem Moment nicht an, aber in seinen Gehirngängen machten sich furchtbare Gedanken breit. Furchtbare Mordlust kam im Dämon auf. Er brauchte das menschliche Blut, damit er noch mächtiger werden konnte.
Eine erneute Brise drang in die Nüstern. Das Lebenselixier war nicht mehr fern…
*
Das Paar schleppte sich durch die eiskalte Nacht. Jasmin stützte dabei ihren Freund, der nur behäbig vorankam.
Julians provisorischer Verband war mittlerweile durchgeblutet. Der Blankenburger ächzte und stöhnte unter den druckartigen Schmerzen, die sich in seinem Unterschenkel ausbreiteten.
Endlich tauchte ein erneuter Wegweiser vor den Beiden auf: Braunlage 2 km. „Gott sei Dank! Dann ist es bestimmt nicht mehr weit bis zum Ortseingang.“
Das Baumdickicht um sie herum wurde dichter. Knorriges Geäst verdunkelte das Mondlicht. Plötzlich schien ein riesiger Körper den schmalen Weg zu versperren. Fast schien es sich um einen Baum zu handeln, dessen Krone sich endlos verzweigte.
Tatsächlich war es Connullus, der von einer unsagbaren Mordgier getrieben wurde. Das Geschöpf breitete seine Oberarme aus. Aus den Extremitäten wuchsen Äste, die blitzartig über den Schneeboden raschelten und sich das Blankenburger Paar als Ziel auserkoren hatten.
Jasmin Schmidt war zu überrascht, als dass sie noch hätte fliehen können. Julian kam das Ganze gerade wie ein Albtraum vor und war aufgrund des Szenarios wie gelähmt. Die hölzernen Glieder umschlängelten seine Freundin, packten sie und zogen sie zu der Kreatur, die er jetzt gut erkennen konnte. Das Geschöpf war an die vier Meter groß und besaß ein riesiges Geweih. In dem hirschähnlichen Kopf glühten die zwei Augen lichterloh, welche sich über einem Maul befanden, dass nicht von dieser Erde zu sein schien. Die Hölle musste das Wesen ausgespuckt haben!
Die Blankenburgerin schrie wie am Spieß. Unaufhörlich näherte sie sich über den kalten Schneeboden dem Monstrum. Plötzlich hing sie Auge in Auge zum Dämon, von dem Geäst getragen, in der Luft. Ableger seiner Arme legten sich um ihren Hals und nahmen ihr die Luft zum Atmen. Jasmins Gesicht lief puterrot an. Ihre Zunge streckte sich aus dem Mund.
Der Hirschgott entblößte sein schreckliches Gebiss. Dann riss er mit den messerscharfen Zähnen den Muskel heraus. Sogleich ergoss sich ein Blutstrom in sein Maul, was ihn rasend machte.
Die 23-jährige konnte in diesem Moment ihre unsäglichen Schmerzen kaum zum Ausdruck bringen. Lediglich ihre Hose zeugte davon: Ein feuchter Fleck bildete sich im Schritt, als sich die Blankenburgerin einnässte.
Connullus gierte und labte sich am roten Nektar und dem Fleisch. Seine Zunge durchfuhr das Gesicht der Menschenfrau. Fast zärtlich kostete er die Tränen von den Wangen und das Blut, das unaufhörlich zwischen den Lippen hervorsprudelte.
Beißendender Geruch drang dem Hirschgott in die Nase. Seine Extremitäten gingen erneut auf Wanderschaft und suchten nach dem Grund dafür. Zwischen den Beinen der Frau fanden sie das Ziel. Dort befand sich Urin. Seine tierischen Instinkte machten das Monster lüstern. Das Gewebe der Hose riss, als das höllische Gehölz Einlass begehrte.
Knöcherne Auswüchse drangen in Vagina und Anus ein. Jasmin überkam eine gnädige Ohnmacht, als sich die Glieder den Weg durch ihren Körper suchten…
*
Töte sie! Der Hirschgott vernahm die Stimme in seinem Inneren. Nimm dir ihr Fleisch. Sättige dich, damit du noch viel mächtiger wirst. Bring mir das Weib in die Hölle. Connullus fletschte seine Zähne, während seine Dornen blutige Löcher in die Eingeweide stießen und immer weiter vordrangen. Die immensen Schmerzen ließen Jasmin ein letztes Mal klar in ihren Gedanken werden. Noch einmal öffnete sie ihre Augen. Doch alles verblasste abrupt, als sich in diesem Moment die Kiefer um ihren Kopf schlossen und diesen mit einem Ruck von der Wirbelsäule rissen.
*
Starr vor Angst musste Julian Reinhold mit ansehen, wie mit seiner bestialisch ermordeten Freundin eine Veränderung geschah. Ihr Körper wurde eins mit dem Geäst. Der Leib ging in das Geweih des Hirschgottes über. Neue Sprossen entstanden, und schließlich verkündete nur noch ein gequältes, knöchernes Gesicht im Kronenansatz, dass zuvor ein Mensch existiert hatte. Es schaute ungläubig aus dem Wirtskörper heraus…
*
Durch Connullus Körper fuhr eine teuflische Energie. Ein eisiger Wind kam auf, der sich in den Tannenhölzern brach.
Das Geweih des Hirschgottes war um eine Trophäe reicher: Das Antlitz der Menschenfrau befand sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Tierhäuptern, die das Wesen zuvor gerissen hatte. Knöcherne Auswüchse traten über den Gesichtern hervor, die sich zu einem einzigartigen Labyrinth an Sprossen verformten. Ein stiller Betrachter würde gar feststellen, dass das Geweih zu leben schien.
Der Blutdurst der Kreatur schien noch nicht gestillt. Da wartete noch der Gefährte seines Menschenopfers, welcher wie gelähmt das Schauspiel verfolgt hatte. Lass den Menschen gehen! Er soll von deinem Unheil verkünden. Durch deine Präsenz haben sich die Höllenpforten erneut geöffnet. Nun ist es an der Zeit, dass meine Feinde sie durchdringen und ich ihnen endlich den Garaus machen kann. Connullus verstand nicht den Sinn der Worte, die eine noch höhere Macht gerade zu ihm gesprochen hatte. Zu sehr war er von seiner Blutgier geleitet. Doch musste er gehorchen.
Kein Geringerer als Satan hatte ihm befehligt, Julian Reinhold zu verschonen. Der Hirschgott ließ den Menschen unversehrt und verschwand zwischen den gewaltigen Nadelhölzern.
1.1
Einige Stunden zuvor…
Tim Berger und Jana Sommer saßen an diesem Tag im „Jaspers“ in Braunlage. Das Paar wollte sich mit seinen Freunden ein paar schöne verschneite Tage im Mittelgebirge Norddeutschlands gönnen, und so hatten die Göttinger ein Doppelzimmer in einem Hotel-Resort wenige hundert Meter von der Kneipe entfernt gebucht. Der 40-jährige Hauptkommissar hielt zärtlich den Arm um seine Freundin, der man an diesem Abend in keiner Weise ansah, was sie in der vergangenen Zeit durchgemacht hatte.
Die schwarzhaarige Schönheit, die mit ihrer Frisur unweigerlich an die ägyptische Königin Kleopatra erinnerte, zog am Strohhalm ihres Cocktails. Es war jetzt gut zwei Jahre her: „Er“ hatte ihr das Kind genommen. Er, Christian, eine Ausgeburt der Hölle. Der Erzengel und Vater des kleinen Dämons, der sich mit Tim weitere Monate zuvor im Harzer Ort Bad Lauterberg einen Kampf auf Leben und Tod geliefert hatte, war durch einen Fluch im Elbsandsteingebirge erneut auf seinen Widersacher getroffen und hatte Jana nach der Geburt versprochen, dass er sich in der Hölle um den gemeinsamen Sohn kümmern würde. Christian rettete ihr und Tim seinerzeit das Leben vor den unheilvollen Mächten, die damals einige Orte der Sächsischen Schweiz in Schutt und Asche legten. Als Dank für das kleine Wesen verlieh der Erzengengel der 34-jährigen ungeheure Kräfte, die Jana komplett verändern sollten. War sie damals noch eine Krankenschwester in der Göttinger Universitätsklinik gewesen, gehörte sie mittlerweile der EPO, der „European Parapsychology Organization“, an, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, übersinnliche Phänomene zu bekämpfen. In den letzten zwei Jahren vollzog sie eine knochenharte Ausbildung und lernte mit ihren neuen Kräften umzugehen. Ihr Deckname war jetzt „A-Girl“, und sie hatte seitdem schon so manchem Dämon in den Arsch getreten.
Tim Berger streichelte durch die glatten schwarzen Haare, die neonblau in der Beleuchtung des Bistros schimmerten. Er kannte Janas Story natürlich wie kein anderer in allen Einzelheiten. Damals hatte sich in Bad Lauterberg die Hölle aufgetan. Satans Kreaturen waren über den Ort hergefallen; auch Christian, den man den „Geflügelten Tod“ nannte.
Der Erzengel war von Gott vor über 2000 Jahren in die Finsternis verstoßen worden, da er mit der Jungfrau Maria Gottes angeblichen Sohn Jesus Christus gezeugt hatte. Jana hatte den Engel in der unheilvollen Nacht an seine längst vergangene große Liebe erinnert. So entführte er die Göttingerin in die Hölle und schwängerte sie dort.
Einige Monate später trafen sie sich im Elbsandsteingebirge wieder. Der Herold des Satans hatte mittlerweile einen Pakt mit Luzifer geschlossen. Der versprach ihm, dass er Maria zurückbekommen würde, wenn er ihm das Kind bringt. So gebar Jana schließlich unter der Mithilfe des Engels den kleinen Dämon Torge, der möglicherweise ohnehin nicht in der Menschenwelt aufwachsen konnte. Diese Entscheidung nahm Christian dem Paar ab; wenn auch nicht ganz uneigennützig. Er entführte seinen Sohn in die Finsternis.
Die Folgezeit war schlimm für die damals 32-jährige und hatte sie in ein seelisches Chaos gestürzt. Erst massive psychologische Unterstützung und der Beitritt in die EPO gaben Jana neuen Lebensmut und ihr Selbstbewusstsein zurück.
Tim wischte sich den Pony aus dem Gesicht. Er schmiegte sein Gesicht in das seiner Freundin, die seinen Dreitagebart gar nicht zu spüren schien; denn ihre Haut war seit dem Tag der Geburt des Dämonensohns anders geworden. Als Christian ihr seinerzeit die besonderen Kräfte durch Auflegen seines Schwertes übertrug, war sie seitdem eine völlig neue Person. Sie spürte in Folge die göttliche Energie, die fortwährend durch ihren Körper fuhr und sie zu einer Art Superheldin gemacht hatte.
Berger exte sein Bier mit einem Schluck weg, als die Tür der Pinte aufschwang und ein ihm bekanntes Pärchen das „Jaspers“ betrat. Na endlich!
Jaqueline König und Marty Anders erkannten die alten Freunde da hinten am großen Tisch sofort. Mit überschwänglicher Freude stürzte der männliche Besucher auf Jana und Tim zu und drückte sie herzig. Auch seine Freundin kriegte sich vor lauter Freude kaum wieder ein. „Ihr Lieben! Was habe ich euch vermisst…“ A-Girl kamen ein paar Tränen. Gerade zu der 21-jährigen Sächsin hatte Jana eine besondere Beziehung. Klar war sie mit Tim zusammen! Aber die Brünette liebte sie ganz besonders.
Sofort kamen Jana die Gedanken an damals in Bad Schandau, als es zwischen den Beiden heiß hergegangen war. Wie auf Kommando begann ihre Muschi zu kribbeln. „Lass dich herzen, du Süße. Du bist ja noch viel hübscher als damals.“
Jaqueline streifte wie zur Bestätigung den dicken Daunenmantel ab und entblößte ihren verführerischen Body, welcher in einem ärmellosen Kleid steckte, der ihre Figur perfekt zur Geltung brachte. „Schau ma Tim! Das hab isch mir extra for dich stechen lassen.“ Auf ihrem Arm prangte das „The Number of the Beast“-Cover. Iron Maidens Maskottchen Eddie grinste fies vom Oberarm und hielt den Teufel als Marionette, der sich unter ihrem Ellenbogen befand.
Nur zu gerne erinnerte sich der Bulle an damals, als Jana ihn überraschte und Jaqueline aufs Hotelzimmer eingeladen hatte. Zu geil, als ich das Herz-Tattoo Jaquelines über der blanken Pussy küsste. „Isch hab auch noch e paar neue Tattoos an meene Beene. Sieh her!“ Die Brünette stellte ihren Schenkel auf einen Stuhl und präsentierte dem Paar ihre neuen Errungenschaften. Dabei schob sich das Unterteil ihres Kleides nach oben. Natürlich hatte das Girl mal wieder keinen Schlüpfer an! Eine Schwäche von ihr! Der Polizist bekam sofort eine Latte, Jana wurde noch feuchter, und auch Marty konnte nun bei seiner Freundin nicht mehr an sich halten und streichelte ihr lüstern durch die knackigen Pobacken.
Der völlig perplexe Kellner, dem diese Aktion nicht entgangen war, brachte Cocktails für die Mädels und frisches Bier, welches sich die durstigen Kehlen der Männer schon herbeigesehnt hatten. Die Pärchen stießen miteinander an und erinnerten sich an die spannenden Zeiten vor zwei Jahren, während heißer Rock aus den Boxen des Szenelokals dröhnte. Es gab sogar eine kleine Tanzfläche, auf der sich gerade ein paar junge Frauen zu Loverboys „Turn me Loose“ austobten. Das war hier ganz nach Tims Geschmack. Allerdings machte ihn das Outfit seiner Freundin auch schon die ganze Zeit ziemlich heiß.
Jana trug ein figurenbetontes Top, unter dem sich ihre prallen Brüste deutlich abzeichneten. Der Knaller war jedoch die Netzstrumpfhose unter dem Ledermini. Nur er und Jana wussten, dass das Nylon einen besonderen Schnitt hatte. Im Schritt war es offen. Das Kopfkino ging mit dem 40-jährigen durch. Er stellte sich schon die ganze Zeit vor, wie es wohl wäre, jetzt über seine Freundin herzufallen. Ihr waren seine lüsternen Blicke nicht entgangen. Der hochprozentige Cocktail hatte da nebenbei auch noch ein Übriges getan und ihre Schamgrenze deutlich herabgesenkt. So schob die 34-jährige ihre rotlackierten Finger in Tims Schritt. Seine pralle Männlichkeit war unter der Jeans deutlich spürbar und wurde jetzt gefühlvoll massiert. „Marty! Du bist ja heute in zivil gekleidet. Siehst richtig schick aus! Da hat dein Herzchen aber alles richtig gemacht“, lenkte die Göttingerin geschickt von ihrer geheimen Tätigkeit ab.
Anders bekam einen roten Kopf bei Janas Kompliment, während sich seine Jaqueline an ihn kuschelte. „Du weißt doch Jana! Hier ist meine Heimat. Nur im Elbsandstein werde ich zum Verfechter des Guten. Meinen Dress trage ich nur dort.“ Er grinste verschmitzt und zupfte das geschmackvolle Hemd etwas nach unten, so dass man sein Bäuchlein nicht bemerkte.
Auch Martys Geschichte gehörte zur Chronik der vier Freunde. In der Sächsischen Schweiz kannte man ihn als „Elbstone-Man“. Ein leicht verschrobener Superheld, der dort mit viel Herz für die Menschen agierte. Bei der Schlacht der Menschen mit den Dämonen hatte er seinerzeit Jaquelines Leben in einer heldenhaften Aktion gerettet. Seit dieser Zeit waren die beiden ein Paar, und immer, wenn es die Zeit zuließ, kam die Bad Schandauerin in den Harz, um ihren persönlichen Helden zu besuchen. So auch diesmal. Was für ein Glück, dass man sich heute zudem mit Jana und Tim traf.
Fehlte eigentlich nur noch ein Pärchen. Das hatte jedoch für diesen Abend kurzfristig abgesagt, würde aber spätestens morgen auf die Vier treffen. Tim vermisste die beiden Abtrünnigen bereits sehr. Der fehlende Henning Sturm war sein bester Kumpel, Star-Agent der EPO und somit Kollege von Jana. Mit ihm hatte er in der Vergangenheit so manches Abenteuer erfolgreich gegen überirdische Mächte gemeistert. Seine reizende Freundin Pauline hatte dabei oft durch ihre logistischen Kenntnisse entscheidende Hilfe geleistet. Sturm hielt sich derzeit noch in Schottland auf und war mit der Aufarbeitung eines Falls um einen keltischen Kult beschäftigt, bei dem Menschen geopfert worden waren. Den hatte er zwar zerschlagen können, aber der Abschluss zog sich in die Länge. Pauline half ihm dabei.
Berger trank das Glas leer, während Janas Hand mittlerweile in seiner Hose auf Entdeckungstour ging. Geschickt hatte sie zuvor den Reißverschluss der Jeans geöffnet und glitt unbemerkt von den anderen mit ihren warmen Fingern an Tims steifen Schaft auf und ab. Nervös vor Geilheit schob er sich seinen Pony aus der Stirn. Ich brauche jetzt dringend ein Bier. Sonst spritze ich meiner Süßen gleich in die hohle Hand. Der Kellner kam mit einer Lage Schierker Feuerstein und frischem Pils, das Marty zuvor geordert hatte. Der Elbstone-Man prostete den Freunden mit dem Schnaps zu. Gequält vor Lust spülte der Göttinger das süße, aber harte Gesöff die Kehle runter.
Abrupt zog sich Janas filigrane Hand aus der Hose heraus: „Ich muss mal für kleine Mädels.“ Die EPO-Agentin stand auf und schaute ins Rund der Kneipe. Ihr ehemals unsicherer Blick war seit der Verwandlung einem scharfen gewichen, der sofort das umliegende Umfeld genauestens analysieren konnte. Dort hinten geht es zu den Toiletten! Auf ihren High-Heels setzte sich die Göttingerin in Bewegung und konnte förmlich die Blicke der männlichen Gäste spüren, die magnetisch auf ihrem knackigen Birnenpo verweilten. Das machte sie an, denn die 34-jährige war beileibe kein Kind von Traurigkeit. Einem gutaussehenden Typen an der Theke steckte sie im Vorbeigehen eine Visitenkarte mit ihrer Telefonnummer zu, nachdem sie verführerisch über ihren Zeigefinger geleckt und ihn dann sanft auf die Lippen des Schönlings gepresst hatte. Dem fiel glatt das Bier aus der Hand. Mmmh, der könnte das Liebesspiel mit Tim bestimmt anreichern…
*
Jana saß auf der Klobrille und pinkelte. Was ist das denn? Ihr Blick fiel auf seltsame Stöpsel, die in der Trennwand der Kabine zum Waschbecken steckten. Sie zog an einem und „plopp“, wurde ein im Durchmesser zehn Zentimeter großes Loch sichtbar. Einen halben Meter daneben zog die Schönheit eine weitere Plastikkappe ab; mit dem gleichen Ergebnis. An der gegenüberliegenden Wand zur Nachbartoilette befand sich ebenfalls ein Loch. Wo bin ich denn hier gelandet? Ein getarnter „Gloryhole-Room“! Na, wenn das so ist…
Jana zählte nochmal nach, zog sich bis auf die Strumpfhose „Ouverts“ aus und aktivierte ihr Handy…
*
Tims Smartphone vibrierte in der Hosentasche. Er zog es hervor. Eine WhatsApp von Jana war gerade eingetrudelt. Was will meine Schöne? Sie ist doch ohnehin gleich vom WC zurück. Der Göttinger las die erste Nachricht.
Jana:
„Schnapp dir mal die beiden Süßen und kommt auf die Damentoilette. Bring auch den blonden Typen von der Theke mit. Ich habe `ne Überraschung für euch!
“ 21.15 Uhr
Tim:
„Was für eine Überraschung? Bin schon ganz gespannt! Sind gleich bei dir.“ 21.17 Uhr
Tim weihte derweil Marty und Jaqueline ein. Erneut meldete sich das Handy.
Jana:
„Grins! Bin in der ersten Toilette. Schick mir Jaqueline rein. Der Blonde soll in die Kabine rechts neben mir kommen. Ihr Beiden werdet dann schon wissen, was zu tun ist, wenn Ihr am Waschbecken steht.
“ 21.20 Uhr
Okay! Tim kannte seine Freundin nur zu gut. Bestimmt hatte sie etwas Geiles mit ihnen allen vor. Neugierig setzten sich die drei Freunde in Bewegung. Auf halbem Weg hielt der Göttinger mit dem hübschen Kerl an der Theke Smalltalk und flüsterte ihm, sein Name war Mike, eine erste vage Vermutung ins Ohr; ohne zu wissen, was sie jetzt gleich erwarten würde…
*
Die Klotür schnappte auf. Jaqueline trat in die Kabine. Ihre Freundin saß fast nackt auf der Brille und streichelte sich zwischen den Schamlippen: „Jana, was hast du vor?“
„Schätzchen, lass dich überraschen! Sind alle da?“
„Isch globe scho. Tim hat ebn noch mit eener Type an de Theke geschwabbelt.“
„Hmmm… das ist gut so. Das sollte er auch.“
Die Sächsin konnte bei dem Anblick, der sich ihr auftat, gar nicht anders. Janas pralle Brüste luden förmlich dazu ein, geliebkost zu werden. Das hübsche Ding presste ihre Lippen auf einen der steifen Nippel und begann daran zu nuckeln. A-Girl liefen die Lustsäfte am Oberschenkel hinab und tropften auf die Fliesen. Sanft stieß sie die Sächsin von sich, die gerne noch weiter agiert hätte.
Janas Hände wanderten zu ihren Schläfen. Sie konzentrierte sich auf ihre besonderen Kräfte. Dann war es geschafft. Unsichtbare Energie würde die Tür zur Damentoilette für die nächste Zeit verschließen.
Derweil war der verdutzte Mike in die Nachbarkabine eingetreten. Berger und Anders hatten sich wie vereinbart am Waschbecken eingefunden. Als Tim die Rundungen in der Wand sah, ahnte er, was Jana mit ihnen vorhatte. In der Vergangenheit hatte er mit seiner stets geilen Freundin mal einen Pärchen-Klub besucht. Dort war man auch auf einen „Gloryhole-Room“ gestoßen. Marty dagegen schaute seinen Kumpel verwirrt an.
„Du Superheld! Das ist Jana, wie sie leibt und lebt. Immer geil und für jede Schandtat bereit. Kannst schon mal deinen Schwengel aus der Buxe holen“, grinste der Göttinger seinen Freund an.
„Okay! Wir Mädels wollen jetzt eure Schwänze sehen! Zeigt mal her, was Ihr zu bieten habt“, meldete sich die Stimme der 34-jährigen, die Jaqueline auffordernd zublinzelte. Die Sächsin war in Anbetracht der Situation angenehm überrascht, da sie normalerweise auch nichts anbrennen ließ. Das könnte noch ein geiler Abend werden.
Tims Penis, der sich als erstes durch das „Gloryhole“ schob, erkannte Jana sofort. Ein Ring aus Titanium mit den eingravierten Buchstaben ihres Namens schmückte die pralle Eichel. Das Piercing hatte sich Berger vor ein paar Monaten machen lassen, um der Göttingerin damit seine Liebe zu beweisen. Janas Zunge glitt über das kühle Metall.
Währenddessen hatte auch Marty seine Erektion durch das Loch gesteckt und wurde schon erwartungsfroh von seiner Jaqueline erwartet. Die umgriff gekonnt seine prallen Hoden und stülpte sogleich ihre roten Lippen über den Stab. Die Sächsin begann ihren Helden zu blasen. Dem wollte Jana nicht nachstehen und nahm Tims Schwanz tief in ihre Kehle auf. Auf der anderen Seite der Wand schauten sich die Männer zufrieden an. Das war ja mal eine super Idee gewesen. Da hatte Jana einen Geistesblitz gehabt. Ihre Becken schoben sich rhythmisch in Richtung der Löcher und wurden bereitwillig von den Mündern bedient.
Gegenüber lugte jetzt auch der Pimmel Mikes hervor. Die EPO-Agentin musterte das Ding aus dem Augenwinkel. Der ist ja noch ganz schön mickrig! Während Tims Schwanz bis zum Anschlag am Zäpfchen kitzelte, hatte sie ja noch ihre linke Hand frei. Mit der brachte sie den noch unbekannten Zipfel auf Vordermann. Der 28-jährige konnte nur erahnen, wer sich da an ihm zu schaffen machte. Eigentlich durfte es sich nur um die schwarzhaarige Schönheit mit den grünen Nixenaugen von vorhin handeln. Gefühlvoll wichste Jana seinen Dödel, so dass die Vorhaut immer wieder unter die Eichel flutschte. Das Vorhaben war schon bald von Erfolg gekrönt. Der Wonnespender wurde zwischen ihren Fingern immer größer. Auf der anderen Seite erklang ein dumpfes Stöhnen. Jana wurde fast blass, als sie schließlich das Endresultat in ihrer Hand hielt. Wäre jetzt nicht ihr Mund so voll gewesen, hätte die 34-jährige doch glatt mit der Zunge geschnalzt. Das waren nahezu an die 25 Zentimeter! Was für ein Gerät! „Der“ würde sich bestimmt super in ihrem Arsch anfühlen.
Jaqueline bekam jetzt auch große Augen, als sie den „Dick“ sah und begann die prallen Eier Mikes zu massieren.
Jana zauberte ein Gleitgel aus ihrer Handtasche hervor. Der Kabinennachbar spürte auf einmal ein warmes Fluid, dass von emsigen Händen auf seinem Ständer aufgetragen wurde. Als der steife Hammer flutschig genug war, brachte die Göttingerin ihren Hintern in Position. Parallel dazu steckte Tims Penis weiterhin bis zum Anschlag in ihrem Mund. Derweil klatschten die 25 Zentimeter der Neueroberung auf die ausgestreckten Arschbacken der Nimmersatten. Jana seufzte. Sie wollte den dicken Prügel endlich in sich spüren.
Jaqueline legte bei Marty eine kurze Pause ein und positionierte Mike an Janas Hintereingang: „Hey, du da drüben. Du darfst jetzt zustoßen, noa. Besorgs ihrm Po!“ Das ließ sich der 28-jährige nicht zweimal sagen. Auf Frauen mit derartigen Neigungen war er bislang noch nicht oft getroffen. Jaqueline kannte die Vorliebe ihrer Freundin für Analverkehr dagegen nur zu gut. Die Sächsin gab Hilfestellung, als sich die blutrote Eichel in die Rosette bohrte.
Jana schrie innerlich auf. Dieser geile Schmerz im ersten Moment! Sie biss dabei in Tims pulsierende Erektion, der auf der anderen Seite der Wand schmerzerfüllt das Gesicht verzog. Marty, der derzeit zum Nichtstun verdammt war, stellte sich die Frage, was da drüben gerade abging. Dort fuhr jetzt Mikes Rohr immer tiefer in Janas Arschloch. Als sie fast ausgefüllt war, musste sie erst einmal pumpen. Der riesige Schwanz übte immensen Druck in ihrer Magengegend aus. Dann endlich konnte sich die Göttingerin entspannen. Ihr Po begann jetzt, den zustoßenden Ständer immer wieder bereitwillig in sich aufzusaugen. Jana ließ Tims Schwanz aus ihrem Mund flutschen: „Komm, fick mich jetzt so richtig geil in den Arsch. Ich will mehr von dir spüren. Ist das etwa schon alles?“
Mikes Gedankengänge spielten verrückt. Der 28-jährige stieß noch tiefer in die dunkle Grotte. Die engen Darmwände massierten dabei seinen dicken Hammer, der nochmal zwei Zentimeter gewachsen war. Was für eine geile Sau! Lässt sich von mir die Rosette pudern. Ich darf auf keinen Fall ihre Karte verlieren. Jana jammerte vor Wollust. Mittlerweile fickte der ädrige Schwanz die 34-jährige fast bis zum Anschlag. Nur die zwei Zentimeter starke Zwischenwand verhinderte einen tieferen Kontakt.
Der Rhythmus hatte sich mittlerweile eingespielt und endlich konnte sich Jana auch wieder um Tim kümmern. Sie zog an dem Piercing. Seine glühende Eichel zitterte vor ihrem Gesicht, um sogleich von ihrem Mund vernascht zu werden.
Von dem geilen Anblick getrieben fokussierte sich Jaqueline auch endlich wieder auf ihren Freund. Sie schob ihren Rock in die Höhe und drückte ihren Apfelarsch an das „Gloryhole“. Wie von selbst glitt Martys Wonnespender in die rasierte Muschi. Na ändlisch! Die Sächsin zog dabei mit den Händen die prallen Backen weit auseinander, während ihr das Pussysekret an den Innenschenkeln hinunterlief.
Hätte der Harzer jetzt einen Blick erhaschen können, wäre er wohl vor Geilheit durchgedreht. So fickte er seine Freundin sehr gefühlvoll und ahnte nicht, dass sich gerade der rotlackierte Finger Janas in das Popoloch seiner Herzensdame bohrte. „Ei verbibsch, besorg`s mir Marty!“ Die Sächsin zwinkerte dabei ihrer Mitgespielin zu, die gerade zwei Löcher gestopft bekam.
Jana spürte jede Ader des riesigen Schwanzes in ihrem engen Darmkanal. „Geht es nicht doch noch etwas tiefer?“ Ihr geiler Arsch presste sich an die Wand und hinterließ Schweißflecke, während Tim kurz vorm Orgasmus stand. Zu geil hatte die EPO-Agentin seine Eichel beim Blasen durchgekaut. Jana zog an seinem Sack. Sollte er doch ein wenig Schmerzen haben. Die hatte sie schließlich auch; wenn es auch „süße“ waren, die der prächtige Schwengel in ihrem Po auslöste.
Dann kam Jana explosionsartig. Ihr Becken zog sich zusammen. Der Rosettenkranz packte im Orgasmus Mikes Schwanz wie eine Zange. Sein steifes Monster wurde hart gemolken; die Eichel war gefangen. Dem 28-jährigen zitterten die Knie, als er sein Ejakulat in die Arschfotze schoss.
Genau das war es, was das Superweib brauchte: Geiles Sperma im Darm. Sie kam erneut und spürte, dass auch Tim jeden Moment in ihren Mund spritzen würde. Dessen Schwanz war ja von vorhin durch Janas Wichsen ohnehin unter Druck gewesen. Dementsprechend befand sich eine große Menge Sperma in den Eiern.
Der Göttinger verdrehte die Augen, als sein Schwanz im Schlund seiner Freundin zuckte und sich massiv entlud. Der heiße Saft schoss schwallartig in Janas Schlund. Die zweite Ladung Sperma und das innerhalb weniger Sekunden. Wie geil! Jana wollte diesen besonderen Augenblick genießen und nahm die Unmengen an Wichse mit ihrem Mund auf, ohne sie hinunterzuschlucken. Mit ihrer Zunge schmeckte sie die weiße Masse. Mmmh, sehr nussig. Die Zunge fuhr durch den klebrigen Glibber und streichelte ihn fast zärtlich in ihrem Rachen. Was für ein geiler Saft!
Endlich war es auch bei den anderen Beiden soweit. Jaqueline und Marty kamen. Der ergoss sich in der auslaufenden Möse seiner Freundin, während die Sächsin bei jedem Spritzer losschrie, als ob es der letzte wäre…
Der erschlaffende Prügel glitt langsam aus Janas Hintern. Sie war frei. Auch Marty hatte sich aus der Freundin zurückgezogen, deren heiße Muschi jetzt auslief. Die Göttingerin zog die süße Sächsin zu sich heran. Nachdem beim Küssen des Herztattoos ein Schwall Sperma aus ihrem Mund tropfte und zur Fotze der 21-jährigen hinunterlief, ging Janas Zunge erneut auf Entdeckungsreise und kostete von Martys Lustsaft, der sich nun mit Tims vermischte.
Die drei Männer waren mittlerweile in der unverschlossenen WC-Kabine erschienen und beobachteten das Schauspiel, das sich ihnen bot. Jaqueline streichelte erregt ihre vollen Brüste, während die Göttingerin die vollgesaute Möse ausschleckte.
*
„Schade, dass unsere Herrn rein optisch ni viel davon mitbekamen, was wir mit ihnen angestellt haben“, meldete sich die sächsische Schönheit nach ihrem X-ten Orgasmus zu Wort. Jana wischte sich über ihr spermaverklebtes Gesicht und schob die glasige Sahne der Männer auf ihre Zunge. Dann schluckte sie den Lustnektar herunter. Ein paar Vitamine und das Eiweiß können als Vorbeugung für das kalte Wetter nicht schaden. „Sieh mal hinter dich. Hab alles aufgezeichnet.“ Am Spülkasten war Janas Handy mit Pflastern fixiert. Die rote „Record“-Lampe blinkte noch.
„Noa, du bischt mir ja eene!“ Jaqueline musste laut loslachen und drückte dann Jana einen Schmatzer auf die Wange.
„Hab so wie du gedacht. Wäre doch schade gewesen, wenn unsere Kerle nicht daran teilhaben könnten, was ich mit ihrer heißen Wichse getan habe. Außerdem möchte ich sehen, wie sie sich dabei einen runterholen, wenn mir der gutbestückte Kerl, da vor dir, im Video den Arsch fickt.“ Tim, Marty und Mike guckten sich überrascht an. Dem Letzteren schwoll bei Janas Aussage erneut eine gewaltige Latte. Was für eine süße Sau! Die andere Kleine neben ihr hätte ich aber auch gerne noch klargemacht.
*
Berger griff sich in die Hosentasche, die noch heruntergezogen in seinen Kniekehlen hing und zog das brummende Smartphone hervor. Henning ruft an, zeigte das Display. Er drückte den Annahme-Button und vernahm die Stimme am anderen Ende der Leitung: „Hey Tim! Was geht?“
„Na wenn du Jana kennst, kannst du dir sicherlich vorstellen, dass wir gerade extremen Spaß hatten. Sehen wir uns morgen?“
Ein lautes Lachen ertönte aus der Ferne: „Echt jetzt? Ihr seid doch im „Jaspers“! Oder nicht? Steht Jana neuerdings auf Trinkspiele?“
„Nicht wirklich. Eher Spiele der etwas anderen Art!“
„Verstehe!“ Wir sehen uns gleich! Bin mit Pauline im Heli unterwegs. Die gibt auch schon wieder keine Ruhe!“ Ein Kichern erklang im Hintergrund, und nur Gott wusste, was da im Hubschrauber gerade vor sich ging. „In circa einer halben Stunde landen wir und schlagen zu euch auf. Der Abschluss des Falls ging dann doch etwas schneller vonstatten, als gedacht.“
„Super Neuigkeiten. Wie du es man immer machst…“
„Ich habe Pete in der Zentrale schnell meinen Bericht gegeben und dann den Hubschrauber vom Tower genommen. Ich hoffe, dein Auto ist noch mobil? Mit dem Fluggerät hier lassen sich unsere geplanten Aktivitäten für die kommenden Tage nur schwer realisieren.“ Jetzt musste auch Tim lachen. Das war eine Anspielung auf seine Einparkkünste. In der Vergangenheit hatte er schon so manche Stoßstange geschrottet. Der Hauptkommissar hatte während des Telefonats nebenbei seine Hose geordnet und strich sich vor dem Spiegel des Waschbeckens den Pony aus der Stirn.
Bei dem angesprochenen Pete handelte es sich um Pete Saunders. Er war der Leiter der „European Parapsychology Organization“, die ihren Hauptsitz in London hatte. Unter dem Parktower des „Nature Human Animal Parcs“ befanden sich geheime Katakomben. Von dort agierte das Unternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hatte, übernatürliche Verbrechen zu bekämpfen.
„Okay, ja die Karre ist noch einsatzfähig. Wir sehen uns gleich. Ich werde den Anderen mal kräftig in den Hintern treten, damit hier was vorwärts geht. Bis später.“ Der Bulle informierte seine Freunde über die neue Situation.
„Noa, dann kommt ma in de Strümpe“; meldete sich Jaqueline, die die wenigste Arbeit hatte. Brauchte sie sich doch nur das Kleid über ihren entzückenden, nackten Hintern zu streifen.
*
Auf wundersame Weise hatte niemand im „Jaspers“ etwas bemerkt. Auch sonst hatte alles geklappt. Sturm fand sofort einen „Parkplatz“ hinter dem Braunlager Eisstadion.
So als ob im WC nie etwas vorgefallen wäre, schlürften die vier Freunde - Mike hatte sich mittlerweile verabschiedet - an ihren Getränken, bis die Neuankömmlinge in Form von Henning und Pauline eintrafen. Die Wiedersehensfreude verlief überschwänglich, als sich die Weggefährten längst vergangener Abenteuer in den Armen lagen. Nun waren sie endlich wieder komplett. „Wir Nordmänner brauchen es etwas herber“, warf der gebürtige Hamburger Sturm in die Runde, um dann an der „Jever“-Flasche zu nippen.
Tim zwinkerte ihm zu: „Aber nicht, was deinen Musikgeschmack angeht.“ Damit hatte sein Kumpel wohl Recht. War der 1, 90 Meter große Hüne doch ein ausgesprochener Modern Talking-Fan; im Gegensatz zu Tim und Jana, die voll auf Rock und Heavy Metal abfuhren. Der bezaubernden Pauline war das völlig gleichgültig. Die gar nicht „herbe“, sondern „zuckersüße“ Blondine schmiegte sich an ihren Beau. Niemals würde die Goslarer Bibliothekarin damit aufhören, den 43-jährigen EPO-Agenten zu lieben und akzeptierte somit jeden Musikwunsch Hennings. Sie ließ einen Augenaufschlag folgen, der jedes Männerherz schmelzen ließ.
Schon bei ihrer Ankunft waren ihr die Männerblicke zugeflogen, als sie ihren Mantel ablegte. Ganz in mintgrün gekleidet, betonte das Kostüm, das sie trug, aber auch perfekt ihre üppigen Kurven. An ihren Beinen trug sie verborgen halterlose Strümpfe in der gleichen Farbe, die in ebenso grünen High-Heels steckten, für die man eigentlich einen Waffenschein benötigte. Doch das Besondere an der 31-jährigen war neben ihrer riesigen Oberweite ihr strenger Gesichtsausdruck, der durch den blonden Pferdeschwanz und die schwarze Hornbrille auf der Stupsnase noch verstärkt wurde. Neben Paulines außergewöhnlicher Intelligenz imponierte Henning dieser liebe, aber keinen Widerspruch duldende Blick am meisten an ihr.
Und was erst die intime Zweisamkeit mit ihr betraf! Henning konnte sich einfach nicht dagegen wehren, wenn die Blondine das Bettgeschehen diktierte. Immer wieder hatte sie neue Ideen, ihren Beau sexuell glücklich zu machen. Nur musste es halt auf ihre Art erfolgen. Doch davon später mehr…
1.2
Eine Gruppe junger Schlachtenbummler, die gerade vom beendeten Eishockey-Match kamen, waren auf dem Weg zu ihrem Hotel. Die Auswärtsfahrt hatte sich wirklich gelohnt. 2:7 wurden die Hausherren an diesem Abend von den Hannoveranern vorgeführt.
Das Braunlager Eisstadion war zu einer Seite hin offen. Da musste man bei Minustemperaturen nicht nur entsprechend gekleidet sein, sondern auch viel „Schierker Feuerstein“ trinken, damit man warm blieb. Das hatten dann auch alle beherzt getan. Schließlich war jedes Tor ein Grund zum Feiern gewesen.
Armin Fiedler hielt seine Dose Bier in die kalte Winterluft und begann das Hannoverer Vereinslied zu singen. Die anderen Vier stimmten mit ein. Sieben Auswärtstore, sieben Schnäpse - Jessica Blumfeld war doch mittlerweile etwas beschwipst. Nur gut, dass es jetzt zu ihrem Hotel „Die Schöne Aussicht“ ging. Die 17-jährige hakte sich bei ihrem Freund ein. Der reagierte leicht genervt. Seine Flamme war im Moment eher ein unnötiges Anhängsel. Sex fiel definitiv für heute aus, da Jessica ziemlich abgefüllt war. Der einzige Trost: Finn würde mit seinen Kumpels gleich im Hotel noch ein paar Bier zischen. Bis zum Resort, das etwas außerhalb im Wald lag, waren es noch schätzungsweise 800 Meter.
Feuchtfröhlich machte sich die Gruppe an den Aufstieg des Berges, dessen Bundesstraße Richtung Ortsausgang und Wernigerode führte. Tobte um diese Uhrzeit weiter unten in der Stadt noch das pure Leben, sah man hier jetzt keine Menschenseele mehr. Auf den winterlichen Harz waren die Hannoveraner gar nicht vorbereitet. Die Mädels hatten mit ihren flachen, glatten Schuhabsätzen erhebliche Probleme auf dem Bürgersteig, der nicht besonders gut gestreut war. Babsi Wegener rutschte deshalb ein ums andere Mal aus. Was für eine unwirtliche Gegend! Sie sehnte sich nach den Discos und Szenelokalen in und um Hannover. Und den vielen Schnee braucht ohnehin niemand! Fiedler stänkerte: „Gib dir mal ein bisschen Mühe! Schon bald kannst du ins Bettchen rutschen. Aber Leute, für heute reicht es auch. Es war ein triumphaler Sieg über diese Harzer Rednecks. Ich will gar nicht an das Rückspiel in Hannover denken. Die schicken wir zweistellig nach Hause!“ Armin verteilte noch einmal ein paar Kurze an die Gemeinschaft, die sich den Berg hinaufkämpfte.
Dort hinten schälte sich mit einem Mal eine Gestalt aus der Dunkelheit. Sie hinkte den jungen Leuten im Schein der letzten Laternen entgegen. „Da muss was passiert sein. Ich schau mal nach.“ Dennis Döring war noch der Fitteste in der Gruppe. Der 21-jährige Krankenpfleger setzte sich augenblicklich in Bewegung und rannte den Berg hinauf. Von weitem erkannte er jetzt, dass es sich um einen Mann handeln musste. Als er ihn endlich erreichte, brach Julian Reinhold ohnmächtig vor ihm zusammen. Döring hatte durch seine Jobkenntnisse die Lage sofort analysiert. Der Mensch war kreidebleich wie eine Leiche. Zudem suppte durch einen provisorischen Verband unaufhörlich Blut und hatte den Mann wohl ziemlich geschwächt.
*
„Schnell Leute! Her mit euren Trikots! Ab mit ihm in die stabile Seitenlage. Der Typ hat jede Menge Blut verloren“, schrie Dennis seinen Freunden entgegen. Er streifte sein Shirt herunter. Die Anderen waren mittlerweile auch heran und taten es ihm nach. Der Krankenpfleger formte aus den Oberteilen eine Unterlage auf der Schneeschicht. Armin half ihm, den im Gesicht blau angelaufenen Verletzten darauf zu hieven. Jessica war mit einem Mal hellwach, als sie das viele Blut an der durchtränkten Treckinghose sah. Sofort zückte sie ihr Mobil-phone und wählte den Notruf. Der Blankenburger schlug jetzt die Augen auf. Ängstlich blickte er sich um. „Keine Sorge! Sie sind in Sicherheit. Gleich kommt Hilfe“, redete Dennis Döring beruhigend auf ihn ein.
Reinhold nickte, während ein Zitteranfall seinen Körper durchfuhr. „D-D-Das Monster… Es hat Jasmin umgebracht.“
In der Dunkelheit des angrenzenden Waldes leuchtete ein Augenpaar. Es war Connullus. Er roch das frische Menschenfleisch. Doch noch durfte er die Erdbewohner nicht angreifen. Der Herr der Finsternis hatte es ihm verboten.
*
Das Großraumtaxi fuhr zum Hotel „Schöne Aussicht“. Es war ein super Abend im „Jaspers“ gewesen. Aber jetzt war Bettruhe angesagt. Schließlich wollten die drei Pärchen morgen zu einer Langlauf-Tour starten. Die Bedingungen zum Skifahren sollten laut Wetterbericht optimal werden.
Außerhalb des Fahrzeugs rieselten Schneeflocken herab und verwandelten die Häuser und Straßen des Ortes in eine wunderschöne Winterkulisse. Mit einem Mal registrierte Henning Sturm, dass da vorne an der Bergkuppe etwas nicht stimmte. „Fahren Sie dort bitte mal langsam heran“, signalisierte er dem Taxifahrer. Plötzlich näherten sich auch schon von der gegenüber liegenden Fahrtrichtung Krankenwagen mit Blaulicht. Nahezu zeitgleich sprangen Notarzt, Sanitäter und die sechs Freunde aus den Autos. Sofort kümmerten sich die Hilfskräfte um Julian Reinhold, während sich die beiden EPO-Agenten per Ausweis den jugendlichen Eishockey-Fans vorstellten. Dennis Döring erklärte, was sich bisher zugetragen hatte.
„Und der Mann sprach von einem Monster? Wo trafen er und diese Jasmin auf es?“, hakte Jana nach.
„Der Verletzte faselte etwas von den sogenannten Schnarcherklippen, wo sie wohl zuvor waren. Aber ob es da passiert ist? Keine Ahnung!“
„Es ist unwahrscheinlich, dass die Freundin noch lebt. Aber wir dürfen nichts außer Acht lassen“, äußerte sich Henning Sturm gegenüber seiner Kollegin. „Ich informiere Pete Saunders. Wir werden hoffentlich einen Suchtrupp zusammengestellt bekommen. Mit dem werden wir das Gebiet notdürftig durchkämmen, nachdem wir uns im Hotel ein paar andere Klamotten angezogen haben, Jana.“ Er sprach die Schlachtenbummler an: „Wo wolltet Ihr Jungs und Mädels denn eigentlich hin?“ Döring erklärte es ihm. „Das trifft sich ja gut. In dem Hotel sind wir auch untergebracht.“ Der Blick des EPO-Agenten wanderte zu seinen Freunden. „Tim und Marty! Ihr bleibt bei den Hannoveranern in der „Schöne Aussicht“. Ist mir lieber, wenn wenigstens ein Superheld bei ihnen ist, der meinen schießwütigen Freund notfalls unterstützen kann, falls Gefahr droht.“ Marty grinste stolz. Berger klopfte ihm anerkennend auf die Schulter. Im Moment war jede Hilfe willkommen.
Sturm ging zu dem Sani-Team und stellte dem behandelnden Arzt einige Fragen. Dann nickte er und kam zurück. „Und du, Pauline, fährst mit Jaqueline nach Wernigerode ins Krankenhaus. Der Verletzte heißt Julian Reinhold und wird gleich dorthin gebracht. Er wird schon auf der Fahrt stabilisierende Infusionen erhalten. Ich hoffe, dass er bald so fit ist, dass du ihn nochmal befragen kannst. Wahrscheinlich liegen wir dann spätestens in zweieinhalb Stunden in unseren Betten.“ Der Geisterjäger schaute auf seine Rolex, während Jaqueline sich auf ein neues Abenteuer freute. Es war gerade kurz nach Mitternacht.
Berger bewunderte das Organisationstalent seines Freundes und wie er in kritischen Situationen stets kühlen Kopf bewahrte. Doch, dass der Deutschdäne mit seinem letzten Satz Unrecht haben sollte, konnte auch der Göttinger Hauptkommissar nicht ahnen.
1.3
Saunders hatte mal wieder alles perfekt in die Wege geleitet. Noch auf dem Weg zum Hotel hatte Sturm mit ihm telefoniert. Seitdem war eine halbe Stunde vergangen, und schon standen zwei ortskundige Polizisten im Empfangsbereich und warteten auf die beiden EPO-Agenten.
Nachdem sie sich miteinander bekannt gemacht hatten, begaben sich die Vier in ihrer Winterbekleidung auf den Weg. Kurz hinter der Einbiegung zum Resort führte ein Wanderweg in den Wald hinein. Ein Schild wies nach Schierke und Elend. Unter den Ortsbezeichnungen stand Schnarcherklippen.
Zum Glück war das Schneegestöber an dieser Ecke vorbeigezogen. Jana Sommer konnte die Fußspuren im weißen Boden deutlich ausmachen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit von Julian Reinhold stammten. Breitflächig schritten die Vier unter Einsatz von Taschenlampen den Pfad entlang.
Der Schrei einer Eule erklang entfernt und sorgte nicht nur bei den Polizisten für ein mulmiges Gefühl. Ansonsten passierte auf den nächsten eineinhalb Kilometern nichts Außergewöhnliches. Doch dann erkannte A-Girl etwas: Weiter vorne befand sich im Schein des Mondlichts ein Haufen. Ihre Schritte wurden schneller. Dann fiel der Lichtschein ihrer Lampe auf das Objekt. Es handelte sich um Bekleidung; dem Anschein nach von einer Frau. Sommer hob mit spitzen Fingern die rotdurchtränkten, zerfetzten Textilien an. Was hat das zu bedeuten? Jetzt waren auch die Männer da.
Henning Sturm fielen sofort die Hufspuren im Schnee auf. Entweder war hier vor kurzem noch ein riesiges Tier aktiv gewesen oder es handelte sich womöglich doch um ein Monster. Der 43-jährige tendierte eher zur zweiten Variante. Sturm tunkte seinen Daumen in den dunklen Fleck. Er roch. Hier handelte es sich nicht nur um Blut. Ein bräunliches Gemisch aus Fäkalien und Urin klebte an seinem Finger. Einer der Polizisten übergab sich angewidert.
*
Am helllichten Tag würden die Fundstücke womöglich nicht mehr hier sein. Dafür wimmelte es im Harz von zu vielen Raubtieren, die sich auch bei dieser eisigen Kälte auf Nahrungssuche begaben. Die Kleidung musste schnellstmöglich in der Göttinger Gerichtsmedizin untersucht werden. Der EPO-Agent verstaute sie in einem mitgebrachten Plastikbeutel. Er nahm auch eine Probe von dem schmutzigen Schnee.
Während die Polizisten die Fundstelle notdürftig mit Zweigen und mitgebrachtem Absperrband fixierten, untersuchten die Agenten den Boden im Umfeld. Die Hufspuren verschwanden irgendwo im Gehölz. Auf dem Waldboden befanden sich dagegen in Richtung Schnarcherklippen Rillen, als ob diese jemand mit Zweigen verursacht hatte. Dazwischen war der Schnee auf einer Länge von zwanzig Metern herabgedrückt. Knapp daneben konnte man die Fußspuren von einer Person ausmachen. Hinter dieser Distanz erkannte Jana zwei Schuhpaare. „Das Wesen hat hier Jasmin Schmidt attackiert und sie bis dort vorne, wo wir die Bekleidung gefunden haben, hingeschleift. Es kann gar nicht anders sein! Die Spuren neben dem heruntergedrückten Schnee dürften von Reinhold sein. “
„Gut kombiniert, A-Girl. Aber ich sehe keine Hufspuren in dem Bereich bis zum Fundort. Haben wir es hier mit Mr. Fantastic von den Fantastischen Vier zu tun?“ Sturm grinste sarkastisch.
Die Kollegin fand das gar nicht witzig. Sie packte Henning mit einer Hand am Kragen und hob den 1,90 großen Hünen wutentbrannt in die Höhe, als ob es sich bei ihm um eine Feder handele. Dann schleuderte sie den Überraschten mit Leichtigkeit einige Meter weit zwischen die Bäume, wo er im tiefen Schnee weich fiel. Die beiden Polizisten guckten die Wutschnaubende verdutzt an. „Wolltet Ihr auch noch einen fachlichen Kommentar abgeben? Nur zu. Bin gerade gut drauf!“
*
Man lag gut in der Zeit, auch wenn man derzeit noch auf dem Rückweg zum Hotel war. Die Polizeibeamten erklärten sich bereit, die Proben unverzüglich nach Göttingen zu überführen.
Pauline hatte sich zwischenzeitlich telefonisch bei Sturm gemeldet. Sie war durch einen besonderen Ausweis der EPO befugt, über dem Gesetz aktiv zu werden. War das in diesem Fall zuvor auch etwas schwierig gewesen, da die zuständigen Ärzte den Patienten absolute Ruhe verordnet hatten, durfte sie aufgrund dessen dann doch den Patienten befragen. Reinhold befand sich auf dem Weg der Besserung. Inzwischen hatte er ihr seine Erlebnisse ausführlich geschildert. Laut seinen Aussagen tötete ein hirschähnliches Ungeheuer die Freundin. Seine Beschreibung ihrer Kleidung deckte sich mit den gefundenen Sachen im Wald. In Folge hatte sich die intelligente Bibliothekarin die Kontaktdaten von Jasmins Eltern geben lassen. Mit Sicherheit besaßen sie DNA von ihrer Tochter, und sei es nur eine Haarlocke oder ein Milchzahn aus Kindertagen, die sich mit dem Fund vergleichen ließe. Im Laufe des folgenden Tages würde sich deshalb ein Beamter mit der Familie in Verbindung setzen.
Die das Telefongespräch mitverfolgende Jana Sommer fühlte jetzt schon mit den Hinterbliebenen, die wohl bald die Todesnachricht von ihrer Tochter erhalten würden, war sie doch selbst in der Vergangenheit von schicksalhaften Ereignissen nicht verschont geblieben. Jetzt galt es aber vorerst, Julian Reinhold wieder aufzupäppeln und im Anschluss psychologische Hilfe zu gewähren. Noch stand er laut Pauline unter Schock. Schon bald würde der 24-jährige erst so richtig realisieren, dass der geliebte Mensch aus seiner Mitte nie mehr zurückkehren würde.
Mit Pete Saunders hatten die EPO-Agenten in einem weiteren Gespräch vereinbart, dass man in Begleitung eines Harz-Rangers bei Tageslicht das Areal erneut ablaufen würde. Somit fiel der geplante Skilanglauf definitiv aus. Aber vielleicht konnte man den an einem anderen Tag nachholen…
*
Ein Paar glühende Augen leuchteten aus der Dunkelheit des dichten Waldes. Der Hirschgott beobachtete das große Haus. Hinter den Fenstern brannten noch vereinzelte Lichter, und es bewegten sich ab und zu Schatten hinter dem Glas. Das Monstrum witterte die Menschen, die sich vorhin um sein vermeintliches Opfer gekümmert hatten. Connullus hatte dem Befehl seines Herrn Folge leisten müssen, aber jetzt würde er seinen Blutdurst stillen. Die weiße Gestalt stapfte auf das Hotel zu und hob sich in ihrer Erscheinung kaum von der Umgebung ab. War der Dämon auch mit einem unschuldigen hellen Fellkleid gesegnet, so dürstete er doch nach rotem, menschlichem Blut…
*
Die jungen Leute hielten sich noch in Armin Fiedlers und Babsi Wegeners Zimmer auf und tranken einen Absacker. Erst das begeisternde Spiel ihrer Mannschaft, und dann hatte es diesen aufregenden Zwischenfall einige hundert Meter vor dem Hotel gegeben. Jessica sprach Dennis an: „Ich finde das ganz schön gruselig, was dir der Wanderer erzählt hat. Glaubst du ihm?“
Der 21-jährige Krankenpfleger lachte los: „Nee, auf keinen Fall! Ein Monster im Harz? Bären sind ausgerottet. Es gibt zwar Wölfe, aber die sind scheu und vermeiden den Kontakt mit Menschen.“
„Dann hat er sich das alles nur eingebildet?“
„Weiß ich nicht. Der Mann war stark unterkühlt und nicht mehr Herr seiner Sinne. Halluzinationen können in so einer Situation bei einem Menschen schon mal auftreten. Am Mittag wissen wir vielleicht mehr. Die Leute von vorhin wollten sich ja nochmal im Wald umschauen.“
Die 17-jährige nickte. An ihren Armen hatte sich Gänsehaut gebildet. Irgendwie hatte sie ein ganz mieses Gefühl. Ihr Freund Finn drückte sie: „Dir wird schon nichts passieren. Hier im Hotel sind wir sicher.“ Dann ging der 20-jährige nach draußen auf den Balkon, um eine Zigarette zu rauchen. Das Feuerzeug flammte auf. Die einzige Lichtquelle hier draußen! Zwei Meter unter Finn erstreckte sich eine verschneite Wiese. Die Bäume des dahinter angrenzenden Waldes konnte er nur erahnen, da sich dichte Wolken vor den Mond geschoben hatten.
Der Bankkaufmann-Azubi zog an seiner Kippe und inhalierte den Rauch tief. Dabei bemerkte er nicht die astähnlichen Sprossen, die sich am Balkon hinaufschlängelten. „Die frische Luft tut gut! Ihr müsst auch mal nach dr…“ Bauers Stimme erstarb in diesem Moment, als sich eine drei Zentimeter dicke Geweihspitze in sein linkes Auge bohrte und auf der anderen Seite aus dem Schädel wieder heraustrat. Wie ein Alien-Arm tanzte das blutverschmierte Gebilde durch die Luft, während das ausgelaufene Sehorgan auf den Steinboden klatschte. Babsis schriller Schrei durchdrang den Raum. Der Wanderer hatte Recht. Hier geht es nicht mit rechten Dingen zu. Die 20-jährige stürzte in ihrer Panik Richtung Zimmertür.
Derweil hob der holzähnliche Greifarm Finn Bauer spielend einfach in die Höhe. Kleinere Sprossen hatten sich dabei um den Kopf des jungen Mannes gewunden. Dann knackte das Genick und der Schädel riss einfach so ab. Aus dem Hals schoss schwallartig Blut und flute den Boden unter der zusammensackenden Leiche. Doch schon waren neue Geweihabsonderungen zur Stelle und packten das, was vom jungen Mann noch übrig war und zogen es über das Geländer. Sein Torso wurde eins mit dem Geweih, als die Auswucherungen den Körper absorbierten.
Nun baute sich das über vier Meter hohe Monstrum vor dem Balkon auf. Die Eishockey-Fans sahen in das schreckliche Antlitz der Kreatur, die mit ihren glühenden, aber toten Augen die Menschen fixierte. Das wird heute noch ein Festmahl geben. Die riesigen Kiefer öffneten sich wie bei einem Raubsaurier. Dann legten die Geweiharme den Kopf des Toten dazwischen. Der Hirschgott biss mit seinen gewaltigen Zahnreihen zu. Bauers Schädel zerplatzte. Kurz darauf floss ein gräulich-roter Brei aus dem Maul des Monsters.
Entsetzt und in Todesangst schob sich der geschockte Rest der Clique zur Zimmertür, die Babsi bereits hinter sich gelassen hatte. Die rannte währenddessen schreiend durch den Flur, so dass sich einige Türen der naheliegenden Zimmer öffneten. Neugierige Hotelgäste schauten in den Korridor und wollten wissen, was los war.
Mittlerweile breiteten sich weitere Auswüchse des Monsters blitzschnell im Zimmer aus, versperrten den Ausgang zum Hotelflur und griffen nach Jessica Blumfeld. Während die anderen Hannoveraner „nur“ in der Falle saßen, hatte sie als Vorderste keine Chance, der Kreatur zu entkommen. Die hölzernen Tentakel bekamen die 17-jährige problemlos zu fassen.
Für das Monstrum war es bei seiner Größe ein Leichtes, den Balkon zu erklimmen. Das tat es jetzt von seinem Blutdurst getrieben. Mit brachialer Kraft durchschlug der Hirschgott mit seiner Statur das Geländer und drängte sich mit dem massigen Körper in das Hotelzimmer. Dabei splitterte das Glas der nebenliegenden Fensterscheiben, denn das Untier war einfach zu groß. Parallel zu seiner Vorgehensweise drangen die knöchernen Sprossen in den Oberkörper des Mädchens und teilten die Hautschichten auseinander. Die scharfen Zacken hatten dabei eine Aorta getroffen. Eine Blutfontäne ergoss sich im Raum und besprenkelte die jungen Leute; aber auch das Monster, welches jetzt gekrümmt über Jessica stand, da es für die Raumhöhe einfach zu riesig war. Die Sterbende schrie wie am Spieß, als ihre Gedärme heraustraten und auf den Zimmerboden klatschten. Connullus röhrte grausam. Dann riss er mit seinen Krallen das Herz aus dem Brustkorb und verleibte es sich in sein furchtbares Maul.
*
Tim und Marty hielten sich gemeinsam in einem der gebuchten Hotelzimmer auf. Man wollte noch auf die Freunde warten. Alles war bisher ruhig geblieben, bis die Beiden plötzlich eine hysterisch schreiende Frauenstimme vernahmen.
Berger baute sofort Körperspannung auf. Sein Blick wanderte zur X-1, seiner Dienstwaffe, die im Halfter an der Garderobe hing. Nur Sekundenbruchteile später drangen polternde und klirrende Geräusche durch das gekippte Fenster an die Ohren der Zwei. Tumult und Geschrei auf dem Gang nahmen zu. Was zur Hölle…? Die Männer sprangen aus ihren Sesseln. Der Göttinger riss die Smith & Wesson vom Haken, schob ein Ersatzmagazin in die Hose seiner Jeans und trat in den Korridor, während ihm Marty Anders folgte.
Völlig aufgelöst und unter Tränen kam ihnen Babsi Wegener entgegen, die in Richtung der Räumlichkeiten ihrer Freunde deutete. Zu sprechen war sie anscheinend nicht in der Lage. „Schnell mit dir ins Zimmer!“ Berger schob die 20-jährige augenblicklich in sein Appartement. „Und schließ ab!“ Dann rannten die Männer den Gang hinunter. Am anderen Ende waren die Hannoveraner untergebracht.
Martys Blick fiel auf die Deko an den Wänden. Das Hotel legte wohl Wert auf Harzer Traditionen. Neben uralten Pickeln hing auch ein Fäustel aus längst vergangenen Bergbau-Zeiten im Gang. Den schnappte sich der 35-jährige. Die Zeit war reif, dass der Elbstone-Man zurückkehrte!
*
Ein furchtbares Szenario offenbarte sich den Freunden, als sie in den Raum starrten. Fast schien dieser Moment einem Alien-Film mit einer Kreatur von H. R. Giger entsprungen zu sein. Der Dämon nahm mit seiner Gestalt nahezu das ganze Hotelzimmer ein. Die Ausläufe seines Schädels tanzten imaginär durch den Raum und schienen auf weitere Menschenopfer aus zu sein. Leichenteile schwammen in einem See aus Blut. Über alldem thronte eine grausige Gestalt, die sich nun über die Hannoveraner hermachen wollte.
Berger feuerte mit seiner Waffe durch einen Wirrwarr aus holzähnlichen Gebilden, die aus dem Kopf der Kreatur wuchsen. Die Silberkugel schlug in den muskulösen Oberkörper des Monsters ein. Doch anscheinend hatte der 40-jährige das falsche Geschoss im Magazin: Connullus wurde zwar durch die Wucht zurückgeschleudert, doch erhielt er davon keinen sichtbaren Schaden. Fuck! Wieder die falsche Munition gewählt! Ich hätte es von vorherein mit dem Implosionsgeschossen versuchen sollen. Ich bin echt ein Honk!
Marty schmiss sich indessen tollkühn auf die Geweihsprossen und knallte den Hammer mehrfach in das Geäst. Unter trockenem Knacken brach es an den getroffenen Stellen auseinander und machte den Weg für das Duo frei.
Der Hirschgott hatte sich inzwischen gesammelt und schleuderte mit seiner Pranke den heranstürmenden Elbstone-Man an die Wand. Der wünschte sich für den Bruchteil einer Sekunde seine Jaqueline herbei und sich und sie an einen anderen Ort. Vorhin war noch alles perfekt gewesen! Stattdessen rutschte Marty hart getroffen an der Wand herab. Doch so einfach würde der Superheld nicht aufgeben. Marty schüttelte sich kurz. Dann war er wieder voll da und schlussfolgerte in seinen Gedanken: Der Dämon ist durch Tim abgelenkt. Er schob die verunsicherten Hannoveraner aus der Gefahrenzone hinaus in den Flur, während eine weitere Silberkugel Bergers in den Dämon einschlug. Abermals wurde dadurch das Monster an seinen Aktionen gehindert.
Der Dämon tobte und zerlegte nun das Zimmerinventar in seine Einzelteile. Die sichere Beute war vorerst entkommen. Nur noch dieser eine Mensch konnte derzeit seinen Blutdurst stillen.
Mittlerweile war die X-1 mit dem verheerenden Implosionsgeschoss vom Hauptkommissar endlich bestückt worden. Connullus entging in seiner Mordgier, dass sich hinter seinem Rücken mittlerweile zwei weitere Sterbliche positioniert hatten: Die EPO-Agenten waren zurück! Henning Sturm und Jana Sommer zielten mit ihren Waffen auf die Lungenflügel des Ungeheuers. Dann leuchteten die Mündungsfeuer der drei Pistolen zeitgleich auf. Die Geschosse verließen den Lauf und schlugen in den Oberkörper des Dämons ein.
Ein Ruck ging durch Connullus, als er die Kugeln spürte. Erneut röhrte der Vasall des Teufels wütend. Die Einschläge würden ihm nichts ausmachen! Doch dann entzündete sich die Munition plötzlich und brachte den Hirschgott zum Erleuchten. Ein innerliches Feuer fraß sich durch das Monster und erhellte das Hotelzimmer. In all seiner Pein schrie der Hirschgott so furchtbar durch den Raum, dass es auch im entferntesten Winkel des Hotels hörbar war. Abschließend bildete sich ein letzter erstaunter Blick in der Fratze des Dämons. Die Kreatur implodierte. Seine gespenstische DNA spritzte durch den Raum und nährte die Tapeten mit ihrem Saft.
Was zurück blieb, war ein Meer aus Blut und Fellfetzen, die an den Wänden klebten oder daran hinunterglitten.
*
Hier gab es für die Nacht noch viel aufzuarbeiten. Pete Saunders, der anscheinend nie schlief, war umgehend in Kenntnis gesetzt worden.
Jaqueline und Pauline fielen nach ihrer Rückkehr den Lovern um den Hals. Die Sächsin drückte Marty ganz fest und gab ihm einen heißen Zungenkuss. Schon wieder hatte ihr Held ohne Rücksicht auf Verluste beispielloses Engagement gezeigt. Pauline nahm Henning in die Arme. Tränen der Erleichterung, dass ihrem Beau nichts passiert war, kullerten die rosigen Wangen der Blondine hinab. Die 31-jährige schmiegte ihren Kopf an den Hals des 1, 90 Meter großen Hünen.
Mittlerweile traf auch Max Schenk, Pathologe der Göttinger Gerichtsmedizin, mit seinem Team ein. Ihn hatte Tim Berger zuvor aus dem Bett geklingelt.
Der Mittvierziger sah mit seinem brav gescheitelten schwarzen Haar und der Hornbrille wie ein überalterter Klassenstreber aus, als er sich das Desaster anschaute. Seine Kollegen machten sich währenddessen im Umfeld des Hotelzimmers sofort an die Arbeit. „Es wird dich vielleicht verwundern, aber hier kann ich nur noch den Tod feststellen“, kam es ironisch über die Lippen Schenks. „Den Tod von zwei Personen; eine weiblich, eine männlich. Einerseits haben wir hier den unverdauten Kopf eines Mannes…“ Schenk deutete zur linken Zimmerecke, wo sich der erkennbare Rest von Finn Bauer befand.
„… Andererseits liegt hier die ausgeweidete Leiche einer Frau direkt vor uns auf dem blutverschmierten Parkett.“ Jessica Blumfelds tote Augen starrten zur Decke. Aus ihrem Bauch waren meterlange Darmschlingen gequollen. In der Brust prangerte ein riesiges Loch, durch das man bis zur Wirbelsäule gucken konnte. „Zu den Fleischbrocken an den Wänden gibt es wie immer am nächsten Tag ein genaueres Ergebnis. Das Ding hat jedenfalls ganze Arbeit geleistet. Leichensäcke können wir uns an dieser Stelle sparen. Die Überbleibsel sind größtenteils in Frühstücksbeuteln portionier- und so besser händelbar.“ Der Gerichtsmediziner verlor aber auch niemals seinen Humor! Anders dagegen Berger: Ihm war übel. Er hielt sich ein Taschentuch vor den Mund. Der scharfe Blut -und Menschenfleischgeruch biss regelrecht in seinen Augen.
Die Gerichtsmediziner kratzten mit Kunststoffschabern die DNA von den Wänden und manövrierten sie in kleine Tüten. Henning Sturm befand für sich, dass es hier heute in dieser Nacht keine neuen Erkenntnisse geben würde. Jana Sommer und Tim verabschiedeten sich zwecks Augenpflege auf ihr Zimmer. Auch Marty Anders und Jaqueline König verschwanden Richtung Bett. Die übrigen Hannoveraner hatte man ganz unproblematisch auf andere Räume verteilt. Ein herbeibeorderter Psychologe stand ihnen dabei zur Seite. Das war wohl auch angesichts der Vorkommnisse bitter nötig, welche die Eishockey-Fans in den letzten Stunden erlebt hatten.
1.4
Der EPO-Agent plante den bevorstehenden Tag. Es tat ihm zwar furchtbar leid, dass es mit dem Langlauf angesichts der passierten Ereignisse nicht klappen würde, aber er wollte das Beste aus der Situation machen.
Am Morgen stand eine Begehung um das Wurmberger Territorium mit einem Harz-Ranger und den fünf Freunden an, während parallel dazu Suchtrupps nach der vermissten Jasmin Schmidt Ausschau halten sollten. Im Detail war das zwar vorhin schon mit allen Beteiligten besprochen worden; trotzdem entschuldigte sich Sturm bei seinen Freunden per WhatsApp noch einmal für die Änderungen im Tagesablauf.
Währenddessen war die bezaubernde Pauline schnell unter die Dusche gehüpft. Als das Wasser der Brause ihren sexy Körper umschmeichelte, ging sie in sich. Die Beiden waren schon gute zwei Jahre ein Paar. Aber ihren Henning liebte sie wie am ersten Tag, als sie sich damals in der von ihr geleiteten Niedersächsischen Staatsbibliothek in Goslar kennengelernt hatten.
Der Agent war Jahre zuvor von schlimmen Ereignissen heimgesucht worden. Fast wäre er daran zerbrochen. Die Blondine dachte nach… Vielleicht hatte er aber damals sogar das Unheil mit Eva heraufbeschworen: Der Deutsch-Däne nahm zu dieser Zeit mit seiner Frau des Öfteren an Seancen teil, da ihn das Thema Tod brennend interessierte. Incubus, der Dämon der Albträume, war seiner Frau infolgedessen erschienen und hatte sie zum Selbstmord getrieben. Sturm fiel daraufhin in ein tiefes Loch. Doch irgendwann kriegte der damalige GSG 9-Polizist die Kurve. Die EPO wurde durch den Fall auf ihn aufmerksam und nahm zu dem Hamburger Kontakt auf. Seine dienstlichen Leistungen waren zuvor herausragend. Sturm schien eine mögliche Verstärkung für die Organisation zu sein. Was hatte er schon zu verlieren? Er schloss sich der EPO an, um fortan übernatürliche Verbrechen zu bekämpfen und vielleicht sogar den Tod Evas zu rächen.
Paulines mitfühlende Tränen vermischten sich mit den Wasserperlen, die an ihrem wunderschönen Körper hinabglitten. Ihrem Beau in dieser Nacht noch etwas Gutes zu tun, war jetzt allerhöchste Priorität! Sie verließ die Dusche und streichelte mit dem Frottee-Handtuch die Feuchtigkeit von ihren üppigen Kurven ab. Dann machte sich die Blondine vor dem Spiegel auf die Schnelle einen Dutt und färbte sich die Lippen rot. Nackt wie Gott sie geschaffen hatte, betrat Pauline die Schlafstelle. „Jetzt ist aber mal gut.“ Die 31-jährige zog Henning sanft das Mobil-phone aus den Händen. „Du musst jetzt mal zur Ruhe kommen, Süßer.“
„Ja, da hast du wohl Recht.“ Der EPO-Agent versuchte sich auf dem breiten Doppelbett zu entspannen. Mittlerweile war es schon drei Uhr morgens. Er sah sich um. Das Zimmer war echt lauschig. Sehr geschmackvoll eingerichtet. Dezentes Licht sorgte für eine wohlige Atmosphäre. Aber dann war da ja noch seine Pauline. Eines hatte sie sich in der kurzen Zeit nach dem Duschen nicht nehmen lassen: Pauline trug jetzt grüne halterlose Strümpfe über den imposanten Beinen. Lasziv räkelte sie sich vor Henning zur leisen Radiomusik, die über dem TV lief.
Während „Still got the Blues“ von Gary Moore erklang, küsste die Schönheit ihren Beau auf die Stirn. Als ihre riesigen Brüste dabei vor seinem Gesicht tanzten, war es mal wieder um ihn geschehen. Eigentlich wollte der Agent ja Kraft für den neuen Tag tanken. Doch spätestens, als sich seine Lippen über eine der erigierten Brustwarzen stülpten, war das Vorhaben hinfällig. Die Goslarerin warf vor Lust den Hals in den Nacken. Ihr Dutt machte den Deutsch-Dänen neben den Titten besonders verrückt. Ihre Frisur gab der Erscheinung der Freundin etwas Strenges, dass ihn massiv anmachte. Hennings Hände streichelten fordernd Paulines Nacken, während seine Zunge um die Brustwarze tanzte. Was für ein Lover! Was für ein geiles Gefühl! Ich will jetzt aber mehr! Pauline entzog sich ihrem Schönen und präsentierte Henning den drallen Po.
Die prallen Backen lachten den EPO-Agenten förmlich an. Der konnte bei diesem Anblick gar nicht anders… Er musste sie jetzt küssen; jetzt und sofort! Sturm grub sein Gesicht in das pompöse Hinterteil und begann, mit seinen Lippen an dem üppigen Fleisch zu saugen. Die Bibliothekarin seufzte. Seine Hand fuhr durch ihren Schritt. So nass und willig!
Hennings Finger glitt in das feuchte Glück. Als der sich tief in ihre Muschi bohrte, jauchzte die Blondine leise vor Wollust. Der atemberaubende Anblick machte ihren Freund dagegen irre. Mit seinen Händen knetete er nun die fülligen Backen und zog sie immer wieder zärtlich auseinander. Dazwischen lachte ihn das Sternchen ihres Hintereingangs an. Der Deutch-Däne küsste erneut den Hintern. Pauline stöhnte wohlig dabei. Ihr Becken drängte sich seinen Lippen infolge noch näher entgegen.
Hennings Zunge ging auf Wanderschaft. Schließlich war sie am Popoloch angekommen. Einmal dahinein eindringen… was für eine Versuchung! Sturms Zunge glitt durch die Spalte und kitzelte an der Rosette. Ein Zucken ging durch den Körper der Goslarerin. War das eine Aufforderung weiterzumachen? Der EPO-Agent wurde forscher. Sein Zeigefinger begann am verbotenen Loch zu pulen. Da wurde es der 31-jährigen zu viel: „Es fühlt sich unheimlich schön an, was du bisher gemacht hast. Aber mein Hintertürchen bleibt tabu. Das möchte ich nicht! Leck doch lieber meine Muschi.“
Diese Aussage musste Sturm respektieren. Irgendwie hatte es ihn eben einfach überkommen. Er wusste noch nicht einmal warum. Waren es rein animalische Instinkte? Egal, er war wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. „Bitte entschuldige! Natürlich, du hast Recht. Nur, was du willst!“ Zufrieden schmollte Pauline. Dabei ließ sie mit Blick über ihre Schulter ihren verführerischen Augenaufschlag folgen, um dann ihren schönen Arsch noch opulenter dem Beau entgegenzustrecken. Henning war wie verzaubert von diesem Anblick.
Tief glitt seine Zunge in das rosa Fötzchen und begann ihre Lust zu schmecken. Das gefiel der Penetrierten sehr. Hennings Muskel erkundete das feuchte Lustzentrum. Die Goslarerin gurrte lüstern anlässlich der Lustgefühle, die ihr gerade beschert wurden. Immer tiefer drang die Zunge in ihr nasses Loch und brachte sie in Verzückung. „Ich will jetzt deinen Schwanz!“ Das ließ sich der 43-jährige nicht zweimal sagen!
Wie von selbst verschwand seine Erektion in der erwartungsfrohen Pussy. Es bedurfte nur dreier Stöße. Dann explodierte es in der Blondine. Pauline entlud sich in ihrem Orgasmus, während Hennings Penis sie akribisch weiter fickte.
*
Das war so schön! Aber Henning hat noch nicht seinen Spaß gehabt! Fast besaß die 31-jährige ein schlechtes Gewissen. Aber Pauline wäre ja nicht Pauline, wenn sie nicht noch einen Plan hätte, wie sie ihren Henning sexuell zur Weißglut bringen könnte…
Verführerisch bewegte sie ihre Füße. Fast schienen sie zu vermitteln, dass sie in ihrer Grazilität seinen Schwanz bräuchten. Sturms Erektion steckte immer noch bis zum Anschlag in der befriedigten Möse. Doch Pauline konnte nicht mehr, da alles in ihr bebte. „Süßer, ich kenne doch deinen Fetisch. Schau mal, meine Füße wollen jetzt deinen Dick fühlen.“ Um diese Aussage noch zu unterstreichen, wanden sich die Zehen vor Hennings Augen in höchst erotischer Weise.
Sturm zog seinen Penis aus der befriedigten Vulva und rieb ihn über das grüne Nylon der Fußsohlen. Was für ein Feeling! War der Stoff auch rau, so sorgten die jetzt aktiven Füße für enorme Befriedigung. Pauline formte sie so, dass Henning ein Fickgefühl bekam. Seine pulsierende Eichel stieß erwartungsfroh zwischen den Fußsohlen immer weiter ins Glück.
War der Nylon anfangs auch sehr stimulierend, so sehnte sich Sturm jetzt nach der Haut der 31-jährigen. Er riss in seiner Leidenschaft den Stoff oberhalb der Füße auf und legte die grünlackierten Zehen frei. Dann positionierte er seinen Schwanz zwischen die „Toes“ und begann sie zu ficken. Pauline schmiegte ihre Fußglieder um die zustoßende Eichel. Sie wollte jetzt Hennings Saft fühlen. Der war kurz vorm Höhepunkt, denn Sturm verleierte bereits die Augen. Paulines Füße umschlangen fest seinen Penis, als es soweit war.
Dann verspritzte er seine heiße Sahne zwischen den Zehen. Das Sperma schoss aus der spuckenden Eichel und lief an dem grünlackierten großen Onkel herunter, während die Harzer Schönheit die geschwollene Erektion weiter molk und neue nicht unerhebliche Mengen Samen zu Tage förderte.
Als Henning ausgepumpt war, drehte sich sein Herzblatt auf den Rücken. Liebevoll lächelte sie ihren Beau an, dem die Knie weich geworden waren. Breitbeinig lag Pauline nun auf dem großen Bett und präsentierte Sturm ihre befriedigte Pussy. Dann zog sie gelenkig ihre Beine heran und schob die vom Sperma verklebten Füße an ihrem Mund. „Wir wollen doch dieses ehrenwerte Hotel nicht beschmutzen!“
Die Goslarerin ließ ihren unnachahmlichen Augenaufschlag folgen, um dann in Folge die sexy Zehen sauber zu lecken. In Sturm brannten sämtliche Synapsen durch. Diese Frau war einfach unersättlich und sein absolutes Glück.
Pauline hingegen hatte schon wieder fast ein schlechtes Gewissen, weil sie ihren Beau vorhin nicht an ihren Popo gelassen hatte. Noch war sie nicht bereit dazu; neugierig hingegen schon. Die 31-jährige beschloss, bei Jana zum Thema Analsex Erkundungen einzuholen, die ihr schon des Öfteren von dieser Praktik vorgeschwärmt hatte. Außerdem: Es sollte ja auch nicht langweilig werden. Die Blondine stand auf dem Standpunkt, dass man den Herren der Schöpfung nicht gleich alles erlauben sollte. Kleine Appetithäppchen würden da eher ihren Henning „bei der Stange“ halten. Vielleicht war dies weibliche Strategie, aber damit war sie bisher gut gefahren. Henning fraß ihr schließlich mittlerweile aus der zuckersüßen Hand.
2.0
Carsten Kiehne, 44-jährig, führte die Gruppe an, deren vergangene Nacht so spät im Bett endete. Der Harz-Ranger war von höchster Stelle zu dieser Tour beordert worden und konnte die Dinge, die sich in der letzten Nacht zugetragen hatten, kaum glauben. „Und doch hat es sich so abgespielt!“, äußerte sich Jana Sommer zu der vorangegangenen Infragestellung. „Es war ein gewaltiges Scheusal, das da das Leben der Kids auslöschte und vermutlich auch das von Jasmin Schmidt. Die Kreatur sah wie eine Symbiose aus Mensch und Hirsch aus.“
Die sieben Personen durchquerten an diesem sonnigen Morgen ein tiefes, schattiges Tal am Fuß des Wurmbergs. Prächtiger, weißer Schnee veredelte die mächtigen Tannen, die den Weg säumten. „Nun ja, Frau Sommer, die Beschreibung von Ihnen passt zu einer uralten Sage, die hier in Braunlage jedes Kind kennt. Vor ewigen Zeiten, noch bevor der Ort entstand, soll es hier eine Siedlung gegeben haben. Die Winter im Harz waren damals hart und sehr eisig. Daher hatten die Menschen wenig Nahrung, und so beteten sie den Teufel an, baten ihn um Hilfe. Der schickte ihnen Connullus, den Hirschgott. Dieser verlangte für seine Gegenleistung nach einem Blutopfer für die Hölle. So mussten ihm die Leute einmal im Jahr das jüngste neugeborene Kind bringen. Nicht nur die Population stieg dadurch rasend schnell an, da Sie sich ja sicher vorstellen können, dass die Menschen immer wieder für Nachschub sorgen mussten, sondern auch der Ort Braunlage entstand. Jedenfalls versorgte Connullus die Menschen mit Frischfleisch, indem er ihnen in ihre unmittelbare Umgebung Wild zum Erlegen schickte. Durch diesen Pakt mussten die Leute fortan nicht mehr hungern, und die Siedlung wuchs unaufhörlich zu einer Stadt heran.“
„Dann muss irgendetwas die Wiederkehr des Hirschgottes ausgelöst haben“, schaltete sich jetzt auch Tim Berger ein, der als Einziger mal wieder von der Kleidung her aus der Rolle fiel. Während alle anderen wintergerecht angezogen waren, trug er seine obligatorischen Klamotten: Lederjacke, Jeans und Reeboks.
„Ich werde mal genauer in meiner Schilderung. Der Hirschgott offenbarte sich immer dann, wenn ihm ein Menschenopfer gebracht wurde. Die Siedler haben angeblich den Neugeborenen die Kehle durchgeschnitten und dann mit dem Blut den Schnee an einer bestimmten Stelle getränkt, die wir bald auf unseren Weg erreichen werden. Dann erschien Connullus und fraß das Kind.“
„Das iss ja furchtbar. Wie grausam warn de Menschen denn bloß damols?“, meldete sich die schockierte Jaqueline König.
„Nun ja…“, weiter kam der Harz-Ranger in seinen Ausführungen nicht, da Marty plötzlich dazwischenrief: „Seht, da vorne liegt ein Tier!“
Die Gruppe erreichte den toten Wolf, der völlig ausgeweidet am Wegesrand lag. Seine Innereien säumten den Pfad; der Schnee darunter war blutrot benetzt. In Henning Sturms Hirn arbeite es: Wölfe sind keine Einzelgänger, sondern immer im Rudel anzutreffen. Der EPO-Agent trat in den dunklen Wald und fand wenig später den Rest der Wolfsfamilie. Alle waren ähnlich bestialisch zugerichtet worden. Auf einmal vernahm der Geisterjäger ein Quiemen. Hinter einer Tanne fand er den Grund für das Geräusch: Ein kleiner Welpe hatte sich eingeschüchtert und mutterlos ängstlich dahinter verkrochen. Sturm nahm das Tier an sich und kam damit zurück auf den Weg.
„Oh, wie süß“ Pauline war sofort herbei und streichelte das kleine Wolfsbaby. Sie nahm es ihrem Beau ab.
Carsten Kiehne sagte: „Den nehmen wir mit. In der Aufzuchtstation der Harz-Ranger werden sich meine Kollegen um den Kleinen kümmern. Was ist mit seiner Mutter?“ Der 44-jährige schaute Henning fragend an.
Der gab ein verneinendes Kopfschütteln von sich: „Das ganze Rudel ist tot, ähnlich abgeschlachtet wie der Kamerad hier am Wegesrand.“
„So langsam fange ich an, euch zu glauben. Wölfe haben keine natürlichen Feinde, außer den Menschen oder…“
„… Connullus!“, erwiderte Henning Sturm sarkastisch.
*
Das tote Wolfsrudel stellte sich leider nicht als Einzelfall heraus: Weitere Tierkadaver pflasterten den Weg zur Opferstelle des Hirschgottes.
Schließlich kamen sie an eine Stelle, an der es von toten Waldbewohnern nur so wimmelte. Marty war von dem abscheulichen Anblick ganz schlecht. Auch Kiehne wurde ganz anders, obwohl er schon so einiges in seiner beruflichen Karriere als Ranger gesehen hatte. „Wir sind an dem Ort, den ich vorhin erwähnte. Hier haben die Siedler ihre Opfer dargebracht.
Wie zum Beweis strich der 44-jährige den Schnee von einem Huckel, der sich als Gedenkstein herausstellte. Auf ihm war die Sage in knappen Sätzen eingemeißelt. Daneben befand sich eine tiefe, nicht schneebedeckte Kuhle.
„Hier muss vor einigen Stunden noch ein Baum gestanden haben. Was hat das zu bedeuten?“, brachte sich jetzt Jana ein.
„Waldarbeiter waren das jedenfalls nicht. Davon hätte ich sonst Kenntnis. Außerdem ist Wochenende!“, erklärte der Harz-Ranger und machte sich so insgeheim Gedanken.
*
Plötzlich vernahmen die Freunde ein tiefes Grollen. Um sie herum begann der Boden zu erbeben. Marty Anders kam ins Straucheln. Was passiert hier? Knarrend verschoben sich plötzlich Felskolosse unter den Füßen der Wanderer. Es krachte und unwirkliche Geräusche machten sich in der sonst so ruhigen Gegend breit. Die Erde brach entzwei und schuf einen tiefen Spalt. Für die Gefährten, die sich genau im Herzen dieser Naturkatastrophe befanden, kam dieses Szenario völlig unvorbereitet. Sie verloren den Boden unter den Füßen; konnten sich nirgends festhalten. Die Wanderer hatten keine Chance, denn in Bruchteilen von Sekunden wuchs der Riss der Erde knarrend ins Unermessliche. Sturm versuchte noch einen Halt zu finden, doch war es aussichtslos. Dann stürzten sie unter lautem Geschrei in den Abgrund.
Einer hatte jedoch Glück gehabt, da er sich zuvor etwas abseits aufhielt. Voller Entsetzen starrte Carsten Kiehne den fallenden Menschen hinterher. Dies würde wohl ihren sicheren Tod bedeuten.
Als die Gefährten nicht mehr zu sehen waren, rumorte es in den Felswänden. Die Steine schlossen sich wieder. Kurz darauf sah alles so aus, als ob nie etwas geschehen wäre. Der Harz-Ranger musste sich sammeln. Völlig perplex und geschockt trat er den Rückweg mit dem Wolfsjungen an, welches Pauline Herrmann geistesgegenwärtig im letzten Moment in einen schneebedeckten Busch geschmissen hatte. Er würde schnellstmöglich seine Erlebnisse weiterleiten. Doch das war für die verunglückte Truppe nur ein schwacher Trost. Diesen Sturz konnte definitiv kein Mensch überleben…
*
Satan schaute in seine Kristallkugel, während seine Gespielin Keira sein Gemächt masturbierte. Alle Ereignisse waren zu seiner vollsten Zufriedenheit in die Wege geleitet worden. Den Verlust Connullus auf Erden konnte er dabei verschmerzen, diente der Hirschgott doch nur als Mittel zum Zweck, seine Erzfeinde in die Hölle zu locken. Hier in der Finsternis konnte sich der Dämon regenerieren und würde schon bald wieder zu einer ernsthaften Gefahr für die Menschen werden.
Luzifers Schwanz schwoll noch einmal mehr zwischen den flinken Fingern der Lustsklavin an, da er sich nebenbei an der bevorstehenden Ankunft Henning Sturms und Tim Bergers ergötzte. Schon bald würden sie und ihre Freunde seinen Heerscharen ausgeliefert sein.
Die Hände der Rothaarigen umschlossen fest den monströsen Lustschweif, der bereits erstes grünliches Sperma aufgrund der Zuwendung ejakulierte. Die Tropfen liefen an Keiras Finger hinunter und sorgten für Verätzungen. Schmerzerfüllt verzog die Vollbusige das Gesicht. Wie von Salzsäure hatten sich kleine Vertiefungen in ihrer Haut gebildet. Verletzt war dem Teufel seine Sklavin nicht von Nutzen. Er veränderte seine Gestalt. Aus dem grauenvollen Teufel mit den gewaltigen Hörnern und der ziegenbockartigen Visage wurde der schwarzgelockte Schönling, der er vor tausenden von Jahren gewesen war.
Seine feinen Finger strichen über Keiras Hand. Augenblicklich erneuerten sich die Hautzellen. „So gefällst du mir viel besser, mein Gebieter.“ Die Dienerin küsste die Lippen im makellosen Antlitz des Beelzebubs und streichelte seine schwarzen Locken. Der knetete derweil die birnenförmigen Arschbacken der Rothaarigen und geilte sich an dem üppigen Fleisch auf.
Dann glitt die Gespielin vor ihm in die Hocke und stülpte ihren perfekt geschwungenen Mund über die riesige Eichel. Mit den jetzt freien Händen brachte sie ihre großen Brüste in Position und umschloss damit Satans Ständer. Der zuckte erwartungsfroh anlässlich der Gefälligkeit, die ihm widerfuhr. Keiras Zunge umspielte nun die pulsierende Schwanzspitze, während die Titten am Penis auf- und abglitten. Das war ganz nach Luzifers Geschmack, wenn er sich auch trotz seiner gewaltigen Erektion mickrig zwischen dem opulenten Busen vorkam.
Keiras Zunge wurde lang und länger und lief bald vorne spitz zu. Wie eine Schlange ummantelte sie jetzt die glühende Eichel. Das Ende drang in die Harnröhre ein. Was für ein geiler Schmerz. Forschend glitt die sich seltsam verändernde Zunge tiefer und war bald an Satans Eiern angelangt. Irgendwie fand der Muskel dabei seinen Weg und drang in den Hoden ein.
Die Bälle des Teufels waren prall gefüllt. Der versuchte einen Blick zu erhaschen, was da vor sich ging. Doch versperrten die riesigen Titten sein Blickfeld. Unter süßen Qualen gab er sich seiner Sklavin hin und hoffte, dass er ihr bald seinen Rotz auf herkömmlichen Weg in die Fresse jagen konnte. Keira schien seine Gedanken zu erahnen. Flink entzog sich die Zunge aus Satans Geschlechtsteil. Die dicken Euter pumpten auch weiterhin an der Basis, während der Geschmacksmuskel der Lust-sklavin nun das Bändchen am Eichelansatz umschmeichelte.
Luzifer war jetzt froh, dass seine Sackkanone nicht mehr blockiert war. Endlich durfte er seiner Gespielin in den Mund spritzen.
Das tat er dann auch! Keira spürte zwischen ihren Brüsten, wie der dicke Schwanz abermals anschwoll. Dann grunzte der Teufel in seinem Orgasmus wollüstig. Das Sperma schoss auf die ausgestreckte Zunge Keiras und wurde bereitwillig angenommen. Ihre Brüste lösten sich von dem explodierenden Ständer. Viel wichtiger war es, jetzt keinen Tropfen umkommen zu lassen. Das Ejakulat bildete einen kleinen See auf dem Geschmacksorgan und es war kein Ende abzusehen.
Mit den Händen knetete die Lustsklavin den sich entladenden Sack, während ihre Zunge die spritzende Eichel umtanzte. Als die klebrigen Spermafäden keinen Zufluchtsort mehr fanden, spuckte die Dienerin die weiße Masse auf ihre wogenden Brüste und verschmierte den Saft, so dass ihre Titten im Kerzenschein glänzten. Ein wahrhaftig geiler Anblick! Der Teufel konnte nicht anders. Gierig stülpte er die Lippen auf die Oberweite und lutschte seinen eigenen Saft von dem geilen Fleisch. Dann nahm er seine Sklavin in seine Arme; streichelte ihre Taille und fuhr dabei spielerisch über die prächtigen Rundungen. Auch das Böse höchst persönlich sehnte sich ab und zu nach etwas Zärtlichkeit.
Luzifer war vorerst glücklich gestimmt und gespannt, wie sich nun die Dinge entwickeln würden…
2.1
Schier endlos verlief der Sturz der Gefährten durch die Schlucht, bevor sie eine wohltuende Ohnmacht übermannte.
Als die Freunde wieder zu sich kamen, standen sie auf wundersame Weise inmitten eines riesigen Pulks. Der süßliche Geruch von Drogen umnebelte dabei ihre Köpfe. Dies alles konnte nur Teufelswerk sein. Wo waren sie hier gelandet?
Ihre letzten Gedanken spielten sich bei dem Beben in der Harzer Winterlandschaft ab. Sie stürzten in eine unbekannte Tiefe. Endlose Steinquader waren im Flug an ihnen vorübergezogen und eigentlich hätten sie doch allesamt tot sein müssen! Aber dem war nicht so!
Die Gefährten fanden sich in einer surrealen Welt wieder, die so gar nicht zu den normalen physikalischen Gesetzen passen wollte. Vor ihnen erstreckte sich eine riesige Bühne, vor denen menschliche Gestalten immer wieder „Rock, Rock“ grölten. Wie konnte das sein? Fand hier so weit unten etwa ein Konzert statt?
Die Sechs trugen seltsamerweise nicht mehr ihre Winterkleidung. Jana, Pauline und Jaqueline waren mit einem Mal sexy angezogen, die Männer hatten Jeans und Metal-Shirts an ihren Körpern, bis auf Henning Sturm und Marty Anders: Der steckte mit einem Male wieder in seinem grünen Superheldenkostüm, mit dem er regelmäßig das Elbsandsteingebirge beglückte. Dem entgegen zierte ein Modern Talking-Foto das Oberteil des Geisterjägers Henning Sturm.
Das Bild wurde von einem Rocker in schwerer Lederkluft und Slayer-Shirt registriert, der seine Nase rümpfte und ihm einen bösen Blick zuwarf. Jana Sommer griff in ihre Handtasche. Die X-1 war komischerweise da. Auch Tim und Sturm besaßen noch ihre Waffen. Sie waren in Alarmbereitschaft.
Neben Berger tanzte eine brünette Schönheit zur Musik, die aus den riesigen Boxen dröhnte, welche links und rechts die Bühne flankierten. Das war doch „Feel the Fire“ von Overkill!
Ein langhaariger Typ neben Marty tätschelte den wohlgeformten Hintern seiner Freundin, der in einer hautengen Spandex-Hose steckte und stampfte nebenbei im Rhythmus des Songs mit seinem Bikerstiefel. Die Freunde waren von zahllosen Metalfreaks umgeben. Auf Sturms Stirn bildete sich eine Denkerfalte. Wir haben bis auf Tim komplett andere Klamotten an. Die Waffen sind seltsamerweise da; ebenso meine spezielle Tasche, die ich in der Harzer Winterlandschaft noch nicht einmal dabei hatte! Wo befinden wir uns hier? Die besagte Tasche führte der Agent unter normalen Umständen immer mit sich. Darin bewahrte er wichtige Reliquien auf, die ihn im Kampf gegen Dämonen unterstützten. Seine Frage sollte hingegen vorerst unbeantwortet bleiben, da die Musik plötzlich abrupt endete und das Saallicht in Folge ausging. Dann ertönten die ersten Gitarrenriffs.
Die Menge tobte und schrie erneut „Rock, Rock“. Die Band positionierte sich auf ihre Plätze, während „Fast Eddie Clarke“ einen Lick nach dem anderen seiner Axt entlockte. Sammi Curr betrat die Bühne und presste das Mikro wie eine Schwanzverlängerung an seinen Körper. Für die hinteren Reihen waren Großbildleinwände vorhanden, die die Action auf der Bühne von den Kameraleuten perfekt wiedergab.
Suddenly everything's alright, Everything is cool. Hey dudes I like your style. It's the way it should. Maybe you'll see, someone's put a spell on me.
Die ersten Miezen in der ersten Reihe fielen in Ohnmacht. Dem Sänger, dem das halbe Gesicht fehlte, schien das zusätzlich zu motivieren. Energiegeladen schmetterte Curr den Refrain in die Menge:
Rock and Roll! Rockin' on a midnight. Steal your soul. Rock and Roll. Rockin' on a midnight, take control…
Im vorderen Bereich vor der Bühne flogen die Haarschöpfe der Headbanger. Keiner von den Gefährten wusste wirklich, was hier los war. Aber Jana Sommer ging ab wie ein Zäpfchen und schmiegte sich im Beat der Rhythmus-Truppe. Ein Langhaariger klopfte der 34-jährigen anerkennend auf die Schulter und wackelte mit seiner Zunge, die an „Gene Simmons“ erinnerte. Sturm schubste ihn weg. Er war bis in die Fingerspitzen auf diese merkwürdige Situation fokussiert.
„Hey, Henning, genieß den Sound! Hier stimmt so einiges nicht. Aber wir sind Agenten. Und wenn es auch die Hölle sein sollte, in der wir uns gerade befinden, so sind wir doch gut gewappnet“, schrie die Göttingerin lachend dem Kollegen unter unbeschreiblichen Krach ins Ohr. Hier geht etwas nicht mit rechten Dingen zu. Die X-1 ist geladen. Bisher ist es geil, und wenn sich das ändern sollte, werde ich zur Furie! Jana küsste ihren Tim, während sie ihr rockendes Becken an seinen Schritt presste. Berger kam das Ganze natürlich grenzwertig vor. Seine Hand war jederzeit bereit, die X-1 zu greifen, die ihm Sturm damals schenkte. Doch bisher verlief alles ungewöhnlich normal.
„Fast Eddie Clarke“ schmetterte sein Solo in die Menge. An der Ecke stand ein langhaariger Typ in Army-Klamotten und mit einer Warze im Gesicht. Filzige Zotteln fielen weit über seine Schultern. Er nickte anerkennend. Ein alter Freund gab sich da schließlich auf der Bühne die Ehre! „Fast Eddie“ war noch immer der Knaller! Kilmister schlürfte seine Whiskey-Cola. Cool Guy, dachte sich der Inbegriff des New Wave of British Heavy Metal. Auf einmal erschien eine weibliche Bedienung mit einem Tablett: „Mr. Kilmister, Sie wissen doch, dass Ihnen Whiskey nicht mehr bekommt!“ Der Rocker wollte aufbegehren, aber die Dämonin duldete keine Widerrede. Die Schönheit zog Lemmy mit ihren spitzen Fingern den Drink aus der Hand. Stattdessen überreichte sie dem Heavy Metal-Urgestein einen Wodka-O. Kilmister grunzte zufrieden. Hauptsache Alkohol!
Eine Blondine warf während des Gitarrensolos ihren blutigen String auf die Bühne. Theatralisch fing Curr den Stoff mit seiner kralligen Hand und leckte den roten Saft aus dem Schritt. Die Augen des Rocksängers fingen Feuer und leuchteten gelbrot. Dann hing er den Slip wie ein Souvenir an seinen Mikroständer.
Take control for a sweet surprise. It's a trick or treat. See my face true up in the skies. Rockin' on a midnight, Steal your soul.
Der Sänger zeigte auf die Blondine und eine Schwarzhaarige. Sie hatte er sich auserkoren, nachher in seinen Umkleideraum zu kommen. Die Rowdys befestigten die Backstage-Pässe an den üppigen Dekolletés der Auserwählten. Die schüttelten nun begeistert ihre Mähnen zum Schlussakkord.
Rock, Rock.
Der Drummer läutete den Schlusspunkt des Songs ein. Unter brachialem Gitarrengewitter endete er.
Sammi schrie in die Menge: „Wollt Ihr mehr Rock and Roll?“ Die Menge tobte! Der Shouter röhrte in das Publikum: „Die Auserwähltem des Rock führen die Apokalypse an. Braucht Ihr Metal?“ Curr griff sich in den Schritt seiner Spandex-Hose und leckte sich über den halben Teil seiner noch vorhandenen Lippen. „Der nächste Song ist den Erdlingen gewidmet.
Besonders dir, du geiles rockendes Chick!“ Seine knöcherne Hand zeigte zu Jana, die mittlerweile auch im Alarmstatus war. „Du willst Rock? The next song is „After Midnight“.“
Erneut haute Eddie einen Hammerriff aus seiner Gitarre. Dann screamte Sammi seine Vocals in den Mikroständer:
You better run. It's a hurricane on fire. Nowhere to hide. Gonna hunt you through the night ya! You've got it, I want it. Presume your gonna change your tune now. So keep knockin, keep rockin. I gotta, I gotta, Hear you scream.
I'm gonna get you, get you after midnight. Shock you, Shock you till the sparks fly.
Der vordere Teil vor der Bühne entwickelte sich mit einem Mal zu einem einzigen Sündenpfuhl. Die Konzertbesucher fielen übereinander her, rissen sich die Klamotten vom Leib und fingen an, sexuelle Dinge miteinander zu praktizieren.
Der Sänger machte einen Spagat vom erhöhten Drumkit. Er schrie ins Publikum: „Du musst deinen Helden treu bleiben. Sonst töten sie dich.“ Sammi Currs Blick fiel bei dieser Aussage auf Sturm, Marty und Jaqueline. Dann veränderte sich alles…
*
Aus den höllischen Augen schossen Blitze in die Menge. Die getroffenen Konzertbesucher verwandelten sich: Vampire und anderes Teufelsgezücht umgaben auf einmal die Menschen. In den vorderen Reihen bildete sich ein Pulk aus tentakelartigen Greifarmen. Schlangenähnliche Wesen suhlten sich schleimig ineinander, wo noch vor kurzem die härtesten Fans rockten.
Die Konzerthalle entpuppte sich als eine riesige Höhle, die von aus den Wänden heraustretenden menschlichen Armen, die Fackeln hielten, beleuchtet wurde. Dann erschien die Fratze des Teufels auf der Leinwand. Sein grausiges Antlitz erfüllte den Dom. „Willkommen in der Finsternis! Hier in meinem Reich werdet Ihr Euer Grab finden! Doch gewähre ich euch eine Chance. Meistert die anstehenden Prüfungen und Ihr habt zumindest eine Möglichkeit, euch der Kraft der Hölle zu widersetzen und eurem irdischen Dasein ein wenig länger zu fristen.“ Der ziegenbockartige Schädel stieß ein überhebliches Grunzen aus, vor dem sich selbst der überzeugendste Heide gefürchtet hätte. Dann entblößte die Kreatur die grausigen Zahnreihen seines Gebisses und lachte so laut, dass es die vorangegangene Musik bei weitem übertönte und als Echo von den Höhlenwänden dröhnte. Die Menschen hielten sich die Ohren zu.
Das Publikum hatte sich in dämonische Kreaturen verwandelt, die sich jetzt auf die Neuankömmlinge konzentrierten. Einige Geschöpfe kesselten die Gefährten ein. Ein grausiges Wesen wollte sich gerade auf Marty stürzen, als ihm die X-1 Bergers den Garaus machte. Dann ging alles sehr schnell. Die Mündungsfeuer der Waffen trafen ins Ziel und sorgten für einen Keil zu einem Zufluchtspunkt am Rande der Höhle. Erneut schlugen die Geschosse in Dämonen ein, die sich um die Menschen manifestierten wollten.
Sommer analysierte das Areal: „Da vorne ist ein Tunnel! Dahin müssen wir uns durchschlagen.“ Janas Waffenladung zerfetzte im Moment ihres Ausrufs einigen Zombies das Gehirn. Der Weg war jetzt frei. Die Freunde rannten zu ihrem einzig verbleibenden Hoffnungsschimmer.
2.2
Was hat die Hölle aus mir gemacht? Warum überkommen mich immer wieder diese sadistischen Gedanken? Hätte ich diese Entwicklung stoppen können? Warum hat „der Herr“ keine Gnade walten lassen? Wieso hat er mich in dieses Martyrium gestoßen, aus dem es scheinbar keinen Ausweg gibt?
Der „Geflügelte Tod“ kniete in seinem Schlafgemach in Satans Burg am Mittelpunkt der Erde und zuckte unter den regelmäßigen Peitschenhieben zusammen, die ihm zwei Dämoninnen verabreichten. Der Gegeißelte nahm die Schläge einerseits mit Schmerzen auf. Andererseits bescherten sie ihm Lustgefühle ungekannten Ausmaßes. Erneut knallten die Striemen auf seine schwarzen Schwingen und erzeugten eine enorme Erektion in seinem Lendenbereich.
Die Malträtierenden waren nackt, bildschön und trugen lediglich rote hüfthohe Lederstiefel. Fast wirkten sie wie Menschen, wenn da nicht die Teufelshörner an der Stirn und der gezackte Schwanz am Gesäß gewesen wären. Der Erzengel begutachtete sie sich im Spiegel, welcher sich vor seinem Bett befand. So liebreizend und doch werde ich sie vernichten. Aber er sah auch seine Erscheinung. Was ist aus mir geworden? Der ehemals bildhübsche blonde Engel Gottes hatte sich zu einer Kreatur des Grauens entwickelt.
In den Jahrtausenden war von seiner einstigen Erscheinung nicht viel übriggeblieben. Nach und nach hatten die Dämonen der Hölle das Fleisch von seinen Rippen gefressen. Sein Oberkörper war kaum noch vorhanden. Blanke schwarze Rippen traten im Bauchbereich hervor. Trotzdem war der Engel eine gewaltige Erscheinung und besaß an den anderen Körperteilen sehnige Muskelmasse. Das Erscheinungsbild seines Kopfes entsprach in etwa dem seiner Rippen. Ein schwarzer Totenschädel grinste fies in den Spiegel, in dem die leeren Augenhöhlen gespenstisch leuchteten. Nur die schwarzen Schwingen deuteten noch darauf hin, dass der Engel einstmals ein Bote Gottes war.
Der erneute Schlag erschütterte das Kreuz des Gepeinigten bis ins Rückenmark. Christians Phallus schwoll in einer Intensität an, die Angst machte. Sollte der Engel die ihn quälenden Weiber damit beglücken, würde er ihre Fotzen zerreißen. Doch da war ihm im Moment nicht nach. Er genoss weiterhin diesen süßen Schmerz und dachte an seine Vergangenheit.
Gott hatte ihn verstoßen. Einst war er der lieblichste Engel im Garten Eden. Doch dann zeugte er mit der Jungfrau das Gotteskind. Dieser Spross starb vor über 2000 Jahren am Kreuz. Er und Maria fuhren in die Hölle, obwohl ihm bis vor kurzem nur „sein“ dortiges Dasein bekannt gewesen war. An dem unchristlichen Ort entwickelte er sich zum mächtigsten Herold des Teufels, während seine Geliebte, ohne eine Ahnung seinerseits, durch ein wahrhaftiges Fegefeuer gehen musste.
Die Eichel pulsierte vor Geilheit unter den harten Schwingungen der Knuten. Bestraft mich! Bin ich es überhaupt wert, selbst in der Hölle ein Dasein zu frönen?
Nach unzähligen Jahren waren sie sich schließlich wieder begegnet; er und Maria. Zu des Engels Überraschung hatte sich seine große Liebe nicht im Himmel, sondern über die Jahrtausende auch in der Hölle befunden. Der Geflügelte befreite sie aus der sexuellen Geißelung, die der Teufel ihr all die Jahre zukommen ließ. Dadurch entstand ein erster Vertrauensbruch zwischen Christian und seinem Gebieter. Zudem entwickelte er Sympathien für die Menschen, die doch eigentlich seine Feinde waren. Was ist richtig? Was ist falsch? Immerfort knallte das Leder auf die Flügel und den Rücken. Tiefe Striemen zierten das Federkleid und blaues Blut sickerte aus den schlimmen Wunden. Warum hat mir „der Herr“ das angetan? Warum hat er die Mutter meines Kindes hierher verbannt? Der „Geflügelte Tod“ fand keine Antwort auf diese Fragen. Warum behandelte der Teufel ihn so, wo er doch große Dienste für ihn geleistet hatte?
Eine der Dämoninnen schob dem Erzengel jetzt einen Finger in sein Arschloch und massierte mit der anderen Hand die prallgefüllten Hoden. Ein letzter Peitschenschlag… dann ergoss sich Christian in einer Schale. Was für ein Irrsinn! Und doch so geil! Das viele Sperma flutete den Behälter.
Nach dem Erguss kamen kurzzeitig Schuldgefühle in ihm auf. Maria ist in ihrem Geist zu rein für so etwas. Ich würde ihr niemals diese Neigungen zumuten wollen. Doch ist es um diese Weiber nicht auch schade?
Die Dämoninnen stürzten sich wie besessen auf das Ejakulat und setzten das Behältnis an ihre Münder. Gierig schlürften sie die weiße Masse aus dem Gefäß.
*
Angewidert wendete sich der Erzengel ab, um nicht das Schauspiel zu verfolgen, dass sich ihm sonst geboten hätte: Die Bäuche der Weiber wuchsen in rasender Geschwindigkeit an. Dann quollen kleine Wesen aus ihren Mösen.
Die Geburten hatten dunkle Totenschädel und den Ansatz von schwarzen Flügeln auf dem Rücken. Christian schämte sich. Hatte er doch Jesus Christus gezeugt und dann diese Schmach!
Der Erzengel griff sich mit seiner unvorstellbaren Kraft eine der Dämoninnen und riss ihr mit einem Ruck den Kehlkopf aus dem Hals. Das Blut der Verblüfften tränkte das große Bett, während die andere sich ängstlich in eine hintere Ecke verzog. Christian griff nach seinem Schwert. Diese Dämonenbrut musste ausgemerzt werden! Sie war eine Schande für die Hölle; aber noch mehr für ihn…
*
Mit einem Mal erfüllte eine besondere Aura das Schlafgemach: Der Teufel war erschienen. „Halte ein, mein stolzer Engel! Lass diese wunderbaren Kreaturen gedeihen. Bestimmt entwickeln sie sich zu prächtigen Bestien… Unsere Feinde sind in meinem Reich zu Gast. Heißen wir sie willkommen.“
„Du sprichst von welchen?“
„Von Berger und Sturm.“ Hatten die Beiden doch in der Vergangenheit dem Fürsten der Finsternis so manche Niederlage bereitet! „Genau die sind gerade mit ihren Verbündeten in meine Falle getappt. Diesmal sind sie in meiner Welt. Das bedeutet ihr Ende.“ Der Teufel grapschte nach der übriggebliebenen Lustdienerin und positionierte sie so, dass er mit seinem stacheligen Schwanz in sie eindringen konnte.
„Berger und Sturm? Ist Jana Sommer bei ihnen?“ Der Engel versuchte, sich nichts von seinen Gefühlen für die Erdlinge anmerken zu lassen, obwohl Luzifer sicherlich seine Gedanken lesen konnte.
Mit dieser Frau hatte er vor nicht allzu langer Zeit ein weiteres Kind gezeugt, das derzeit in den Abgründen der Hölle aufwuchs. Sommer hatte ihn damals vom Aussehen an Maria erinnert. So entführte er sie in die Unterwelt und schwängerte sie. Monate später trafen sich die Erzfeinde wieder. Die Frau bekam auf magische Weise und unter seiner Obhut das Baby.
Der Erzengel hatte damals Gefühle für die Menschen entwickelt und Jana mit ihrem Freund Tim Berger vor dem sicheren Tod bewahrt. Nur das Kind musste er der Mutter nehmen, da er zuvor einen Pakt mit Luzifer geschlossen hatte, um Maria zurückzugewinnen. Als Gegenwert stattete er Jana Sommer mit besonderen Kräften aus, die er mit seinem magischen Schwert auf sie übertrug.
Die Frau bedeutet dem Erzengel immer noch sehr viel. Er fühlte sich sogar für ihr Befinden verantwortlich. Dieses Weib war seiner Meinung nach frei von jeglicher Sünde.
„Auf diese Frage habe ich gewartet. Ja das ist sie. Und diesmal werde ich sie vernichten!“ Satan wollte also auch ihre Seele! Der richtete mit den Zacken seines Phallus in dem Unterleib der Dämonin ein Blutbad an. Markerschütternde Schmerzensschreie erfüllten den Raum. Christian wendete sich angeekelt ab und ging in sich, als Luzifer die Dämonin mit seinem dornigen Schwanz kaputt fickte.
*
Maria von Nazareth kümmerte sich um Christian und Janas Sohn.
In der Hölle gab es keinen Raum und keine Zeit. Waren auf der Erdenwelt schon Monate vergangen, so befand sich der kleine Torge hier in der Hölle noch im Säuglingsalter. Die Auserwählte Gottes dachte an längst vergangene Zeiten, während sich der kleine Dämon an ihren ausladenden Brüsten kuschelte. Ihrem eigenen Sohn Jesus gab sie vor über 2000 Jahren noch Muttermilch. Hier in der Finsternis waren da nun die Hebammen des Teufels für zuständig, die Luzifer zuvor geschwängert hatte.
Das Baby fühlte sich sichtlich wohl. Es gurrte und streichelte mit seinen Hörneransätzen den großen Busen. Wenn man außer Acht ließ, dass sich auf dem Rücken zudem kleine schwarze Schwingen befanden, sah das Kind fast wie ein normaler Mensch aus. Die schwarzhaarige Schönheit küsste den Sohn ihres Geliebten auf die Stirn und hoffte, dass er eine bessere Zukunft als ihr eigener Sohn haben würde.
Am Berg Golgotha hatte Maria seinerzeit Sturzbäche an Tränen vergossen. Ihr Junge war für die Menschen gestorben; hatte im frühen Alter alle ihre Sünden auf sich genommen. Was war das für ein Gott, der so etwas zuließ? Passierte damals dieses unvorstellbare Unglück, weil Christian der eigentliche Vater von Jesus war? Aber selbst dann mutmaßte es unchristlich an, Gottes vermeintlichen Sohn sterben zu lassen!
Auch Maria fand sich nach ihrem Tod in der Hölle wieder, um hier Jahrtausende von den Schergen des Teufels geschunden zu werden, bis sie Christian endlich aus ihrer Pein erlöste. So stellte sich die Christusmutter ihrer neuen Aufgabe: Torge musste stark werden! Stark genug, um sich den Qualen der Hölle zu widersetzen und wie sein Vater zu einem mächtigen Krieger zu werden!
Zwei Hebammen betraten den kargen Raum. „Wir kommen, um dem Sohn von Satans Herold Nahrung zu bringen, Gebieterin“, sprachen die Geschöpfe wie aus einem Mund. Erwartungsfroh und hungrig schrie das kleine Wesen in Marias Armen, denn es wusste, dass jetzt Fütterungszeit war.
Die schrecklichen Kreaturen schienen nur aus Haut und Knochen zu bestehen. Bläulich schimmerten die Adern unter dem wenigen leichenähnlichen Fleisch. Besaßen sie schreckliche Fratzen an ihren Köpfen, auf denen sich wirres Haar erstreckte, so waren ihre Brüste im Vergleich dazu opulent und graziös.
Eine der Dämoninnen führte ihre Zitze zum Mund des Säuglings. Torges Lippen begannen daraufhin gierig daran zu saugen. Dieser Vorgang wiederholte sich an den übrigen drei Brüsten. Während das Kind in Marias Armen augenscheinlich stärker wurde, schienen die Weiber dabei Lebensenergie zu verlieren. Ihre Busen waren bald nicht mehr prall, sondern hingen wie erschlaffte Säcke nach unten. Als das Kind gesättigt schien, quälten sich die Kreaturen auf allen Vieren kraftlos aus dem Raum. In der Hölle war das nicht auf Dauer; schon bald würden sich die Hebammen regenerieren, schon bald würden sich ihre Milchtitten wieder befüllen, um den Sohn des „Geflügelten Tods“ mit Nahrung zu versorgen. Aber auch schon bald würde sich ihr Martyrium in einer endlosen Schleife fortsetzen, wenn der Teufel immer und immer wieder über sie herfiel.
Die Hebammen sehnten sich nach dem endgültigen Tod. Doch den würden sie hier in der Hölle nicht finden…
2.3
Die Gefährten stürmten in den Tunnel. Zurück blieben Sammi Curr und seine Band, deren Konzert so abrupt geendet hatte. Der Rocksänger grollte in seinem Inneren. Fuckin` Satan! Der Gig war doch so vielversprechend gelaufen! Er hatte wie ein Gott gesungen! Und dann waren da noch die Erdlinge. Was für unglaublich geile Pussys! Drei ultraheiße Chicks. Vor allem die Schwarzhaarige Tussie in den Netzstrümpfen hatte es ihm angetan. Wie gerne hätte er die Kleine klargemacht…
Schon bei Eddies erstem Gitarrensolo hatte sich Sammi vorgestellt, wie sie nach dem Konzert an seinen Eiern lutschten würde, während die anderen Beiden abwechselnd an seiner Nille saugten. Danach hätte er ihnen die Haut vom Körper gerissen und dann ihr Blut getrunken. Total mies gelaufen! Jetzt musste er sich mit den noch anwesenden Vampir-Schlampen vertrösten. Letztendlich wollten die ihm immer an seine Halsschlagader und sein „Bestes“; sein Lebenselixier, durch das sie weiter bestehen konnten. Curr griff in Richtung des Drum-Kits und nahm einen kräftigen Schluck aus der Jack Daniels-Flasche. Während vor ihm das Inferno tobte, brachte ihn der Alkohol ein wenig in die Spur.
Mittlerweile hatte er sich schon mit dem Gedanken vertraut gemacht, dass sein Schwanz noch heute Nacht in einem weiblichen Vampirarsch stecken würde, als der Blick auf den Typen mit der Warze im Gesicht fiel. Einer der größten Basser zu Lebzeiten. Zweifellos! Sammi war trotzdem sichtlich genervt, auch wenn er niemals die Schuld bei sich selber suchte. Dem Rock-Original hatte er damals den Gitarristen abspenstig gemacht, und trotzdem nuckelte der an seinem Wodka-O und zwinkerte dem Sänger zu, während sich zahlreiche wollüstige Dämoninnen um die präsente Gestalt Kilmisters scharten und ihn umgarnten. Gegen ihn war Curr wohl doch nur ein unbeschriebenes Blatt. What the Fuck! Shit happens!
*
„Schnell! Hier lang!“ Jana Sommer rannte gefolgt von ihren Freunden durch den von Fackeln beleuchteten Gang.
In dem Kerzenschein kristallisierten sich gequälte steinerne Gesichter an den Wänden, aus deren Augen bernsteinfarbene Tränen auf den Boden tropften und am Höhlenboden für kleine Pfützen sorgten. Pauline rutschte fast darin aus. Im letzten Moment bekam sie Marty zu fassen. Im Rücken spürten die Freunde die furchterregenden Kreaturen, die die Verfolgung aufgenommen hatten. Endlos ging die Hetzjagd weiter. Schließlich erreichten die Menschen einen Ausgang. Vor ihnen erstreckte sich eine riesige Kuppel. Der gewaltige blauschimmernde Dom, der vor ihren Füßen in einer endlosen dunklen Schlucht mündete und an dessen Felswänden unzählige Feuer leckten, breitete sich vor den Augen der Gefährten aus. Eine circa 100 Meter lange, mannsbreite Felsenbrücke schien der einzige Zugang zur anderen Seite zu sein. Würde dieser Weg der richtige sein?
Das Dämonengezücht hatte sich den Gefährten bedrohlich genähert. „Wir haben keine Wahl“, schrie Sturm, „wir müssen darüber!“ Er führte die Gruppe an. Pauline und Tim folgten ihm. Auf dem Felsgrat schien es wohl besser, schnell unterwegs zu sein. War doch die Querung derartig schmal, dass, wenn man dabei zu viel nachdachte, schnell das Gleichgewicht verlieren konnte. Die Menschen rannten panisch über den gefährlichen Pfad, während sich einzelne Gesteinsbrocken lösten und in die tiefe Schlucht fielen.
Dann nahm das Unheil seinen Lauf. Die Brücke begann unter den Füßen zu bröckeln. Sturm, Berger und Herrmann schafften es schließlich und kamen sicher auf der anderen Seite an. Aber als Marty und Jaqueline auf der dünnzulaufenden und porösen Mitte waren, brach sie berstend unter ihnen zusammen. Berger rannte zurück und versuchte noch die Hände der Sächsin zu erhaschen, doch war es bereits zu spät. Unter lautem Getöse krachten massige Steine in die Tiefe, und die Zwei stürzten mit lautem Geschrei hinterher. „Oh nein!“, schrie Pauline Herrmann. Sie weinte hemmungslos. Die Freunde waren verloren!
Auf der anderen Seite der Brücke befand sich noch Jana, der die Dämonen bedrohlich im Nacken saßen. Ihre X-1 flammte immer wieder auf. Die Patronen machten den Dämonen den Garaus. Doch waren es zu viele, die sich der Agentin bedrohlich näherten! Ihre Handkanten und Füße knallten in die Gegner und beförderten einige der teuflischen Wesen in die Schlucht. Schon bald war A-Girl umzingelt. Erneute Schüsse verließen den Lauf ihrer Pistole. Gelber Schmodder trat aus den Schusswunden der Bestien. Die Göttingerin stand unmittelbar am Abgrund der Schlucht. Nur ein kurzes Stück der kaputten Brücke war noch vorhanden. Die Dämonen stürzten sich auf sie. Wie durch ein Wunder konnte sie sich einigen gehörnten Geschöpfen entziehen und nahm Anlauf… Die EPO-Agentin sprang… und landete dank ihrer besonderen Kräfte nach 60 Metern auf der sicheren Seite bei Sturm, Berger und Herrmann. Tim war angesichts dieser Leistung schier fassungslos und doch erleichtert: Jana hatte es wenigstens geschafft.
Geschockt starrten die verbliebenden Vier in den Abgrund, in dem nur Stille herrschte. Pauline heulte noch immer hemmungslos. Jaqueline und Marty konnten den Sturz in die Tiefe unmöglich überlebt haben. Henning, der ebenso erschüttert, aber auf sein Umfeld genauestens konzentriert war, räusperte sich: „Wir müssen weiter! Dort vorne ist ein Gang. Für die Anderen können wir nichts mehr ausrichten, und hier sind wir nicht sicher!“ Natürlich hatte er Recht! Schließlich mussten sie alles dafür tun, um zu überleben.
Schienen die bisher erlebten Bilder aus einem Albtraum zu stammen, so waren sie doch pure Wirklichkeit. Am anderen Ende der Brücke schlugen schon die ersten Dämonen ihre Flügel auf. In wenigen Sekunden würden sie bei ihnen sein. Die Zeit drängte! Jana, Tim, Henning und Pauline rannten in den Tunnel und wussten nicht, was sie als nächstes erwartete…
*
Der Gang war stockfinster und nicht besonders breit. Sturm zückte die Taschenlampe aus seinem Umhängebeutel. Klick… nichts! Die Batterien hatten den Geist aufgegeben!
Tims ausgestreckte Arme berührten die feuchten Wände. Er tastete sich - gefolgt von seinen Freunden -blind durch die Dunkelheit. Plötzlich schrie der Göttinger auf. Verdammt!!! „Leute, ich habe da ein ganz mieses Gefühl!“ Etwas hatte sich in seinem Handrücken festgebissen. Mit der anderen Hand riss Tim an dem runden Knäul, dass sich pelzig anfühlte. Schließlich konnte er das Ding lösen, schmiss es auf den Felsenboden und trat gezielt darauf. Ein schmatzendes Geräusch erklang. Berger spürte sein eigenes Blut, welches aus der Wunde trat. Um ihn herum begann es gefährlich zu zischen.
„Was ist da vorne los? Die Flugdämonen sitzen uns im Nacken!“ Sturm, der die Nachhut bildete, vernahm hinter sich die grausigen Geräusche der Verfolgenden in dem unglaublichen Stress, dem er und seine Freunde in diesem Moment ausgesetzt waren.
Hab doch noch vom letzten Umtrunk das Feuerzeug in der Tasche. Unmittelbar nach der Erinnerung an einen Abend, an dem Berger wie ein Schlot gequalmt hatte, flammte das Raucherutensil auf. Wieder einmal hatte es sich als richtig erwiesen, auf die mittlerweile speckige und reinigungsbedürftige Jeans zu vertrauen. Seine Hand schwenkte durch den Gang und machte das umgebende Grauen sichtbar. Unzählige kugelförmige Köpfe, deren Gesichter nur aus messerscharfen Reißzähnen und zwei blinden Augen zu bestehen schienen, hingen unter der Decke und grinsten blutdurstig auf die Vier herab.
„Okay Freunde, wir müssen jetzt ganz schnell sein. Scheißt auf die Dunkelheit, rennt um euer Leben!“, gab Sturm den Startschuss für die Gefährten, während sich die kleinen Monster von der Höhlendecke auf die Menschen fallen ließen.
Unzählige Bestien versuchten sich jetzt im Fleisch der Fliehenden festzubeißen. Paulines Faust schmetterte einen der Dämonen an die Höhlenwand. Ein schmatzendes Splashen erklang. War es jetzt auch wieder dunkel, so sorgte doch das tierhafte Gekreische der Wesen für einen gruseligen Soundtrack. Messerscharfe Zähne gruben sich in die Haut der Erdlinge.
Henning kam eine Idee: Der EPO-Agent zog sein im Vatikan geweihtes Kreuz aus der mitgeführten Tasche. Auf der Stelle wurde die Umgebung kurzzeitig durch ein grelles Licht ausgeleuchtet. Dieses vertrugen die Biester, deren fast blinde Augen sonst nur absolute Dunkelheit kannten, überhaupt nicht. Sie fielen von den flüchtenden Menschen ab und rollten über den Höhlenboden, um sich eine dunkle Ecke zu suchen, in der sie sich verschanzen konnten.
Doch die Gefahr war noch nicht gebannt. Drei geflügelte Unholde waren den Menschen auf den Fersen, die sich hier in ihrem Territorium befanden und anscheinend problemloser mit der Düsternis klarkamen. Berger stolperte vorwärts und krachte mit einem Mal gegen einen Widerstand. Seine Hände erfühlten ein hölzernes Tor. Eine Tür! Die war jetzt ihre einzige Chance. In seiner Panik bekam er schließlich einen eisernen Knauf zu fassen. Ein Riegel! Tim schob ihn unter rostigem Knirschen zurück. Das Tor ließ sich öffnen. Knarrend schob es sich nach innen. Augenblicklich war da auch wieder ein Lichtschein, der von der anderen Seite kam.
Die Gefährten passierten gerade noch im richtigen Moment den Durchgang ins Ungewisse. Polternd fiel die Tür ins Schloss, als die Dämonen zu spät heran waren und wutentbrannt ihren ätzenden Geifer auf die Bohlen verspritzten.
2.4
In der Hölle schienen die physikalischen Gesetze der Schwerkraft nicht zu gelten. Als endlos hatte sich ihr Sturz erwiesen. Doch waren sie weich auf einer Art Moos gelandet.
Jaqueline König und Marty Anders versuchten, sich in ihrer unmittelbaren Umgebung zurechtzufinden. Sie schienen von den seltsamen Lichtern hier unten wie geblendet. Neben ihnen türmten sich die riesigen Felswände auf, zwischen denen sie hinab in diese seltsame Schlucht gestürzt waren. Die Quelle des Lichts bestand aus unzähligen bunten Kristallen und Edelsteinen, die, im Gestein verankert, für eine bunte Atmosphäre sorgten. „Wo sind wir hier?“ Die 21-jährige war fasziniert und angsterfüllt zugleich von diesem magischen Schein.
„Ich weiß es nicht. Aber der Elbstone-Man ist an deiner Seite!“ Marty ballte seine Faust. Momentan tat sich eine unheilvolle Stille vor den Menschen auf.
Noch immer hatten sich die Augen der Beiden nicht an das grelle Licht gewöhnt, als plötzlich vor ihnen Bewegung in dem weichen Boden kam. Der grüne Wuchs klaffte mit einem Male auseinander. Riesige Krallen bahnten sich ihren Weg nach oben und schoben sich aus den aufgeplatzten Spalten. Den Gliedern folgten zwei gewaltige, unförmige Körper… Die Trolle waren erwacht!
*
Die riesigen Leiber von Eposil und Antrum bahnten sich wie zwei riesige Mauern vor den Menschen auf. Berge aus Muskeln zierten die Körper dieser Kolosse. Die Pranke des einen schlug auf den Boden und brachte die Erde zum Beben.
Jaqueline drückte sich ängstlich an ihren Freund, der nahezu perplex war, was sich da vor seinen Augen bot. Eposil riss sein riesiges Maul zu einem höhnischen Lachen auf: „Wen hat uns der Teufel denn da geschickt?“
„Ein paar Erdlinge, wie mir scheint.“ Antrum streichelte bei seiner Antwort mit der Klaue über das spitze Ohr. „Doch die eigentliche Frage ist doch die: Fressen wir sie gleich oder spielen wir noch mit ihnen?“
Darauf wusste der befragte Troll sofort eine Antwort: „Den grünen Erdling kannst du haben. Lass ihn dir munden, wenn du ihn fressen magst. Aber diese braunhaarige Schnecke gebührt mir. Frivole Gedanken gehen mir durch den Kopf!“
Was Eposil im Schilde führte, war nur zu offensichtlich: Zwischen seinen unförmigen Beinen erhob sich ein mächtiger Phallus, der an seiner Wurzel von dichtem, kräuselndem Schamhaar umgeben war. In seiner Geilheit rann dem Riesen Spucke aus dem Maul.
Der Elbstone-Man baute sich schützend vor seiner Freundin auf. Doch war dies ein hoffnungsloses Unterfangen. Eposil packte ihn und schmiss ihn wie ein lästiges Insekt an die nahe Felswand. Ein stechender Schmerz jagte durch Martys Körper. Dann gingen bei ihm für einige Sekunden alle Lichter aus. Diese Zeit reichte dem Troll, die kreischende Jaqueline mit seinen klobigen Pranken zu schnappen, um sie dann auf den Bauch zu drehen. Seine riesige Erektion klatschte dabei auf den Rücken der Sächsin. Der nur leichte Kontakt genügte, um dem Schwanz des hochgradig erregten Unholds einen klebrigen, fetten Samenspritzer zu entlocken, der in den Haaren des Mädchens landete.
Antrum beobachtete derweil das Schauspiel und klatschte dabei wie ein kleiner Junge diebisch in die Hände. „Fick sie, Bruderherz! Es wird sie zerreißen.“
„Oh ja! Das wird es!“ Eposil zerfetzte mit seinen messerscharfen, gelben Fingernägeln den Minirock, während das glasige Sperma über Jaquelines Kopfhaut rann. Der milchige Saft lief an ihrem Gesicht hinab und nahm Kontakt zu ihren Lippen auf. Der Sächsin wurde schlecht und so erbrach sie sich auf dem Moos.
Jahrhunderte war es her, dass der Troll noch als Zwerg einen Geschlechtsverkehr genossen hatte. Sein hässliches Gemächt pulsierte und war bereit, die Erdenfrau zu zerstören.
Marty war zwischenzeitlich wieder zu sich gekommen. Er sah das grausige Szenario und griff nach einem Stein, der, von der Felswand abgebröckelt, im grünen Moos lag. Das darf nicht sein! Der Elbstone-Man stürmte nach vorne und schleuderte dem Troll den Brocken genau zwischen die Augen. Der Riese zuckte in seinem Schmerz zusammen. Kam ihm der lästige Mensch doch schon wieder in die Quere! Was für ein lästiges Insekt! Erneut packte er den Sonderling in den grünen Klamotten und hob ihn wütend in die Luft. Jede Sekunde war in diesem Moment kostbar, Eposil von Jaqueline abzulenken. So fügte sich Marty seinem wohl nicht positiven Schicksal. Der Troll schien bereit, den Menschen mit seinen Pranken zu zerquetschen, während parallel dazu sein Schwanz an das Gesäß des Mädchens klopfte. Womit fange ich an? Das Ungetüm war mit sich uneins. Erst die Mordlust befriedigen? Oder doch lieber die Geilheit?
*
Marty erwartete seinen sicheren Tod, als er plötzlich einen Windzug spürte. Ein schwarzer Schatten zischte an ihm vorbei. Dann vernahmen die Ohren des 35-jährigen ein lautes Ploppen. Was zum Teufel? Der Riese stieß einen gewaltigen Schmerzschrei aus. Augenblicklich löste sich die Umklammerung, die den Harzer bislang umgeben hatte. Er fiel nach unten in das weiche Moos.
Eposil schaute ungläubig an sich herab. Nur noch ein Stummel seines Gliedes war vorhanden, aus dem unaufhörlich Blut spritzte. Der Rest seiner Erektion lag neben der Sächsin und schrumpelte in sich zusammen.
Marty sah den schwarzen Schatten, der sich jetzt stolz zwischen den Trollen aufbaute. Der „Geflügelte Tod“ schwenkte filigran sein Schwert, mit dem er zuvor die Kreatur entmannt hatte. Die leuchtenden Augenhöhlen seines Totenschädels musterten dabei die beiden Menschen. „Seid Ihr wohlauf, meine Freunde?“ Der Harzer nickte in seiner Überraschung und sprang hastig zu seiner Freundin, die blut- und spermaverschmiert noch immer auf dem Bauch lag und sich vor Angst nicht umdrehen wollte.
Derweil spürte der geschockte Eposil die unsäglichen Schmerzen im Schritt und war momentan zu keiner Handlung mehr fähig. Sein Bruder hingegen ging unter lautem Gebrüll zum Angriff über. War das Wesen auch gewaltig, so kam es in seiner Größe nicht an ihn und seinen Bruder heran. Trolle waren stark, und das sollte dieser Feind zu spüren bekommen!
Antrum stürzte sich auf den gefallenen Engel. Doch der wich geschickt aus und ließ erneut die Klinge gekonnt durch die Luft surren. Die trennte die zufassende Pranke wie Butter vom Körper des Trolls. Der Riese schrie gequält auf. Er sammelte sich. „Ich werde dich zerquetschen wie einen Wurm!“
„Wohlan, ich erwarte deinen Angriff, Ausgeburt der Hölle“, antwortete Christian und ließ den Stahl kreisen. Wie von Sinnen trat der Koloss nach seinem Gegner. Doch der war viel zu flink, so dass die plumpen Attacken im Nichts endeten. Mit einem kräftigen Schwerthieb schlug der Geflügelte dem Riesen den verhornten Fuß ab, der daraufhin im blutgetränkten Moos landete. Antrum stöhnte vor Schmerzen. Der blutige Stumpen versuchte im Verbund mit dem gesunden Bein das Gleichgewicht auszubalancieren. Doch konnte sich der Koloss in seiner Grobmotorik nicht auf dem einen verbliebenden Fuß halten und fiel krachend auf den Boden. In Christian war jetzt die Mordlust angesichts der austretenden Blutmengen erwacht. Sein Schwert sauste erneut auf den Gegner herab und kappte das andere Bein.
Eposil hingegen hatte mittlerweile begriffen, dass er schon bald verbluten würde; sich jedoch noch einmal aufgerappelt. Mit einem Urschrei eilte er seinem Bruder zur Hilfe und griff nach dem Erzengel. Doch abermals war Christian schneller. Der scharfe Stahl glitt oberhalb der Handfläche entlang und trennte die Fingerglieder ab.
Der Troll schaute erstaunt auf die deformierte Klaue. Dann bohrte sich das Schwert unterhalb der klaffenden Wunde in den Leib des Trolls, schnitt ihn bis zur Brust auf und zerstörte die so überlebenswichtigen Organe, die nun aus dem Körper herausquollen. Ein letztes Mal schaute Eposil fragend in die Runde. Dann brach er tot zusammen. Warm und heißer als die Hölle quollen die Gedärme aus dem Troll.
Der „Geflügelte Tod“ zerlegte jetzt wie im Fieber das Höllenwesen. Antrum lebte noch, als er schon keine Ex-tremitäten mehr besaß. Ängstlich schaute er zu dem Engel, der seinen Torso erklommen hatte. Satans Herold sah ihn mit seinen Augen, in denen sich das Höllenfeuer schürte, an: „Nun ist es an der Zeit, dass du mir Stärke gibst.“ Der Erzengel schob sein heiliges Schwert zurück in die Scheide.
Fast zärtlich fuhr er dann mit seinen Händen über die behaarte Brust des Besiegten. Diese bohrten sich in den Oberkörper und schnitten wie ein Messer in das Fleisch. Dann riss Christian mit seiner unbändigen Kraft die Hautlappen auseinander und legte das Herz des Unholds frei. Dies sollte die letzte Wahrnehmung Eposils gewesen sein. Des Engels Klauen umfassten den Muskel und lösten ihn mit einem Ruck von den Arterien. Triumphierend hielt der von Gott Verstoßene seine Beute in die Höhe.
Marty und Jaqueline erschauderten, als sich Christians spitze Zähne in das noch pumpende Körperteil verbissen. Der Herold aß das blutige Fleisch. Dabei rann der rote Lebenssaft des Trolls verschwenderisch über das Kinn des Engels und tropfte auf die schwarzen Rippen.
Mit einem Male wurde Christians Körper in ein gleißendes Licht gehüllt. Der Dämon absorbierte mit dieser Mahlzeit die Kräfte des Opfers. Die ehemals schwarzen, freigelegten Knochen seines Skeletts überzogen sich mit Hautschichten. Doch damit war es nicht genug: Der Geflügelte erstrahlte von seinem Innersten her. Er verwandelte sich wieder zu dem Engel Gottes, der er einst gewesen war.
Der blonde, wunderschöne Jüngling öffnete nun einladend die edlen, weißen Schwingen. Dies schien eine hypnotisierende Wirkung auf die anwesenden Menschen auszulösen. Sie erhoben sich wie in Trance von dem Höhlenboden und wurden bereitwillig von Christian in Empfang genommen. Schützend schlossen sich die Flügel um die Zwei. Dann nahm der Engel sie in seine Arme: „Ihr braucht euch nun nicht mehr zu fürchten, denn Ihr seid in meiner Obhut. Die Freunde von Jana Sommer und Tim Berger sind auch meine Freunde. Ich bringe Euch in Sicherheit.“
Die Gedanken an ihre augenblickliche Situation kehrten bei dem Harzer und der Sächsin zurück. „Es sind unzählige, seltsame Dinge in den letzten Minuten passiert. Sind wir hier wirklich in der Hölle?“, fragte Marty.
„Ja, so ist es. Ihr befindet euch am Erdkern; im Reich des Teufels. Ihm gilt es, von nun an Paroli zu bieten. Doch zuerst müssen wir zur Brutstätte des Bösen, wo sich meine Hallen befinden. Dort wird euch mein Herr nicht vermuten.“
Jaqueline ahnte angesichts dieser Worte nichts Gutes. Ängstlich fragte sie nach den Anderen: „Was is mit unsern Freunden? Läben sie?“
„Sie sind noch wohlauf. Luzifer will sie aber und auch euch um jeden Preis vernichten. Sommer, Sturm und die anderen haben nur eine geringe Chance, die Prüfungen zu bestehen. Nachdem ich euch in guten Händen weiß, werde ich versuchen, ihnen Unterstützung zu leisten.“ Christians starke Arme umfassten fest die Erdlinge. Dann öffnete er seine riesigen Schwingen. Das Federkleid begann zu flattern. Mit den Schützlingen erhob sich der Engel in die Lüfte. Unter ihnen blieben die grausig entstellten Kadaver der Trolle zurück.
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