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Impressum

Imprint

Die antike Weltformel – TIERKREIS

Die Entschlüsselung eines Mysteriums

August 2015 Neu bearbeitet Februar 2020

M.Danisch

published by: epubli GmbH, Berlin, www.epubli.de

Copyright: 2015 M.Danisch

ISBN

Neue Überarbeitung:

01.02.2020

Anmerkung:

Bei diesem Buch handelt es sich um die grundlegende Überarbeitung des vorangegangen Buches: "Die antike Weltformel: TIERKREIS – Die Entschlüsselung eines Mysteriums" und dessen Vorläufer: "ASTROLOGIK – Die Entschlüsselung eines Mysteriums" bis Jannuar 2020.

Auf die kritische Auseinandersetzung mit der praktizierten Astrologie wird hier nun grundsätzlich verzichtet, da die praktizierte Astrologie nicht Gegenstand der eigentlichen Untersuchung ist, und vom Thema eher unnötig ablenkt.

Besondere Erwähnung soll hier ein Werk des ungarischen Physikers Károly Simonyi (1916-2001) finden.

Aus seiner Hand stammt die für mich spannendste und inspirierendste historische Aufarbeitung menschlicher Erkenntnistätigkeit.

Wie jede Wissenschaft auch eine Kunst ist, so ist auch diese Buch mehr als nur ein großes wissenschaftliches Werk. Es ist gleichzeitig ein meisterliches Kunstwerk.

Ich möchte dieses Buch jedem Wissbegierigen ans Herz legen, wenngleich Károly Simonyi leider verstorben ist, und die hier geleistete historische Aufarbeitung menschlicher Erkenntnistätigkeit seit dem Jahr 2000 nicht mehr weitergeführt wurde.

> K. Simonyi–Kulturgeschichte der Physik <

Wissenschaftlicher Verlag Harri Deutsch

INHALT:

Behauptung

Die antike Weltformel -TIERKREIS

Vorwort

Einführung

Grundlagen des astrologischen Denkansatzes

Einführung

Astrologische Grundlagen

Logos und Mythos

Die 3 Grundprinzipien des Wirklichen

Einführung

Logos und Zahl

Zahl 1

Zahl 2

Zahl 3

Zahl 4

Zusammenfassung der 4 Grundsätze

der allgemeinen Astrologie:

Planetensystem und Logos

Erscheinungsform der Ordnung in ihren Faktoren

SONNE →| SATURN

MARS→| VENUS

MERKUR→| JUPITER

MOND→| ERDE

Der Zodiakus

Das WIDDER→| WAAGE - Prinzip (Energie)

Das SKORPION→| STIER - Prinzip (Masse)

Das ZWILLING→| SCHÜTZE - Prinzip (Energie)

Das KREBS→| STEINBOCK - Prinzip (Masse)

Das LÖWE→| WASSERMANN - Prinzip (Energie)

Das JUNGFRAU→| FISCHE-Prinzip (Masse)

Zusammenfassung der Wirklichkeitsprinzipien

Nachwort

Begriffserläuterungen

Astronomie – Astrologie

Beobachter

EMI-T Relation

Horoskop

Information

Inistenz/Existenz

Masse/Energie

Relatives Gleichgewicht

Singularität

Superposition

Symmmetrie/Symmetrieverletzung

Urknall

Zahl

Zeit/Raum

Behauptung

Entgegen allgemeiner Auffassung ist der Zodiakus (Tierkreis) hellenistischer Prägung, wie er uns heute allgemein bekannt ist und von der praktizierenden esoterischen Astrologie zur Deutung von Planetenkonstellationen genutzt wird (z.B. Horoskop), keineswegs ein esoterisch-mythisches Konstrukt, sondern die Formulierung eines theoretischen Modells des Wirklichen, das in allen seinen Teilen und ausnahmslos auf der Logik basiert – dem schlüssigen Denken in zwingenden Notwendigkeiten.

Der Zodiakus als theoretisches Wirklichkeitsmodell steht dabei in seiner Formulierung in keinem Detail im Widerspruch zu den gesicherten Grundlagen der modernen Naturwissenschaften. Als ihr geistiger Überbau geht er aber noch über sie hinaus und definiert letztlich die fundamentalen Grundlagen des Wirklichen.

Diese Behauptung steht im harten Widerspruch zur allgemeinen Auffassung gegenüber dem Tierkreis innerhalb der Wissenschaften – nicht weniger steht sie im Widerspruch zur praktizierenden Astrologie.

Es ist an der Zeit sich zu erinnern, das die letzten „Konstrukteure“ des Tierkreises zu hellenistischer Zeit immerhin die „Erfinder“ der Logik waren ...

„Gläubige“, wie auch „Ungläubige“ dürften gleichermaßen überrascht werden.

Der Autor

Die antike Weltformel –
TIERKREIS

VORWORT

Das Entdecken neuer, noch unbekannter bzw. unerkannter Räume ist immer ein Abenteuer. Egal, ob es sich dabei um die Erkundung neuer Länder, eine gefährliche Wildwasserfahrt, die Besteigung eines Berges, oder um das Entdecken noch unbekannter „geistiger Räume” handelt. Die Vorliebe für das Eine oder Andere sei jedem selbst überlassen.

Mit diesem kleinen Prolog möchte ich den geschätzten Zuschauer auf ein Abenteuer vorbereiten, bei dem man sich zwar nicht den Hals brechen, wohl aber einige Gehirnwindungen arg verknoten kann. Ich bin aber überzeugt, dass die Mühe lohnt, und nicht zuletzt der geistige Lustgewinn an dieser Entdeckungsreise in die Tiefen dessen, was wir als „Wirklichkeit” bezeichnen, für die schmerzenden Gehirnverknotungen entschädigt.

Die Grundlage des folgenden Neulands bildet das erkenntnistheoretische Modell einer aufgeklärten Astrologie, wie sie sich aus der Naturphilosophie der großen griechischen Denker herausgebildet, und in der uns vertrauten Formulierung des Zodiakus (Tierkreises) die Zeiten überdauert hat.

Die uns allen bekannte heute praktizierende Astrologie, deren Grundlagen vornehmlich auf anderen und älteren Quellen fußen, die noch auf mythische Verbindungen mit dem Kosmos ruhten, wird hier entgegen mancher Erwartung also nicht Gegenstand der Auseinandersetzung sein.

Wenngleich der Zodiakus in der uns bekannten Astrologie als grundlegendes „Werkzeug“ genutzt wird, so ist er hier, wie sich schnell zeigen wird, nicht weniger unverstanden, als in den Wissenschaften.

Aufgerufen als Zeugen, Gutachter und Richter bezüglich des hellenistisch-astrologischen Weltmodells sind hier also weder Insider der Astrologie noch Mystiker, sondern ausschließlich der unbestechliche Logos, der seit seiner Entdeckung in der Antike das Fundament jeder modernen Wissenschaft ist.

Die Motivation zum Interesse an der Astrologie erwächst im allgemeinen aus dem Wunsch heraus, etwas über sich selbst zu erfahren, und dem vornehmlichen Angebot der heute praktizierten Astrologie, diesen Wunsch mittels eines individuellen Horoskops befriedigen zu können.

Dieses Ansinnen entspricht aber keineswegs dem der aufgeklärten Astrologie des Hellenismus, sondern gründet auf den Vorstellungen einer alt-babylonischen orakelhaften Astrologie, die über die Chaldäer weite Verbreitung im gemeinen Volk fand, und bis heute – sicherlich über die Zeiten modifiziert und modernisiert – als die Astrologie (miss)verstanden wird.

Wir werden hier also andere Astrologie – eine andere „Lehre vom Kosmos“ kennenlernen – die begründet und schlüssig – und damit jenseits eines Glaubens an sie, hinterfragbar und streitbar sein wird.

Auch wenn es letztlich zunächst kaum gelingen wird, sollte der Leser also nun darum bemüht sein, alles zu vergessen, was er meint, von der Astrologie zu wissen. …. sehr schwierig … OK. Legen wir das als frommen Wunsch zu den Akten.

Denn wenngleich man in diesem Buch wenig finden wird, was seinem Verständnis von Astrologie entspricht, so wird den Leser doch allein durch den Begriff „Astrologie“ bereits in eine Voreingenommenheit gezwungen werden.

Vor Hunderten von Jahren schon, nach dem Niedergang des Hellenismus, war der Begriff der Astrologie bereits wieder von den Volksastrologen und Sterndeutern okkupiert, deren Weltverständnis sowenig überwindbar scheint, wie die BILD-Zeitung.

Und wenngleich doch immerhin der Zodiakus in seiner aufgeklärten Fassung erhalten blieb, so wurde auch er bald, unverstanden, zur mythischen „Kristallkugel“.

Was also ist dieser Zodiakus – jener Tierkreis wirklich? … wenn nicht das, was alle meinen zu wissen? Vielleicht ein erster Versuch der Vorzeit den Himmel zu ordnen, und mangels Wissen allerlei mythisches dort hinein zu phantasieren. Ja … wahrscheinlich hat es einmal vor grauer Zeit so angefangen. Was wir allerdings heute als Tierkreis in unseren Händen halten hat eine lange Entwicklungszeit hinter sich, und ist jüngeren Datums – wenn wir mehr als 2000 Jahre als „jung“ bezeichnen dürfen.

Dieser Zodiakus, der uns hier nun beschäftigen wird, ist das Produkt der geistigen Elite unter den alten Griechen, deren Bestreben es über die Jahrhunderte war, mit rein geistigen Mitteln auf der Grundlage der Logik ein Erklärungsmodell des Wirklichen zu finden.

Was letztlich dabei herauskam, ist neben der Geometrie und Mathematik – und in ihrem Zuge die Geburt der modernen Naturwissenschaft – eine logisch widerspruchslose Formulierung der Grundlagen des Wirklichen.

Die seinerzeit verwendeten Symbole erscheinen uns heute fremdartig gegenüber der modernen mathematischen Sprache mit ihren heutigen Symbolen, und wir betrachten sie bestenfalls als phantasievolle mythische Zeichen – eines der vielen bereits mehr als 2000 Jahre währenden Missverständnisse, wie sich hier bald zeigen wird.

Wie ich nun unter anderem aufzuzeigen bemüht sein werde, stellen die Tierkreiszeichen in ihre Abfolge einen in sich strengen und zwingenden logischen Aufbau von „Wirklichkeitsprinzipien“ dar – vergleichbar den Grundkräften innerhalb der physikalischen Naturwissenschaften. Allein schon eine solche Aussage müssen dem „Vernünftigen“ die Nackenhaare aufsteigen lassen.

Nun – ich halte dagegen: Wurde dieser Tierkreis jemals ernsthaft auf die Prämissen hin untersucht, unter denen er entstand – jenem größten Paradigmenwechsel, den die Menschheit je vollzogen hat: Der Hinwendung zur Kausalität und Logik, und dem schlüssigen Denken in zwingenden Notwendigkeiten?

Ich hatte vor mehr als 30 Jahren Gelegenheit dazu, weil ich die Astrologie fundiert widerlegen wollte, gleichzeitig aber nicht bereit war, ihre Bücher und ihre Lehren zu studieren, die mir grundsätzlich absurd und anachronistisch erschienen.

Ersatzweise wandte ich mich daher dem Zodiakus zu – dem grundlegenden Werkzeug dessen, was auch ich damals für Astrologie hielt. Was auch immer die Astrologie lehrte, so dachte ich seinerzeit, musste allein aus diesem Gebilde heraus herleitbar sein. Auf diese Weise erwartete ich die Möglichkeit einer fundierten Widerlegung ihres Weltbildes.

Was ich in den Jahren des Vergleichs zwischen ihm, den Mythen des alten Griechenland, ihrer Naturphilosophie, ihrem Zahlenverständnis, den modernen Naturwissenschaften uvm. fand, war eine Art „Weltformel“, die in ihrer frappierenden Schlüssigkeit allem Widersprach, was ich erwarte.

Es hatte nichts mehr mit dem Verständnis von Astrologie zu tun, das ich bis zu jener Zeit noch mit der Allgemeinheit teilte.

Wohl bemerkt: Es geht hier nicht darum, die praktizierende Astrologie zu diskreditieren, wie es in der Regel von den im allgemeinen vollkommen inkompetenten Kritikern gern versucht wird. Für die meisten der hier praktizierenden ist es eine Herzensangelegenheit, und sie tun es mit bestem Wissen und Gewissen.

Aus dem Gemisch alten babylonischen und ägyptischen orakelhaftem Sternglaubens und Fragmenten der aufgeklärten hellenistischen Astrologie, hat sich über die Jahrhunderte eine Astrologie entwickelt, wo irgendetwas tatsächlich noch irgendwie funktioniert – aber niemand hat eine Ahnung, was das sein könnte.

Einer ernst zu nehmenden Forschung geht sie aus dem Weg, oder wählt in ihrem Unverständnis der Sache gegenüber – wie im Übrigen auch die Wissenschaft bezüglich dieser Fragen – für die Untersuchung vollkommen ungeeignete Ansätze, mit entsprechendem Ergebnis. So verbleibt hier für die Astrologen mehr oder weniger nur ein Glaubensbekenntnis mit fester Überzeugung auf der Grundlage von „Evidenz“

Nun - dieses Buch hat mit der Astrologie, die so in unseren Köpfen herumspukt, nur noch wenig zu tun. Wir werden uns hier ausschließlich mit dem Zodiakus – also jenem Tierkreis - als erkenntnistheoretisches Modell des Phänomens: „Wirklichkeit“, und deren Herleitungen beschäftigen.

Was der Leser hier finden wird, ist auch nicht „kalter Kaffee“ vergangener Zeiten, sondern ein damals wie heute gültiges Fundament der Wirklichkeitsbetrachtung, das in den modernen Wissenschaften immer mehr bestätigt wird, und sogar noch darüber hinaus geht.

Mir ist keine weitere Arbeit bekannt, die sich in der vorliegenden Weise analytisch mit dem Zodiakus auseinandersetzt – seltsam genug, wenn man bedenkt, wer seine Entwickler waren. In sofern ist es eine Pionierarbeit. Sie genügt formal noch keinerlei wissenschaftlicher Kriterien, und ich kann und will hier nicht mehr leisten, als einen allerersten kleinen Anstich, um diesen Schatz zu heben.

Soviel sei in diesem Vorwort immerhin schon verraten:

Aus meiner heutigen Sicht beschreibt diese „astrologische Formel“ – jener Zodiakus – eine Ordnungsstruktur der allseitigen Wirklichkeit, die so einfach und vertrauenswürdig scheint, wie der Anblick eines Butterblümchens, und so klar und unzweideutig, wie die Funktionsweise eines Ottomotors.

Ich muss allerdings gestehen, das es mir nicht leicht fällt, diese Einsichten und Erkenntnisse geordnet mitzuteilen, denn nichts erscheint mir nun bezüglich der allseitigen Natur schwieriger, als das wirklich Einfache zu beschreiben.

Das astrologische Modell der inneren Ordnung dieser Welt ist in seinen Grundlagen letztlich so einfach, das ich fürchten muss, die Fülle von Informationen nicht ordentlich aneinanderreihen zu können, um diese Einfachheit offenbar werden zu lassen. Ich bitte daher den Leser um Nachsicht für mancherlei Wiederholungen und Strukturschwächen in Text- und Problemaufbau. Begabtere, als ich es bin, werden dieses Manko beseitigen.

Aber warum sollten wir uns eigentlich noch immer mit einem astrologischen Weltmodell beschäftigen, wie es im Zodiakus formuliert ist, wo doch die moderne Wissenschaft inzwischen so erfolgreich ist?

Die Antwort darauf ist sehr einfach.

Wir vergessen sehr leicht, das die empirischen Wissenschaften die Welt nicht erklären können – wir verwechseln hier im allgemeinen die Beschreibung der Welt mit der Erklärung derselben. Doch nur das Beschreiben der Welt ist Aufgabe und Möglichkeit der empirischen Naturwissenschaft.

Die Erklärung für das Beobachtete muss letztlich ein geistiges Modell liefern – eine Idee – eine „Theorie of Everything“ (TOE), wie sie natürlich auch in den Naturwissenschaften auf deren Grundlage gesucht wird: Eine Vereinheitlichung der bekannten Naturphänomene, die alle Beobachtungen sinnvoll miteinander zu verknüpfen vermag.

Nun, man höre und staune: Der Zodiakus formuliert ist eine solche Theorie.

Als theoretisches Wirklichkeitsmodell liefert er selbstverständlich keinen physikalischen Entwurf der allseitigen Natur, sondern definiert vielmehr das metaphysische Fundament derselben in ihrer zwingenden Struktur.

Insofern ist dieses erkenntnistheoretische Modell der aufgeklärten Astrologie, das wir nun im Laufe dieses Buches kennen lernen werden, vielleicht in der Lage, wichtige Problemstellungen aufzuwerfen, die der Naturwissenschaft als empirische Wissenschaft verborgen bleiben muss.

Bleibt zu sagen: Der menschliche Geist ist schon zu lange in der Welt, als das wir uns einbilden könnten, erst jetzt etwas von der Natur zu verstehen.

Einführung

Der in diesem Buch nun vorgestellte Ansatz der Betrachtung des astrologischen Weltmodells auf der Grundlage des antiken Tierkreises, unterscheidet sich also grundlegend von der heute geläufigen Astrologie, und hat nun nichts mehr mit dem deuten von „Schicksalen“ zu tun.

Sofern also nicht explizit auf etwas anderes verwiesen wird, ist in diesem Buch immer die hellenistische Sichtweise gemeint, wenn von „Astrologie“ gesprochen wird.

Hier geht es um ein höchst spannendes erkenntnistheoretisches Modell des Wirklichen auf der Grundlage der reinen Vernunft und des schlüssigen Denkens in zwingenden Notwendigkeiten.

Ein Wort zum LOGOS, der uns hier nun immer begleiten wird:

Der Logos, von dem sich der Begriff der Logik ableitet, ist ein sehr weites Feld und eine Wissenschaft für sich.

Als denkmethodischer Ansatz von den Pythagoreern erstmals postuliert, wird diese Methode der „Herleitung des Natürlichen auf der Grundlage innerer Notwendigkeiten“ erstmals von HERAKLIT (ca. 540-475 v.u.Z) als Logos begrifflich erwähnt, und als „vom Subjektiven unabhängige Methode des Denkens“ proklamiert.

Die Logik in all ihren Spielweisen ist seither die wissenschaftliche Methode des Denkens und ihr grundlegendes sprachliches Werkzeug. Sie wurde seit seiner weltanschaulichen Annahme in hellenistischer Zeit ständig neu durchdacht, erweitert, formal präzisiert und spezialisiert.

Gemeinsam ist bei aller Problematik dieses Begriffs die Annahme der Kausalität, die eine zwingende Herleitung des Einen aus dem Anderen fordert: Nichts ist ohne Ursache! Sein Postulat ist die reine Vernunft und ein entsprechendes schlüssiges Denken in zwingenden Notwendigkeiten.

Unter diesen Prämissen ist das hellenisch-astrologische Weltbild entstanden und im Zodiakus ausformuliert – und in dieser einfachen Weise möchte ich den Begriff des Logos in diesem Aufsatz verwenden.

Die alles verändernde Idee unserer antiken Vordenker war es, das sich der "Kosmos" – wie ihn PYTHAGORAS (570-510 v.u.Z) als erster bezeichnete – mit dem „reinen Geist“, in der Betrachtung zwingender Beziehungen … also jenes Logos – ergründen lassen sollte.

Kosmos bedeutet übrigens soviel wie „schöne Ordnung!

Im Logos der leidenschaftslosen „einfachen Zahl“, sollten sich der Urgrund und die Erscheinung des gesamten Kosmos in all seiner unendlichen Vielfalt begründen lassen. Ein unglaublicher Gedanke, der in seiner Konsequenz zur Geometrie und Mathematik fand, und die hellenistische Naturphilosophie in der Folgezeit zu nie da gewesener Blüte führte – eine Idee, die das gesamte Weltbild neu begründete, auf das wir bis zum heutigen Tage wissenschaftlich fußen.

Viele ihrer Gedanken, Herleitungen und Erkenntnisse dürften verloren gegangen sein in dem fast 1000 Jahre währenden geistigen Stillstand nach dem Niedergang des Hellenismus.

Doch immerhin, die Formulierung der Summe ihrer „Denkergebnisse“ über den Kosmos halten wir noch heute in unseren Händen – den Zodiakus – jenen uns allen geläufigen Tierkreis.

Was zu tun bleibt, ist die Erforschung dieser seltsamen „Formel“, um die darin aufgehobenen Gedanken, die die Welt veränderten, wieder frei zu legen.

Da wir wissen, das die Grundlage des Zodiakus, entsprechend der Denkmethode ihrer letzten Konstrukteure, das Denken in zwingenden Notwendigkeiten, und in bedingten und unbedingten Beziehungen zueinander erfordert, halten wir damit bereits den Schlüssel zu dessen Ergründung in den Händen.

Die hier vorgestellte aufgeklärte Astrologie der großen griechischen Denker erkennt nun in den vielfältigen Erscheinungsformen des Wirklichen den notwendigen Ausdruck einer allgemeinen „prinzipiellen inneren Ordnung“, die auf einer begrenzten Anzahl von „ursächlichen Prinzipien“, und „Ordnungsfaktoren“, oder auch Grundkräften basiert.

Auch die Physik kommt nicht ohne Annahme von „Grundkräften“ aus – vier davon sind uns als die „vier physikalischen Grundkräfte“ wohlbekannt.

Im Gegensatz zur Astrologie glaubt die Physik allerdings, das diese Kräfte rein physikalischer Natur sind, und als Solche auf eine physische Welt „wirken“ – während man in der Astrologie meint, in der physikalischen Kraft lediglich den mittelbaren Ausdruck von „Ordnung“ zu erkennen.

Die „Kraft“ wird in der Astrologie also beispielsweise zunächst nicht als eine fundamentale physikalische Größe verstanden, als die sie zweifelsohne in Erscheinung tritt und beobachtet werden kann, sondern vielmehr als die Erscheinungsform und der unbedingte Ausdruck einer fundamentalen „inneren Ordnung“, die sich notwendig als Raum/Zeit entfaltet.

Wohl bemerkt: als eine Raum/Zeit – nicht in eine Raum/Zeit. Wir werden darauf zurückkommen.

In der Physik stellt das Naturphänomen der „Kraft“ eine fundamentale Größe dar, die als Solche – also in ihrem Wesen – nicht näher geklärt ist. Sie beschreibt hier zunächst eine Messgröße, die in verschiedener Weise auf andere Körper eine "Wirkung" ausübt, und damit "Arbeit" verrichtet.

Die Astrologie interessiert sich nicht für die Größe einer Kraft, sondern vielmehr für das Wesen dieses Phänomens und dessen Bedeutung innerhalb des Wirklichen.

Diese verschiedenen Ansätze stehen jedoch nicht im Widerspruch zueinander, und wir werden in der Gegenüberstellung der astrologischen Theorie und dem naturwissenschaftlichen Verständnis der Welt bald höchst erstaunliche Gemeinsamkeiten und Ergänzungen finden.

Betrachten wir das Ganze einmal aus einer anderen Blickrichtung:

Längst ist zweifelsfrei in der Astrophysik festgestellt, das exakt diese spezifische Ordnung, die wir in unserem Sonnensystem vorfinden, die unbedingte Voraussetzung jener Naturerscheinungen ist, die wir vorfinden, und zu der jeder Einzelne von uns als Mensch gehört – und diese Erkenntnis bezieht sich hier noch lediglich auf die rein physikalischen Gegebenheiten des Sonnensystems, also Gravitation, Umlaufgeschwindigkeit um die Sonne, Einfluss und Verhalten der Planeten zueinander usw. usw.

Ordnung ist aber alles andere als ein rein physikalisches Phänomen, sondern zunächst einmal ein beliebiges "Muster".

Ein solches „Muster“ – eine Ordnung - ist immerhin die ursächliche Voraussetzung für jede Erkenntnistätigkeit, … und ist letztlich Voraussetzung jedweden Seins schlechthin, wie wir noch erfahren werden. Dies gilt unabhängig vom Zustand der Erscheinung – sei er nun stofflicher Natur oder nur ein flüchtiger Gedanke in unserem Kopf. ... mag er noch so ungeordnet erscheinen.

Unser Sonnensystem bildet also folglich zunächst ein spezifisches „Muster“, wie es notwendig in jeder beliebigen Ordnung in irgendeiner Form vorliegt.

Ein Muster aber ist, wie oben schon bemerkt, mitnichten eine physikalische Größe. Es ist vielmehr eine „Idee“ – eine „Erkenntnis“ (Erkennen). Jeder von uns kennt das Problem, dem anderen seine Idee klarzumachen, was er gerade in den Wolken für ein Bild entdeckt hat …

Diese spezifische Ordnung der Planeten am Himmel – diese letztlich „unphysikalische Größe“, ist also die zwingende Ursache dafür, das wir sind, wie wir sind. Eine geringfügige Veränderung dieser spezifischen Ordnung – dieses Musters – und wir sind kosmische Geschichte …

Es müsste also nach heutiger Kenntnislage wissenschaftlich angenommen werden können, das es einen Zusammenhang zwischen der spezifischen Ordnung unseres Sonnensystems und unserem Bewusstsein gibt – das ja, wie alle Natur, Teil derselben Ordnung ist.

Wir können also nach dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand, die Ordnung des Sonnensystem weder in ihrer Summe noch in ihren Teilen - also den Planeten als Ordnungsfaktoren – von der Erscheinungsform und dem Ausdruck unserer Natur trennen!

Allein die Erkenntnis eines solchen grundsätzlichen und längst naturwissenschaftlich unbestreitbaren Zusammenhangs, wäre Grund genug, dieses Phänomen in den Tiefen seiner Konsequenzen systemtheoretisch zu erforschen, und eine entsprechend wissenschaftliche Astrologie zu begründen. …

Das hier letzten Endes auch tatsächlich ein Horoskop – oder um genau zu sein, dafür aber etwas umständlicher: Der Anfangszustand der inneren Ordnungsstruktur eines individuellen Bezugssystems in seinen spezifischen inneren Verhältnismäßigkeiten – theoretisch untersucht und analysiert werden kann, wird sich hier mit dem Verständnis des astrologischen Wirklichkeitsmodells als zwingend erweisen.

Wie weit dies allerdings schon aufgrund der Komplexität einer solchen individuellen Ordnungsstruktur überhaupt sinnvoll ist und gelingen kann, ist eine ganz andere Frage, mit der wir uns hier nicht beschäftigen werden.

Diese Frage kann überhaupt erst gestellt werden, wenn das astrologische Weltbild verstanden ist, und sich zudem als tauglich erweist, das Phänomen der Wirklichkeit ausreichend zu erfassen.

Prognosen bezüglich eines bestimmten Ereignisses in der Zukunft auf der Basis eines Horoskops, halte ich allerdings aus zwingenden Gründen, die sich bereits aus dem astrologischen Modell selbst herleiten, von vornherein für vollkommen ausgeschlossen.

Grundlagen des astrologischen Denkansatzes

Alles ist Zahl!“ – Diese Drei Worte begründeten wohl den größten geistigen Sprung, den die Menschheit jemals vollführt hat. Und diese Worte wurden nicht etwa im 21. Jahrhundert ausgesprochen, sondern bereits vor gut 2600 Jahren. Ohne sie gäbe es keinen KEPLER, keinen NEWTON, keinen PLANCK, keinen HEISENBERG, keinen BOHR, und keinen EINSTEIN.

Es sollten nach der Auflösung der großen griechischen Denkschulen fast 2000 Jahre vergehen, bis der Mensch die Bedeutung dieser, „Mathematica“ – für die Naturerkundung wieder zu erkennen begann. Bis dahin stand sie immer wieder unter dem Bann der Kirche, die darin das trefflichste Spielzeug des Teufels erkannte. ... wenn sie es nicht gerade selbst als magisches Instrument nutzte.

Als unverzichtbares Werkzeug einer modernen Naturwissenschaft sehr bald erkannt, wurde sie dann letztlich Teil der Naturwissenschaften selbst, wo sie sich entsprechend rasant weiterentwickelte. … was nicht darüber hinwegtäuschen sollte, das die Mathematik selbst keine Naturwissenschaft ist!

Freilich war nun ihre Fundament – ihre philosophische Herleitung – von der wir noch hören werden – längst nicht mehr präsent.

Bis in die Zeit des späten Mittelalters war die Mathematik, neben dem Baumeister, Landvermesser und den Seefahrern, vor allem das Handwerkzeug des Sterndeuters – weshalb ihr immer der Ruf des Magischen anhaftete. Der Astrologe brauchte sie nach wie vor, um für seine Prognosen die Bahnen der Sternbewegungen möglichst genau zu bestimmen.

Doch auch für sie war die Mathematik, so bin ich überzeugt, längst nur noch Hammer und Meißel für ihre Tätigkeit.

Was nun seinerzeit im alten Griechenland geschah, wäre vergleichsweise heute, als würde sich ein großer Physiker der Astrologie zuwenden, und Gleichgesinnte um sich scharen.

Bei Pythagoras war es nur genau umgekehrt. Er verließ als großer forschender Mystiker die vertraute Welt der alles bestimmenden Götter, und erhob die natürliche Zahl zu einer Instanz, der sich selbst die Götter unterordnen mussten – die Götter wurden selbst zur Zahl – zu Rädchen im Getriebe.

Wie dieser Schritt im einzelnen vor sich ging, wissen wir nicht. Die Pythagoreer waren eine eingeschworene Sekte, die sich mit ihrem Wissen nach außen abschottete und keine Aufzeichnungen machte. Alles heutige Wissen über diese Gemeinde haben wir von den Berichten und Auseinandersetzungen ihrer Nachfolger – den anderen großen Denkern des folgenden hellenistischen Zeitalters, vom Schlage HERAKLITS, ANAXAGORAS, PLATON, ARISTOTELES und wie sie alle hießen.

Wir gehen aber immerhin davon aus, dass der rudimentäre Tierkreis der chaldäischen Babylonier über PYTHAGORAS seinen Eingang in Griechenland fand. Als großer Forscher der Mysterien, der er war, liegt es wohl auch auf der Hand, das er sich für diese Sache interessierte.

Was dann im Einzelnen geschah, kann man nur mutmaßen. Er musste wohl in diesem Tierkreis etwas entdeckt haben, was zunächst seine eigene, und in der Folge den Rest der Welt ins Wanken brachte.

Es war wohl, wie ich rückschließend aus seiner Lehre und dem Aufbau des von ihm wahrscheinlich bereits weiterentwickelten Tierkreises vermuten möchte, die Entdeckung der offenbaren und allgegenwärtigen „Symmetrie“ – der „spiegelbildlichen Dualität aller Faktoren“ – die sich ihm im noch rudimentären Tierkreis offenbarte.

Auf der Grundlage, der „Unbedingtheit einer Dualität jedweder Seins“, die er darin erkannt haben mochte, entwickelte er letztlich die Idee der "zwingenden Notwendigkeit", und damit die ersten Ansätze einer Mathematik als Methode der Naturbetrachtung.

HERAKLIT (ca. 540-475 v.u.Z.), gleichfalls ein Verfechter der Idee von der Einheit der Gegensätze und einer zwingenden Kausalität, überlieferte diese Methode später als „Logos – der Herleitung des Natürlichen auf der Grundlage innerer Notwendigkeiten."

Die Natur verhielt sich nunmehr „vernünftig“ – in der Entsprechung der Beziehungen der natürlichen Zahlen zueinander, wie wir bald erfahren werden. Es ist heute kaum mehr bekannt, das das griechische Wort „Logos“ auch für den Begriff „Beziehung“ stand.

Ein weiterer wichtiger Hinweis auf das pythagoreische Weltverständnis findet sich bereits in dem von ihm erstmalig genutzten Begriff des „Kosmos“. Er bedeutet so viel wie „schöne Ordnung“, und weist damit unmissverständlich auf ein Naturverständnis des Unwillkürlichen und Gesetzmäßigen hin.

Noch heute ist es in der Mathematik und Physik von großer Bedeutung, das eine Formel „schön“ ist – weil dies als Hinweis darauf verstanden wird, das sie „wahr“ sein muss. Hier sollte noch hinzugefügt werden, das sich das „Schöne“ über das Optimum an Einfachheit definiert.

Es galt also nun für die Wissbegierigen und Forschenden dieser frühen Zeit, herauszufinden, wie diese „schöne Ordnung“ konstruiert ist und wie sie funktioniert.

Sie taten also ohne Abstriche das, worum wir uns Tausende Jahre später noch immer bemühen – lediglich die Methode ihrer Untersuchungen war verständlicherweise eine andere. Sie verfügten immerhin weder über Elektronenrastermikroskope, noch Teilchenbeschleunigern. Nicht einmal ein profanes Fernglas stand ihnen zur Verfügung.

Alles was sie besaßen war die Fähigkeit zu denken, zu reflektieren und zu abstrahieren – und ihren zeitgemäßen „Teilchenbeschleuniger“ fanden sie im Logos der natürlichen Zahl.

Auf dieser Grundlage galt es nun, die Welt, und alle Dinge die sich darin befanden allein mit dem „Geist“ – mit der reinen Vernunft zu erklären.

Es war zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ein Ansatz der Naturbetrachtung, der nicht mehr Angelegenheit des persönlichen Glaubens war, sondern einen überpersönlichen Wahrheitsanspruch erkannte. Kausalität und Logik ließen keinen beliebigen Spielraum der Interpretationen mehr zu.

Achtung: Man beachte hier, das zur „Welt“ damals auch noch der „Himmel“ gehörte. Das Universum in unserem heutigen Verständnis existierte noch nicht! Die Welt bestand aus der Erde, auf der sie wandelten, und dem sie umschließenden Himmel mit seinen sternbestückten Sphären über ihnen. Alles zusammen war „die Welt“ – die „schöne Ordnung“ (Kosmos).

Dieser Umstand scheint mir von entscheidender Bedeutung für die Entdeckung und Entwicklung der Mathematik gewesen zu sein. Möglicherweise bildete diese Betrachtungsweise überhaupt erst die Voraussetzung für die Entdeckung der Mathematik.

Ein offenes, unbegreiflich komplexes und unendliches Universum, wie es für uns heute selbstverständlich ist, hätte wohl schwerlich zu der Annahme einer „schönen Ordnung“ führen können – und damit wohl kaum zu der Idee, das man die allseitige Natur irgendwie gesetzmäßig und auf einfache Weise erfassen und ordnen könnte.

Wie gesagt: Ein wichtiges Merkmal des „Schönen“ ist immer im „einfachen“ – und damit im „Fassbaren/Überschaubaren“ begründet. Dieser Umstand war nun seinerzeit gegeben: Der Himmel über ihnen bestand vornehmlich aus den überschaubaren Komponenten der Wandelnden – griech. „Planeten“ einschl. SONNE und MOND – und dem Ewigen und Unvergänglichen – den Fixsternen.

Entscheidend für die Bestätigung der Stimmigkeit des Logos der natürlichen Zahl dürfte für PYTHAGORAS gewesen sein, das es ihm gelang, deren Beziehungen auf die himmlische Ordnung der Planeten zu übertragen. Wir werden das hier nachvollziehen.

Unterstützt in diesem Findungsprozess wurde er sicherlich auch von der Vielzahl der mythischen Erzählungen seiner Zeit, die ja sein eigentliches Forschungsgebiet darstellten. Hier dürfte er als Forschender immer wieder auftretende Gemeinsamkeiten erkannt haben, die auf allgemein gültige Regeln hinwiesen, und die sich wiederum mit den Beziehungen der natürlichen Zahlen zueinander deckten.

Ich weiß – es klingt alles zunächst etwas verwirrend. Aber wir betrachten uns gleich eine solche Geschichte. Wir sollten nicht meinen, das es sich bei den alten Sagen und Mythen um bloße Fantasie handelt. Vielmehr finden sich hier häufig „Gleichnisse“, die durchaus als die rudimentären Vorläufer der mathematischen „Gleichungen“ gelten können.

Betrachtet man eine solche Geschichte als eine symbolisch verklausulierte Formulierung empirischer Erfahrungen, die weitergegeben von Generation zu Generation, den Erfahrungsschatz der Beobachtungen und Erkenntnisse in sich aufhob, und damit das aktuelle Wissen von der Welt transportierte, findet man oft Erstaunliches.

Aus dem gewonnenen Verständnis der Ordnung der Zahlen in ihren unbedingten Beziehungen zueinander, wie wir sie hier noch kennenlernen werden, und die nun das Fundament jeder beliebigen Erscheinung der Natur sein sollte, war es nur konsequent, das sie sich für die Verifikation dieser Idee, auf die Suche nach der Erscheinungsform und dem Ausdruck eben dieser „Ordnung selbst" machten.

Was liegt nun in Ermangelung von Mikroskopen näher, als jenen Ort genauer zu betrachten, wo diese mutmaßliche „Ordnung“ ihren größten beobachtbaren Auflösungsgrad erreicht: Der Himmel mit seinen Sphären und den darin wandelnden Göttern (Planeten)! Hier, in der Überschaubarkeit des Ganzen, musste sich die vermutete Ordnung offenbaren.

*

Kommen an dieser Stelle zunächst zum ersten Fein-Tuning!

Als ersten Akt einer grundlegenden Revision unseres heutigen Astrologieverständnisses, möchte ich nun die Astrologie grundsätzlich unterschieden wissen in eine „Spezielle Astrologie“ und eine „Allgemeine Astrologie“.

Man verzeihe mir die gewählte Begrifflichkeit, die hier zunächst etwas blasphemisch erscheinen muss, aber das hier aufzulösende Problem ist nicht unähnlich der Betrachtung einer angenommenen relativistischen Raum/Zeit.

Wie in der speziellen Relativitätstheorie betrachten wir auch hier zunächst ein Inertialsystem – und genau ein solches beschreibt der Zodiakus. Er definiert eine Anzahl zwingend notwendiger Ordnungsfaktoren, deren Eigenschaften und deren grundlegendes Verhalten. Und nicht zuletzt ihre spezifischen Beziehungen zueinander.

Daraus folgt: Die Spezielle Astrologie …

definiert ein Inertialsystem (Zodiakus), und noch keine tatsächliche Wirklichkeit. Die für eine Wirklichkeit - eine Raum/Zeit - entscheidenden Faktoren: Bewegung und Dynamik sind hier noch nicht impliziert – sprich: "Die Zeit" ist hier noch nicht Teil des Systems!

Der Zodiakus definiert also genau genommen eine beliebige "potentielle Wirklichkeit" - einen Zustand, den wir später in Annäherung unter dem Begriff der "Superposition" innerhalb der Quantenphysik wiederfinden werden.

Darauf gründend folgt nun:

Die Allgemeine Astrologie ...

... beschäftigt sich mit dem relativen Verhalten von spezifischen Ordnungsfaktoren (Planeten) und deren Dynamik in der Zeit innerhalb der fundamentalen Gesamtordnung (Zodiakus).

Das bedeutet, sie beschäftigt sich mit der jeweiligen Ordnungsstruktur eines spezifischen Zeitpunktes bezüglich seiner ihm innewohnenden Impulse (Verhältnismäßigkeiten von Kräften), und dem hier heraus herzuleitenden inneren Zustand der vorliegenden Zeit.

Wir erinnern uns: Ordnung ist zunächst ein beliebiges Muster - jeder Gegenstand des Wirklichen unterliegt der selben Grundordnung, hat darin aber - entsprechend dem exakten Zeitpunktes seines Erscheinens - ein unverwechselbares eigenes Muster - seine ureigene Ordnung - sein ureigenen Fingerabdruck. Er ist sowenig wiederholbar, wie der einzelne Zeitpunkt im Fluss der Zeit. Daher kann es nicht einmal zwei identische Schneeflocken geben!

Betrachtet man nun auch noch die einzelnen Impulse der Ordnungsfaktoren (Planeten) in der Zeit, so wären hier theoretisch Vorhersagen möglich - vergleichbar der Wettervorhersagen der Metereologen. Da jedem von uns die Verlässlichkeit der Wettervorhersagen geläufig sind, die nur mehr als 3 Tage in die Zukunft blicken, muss hier zu den astrologischen Vorhersagemöglichkeiten nichts hinzugefügt werden.

Die Spezielle Astrologie wird in diesem Buch nur hier und da am Rande angeschnitten, wo es dem Verständnis derallgemeinen Astrologie dienlich ist. Grundsätzlich ist sie hier nicht Gegenstand der Betrachtung!

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[Einschub in eigener Sache:

In den vorhergehenden Auflagen dieses Buches (vor Februar 2020), habe ich die Attribute von "Speziell" und "Allgemein" in Bezug zur aufgeklärten Astrologie umgekehrt zur RT verwendet, weil es mir seinerzeit sinnvoller erschien.

Es war eine Dummheit, wie ich inzwischen einsehen musste. Insofern korrigiere ich mich jetzt hier. Falls also einer der Leser das Buch in einer vorangegangenen Bearbeitung bereits kennt, so sei er hiermit über seine Verwunderung aufgeklärt. ...]

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Wie also gesagt, stellt die Formulierung des Zodiakus ein Inertialsystem dar, in dem alle fundamentalen Ordnungsfaktoren des Wirklichen in ihren unbedingten und grundsätzlichen Verhalten zueinander ruhend, aufgeschlüsselt sind. Zueinander „ruhend“ bedeutet hier soviel wie: Sie verhalten sich symmetrisch zueinander.

Die Summe der im Zodiakus in Verhältnis gesetzten Grundkräfte bzw. Fundamentalprinzipien ist von daher 1 – also ein idealisierter Zustand von Entropie=1, in dem alle Kräfte gegeneinander aufgehoben sind und damit keinerlei Wechselwirkung stattfindet!

Der Zodiakus definiert also zunächst die fundamentale Ordnung des potentiell Wirklichen in ihren Teilen und in ihrer Summe, wie sie sich letztlich in jedem beliebigen Gegenstand a priori notwendig entfalten. Dazu gehören das Objekthafte (physik. Körper), wie auch das nicht Objekthafte (Psyche, Geist, Idee, Information, Verhalten usw.)

Wie wir erfahren werden, unterscheidet die Astrologie grundsätzlich nicht zwischen dem Objekthaften und dem nicht-Objekthaften – also dem Stofflichen und Unstofflichen – was ihre inneren „Spielregeln“ angeht!

Alles unterliegt derselben Ordnung, und die Spielregeln der Natur kennen keinen Sonderfall!

EINFÜHRUNG

Jede Zeit betrachtet die Welt mit ihren Augen – eine triviale Feststellung, deren tiefgehende Bedeutung doch all zu leicht verkannt wird. Wie relativistisch und alles Entscheidend die Art und Weise der Beobachtung und deren Grundlage ist, werden wir im Laufe dieser Auseinandersetzung noch erfahren.

Um den Zuschauer nunmehr auf eine ihm wohl höchst ungewohnte Beobachtungsweise einzuschwören, möchte ich hier zunächst einmal auf das kognitiv zu bewältigende Problem eingehen. Um überhaupt erst einmal eine Vorstellung zu entwickeln, wie es zu einer solchen „Lehre“ wie die der Astrologie kommen konnte, versuche man sich einmal in die Lebensweise des Urmenschen hineinzufühlen. Versuchen wir einmal die Welt mit Augen zu betrachten, die noch keinen Fernsehapparat und kein Auto – ja nicht einmal einen anständigen, trivialen Hammer zu Gesicht bekommen hatten.

Sicherlich kann diese gedankliche Reise in unsere Urzeiten nur sehr mangelhaft gelingen, doch sollte es bereits ausreichen, um je nach Phantasiebegabung eine gar wunderliche Welt entstehen zu lassen, die offenbar nur noch wenig mit der unseren zu tun hat.

Es kann auf einmal nicht mehr „vernünftig“ sein, das ein Baum eine Ansammlung verschiedenster Stoffe ist. Viel vernünftiger musste es unseren Urvätern erscheinen, das er ein eigenes Wesen war – lediglich in der Erscheinungsform von ihnen unterschieden. Wie hätte er sonst seine Gestalt immer wieder verändern und wachsen können – wie aus einem kleinen und unscheinbaren Körnchen zu seiner mächtigen Gestalt finden können?

Die Welt erscheint bei einer gedanklichen Reise in die Urzeit, unter dem Bemühen, alles zu vergessen was uns heute so selbstverständlich erscheint, plötzlich angefüllt mit den unterschiedlichsten Wesen, die sich alle in irgendeiner Weise uns gegenüber „verhalten“(!)

Die Bäume, Tiere, der Wind, Blitz und Donner, Flüsse, Regenbögen, Sonne, Mond, Sterne … usw. All das müssen nun zweifellos eigene Wesenheiten sein, denn sie „verhalten“ sich in irgendeiner Weise.

Die Urerfahrung allen Lebendigen sagt uns: Was sich verhält, zumal zielgerichtet, das hat einen eigenen Geist und Lebt – das ist ein eigenes Wesen! Wir reagieren noch heute nicht anders, wenn wir unseren Computer anschnauzen, oder unserem Auto liebevoll einen Namen verpassen.

Wir können also in dem Bemühen einer solchen Zeitreise sehr schnell feststellen, das alles um uns herum irgend eine „Wirkung“ auf uns ausübt - daher der Begriff der WIRK-LICHKEIT.

Die Menschen damals mussten zwangsläufig diese Wirk-lichkeiten aus ihrer offenbaren und augenscheinlichen Form heraus interpretieren. Sie hatten noch keine Apparate und Maschinen, die diese Wirklichkeiten in immer kleinere Quanten zerlegen konnte – und was hier noch viel entscheidender ist: sie hätten zu diesem Zeitpunkt auch gar nicht auf die Idee kommen können, solche Apparate zu konstruieren, da es für sie nichts erkennbares gab, was „teilbar“ gewesen wäre!

Die vielfältigen Erscheinungsformen ihrer Wahrnehmungen (... etwas als "wahr annehmen!!)" mussten Qualitäten sein, und eine Qualität ist bekanntlich per Definition nicht teilbar.

All diese Erscheinungsformen um sie herum hatten aber auch bei aller Unterschiedlichkeit, immer wiederkehrende Eigenschaften, auf Grund derer man ihnen im Laufe der Erfahrungen bestimmte Grundeigenschaften zuordnen konnte: Solch eine Grundeigenschaft mochte zunächst Gefahr und Vorteil sein. Aber auch andere tiefgreifende Urerfahrungen gehören dazu, die uns heute nicht sofort ins Auge springen dürften.

Eine Mulde im Boden beispielsweise hielt das Wasser fest an einem Ort, das sich ohne diese auf ebenen Boden nach allen Seiten verflüchtigte und schwer zu fassen war.

Solcherlei Erfahrungen als „Entdeckungen“ zu werten erscheint uns heute vielleicht etwas befremdlich, bei der beginnenden Entwicklung des Bewusstseins sollten solcherlei Dinge allerdings mindestens die Tragweite einer Relativitätstheorie der Neuzeit gehabt haben!

Das frühe Bewusstsein konnte hier die fundamentale Erkenntnis gewinnen, das nur Bestand hat, was sich in Grenzen aufhält! – und in der Weiterführung: Das überhaupt nur Sein kann, was sich innerhalb von Grenzen aufhält!

Eine fundamentale Entdeckung, die den Menschen später dazu befähigen sollte, beispielsweise elektromagnetische Wellen nachzuweisen – denn das ursächliche Prinzip dieser Erfahrung ist exakt identisch: Der Widerstand! Jede Art von Messvorrichtung basiert letztlich auf dieser Erkenntnis.

In der Mythologie wird dieses fundamentale Prinzip des Natürlichen mit einem Kelch symbolisiert. Er steht für das „Empfangen“ – das Begrenzende und Begrenzte – und somit für alles sinnenhaft Körperliche - für die Materie.

„Herr, lass diesen Kelch an mir vorübergehen!“, ruft Jesus nach der christlichen Legende vor seiner Gefangennahme.

Die frühzeitliche bewusste Erfahrung eines Wasserlochs war also nicht einfach die einer „Vertiefung, angefüllt mit Wasser“, wie es uns heute nur einfallen würde, sondern vielmehr die Entdeckung eines ursächlichen und fundamentalen Prinzips des Seienden – einer ursächlichen Ordnung der Natur, die sich in jede ihrer Erscheinungen und Ausdrucksformen widerspiegelte und beobachtbar war: Das Eine ist nur durch bzw. über das Andere!

Eine ursächliche Erkenntnis, deren Fortsetzung in der modernen Physik in dem Nachweis der Äquivalents der fundamentalen Kräfte von MASSE und ENERGIE ihren bisherigen Höhepunkt fand.

Wie wir bald verstehen werden, ist also auch die Entdeckung der Äquivalents von Masse und Energie nicht wirklich neu, sondern die neuzeitliche Bestätigung der astrologischen Theorie des Gegenständlichen. Mehr noch: Die Äquivalents von MASSE und ENERGIE ist, wie wir sehen werden, das Fundament, auf dass das gesamte Gedankengebäude der hell. Astrologie aufgebaut ist.

Während die moderne Physik in der MASSE und ENERGIE „nur“ fundamentale physikalische Kräfte erkennt, finden sie in der Astrologie Eingang als das unteilbare Fundament einer darauf aufbauenden ursächlichen Ordnung.

Wir sehen an diesem Beispiel auch sehr schön den Unterschied zwischen der aufgeklärten Astrologie der Antike und den Naturwissenschaften:

Die Naturwissenschaft beobachtet die „Erscheinung“ eines Zustandes, vermisst ihn und hinterfragt seine physikalischen Eigenschaften und Ursachen, während die Spezielle Astrologie das „Wesen“ dieser Erscheinung zu bestimmen sucht, das es letztlich als ein bestimmtes Objekt mit seinen spezifischen physikalischen Eigenschaften überhaupt erst in Erscheinung treten lässt Die Befunde der Naturwissenschaften wären für ihr Verständnis wiederum „nur“ eine Vielzahl von „Erscheinungsformen“ der Sache, und nicht die „Sache selbst

Genau diese Art der Beobachtung ist es, die die Astrologie von den Naturwissenschaften unterscheidet – unterscheidet, nicht im Sinne eines Widerspruchs, sondern im Sinne einer geistigen Vertiefung der Beobachtung!

Die Konsequenz eines Ordnungsprinzips, in der jedes Ding nur über bzw. durch ein anderes existiert, führt notwendig zu einer „vergleichenden Beobachtung“. Jede Erscheinungs- und Wesensform muss mit mindestens einer anderen Erscheinungs- und Wesensform verglichen werden, um überhaupt eine Aussage über Erstere machen zu können.

Diese ursächliche Praxis – das Vergleichen der verschiedenen Wesensformen und Kräfte zueinander – musste zu „Gleichnissen“ führen. Die „Gleichungen“ der späteren Mathematik sind hier wohl die konsequente Weiterführung dieser grundlegenden und alternativlosen vergleichenden Praxis menschlicher Erkenntnistätigkeit.

PYTHAGORAS – heute historisch von vielen gehandelt als der Begründer der Naturwissenschaft, und gleichzeitig ein strenger Mystiker seiner Zeit – hatte wohl die Bedeutung dieser vergleichenden Praxis zur Wirklichkeitsbeschreibung als ursächlich und universell gültig erkannt.

Er konnte nun unter Zuhilfenahme des entdeckten Logos der natürlichen Zahl, das beispielsweise in den alten Mythen Wesentliche herausfiltern, gegenüberstellen und daraus Regeln ableiten. Damit konnte er letztlich Probleme darstellen und lösen, bevor sie noch sinnlich erfasst waren.

Dies war der alles entscheidende Schritt in die Wissenschaft gegenüber den Babyloniern, von denen er in die rudimentäre Astrologie eingeweiht wurde.

Die Babylonier wussten in ihrer orakelhaften Praxis nur auf frühere Geschehnisse im Zusammenhang mit bestimmten Sternkonstellationen hinzuweisen. Ein ungewöhnliches Vorkommnis wurde hier, nebst der zu diesem Zeitpunkt gerade bestehenden Planetenkonstellation, in einem Archiv festgehalten, und stand so als beispielhafter Vergleich für spätere Vorkommnisse zur Verfügung.

Eine Gesetzmäßigkeit von Zusammenhängen und Abläufen der Planetenbewegungen wurde hier noch nicht, und ebensowenig von den Ägyptern angenommen.

Wie schon erwähnt, mag PYTHAGORAS die Initialzündung für seine Idee der kosmischen Ordnung, über das Entdecken der allseitigen „Dualität“ gekommen sein, die er bereits im vorgefundenen rudimentären Tierkreis der Babylonier beobachten konnte, und die er zum fundamentalsten Gesetz der Natur erhob:

Die harmonische Symmetrie – die zwingende Widerspiegelung des Einen in sich selbst – wurde in ihm zum grundlegenden ersten Ordnungsfaktor allen Seins. Alle Natur musste sich zwingend darin begründen.

Er mochte erkannt haben, das das „Eine“ (1) niemals ohne „noch Eines“ (+1) auftrat – seinen Gegenpart (z.B. in den Eigenschaften: Oben – Unten, links – rechts, hoch - Tief usw). Gleichfalls im Objekthaften: Berg - Nicht Berg, Haus - nicht Haus ... also das Eine entgegen allem beliebigen anderen.

Das „Eine“ (1), sobald es dem Bewusstsein gewahr wurde, war also offenbar nicht wirklich „Eines“ (1), sondern immer „Zwei“ (2)! Die Zahlen 1 und 2 hatten offenbar eine ganz besondere und eigenartige Beziehung zueinander, die es genau zu hinterfragen galt.

Dieser Art der Betrachtungsweise konsequent folgend, meinte er letztlich in den einfachen Zahlen die ursächlichen Prinzipien der Natur widergespiegelt zu finden. Sie gipfelte in dem ihm zugesprochenen Satz: „Alles ist Zahl!“

So fanden sie in der Zahl „1“ – die nun nicht mehr als „Zahl“ betrachtet werden konnte, sondern vielmehr als deren Messgröße, das Unwidersprochene und damit das Unbegrenzte:

„Wie eine Maßeinheit der Anfang und die Grundlage des Messens, aber selbst kein Maß hat, so ist die Eins die Grundlage des Zählens, der Ursprung der Zahl, aber selbst keine Zahl!“ (ARISTOTELES 384-322 v.u.Z.).

So stand die 1 für die Grenzenlosigkeit und damit für das nicht Fassbare – den reinen Geist, für „die Kraft als Solche“. Sie wurde zum göttlichen und ideellen Mittelpunkt, die sich nach allen Richtungen unendlich und unwidersprochen in alle Ewigkeit ausbreitet. Alle denkbaren Zahlen – und damit alle potentiellen Symmetrien, sind in ihr aufgehoben wie in einem unsichtbaren Mutterschiff. Sie selbst ist ohne Ursache, doch zugleich die Ursache von allem.

Gesellt sich nun zu diesem Einzigen (1) ein weiteres Einziges (+1) hinzu, so kann 1 nicht mehr sein – und damit auch nicht mehr die Unendlichkeit. Das Eine erfährt nun seine Grenze durch bzw. über das andere Eine – bereits schon aus sich selbst heraus. So ist das Eine aufgehoben in Zwei!

Da, wo also zwei Kräfte aufeinandertreffen, ist die Eine notwendig der Spiegel der Anderen – somit ist die eine Kraft der Widerstand gegenüber der anderen Kraft, über das sie sich überhaupt erst erfahren kann.

Das eigentlich Unendliche erscheint nunmehr im Widerstand des Anderen begrenzt – und ist damit fassbar. So steht die Zahl „2“ (1+1) für die „MASSE“ – genauer: für die sinnliche Erfahrung des ursächlich nicht beobachtbaren Einen - der reinen Energie (1).

Es galt also für die Pythagoreer: 1 = ∞ ; 1+1 ≠ ∞

Diese zunächst unspektakulär erscheinende Entdeckung war der Zündstoff, der die Welt verändern sollte.

Jede Kraft >1 ist somit „Wirklich“, und damit sinnlich erfahrbar! Anders herum ist jede Kraft = 1 „Unwirklich“ und nicht definierbar (erfahrbar)

Die zwingende Konsequenz eines solchen Gedankens war es für die Pythagoreer, das jede Kraft >1 vor allem der Ausdruck und die Erscheinungsform von 1 ist - lediglich ihr Mehrfaches, und das somit notwendig jedwede Erscheinung der Natur das unendliche – also das Göttliche, eigentlich unfassbare – nicht nur in sich trägt, sondern das dieses Ursächlich Unfassbare nun über jede Erscheinung der Natur selbst erfahrbar und begreifbar sein muss!

Eine unerhörte Idee.

Diese grundsätzliche Annahme bildet nun das Fundament der speziellen Astrologie.

Die Idee des ursächlich symmetrischen Verhaltens allen potentiell Seienden wird hier als erste und ursächlichste Ordnung angenommen, aus deren Verletzung heraus alles Gegenständliche erwächst - wie wir noch erfahren werden.

Die von EINSTEIN in der Neuzeit nachgewiesene Äquivalents von Masse und Energie war, wie bereits erwähnt, der speziellen Astrologie folglich nicht nur bereits bekannt, sondern der ursächliche Ausgangspunkt, auf dem sie ihr Gedankengebäude gegründet hat: die Zahl 1 (Energie) verhält sich äquivalent zur Zahl 2 (Masse).

Wir werden das bald noch eingehender betrachten.

Der sich hier bereits abzeichnende denkmethodische Ansatz des Logos am Beispiel der einfachen Zahlen ist uns heute fremd, und muss sich von daher nicht unbedingt sofort erschließen. Er sollte jedoch nachvollziehbar sein, wenn wir, wie oben beschrieben, die Zahlen mit den heute üblichen physikalischen Begriffen ersetzen. Energie und Masse – die Kraft und deren Erscheinung sind Wertgleich – das Eine ist Ausdruck - also die Widerspiegelung – des Anderen.

Ich sollte in diesem Zusammenhang vielleicht auch auf die zahlentheoretische – sogenannte "starke Goldbachsche Vermutung" hinweisen, die genau diesen Umstand beschreibt:

"Jede gerade Zahl, die größer als 2 ist, ist Summe zweier Primzahlen!" (CHRISTIAN GOLDBACH 1690-1764).

Hier wird zurecht vermutet, das die Summe n x "2" (!) – und damit jede beliebige gerade Zahl – auf 2 Primzahlen rückführbar ist.

Eine "Primzahl" (Numerus primus = die erste Zahl) zeichnet sich eben genau dadurch aus, das sie unteilbar – und damit in ihrem Wesen der Zahl "1" entspricht.

Es ist also von daher astrologisch zwingend, das eine beliebige natürliche gerade Zahl, als ein vielfaches von "2", aus zwei Unteilbaren (Prime+Prime entspricht "1+1") zusammengesetzt sein muss.

Doch weiter:

Mathematische Fähigkeiten finden wir nicht zuletzt bereits im alten Ägypten. Doch unterscheiden sich diese grundsätzlich von der vorhellenistischen und hellenistischen Zeit Griechenlands, die nun in dem Gebrauch von Zahlen mehr erkannten, als bloße rechenbare Mengenbeschreibungen.

Mit „Zahlen“ wurde schon sehr lange „gerechnet“ – auch heute tun wir wieder mehr oder weniger nichts anderes auf ungleich höherem Niveau.

Doch wenngleich auch das scheinbar mythische Verständnis der Zahlen bei den Pythagoreern zu den ersten mathematischen Beweisführungen führte, und sie damit die Mathematik begründeten, hatten sie doch ein grundlegend anderes Verständnis zu diesen Zahlen entwickelt, als wir es heute kennen.

Wenn wir den Mystiker Pythagoras heute als den Begründer der modernen Naturwissenschaft handeln, so sollten wir also nicht verkennen, das er als Mathematiker nicht aufhörte, Mystiker zu sein. Er entdeckte vielmehr die Mathematik, weil er Mystiker war!

Die Zahlen waren für ihn niemals ein Vehikel zur mengenmäßigen Berechnung allerlei Gegebenheiten, sondern vielmehr Grundlage philosophischer Erkenntnis.

Es waren nicht die Werte und Summen der Zahlen, die ihn interessierten, sondern deren Verhalten zueinander.

Der berühmte Satz a2+b2=c2 dürfte in jener Zeit kaum das Ergebnis mathematischer Herleitungen im heutigen Sinne und Verständnis gewesen sein, sondern eine weiterführende Konsequenz, das er erkannte, das er grundsätzlich mindestens 2 Faktoren benötigte, um ein Drittes – eine „Wahrheit“ – daraus ableiten zu können.

Wobei jener resultierende Dritte Faktor – die Wahrheit „c“, bezogen auf das (euklidisch) rechtwinklige Dreieck, nicht irgendeine beliebige Größe bzw. Wahrheit darstellen kann, sondern vielmehr notwendig die beobachteten Größen (a2+b2) widerspiegeln muss – was sie nun auch tatsächlich tun.

Dieser Umstand dürfte ihm von daher zwingend erschienen sein, da die Winkelsumme des Dreiecks immer 180° beträgt – wovon der rechte Winkel der Katheten nun bereits exakt die Hälfte beansprucht.

Folglich ergibt die Summe der Hypotenusenwinkel wiederum einen rechten Winkel von 90°, und entspricht damit einer symmetrischen Widerspiegelung des Kathetenwinkels.

Die exakte Widerspiegelung der Winkel findet sich dann auch zwingend, wenn man ein Lot vom rechten Winkel auf die Hypotenuse fällt, und damit den rechten Winkel des Dreiecks in zwei Teile zerschneidet. Hier nun korrespondieren die beiden jeweiligen Teile des rechten Winkels symmetrisch mit den ihnen jeweils gegenüberliegenden Hypotenusenwinkeln.

Als gewissermaßen 'Symmetrieforscher' sollte er also am ehesten einem solchen "Ähnlichkeitsbeweis" gefolgt sein, der ihm nun zeigte, das hier ein symmetrisches Verhalten vorliegen muss, und sich von daher eben auch die Größe des Hypotenusenquadrats in der Summe der Kathetenquadrate widerspiegeln muss.

Das er damit und aus den daraus weiterführenden Konsequenten die Grundlage der Möglichkeit zur Vermessung der Welt geschaffen, und der Wissenschaft für alle folgenden Zeiten eines ihrer fundamentalsten Werkzeuge in die Hand gelegt hatte, ahnte er sicherlich nicht, und es hätte ihn als reinen Theoretiker wohl nicht einmal sonderlich interessiert.

Es galt einzig und allein, die Ordnung der Welt als Solche zu erforschen und zu erkennen – nicht darum, sie zu gestalten, oder gar zu verändern.

ERATHOSTENES (ca. 275-194 v.u.Z.), der damalige Leiter der Bibliothek von Alexandria, sah das ganze wohl schon etwas pragmatischer, und nutzte den Satzes des PYTHAGORAS, um mit dessen Hilfe mit bereits erstaunlicher Genauigkeit den Erdumfang zu bestimmen.

Diese Ausführungen sind gleichzeitig ein Vorgeschmack auf das Phänomen des Dreiecks und seiner Bedeutung innerhalb der fundamentalen Ordnung des Wirklichen, und es wird uns später, wie auch das Viereck, das immer das Produkt zweier Dreiecke ist, noch eingehender beschäftigen.

Der Pythagoreer betrachtet also die Zahlen zum ersten Male über ihren Zahlenwert hinaus in ihrer Sinnhaftigkeit, und kommt mit dieser Methode zu wahren mathematischen Aussagen – erstaunlich genug, wenn man unsere heutige Auffassung vom mythischen betrachtet.

Der Mystizismus, den man noch heute PYTHAGORAS vorwirft, oder ihn zumindest belächelt, ist bei genauer Betrachtung geprägt von einer frappierenden inneren Logik. Der Begriff des „Logos“, der bei den alten Griechen – wie bereits erwähnt – auch für die „Beziehung“ stand, ist ein direkter Verweis auf diese Methodik der Beobachtung von unbedingten Beziehungen (Verhältnismäßigkeiten) der Zahlen bezüglich ihres Wesensgehalts zueinander.

Die antike Astrologie basiert also auf einer scheinbar „mystischen“ Methode der Beobachtung, dessen Grundlage sich hier als Weltbetrachtung unter der Prämisse eines strengen Logos zu erkennen gibt. Insofern handelt es sich letztlich auch bei der modernen Mathematik noch immer um eine mystische Weltbetrachtung, denn diese basiert natürlich nach wie vor auf der Logik.

Ich muss natürlich zugeben, das dieser hier von mir beschriebene „Findungsprozess“ der Pythagoreer sehr spekulativ und zugespitzt dargestellt ist.

So wurde beispielsweise der „Satz des PYTHAGORAS schon von den alten Babyloniern – zwar noch nicht verstanden – so doch immerhin bereits praktisch genutzt. Er wurde PYTHAGORAS zugesprochen, weil EUKLID (360-280 v.u.Z) ihn in seinem Zusammenhang erwähnte, und weil PYTHAGORAS als erster einen mathematischen Beweis für diesen Satz geliefert haben soll.

Man kann auch vermuten, das das ganze Denkgebäude der Pythagoreer die Summe verschiedenster Zusammenführungen und Modifizierungen bereits bekannten Wissens war, und er möglicherweise die einzelnen Faktoren nur sinnvoll ineinander zu fügen wusste. Wer weiß?...

So dürften beispielsweise die Melesier THALES (ca. 624-546 v.u.Z.) und vor allem dessen Schüler ANAXIMANDER (610-645 v.u.Z.) nicht an ihm vorbei gegangen sein.

Ersterer auf Grund seiner mathematischen Fähigkeiten, Zweiterer aufgrund seines propagierten Dualitätsverständnisses von der Natur, und der Idee des „Unbestimmten als Urgrund allen Seins, aus dem alles hervorgehe" ... Klingt irgendwie nach Quantenmechanik - ... Quantenfluktuation, oder sowas in der Richtung ... is aber Mythologie! ... Gaia, die aus dem Chaos kam ...Griechischer Schöpfungsmythos. Dazu kommen wir noch.

Ebenfalls ist denkbar, dass vieles von dem, was hier den Pythagoreern zugeschrieben wird, auf Heraklit zurückzuführen ist, dessen Denkmethode sich sehr an das der Pythagoreer anlehnt. Es dürfte heute sehr schwierig sein, mit Sicherheit sagen zu können, wie weit hier Gedanken selbst erdacht oder übernommen wurden – zumal das Plagiat sicherlich keine Erfindung der Neuzeit ist ...

Kaum eine Figur der griechischen Antike ist umstrittener als die des PYTHAGORAS und seiner Gemeinde. Sie reicht vom naturfremden und Mathematik-uninteressierten Mystiker bis zum genialen Mathematiker und Naturforscher.

Die populäre Geschichte ist immer gern geneigt, epochale Veränderungen der Einfachheit halber mittels Legendenbildung auf eine einzelne Person oder Gruppe zu fokussieren. EINSTEIN dürfte es in ferner Zukunft nicht anders ergehen.

Nichts Genaues weiß man also nicht was seine Person betrifft, und alles ist mehr oder weniger Legende.

Aber weil es eben so ist, darf ich auch so mit ihm umgehen. Letztlich ist es unmaßgeblich, wie, von wem und wodurch im Einzelnen vor allem die Analogie der Beziehungen der Zahlen mit der Wirklichkeit aufgedeckt wurde.

Es spricht aber auch durchaus vieles dafür, das die Pythagoreer das Ganze tatsächlich ins Rollen brachten.

Nicht nur, weil Euklid und andere auf ihn verweisen, sondern weil wohl tatsächlich die Astrologie der Babylonier von ihm als Ersten – zumindest bekannten – aufgegriffen wurde, und er in seiner Beschäftigung mit dem rudimentären Tierkreises vermutlich auf die fundamentale Bedeutung der regelmäßigen Körper stieß, deren Grundlage von Anfang an die Symmetrie ist.

Sie waren als Solche lange schon bekannt - bis 4500 V.u.Z. liegen ihre Funde zurück – aber sie galten bis dahin lediglich als okulte Figuren. Erst Pythagoras erkannte mehr darin.

Später wurden sie wiederum von Platon aufgegriffen, und wir bezeichnen sie heute als Platonische Körper.

Zudem entwickelten die Pythagoreer wahrscheinlich bereits eine sehr konkrete Vorstellung eines Planetensystems, mit den für sie notwendigen 10 Planeten - die höchste Ordnungszahl in ihrer „schönen Ordnung“.

In ihr wurde die Erde bereits als Kugel erkannt, und die SONNE bildete das Zentrum des Planetensystems - das sogenannte "Zentralfeuer".

Aber auch dies ist nicht eindeutig. So beschrieb der spätere Pythagoreer PHILOLAOS VON KORINTH (477-399 vuz) das Zentralfeuer als ein dem Beobachter nicht sichtbares Feuer auf der anderen Seite der Weltkugel, um das sich nun alle Planeten drehen – einschließlich der Sonne, ... die ihrerseits aus Glas bestände, und die das Licht und die Wärme des Zentralfeuers wie in einer Linse sammelte.

Menschen leben selbstverständlich in seinem kosmischen Modell nur auf der dem Zentralfeuer abgewandten Seite der Weltkugel. ... Der Mensch war schon immer sehr kreativ.

Aber immerhin finden wir bei den Pythagoreern bereits ein heliozentrisches Weltbild – fast 2000 Jahre früher, als uns im allgemeinen die Geschichtsbücher lehren.

In diesem Sinne also weiter:

Der 90° Winkel spielt, wie wir im obigen Beispiel sahen (Satz des PYTHAGORAS) eine alles Entscheidende Rolle innerhalb des astrologischen Wirklichkeitsmodells, und eben dieser Winkel bildet bei gleicher Seitenlänge die Grundlage des Quadrats – die wohl mystischste aller Figuren in der Geschichte des menschlichen Bewusstseins neben dem Dreieck. Es steht für die potentielle Raum/Zeit, wie wir noch erfahren werden.

„4“x90° bilden gleichschenklig gedacht das Quadrat. Das heißt also das Produkt aus: 2+2 oder auch 2x2 – die in sich selbst gespiegelte erste aller Symmetrien: 1+1 – wie wir uns erinnern!

Doch nicht nur die in sich selbst gespiegelte erste aller Symmetrien bilden das Fundament des potentiell sinnlich Erfahrbaren – jener Raum/Zeit – gleiches gilt für das Zahlenverhältnis 3+1, das ja ebenso die Zahl 4 als Produkt ausweist. All das wird uns noch eingehend beschäftigen.

Die Zahl „2“ ist astrologisch betrachtet Ausdruck von Masse! Warum? Weil sie der konkrete Ausdruck, und damit Selbstwiderspiegelung von Energie – also von 1 ist, wie wir nun bereits einem späteren Kapitel vorgreifend erfahren. Die Zahl 2 bildet damit den ersten potentiell definierbaren Zustand überhaupt ab: (Masse/Energie).

Doch jetzt kommt's – würde unser aller verehrter Professor Lech sagen

0 x 2 = 0: „1“ x 2 = 2.

Hier beginnen wohl die ersten Strapazen für die gemeinen Gehirnwindungen:

So potentiell wirklich, wie die 2 als Masse/Energie auch immer sein mag, so wenig können wir doch tatsächlich etwas über ihren Zustand aussagen.

Es handelt sich bei der „2“ tatsächlich noch lediglich um die „Potenz eines Wirklichkeitszustandes“ – eben um eine „potentielle Masse/Energie“.

Wohl ist es wahr, das 2 = 2 x 1 ist, und damit die Voraussetzung einer Masse grundsätzlich erfüllt ist, es ist aber ebenso wahr, das die Zahl 2 sich neben der 1 (die ja noch nicht wirkliche „Zahl“ ist, sondern Maß von Zahl) ausschließlich nur durch sich selbst teilen lässt: 2 / 2 = „1“(!).

Faktisch als bloße Spiegelung des Maßes in sich selbst (harmonische Symmetrie), und damit letztlich noch immer nicht definierbar, erscheint in ihr zwangsläufig der Beginn der sogenannten „Primzahlen“ (numerus primus: Die erste Zahl). Entsprechend ihres besonderen Verhältnisses zu 1 als deren unmittelbare Spiegelung, ist sie die einzige gerade Zahl unter den Primzahlen.

Fazit: Das Eine (1) – das „Grenzenlose“, und damit noch nicht definierbare – ist hier noch immer die einzige Grundlage jenes Zustandes, den die Zahl 2 beschreibt. Sie ist also genaugenommen noch immer 1, nur eben immerhin schon "potentiell" erfahrbar. Tatsächlich erfahrbar ist jedoch nur, wie hinlänglich beschrieben, was >1 ist!

2 + 2 oder besser a2 + b2 – hier nun ist der Konflikt gelöst.

Beim gegenüberstellen zweier potentieller Zustände zueinander, ist der eine über den anderen definierbar, und damit aus seiner reinen Potenz zu einer tatsächlichen Wirklichkeit erhoben. So gilt Das „Quadrat“ - wie eben schon erwähnt - in der speziellen Astrologie als das „Wesen des existentiell Wirklichen“, und damit der sinnlichen Erfahrung - der Raum/Zeit.

Übrigens: Hier heraus erklärt sich auch der sogenannte „Quadrat-Aspekt“ innerhalb der Horoskopie – und in guter Tradition dessen immer wieder beschworene „negative Wirkung“ im individuellen Horoskop. Das Symbol des „Kreuzes“ (4x90°), an das Jesus nach vorangegangenem „Kreuzweg“ angenagelt – also unentrinnbar gefangen war, steht in der christlichen Mythologie gleichsam für die sinnliche Erfahrung – dem Lebensweg – dem „erleiden bzw. erleben“ des Wirklichen und damit körperlichen.

Es zeigt sich nun allerdings, das diese als negativ gewertete Auffassung ein tiefes Missverständnis in sich trägt. denn auch Freude und Lust kann nur in dieser „Wirklichkeit“ ihren Ausdruck finden.

Dem „Quadrat“ kann also nur in sofern eine „negative Wirkung“ zugeschrieben werden, sofern es das jeweilige Individuelle Bewusstsein, bezogen auf seine vermeintliche Bedürftigkeit, selbst entscheidet.

Will sagen: Wie der Einzelne mit seinen Erfahrungen umgeht, ist stets gebunden an seiner inneren Einstellung zur Sache – die „Sache ansich“ verfügt über keinen Wert.

„Wirklichkeit“ ist also weder positiv noch negativ, sondern zunächst ein vollkommen neutraler Zustand des Seins, der sich relativ verhält, und seine Wertung – also seine Messgröße – wie jede beliebige potentielle Kraft, erst über den Beobachter in der konkreten Gegenüberstellung, also über den Vergleich erhält!

Es ist ein anderes und interessantes kulturhistorisches Thema, warum sich diese vornehmlich Negativ-Wertung bezogen auf die Wirklichkeit so durchgesetzt und in unseren Köpfen festgefressen hat.

Wir können die Abwehr des Wirklichen tatsächlich in allen Bereichen menschlicher Kultur beobachten – vom „Zölibat“ der Katholiken bis zum höchst ambivalenten Verhältnis gegenüber beispielsweise dem Körper und seiner Sexualität in den meisten Kulturen dieser Welt.

Aber wie gesagt – das ist ein spezielles Thema, das uns hier nicht weiter beschäftigen soll. Aber wir können uns ja vielleicht immerhin daran erinnern, das in den alten Zeiten die nette Anästhesieschwester fehlte. Die Erfahrung des Lebens war also mindestens um eine beträchtliche Größe direkter (sinnlicher) als unsere heutige.

Aber kommen wir noch einmal zurück zu unserem Quadrat!

Die Zahl „4“ – die Erste aller „Nicht-Primzahlen“ (!) – ist nun aus erklärlichem Grunde für den Pythagoreer – und im Laufe der Lektüre hoffentlich auch für den Leser – die letzte und damit höchste der einfachen Zahlen, in der sich der Beginn des Kosmos in seiner Summe begründet.

Wie wir ebenfalls bald sehen werden, beschreiben die Zahlen 1 bis 3 singuläre Zustände.

Die Zahl 4 - die erste Nicht-Primzahl – steht somit gewissermaßen für das erste „Zeitquant“ nach dem Urknall (3+1!).

Man bedenke: Die ersten 4 natürlichen Zahlen, die Zahlen 1-4, reichen den antiken griechischen Denkern bereits aus, um die fundamentale Ordnung des gesamten Kosmos in einer speziellen Astrologie zu beschreiben!

Wir werden sehen, das dies tatsächlich Sinn macht – übrigens genau so, wie nicht zufällig auch viel später in der modernen Physik 4 Grundkräfte ausreichten, um dies zu bewerkstelligen.

Letztlich arbeitet die Natur selbst mit dieser Zahl in ihrem „Bauplan“ des Lebens. Die DNA ist auf 4 Basen aufbaut – und „astrologisch selbstverständlich“ ist sie natürlich auch noch in sich selbst gespiegelt – als Doppelhelix.

Wie ich bereits erwähnte, ist dieses damalige „Geheimwissen“ nicht erst in den heutigen Köpfen verloren gegangen, sondern bereits lange vor unserer modernen Zeit. Was davon erhalten ist, ist genaugenommen eine sinnentleerte Mathematik, die uns Dank ihres grundsätzlich stimmigen Torsos wohl den Computer und allerlei anderes Erstaunenswertes beschert hat, den letztlichen Sinn und die ursächliche Bedeutung all dieser Dinge allerdings nicht mehr zu erklären vermag.

Wir müssen uns nun in einem weitgehenden Sinne dieser alten Sichtweise der Zahlen wiedererinnern, um die Astrologie in ihrer erkenntnistheoretischen Bedeutung zu verstehen. Tun wir dies nicht, verharren Astrologie und nicht zuletzt auch die Naturwissenschaften in einem sinnleeren Raum, in der sie bestenfalls jeweils zu einer „unfehlbaren Religion“ erhoben werden müssen, um sich auf sie berufen zu können.

Leider sind solcherlei Ansätze innerhalb der Naturwissenschaften längst nicht mehr zu übersehen – ein kontraproduktives, wie auch vollkommen unnötiges Gebaren, gemessen an ihren unzweifelhaften Erfolgen.

Man sollte aber doch über all diese Erfolge eben nicht verkennen, das die Erkenntnisse der empirischen Wissenschaften sehr beschränkt sein müssen – sie ist ohne geistige Rückbesinnung lediglich schlichte Erfahrung der Welt auf höchstem Niveau – gleichzeitig ohne tatsächlich etwas von der Welt zu verstehen.

Und in ihrem Resultat bleiben uns auf diese Weise zunächst nur quantitative, technische Fortschritte. So besteht der Erfolg der modernen Naturwissenschaften genaugenommen lediglich darin, unsere gute alte Keule durch eine selbst ihr Ziel suchende, intelligente Interkontinentalrakete ersetzt zu haben.

Die politischen Auswirkungen dieses Sinnverlustes sind nicht weniger gravierend, da die in dieser Weise sogenannte „fortschrittliche Zivilisation“ Mensch und Natur zunehmend nur noch quantitativ zu verstehen weiß, und sie somit auf ihre ökonomische Leistung reduzieren muss.

Genaugenommen etwas pervers, wenn man bedenkt, das wir damit seltsamerweise offenbar eher den Termiten nacheifern, als unseren menschlichen Geist zu formen.

Nichts desto Trotz befinden sich die Naturwissenschaften der Astrologie gegenüber heute eindeutig im Vorteil, denn sie arbeiten haarklein auf der alten Grundlage eines Logos (wenngleich ihr dessen ursprüngliche Bedeutung abhanden gekommen ist), während die Astrologie im Laufe der Jahrhunderte mehr und mehr diese gemeinsame Grundlage offenbar gänzlich verloren hat.

Die Mathematik, lange und immer wieder in der Geschichte als „Teufelszeug“ verbannt, inzwischen längst wieder untrennbar verbunden mit den Naturwissenschaften, ist nun aber tatsächlich unbestreitbar die reinste Form der Geisteswissenschaft – ich weiß, es gibt Leute, die sehen das anders. Als solche ist und war die Mathematik natürlich immer der Initialzünder für die Naturwissenschaft – wie vor jeder bewussten Tat der Gedanke steht – aber sie ist eben selbst zu 100% keine Naturwissenschaft!

So waren eben all die uns geläufigen großen griechischen Vordenker – die Begründer der modernen Naturwissenschaft – selbst reine Geisteswissenschaftler. Sie entwickelten auf der Grundlage des Logos eine Mathematik, mit deren Hilfe sie meinten, die Gesetzmäßigkeiten und die Ordnung der Natur mit rein geistigen Mitteln entschlüsseln zu können.

Widerspruch zu diesem geistigen Denkansatz unserer Altvorderen setzte sich erst im Zeitalter der Aufklärung durch, als man sich von dieser Auffassung mehr und mehr abwendete und meinte, an die Stelle der Mathematik, die ja nach wie vor einen unverstandenen hohen mythischen Stellenwert hatte, das physikalische Experiment setzen zu müssen.

Dies ist allerdings denklogisch vollkommen konsequent – Allein wenn man aus dem bisherigen feststellen muss, das die bewusste Erfahrung des Wirklichen letztlich keine „Theorie“ sein kann. Man kann das Leben nicht „theoretisch leben“! Insofern muss notwendig die sinnliche Erfahrung immer die entscheidende Instanz aller Theorie sein.

Erst in der theoretischen Physik, die seit Entdeckung der Quantenzustände des Atoms immer mehr an Bedeutung gewinnt, wird die Mathematik wieder zur tragenden Säule als geistiger „Ideenträger“, mit der man die Welt zunächst gedanklich ergründet, bevor man sich auf die Suche der mit ihrer Hilfe vorhergesagten tatsächlichen Physis macht. ... sofern dies allerdings hier überhaupt noch möglich ist, muß einschränkend hinzugefügt werden.

Wollten wir das astrologische Denkmodell gezielt „wissenschaftlich“ hinterfragen – über dessen Stimmigkeit wissenschaftlich urteilen wollen – so dürfte es nach allem bisher hier aufgezeigten als geradezu absurd erscheinen, die Astrologie an der Praxis heutigen Astrologieverständnisses messen zu wollen. Es wäre gleichbedeutend, als wollte man aufgrund von Sience Fiction Literatur die Stimmigkeit der Relativitätstheorie nachweisen.

Andererseits ist der für die meisten von uns „augenscheinliche Voodoo“ der Mathematik, mit ihren endlosen, in geheimnisvolle Symbole verklausulierten Formeln ja nicht auch deshalb tatsächlich „Voodoo“, weil die wenigsten von uns diese Formeln nachvollziehen können.

Das wir sie im Gegensatz zu einer Astrologie dennoch so ohne weiteres als „Wahr“ akzeptieren, liegt schlicht an dem selben Grund, der die meisten Menschen religiös sein lässt – der gemeinsame Glaube.

Wir haben hier einen gemeinsamen Konsens, der mit vielen weiteren in jeder Gemeinschaft die tragende und stabilisierende Rolle spielt und entsprechend grundsätzlich nicht hinterfragt wird, solange auch nur irgendeine Chance dazu besteht.

Das allerdings auch dieses Verhalten nicht schlichte geistige Ignoranz, sondern vielmehr innere Notwendigkeit von Ordnung ist, ... auch das werden wir bald verstehen.

Wie dem auch ist – tatsächlich dürfte es nur eine verschwindend geringe Promillezahl unter den Menschen in aller Welt geben, die die anscheinende universelle Gültigkeit und „Wahrheit“ der Mathematik hinreichend begründen könnten.

Ich fasse einmal bis hierher zusammen:

Die Spezielle Astrologie begreift den Kosmos als den Ausdruck einer Ordnung, deren Fundament die Symmetrie ist – und Ihre Grundannahme ist es, diese Ordnung über den Logos der Zahl beschreiben zu können.

Herleitend aus dieser Grundannahme definiert sie eine Ordnung, beruhend auf vier fundamentalen, im Weiteren noch zu definierenden Kräften und deren Verhältnismäßigkeiten zueinander, auf die sich alles Sein, unabhängig von seiner Eigenschaft, Größe, Form, Gestalt und Örtlichkeit begründet.

Als reine Geisteswissenschaft, wie auch die sie begründende Mathematik, hat die Astrologie also zunächst einmal nichts unmittelbar mit den gegenständlichen Erscheinungen in der physischen Welt zu tun. Sie definiert „lediglich“ einen Zustand von „gedanklicher Ordnung“, die freilich letztlich – gemäß des Urmotivs jedweden Erforschens – dazu befähigen soll, über das Erfassen des Ursächlichen die vielfältigen Erscheinungen der gegenständlichen Welt zu „be-greifen“

Das theoretische Ordnungsmodell der speziellen Astrologie schöpft seine Erkenntnisse aus der Summe der Jahrtausende währenden empirischen Beobachtung der verschiedensten Wechselwirkungen innerhalb der Natur, und deren Reduktion auf ihr Wesentliches.

Ihrer Auffassung zufolge liegt der sinnlichen Erscheinungsform der objekthaften Natur ein ihr „Wesentliches“ zugrunde – eine alles umfassende ursächliche Ordnung, die als Solche notwendig sinnlich objekthaft in Erscheinung tritt – vergleichbar den Fundamental- und Grundkräften innerhalb der physikalischen Naturwissenschaften.

*

Treten wir nun ein, in die Welt der Pythagoreer.

Das Verhalten – der Logos der einfachen Zahlen 1 bis 4 zueinander – die in ihrer Summe 1+2+3+4 für die Pythagoreer nun die vollkommene Ordnungszahl „10“ ergab, wurde als geometrische Figur des gleichseitigen Dreiecks, das als die vollkommenste aller Figuren galt, als sogenannte „Tetraktys“, zum Geheimsymbol der eingeschworenen Gemeinde der pythagoreischen Mystiker.

Die Tetraktys galt als das Symbol und als der Schlüssel der allseitigen Harmonie des Kosmos.

Aus guten Gründen, wie wir bald verstehen werden.


Abb.01

Die Kinder, die sich heute in der Schule mit dem „Satz des Pythagoras“ herumschlagen müssen, weil er bis zum heutigen Tag zum Grundlagenwissen der Mathematik gehört, erfahren leider nie etwas davon, das der Entdecker dieses Satzes ein Mysterienforscher war, der all sein Wissen ursprünglich aus alten und spannenden Geschichten herleitete.

In den folgenden Jahrhunderten und Generationen nach PYTHAGORAS, entwickelten die großen Denker der Antike auf dessen Grundlagen eine neue Astrologie, die als geistiges Modell des Wirklichen seither unwiderlegt blieb. So ist diese „astrologische Formel“ – der Zodiakus – wie er uns heute vorliegt und wie wir ihn im Laufe dieses Buches erfahren werden, das Arbeitsergebnis jener großen antiken Gestalten, auf deren grundlegende Erkenntnisse wir uns bis heute in allen Wissenschaftsdisziplinen berufen.

Es sollte vielleicht daran erinnert werden, das der Gegenstand der Untersuchung – eben jene „Wirklichkeit“ – zu allen Zeiten derselbe war! Alles, was sich in der Auseinandersetzung mit jener „Wirklichkeit“ verändert hat, ist die praktische Methodik der Untersuchung und die damit einhergehende erweiterte Begrifflichkeit.

Die qualitative Betrachtungsweise des zu untersuchenden Gegenstandes bedarf der „Symbole“, da sie Ganzheitlichkeiten zum Ausdruck bringt (z.B. in Mathematik, Geometrie, Astrologie usw.).

Die heutige, vornehmlich quantitative Betrachtungsweise des zu untersuchenden Gegenstandes bedarf der „Begriffe“ (Greifen, anfassen) und „Bezeichnungen“.

Die Anzahl an neuen Begriffsschöpfungen ist aufgrund der unzähligen Beobachtungsmöglichkeiten und Analysetechniken ungleich vielzähliger – und kann adäquat der relativen Eigenschaft des Gegenständlichen letztlich auch nicht endlich definiert werden.

Die Summe der zu entdeckenden Teile (Erscheinungen) des Wirklichen ist unendlich, wie wir noch bemerken werden – entsprechendes gilt somit für die Summe der ihnen zuzuweisenden Begriffe.

Die Symbolsprache der speziellen Astrologie kommt mit nur wenigen Bezeichnungen aus, und ist endlich.

Sie bildet letztlich eine geschlossene Struktur – also eine Ordnung, die die vielfältigen Erscheinungsformen des Wirklichen aus einer angenommenen „Einheit“ heraus betrachtet – einer einzigen Kraft, die in ihrer jeweils inneren relativen Verhältnismäßigkeit – also des jeweiligen spezifischen Verhaltens der Ordnungsfaktoren zueinander = sprich: ihre "innere Formation" – INFORMATION – ... dazu kommen wir auch noch – in unendlich vielen Möglichkeiten in Erscheinung tritt.

Astrologische Grundlagen
Logos und Mythos

Als Kind las ich mit großer Faszination die „Sagen des klassischen Altertums“. Diese Geschichten deckten zu jener Zeit ein Bedürfnis bei dem Leser ab, das TOLKIEN 1954 mit seinem „Herr der Ringe“ als neues Genre der Fantasy Literatur übernahm.

Als ich mich nun dieser scheinbaren Fantasy-Geschichten des Altertums in meiner Auseinandersetzung mit der Astrologie wiedererinnerte, und ich sie mir erneut vornahm, um nach möglichen Zusammenhängen zwischen diesen, der Astrologie, und gar den Naturwissenschaften zu suchen, fand ich dort zu meiner Überraschung vollkommen andere Geschichten vor, als meine Erinnerung mir vorspielte.

Ich möchte hier einmal in einer sehr freien und auf ihr Wesentliches stark verkürzten Weise den griechischen Schöpfungsmythos herausgreifen, um an seinem Beispiel exemplarisch aufzuzeigen, was diese Geschichten – sich von Mund zu Mund vervollkommnend – weitergetragen von Generation zu Generation den Menschen lehrten.

Zum Schöpfungsmythos:

GAIA, die aus dem Chaos kam, erschuf aus sich selbst heraus URANOS. Sie nahm sich ihn zum Liebhaber, woraus viele Kinder hervorgingen (Titanen).

URANOS mochte aber seine Kinder nicht, und stieß sie immer wieder zurück in den Schoß GAIAS.

GAIA konnte einen der Titanen – es war KRONOS – dazu überreden, seinen Vater URANOS zu entmachten.

So entschied KRONOS, selbst Chef an Stelle vom Chef zu werden, und stürzte seinen Vater URANOS vom Thron, indem er ihn kastrierte.

Er warf das Glied des Vaters ins Meer. Blut und Sperma vermischten sich mit dem Wasser. Aus dem Schaum ging APHRODITE hervor.

GAIA nimmt sich daraufhin ihren Sohn KRONOS zum Liebhaber, und gebärt auch ihm viele Kinder – prophezeit ihm aber, das auch ihn einer seiner Söhne vom Thron stürzen wird.

KRONOS verschlingt daraufhin vorsichtshalber alle seine Kinder – wobei ihm jedoch Eines durch eine List GAIAS entgeht. GAIA gibt dem KRONOS nach der Geburt dieses Sohnes einen in Windeln gewickelten großen Stein zum verschlingen, und versteckt das Kind in einer Höhle auf Kreta. Dieser Sohn ist ZEUS.

ZEUS wird in der Höhle von einer Bergziege als Amme aufgezogen. Sie ernährt ihn mit Milch und Honig.

Als ZEUS endlich herangewachsen ist, schleicht er sich zu seinen Vater zurück, und mischt sich heimlich und unerkannt unter dessen Gefolge.

Eines Tages reicht er seinem Vater ein Getränk aus Salz und Honig, worauf KRONOS alle seine Kinder erbricht.

10 Jahre kämpfen nun die Söhne gegen den Vater, bis sie ihn endlich besiegen.

Die Söhne teilen daraufhin die Welt unter sich auf. ZEUS selbst besteigt den Olymp und ist unbestrittener Herrscher über Welt und Götter.

ENDE

In dieser, auf die für unsere Fragestellung auf das notwendigste verkürzten Darstellung der Geschichte, geht wohl der Unterhaltungswert verloren, aber uns soll hier auch nur interessieren, was wir heute als „Message“ der Geschichte bezeichnen würden.

Betrachten wir also nun diesen Auszug aus dem Mythos, bezogen auf sein Informationsgehalt.

Beginnen wir mit den Hauptdarstellern dieses Dramas. Die in Klammern gesetzten Namen sind die uns eher geläufigen römischen Entsprechungen der Götter::

GAIA = Urmutter – Synonym für die „Erde“

URANOS (URANUS) = Synonym für den „Himmel“, das „Himmelsgewölbe“.

KRONOS (SATURN) = Synonym für die „Zeit“ (s. Chronometer) – die Ordnung, Das Gerüst, Gesetz, oberster Richter, Grenze, (myth: Die Grenze, die niemand überschreiten kann)

ZEUS (JUPITER) = Das „Wachstum“ (Entfaltung) – Erfahrung/Weisheit, Macht

APHRODITE (VENUS) = Das „Objekthafte“, das Sinnliche – Körper, Materie, das Verführende, das Wirkliche.

Bergziege = Synonym für Geduld, Ausdauer, Behändigkeit, Kraft usw. (Früher einmal das zehnte Zeichen des Tierkreises besetzend, wofür heute der „Steinbock“ steht.

Weitere Begrifflichkeiten:

Chaos = „Unordnung“ – Gegenbegriff zum Kosmos (Ordnung). Auch die „Leere“, das „Nichts“ wurde darunter verstanden. Wobei das „Nichts“ gleichbedeutend ist mit „Alles“ – das „All“.

Aus sich selbst heraus = Teil des Selbst – Potenzial.

Liebhaber/Lieben = Ausgleichen (Kräfteausgleich) – Befried(ig)ung.

Verschlingen = Aufheben – einverleiben.

Höhle = Versteckt – verborgen, unbemerkt (psych.: verdrängt)

Unerkannt = Unbewusst – der Kontrolle des Geistes nicht zugänglich.

Milch = Synonym für „Leben“ (Das Land wo Milch und Honig fließt. s.a. Tod)

Honig = Synonym für „Tod“ (wurde auch zum balsamieren von Mumien genutzt)

Unter das Gefolge mischen = sich „anpassen“ – zum Teil der Ordnung werden.

Mischen (Mischung) = Unter ihnen sein, ohne darin aufzugehen (s. Chem. Verbindung, im Gegensatz zur chem. Lösung)

Heimlich = vertraulich

Salz = Synonym für „Trauer“ („Das Salz der Erde“)

Erbrechen = Synonym für „Trennen“ – Veräußern – Loslassen

Kampf = Synonym für Auseinander-setzen, Abgrenzungsakt, Selbst-Widerspiegelung, Selbst-Bewusstwerdung (Der Krieg ist der Vater aller Dinge!)

10 Jahre = Synonym für die „Vollendung einer neuen Ordnung“ (10 ist die Höchste „Ordnungszahl“)

Aufteilung der Welt = spezifische Ordnungsstruktur

Wenn wir nun annehmen wollen, das die Wahl der Begriffe und Bezeichnungen nicht dichterisch- künstlerischer Freiheit entsprangen, sondern eher dem Kalkül folgen, mittels dieser Erzählung gleichnishaft die Fundamente und die Dynamik der Schöpfung – also dessen Verwirklichung – zu beschreiben, dann ließt sich nun die Geschichte etwas anders:

Gaia, die aus dem Chaos kam …

Wir erfahren gleich zu Anfang, das GAIA – die „Erde“ – ihren Ursprung im „Chaos“ hat.

Die Erde wird hier definiert als der unmittelbare Ausdruck und die Erscheinungsform eines energetisch unbestimmten Zustandes (eben jenes Chaos), und so verhält sie sich entsprechend äquivalent zu ihm!

Sie ist hier also ihrem Ursprung entsprechend definiert, als der Träger und die Summe aller potentiellen Information. (Was immer „Information“ zu diesem Zeitpunkt auch sein mag).

Gaia, die aus dem Chaos kam ...

… erschuf aus sich selbst heraus, URANOS …

URANOS (der Himmel) wird hier als die erste und unmittelbare Folge des Erscheinens von GAIA dargestellt.

Als erster Ausdruck ihrer Selbst (...aus sich Selbst heraus) ist URANOS somit ebenso wie die Erde Ausdruck und Erscheinungsform des Chaos – zugleich die unmittelbare Folge ihres Erscheinens.

Damit wird bereits hier auf die ursächliche Dualität allen Seins verwiesen: Das „Unten“ (GAIA = die Erde) schafft aus sich selbst heraus notwendig das „Oben“ (URANOS = Himmel). Indem ich das „Unten“ definiere, bestimme ich „von da heraus zeitgleich das Oben“! – Das „Unten“ ist also genau genommen definiert als: „nicht Oben“ und umgekehrt.

Selbstverständlich ist der Himmel noch etwas mehr als nur "oben". Er spiegelt in seinem Ausdruck der Weite und steter Veränderlichkeit vor allem die Unbestimmtheit des Chaos, während GAIA in ihrer unendlichen Vielfalt der Erscheinungen dessen Potenz spiegelt.

… GAIA macht URANOS zu ihrem Geliebten…

Nun – man wäre fast geneigt festzustellen: Na gut… war ja auch sonst niemand da. Aber dann bedürfte es wohl kaum der Erwähnung in der Geschichte.

Der Hinweis, der hier gegeben ist, besteht in der Aussage, das zwischen ihr und URANUS eine unauflösliche Verbindung besteht, da er ja eben ein Teil ihrer Selbst ist (... aus sich selbst heraus). Damit befinden sie sich zwingend in einem steten Austausch bezüglich ihrer jeweiligen inneren Zustände. Sprich: Sie "lieben" sich.

Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt die Liebe – diesen wohl am meisten missverstandenen Begriff der Welt genauer hinterfragen. Hier sei schon mal vorweggenommen, das sie jenes Prinzip der ursächlichen Ordnung definiert, den wir heute in den Naturwissenschaften unter dem Begriff der „Entropie“ innerhalb der „thermodynamischen Prinzipien“ fassen.

Die Voraussetzung und Ursache von „Liebe“ ist hier im Widerspruch – und damit in der Verletzung von Symmetrie angezeigt.

Auch dazu später mehr.

URANOS stößt seine Kinder immer wieder zurück in den Mutterleib …

Dies ist zunächst bereits augenscheinlich, wenn wir uns den „Himmel“ in seinen Erscheinungsformen näher betrachten:

Am Tage erhellt, verschwinden alle seine „Kinder“ – also die Sterne, als Potenzen seiner Selbst. Nur GAIA und URANOS selbst bleiben übrig. Die „Kinder“ werden von URANOS in die Unbestimmtheit des Chaos – uns damit in den Mutterleib GAIAS zurückgestoßen.

Nachts hingegen zeugt URANOS seine „Kinder“ immer wieder auf’s Neue (Der Sternenhimmel).

Das „Kind“ ist hier also als „Stern“ verstanden. Wie das Kind ist der Stern zunächst als bloße Potenz weitgehend undefiniert. Seine tatsächliche Natur ist nicht vorhersehbar und bestimmbar. Lediglich ein strukturloser weißer Punkt auf schwarzem Hintergrund deutet hier auf etwas Seiendes hin – gewissermaßen ein unbekanntes Samenkorn, aus dem etwas beliebiges erwachsen kann, aber noch nicht erwachsen ist.

Entsprechend der allseitigen Potenz des Chaos in der Widerspiegelung des URANOS, ist die Anzahl der potentiellen Möglichkeiten von Wirklichkeit – also seiner "Schöpfungen" – unbestimmt. Das unendliche Meer der Sterne beschreibt hier also den Ausdruck seiner unfasslichen Potenz, die im Einzelnen aber noch unbestimmt ist.

… aus der Liebschaft ging (unter anderen) KRONOS (SATURN) hervor …

Das bedeutet die beliebigen aufeinander treffenden unterschiedlichen Kräfte innerhalb des Chaos – genauer: die ihm notwendig innewohnenden potentiellen Symmetrieverletzungen agieren miteinander und beginnen sich gegeneinander auszugleichen!

Das hier angezeigte zwingende Resultat ist Kronos – ist die Ordnung – Raum und Zeit! Die Ordnung – Raum und Zeit – werden hier definiert als ein Produkt des Chaos. Wir werden später noch mehr darüber erfahren.

KRONOS entmachtet seinen Vater, indem er ihn kastriert …

Hier erfahren wir, das KRONOS seinen Vater (URANOS) und damit seine Ursache (seinen Erzeuger) nicht einfach irgendwie „umbringt“, sondern er beraubt ihn seiner Macht, indem er ihn „kastriert“!

Es wird hier folglich gesagt, das er ihn der Potenz beraubt, sich weiterhin als Chaos – und damit in seiner Unbestimmtheit – zu reproduzieren!

Wir kommen hier nicht umhin, den antiken Begriff des „Chaos“ noch einmal näher zu hinterfragen.

Unter Chaos verstehen wir einen Zustand der „Unordnung“. Vom wissenschaftlichen Standpunkt aus betrachtet, scheint es sich zuweilen genau anders herum zu verhalten. Selbst das unaufgeräumteste Zimmer enthielte noch immer ein hohes Maß an Ordnung. Dies ist nicht unbedingt sofort einsehbar, und steht dem normal-menschlichen Verständnis nicht erst beim Anblick der Kinderzimmers in der Regel sehr entgegen.

Es wird aber klar, wenn man einsehen muss, das ein unaufgeräumtes Zimmer noch immer sehr viel „Information“, und damit „Ordnung“ in seinem Durcheinander enthält.

Das größte Chaos ist hier erst erreicht, wenn ein solches Maß an Unordnung herrscht, das überhaupt keine Information mehr zugänglich ist (Entropie=1). Das Durcheinander wäre hier so groß, das nichts mehr voneinander unterscheidbar wäre.

Wenn es dem Sohnemann also gelingen wollte, das perfekte Chaos in seinem Zimmer anzurichten, würde es uns leer erscheinen. Dann würde es nun zwar nach unserem Verständnis sehr ordentlich aussehen, wäre aber tatsächlich das totale Chaos …

Um die Kommunikation mit seinen Freunden aufrechterhalten zu können, sei zur Beruhigung gesagt, das man unbenommen sein altes Verständnis der Sache aufrechterhalten kann, da die idealen Zustände von Ordnung und Chaos in der Natur nicht vorkommen können. Jede Erscheinung der Welt befindet sich in einem spezifischen und relativen Zustand der Ordnung bzw. der Unordnung – je nachdem, von welcher Seite man es betrachten will.

Nichts desto Trotz steht nun also das Chaos für die „Leere“ und das „Nichts“ – also für einem Zustand maximaler Unordnung, in der keinerlei Wechselwirkung, und somit keinerlei Information vorliegt. Von nix kommt nix – wie der Volksmund sagt, und es erscheint nicht unbedingt einsehbar, das ein Zustand der „Leere“ ausgerechnet die „Fülle“ der Erde hervorbringen sollte. Doch es macht tatsächlich Sinn.

Schwerlich vorstellbar ist es natürlich vor allem von daher, da es dem Chaos mangels Information an dem fehlen lässt, was überhaupt erst eine Bild in unseren Köpfen erzeugen kann: Raum und Zeit. Das Chaos kann über diese Attribute nicht verfügen, und ist somit nicht konkret Denkbar, geschweige denn, direkt sinnlich erfahrbar.

Wie immer in solchen Fällen, haben wir aber die Möglichkeit des Gedankenexperiments, um auf diese Weise einen Zugang zum Undenkbaren zu finden.

Als Synonym für das Chaos wählen wir hier den Begriff der „Leere“. Denken wir uns also einen Raum, der vollkommen leer erscheint. Was sagt uns ein solcher Raum bezüglich seines inneren Zustands?

Die „Leere“ beschreibt hier zunächst einen Zustand, in dem wir nichts finden, zu dem wir uns verhalten können! Aber ist er damit tatsächlich leer? Könnte sich nicht eine ganze Menge in einem „Leeren Raum“ befinden, ohne das wir es bemerken?

Sofort einsehbar ist wohl für jedermann, das in einem leeren Raum zumindest „Zeit“ aufgehoben sein muss. Jede beliebige Teilstrecke innerhalb des Leeren Raumes, als auch seine Summe beschreiben jeweils einen Energiewert, den es zu seiner Überwindung benötigt. Es muss also ohne Frage schon einmal eines „da“ sein im leeren Raum – eben „der Raum selbst!“.

Dies ist aber nicht, wonach wir suchen, und wir müssen uns hier auf das konzentrieren, was über den bloßen Raum hinaus sein könnte!

Zunächst einmal ist zu sagen: Alles, was man in einem „leer“ erscheinenden Raum zweifelsfrei feststellen kann, ist, das man in ihm nichts wahrnehmen kann! Das Wahrnehmen von etwas Seienden setzt aber im mindesten eine Kraft voraus, die sich zu uns (also dem Beobachter) in irgendeiner Weise verhält (und umgekehrt).

Was also nun, wenn diese Kräfte existieren, sich aber nicht zu uns Verhalten – oder dies möglicherweise in einer Weise tun, mit der unsere Bewusste Wahrnehmung überfordert ist?

Nun – Ersteres kann ausgeschlossen werden, da eine beliebige Kraft zu einer beliebigen anderen Kraft sich nicht „nicht verhalten“ kann. Bleibt also nur die zweite Möglichkeit: Das angenommene „Etwas“ verhält sich in einer Weise, die unserer Beobachtung nicht zugänglich ist.

Das dieses Dilemma tatsächlich denkbar ist, soll ein einfaches Gedankenexperiment verdeutlichen.

Stellen wir uns vor, wir befinden uns mit einem futuristischen Flugkörper, der jede Beschleunigungskraft und dergleichen zu absorbieren vermag, in geringer Höhe über der Erde, und wir haben eine Kamera nach unten gerichtet. Unter uns ist deutlich ein Haus mit Vorgarten, Bäume, Sträucher, Straßen usw. zu erkennen.

Nun nehmen wir Fahrt auf. Das Haus verschwindet langsam aus unserem Blickfeld und beliebige andere Strukturen werden sichtbar.

Wir erhöhen nun das Tempo und gleiten mit zunehmender Geschwindigkeit – und dazu auch noch in einem zufälligen Zick-Zack Kurs – relativ dicht über den Boden um die Welt.

Wir werden nun in unserem Sucher bald keine erkennbaren Strukturen mehr ausmachen können. Chaotische Linien und Striche auf schnell wechselnden farbigen Hintergrund wären das Äußerste, was wir ausmachen könnten. Es wäre uns also gerade noch möglich, mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit die Richtung der Bewegung zu bestimmen, ohne eine Ahnung dessen, worüber wir gerade hinweggleiten.

Erhöhen wir unsere Geschwindigkeit weiter.

ab einer bestimmten Geschwindigkeit sind wir nicht einmal mehr in der Lage, Linien und Bewegungsmuster zu erkennen – ja nicht einmal mehr eine Farbigkeit. Alles was bleibt, ist ein eintöniges Rauschen. Weder Zuordnung noch Entwicklung des einen Bildpunktes zum anderen sind hier nunmehr auch nur erahnbar auszumachen. Wüssten wir nicht, das wir uns mit einer bestimmten Geschwindigkeit relativ zum Boden bewegen, bliebe uns nur die Vorstellung, das sich dort unten „Nichts“ befindet – eine „Leere“.

Der gleiche Effekt käme natürlich auch zustande, wenn nicht wir, sondern der Boden sich unter uns entsprechend verhielte.

Doch weiter:

Nun drücken wir irgendwann auf den Auslöser der Kamera, die über eine beliebig hohe Lichtempfindlichkeit und Verschlusszeit verfügt. Wenn wir nun die Aufnahme betrachten, sehen wir zu unserer großen Überraschung eine in allen Teilen definierbare strukturierte Ordnung (hier beispielsweise in Form einer Landschaft).

Klar abgegrenzte Farben und Objekte stehen hier in klaren Verhältnismäßigkeiten zueinander. Auch wenn wir das Bild nach vielen Stunden erneut betrachten, hat sich nichts darin Verändert.

Dies nun ist Ausdruck des potentiellen „KRONOS“ – einer potentiellen spezifischen Ordnung, und damit einer potentiellen Raum-Zeit. „Potentiell“ von daher, da wir hier lediglich einen einzigen Zeitpunkt in den Händen halten – herausgelöst aus einer beliebigen „Unzeit“ – dem Chaos (URANOS).

Wir erkennen also gerade einmal eine beliebige „Möglichkeit“ dessen, was sich in diesem scheinbaren „Nichts“ aufhält. Aber immerhin: Auf Grund unserer Erinnerung an vergleichbare Strukturen (aber auch nur darum), wissen wir nun schon, das sich hinter der Leere irgend etwas sinnvolles verbergen könnte.

Allerdings verhält sich die hier entdeckte spezifische potentielle Ordnung eben lediglich zu der des Beobachters – also des Interpreten, und seiner Kenntnis bezüglich vergleichbarer Strukturen, und sagt noch nichts über eine tatsächlich raum/zeitliche Wirklichkeit aus. Doch immerhin hat ja das Auslösen der Kamera das Chaos für einen Moment zumindest in Frage gestellt.

Nun wiederholen wir das Auslösen der Kamera in kurzen Abständen etliche Male und in gleichen zeitlichen Abständen. Auf diese Weise kreieren wir nun eine Kausalität – eine Reihe von aufeinanderfolgenden Zeitpunkten.

In der nahen zeitlichen Abfolge der Bilder ist „URANOS“ nunmehr aufgehoben und offenbar „entmachtet“ – "kastriert", und damit der Potenz seiner unendlichen Möglichkeiten beraubt – reduziert auf eine Einzige. Es ist entschieden (definiert), und damit getrennt von jeder beliebigen anderen Möglichkeit!

Nunmehr sind wir in der Lage, aus der tatsächlich unendlichen „Fülle“ des Chaos (URANOS), von einem Bild zum nächst Folgenden, einige Informationen abzugreifen, und können aus der Abfolge der Aufnahmen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit das jeweils darauf folgende Bild vorhersagen, das wir mit dem nächsten Auslösen der Kamera finden werden – und das wahrscheinlich wiederum darauf Folgende.

Über die Kausalität ist nun ein Zeit/Raum – eine Wirklichkeit „aus dem Nichts“ heraus geboren.

Die Prognose würde allerdings über die Größe des zeitlichen Abstandes von Bild zu Bild – hier zum Beispiel immer das erste und das letzte betrachtend – mehr und mehr an Beziehungsfähigkeit und Nachvollziehbarkeit einbüßen, bis letztlich nur noch reine Spekulation möglich wäre.

Um so größer der zeitliche Abstand der Bilder zueinander wäre (also von der Vergangenheit in die Gegenwart), um so näher kämen wir wieder unserem einmalig aufgenommenen Bild, womit die Wahrscheinlichkeit einer zutreffenden Vorhersage mehr und mehr abnähme.

Das bedeutet: Von der ersten Voraussage an sollte wieder „URANOS“ an Macht gewinnen, und damit wieder das Beliebige, Unvorhersehbare – was auch tatsächlich geschieht, wie die mythische Geschichte in ihrem weiteren Verlauf aufzeigen wird.

Wie wir aus Erfahrung wissen, währt im Gegensatz zu einem Foto in der Schublade eine solche Ordnung in der Wirklichkeit nicht besonders lange. „...verdammt kurz“ wäre bereits eine unverschämte Übertreibung. Der „Zeitpunkt“ verfügt über keinerlei „Länge“. Der „Punkt“ verfügt über keinerlei Ausdehnung, und damit über keine Raum/Zeit.

Das selbe gilt für das für sich genommene einzelne Foto – es ist in dem Moment seiner Aufnahme für den Aufnehmenden bereits ein bloßer Zeitpunkt in der Vergangenheit – genauer: Eine bloße Idee.

Das Geburtsbild (Horoskop des Geburtsmomentes) innerhalb der allgemeinen Astrologie beschreibt beispielsweise genau einen solchen Zustand einer hochauflösende Momentaufnahme innerhalb eines chaotischen und raum/zeitlosen Urzustandes – also eines spezifischen Zeitpunktes auf dem "Zeitpfeil" – bevor er sich aufgrund seiner inneren Symmetrieverletzungen als eine Raum/Zeit entfaltet. Ein Urknall!

Wir können nach dieser Betrachtung also nicht ausschließen, das sich „Leere“ von „Fülle“ aufgrund unserer spezifischen Beobachtungsmöglichkeit (der sinnliche Wahrnehmung einschließlich deren technischer Erweiterungen) tatsächlich nur dadurch unterscheidet, dass das Eine über Raum/Zeit verfügt (also Fülle – „Existenz“) und dadurch unseren auf der selben Grundlage beobachtenden Sinnen offen liegt, während das Andere nicht über einen solchen Zeit/Raum verfügt, und damit den Sinnen nicht zugänglich ist.

Oder einfacher ausgedrückt: Wir können nur beobachten, was sich relativ zu uns in einer Weise verhält, in der die Bedingungen unserer auf Zeit und Raum basierenden Beobachtungsmöglichkeiten erfüllt sind.

In der speziellen Astrologie spielt das Chaos als Potenzial eines unendlichen „Pools“ eine entsprechend zentrale Rolle. Aus diesem Grunde werde ich schon hier einen neuen Begriffe einführen müssen, um diesem Umstand gerecht zu werden:

Die „Inistenz“ – als den notwendigen Gegenpart zur „Existenz“. (s.Abb.02)

Der Begriff der Inistenz beschreibt den Zustand potentieller Wirklichkeit, mit der wir es nun nach speziell-astrologischem Verständnis beim Phänomen des Chaos zu tun haben.

Dieser Begriff soll unterscheiden zwischen einer sich „entfaltenden Raum/Zeit (Existenz)", und einer „gefalteten Raum/Zeit (Inistenz)".

Es ist übrigens auch absolut folgerichtig, das als Resultat der "Kastration" des URANOS – also des Chaos und damit des Unbestimmten – eine „APHRODITE“, und damit das Bestimmte hervorgeht. Wir erinnern uns: APHRODITE steht für das "Verführende" – Ausdruck und Erscheinungsform des sinnlich Objekthaften, und damit raum/zeitlichen. Konkret: Der Körper – die Materie.

Doch nun weiter im mythischen Text.

GAIA macht KRONOS zu ihrem Liebhaber …

Das Chaos (GAIA als Erscheinungsform des Chaos) – wird hier nunmehr im innigsten Austausch – sprich: sich "liebend" mit KRONOS – also der Ordnung – und damit im innigsten Austausch mit der raum/zeitlichen Existenz dargestellt(!) – das lässt nichts Gutes erahnen .... (s. Schluss des Gedankenexperiments).

Konkret ist hier wiederholt angezeigt, das Chaos und Ordnung keineswegs in ihren spezifischen Zustanden und Eigenschaften getrennt voneinander sind. Selbstverständlich findet auch hier ein steter Austausch zwischen ihnen statt. Genauer: Inistenz und Existenz (Chaos und Ordnung) sind miteinander "Verschränkt". Wir werden das noch genauer verstehen.

GAIA gebärt KRONOS viele Kinder …

Aus dem notwendigen Austausch von Chaos und Ordnung erwachsen immer wieder neuerliche Ordnungen (Kinder – hatten wir schon).

Genaugenommen müssen wir die Erscheinungsform des Chaos (GAIA) und die der Ordnung (KRONOS) als eine Einheit betrachten, wie vielleicht schon verstanden ist. Sie sind miteinander in sofern verschränkt, als das jede Verletzung der Symmetrie innerhalb des Chaos (GAIA) raum/zeitlich – und damit als Ordnung (KRONOS) in Erscheinung tritt.

Hier nun gelten die Gesetze der Kausalität und des Ausgleichs der differierenden Kräfte. Das bis hierher angezeigte bekommt nunmehr ein umgekehrten Vorzeichen – wie aus dem Chaos die Ordnung erwuchs, erwächst nunmehr aus der Ordnung das Chaos.

Mit zunehmender Reproduktion der Ordnung (KRONOS) im Austausch mit dem Chaos (GAIA), wächst die Unbestimmtheit innerhalb der Ordnung – und damit das Chaos.

Im Gedankenexperiment wäre das die Entsprechung zu der Abfolge der Bilder in der fortschreitenden Zeit. Die Vorhersagbarkeit der spezifischen Ordnung (Ausgangszeitpunkt) bezogen auf die ihm nachfolgenden Zeitpunkte nimmt mit der Entfernung stetig ab.

Tatsächlich erfolgt im Mythos schon der erste warnende Hinweis auf diesen Umstand:

GAIA prophezeit KRONOS, das auch sein Sohn ihn entmachten wird …

Der unvermeidliche Fortgang des Gedankenexperiments wird hier von GAIA, als die Widerspiegelung des Chaos unmissverständlich bekräftigt. Die Prophezeiung GAIAS erinnert noch einmal daran, das Ordnung und Chaos eine unbedingte Einheit bilden, und somit das Unbestimmte (das Chaos) in der Ordnung selbst aufgehoben sein muss und umgekehrt.

Die Überwindung (die Entmachtung) einer bestehenden Ordnung ist also immer nur eine Zeitfrage, und a priori unter keinen Umständen abwendbar – nichts bleibt, wie es ist. Ein solcher Konflikt ist ein unbedingtes Attribut des Wirklichen selbst.

Jeder von uns kennt die Warnung GAIAS aus eigener Erfahrung in Form des „Zweifels“ und des „Misstrauens“.

Der Zweifel (2-fel! – im Gegensatz zur Ein-fallt) tritt spätestens dann auf, wenn eine Erwartung nicht erfüllt wird, und dadurch der Beobachter in Widerspruch zu einer angenommenen Ordnung gerät.

KRONOS verschlingt alle seine Kinder …

Hier erfahren wir nun, das KRONOS (die Ordnung), in seinem Versuch sich vor der Prophezeiung zu bewahren – vergleichbar wie schon sein Vorgänger URANOS – nur mit umgekehrte Vorzeichen – alle seine Kinder "verdrängt" – hier allerdings, indem er sie verschlingt".

Also auch er „vernichtet“ seine Kinder nicht etwa, wie man eigentlich annehmen wollte, wäre dies hier nur eine unterhaltsame Geschichte, sondern sie werden lediglich von ihm absorbiert (verschlungen), und verbleiben innerhalb seiner Ordnungsstruktur als in ihr „aufgehoben!“

Wenngleich also die Psychologie hier eine Verdrängung diagnostizieren würde, so ist dieser Umstand innerhalb einer jeweiligen Ordnungsstruktur mitnichten pathologisch zu bewerten, sondern dem entgegen unbedingtes systemimmanentes Verhalten von Ordnung. Dies näher Aufzuklären bleibt aber späteren Kapiteln vorenthalten.

Ich denke es wird inzwischen mehr und mehr erkennbar, das diese Geschichte nicht von „Guten“ und „Bösen“ handeln, sondern leidenschaftslos ursächliche Zusammenhänge des Wirklichen beschreibt.

Aber weiter:

GAIA reicht KRONOS anstelle eines der Kinder einen großen, in Windeln gewickelten Stein (bzw. Heuballen) zum verschlingen. ...

Hier nun finden wir den direkten Verweis auf den Umstand der Unvorhersehbarkeit GAIAS als Ausdruck eben jenes Chaos – jener letztlichen Unbestimmtheit bezogen auf ein zukünftiges Ereignis.

Wir erinnern uns des Gedankenexperiments bezüglich der zunehmenden zeitlichen Abstände zwischen den Bildern. Die Wahrscheinlichkeit der Vorhersage eines folgenden Ereignisses kann bereits vom ersten Bild/Kind an niemals 100% erreichen, und nimmt mit dem zeitlichen Abstand zwischen den Aufnahmen – oder hier eben der "Kinder" zunehmend ab. Nicht erst ein gelandetes UFO im Garten wäre auf einem späteren Bild eine echte Überraschung.

Solcherlei „Fehlinformationen“ (hier: Stein anstelle des "Kindes"), bezogen auf die spezifische Struktur der jeweiligen Ordnung, wachsen in seinem raum/zeitlichen Fortschreiten – seiner unablässigen Reinformation – notwendig stetig an, und liegen einem, wie wir bereits vom Rotkäppchen und dem bösen Wolf her wissen, irgendwann zuweilen wie Wackersteine, schwer im Magen…

Aber die spezifische Ausgangsordnung (KRONOS) ist mit dem Verschlingen der Konkurrenten zunächst einmal „gewahrt“ – die „ordentlich verschlungenen Kinder“ liegen als der Ordnung innewohnend, stabilisiert und lediglich als Potenzen vor. ... alles gut soweit.

GAIA versteckt das Kind (ZEUS) in einer Höhle.

hier nun der Verweis auf die Unkenntlichkeit – die Unbewusstheit, der in den „Tiefen der Ordnung Verborgenen“ Potenzen.

Die Zukunft – und damit die „Neue Zeit“ – hier personifiziert in ZEUS bzw. Jupiter, existiert dem Zugriff und der Kontrolle der Ordnung (KRONOS) entzogen, als unbestimmter Faktor im Unbewussten (siehe: Höhle).

Als Amme dient ihm eine Bergziege …

Wie wir später in der Auflösung der „Tierkreiszeichen“ noch genauer erfahren werden, wird mit der „Bergziege“ auf Kronos – die Ordnung als Solche – selbst verwiesen.

Diese Bergziege (heute „Steinbock“) finden wir im 10 Zeichen des Zodiakus, entsprechend der „höchsten Ordnungszahl“, dessen sogenannter „Herrscher“ bekanntlich KRONOS bzw. SATURN ist!

Die Bergziege bzw. der heutige Steinbock symbolisiert dort das „relative Gleichgewicht“ einer jeweiligen Ordnungsstruktur, wie wir in einem späteren Kapitel genauer erfahren werden.

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338 p. 48 illustrations
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9783750279674
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