SexSterneTours

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SexSterneTours
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ORIGINALAUSGABE

© 2010 BY ELYSION BOOKS GMBH, GELSENKIRCHEN

ALL RIGHTS RESERVED

UMSCHLAGGESTALTUNG: Ulrike Kleinert

http://adorna.bplaced.net/

FOTO: © Fotolia/ Andreas Gradin

LAYOUT &WERKSATZ: Hanspeter Ludwig

www.imaginary-world.de

eISBN 978-3-945163-51-1

www.Elysion-Books.com

Inhalt

Sex Sterne Tours

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Sex Sterne Tours

Ich seufzte erleichtert, als ich Eriks letzten Karton verschloss. Endlich hatte ich all seine Sachen verpackt und damit jede Spur meines Exfreundes aus der Wohnung verbannt.

Ich schob die große, unhandliche Kiste mit meinem Fuß Richtung Wohnungstür. Ich wollte nicht nur seine Sachen, sondern auch den ganzen Erik nicht mehr in meiner Wohnung haben. Das war auch der einzige Grund, warum ich meinen freien Nachmittag fürs Aufräumen und Einpacken geopfert hatte. Schließlich wollte ich nicht, dass er in meinen Sachen herumwühlte und nachher noch etwas mitnahm, was mir gehörte. Ich versetzte der Kiste einen kleinen, rachsüchtigen Tritt.

Wenn es nach meinem aktuellen Rechtsempfinden ginge, gehörte mir sowieso ausnahmslos alles. Von den gemeinsamen Anschaffungen über die Einrichtung bis hin zu seinen Wertgegenständen.

Schließlich hatte ich nicht plötzlich nach zwei Jahren entschieden, dass ich mich doch lieber mit der jüngeren Arbeitskollegin amüsieren wollte, die keine feste Beziehung, kein Zusammenwohnen und vor allem keine Kinder haben wollte. Arsch!

Mein Blick fiel auf das Papier auf der Kommode. Hätte er nicht wenigstens noch drei Monate warten können, dachte ich und fühlte mich herrlich wütend und selbstgerecht. Und das, obwohl ein kleiner Teil von mir wusste, dass es mir nach einem paradiesischen Urlaub mit Erik noch sehr viel schlechter gegangen wäre.

Aber immerhin hätte ich dann mein Geld sinnvoll angelegt, statt nun mit einem Verrechnungsgutschein dazustehen. Gleich nach der Arbeit – nachdem ich von seiner Affäre gehört hatte – war ich ins Reisebüro gestürzt und hatte unsere gebuchte Reise storniert. Bargeld? Pustekuchen!

In den AGBs des Reisebüros stand, dass sie Urlaubsstornos nicht auszahlten, sondern verrechneten. Und wer lesen kann ist ja bekanntlich besser dran … Zumindest, wenn er es VORHER liest. Ich versetzte der Kiste einen weiteren, befreienden Tritt.

Was mich besonders ärgerte, waren nicht die vielen Tatsachen, die augenscheinlichen Dinge, die auf eine Affäre hingewiesen hatten. Auch nicht die Tatsache, dass Erik mich nach meiner Zur-Rede-Stellung verlassen hatte. Es war der Fakt, wie leicht ich es wegsteckte – und die unrühmliche Tatsache, dass ein Teil von mir sich immer noch mit dem Reisegutschein und Grits Vorschlag beschäftigte.

Meine liebste Arbeitskollegin Grit hatte mir heute, nachdem ich mir bei ihr ausgeheult hatte, einen Floh ins Ohr gesetzt. Seitdem schlich ich um den Gutschein und den Computer herum.

Eine Singlereise … Haha! Weil ich so unkompliziert und offen war und so leicht Anschluss fand? Oder doch lieber, weil ich verzweifelt auf der Suche nach einem Kerl war, um mir erneut das Herz brechen zu lassen?

Dass, was sie mir anschließend erklärt hatte, ließ noch Stunden später meinen Mund trocken werden. Ich knabberte nachdenklich an meiner Unterlippe: Singlereisen mit »Sex Sterne Tours«.

Ich hatte mindestens fünf Minuten gebraucht, um mein Gelächter wieder in den Griff zu bringen – und selbst dann hatte Grit ungefähr zwanzig Anläufe gebraucht, um mich trotz des kitschigen und leicht pornografischen Namen in ein Geheimnis einzuweihen: Sie fuhr regelmäßig mit dem Unternehmen in den Urlaub und war noch nicht einmal enttäuscht worden.

Mist! Jetzt war ich schon wieder bei diesen Gedanken und immer noch neugierig … Obwohl ich wusste, dass es dumm war und ich nicht in der Stimmung für Urlaub, Männer oder gar für Erotik, gab ich »Sex-Sterne-Tours« in meiner Online-Suchmaschine ein. Wenn ich mich schon über mich selbst ärgerte, konnte ich mir doch wenigstens den Spaß gönnen und ein wenig über den skurrilen Urlaubsveranstalter und seine Angebote lachen.

Mit diesem festen Vorsatz bewaffnet, gab ich meine halb-stand-hafte Position auf und setzte mich an den Tisch. Die Website, die sich vor meinen Augen aufbaute, sah aktuell und gut gepflegt aus. Ganz seriös. – Außer dem Namen natürlich.

Allerdings war die offensichtliche Auswahl eher … beschränkt. Es standen drei Zeiträume zur Auswahl: Mai, Juni und Juli Auch bei dem »Wohin« schien es nur drei Auswahlmöglichkeiten zu geben, wobei die letztendliche Entscheidung beim Reiseveranstalter lag. Aber immerhin waren es allesamt Superstädte, die ich mir ohnehin schon lange mal gönnen wollte: London, Paris und Rom.

Neugierig klickte ich mich durch das übersichtlich aufgebaute Menü und staunte. Man konnte seinen Urlaub mit einem Begleiter buchen oder ohne. Mit einem erotischen Mann, einer sinnlichen Frau oder einfach nur mit einem interessierten und interessanten Reisegefährten.

Ich wähle »Mann« aus und gelangte an den Punkt, wo ich Optik, Charaktereigenschaften, Beruf und Qualifikation auswählen oder sogar selbst eingeben konnte. Fasziniert traf ich eine Auswahl, die mich sehr an einen berühmten Serienstar erinnerte, den ich seit Jahren gut fand. Dann musste ich dieselben Punkte für mich selbst angeben. Flüchtig überlegte ich zu lügen, mich zu einer Cameron Diaz mit einem unglaublichen Beruf und ausgeglichenen Charaktereigenschaften zu machen. Doch nach den ersten Einträgen überlegte ich es mir anders, löschte den Schwindel und begann von vorne. Wenn ich eine Woche mit Spiel, Spaß und Spannung buchte, dann wollte ich auch erleben, was »Sex Sterne Tours« wirklich konnte und was mein Traummann mit mir und nicht mit einer Fake-Cameron anstellen würde.

Bei meinen Vorlieben zögerte ich. Oralverkehr mochte ich. Wer nicht? Verwöhnt werden und das Übliche. Letztendlich war ich noch nie über das Übliche hinausgekommen. Und selbst da hatte ich inzwischen meine Bedenken.

Als mir endlich etwas einfiel, hätte ich beinahe gelacht. Umworben und umschmeichelt werden. DAS brauchte ich nun wirklich für mein Ego. Einen Mann, der sich um mich kümmerte, auf mich aufpasste und auf meine Gefühle Rücksicht nahm. Jemand, der mich so sehr wollte, dass er dafür bereit war, sich ein wenig zum Affen zu machen und der um mich und meine Gunst kämpfte.

Ich seufzte leise, als ich die länger werdende Liste noch einmal las. Zusammengefasst brauchte ich einen Mann, der sich etwas traute, der den ersten Schritt machte und nicht locker ließ, auch wenn ich einen auf »hard to get« machte. Ich klickte auf »Weiter«, bevor ich es mir anders überlegen konnte und die nächste Frage öffnete sich.

»Neugierig auf?«, las ich und nippte an dem Glas Wein, das schon seit einer halben Stunde auf dem Tisch gestanden und bisher noch keine Beachtung gefunden hatte.

Tja … eigentlich war ich neugierig auf alles. Ich überflog die Vorschläge, die »Sex-Sterne-Tours« als Hilfestellung anbot: Abenteuer, Luxus, Spannung, Adrenalin, Verwöhnung, Unmoralisch, Überraschung, Spaß, Party, Sightseeing, Kultur …

»Mmmhh…«, machte ich überlegend und nahm einen weiteren Schluck Wein. Sollte ich auf mein Bauchgefühl hören oder mich für eine harmlosere Variante entscheiden?

Unschlüssig ließ ich den Pfeil der Maus über den verschiedenen Kästchen kreisen. Gerade, als ich mich für die Vernunft entschieden hatte, klingelte es an der Tür.

»Scheiß was drauf!«, murmelte ich, und markierte vom Teufel geritten: Abenteuer, Spannung, Adrenalin und Überraschung. Dann kippte ich den restlichen Wein hinunter und stand auf, um die Tür zu öffnen. Pünktlich zum zweiten Klingeln.

»Hallo Idiot!« Mit dem verächtlichsten Grinsen, das ich aufbringen konnte, lehnte ich mich lässig an den Türrahmen. Eriks schuldbewusste Haltung, die Hände tief in den Hosentaschen vergraben, nährte meine Wut nur noch mehr.

»Deine Kisten sind gepackt, du musst sie nur noch nach unten tragen.« Gönnerhaft und gespielt unbeteiligt machte ich ihm den Weg frei.

»Können wir nicht noch einmal …«, begann er, aber ich stoppte jeden weiteren Versuch mit einer Handbewegung.

»Nein, können wir nicht. Nie, nicht und unter gar keinen Umständen. Ich will, dass du deine Klamotten nimmst und aus meinem Leben verschwindest!«

Es fühlte sich gut an, endlich die Worte auszusprechen, die ich schon den ganzen Tag lang hatte loswerden wollen. Bisher war ich nur zu gut erzogen gewesen, um sie tatsächlich von mir zu geben.

Erik schien zu derselben Ansicht zu kommen, denn er sah mich zweifelnd an. »So kenne ich dich gar nicht!«

»Tja …«, ich schenkte ihm ein fröhliches, leicht weinseliges Lächeln. »Das sagt einiges über dich aus!«

Ich drehte mich um und ging zur Küche zurück. Dabei schenkte ich ihm ein lässiges Winken über meinem Kopf. »Wenn du fertig bist, lass deinen Schlüssel einfach auf der Kommode liegen!«

»Ich …«

»Tschüüüüssss!« Ich ging durch die Küchentür und schloss sie hinter mir ab, bevor Erik weitersprechen konnte. Der Flur und seine Kartons waren alles, was ihm blieb. Alle anderen Türen hatte ich abgeschlossen und die Schlüssel bei mir in der Küche deponiert. Zusammen mit meinem Laptop.

Ich starrte auf den Bildschirm, wo immer noch meine Auswahl für die »Sex-Sterne-Tours« geöffnet war und meine Gedanken kreisten wie ein aufgeschreckter Bienenschwarm.

 

Darauf einen Wein, dachte ich, schenkte mir noch einmal großzügig nach und nahm einen Schluck. Wenn Erik dachte, ich würde jetzt in der Küche Trübsal blasen, hatte er sich getäuscht!

Unter »Anmerkungen« schrieb ich, dass ich Spaß mochte und gerne verwöhnt wurde. Danach trug ich bei meinen »erotischen Wünschen« ein: neugierig auf eine Frau und an einem Dreier/Vierer interessiert. Ich prostete mir selbst in den spiegelnden Fliesen meiner Küche zu. Auch ich konnte mutig sein …

Doch plötzlich wurde es wieder harmloser. Eigene Hobbys, Interessen; Musikgeschmack mussten eingegeben werden, ebenso wie Lieblingsfilme und bevorzugtes Essen.

Schließlich kam ich an den Punkt, an dem ich angeben musste, woher ich den Veranstalter kannte. Entweder war er wirklich noch ein sehr exklusiver Geheimtipp oder besaß eine gute Marketingabteilung, die gerne Daten auswertete. Nachdenklich trank ich den letzten Schluck Wein, kreuzte schließlich »Mundpropaganda« an und trug Grit als Vermittlerin ein. Dann verharrte ich unschlüssig. Sollte ich wirklich mein hart verdientes Geld für einen erotischen Trip ausgeben?

Ich stand auf und ging zum Kühlschrank, um mein Glas zu füllen. Als ich merkte, was ich tat, stoppte ich und stellte mein Glas auf die Spüle. Vernünftig wie immer.

Verdammt! Genau das hatte Erik an mir gehasst, dass ich immer vernünftig war, nie etwas aus dem Bauch heraus entschied und nie die Kontrolle verlor. Wenn ich jetzt absichtlich weiter trank würde ich … Ich stoppte den wahnwitzigen Gedanken noch rechtzeitig und ließ das Glas genau dort stehen, wo es hingehörte. Offenbar war ich doch angeschlagener von Eriks Verhalten, als ich mir ein gestand. Ich horchte und konnte das Ziehen einer Kiste hören.

Endlich fiel die Wohnungstür ins Schloss. Erik war weg und die Erleichterung brandete wie eine Woge durch meinen Körper. Vielleicht sollte ich mir statt dem Wein tatsächlich die Tour gönnen? Trotzig setzte ich mich wieder an mein Laptop und wählte Mai. Mai war in zwei Wochen, ein Urlaubsantrag kein Problem und in der kurzen Zeit würde ich es mir wenigstens nicht mehr anders überlegen können. Davor warnte mich nun auch die Website.

Gute Website!

Ich bestätigte meinen Entschluss und wurde umgehend in einen bisher gesperrten Bereich weitergeleitet. Nach der nur Sekunden dauernden Freigabe begutachtete ich neugierig zahlreiche Fotos. Sie zeigten Männern und Frauen jeden Alters und jeder Optik. Tatsächlich war für jeden Geschmack etwas dabei. Meine drei Favoriten waren rasch gefunden und ich markierte sie, obwohl mich die Seite darüber informierte, dass ich auf die Endauswahl keinen Einfluss hatte.

Mit einem seltsamen Hochgefühl gab ich meinen Gutscheincode ein und strahlte nach der Onlinebestätigung. Prima! Ich hatte die sündige Reise bezahlt und tatsächlich noch Taschengeld auf meinem Reisekonto …


Wieder drehte ich die Reiseunterlagen um und hoffte, dass sie sich auf magische Art und Weise verändern würden. Stattdessen enthielt das zweiseitig bedruckte Papier immer noch dieselben, enttäuschend geringen Angaben. Es gab keine Informationen zur Reise, zum Hotel oder zu meinem Begleiter.

Frierend rieb ich mir die Arme und verwünschte mich abermals für meine vorwitzige Entscheidung, die dazu geführt hatte, dass ich Mitten in der Nacht mit nichts als einem gefüllten Wanderrucksack bewaffnet vor meiner Haustür stand. Zum wiederholten Male sah ich auf die Uhr und kam mir vor wie eine »Alice im Wunderland« die falsch abgebogen war: Direkt in Richtung Zeitloch.

Immer noch zeigten die Zeiger auf fünf vor zwölf und schienen nicht gewillt, sich ernsthaft den Naturgesetzen zu beugen. Ich gähnte herzhaft und verfluchte den Reiseveranstalter. Das war keine Reise, das war eine Zumutung.

Lauter werdendes Motorgeräusch ließ mich meine Konzentration wieder auf die Umgebung richten. Eine erste Welle Adrenalin jagte durch meine Adern und vertrieb die Müdigkeit. Mein Reisebus! Beinahe wäre ich vor Aufregung in die Luft gehüpft.

Doch meine Euphorie verflog ebenso schnell, wie sie gekommen war. Der Bus, der um die Ecke bog, glich einem schnaufenden Ungetüm. Allein das Mitleid der Reisegäste schien ihn zusammenzuhalten und dazu zu bringen, sich vorwärts zu kämpfen. Ich starrte das laute Etwas entsetzt an. Das konnte nicht mein Bus sein! Nicht nach allem, was ich von »Sex-Sterne-Tours« gehört und gelesen hatte. Der alte Kleinbus hielt neben mir und bewies mir das Gegenteil, als das Fahrerfenster mit einem quietschenden Geräusch geöffnet wurde.

»Sind Sie dat Fräulein für zum Städtetrip?«, fragte der verschlafen wirkende Fahrer. Sein Dreitagebart wirkte nicht gewollt, sondern eher durch Faulheit und Ungepflegtheit verursacht.

»Julia Steiner!«, stellte ich mich vor, nachdem ich den ersten Schock überwunden hatte.

»´nabend Julia Steiner! Dann schmeißen´se Ihren Krempel ma´ nach hinten in den Kofferraum und machen´set sich dann bequem!«

Das Fahrerfenster wurde geschlossen und ein Knacken vom Heck des Busses sagte mir, dass tatsächlich eben der Kofferraum geöffnet worden war. Ich klopfte gegen die Scheibe. Der Mann schnaufte unwillig, als er sie abermals öffnete. Schon diese Anstrengung schien über seine Kräfte zu gehen.

»Entschuldigung … Sind Sie tatsächlich mein Busfahrer?« Ich konnte es immer noch nicht fassen.

»Julia Steiner, 28 Jahre alt, Widder, unverheiratet und die Reise wurde über Sex-Sterne-Tours gebucht?« Seine Stimme war ebenso emotionslos wie sein Gesichtsausdruck.

Nachdem das geklärt war, schloss er abermals das Fenster. Noch bevor ich aus meinem Schockzustand erwachen konnte. Inzwischen konnte ich einige neugierige Gesichter ausmachen, die mich von der anderen Seite der Busfenster aus beobachteten. Unwillkürlich übernahm meine gute Erziehung, setzte sich über meine Bedenken hinweg, und steuerte meinen Körper nach hinten. Schließlich sollten die anderen Fahrgäste nicht wegen mir unnötig lange warten.

Nachdem ich meinen Rucksack in das Durcheinander des Kofferraumes geworfen hatte – oben auf die anderen – ging ich nach vorne, wo sich die Tür öffnete. Dabei gab die Hydraulik ein Geräusch von sich, das dazu geeignet schien, Tote wieder zum Leben zu erwecken – oder Lebende zu töten.

Immerhin sah das Innere nicht so schlimm aus, wie befürchtet. Eher so, als hätte jemand in den letzten drei Wochen vergessen die Ausstattung zu pflegen oder hinter den anderen Fahrgästen herzuräumen. Außer Papier und Verpackungsresten gab es eigentlich keinen Grund zur Klage.

»Guten Abend, gute Nacht oder guten Morgen!«, verkündete ich, nachdem sich das ungute Gefühl in meinem Inneren ein wenig beruhigt hatte. Offenbar machte das Unternehmen nur im Moment eine schlimme Phase durch.

»Guten Morgen!« Die Frau, die ich schon am Fenster gesehen hatte, strahlte mich begeistert an. Wenn sie noch breiter lächelte, lief sie Gefahr ihre Gesicht in zwei Hälften zu teilen. Dabei wirkte sie Dank ihres großzügigen und farbenfrohen Make-ups wie eine abgehalfterte Sexdienstleisterin auf LSD.

»´nabend!« Ihr männliches Pendant beugte sich weit genug vor, um hinter ihrem üppigen Busen hervorschauen zu können. Er war bestimmt doppelt so alt wie seine Begleiterin und trug zu seinem weißen Anzug ein ebenfalls weißes, bis zum Bauchnabel geöffnetes Hemd; inklusive Goldkette. Der Bus setzte sich in Bewegung und ich musste mich an einem der Sitze fest krallen, um nicht hinzufallen.

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