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Rechtliche Rahmenbedingungen

für Geschäftstätigkeiten in den

Vereinigten Arabischen Emiraten

Rechtsanwalt

Jörg Seifert

4. Auflage

Impressum

Copyright: © 2014 Rechtsanwalt Jörg Seifert

Verlag: DISCOVER MIDDLE EAST PUBLICATIONS, P.O. Box 7277, Dubai, VAE

Layout: WEBSTER DESIGN ATELIER, Sakrower Landstr. 80, 14089 Berlin, Deutschland

Druck: LIBERTY PRINTING PRESS, P.O. Box 52129, Dubai, VAE

Lektorat: Gabriele Harb

Fotos: DiscoverME, WDA, fotolia.com

ISBN 978-9948-22-122-7 (ePUB)

4. aktualisierte und erweiterte Auflage Mai 2014

3. aktualisierte und erweiterte Auflage August 2008

2. aktualisierte und erweiterte Auflage Mai 2004

1. Auflage August 2002

Bearbeitungsstand: Mai 2014

Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, insbesondere die Rechte der Verbreitung, der Vervielfältigung, der Übersetzung, des Nachdrucks und die Wiedergabe auf fotomechanischem oder ähnlichem Wege durch Fotokopie, Mikrofilm oder andere elektronische Verfahren sowie der Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen bleiben, auch bei nur auszugsweiser Verwertung, dem Autor vorbehalten.

Die vorliegenden Angaben wurden unter Einhaltung höchster Sorgfaltspflichten recherchiert. Dieser Investitionsführer dient der allgemeinen Übersicht über das Wirtschaftsrecht in den Vereinigten Arabischen Emiraten und ersetzt nicht eine fachkompetente Beratung im Einzelfall. Eine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit des Inhalts sowie für nach Drucklegung ergangene Änderungen kann von den Herausgebern und vom Autor nicht übernommen werden.

Grußworte
Klaus Ranner, Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Dubai


Grußwort

zur Neuauflage für das Handbuch „Rechtliche Rahmenbedingungen für Geschäftstätig­keiten in den Vereinigten Arabischen Emiraten“ von Klaus Ranner, Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Dubai

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Deutschland ist der wichtigste Wirtschaftspartner der VAE in Europa und umgekehrt sind die VAE der wichtigste Partner Deutschlands in der Region. Dabei wird insbesondere Dubai wegen seiner geografischen Lage und den hervorragenden Logistik-Bedingungen auch von deutschen Unternehmen als Umschlagplatz für Reexporte in die nähere und weitere Umgebung und als Verteilungszentrum, z.T. verbunden mit lokaler Produktion, genutzt. Die zentrale Rolle des Landes spiegelt sich auch in der Vielzahl von hier veranstalteten Messen und Kongressen wider, auf denen Deutschland jedes Jahr mit etwa 20, vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie – bei einschlägigen Messen auch vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz – geförderten Gemein­schaftsbeteiligungen, präsent ist. Nur in Moskau und Schanghai gibt es noch mehr dieser deutschen Beteiligungen. Dubai hat sich, nicht zuletzt beschleunigt durch krisenhafte Entwicklungen in anderen Ländern der Region, zu einem nicht unbedeutenden Finanzplatz gemausert. Die Rolle als Luftver­kehrsdrehkreuz und Tourismus-Zielort hat sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt. Das Erdöl hat zwar die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg der VAE geschaffen, ist aber heute bei Weitem nicht mehr die einzige Einnahmequelle.

Die Zeiten in den VAE, besonders in Dubai, haben sich seit dem Platzen der selbstverschuldeten Immobilienblase verändert. Man ist etwas, wenn auch nicht sehr viel vorsichtiger geworden, weil man an den damals eingegangenen Schulden immer noch zu knabbern hat. Man sollte sich deshalb als Ausländer seine potentiellen Geschäftspartner genau ansehen. Der an Dubai gegangene Zuschlag für die Expo 2020 wird für das Emirat und das ganze Land neue, hoffentlich auch nachhaltige Wachstumsimpulse geben und dabei sicher auch für deutsche Unternehmen einen Strauß von Geschäfts­möglichkeiten in den verschiedensten Bereichen eröffnen.

Die Wirtschaft braucht ein stabiles und transparentes Umfeld, deutsche Geschäftsleute vielleicht sogar noch mehr als andere. Eine konsistent und nachvollziehbar zur Anwendung kommende Rechtsordnung ist dafür unerlässlich. Die Rechtsordnung ist meist ein Spiegelbild der Gesellschaft und der in ihr praktizierten Kultur. Das macht die Sache für Ausländer in den VAE und insbesondere in Dubai relativ schwer. Bei einem Ausländeranteil von 80%, in Dubai sind es über 90%, und einer Rechtsordnung, die in weiten Teilen auf traditionellen Grundlagen von Einheimischen für Einheimische geschaffen wurde, gibt es einige Punkte, an denen Reibungen entstehen können.

Das Rechtssystem und die Rechtspraxis der VAE unterscheiden sich tiefgreifend von dem, was Unter­nehmen in Deutschland oder anderen westlichen Ländern gewohnt sind. In den VAE herrscht eher eine Verhandlungs- und Gesprächs- als eine Streitkultur. Während man in Deutschland relativ schnell vor Gericht zieht, sollte man in den VAE alles daran setzen, sich außergerichtlich zu einigen. Deshalb ist in den VAE noch mehr Rechtsrat, Verhandlungsgeschick und Durchhaltevermögen – auch auf Seiten der Juristen – erforderlich als woanders.

Dieses Buch erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist auch kein Allheilmittel, sicher aber ein wertvolles Vademecum. Es gibt deutschen Unternehmen, insbesondere kleinen und mittelständischen, die evtl. noch nicht sehr viel Auslandserfahrung haben, wertvolle Handreichungen zur Vermeidung unliebsamer Überraschungen und für erfolgreiche Geschäfte in den VAE.


Grußworte aus früheren Ausgaben

Grußworte aus früheren Ausgaben

Vorwort zur 3. Auflage von Dr. Gerhard Schröder, Bundeskanzler a.D., für das Handbuch „Rechtliche Rahmenbedingungen für Geschäfts­tätigkeiten in den Vereinigten Arabischen Emiraten“


Schon bei meinem ersten Besuch als Bundeskanzler in den Vereinigten Arabischen Emiraten war ich fasziniert von der Dynamik des Landes. Die hohen wirtschaftlichen Zuwachsraten machen deutlich, dass es sich bei den Vereinigten Arabischen Emiraten um einen lukrativen und interessanten Markt handelt. Doch das Land ist Dank einer nachhaltigen Strategie der gesellschaftlichen und ökonomischen Modernisierung auch ein Leuchtturm und Stabilitätsfaktor in einer krisengeschüttelten Region. Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate haben daher im Jahr 2004 eine strategische Partnerschaft vereinbart, die nicht nur Politik und Wirtschaft, sondern auch Bildung, Wissenschaft, Energie und Umwelt umfasst. Diese Partnerschaft ist sehr erfolgreich. Für Deutschland sind die Emirate inzwischen der wichtigste arabische Handelspartner mit einem Exportvolumen von mehr als fünf Milliarden Euro. Rund fünfhundert deutsche Firmen sind dort präsent. Darüber hinaus gibt es sowohl in der Bildungs- und Kulturpolitik als auch in der Außenpolitik eine enge Kooperation zwischen unseren beiden Ländern.

In Zukunft wird die Zusammenarbeit in der Energie- und Umweltpolitik von großer Bedeutung sein. Längst ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein Bewusstsein über die Endlichkeit der Rohstoffquellen gewachsen. Das Land treibt daher die wirtschaftliche Diversifizierung konsequent voran. Es geht vor allem um Investitionen in Anlagen und Produktionen, die umweltschonend und energiesparend sind. Hierbei kann die deutsche Wirtschaft, die auf den Märkten der regenerativen Energieerzeugung und der Energieeffizienz Weltmarktführer ist, ein wichtiger Partner sein.

In den nächsten Jahren wollen wir die emiratisch-deutschen Beziehungen weiter vertiefen. Einen wichtigen Beitrag wird dabei die neu gegründete Freundschaftsgesellschaft leisten, deren Ehrenvorsitz ich gemeinsam mit dem Vizepremierminister, Sheikh Hamdan Bin Zayed Al Nahyan, übernommen habe.

Mit dem vorliegenden Buch werden wichtige Informationen über recht­liche Rahmenbedingungen und Investitionsmöglichkeiten in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgezeigt. Dies ist eine wertvolle Grundlage dafür, dass die deutsche Wirtschaft bei ihrem Engagement in der Region einen nachhaltigen Erfolg erzielen kann.


Grußwort zur 2. Auflage von Wolfgang Clement, Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, für das Handbuch „Rechtliche Rahmenbedingungen für Geschäftstätigkeiten in den Vereinigten Arabischen Emiraten“


Seit den siebziger Jahren haben sich die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) dank ihrer Erdöl- und Erdgasressourcen zu einem wichtigen internationalen Wirtschaftsstandort entwickelt. Aus wirtschaftlich wenig bedeutenden Scheichtümern entstand innerhalb der vergangenen drei Jahrzehnte ein föderativer Wirtschaftsraum mit erheblicher Finanzkraft. Hohe ökonomische Wachstumsraten, kräftige Investitionen in zahlreichen Wirtschaftsbereichen und eine solide Finanzlage kennzeichnen die wirtschaftliche Entwicklung. Obwohl der Erdöl- und Erdgassektor auch in den nächsten Jahren der entscheidende Wirtschaftsfaktor in den VAE bleibt, werden die Anstrengungen zur weiteren Diversifizierung der Wirtschaft konsequent fortgesetzt. Moderne Industrien und ein leistungsstarker Dienstleistungssektor sind das Fundament für die stabile wirtschaftliche Entwicklung. Sie wird durch den wirtschaftspolitischen Kurs unterstützt, der durch ein liberales Handelsregime, ein freies Wechselkurssystem und eine gezielte Förderung des Privatsektors gekennzeichnet ist.

Nach Saudi-Arabien sind die VAE Deutschlands wichtigster Wirtschaftspartner in der arabischen Welt. Der Besuch von Bundeskanzler Schröder am 6. und 7. Oktober 2003 in Abu Dhabi und Dubai war nicht nur aus politischer Sicht von außerordentlich hoher Bedeutung, sondern hat auch neue Perspektiven für die Wirtschaftskooperation zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten eröffnet.

Die VAE sind ein äußerst anspruchsvoller, aber auch profitabler Markt, in dem deutsche Produkte und Dienstleistungen einen hervorragenden Ruf genießen. Für deutsche Unternehmen sind die Emirate ein sehr interessanter Wirtschaftsstandort, da von hier nicht nur die Märkte des Golfkooperationsrates (GCC) bedient werden, sondern darüber hinaus auch Iran, Indien und Pakistan.

Ich begrüße sehr, dass mit der zweiten Auflage dieses Handbuches dem wachsenden Informationsbedarf über rechtliche Rahmenbedingungen und Investitionsmöglichkeiten in den Vereinigten Arabischen Emiraten Rechnung getragen wird. Damit ist dieser Investitionsführer ein wichtiger Baustein, um die hervorragenden Wirtschaftsbeziehungen zwischen unseren Ländern weiter auszubauen.

Ihr

Grußwort zur 1. Auflage von Dr. Werner Müller, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, für das Handbuch „Rechtliche Rahmenbedingungen für Geschäftstätigkeiten in den Vereinigten Arabischen Emiraten“ des Delegiertenbüros der Deutschen Wirtschaft

Seit den siebziger Jahren haben sich die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) dank ihrer Erdöl- und Erdgasressourcen zu einem wichtigen internationalen Wirtschaftsstandort entwickelt. Aus eher unbeachteten und wirtschaftlich unbedeutenden Scheichtümern ist innerhalb der vergangenen drei Jahrzehnte ein föderativer Wirtschaftsraum mit erheblicher Finanzkraft entstanden. Die VAE befinden sich auf einem Kurs stabiler wirtschaftlicher Entwicklung, der mit dem Aufbau moderner Industrien und eines leistungsstarken Dienstleistungssektors zu einer beachtlichen wirtschaftlichen Diversifizierung geführt hat. Die wirtschaftliche Situation der VAE ist gekennzeichnet durch hohe ökonomische Wachstumsraten, kräftige Investitionen in zahlreichen Wirtschaftsbereichen und eine solide Finanzlage.

Obwohl der Erdöl- und Erdgassektor für die VAE der entscheidende Wirtschaftsfaktor bleibt, werden die Anstrengungen zur weiteren Diversifizierung der Wirtschaft konsequent fortgesetzt. Dieser wirtschaftspolitische Kurs wird von einem liberalen Handelsregime, einem freien Wechselkurssystem und einer gezielten Förderung des Privatsektors begleitet. Zu den wichtigsten Wachstumsmotoren gehören der Energiesektor, die Bauwirtschaft, die petrochemische Industrie sowie Handel, Finanzdienstleistungen und Tourismus. Die VAE sind nach Saudi-Arabien Deutschlands wichtigster Wirtschaftspartner in der arabischen Welt. Deutsche Unternehmen werden infolge ihres technologischen Niveaus und ihrer umfassenden industriellen Erfahrung auch in den VAE geschätzt. Und nicht zuletzt haben sie bewiesen, dass sie auch in schwierigen Zeiten dauerhafte und gute Beziehungen zu traditionellen Wirtschaftspartnern aufrechterhalten.

Das vorliegende Handbuch vermittelt deutschen Unternehmen, die sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten engagieren wollen, einen Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen und Investitionsmöglichkeiten vor Ort. Damit leistet es – da bin ich sicher – auch einen Beitrag für eine stärkere Präsenz der deutschen Wirtschaft in der Region.


Autor und Herausgeber
Rechtsanwalt Jörg Seifert – Der Autor


Rechtsanwalt Jörg Seifert

Der Autor

Rechtsanwalt Jörg Seifert ist seit 1995 als Wirtschaftsanwalt im Nahen Osten tätig. Er leitete zunächst für drei Jahre die Europäische Abteilung der Kanzlei Dr. Hasan Al Mulla ­Lawyers & Legal Consultants in Riad, Saudi-Arabien. Während seiner dortigen Tätigkeit wurde er durch das österreichische Außenministerium zum offiziellen Vertrauensanwalt der öster­reichischen Botschaft in Riad bestellt.

Ende 1998 verlegte RA Jörg Seifert seinen Wohnsitz nach Dubai, Vereinigte Arabische Emirate. Er ist nunmehr in der lokalen Kanzlei Al Sharif Advocates & Legal Consultants schwerpunktmäßig für die wirtschaftsrechtliche Beratung internationaler Mandanten zuständig und betreut diese im Team mit 16 weiteren Anwälten bei der Anbahnung und Umsetzung von Investitionsvorhaben in den VAE und den anderen Ländern des Golf-Kooperationsrates.

RA Seifert ist Mitglied der Rechtsanwaltskammer Oldenburg in Niedersachsen und bei allen Amts-, Land- und Oberlandesgerichten in Deutschland sowie bei den Gerichten des Dubai International Financial Center und beim Dubai Tenancy Disputes Settlement Centre (Gericht für Mietrechtsstreitigkeiten) in den Vereinigten Arabischen Emiraten auftrittsberechtigt.

RA Seifert ist Ehrenmitglied der Association of Fellows and Legal Scholars of the Center for International Legal Studies in Salzburgund hat bislang über 30 verschiedene Abhandlungen zum Wirtschaftsrecht der VAE und anderer Länder des Golf-Kooperationsrates veröffentlicht.

Er ist u.a. Autor

• des Kapitels „United Arab Emirates“ in der Loseblattsammlung Inter­national Joint Ventures (LexisNexis Matthew Bender – ISBN 0-8205-2474-3)

• des Kapitels „Vereinigte Arabische Emirate“ im Handbuch des internationalen GmbH-Rechts (Zerb Verlag GmbH – ISBN 10: 3-935079-31-1)

• des Kapitels „Vereinigte Arabische Emirate / Dubai“ in Internationales­ ­Immobilienhandbuch – Erwerb, Besitz und Verkauf von Immobilien – Steuern und Erbrecht – Aufenthalt und Wohnsitznahme, 3. überarbeitete, erweiterte Auflage (Orell Füssli Verlag AG – ISBN 978-3-280-07044-4)

• sowie Co-Autor des Buches Business Guide Naher und Mittlerer Osten (Deutscher Wirtschaftsverlag – ISBN 3-87156-560-1).

Rechtsanwalt Jörg Seifert

Al Sharif Advocates & Legal Consultants

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Fax: +971-4-2628 111
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Internet: www.dubai-lawyer.com
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Discover Middle East Publications


Discover Middle East Publications

Der Herausgeber

Discover Middle East Publications ist ein in Dubai ansässiger Verlag, dessen Zielgruppe hauptsächlich deutschsprachige Bewohner der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sowie Geschäftsreisende und Touristen sind. Zu den regelmäßig erscheinenden Publikationen zählen ­„Discover ME“ und „Discover ­Germany“.

„Discover ME“ ist das erste deutschsprachige Kultur- und Wirtschaftsmagazin im Nahen Osten. Es erscheint alle zwei Monate in den VAE und ist auch in Deutschland per Abonnement erhältlich.

„Discover ME“ wird von deutschen Journalisten vor Ort produziert und liefert Informationen, Trends und Hintergrundberichte über das Leben in einem arabischen Land. Das Magazin versteht sich als Botschafter zwischen den Kulturen und möchte durch objektive Berichterstattung aus deutscher Sicht den Facettenreichtum des Nahen Ostens wiedergeben. Die Zeitschrift umfasst die Bereiche Wirtschaft, Kultur, Sport und Lebensart.

Das Hauptbüro von Discover Middle East Publications befindet sich in Dubai, zudem ist man in Abu Dhabi präsent. Der Verlag arbeitet eng mit deutschsprachigen Organisationen in den VAE zusammen. Außerdem bestehen Kooperationen mit der Deutschen Lufthansa und Etihad Airways, die Exemplare der Zeitschrift in der Business und First Class ihrer Flüge in den Nahen Osten anbieten. Die erste Ausgabe des Magazins erschien im Dezember 2006. Der Heftpreis beträgt 25 AED, umgerechnet zirka 5 Euro.

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1. Die Vereinigten Arabischen Emirate: Wirtschaftliche Eckdaten


1. Die Vereinigten Arabischen Emirate: Wirtschaftliche Eckdaten [1]

1.1 Investitionsklima

Längst sind die Vereinigten Arabischen Emirate zu einem der wichtigsten Wirtschaftszentren im Nahen und Mittleren Osten geworden und haben auch ihre internationale Bedeutung als Knotenpunkt des globalen Güter- und Finanzverkehrs konsolidieren können. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) möchten die Lücke schließen, die zwischen den großen Wirtschaftszentren in Europa und Asien klafft. Im Sinne der Diversifizierungs- und Modernisierungsbewegung in den VAE führt das Emirat Dubai die anderen an.

Das Land am Golf ist zu einer globalen Drehscheibe für Tourismus, Dienstleistungen und Waren geworden. Nicht nur in geografischer, sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht nimmt es eine optimale Position zwischen Europa, Asien und Afrika ein. Heute ist Dubai der drittgrößte Re-Export-Standort der Welt und neben dem zukünftig höchsten Büro­gebäude der Welt, dem ‚Burj 2020’, haben die VAE mit dem Dubai Inter­national Airport, welcher über ein Passagieraufkommen von 5 Mio. Reisenden pro Monat verfügt, den Flughafen mit dem zweithöchsten Passagieraufkommen der Welt. Dabei generiert sich der wirtschaftliche Wohlstand der VAE nicht ausschließlich aus den Ölressourcen, sondern auch aus einer nachhaltigen Diversifizierungsstrategie, die ausländische Investoren mit reizvollen Rahmenbedingungen anzieht. Die Erkenntnis zu diesem Vorgehen wurde auch nach den Negativerlebnissen aus der Wirtschaftskrise 2009 gezogen, die insbesondere das Emirat Dubai fast in den finanziellen Ruin geführt hätte. Mittlerweile hat sich die Wirtschaft aber von der Krise erholt und kann ein positives Wachstum verzeichnen. Der Dubai Strategic Plan 2015 hat trotz aller Widrigkeiten viele der gesetzten Ziele umsetzen können. Der Plan sieht die Lösung von verschiedenen alltäglichen Problemen, wie z.B. Verkehr, Mieterhöhung und die Situation von ausländischen Arbeitsmigranten vor. Sheikh Hamdan Bin Mohammed Bin Raschid Al Maktoum, Kronprinz von Dubai und Vorsitzender des Dubai Executive Council, gab bereits die Erarbeitung des Dubai Strategic Plan 2020 in Auftrag. Ziel ist es, auf den Erfolgen des vorhergehenden Plans für 2015 aufzubauen und in allen Sektoren höchste Qualität zu liefern.

Für die deutsche Wirtschaft sind die VAE mittlerweile der wichtigste Handelspartner in der Region, mit einem Absatz von 9,8 Mrd. Euro im Jahr 2012, womit sich das Handelsvolumen im Vergleich zu 2006 mit 5,4 Mrd. Euro fast verdoppelt hat. Deutschland ist für die VAE viertwichtigster Handelspartner mit einem Importanteil von 5,1 % im Jahr 2011, nach Indien (17,4 %), China (9,1 %) und den USA (8,8 %).

Dank der hohen Amortisierungsraten in einer aufstrebenden Wirtschaft ist der Standort Dubai hochinteressant für Anleger aus aller Welt. Dies gilt auch für deutsche Investoren, denn neben einem Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung existieren ebenfalls ein Abkommen zur Senkung der Einkommenssteuer, ein Investitionsschutzabkommen sowie ein Luftverkehrsabkommen zwischen den VAE und der Bundesrepublik. Die vielen Freihandelszonen schaffen günstige Bedingungen für Investoren und Unternehmer, bieten sie doch in der Regel 100 %ige Eigentumsrechte sowie Steuerfreiheit.

Nachfolgend werden einige wichtige Aspekte herausgegriffen, die die speziellen Entwicklungen und Herausforderungen an die Vereinten Arabischen Emirate beschreiben, um dann anschließend die Besonderheiten der einzelnen Emirate aufzuzeigen.

1.2 Wirtschaftliche Entwicklung

Enorme Umwälzungen haben seit Beginn der Erdölförderung in den 1960er Jahren die Wirtschaftsstruktur der VAE verändert. Basierte die emiratische Wirtschaft davor zumeist traditionell auf Fischerei und Perlenhandel sowie dem Karawanenhandeln, durchliefen die Emirate – basierend auf den Öleinnahmen – einen fundamentalen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel, wurden zu einem der wichtigsten Wirtschaftsstandorte der Welt und gelten als attraktiver Arbeits- und Geschäftsmarkt für ausländische Arbeitskräfte und Investoren.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) erreichte 2012 nominal US$ 383,8 Mrd. Unter Beachtung der Volkszählungsergebnisse aus demselben Jahr beträgt das BIP pro Kopf damit US$ 44.889. Nach Einschätzung der Zentralbank lag die Zahl der Einwohner der VAE 2006 bei rund 4,9 Mio., wobei sie sich 2012 auf 9,2 Mio. belief. Damit stieg die Bevölkerung innerhalb von nur sechs Jahren mit 87,8 % rasant an. Im Vergleich dazu waren es 1950 nur 0,1 Mio.

Die VAE, die über die viertgrößten Rohölreserven der Welt verfügen, zählen im internationalen Vergleich zu den interessantesten und attraktivsten Investitions­standorten. Zu den grundlegenden Tatsachen zählt, dass der föderativ organisierte Staat seinen sieben Emiraten bei der Gestaltung ihrer jeweiligen Wirtschaften große Spielräume gestattet. Dabei achten die Emirate jedoch darauf, dass ein gewisser Grundkonsens in den Bereichen Wirtschafts- und Investitionsrecht beibehalten wird.

Alle Emirate und ihre dortigen Regenten-Häuser verfolgen seit ihrer Unabhängigkeit 1971 ökonomisch ehrgeizige Entwicklungsziele. Mit der vorhandenen kleinen lokalen Bevölkerung ließ sich dies nicht bewerkstelligen. Daher wurden die Tore für den Zuzug ausländischer Arbeitskräfte und Geschäftsleute sehr weit geöffnet. Dies führte zu der weltweit einmaligen Situation, dass sich die nationale, lokale Bevölkerung gegenüber den zugewanderten Ausländern in einer Minderheitsposition befindet. Offizielle Daten darüber sind nicht verfügbar. Man spricht jedoch allgemein von einem Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung von rund 85 %. In Dubai liegt dieser Anteil bei etwa 90 %.

Der Industriesektor erbrachte 2012 geschätzte 60,5 % der Wirtschaftsleistung der VAE, wobei Erdöl und Erdgas den größten Anteil ausmachten. Auch der Dienstleistungssektor hat sich mit 38,8 % des BIP mittlerweile zu einer wesentlichen Säule der emiratischen Wirtschaft entwickelt.

Das Krisenjahr 2009 ging einher mit fallenden Ölpreisen und führte zu einem 20-prozentigen Rückgang der Exporte. Nach dem Krisenjahr 2009 erholte sich die Wirtschaft wieder, sodass die Wachstumsrate im Jahr 2012 4,4 % betrug, was auch der Prognose von 2014 entspricht.

Die Wirtschaft der VAE bleibt in erheblichem Umfang abhängig von Einnahmen aus der Erdöl- und Erdgas-Produktion. Abu Dhabi ist mit weitem Abstand zu allen anderen Emiraten der größte Öl- und Gasproduzent. Bei der Erwirtschaftung des BIP der VAE ist Abu Dhabi das wichtigste Emirat, gefolgt von Dubai an zweiter Stelle. Die kleineren Emirate spielen jeweils nur eine untergeordnete Rolle.

Wie in den anderen Staaten des Golfkooperationsrates (Gulf Cooperation Council, GCC: VAE, Bahrain, Saudi-Arabien, Kuwait, Oman und Katar) spielt auch in den VAE der öffentliche Sektor eine bedeutende Rolle in der Wirtschaft. Die Erdölbranche, die Großindustrie, wichtige Infrastruktur- und Verkehrseinrichtungen sowie mehrere Projektentwicklungsgesellschaften befinden sich in staatlicher Hand beziehungsweise unter Kontrolle der Regenten-Häuser der einzelnen Emirate. Alle Emirate fördern die industrielle Entwicklung. Sie sehen darin die effizienteste Möglichkeit, ihre wirtschaftlichen Tätigkeiten zu diversifizieren. Erst mit großem Abstand dazu erfolgt der Aufbau touristischer Strukturen. Die Ausnahme bildet dabei Dubai, wo sich rund 90 % aller touristischen Entwicklungsaktivitäten der VAE konzentrieren. Im letzten Jahrzehnt haben sich die VAE als einer der unternehmerfreundlichsten Standorte in der Region etabliert und liegen, im Index of Economic Freedom 2013 der Heritage Foundation, auf Platz 28 und damit nur einen Platz hinter Katar. Eingestuft auf Rang 12, rangiert Bahrain im Vergleich dazu auf einem hervorragenden Platz, wenngleich die politischen Konflikte das Investitionsklima in Bahrain getrübt haben dürften. Die weiteren Staaten des GCC rangieren auf Platz 45 (Oman), Platz 66 (Kuwait) und Platz 82 (Saudi-Arabien), Deutschland liegt auf Platz 19. Im Doing Business Report von 2014 der Weltbank erreichen die VAE einen respektablen 23. Rang und haben sich im Vergleich zum letztjährigen Bericht um drei Plätze verbessert. In der Kategorie „Steuerbefreiung“ liegen sie gar im Gesamtranking auf Platz 1.

1.3 Wirtschaftswachstum

Das Land investiert hauptsächlich in die Etablierung einer optimalen verkehrs- und versorgungstechnischen Infrastruktur, bei welcher der Bau von Straßen, See- und Flughäfen, Kraftwerken und Meerwasserentsalzungsanlagen im Vordergrund steht.

Ein weiteres staatliches Investitionsinteresse richtet sich auf den Aufbau diversifizierter Wirtschaftsstrukturen, bei denen v.a. das Emirat Dubai weltweit sichtbare Erfolge aufweisen kann. Aufgrund einer anhaltend sinkenden Erdölproduktion sah sich Dubai seit Anfang der 1990er Jahre veranlasst, gegenüber dem In- und Ausland eine expansive und angebotsorientierte Investitionspolitik einzuleiten. Dies geschah in den 1980er Jahren mit dem Bau des Hafens bei Jebel Ali und der sich daran anschließenden Freihandelszone mit dem gleichen Namen.

Ein sich bis 2009 auf Rekordkurs befindliches Wirtschaftswachstum deutete auf eine zunehmende Entkoppelung der Volkswirtschaften der VAE und des Golfs von den „entwickelten“, aber rezessionsgefährdeten Märkten der USA und Europas. Doch die Volkswirtschaften am Golf hatten zunehmend mit der sich beschleunigenden Preissteigerung zu kämpfen. Nach 9 % im Jahr 2006 belief sich die Inflation 2007 und 2008 auf 10-14 %. Preistreiber waren einerseits Mieten, Baumaterialien, Nahrungsmittel sowie Löhne (vor allem für qualifiziertes Personal), also alle in einer Hochkonjunktur knappen Produktionsfaktoren. Nach dem Krisenjahr im Jahr 2009 gelang es den VAE sich von der hohen Inflation zu erholen. 2012 betrug sie laut Schätzungen 0,7 % und im Jahr 2013 1,5 %.

Die Wirtschafts- und Finanzkrise – zusammen mit dem Platzen der Immobilienblase im Jahr 2009 – traf die VAE unvorbereitet. Insbesondere Dubai stand kurz vor der Pleite. Doch die wieder steigenden Ölpreise sowie gewaltige Investitionen in Infrastruktur, Industrie und Tourismus, ein positives Konsumklima sowie zuletzt geringer eingestufte geopolitische Risiken halfen den VAE aus der Rezession.

1.4 Wirtschaftliche Beziehungen zu Deutschland

Geprägt sind die Beziehungen zwischen Deutschland und den VAE durch eine strategische Partnerschaft, die noch unter der Regierung des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder (1998-2005) geschlossen wurde. Beide Länder streben auf vielen Gebieten – Politik, Gesundheit, Bildung – eine enge Kooperation an. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisten die gegenseitigen Besuche hochrangiger Politiker. Für Deutschland sind die VAE mit Abstand der wichtigste Handelspartner in der arabischen Welt. Die Handelsbeziehungen sind durch die Exporte geprägt, doch seit Jahrzehnten durch ein extremes Ungleichgewicht gekennzeichnet: Deutschland bezieht kein Rohöl aus den VAE, so dass die Lieferungen der VAE nach Deutschland insgesamt gering ausfallen. Sie bestehen aus einigen industriellen Halbwaren, wie z.B. Aluminium oder Aluminiumlegierungen und textilen Enderzeugnissen, die aus nationalen Produktionen stammen. Der überwiegende Teil setzt sich aber aus reexportierten Produkten verschiedenster Art zusammen.

Im Jahr 2011 exportierten die VAE Waren im Wert von rund 1,03 Mrd. Euro nach Deutschland. Im Jahre 2012 sank dieser Wert – auch in Folge des „Arabischen Frühlings“ – auf rund 778,2 Mio. Euro. Die deutschen Exporte in die VAE erreichten 2012 rund 9,8 Mrd. Euro, wobei sie im Jahr 2002 noch bei lediglich etwa 3,07 Mrd. Euro lagen und sich innerhalb eines Jahrzehnts somit mehr als verdreifachten. Der Schwerpunkt der deutschen Lieferungen liegt deutlich im Bereich der Investitionsgüter, wobei elektrotechnische Ausstattungen, Maschinen, Pkws, Nutzfahrzeuge, Kfz-Teile und vollständige Fabrikationsanlagen eine herausragende Rolle spielen. Eine Folge des schwachen Dollars und damit auch schwachen Dirhams jedoch zeigte sich in dem 2007 rückläufigen Exportwachstum. Doch dies scheint sich soweit wieder erholt zu haben: im Jahr 2012 wurde ein 30-prozentiges Wachstum im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet.

1.5 Marktentwicklung

Das Land ist dabei, einen eigenständigen Industriesektor, eine Tourismus- und auch eine Nahrungsmittelwirtschaft aufzubauen, da sich die VAE in Zukunft von ausländischen Importen und Produkten unabhängiger aufstellen wollen. Derzeit wird ein Großteil der Waren eingeführt, die inländische Produktion kann die steigenden Ansprüche der Bevölkerung nur geringfügig erfüllen.

Insbesondere für Baumaterialien, Baumaschinen, elektrotechnische Einrichtungen und Nutzfahrzeuge bieten sich daher weiterhin enorme Absatzmöglichkeiten. Gleiches gilt für die Innenausstattungen von Hotels mit Küchen, Aufzügen, anderen Transporteinrichtungen und verschiedenen Heimtextilien.

In der metallverarbeitenden Industrie, der Textilindustrie, der Chemieindustrie und der holzverarbeitenden Industrie sehen die Verhältnisse nicht viel anders aus. Auch Ersatzteile und Wartungseinrichtungen müssen importiert werden. Zumeist kommen auch die Teile für Kraftwerke und Meerwasserentsalzungsanlagen aus dem Ausland.

Aber nicht nur für Industrie- oder Konsumgüter sind die Marktpotenziale in den VAE enorm, sondern auch für Dienstleistungen verschiedenster Art. Überall ist ein hoher Beratungs- und Planungsbedarf gefragt. Ausländische Planungsunternehmen entwerfen ganze Stadtteile, Wasserverteilungssysteme, Kraftwerksanlagen usw. und Versorgungsbetriebe können nur mit einem guten ausländischen Management zufriedenstellend funktionieren, da dieses nicht aus der relativ kleinen, lokalen Bevölkerungsbasis rekrutiert werden kann. Daher versuchen die VAE, die Position lokaler Firmen zu stärken und sie mehr an einheimischen Projekten zu beteiligen.

Ingenieur- und Architektendienste sind notwendig zur Errichtung gewerblicher Gebäude, von anspruchsvollen Villen und Freizeitanlagen. Benötigt werden Designer, Fachärzte, Anwälte, Wirtschaftsprüfer, Labordienste für verschiedene medizinische und technische Zwecke, Finanzberater und tausende unterschiedliche Dienstleister im Tourismusgewerbe. Sie alle tragen indirekt dazu bei, dass auch die Nachfrage nach Gütern steigt.

1.6 Politisches System

In den VAE wird der Hohe Rat, dessen Mitglieder die Regenten der einzelnen Emirate sind, vom Regenten von Abu Dhabi geführt. Der Hohe Rat hat die höchste Autorität im Staat und ernennt den Premierminister, welcher traditionell der Regent von Dubai ist. Die Emirate können eigene Gesetze verabschieden, sofern diese nicht gegen bestehende Bundesgesetze verstoßen. Die Sharia (das islamische Recht), die kein in sich geschlossenes Rechtssystem ist, sondern sich im Wesentlichen auf historisch überlieferte Rechtsquellen (d.h. auf den Koran und die Sunna, die Überlieferungen des Propheten Muhammad) stützt, wird grundsätzlich nur noch in Familien- und Erbrechtsangelegenheiten angewandt. Auf allen anderen Rechtsgebieten gelten nahezu ausnahmslos Bundes- oder Emiratsgesetze. Deren Wurzeln sind auf das ägyptische Recht zurückzuführen, welches seinerseits auf dem französischen Recht beruht.

Die Auswirkungen bundesstaatlicher Regelungen sind in den VAE nicht besonders spürbar. Es fehlt die Macht zur Durchsetzung. Jedes Emirat und damit auch die jeweiligen Regenten-Familien verfügen über ein großes Maß an Autonomie. Jedes Emirat hat seinen eigenen öffentlichen Dienst. In Abu Dhabi und Dubai bestehen große Behörden für Wirtschaft und öffentliche Arbeiten. Abu Dhabi verfügt sogar über einen nationalen Konsultativrat, der sich aus den Chefs der verschiedenen Behörden zusammensetzt. So ist jedes Emirat voll verantwortlich für die Bereiche Zivilluftfahrt, Rohöl/Naturgas, innere Sicherheit, Finanzen, Investitionen und Wirtschaftspolitik.

Der Ausbruch des „Arabischen Frühlings“ im Dezember 2010 und die anschließenden politischen Umstürze in Tunesien, Ägypten und Libyen sowie der andauernde Bürgerkrieg in Syrien haben auch die Regenten der VAE für politische Unzufriedenheit sensibilisiert. Zwar ist es bislang nicht zu großflächigen Protesten oder Demonstrationen gekommen und auch die Regenten-Häuser der verschiedenen Emirate kooperieren weitgehend konfliktfrei miteinander, doch insbesondere die Proteste in Bahrain haben den Regenten der VAE vor Augen geführt, dass sie die politischen und wirtschaftlichen Forderungen und die gestiegenen Ansprüche ihrer Bevölkerung auch zukünftig erfüllen müssen, um ihre eigene Machtlegitimation zu konsolidieren. Bislang muss sich die politische Elite nur einer marginalen und zersplitterten Opposition stellen, die allerdings durch die Strahlkraft des „Arabischen Frühlings“ ihre politischen Forderungen nach mehr Liberalisierung und politischer Freiheit mutiger formulierte, doch ohne dabei nachhaltige Erfolge zu erringen. Die Emire sind weiterhin beliebt und gelten teilweise als Vorbilder für die gebürtigen Emiratis in Fragen der Mode oder des Lifestyles. Im Vergleich zu den anderen Golfstaaten zeigen sich die VAE daher sehr stabil, wenngleich die wirtschaftlichen Disparitäten zwischen den wohlhabenderen Emiraten wie Dubai und Abu Dhabi zu den anderen Emiraten zukünftig klug austariert werden müssen, um Unzufriedenheit zu vermeiden. Weiterhin hat sich das ölreiche Abu Dhabi als starke Führungskraft innerhalb der Föderation behauptet, da Dubai nach der Finanzkrise, die nur mit massiver Unterstützung Abu Dhabis überwunden werden konnte, an politischem Einfluss eingebüßt hat. Aufgrund des massiven Modernisierungskurses des letzten Jahrzehnts, die zunehmend als Kommerzialisierung und Verwestlichung wahrgenommen wird, hat jedoch eine intensive Debatte um Überfremdung und Bewahrung der eigenen Kultur und Tradition innerhalb der emiratischen Bevölkerung begonnen, der die Regenten mit einer verstärkten Konzentration auf Kultur- und Identitätspolitik begegnen.

Weiterhin zeigt sich, wie pragmatisch die VAE mit außenpolitischen Fragen umgehen: Obwohl Saudi-Arabien, das größte und politisch einflussreichste Land des GCC, traditionell eine gegen den Iran gerichtete Hegemonialpolitik verfolgt und auch die anderen arabischen Golfstaaten unter Druck setzt diesen Kurs zu unterstützen, unterhalten die VAE pragmatische Wirtschaftsbeziehungen zu Iran und betrachten auch die vorsichtigen Annäherungen zwischen den USA und der Administration im Iran um den neu gewählten Präsidenten Hassan Rohani mit vorsichtigem Wohlwollen. Aufgrund ihrer wirtschaftlichen Potenz ist es den VAE so möglich, sich in ihrer Außenpolitik, die vor allem an wirtschaftspolitischen Interessen ausgerichtet wird, vom saudischen Einfluss zu emanzipieren, wenngleich das Königreich – aufgrund seiner Größe und einer Bevölkerung von 28 Mio. Einwohnern bzw. seiner Reputation als Führungskraft des sunnitischen Islams und „Hüter der beiden Heiligen Stätten“ Mekka und Medina – ein wichtiger Partner der VAE bleiben wird.

1.7 Dubai

Das zweitgrößte der sieben Emirate hat sich seit den 1970er Jahren zum wirtschaftlichen Schrittmacher der ganzen Golfregion entwickelt. Mit nur geringen Reserven an Erdöl ausgestattet, begann Dubai schon früh mit der Diversifizierung seiner Wirtschaft. Im Mittelpunkt standen dabei zunächst Handel, Logistik und damit verbundene Dienstleistungen, womit Dubai an seine Tradition als Hafenstadt und regionaler Umschlagplatz anknüpfte – nun aber ganz andere Dimensionen vor Augen hatte.

Zusammen mit gut ausgebauten Straßen, Kraftwerken und Meerwasser­entsalzungsanlagen schufen die internationalen Verkehrsknoten die Vor­aus­setzungen für die Anlage von Gewerbegebieten, Bürozentren und Tourismuseinrichtungen. Steuerfreiheit und der Status der Freihandelszone, den die meisten Industriegebiete besitzen, trugen ein Übriges dazu bei, Investoren in die arabische Wüste zu locken. Der internationale Erfolg dieser Investitionspolitik war und ist enorm. Dubai gilt heute neben Singapur und Hongkong als eine der wichtigsten und modernsten Handelsdrehscheiben der Welt. Aus deutscher Sicht gehört Dubai außerdem mit zu den wichtigsten Messestandorten. 2013 wurden alleine über 22 Messen ins Auslandsmesseprogramm aufgenommen und werden dementsprechend unterstützt.

Trotz immer wieder aufkommender Zweifel gelang es Dubai, sich als regionale Handelsdrehscheibe, als Logistikzentrum, Reiseziel, Finanzplatz und Firmensitz zu etablieren. In den Freihandelszonen erhalten nun Handelsniederlassungen und Industriebetriebe, spezialisierte Dienstleister wie Softwareentwickler oder Einrichtungen des Gesundheitssektors sowie Medienunternehmen und Kulturschaffende in immer größerem Ausmaß geförderte Ansiedlungsmöglich­keiten. Mittlerweile wird das Modell von fast allen Nachbarstaaten mehr oder weniger kopiert, leidet aber auch etwas am eigenen Erfolg. Die Verkehrsinfrastruktur steht am Rande des Kollapses, stetig steigende Immobilienpreise haben in den Jahren vor 2009 die Inflation in die Höhe schnellen lassen. Dubai versuchte durch verschiedene Bauprojekte wieder Herr der Lage zu werden. So wurde beispielsweise ein Metronetz für straßenunabhängige Verbindungen geplant und befindet sich teilweise noch im Bau.

Um den Immobilienmarkt zu entspannen, wurden zigtausend neue Wohneinheiten gebaut, was jedoch unter anderem zur Entstehung einer Immoblilienblase führte, die 2009 mit voller Wucht platzte und Dubai in eine ernsthafte Krise stürzte. Drei Jahre dauerte die Krise an, doch inzwischen befindet sich das Emirat wieder auf dem Weg der Besserung. Insbesondere mit der in Dubai stattfindenden Expo 2020 rechnet sich das Emirat einen hohen Wachstumsaufschwung aus.

Dubai nimmt in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht innerhalb der Föderation den zweiten Platz nach Abu Dhabi ein. Dies kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Dubai weit entfernt von allen anderen Emiraten eine dynamische Wirtschaftsentwicklung mit hohem internationalem Profil aufweist. Dubai mit seiner boomenden Tourismusindustrie, seinem Handelssektor, seiner sich erholenden Immobilienwirtschaft, seinem Medien- und Telekommunikationssektor sowie seiner prosperierenden Verarbeitungsindustrie stellt jeden anderen Wirtschaftsstandort im Mittleren Osten in den Schatten.

1.7.1 Investitionspläne und -vorhaben

Im Mittelpunkt des 2007 vorgelegten Dubai Strategic Plan 2015 stehen Bereiche, in denen Dubai Wettbewerbsvorteile für sich sieht: Tourismus, Handel, Transport und Logistik, Bauwirtschaft und Finanzdienstleistungen. Als wichtige Vorleistungen für die Verwirklichung der Ziele stellt der Plan den umfangreichen Ausbau der Infrastruktur sowie die höhere Partizipation der einheimischen Bürger des Emirats in den Vordergrund. Ebenso sah er ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 11,2 % jährlich vor, welches vor 2009 durchaus möglich erschien. Die darauf folgende Finanzkrise machte diese Zielsetzung jedoch nicht mehr realistisch. Dennoch ist Dubai auf einem guten Weg, viele seiner gesetzten Ziele – besonders im Bereich der Infrastruktur – zu realisieren. In den letzten Jahren wurden viele verschiedene Bauprojekte zur Verbesserung der Infrastruktur und Immobilienlage geplant und durchgeführt. Mit dem Abschluss von Umschuldungsverhandlungen über rund US$ 25 Mrd. hat das Emirat eine wichtige Voraussetzung zur vorläufigen Entspannung in seiner Schuldenkrise und für die Rückkehr ausländischer Investoren geschaffen.

Als Gastgeber der Expo 2020 sehen die Prognosen für die nächsten Jahre deutlich besser aus als dies in den letzten Jahren der Fall war. Die Veranstaltung wird auch frischen Wind in die Investitionspläne des Emirats bringen, besonders für den Tourismus- und Bausektor. Es wird mit positiven Auswirkungen von rund US$ 23 Mrd. auf die Wirtschaft des Emirats gerechnet. Für die Dauer der Expo 2020, d.h. über einen Zeitraum von sechs Monaten, werden 25 Mio. Besucher erwartet, 70 % davon aus dem Ausland. Die Veranstaltung soll dazu führen, dass bis 2020 81.000 neue Hotelzimmer und zwischen 2013 und 2021 277.000 neue Arbeitsstellen entstehen werden. Scheich Mohammed Bin Rashid Al Maktoum bezeichnete den strategischen Plan bei seiner Vorstellung als Kompass, der insbesondere den Privatsektor dazu anregen soll, an entsprechenden Programmen teilzunehmen.

1.7.2 Idee der Freihandelszonen / Freizonen und Gewerbegebiete

Freihandelszonen in Dubai entstanden auch aufgrund der Tatsache, dass über eine Reform der rückständigen nationalen Wirtschaftsgesetzgebung keine Einigung erzielt werden konnte. Charakteristisch für alle Freizonen ist, dass dort überwiegend Handelsunternehmen und weniger Industriebetriebe angesiedelt sind. In den Freizonen dominieren ausländische Unternehmen als Investoren. Sie bieten die Möglichkeit, die zum Teil restriktiven Auflagen in den Emiraten selbst zu umgehen. Aus Sicht der VAE, insbesondere Dubais, stellen die Freizonen eine wesentliche Stütze der Diversifizierung der Wirtschaft dar.

In der Regel werden Büro- und Betriebsgebäude schlüsselfertig zur Verfügung gestellt und es existiert ein breites Angebot an Serviceleistungen. In den Freizonen ist, im Gegensatz zum übrigen Staatsgebiet, keine Mehrheitsbeteiligung eines einheimischen Partners notwendig. Ein Importzoll fällt nicht an. Günstige Gebühren für Energie und Wasser und moderne Kommunikationseinrichtungen halten den Zeit- und Kostenaufwand gering.

Wirtschaftliche Aktivitäten außerhalb der Sondergebiete sind, mit Ausnahme von reinen Begleittätigkeiten, für die dort ansässigen Unternehmen geneh­migungspflichtig. Auf dem Territorium der VAE gelten auch für sie die dortigen Bestimmungen, etwa des Handelsvertreterrechtes und des Gesellschaftsgesetzes sowie die Regelungen für Import und Export. Außerdem ist für jede Geschäftstätigkeit ein nationaler Sponsor notwendig, der am Umsatz oder Gewinn beteiligt werden will.

1.8 Abu Dhabi

Das Emirat Abu Dhabi ist mit weitem Abstand der größte der sieben Teilstaaten der Föderation. Es nimmt etwa 87 % der Fläche des Gesamtstaates ein und ist einer der weltweit wichtigsten Erdölproduzenten. Die Einnahmen aus der Förderung von Kohlenwasserstoffen in Abu Dhabi sind auch die wirtschaftliche Grundlage für die Entwicklung der kleineren Gliedstaaten, die über Zuweisungen aus dem Bundesetat mitprofitieren. Etwa ein Drittel der Bevölkerung der VAE lebt in Abu Dhabi.

Abu Dhabi verfügt mit mehr als 90 Mrd. Barrel über rund 8 % der weltweiten Erdölreserven und fördert täglich im Durchschnitt 2,5 Mio. Fass (3 % der Weltproduktion). Über ein Versiegen dieser Einnahmequelle braucht sich das Emirat also zunächst keine Sorgen zu machen. Dennoch legt der Abu Dhabi Economic Vision 2030 Plan besonderen Fokus auf die Diversifizierung der ökonomischen Basis. Der Anteil des Nicht-Öl-Sektors soll in den nächsten Jahren ansteigen und 2020 56 % erreichen. Insbesondere die Industrie soll gestärkt werden. Tourismus, Handel und Logistik sieht die Regierung aber ebenso als wichtige Zukunftsbereiche an. Damit entwickelt sich eine zunehmende Rivalität unter den einzelnen Emiraten der VAE, speziell zwischen Abu Dhabi und Dubai.

Eine bedeutende Rolle spielen Erdöl und Erdgas auch als Rohstoff für die verarbeitende Industrie Abu Dhabis. Die Kapazität der beiden Raffinerien des Emirats in Al Ruwais und Umm Al Nar soll als Grundlage für den Ausbau der petrochemischen Industrie erweitert werden. Als Hauptstadt der VAE vereint Abu Dhabi einen großen Teil der Verwaltungsfunktionen des Landes. Regierungsnahe Dienstleistungen finden sich deshalb eher im größten Emirat, unternehmensnahe Serviceunternehmen in höherer Zahl im benachbarten Dubai.

Aufgrund seiner demografischen und ökonomischen Stärke spielt Abu Dhabi die Rolle des Financiers innerhalb der Föderation. Dubai beteiligt sich so gut wie kaum an der Finanzierung bundesstaatlicher Aufgaben. Abu Dhabi sorgt dafür, dass in den kleineren Emiraten ein hoher Lebens- und Sicherheitsstandard besteht, den diese aus eigener Kraft nie erlangen könnten. Auf der anderen Seite stärken die kleineren Emirate auch das politische Gewicht von Abu Dhabi in der Föderation und fördern damit die Führungsposition Abu Dhabis. Unter wirtschaftlichen Aspekten sind diese Verhältnisse von großer Relevanz.

1.8.1 Investitionspläne und -vorhaben

Abu Dhabi hatte bis 2012 Investitionen im Gesamtumfang von US$ 170 Mrd. geplant. Auf der „Abu Dhabi Conference“ stellte der Vorsitzende der Wirtschafts- und Planungsbehörde des Teilstaates im November 2006 eine Vielzahl von Projekten vor. Bei seinen Diversifizierungsanstrengungen setzt das Emirat vor allem auf energie- und kapitalintensive Industriezweige. Aluminium, Stahl und Petrochemie stehen ebenso auf der Agenda wie die Erhöhung der Raffineriekapazitäten. Notwendige Infrastrukturinvestitionen, vor allem in die Stromerzeugung und -verteilung sowie die Wasseraufbereitung, aber auch in Hafenanlagen und Industriezonen, begleiten die Projekte. Sie werden zusammen mit umfangreichen Immobilienvorhaben die Baukonjunktur in Schwung halten.

Für den Luftverkehr wurde mit der Abu Dhabi Airports Company eine neue Entwicklungsgesellschaft gegründet. Sie vollendete, als wichtigstes Projekt bis 2013, die Erweiterung des größten Flughafens des Emirats. Der Abu Dhabi International Airport (ADIA) erhielt einen dritten Passagierterminal, der die Jahreskapazität von 15 auf 30 Mio. Fluggäste steigerte, und einen eigenen Luftfrachtbereich für die ortsansässige Fluglinie Etihad. Zwischen 2006 und 2011 ist die Anzahl der Passagiere mit einer jährlichen Wachstumsrate von 18,5 % gestiegen. Zusätzlich konnte der ADIA 2012 sechs weitere Fluggesellschaften für den Standort gewinnen, darunter RAK Airlines, Alitalia und Rotana Jet.

Im Rahmen der Masdar-Initiative wendet sich Abu Dhabi der Nutzung alternativer Energien zu. Im Zentrum der Aktivitäten stehen drei Vorhaben: Kohlendioxid soll – gefiltert von Kraftwerken, Industriebetrieben und Anlagen des Erdöl- und Erdgassektors – zur Wiedereinleitung in Förderquellen verwendet werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Trennung von Erdgas in Kohlendioxid einerseits und Wasserstoff andererseits. Dieser könnte dann zur Energieerzeugung genutzt werden. Ein drittes Feld ist der Bau von Solarkraftwerken.

Abu Dhabi will in der Tourismusförderung etwas andere Wege einschlagen als das Nachbar-Emirat Dubai. So sollen in den nächsten Jahren mehrere international renommierte Kunstmuseen ihre Pforten am Golf öffnen, wie beispielsweise der vom Stararchitekten Jean Nouvel entworfene Louvre Abu Dhabi. Das Museum ist Teil des Sadiyaat Cultural District und wird voraussichtlich im Dezember 2015 eröffnet.

1.8.2 Freizonen und Gewerbegebiete

Abu Dhabi verfügt nur über wenige Freihandelszonen, unter anderem die Abu Dhabi Airport Free Zone und Masdar City Free Zone and Science and Technology Park. Die Masdar City Free Zone bietet Unternehmen neben 100 % Eigentümerschaft auch die Befreiung von Steuerzahlungen auf Importe und Exporte sowie auch auf das Einkommen. Aufgrund einer breit angelegten Privatisierungspolitik im Bereich der Versorgungswirtschaft sind viele Kraftwerke, Meerwasserentsalzungsanlagen und die Abwasserklärung unter private Regie gefallen. Dies ist in Form von Betreibermodellen geschehen, bei denen eine substanzielle Beteiligung ausländischer Unternehmen ausdrücklich erwünscht war.

Während die Einrichtungen des Erdölsektors in fast allen Landesteilen zu finden sind, konzentriert Abu Dhabi seine Nicht-Öl-Industrie an wenigen Standorten. Etwa 350 Betriebe der unterschiedlichsten Zweige befinden sich in der Industrial City of Abu Dhabi (ICAD) in Mussafah, 30 km vom Stadtzentrum der Hauptstadt entfernt. Führende Branche ist mit 23 % der Betriebe die metallverarbeitende Industrie, gefolgt von Herstellern von Baumaterialien mit 21 %, Produkten aus Fiberglas mit 16 % und dem petrochemischen Sektor mit 10 %. Der Nahrungsmittelindustrie sind 8 % der Betriebe der ICAD zuzurechnen, 6,5 % der Computerbranche und 4 % dem Bereich Textilien und Bekleidung.

1.9 Sharjah

Sharjah, das drittgrößte Emirat, schließt sich nördlich an das Emirat Dubai an und steht etwas im Schatten des größeren Nachbarn. Das Siedlungsgebiet der beiden gleichnamigen Hauptorte geht gleitend ineinander über; die überaus hohe Verkehrsdichte auf den Verbindungsstraßen spiegelt die enge Verflechtung der beiden Teilstaaten wider. Sharjah ist aber nicht nur Wohnstadt für Dubai, sondern hat auch durchaus eine breite lokale Wirtschaftsbasis.

Das Emirat ist Schwerpunkt der Leichtindustrie der VAE – Lebensmittel, Textilien, Elektroteile usw. werden in den Gewerbezonen Sharjahs produziert. Hier entstand der erste, voll ausgerüstete Containerhafen der gesamten Region. Auch der Flughafen der Stadt weist zahlreiche internationale Verbindungen auf. Sharjah versucht sich wie Dubai auf der Landkarte der Reiseziele zu etablieren, kann aber aufgrund der geringeren Geldmittel nicht mit ebenso viel Aufmerksamkeit erregenden Attraktionen aufwarten wie das Nachbaremirat.

Innerhalb der VAE gilt Sharjah als kulturelles Zentrum, muss sich aber auch auf diesem Feld gegen die interne Konkurrenz wehren. Bisher findet hier die wichtigste Buchmesse der Golfregion statt, es gibt ein jährliches Kulturfestival und die einzige Kunsthochschule der Arabischen Halbinsel.

1.9.1 Investitionspläne und -vorhaben

Wie Dubai besitzt auch Sharjah nur geringe Erdölreserven. Schon ähnlich früh hat die politische Führung deshalb begonnen, den vorhandenen Hafen um moderne Anlagen zu erweitern, Investoren für Industriezonen anzuwerben und sich so als lokales Produktionszentrum zu etablieren. Schwerpunkte sind unter anderem das Textil- und das Nahrungsmittelgewerbe. Mittlerweile stellt Sharjah das industriell stärkste Emirat der VAE dar und konnte 2010 einen Zuwachs von 7,1 % an neuen und erneuerten Unternehmenslizenzen im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen. Auch in Sharjah ist die Zahl der ausländischen Arbeitskräfte hoch. Zusammen mit den in dem Emirat wohnenden Berufspendlern nach Dubai ergibt sich so eine weit über die einheimische Bevölkerung hinausgehende Nachfrage.

Shopping Malls internationalen Zuschnitts ergänzen die Geschäfte der vielen Groß- und Einzelhändler. Mit günstigeren Angeboten für Strand- und Wüstenferien sowie neuen Hotels, Restaurants und Freizeitattraktionen versucht Sharjah, am Tourismusboom anderer Emirate zu partizipieren.

1.9.2 Freizonen und Gewerbegebiete

Sharjah verfügt über insgesamt 19 Industriegebiete. Dort sind überwiegend kleine und mittelständische Unternehmen vertreten. Ein Vorteil ist, dass die laufenden Kosten in dem kleinen Emirat deutlich geringer ausfallen als im benachbarten Dubai. Fast alle dieser Areale stehen Unternehmen aus verschiedenen Branchen offen. Das Modell der auf einzelne Branchen spezialisierten Freihandelszonen hat in Sharjah bislang wenig Nachahmung gefunden. Mit der Hamriyah Free Zone und der Sharjah Airport International Free Zone besitzt das Emirat zwei Freihandelszonen.

1.10 Ras Al Khaimah

Das nördlichste der sieben Emirate ist zusammen mit dem an der Ostküste gelegenen Fujairah das zugleich gebirgigste. Auf seinem Territorium liegt der mit 1.527 m höchste Berg der VAE, der Jabal Yibir. Die Kulisse des Hajar-Gebirges gibt der Landschaft Ras Al Khaimahs besonderen Reiz, der verstärkt Touristen anlocken soll. Die Wirtschaftszweige Landwirtschaft und Fischerei sind hier noch gut sichtbar und geben dem Emirat ein traditionelleres Gesicht.

Mit rund 100 Betrieben ist der kleine Teilstaat aber auch relativ stark industrialisiert. Etwa ein Drittel der Unternehmen produzieren auf Basis lokaler Rohstoffe Zement; die Branche beschäftigt zwei Drittel der Arbeitnehmer in der Industrie Ras Al Khaimahs. Zahlreiche Infrastrukturprojekte für die wachsende Bevölkerung steigern die Nachfrage nach Stahl- und Metallprodukten.

Ras Al Khaimah verfügt nur über geringe Vorkommen an Öl und Gas. Lediglich vier Prozent des BIP stammen aus diesem Sektor. Wichtiger für die Wirtschaft des Emirats sind andere Rohstoffe wie Kalkstein sowie Eisen-, Chrom- und Kupfererze als Basis einer einheimischen Grundstoffindustrie. Etwa 60 % der Wirtschaftsleistung wird von Dienstleistungen erbracht. Durch die Förderung des Gesundheits- und des Bildungssektors wird dieser Anteil in den nächsten Jahren voraussichtlich noch zunehmen. Ras Al Khaimah ist für seine weltweit größte Keramik-Produktionsstelle bekannt, doch auch der Glassektor profitiert stark von den lokal reichlich geförderten Rohstoffen. Als Schlüsselbranche hat Ras Al Khaimah ebenfalls den Fremdenverkehr entdeckt und plant analog zum Vorreiter Dubai mehrere Tourismuszentren, zum Teil auch auf künstlichen Inseln angelegt. Die Zahl der Hotelzimmer soll bis 2016 von knapp 3.000 auf 10.000 angehoben werden. In die Verbesserung der Infrastruktur wurde bislang ebenfalls viel investiert.

1.10.1 Investitionspläne und -vorhaben

Nach Einschätzung des Ras Al Khaimah Investment and Development Office werden in den kommenden Jahren etwa 60 % der das Emirat erreichenden Investitionen in Tourismus-, Freizeit- und Immobilienprojekte gehen. Immerhin 40 % bleiben demnach für die Entwicklung der Industrie übrig.

Ras Al Khaimah sieht im Tourismus einen wesentlichen Wachstumsfaktor. 2011 zog das Emirat ca. 835.000 Reisende im Jahr an, mit Aussicht auf einen Anstieg auf über eine Million Besucher in den nächsten Jahren. Für das Jahr 2013 hatte die Regierung ein Budget von US$ 500 Mio. für den Tourismussektor veranschlagt. Neben einer verbesserten Infrastruktur und neuen Hotels sollen auch Unterkünfte anderer Art errichtet werden.

1.10.2 Freizonen und Gewerbegebiete

In der Ras Al Khaimah Free Trade Zone haben sich seit ihrer Gründung im Jahr 2000 nach offiziellen Angaben 4.500 Unternehmen aus 106 unterschiedlichen Ländern niedergelassen. Die Verwaltung der Freihandelszonen hat auf die schwunghafte Nachfrage nach Gewerbeflächen mit dem Bau weiterer 400 Lager- und Fabrikhallen reagiert.

1.11 Fujairah

Fujairah nutzt seine Lage am Golf von Oman und seinen Anteil am Hajar-Gebirge auch für die Setzung wirtschaftlicher Schwerpunkte. Wie in Ras Al Khaimah bieten die Steinbrüche in den Bergen die Grundlage für die Baustoffindustrie. Rund um den bedeutenden Bunkerhafen entstehen Erdöl- und Erdgasaufbereitungsanlagen. Das östlichste Emirat beherbergt außerdem eine der größten Plastikfolienfabriken der VAE.

An den Hafen geknüpft sind verschiedenste maritime Dienstleistungen wie Schiffsausrüster, Schiffsreparaturwerkstätten, Ersatzteilhandel und Schiffsinspektionen. Der Flughafen soll bis 2025 eine Erweiterung mit einer neuen Lagerhalle sowie zwei neue Terminals für Passagiere und Fracht erhalten. Zusätzlich soll der Fokus auf die Lagerung und Instandhaltung von Flugzeugen gelegt werden. Dafür werden Parkmöglichkeiten für über 50 Flugzeuge sowie eine Wartungshalle für Boeing und Airbus-Flugzeuge geplant.

Touristisch bietet das Emirat ebenfalls einen lohnenden Standort. Die Fischerdörfer werden von Badebuchten mit Sandstränden gesäumt, die auch in Fujairah in Zukunft noch stärker touristisch genutzt werden sollen. Der Zugang zum offenen Ozean bietet Sportfischern und Surfern Möglichkeiten, die an der Golfküste begrenzt sind.

1.12 Ajman

Das flächenmäßig kleinste der sieben Emirate schließt sich unmittelbar nördlich an Sharjah-Stadt an und bildet somit einen Teil der Agglomeration Dubai. Zunehmend werden die beiden kleineren Emirate des Ballungsraums wegen der immer weiter steigenden Mieten in Dubai als alternative Wohnorte gewählt. Das Bevölkerungswachstum schafft daher, wie die bessere Verkehrsanbindung an die großen Zentren, auch neue Möglichkeiten für die lokale Entwicklung.

Das kleine Ajman profitiert vom Boom in den Nachbaremiraten. Auch hier gelang es, mit der Einrichtung einer Freihandelszone, Produktions- und Dienstleistungsbetriebe verschiedenster Branchen anzusiedeln. Die meisten Betriebe existieren in den Branchen Textilien und Bekleidung sowie Chemie; gemessen an den Umsätzen steht die metallverarbeitende Industrie an der Spitze vor den Herstellern chemischer Erzeugnisse und dem Nahrungsmittelgewerbe. Die größten Komponenten des Exports, welche 2011 einen Anstieg von 32 % verzeichnen konnten, sind Plastikprodukte und chemische Erzeugnisse. Die verarbeitende Industrie macht 37 % des BIP von Ajman aus, gefolgt vom Bausektor mit 15 %.

Entwicklungschancen sieht Ajman in der Besetzung von Nischen im Tourismus und in einzelnen Geschäftsfeldern. Diese Vorgehensweise erscheint realistisch, ist doch das Emirat von der Größe, Lage und Wirtschaftskraft her eher Ergänzung als Konkurrenz zu Dubai. Günstige Mieten und Lohnkosten kommen ihm dabei zupass.

1.12.1 Investitionspläne und -vorhaben

Ajman nutzt derzeit seine Lage am Nordrand Dubais für die eigene Entwicklung. Der Bau der Autobahn Emirates Road hat die Fahrzeit zwischen den beiden Emiraten deutlich verringert. Immobilienpreise liegen noch um rund ein Drittel unter dem Niveau Dubais. Zudem bietet Ajman nach Inkrafttreten eines neuen Eigentumsgesetzes auch für Ausländer die Möglichkeit des Grunderwerbs. Ein Überschwappen des Baubooms aus Dubai ist also durchaus erwünscht. Der Bau des 2008 angekündigten neuen Flughafens in der Manama Region steht noch aus. Das Projekt mit einem Volumen von US$ 3,3 Mrd. wird neben einer Freihandelszone sieben Bürogebäude beinhalten und seinen Fokus mit 65 % auf den Fracht­sektor legen.

1.12.2 Freizonen und Gewerbegebiete

Als Alternative zu den besser bekannten Standorten Dubai oder auch Sharjah konnte die Ajman Free Zone in den letzten Jahren von einem Ansiedlungsboom profitieren. Seit 2004 hat sich die Zahl der in dem Gewerbegebiet ansässigen Firmen von 1.100 auf 2.000 fast verdoppelt. Eine offensivere Vermarktung hat sich damit ebenso ausgezahlt wie eine schrittweise Erweiterung der Anlagen. Derzeit ist eine Erweiterung um mehr als eine Million Quadratmeter in Planung. Sobald sie fertig gestellt ist, sollen etwa 1.500 weitere Firmen dort Platz finden.

Rund ein Drittel der in der Zone angesiedelten Unternehmen sind Industriebetriebe, 40 % Handelsfirmen, der Rest ist dem Dienstleistungssektor zuzuordnen. Nach Investoren vom indischen Subkontinent, Ostasien und Osteuropa sind in den letzten Jahren auch vermehrt Unternehmen aus Großbritannien und aus Deutschland gekommen. Die vor Ort vertretenen Produktionsbetriebe sind unter anderem Vertreter aus den Branchen Aluminiumprodukte, Papier und Pappe, Kunststoffe, Chemie, Tabak, Nahrungsmittel, Möbel und Elektroteile.

1.13 Umm Al Quwain

Umm Al Quwain, das Emirat mit der kleinsten Bevölkerungszahl von etwa 55.000, weist von den sieben Teilstaaten die traditionellste Wirtschaftsstruktur auf. Der gleichnamige Hauptort des Emirats ist auch heute noch als Zentrum der lokalen Fischerei zu erkennen. Eine meeresbiologische Forschungsanstalt unterstreicht die Bedeutung des Sektors für die kleine Ökonomie. Die landschaftlich attraktive Küste bietet gutes Potenzial für eine stärkere touristische Nutzung. Wenn entsprechende Projekte behutsam umgesetzt werden, besteht die Chance, sich als alternatives Ziel neben den südlichen Nachbarn Dubai und Sharjah zu etablieren. Die Landwirtschaft prägt die kleinen Siedlungen des Binnenlandes.

1.13.1 Investitionspläne und -vorhaben

Der im Februar 2007 vorgestellte Umm Al Quwain Development Plan eröffnete in dem kleinen Emirat die Aussicht auf einen Projektregen nach dem Vorbild Dubai. Am Nordrand der Agglomeration entstehen in Ajman und Umm Al Quwain neue Vorstädte, die aber nicht nur als Trabantenstädte für Dubai fungieren sollen. Ergänzende Vorhaben sind als Entwicklungspole für die Wirtschaft des Teilstaates gedacht. Mit dem Megaprojekt Al Salam City soll Raum für mehr als eine halbe Million Menschen entstehen. Das Projekt mit einem Volumen von US$ 8,16 Mrd. soll über 15 Jahre hinweg gebaut werden. Des Weiteren plant das Immobilienunternehmen Emaar das Umm al-Quwain Marina-Projekt, welches 8.000 Wohneinheiten, Designer-Hotels sowie mehrere Sport- und Einzelhandelszentren enthalten soll.

Im Bereich Infrastruktur plant Umm Al Quwain schließlich außer einer neuen Meerwasserentsalzungsanlage und einem Drainagenetz für die küstennahen Entwicklungsprojekte einen eigenen Flughafen. An der Wasserversorgung möchte das Emirat zukünftig auch den Privatsektor beteiligen.

1.13.2 Freizonen und Gewerbegebiete

Bisher bestand nur die Ahmed Bin Rashid Free Zone auf der Spitze der Halbinsel, auf der sich die Altstadt Umm Al Quwains befindet. Im Zuge der Siedlungsausdehnung an die wichtigen Verkehrsachsen im Binnenland entstehen landeinwärts weitere Industriegebiete.

2. Die Vereinigten Arabischen Emirate – Wachstumsmarkt mit regionaler Vorbildfunktion


2. Die Vereinigten Arabischen Emirate – Wachstumsmarkt mit regionaler Vorbildfunktion[2]

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sind mit etwa 9,2 Mio. Einwohnern ein überschaubarer Markt. Gleichzeitig ist die Ökonomie des Wüstenstaats aufgrund ihres hohen Wachstums und ihrer Nachfragestruktur äußerst dynamisch. Darüber hinaus haben sich die Emirate zu einer Logistikdrehscheibe entwickelt, deren Einflussgebiet weit über die Region hinaus reicht. Und sie sind das viel bestaunte Vorbild anderer reicher Nachbarstaaten, die den Anschluss an die rasante Entwicklung suchen.

2.1 Ausblick

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der VAE wird 2013 und 2014 voraussichtlich real um jeweils mehr als 4 % und 3,9 % steigen – ein Wachstum, das, unter der Prämisse friedlicher Rahmenbedingungen, noch mehrere Jahre gehalten, wenn nicht noch gesteigert werden kann. Dabei verdanken die VAE – wie andere Golfstaaten auch – ihr Wachstum den reichlich fließenden Petro-Dollars und dem Zustrom an Arbeitsmigranten.

Die Öl-Einnahmen werden in großem Stil in energieintensive Petrochemie- und Metallprojekte investiert, welche in den nächsten Jahren und Jahrzehnten die Produktionskapazitäten der Emirate deutlich erhöhen werden. Positive Rahmenbedingungen für weitere kräftige Industrieinvestitionen aus dem In- und Ausland sind gegeben.

Hinzu kommen massive Ausgaben für Immobilien- und Infrastrukturprojekte. Das hohe Bevölkerungswachstum, das vornehmlich auf das Konto von Arbeitsmigranten geht, und ein bislang rapider Anstieg der Tourismuszahlen führen zu einer hohen Nachfrage nach Konsumgütern, Dienstleistungen und Wohnraum. Ein negativer Begleiteffekt zeigte sich im Jahr 2008, in dem die Inflationsrate 20 % betrug. In den Jahren 2009 bis 2012 fiel die Inflationsrate auf 0,7 %, doch laut aktuellen Prognosen für 2014 wird sie sich auf 2,5 % erhöhen.

Der Bauboom erhielt mit der Finanzkrise im Jahr 2009 einen deutlichen Dämpfer, doch besonders seit der Verkündung, dass die Expo 2020 in Dubai stattfinden wird, ist die Stimmung deutlich optimistischer und es wird wieder fleißig in große Projekte investiert.

Nach den langfristigen Visionen der Herrscher von Dubai und Abu Dhabi sind die beiden Emirate zu unangefochtenen Wirtschaftszentren der arabischen Welt und zu der großen Transitscheibe zwischen Amerika und Europa auf der einen Seite sowie Asien und Afrika auf der anderen Seite geworden. Wirtschaftsschwerpunkte sind Handel, Luftverkehr, Tourismus sowie energieintensive Industrien. Langfristig soll dann das Heer der ungelernten Gastarbeiter durch qualifizierte Fachkräfte ersetzt werden. Bislang geht die Strategie auf: Die VAE sind nach Singapur und Hongkong einer der führenden Zwischenhandelsplätze. Abu Dhabi Airport kann stark steigende Passagierzahlen aufweisen, im April 2013 reisten 5,2 Mio. Menschen über den Flughafen, 14 % mehr als im selben Monat im vorherigen Jahr. Dubai International Airport ist mittlerweile mit 5 Mio. Menschen für zehn konsekutive Monate der Flughafen mit dem weltweit zweithöchsten Passagieraufkommen. Der Tourismus ist auf Erfolgskurs, obwohl Dubai mittlerweile mit die höchsten durchschnittlichen Zimmerpreise der Welt verlangt.

Wie kein anderes Land der Welt verbrauchen die VAE die Ressourcen dieses Planeten. Langsam scheint sich jedoch so etwas wie Umweltbewusstsein durchzusetzen. Neben dem Bau der Öko-Stadt Masdar-City, mit der Abu Dhabi neue Maßstäbe setzen will, wird immer mehr in erneuerbare Energien investiert. Dennoch bleibt das Land weit hinter anderen zurück, wenn es darum geht, seinen ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Auch in anderer Hinsicht besteht noch Nachholbedarf: Während Singapur begonnen hat, sich über steigende Meeresspiegel ernsthafte Sorgen zu machen, wird in Dubai auch noch das letzte seichte Gewässer mit flachen Sandinseln zugebaut. Zyniker sehen da allerdings keinen Grund zur Sorge: Die großen Entwicklungsgesellschaften sind vornehmlich an der schlüsselfertigen Übergabe interessiert, die folgenden Risiken und Unterhaltskosten interessieren dagegen kaum. Zudem betrug die durchschnittliche Lebenserwartung eines Gebäudes in den VAE in der Vergangenheit gerade einmal 25 Jahre. Selbst, wenn inzwischen besser gebaut wird, fragen sich Kritiker, ob die meisten Gebäude auf den künstlichen Palmeninseln in 40 oder 50 Jahren noch stehen werden und dann von einem steigenden Meeresspiegel betroffen sind.

2.2 Investitionen

Die VAE sind nach einer vierjährigen Talfahrt wieder Standort umfangreicher Projektinvestitionen. Ende Oktober 2013 betrug das Projektvolumen von geplanten und laufenden Projekten US$ 710 Mrd. Laut eines Berichts von dem Beratungs­unter­nehmen EC Harris wollen die VAE bis 2030 US$ 329 Mrd. in Bau­pro­jekte investieren.

Die VAE verfolgen eine Politik vorsichtiger wirtschaftlicher Reformen, eine Diversifikation der Wirtschaft und einer stärkeren Rolle des Privatsektors. Die Behörden arbeiten seit Mitte 2008 an einem neuen Investitions- und Gesellschaftsrecht, mit dem privatwirtschaftliche Investitionen in- und ausländischer Anleger gefördert werden sollen.

2.3 Außenhandel

Die Einfuhren der VAE sind, bewertet in US-Dollar, in den letzten Jahren angestiegen. Wurden 2010 für rund US$ 164,6 Mrd. Waren eingeführt, so waren es 2012 US$ 221,9 Mrd. Die bisherige Entwicklung geht vornehmlich auf das Konto einer stark gestiegenen Nachfrage an Konsumgütern sowie Inputs für die verschiedenen Infrastrukturprojekte des Landes. In den nächsten Jahren kommt der Bedarf einer Vielzahl neuer umfangreicher Bau- und Infrastrukturvorhaben hinzu. Für die gestiegenen Werte sind allerdings auch die teilweise hohen internationalen Rohstoffpreise und die Schwäche des US-Dollars verantwortlich, an den der Dirham gebunden ist. Dadurch haben sich vor allem Einfuhren aus der EU stark verteuert. In der Region bleiben die VAE in den nächsten beiden Jahren der größte Importeur von Waren.

Eine besonders bemerkenswerte Entwicklung sind die bilateralen Wirt­schafts­­be­ziehungen zwischen der VAE und der Volksrepublik China. Verschiedene Staatsfirmen des Emirats Dubai haben im Reich der Mitte investiert und wollen ihre Erfahrung mit großen Bauprojekten einbringen. DP World betreibt mittlerweile bereits fünf Terminals in vier chinesischen Häfen und baut einen gigantischen Container-Terminal in Qingdao. Der Handel zwischen den beiden Ländern ist zwischen 2002 und 2012 um ein Fünffaches gestiegen. 2002 betrug das Handelsvolumen US$ 3,2 Mrd. und im Jahr 2012 waren es US$ 15,6 Mrd. Es ist allerdings ein offenes Geheimnis, dass ein Großteil der chinesischen Lieferungen wegen der UN-Sanktionen nach Iran re-exportiert wird. In den VAE operieren etwa 3.500 chinesische Firmen, meist sind sie in Dubai angesiedelt. Hinzu kommen mehr als 200.000 Gastarbeiter.

Das wichtigste Lieferland der VAE dürfte 2011 mit einem Anteil von rund 17,4 % Indien gewesen sein. Die beiden nachfolgenden Plätze belegten mit 9,1 % China und mit 8,8 % die USA. Als Handelspartner für Deutschland spielen die VAE zwar keine vergleichbare, in der Region aber dennoch eine sehr wichtige Rolle. Die deutschen Ausfuhren in die VAE wuchsen 2012 um rund 30 Prozent, d.h. auf 9,77 Mrd. Euro, an. Auf der Liste der Abnehmerländer für deutsche Waren standen die Emirate 2012 nach den Erhebungen des Statistischen Bundesamtes auf Rang 23. Unter den arabischen Ländern sind die VAE das wichtigste Abnehmerland.

2.4 Industrielle Perspektive

Die Industrie liefert mit 56,1 % (2012) den größten Beitrag zum BIP, wobei der Anteil der Rohöl- und Erdgasindustrie auf 25 % gesenkt werden konnte. Den zweitgrößten BIP-Anteil hat der Dienstleistungssektor mit 43,1 % und wird wohl in den nächsten Jahren noch an Bedeutung gewinnen.

Etwa 80 % der Nicht-Ölexporte stammen von verschiedenen industriellen Freihandelszonen (FTZ), in denen es sehr viel leichter ist, ein Unternehmen zu etablieren. Die bekannteste und erfolgreichste ist Jebel Ali Free Trade Zone. Die Mehrzahl dieser Freihandelszonen liegt in Dubai. Andere Emirate strengen sich an, ihr Angebot zu erhöhen und zu verbessern. In Abu Dhabi wurden zum Beispiel Anfang 2008 vier neue Industriezonen eingerichtet, viele weitere entstanden in den Folgejahren.

2.5 Kfz-Industrie

Die VAE verfügen de facto über keine eigene Kfz-Industrie. Es gibt bislang lediglich die Initiative der Gulf Automobile Industry Corp. (GAIC), die sich in Abu Dhabi an einem selbstgebauten Pick-up versucht, dessen Teile in verschiedenen Ländern zusammengekauft werden. Eine Reihe kleinerer Firmen produziert diverse Kfz-Teile.

Dessen ungeachtet sind die VAE ein Land des Autos: Das Benzin ist billig, ein öffentlicher Nahverkehr steht erst am Anfang und die Temperaturen sind für Fußgänger meist zu hoch. Kfz-Händler melden kräftig steigende Absatzzahlen – mittlerweile ist es der am schnellsten wachsende Automobilmarkt der Welt. Dieser Trend dürfte sich die nächsten Jahre fortsetzen. Hinzu kommt Dubais zunehmend stärkere Position als Umschlagplatz für neue und gebrauchte Kfz sowie als Zwischenlager für Kfz-Teile auf ihrem Weg nach Asien und Afrika.

2.6 Chemie

Die Petrochemie und andere nachgelagerte Betriebe dürften der wichtigste Industriezweig der VAE sein. Hauptunternehmen ist Borouge mit einem Ethylen-Cracker und einer Polyethylen-Produktion. Im Vergleich mit Saudi-Arabien, Kuwait und Katar kann sich die Petrochemie der VAE bislang allerdings kaum sehen lassen.

Mit der Wiederbelebung des 2008 von der Abu Dhabi National Chemicals Company (ChemaWEyaat) geplanten Tacaamol Chemicals-Projekts in Ruwais ist Abu Dhabi mit seinen Diversifizierungsplänen einen großen Schritt vorangekommen. Nach Fertigstellung soll die Einrichtung zum Hauptknotenpunkt für die Petrochemie werden. Mitte März 2008 hatten sich der Abu Dhabi Investment Council (ADIC), die Borealis AG und die International Petroleum Investment Company (IPIC) bereits auf den Bau einer neuen Chemie-Industriestadt geeinigt. Schon nach einer ersten, 2013 abgeschlossenen Entwicklungsphase sollte der Komplex der größte seiner Art weltweit sein. Geplant waren unter anderem ein Naphtha-Cracker zur Herstellung von Propen und Ethen aus Rohöl sowie ein Großreformer für die Produktion von Xylol, Benzol, Cumol und Phenol. Neu an diesem Vorhaben ist, dass Rohöl und nicht Erdgas als Grundstoff eingesetzt wird. In der neuen Khalifa Port and Industrial Zone plant die Abu Dhabi National Chemicals Company für 20 Mrd. US$ insgesamt zwölf petrochemische Downstream-Anlagen.

Die staatliche Abu Dhabi Basic Industries Corp. hat derweil eine exklusive Industriezone für kunststoffverarbeitende Betriebe vorgestellt, den Abu Dhabi Polymers Park. Mehr als 50 Unternehmen sollen dort angesiedelt werden und aus 1 Mio. Tonnen pro Jahr Rohkunststoffprodukte herstellen, z.B. Flaschen, Röhren oder Taschen.

2.7 Maschinenbau

Die Konjunktur in den VAE und am Golf sichert dem verarbeitenden Gewerbe volle Auftragsbücher. Getrieben wird die Nachfrage von den üppig sprudelnden Petro-Dollars, die in unzählige Bauprojekte und Vorhaben zur Verbreiterung der wirtschaftlichen Basis fließen. Besonders das ölreiche Emirat Abu Dhabi treibt die Industrialisierung voran. Ausgebaut wird die Schwerindustrie mit den Sektoren Petrochemie, Aluminium und Stahl. Um die Großprojekte sollen sich Industrie-Cluster mit nachgelagerten Betrieben entwickeln.

Die zahlreichen laufenden und angekündigten Projekte werden auch in den kommenden Jahren zu einer lebhaften Nachfrage an Maschinen und Anlagen führen. Die Bedeutung der VAE als Einfuhrmarkt für Maschinenbauerzeugnisse geht dabei über das Gewicht des lokalen Marktes hinaus, da die Emirate – und insbesondere Dubai – eine wichtige Rolle als regionales Handelszentrum spielen. So wurden 2012 rund 60 % der Importe als Re-Exporte weiterverschifft.

Der Fokus liegt unter anderem auf Bewehrungs- und Strukturstahl. Wichtige Abnehmer der Metall verarbeitenden Betriebe sind neben dem Bausektor auch der Schiffsbau sowie die Service- und Montageindustrie für die Erdöl- und Gasversorgung (Erdölraffinerien, Förderanlagen, Pipelines etc.). Neue Impulse für den Absatz von Maschinen und Anlagen gehen von den zahlreichen Vorhaben zur Diversifizierung der Wirtschaft aus. So konnte die in Dubai entstandene Industriestadt mit Betrieben, Lagerhäusern und Wohnraum für eine halbe Million Einwohner im Jahr 2012 einen 82- %igen Zuwachs von Unternehmen verzeichnen. Die Dubai Industrial City ist mit einer Fläche von rund 5.200 Hektar die größte Industriestadt in Dubai. Etwa 471 Betriebe haben bis Ende 2011 bereits Grundstücke gebucht.

Während im Emirat Dubai die hohen Grundstückspreise große Industrievorhaben unrentabel erscheinen lassen, siedelt sich die kapitalintensive Schwerindustrie im größten Emirat Abu Dhabi (85 % der VAE-Landesfläche) an. Diese Arbeitsteilung der beiden führenden Wirtschaftsregionen der VAE wird bewusst durchgeführt und mit gegenseitigen Investitionen zementiert. Abu Dhabi setzt dabei auf so genannte Industrie-Cluster in den Segmenten Petrochemie, Stahl und Aluminium. Mittelfristig sind überdies Investitionen in die Entwicklung anderer Branchen wie die der Kfz-Zulieferer vorgesehen.

2.8 Energie- und Elektrotechnik

Die große Nachfrage an Energie- und Elektrotechnik resultiert aus dem Bedarf der riesigen Kraftwerks- und Wasserentsalzungsanlagen, die in ständig neuen Größenordnungen gebaut werden müssen. Neben dem Gaskraftwerk Shuweihat 3 (1.600 MW) befindet sich in Abu Dhabi die erste von insgesamt vier 1.400-MW-Atomanlagen im Bau. Das alte 551-MW-Kraftwerk in Al Mirfa soll durch einen Um- und Ausbau auf 1.500 MW gebracht werden. Im Jahr 2012 planten die UAE 20 neue Projekte im Energiesektor mit einem Wert von US$ 34,2 Mrd.

Aktuell verfügen Abu Dhabi und Dubai über ausreichend Kraftwerkkapazitäten, doch allein Dubai wird schon 2015 mehr als drei Mal soviel Strom wie vor fünf Jahren verbrauchen. Hinzu kommt der Bedarf der unzähligen Wohn- und Büroimmobilien sowie der Industrievorhaben an Elektro-Haustechnik.

2.9 Bauwirtschaft

Das Emirat Dubai war Initiator und Mittelpunkt eines einzigartigen Baubooms in der arabischen Welt, der längst auch Abu Dhabi und andere Zentren in den ölreichen Golfländern erfasst hatte. Nach dem Krisenjahr 2009 kann man jedoch trotz vieler bestehender Bauprojekte nicht mehr von einem Boom reden. Erholt hat sich der Bausektor zwar und weist auch steigende Zahlen auf, doch bisweilen kann er nicht das Vorkrisenniveau erreichen. In Dubai ist die Bauwirtschaft im Jahr 2012 mit -4,1 % deutlich geschrumpft, Abu Dhabi dagegen gibt für 2012 das reale Wachstum der Baubranche mit 4 % an. Mit dem Gewinn der Expo 2020 kann Dubai jedoch wieder einen Anstieg in der Bauwirtschaft, wie auch in anderen Sektoren, erwarten. So soll bald in Dubai das zukünftig höchste Bürogebäude der Welt entstehen. 2013 wurde das neue Bauprojekt mit dem Namen Burj 2020 angekündigt.

Seit 2008 existieren Pläne für eine nachhaltigere und energieeffizientere Bauwirtschaft. Eingeleitet wurde die „grüne“ Trendwende durch den Auftrag Abu Dhabis für den Bau der CO2-freien Öko-Stadt Masdar und eine Anordnung des Regenten von Dubai, der die Einführung grüner Baustandards verlangte. Das hehre Ziel: Das Leben in den beiden Metropolen soll gesund, schadstofffrei und nachhaltig werden.

Energieeffizienz oder die Anwendung grüner Nachhaltigkeitskriterien waren bei Planung und Bau der Megaprojekte in Dubai oder Abu Dhabi bis dahin kaum thematisiert worden. Die vermeintlich im Überfluss vorhandene Energie sowie äußerst niedrige Strom- und Wasserkosten standen der Anwendung solcher Kriterien, beziehungsweise der zu ihrer Erreichung erforderlichen Technologien, bislang im Wege.

Im Zuge des weltweit wachsenden Bewusstseins für Klimaschutz und Energie­ein­sparung, wichtiger aber noch aufgrund der sich auch in den Golfemiraten abzeichnenden Stromknappheit, sind seit Anfang 2008 erste ernsthafte Anzeichen für eine vorsichtige Trendwende erkennbar. Regierung wie Industrie haben die Relevanz des „grünen Bauens“ erkannt und befinden sich im Prozess einer richtungsweisenden Formulierung von Industrie- beziehungsweise Nachhaltigkeitsstandards.

In Dubai existiert die Initiative eines 2006 gegründeten Green Building Council (GBC), das Teil eines internationalen, in den USA gegründeten Unternehmerverbandes ist, der sich die Anwendung und Fortentwicklung des US-Zertifizierungssystems „LEED“ (Leadership in Energy and Environmental Design) zum Ziel gesetzt hat. Das GBC ist dabei, die ursprünglich für die USA entwickelten LEED-Standards an die klimatisch völlig anderen Verhältnisse am Golf anzupassen. Mit der Ankündigung von grünen Baukriterien hat auch die Regierung Dubais das Thema Anfang 2008 aufgegriffen und eine 30-prozentige Energie- und Wassereinsparung bei allen Neubauten gefordert. Mitte 2013 wurden neue Kriterien zur Zertifizierung nachhaltiger Gebäude veröffentlicht. Um dieses Zertifikat zu erhalten, müssen Gebäude neben diesen neuen Kriterien ebenfalls die LEED-Kriterien erfüllen.

Mittel- bis langfristiges Problem sind die steigenden Preise für Strom und Wasser. Beobachter glauben, dass die VAE deren hohe Subvention nicht viel länger aufrechterhalten können und spürbare Abstriche machen müssen. Dennoch bestehen laut dem Energieminister der VAE, Suhail Mohammed Al-Mazroui, keine Intentionen, die Subventionen zu reduzieren. Daraus ergeben sich auf der einen Seite neue Chancen für Unternehmen, die im Bereich der Energieeffizienz spezialisiert sind, auf der anderen Seite aber auch Gefahren für die sich erholende Bauwirtschaft.

2.10 Tourismus

Die VAE sind das beliebteste Touristenziel am Golf und zählen weltweit zu den Top-20. Bis 2020 sollen die Besucherzahlen auf 20 Mio. pro Jahr steigen. Im ersten Halbjahr 2013 besuchten 5,5 Mio. Touristen die VAE. Zusätzlich wird 2020 anlässlich der Expo 2020 eine Besucherzahl von 25 Mio. erwartet.

Es gibt etwa 76.792 Hotelzimmer und auf Tagesbasis zu mietende Apartments in Dubai. Insgesamt müssen bis 2020 81.000 neue Hotelzimmer entstehen, um der hohen erwarteten Besucherzahl Herr zu werden. In den l etzten Jahren gab es eine Vielzahl an Projekten für neue Hotelanlagen, doch aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise konnten viele nicht realisiert werden. Nachdem sich die Wirtschaft nun langsam erholt hat, wurden einige Projekte wieder aufgenommen. Hinzu kommt Bawadi, ein Tourismuskomplex im neuen Stadtteil Dubailand, mit dem größtem Einkaufszentrum der Welt, der Mall of Arabia, sowie Freizeitparks, Museen, Theatern und Veranstaltungszentren. Geplant sind dort 51 Hotels mit 60.000 Zimmern und 1.500 Restaurants und Bars. Größte Luxusherberge ist das Asia-Asia mit 6.500 Zimmern.

Bislang sind die Hotels mit ca. 80 % bestens ausgelastet. Branchenkenner glauben allerdings, dass der Bedarf an Luxushotels schon bald gedeckt sein dürfte. Weiterhin steigen wird dagegen die Nachfrage nach preisgünstigeren Unterkünften mit drei oder vier Sternen. Mehrere internationale Ketten sind bereits eingestiegen.

So hat die französische Accor-Gruppe binnen weniger Jahre mehrere Dutzend neuer Hotels der Marken Ibis, Sofitel und Novotel eingerichtet, von denen viele 2013 eröffnet wurden. Weitere Eröffnungen sind 2014 geplant.

Für deutsche Unternehmen ist vor allem die Hotelausstattung ein interessantes Geschäft: Von der Zimmermöblierung, der Bettwäsche, der Barausstattung bis hin zu den beliebten Kronleuchtern sowie Restaurants und Küchen sind deutsche Unternehmen mit ihren Produkten bislang gut im Geschäft.

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Release date on Litres:
22 December 2023
Volume:
279 p. 50 illustrations
ISBN:
9789948221227
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