Read the book: «Hilf dir selbst»
Jeannette Bucheli
Hilf dir selbst
Jeannette Bucheli
Hilf dir selbst
Traditionelle Hausmittel und ihre Anwendung
Appenzeller Verlag
Dieses Buch ist meinen Kindern
Armanda-Mélanie, Domenik-David und Claudio-Raffael
gewidmet in Liebe und Dankbarkeit.
Die in diesem Buch enthaltenen medizinischen Informationen sind kein Ersatz für Diagnose und Behandlung durch eine Fachperson. Autorin und Verlag raten allen Patienten mit Krankheitssymptomen, sich an eine medizinische Fachperson zu wenden. Das vorliegende Buch ist sorgfältig erarbeitet worden. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder Autorin noch Verlag übernehmen für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gemachten praktischen Hinweisen resultieren, eine Haftung.
© 2014, Appenzeller Verlag, CH-9101 Herisau
Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Film, Radio und Fernsehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger, elektronische Datenträger und auszugsweisen Nachdruck, sind vorbehalten.
Umschlaggestaltung: Janine Durot
Gesetzt in Bembo und Futura
Gedruckt auf Lessebo Smooth Natural FSC, 120 gm2
Satz und Druck: Appenzeller Druckerei, Herisau
ISBN: 978-3-85882-687-9
ISBN eBook: 978-3-85882-695-4
www.appenzellerverlag.ch
eBook-Herstellung und Auslieferung:
HEROLD Auslieferung Service GmbH
www.herold-va.de
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Symptome
Abszesse
Akne
Allergien, Unverträglichkeiten
Angina (Mandelentzündung)
Appetitlosigkeit
Arthritis, Arthrose
Asthma
Augenentzündung
Beinbeschwerden
Bettnässen
Blähungen
Blasenentzündungen
Blutarmut (Anämie), Eisenmangel
Bluterguss
Bluthochdruck (Hypertonie)
Bluthusten, Bluterbrechen
Bronchitis
Darmparasiten
Depressionen
Durchfall
Ekzeme
Elektrosmog
Entzündungen der Mundschleimhaut
Entzündungen generell
Erbrechen
Erkältungskrankheiten
Fieber
Frieren
Furunkel, Karbunkel
Fusspilz
Fussschweiss
Gallenblasenentzündung akut
Gallenblasenentzündung chronisch
Gallensteine
Gallenwegentzündungen
Gicht – akut und chronisch
Grippe
Gürtelrose
Haarausfall
Hämorrhoiden
Heiserkeit
Herpes-simplex-Infektion
Herzjagen
Herzschwäche
Heuschnupfen
Hexenschuss, Ischiasschmerzen
Immunschwäche
Impotenz
Insektenstiche
Juckreiz
Kalte Füsse
Kiefer- und Stirnhöhlenentzündungen
Kinderkrankheiten
Knochenbrüche
Koliken, schmerzhafte Krämpfe
Kopfschmerzen, Migräne
Krampfadern, venöse Stauungen
Kreislaufschwäche
Leberbeschwerden
Lungenentzündungen
Lymphknotenentzündungen und -schwellungen
Magengeschwüre, Magenschleimhautdefekte
Magenübersäuerung
Magenuntersäuerung, Mangel an Magensäften
Menstruationsbeschwerden
Muskelverspannungen, Muskelkrämpfe
Nasenbluten
Neuralgien
Neurodermitis
Niedriger Blutdruck (Hypotonie)
Nierenkörperchen- und Nierenbeckenentzündungen
Nierenkörperchenentzündungen
Nierenbeckenentzündung
Nierensteine und Blasensteine
Ohrenschmerzen
Pilzerkrankungen
Prellungen, Schwellungen, Verstauchungen
Schlafstörungen
Schwangerschaftsbeschwerden
Schwindel
Stillen, Impfen, Abstillen
Stress
Übergewicht
Umläufe
Venenentzündungen
Verbrennungen
Verdauungsbeschwerden
Verstopfung
Warzen
Wechseljahrbeschwerden
Weissfluss
Wundbehandlungen
Wundliegen
Anleitungen
Einläufe
Kneipptherapie
Wickel
Auflagen
Wassertreten
Taulaufen
Schneelaufen
Luftbad
Sonnenbad
Trockenbürsten
Kalte Waschungen
Bäder
Inhalationen
Rezepte
Anisguetzli (Chräbeli)
Apfelrezept
Bananenbrei
Beinwellsalbe
Bergkristall- und Diamantwasser
Dinkelschrotbrei
Dörrpflaumen, Dörrfeigen, Leinsamen
Engelwurzlikör
Fruchtpaste mit Sennesschotenblättern
Getränke für Fieberkranke
Haarwasser
Haferschleimsuppe
Hustenbalsam
Isotonische Lösung
Johannisöl
Karottensuppe
Kokosöl-Therapie
Leberreinigung nach Dr. Hulda Clark
Nervenkekse nach Hildegard von Bingen
Ölziehkur
Petersilienwein nach Hildegard von Bingen
Ringelblumensalbe
Schüsslersalzsalben
Wermutwein
Wirzsalbe
Wollblumen- oder Königsöl
Zwiebelsirup
Anhang
Abkürzungen
Hinweise und Adressen
Vorwort
Vorliegendes Buch will Ihnen helfen, kleinere Störungen Ihrer Gesundheit mit bewährten Hausmitteln zu kurieren und grössere Gesundheitsprobleme mit Hinweisen auf eine gesunde Lebensweise zu verhindern. Es freut mich, wenn mein Buch dazu beiträgt, dass von Generation zu Generation weitergegebenes Wissen nicht in Vergessenheit gerät. Denn die Kenntnisse und Methoden, mit denen unsere Mütter und Grossmütter bei Krankheiten und Blessuren halfen, sind auch in unserer modernen Welt durchaus sinnvoll. Es sind Mittel, die von allen angewendet werden können und die wenig Geld kosten. Und es sind Hausmittel, die wirken und auf die man sich verlassen kann. Das weiss ich aus eigener Erfahrung und von den Erfahrungen vieler Patientinnen und Patienten in meiner naturärztlichen Praxis. Ich wünsche Ihnen eine gute Gesundheit und viel Erfolg in der Anwendung der traditionellen Heilmethoden.
Ein grosser Dank gilt meinen Kindern. Zusammen durften wir viele positive Erfahrungen mit Hausmitteln erleben. Sie haben meine Anwendungen bestens und zu unser aller Zufriedenheit erlebt. Und dies obschon sie vor allem Darmeinläufe gar nicht liebten. Ein grosses Dankeschön gilt meinem Partner, der meine Unterlagen, die ständig auf dem Klavier herumlagen, klaglos erduldete, weil ich in Folge eines Rückenleidens nur noch stehend schreiben konnte. Ein weiterer Dank gilt Christine Schädler, die mein Manuskript mit ihren Deutschkenntnissen verfeinerte. Ich danke Josef Karl, der das Manuskript Korrektur gelesen hat, und Ursula von Heimendahl für ihre tatkräftige Unterstützung. Ein herzliches Vergelts Gott gilt allen meinen Patientinnen und Patienten, die mir alte Hausmittel aus ihren Familien weitergegeben haben. Diese habe ich gerne erprobt, denn ich habe nie ausgelernt und bin dankbar, immer wieder Neues dazulernen zu dürfen.
| Herisau, im Januar 2014 | Jeannette Bucheli |
SYMPTOME
Abszesse
SYMPTOME
Örtliche Entzündungen, die gerötet, verhärtet, geschwollen, schmerzhaft und überwärmt sein können. Sie müssen sich öffnen und den Eiter entleeren, damit sie abheilen können.
BEHANDLUNG SOFORT
Blutreinigungstee // Je 15 g Brennnesselblätter und Erdrauchkraut, je 10 g Sennesfrüchte und Holunderblüten, je 20 g Ringelblumenblüten, Klettenwurzel und Walnussblätter in der Drogerie oder Apotheke mischen lassen. 1 gehäuften TL in einer Tasse mit heissem Wasser aufgiessen und 10 Min. ziehen lassen. Am Morgen und am Abend 1 Tasse trinken. Er regt den Stoffwechsel an, hilft Giftstoffe über Niere, Darm und Leber auszuscheiden, entwässert, regt die Gallentätigkeit an und wirkt leicht abführend. Achtung: Sennesfrüchte können zu Durchfall führen; man kann sie weglassen. Bis zum Abklingen der Symptome einnehmen.
BEHANDLUNG VOR AUFBRUCH DER WUNDE
Bockshornkleesamen // Zum Aufbrechen und Weichmachen von Abszessen und Furunkeln und zur Schmerzlinderung. 1 EL Bockshornkleesamen mit etwas abgekochtem Wasser oder Essig zu einem Brei verrühren. Brei auf ein Mulltuch streichen und so warm wie möglich auf die Wunde legen. Über das Mulltuch eine Plastikfolie zum Abdecken legen und mit warmem Tuch decken. Einwirkzeit: bis der Umschlag kalt ist. 2 – 3 x täglich wiederholen, bis die Haut am Rand des Abszesses wieder ihre normale Farbe hat und weich ist.
Leinsamen // Zum Aufbrechen und Weichmachen von Abszessen und Furunkeln und zur Schmerzlinderung. Ein Mull- oder Leinensäckchen wird mit den Leinsamen gefüllt und für 10 Min. ins kochende Wasser gehängt. Abkühlen lassen und so heiss wie möglich auf den Abszess legen. Mit warmem Wolltuch abdecken. Bis zur Abkühlung einwirken lassen oder über Nacht auflegen. 2 – 3 x täglich wiederholen, bis die Haut am Rand des Abszesses wieder ihre normale Farbe hat und weich ist.
Eibisch oder Malve (Käslikraut) oder Sanikel // Zum Aufbrechen und Weichmachen von Abszessen und Furunkeln und zur Schmerzlinderung. Kräuter mit wenig Wasser aufkochen, zugedeckt 5 Min. ziehen lassen. Die kurz ausgepressten Kräuter auf eine Gaze und diese auf den Abszess legen. Mit Baumwoll- und Wolltuch abdecken. 2 – 3 x täglich wiederholen, bis die Haut am Rand des Abszesses wieder ihre normale Farbe hat und weich ist.
Leucen-Zugsalbe // Basiert auf Fichtenharz und Perubalsam. Zum Aufbrechen und Weichmachen von Abszessen und Furunkeln und zur Schmerzlinderung. 1 – 2 x täglich 1 cm dick auf Gaze auftragen und über Nacht einwirken lassen, wenn nötig auch tagsüber anwenden. Mit einer Gazebinde oder mit einem Pflaster befestigen.
BEHANDLUNG NACH AUFBRUCH DER WUNDE
Nach Aufbruch und Entleerung des Abszesses // Wunde mit lauwarmem Wasser spülen, bei grösseren Wunden unter der Dusche. Der Wasserstrahl fördert die Durchblutung und damit die Heilung der Wunde. Täglich wiederholen, am besten vor der Wundbehandlung.
Schafgarbenkraut // Die Menge richtet sich nach der Grösse der Wunde: Je EL Schafgarbe pro 2.5 dl heisses Wasser 2 – 3 Min. köcheln lassen. Das leicht ausgepresste Kraut auf eine sterile Kompresse geben und so heiss wie möglich direkt auf die Wunde legen. Mit Mullbinde fixieren. 3 – 10 x täglich wiederholen, je nach Grösse und Zustand der Wunde.
Kamillenbad // Warmes Hand-, Fuss- oder Vollbad: 1 EL Kamillenextrakt oder frischen Kamillentee auf 1 l Badewasser, für Vollbad 1 - 2 dl verwenden.
Schafgarbenpulver // 2 x täglich 1 Msp. Pulver in einem Likörglas mit warmem Wasser anrühren und trinken. Fördert die Wundheilung von innen. Bis zum Abheilen des Abszesses anwenden.
ERNÄHRUNG NAHRUNGSERGÄNZUNG
Vitamin A, D, E, F zuführen // 1 – 2 Kapseln pro Tag bis zum Abklingen der Symptome einnehmen.
Nahrungsmittel essen, die diese Vitamine enthalten:
Vitamin A: Huhn, Hühnerleber, Rind, Hammel, Feldsalat, Löwenzahnblätter, Spinat, Karotten, Kartoffeln, Broccoli, Grünkohl, Peperoni, Portulak, Mangold, Fenchel, Papaya, Kaki, Aprikosen.
Vitamin D: Steinpilze, Morcheln, geräucherter Aal, Hering, Lachs, Bücklinge, Sardinen, Hühnerleber, Schaffleisch, Kalbfleisch, Pfifferlinge, Champignon.
Vitamin E: Distelöl, Sojaöl, Maiskeimöl, Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl, Truthahn, Sojabohnen, Haselnüsse, Mandeln, Leinsamen, Vollkorn, Brombeeren, Himbeeren, Avocado, Spargel, Knollensellerie, Lauch, Spargel, Wirsing, Peperoni, Schwarzwurzeln.
Vitamin F (Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren): Fische, Muscheln, Pflanzenöle wie Mais-, Distel-, Sesam- und Sonnenblumenöl, Nachtkerzen- und Borretschöl, Öl aus schwarzen Johannisbeeren.
Lebertrankapseln // Erwachsene 2 Kapseln, Kinder 1 Kapsel pro Tag bis zur Ausheilung der Wunde.
Akne
SYMPTOME
Akne ist eine Hautunreinheit, welche gerne im Gesicht oder auf Rücken, Schultern und Brust auftritt. Verstopfte Hautporen (Mitesser) entzünden sich und bilden schmerzhafte, eitrige Pusteln und Pickel auf der Haut. Die Pusteln brechen auf und entleeren ihren Eiter. Nach der Krustenbildung heilt die Haut meist ohne Narbenbildung ab. Bei tiefer Knotenbildung können Narben zurückbleiben. Betroffen sind weibliche und männliche Jugendliche in der Pubertät. Bei den jungen Frauen verstärkt sich die Akne oft vor oder während der Menstruation. Oft lösen individuell unverträgliche Nahrungsmittel einen Akneschub aus.
BEHANDLUNG
Blutreinigungstee Nr. 1 // Je 10 g Sennesblätter, Holunderblüten und Honigklee (Rotklee), je 15 g Brennnesselblätter und Erdrauchkraut, je 20 g Ringelblumenblüten und Klettenwurzel in der Drogerie oder Apotheke mischen lassen. 1 TL in einer Tasse mit heissem Wasser aufgiessen und 10 Min. ziehen lassen, mit 1 TL Honig süssen und morgens und abends während mindestens 3 Monaten eine Tasse trinken.
Blutreinigungstee Nr. 2 // 10 g Ringelblumenkraut, je 20 g Stiefmütterchenkraut, Löwenzahnwurzel, Erdrauchkraut und Brennnesselblätter, 30 g Walnussblätter in der Drogerie oder Apotheke mischen lassen. 1 TL in einer Tasse mit heissem Wasser aufgiessen und 10 Min. ziehen lassen, mit 1 TL Honig süssen und morgens und abends während mindestens 3 Monaten eine Tasse trinken.
Aknetee // Je 25 g Braunwurz- und Stiefmütterchenkraut mischen lassen. 1 TL mit 2.5 dl gekochtem Wasser übergiessen, 10 Min. ziehen lassen und abseihen. 2 x täglich während 4 - 12 Wochen eine Tasse trinken.
Karottensaft // 1 – 2 x pro Tag 1/2 Glas frisch gepressten Karottensaft trinken.
Gesichtsdampf // Täglich mit Walnussblättern, Kamillenblüten, Rosmarinnadeln, Lavendelblüten zu je gleichen Teilen gemischt eine Dampfanwendung machen: 1 gehäufter EL in 1 l Wasser aufkochen und das Gesicht in den Dampf halten.
Honig und Milch // 1/2 dl Milch und 1/2 dl Honig mit dem Saft einer 1/2 Zitrone gut mischen und in eine Flasche abfüllen. Im Kühlschrank aufbewahren. Jeden Abend die betroffenen Hautpartien einstreichen und über Nacht einwirken lassen. Am Morgen mit lauwarmem Wasser abwaschen.
Lavendel-Arnika-Essig // 1 l Apfelessig mit 20 g Arnikablüten, 10 g Lavendelblüten und 10 g Kamillenblüten mischen und 2 Wochen an die Sonne stellen, täglich gut durchschütteln. Nach 2 Wochen abseihen und in eine gut verschliessbare Flasche füllen.
Anwendung: 2 EL Essig in 1 l Wasser geben und die betroffenen Stellen täglich damit waschen oder unverdünnt auf einen Wattebausch geben und die betroffenen Stellen betupfen.
Breitwegerichteeumschlag // 1 TL des Krautes in einer Tasse heissen Wassers 5 Min. ziehen lassen. Kompresse damit tränken und 20 – 30 Min. auf die betroffene Stelle legen. Auch bei Insektenstichen anwendbar: stillt den Juckreiz.
Ölziehkur // Über einen längeren Zeitraum, bis zu 1 Jahr, durchführen. Anleitung Seite 251.
ERNÄHRUNG
Meiden // Schweinefleisch, Schokolade, Süssigkeiten, scharfe Gewürze (Chili, Peperoncini, Wasabi usw.), hochprozentiger Alkohol (Spirituosen wie Cognac, Whisky usw.).
In geringen Mengen geniessen // Milch und Milchprodukte, Fette, Rotwein.
Beachten // Nur eine Eiweissart pro Mahlzeit zu sich nehmen: entweder Eier oder Milch beziehungsweise Milchprodukte oder Fisch oder Fleisch.
Regelmässiger Stuhlgang hilft, Giftstoffe über den Darm und nicht über die Haut aus dem Körper auszuscheiden. Bei Unregelmässigkeiten des Stuhlganges siehe Kapitel Verstopfung Seite 195.
Die Haut soll oft massvoll der frischen Luft und der Sonne ausgesetzt werden, je nach Hauttyp 10 – 15 Min. täglich. Achtung: Gefahr von Sonnenbrand!
Allergien, Unverträglichkeiten
SYMPTOME
1 Schwellung, Rötung, Juckreiz, Bläschen, schneller Puls, Atemnot und Ausschlag, der sich über den ganzen Körper verteilen kann. Betroffen sein können Haut, Bindehaut der Augen, Nasen-, Rachen-, Bronchialschleimhaut und die Schleimhaut des Magen-Darm-Trakts. Symptome treten innerhalb von Sekunden bis Minuten auf; nach 4 bis 6 Stunden kann es zu einer zweiten Reaktion kommen. In diesem Fall sofort zum Arzt oder in die Notaufnahme eines Spitals gehen.
2 Ausschläge oder Ekzeme, Juckreiz, laufende Nase, Tränen, Rötung der Haut usw., ausgelöst durch Insektenstiche, Kosmetika, Arzneimittel, Metalle, Zementstaub, Haushaltchemikalien, chemische Lösungsmittel, Mehlstaub, ätherische Öle, Pollen usw. Auftreten 12 bis 72 Stunden nach dem Kontakt.
3 Nahrungsmittelunverträglichkeiten äussern sich oft in trockenen oder nässenden Ekzemen, Juckreiz, Neurodermitis und Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, breiiger Stuhlgang bis Durchfall, Bauchschmerzen oder Asthma.
URSACHEN
Allergien sind Reaktionen des Immunsystems auf körperfremde Substanzen, die als Allergene erkannt werden. Das Immunsystem reagiert immer häufiger allergisch auf natürliche Substanzen und auf Nahrungsmittel. Als Allergene weit verbreitet sind Getreide (vor allem Weizen), Kuhmilch, Milchzucker, Früchte wie Äpfel, Erdbeeren, Ananas, Kiwi, Mango, Lychees, Zitrusfrüchte, Gemüse wie Tomaten, Sellerie und Kohlarten, Nüsse, Meeresfrüchte, Eier. Auch Stress kann allergische Reaktionen auslösen.
BEHANDLUNG
Unverträgliche Nahrungsmittel meiden // Beobachten Sie an sich selbst, was die Symptome verschlimmert. Lassen Sie dieses Nahrungsmittel konsequent weg und beobachten Sie, ob die Symptome verschwinden. Machen Sie die Gegenprobe: Essen Sie dieses Nahrungsmittel wieder. Wenn ein plötzlicher Schub von Symptomen erfolgt, haben Sie das für Ihre körperliche Reaktion verantwortliche Nahrungsmittel gefunden.
Bioresonanz // Bioresonanz wirkt oft erfolgreich gegen Allergien und Unverträglichkeiten. Die auslösenden Stoffe können inaktiviert werden. Bioresonanztherapie unterstützt den Körper bei der Selbstheilung.
ERNÄHRUNG NAHRUNGSERGÄNZUNG
Meiden // Schweinefleisch, Alkohol, Nikotin, Fertigprodukte und unverträgliche Nahrungsmittel.
Einnehmen // Vitamin C: natürliches Antihistaminikum, 2 – 4 g täglich einnehmen.
Vitamin-B-Komplex: bringt das Immunsystem wieder in Balance und reduziert allergische Symptome. Erwachsene 1 – 2 Kapseln, Kinder 1 Kapsel pro Tag.
Lebertrankapseln: 2 Kapseln täglich; Lebertran vermindert Entzündungen und bringt das Immunsystem wieder ins Gleichgewicht.
Nachtkerzenöl: 2 – 4 Kapseln, vermindern Entzündungen und bringen das Immunsystem wieder ins Gleichgewicht. Kalzium und Magnesium: reduzieren Allergiebereitschaft und mindern Symptome.
Zink: 30 – 45 mg täglich bei Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten einnehmen.
Spurenelemente: Einnahme über 1 bis 2 Jahre unterstützt das Auskurieren von Allergien.
STILLENDE MÜTTER
Stillen ist sinnvoll. Gestillte Kinder leiden weniger häufig an allergischen Reaktionen als ungestillte. Ideal ist eine Stillzeit von 1 Jahr. Wer nicht stillen kann oder will, ernährt sein Kind am besten mit Sojatrinkpulver für Säuglinge. Treten beim Kleinkind allergische Reaktionen wie Bauchkoliken, Milchschorf oder Neurodermitis auf, werden sie oft durch Lebensmittel, die die Mutter gegessen hat, ausgelöst. Meidet die Mutter Kuhmilch, Kuhmilchprodukte und Weizen können die Symptome in kurzer Zeit verschwinden.
Angina (Mandelentzündung)
SYMPTOME
Angina ist eine Entzündung der Rachenmandeln; sie befinden sich auf beiden Seiten des Rachens etwa auf Höhe des Halszäpfchens. In den Mandeln können sich Taschen, sogenannte Krypten, bilden, in denen sich Eiter festsetzen kann, was zu chronischen Halsschmerzen und Schluckbeschwerden führen kann. Angina zeigt sich durch geröteten Hals und Rachen, vergrösserte Mandeln, Eiterflecken oder -beläge auf den Mandeln, Schluckbeschwerden, geschwollene Lymphknoten am Hals unter dem Kiefer und vor beziehungsweise hinter den Ohren sowie oft an Fieber, das sehr hoch ansteigen kann.
BEHANDLUNG
Am besten lassen sich Hals- und Mandelentzündungen kurieren, wenn beim ersten, kaum spürbaren Halskratzen mit einer Therapie begonnen wird. Manchmal entsteht allerdings innert weniger Stunden eine starke Entzündung mit Fieber. Bei einem akuten Verlauf sofort zum Arzt gehen; Ursache ist dann meist ein bakterieller Infekt, der einer Antibiotika-Behandlung bedarf, damit er sich nicht auf Herz, Nieren und Gelenke ausbreitet.
Echinacea (Sonnenhut) // Bei einem akuten Schub Kinder bis 12 Jahre 5 – 15 Tropfen, Erwachsene 20 – 30 Tropfen 3 x täglich vor den Mahlzeiten einnehmen.
Tropaeolum majus (Kapuzinerkresse-Urtinktur) // 2 – 4 mal täglich 2 – 5 Tropfen in etwas Wasser einnehmen, Kinder 1 – 2mal täglich 1 – 2 Tropfen, bis alle Symptome abgeklungen sind.
Wasserdostkraut (Eupatorium) // 1 TL in einer Tasse mit heissem Wasser überbrühen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen und 2 x täglich 1 Tasse morgens und abends trinken, bis alle Symptome abgeklungen sind.
Eupatorium C30 und Mercurius cyanatus C30 // 5 – 6 homöopathische Kügelchen aus der Apotheke alle 5 Std. 2 – 3 x hintereinander einnehmen. Die Wirkung sollte in 2 – 3 Stunden, spätestens in 12 Std., klar spürbar sein. Danach 1 x täglich bis zum Abklingen der Symptome einnehmen.
Lymphtee // Je 20 g Ringelblumenblüten, Brennnesselkraut, Grindeliakraut und Malvenblüten (Malvae sabdar), 25 g Holunderblüten und 35 g Hagenbuttenfrüchte in der Drogerie oder Apotheke mischen lassen. 1 TL in einer Tasse mit heissem Wasser übergiessen und 5 Min. ziehen lassen. 2 – 4 Tassen über den Tag verteilt trinken bis zum Abklingen der Symptome. Wenn die Entzündungen immer wiederkehren, sollte die Immunabwehr gezielt gestärkt werden, siehe Immunschwäche Seite 109.
Salbeitee zum Gurgeln // 2 TL Salbei in einer Tasse mit heissem Wasser übergiessen und 5 – 10 Min. ziehen lassen. Mehrmals täglich gurgeln. Salbeiblätter entfalten die gleiche Wirkung, wenn sie lange gekaut werden. Junge, frische Blätter sind getrockneten vorzuziehen. Bis zum Abklingen der Symptome anwenden.
Teemischung zum Gurgeln // Je 20 g Blutwurz, Kamillenblüten, Ringelblumen und Salbeiblätter in der Drogerie oder Apotheke mischen lassen. 3 TL mit 2.5 dl heissem Wasser übergiessen, 10 Min. ziehen lassen und abseihen. Mehrmals täglich damit gurgeln, bis alle Symptome abgeklungen sind.
Mit kaltem Wasser gurgeln // Regt die Durchblutung des Nasen- und Rachenraums an. 3 – 4 x täglich zur Vorsorge durchführen.
Ölziehkur // Anleitung Seite 251. 1 x täglich durchführen, bis die Symptome weg sind. Zur Immunstärkung über mehrere Monate empfohlen.
Der kalte Halswickel // Mit kaltem Wasser oder mit Quark, Lehm oder Zwiebeln als kalte Auflage. 1 – 2 x täglich. Anleitung Seite 216.
Der heisse Halswickel // Mit gewärmter Zwiebel 1 – 2 x täglich. Anleitung Seite 216 und 220.
ERNÄHRUNG
Meiden // Milch- und Milchprodukte, um Schleimbildung zu reduzieren; Zitrussäfte, vor allem von Orangen und Grapefruit, können im Hals ein Brennen verursachen.
Beachten // Genügend trinken.
Eis // Schmerzen lindern durch Eiswürfel-Lutschen.
Appetitlosigkeit
SYMPTOME
Oft verliert man den Appetit durch Stress, psychische Belastungen oder Mangel an Verdauungssäften in Magen, Galle und Bauchspeicheldrüse. Ist die Appetitlosigkeit durch Stress bedingt, steht die Beruhigung des Nervensystems im Vordergrund.
BEHANDLUNG
Bitterstoffe sind seit dem Altertum als verdauungsfördernd bekannt. Der Volksmund sagt: «Was bitter dem Mund, ist dem Magen gesund.»
Magentee // Je 50 g Tausendgüldenkraut und Wermutskraut mischen, 1 TL in einer Tasse mit heissem Wasser überbrühen, 10 Min. ziehen lassen und 2 Tassen schluckweise über den Tag verteilt trinken, wobei der Tee möglichst lange im Mund behalten wird.
Wermutwein // Während maximal 4 Wochen morgens nüchtern 1 Likörgläschen trinken. Herstellung:
1. Variante: 40 ml frischer Wermutfrühlingssaft, 150 g Honig, 1 l süsser Weisswein. Weisswein bis zum Siedepunkt erhitzen, Wermutsaft und Honig zugeben, Pfanne vom Herd nehmen, abseihen und heiss in saubere Flaschen abfüllen. 2. Variante: Eine Handvoll frisches Wermutkraut (Sammelzeit: Mai bis Juli) in 1 l süssen Weisswein einlegen, gelegentlich umrühren, nach 1 Woche abseihen, nach Belieben Honig beifügen.
Orangen-Sirup // Zutaten: 12 Orangen aus biologischem Anbau, 1 l trockener Weisswein, 12 EL brauner Vollrohrzucker bzw. für Diabetiker Fruchtzucker. Zubereitung: Die orange Haut so abschälen, dass die weisse Haut auf dem Fruchtfleisch bleibt. Orangenschale klein schneiden, in den Wein geben und 15 Min. kochen. Die weisse Haut von den Orangen entfernen, das Fruchtfleisch kleinschneiden und in den Wein geben. Zucker beifügen und 30 Min. köcheln.
Kinder-Sirup // 25 g Angelikatinktur, 25 g Kamillentinktur und 150 g Sirup Aurantii in der Drogerie oder Apotheke mischen lassen. In saubere Flaschen abfüllen und im Kühlschrank aufbewahren. Einnahme: morgens und abends 1 EL vor dem Essen.
Heisse Auflage // 1/2 Std. vor jeder Mahlzeit, mit heissem Wasser: Anleitung Seite 220.
ERNÄHRUNG
Bittere Gemüse und Salate essen.
Ingwer als Gewürz oder Tee verwenden.
Thymian und Ysop als Gewürze verwenden und mit den Speisen mitkochen.
Arthritis, Arthrose
SYMPTOME
Arthrose ist eine Abnützung der Gelenke. Oft geht sie mit einer Entzündung der Gelenke einher. Die Knie sind am häufigsten betroffen, dann die Schultern, aber auch Hüfte, Wirbelsäule und Fingergelenke. Im Entzündungsstadium schwellen die betroffenen Stellen an, verursachen Schmerzen und sind druckempfindlich.
BEHANDLUNG
Rheumatee bei akuten Schmerzen // Je 30 g Weidenrinde, Brennnesselkraut, Bittersüss-Stiele, Birkenblätter und Hagebutten in der Drogerie oder Apotheke mischen lassen. 1 EL mit 2 Tassen heissem Wasser aufgiessen, 15 Min. ziehen lassen, abseihen. Morgens und abends eine Tasse trinken. Bis Schmerzen nachgelassen haben anwenden.
Teufelskrallenwurzel-Tee // 1 EL mit 2 Tassen kochendem Wasser aufgiessen und über Nacht ziehen lassen. Auf 3 Portionen pro Tag verteilen, vor dem Trinken kurz aufkochen und vor dem Essen zu sich nehmen; bei empfindlichem Magen nach dem Essen trinken. Diese Kur mindestens 3 Wochen durchführen, da die Wirkung ab der 3. Woche eintritt.
Apfelessig // 1 EL Apfelessig mit 1 TL Honig in einem Glas mit heissem Wasser vermischen und morgens und abends während 2 – 3 Wochen vor oder während der Mahlzeiten trinken.
Ölziehkur // 20 Min. täglich während längerer Zeit. Anleitung Seite 251.
Kampfer-Cayennepfeffer-Öl // 2 g Cayennepfeffer, 16 g Kampferessenz aus der Apotheke, 8 g Olivenöl mischen und 3 Tage am Licht stehen lassen, um Reizungen der Haut zu verhindern. Im Wasserbad kurz erhitzen und durch ein Mull- oder Leinentuch abseihen. Die betroffenen Stellen mehrmals täglich einreiben.
Wirzsalbe // Rezept: Seite 256. Anwendung: Salbe 1 – 2 mal täglich, am besten morgens und abends 1 – 2 Min. an den betroffenen Stellen sanft einmassieren; nicht auf offene Wunden auftragen.
Kneipp-Anwendungen im akuten Zustand // Kalte Auflagen mit Lehm, Quark oder Kohl. Anleitung Seite 219.
Kneipp-Anwendungen im chronischen Zustand // Heisse Lehmauflage oder Heublumensack auf die betroffenen Stellen legen: Anleitung Seite 220. Warmes Bad: Seite 231.
ERNÄHRUNG
Meiden // Schweinefleisch: Es belastet den Stoffwechsel und steigert die Entzündungsbereitschaft.
NAHRUNGSERGÄNZUNG
Einnehmen // Genügend Vitamin E zuführen: Es schützt die Zellmembran vor freien Radikalen und vor Entzündungen und Versteifungen der Gelenke.
Spurenelemente helfen den Knorpel wiederaufbauen; Einnahme während 1 – 2 Jahren.
Asthma
SYMPTOME
Asthma ist Folge einer Verengung der Atemwege durch Entzündung, Krämpfe in der Atemmuskulatur und übermässige Schleimbildung. Es zeigt sich in anfallsweise auftretender Atemnot mit pfeifender Ausatmung. Der Kranke setzt sich auf, leidet unter Hustenreiz, zähem Mundschleim sowie erhöhtem Puls und Blutdruck. Kinder sind häufiger betroffen als Erwachsene. Man unterscheidet zwischen allergisch bedingten und nichtallergisch bedingten Asthmaanfällen.
URSACHEN
Allergisch bedingte Asthmaanfälle // können ausgelöst werden durch Blütenpollen, Tierhaare, Hausstaub, Milben, Mehlstaub, Schuppen, Federn, Schimmelpilzsporen, Fisch, Milch, Hühnereiweiss, Nüsse, Erdbeeren, Chemikalien usw.
Nichtallergische Asthmaanfälle // können ausgelöst werden durch Infektionen in Nase und Stirnhöhlen, chemische und physikalische Reizstoffe wie Zigarettenrauch, Gase, Kälte, Dämpfe, Nebel oder Temperaturschwankungen usw., körperliche Anstrengung beziehungsweise Überbelastung, Hyperventilation sowie psychische Belastungen usw.
BEHANDLUNG
Asthmatee nach Josef Karl // Je 30 g Meerträubchenkraut, Sonnentaukraut, Thymiankraut und evtl. Weissdornkraut, 70 g Süssholzwurzel in der Drogerie oder Apotheke mischen lassen. 2 x täglich 1 TL in einer Tasse mit heissem Wasser überbrühen, 10 Min. ziehen lassen und trinken. Dieser Tee eignet sich bei Asthma ohne oder mit wenig Schleimbildung. Weissdornkraut unterstützt das Herz bei schnellem Puls und hohem Blutdruck.
Asthmatee bei deutlicher Schleimbildung // Je 25 g Malvenblätter, Huflattichblätter, Anisfrüchte und Süssholzwurzel und evtl. 30 g Weissdornkraut in der Drogerie oder Apotheke mischen lassen. 1 EL mit 2 Tassen kaltem Wasser ansetzen, 4 – 6 Stunden oder über Nacht stehen lassen. Die Kräuter abseihen und leicht erwärmt 2 Tassen pro Tag trinken, bis die Schleimbildung ganz zurückgegangen ist. Falls die Asthmabeschwerden fortdauern, mit Asthmatee nach Josef Karl weiterbehandeln. Weissdornkraut unterstützt das Herz bei schnellem Puls und hohem Blutdruck.
Heisse Auflage mit Wasser oder Kartoffeln // Anleitung Seite 220. Wichtig: Während eines Asthmaanfalls Patienten nicht einwickeln, da dadurch das Engegefühl verstärkt wird.
Warmes Fussbad nach Kneipp // Anleitung Seite 232.
Ansteigendes Fussbad nach Kneipp // Anleitung Seite 233.
Kopfdampf nach Kneipp // 1 EL Fenchelsamen und Thymiankraut mit 1 l Wasser aufkochen, vom Herd nehmen und die Dämpfe einatmen. Mit Eukalyptusöl: 5 – 10 Tropfen in heisses Wasser geben und inhalieren. Bei akuter Atemnot 2 – 3 x täglich inhalieren.
Bioresonanz // Asthma auslösende Allergien lassen sich im Allgemeinen gut mit Bioresonanz behandeln.
ERNÄHRUNG
Salzkonsum // reduzieren.
Meiden // Lebensmittel, die Sulfite enthalten; Sulfite müssen auf der Zutatenliste deklariert werden; individuell unverträgliche Lebensmittel, E-Stoffe, Kuhmilch und Kuhmilchprodukte, Weizen.
NAHRUNGSERGÄNZUNG
Einnehmen // Magnesium, Vitamin-B-Komplex sowie Vitamine C und E.
Augenentzündung
SYMPTOME
Bindehaut, Hornhaut und Augenlider können sich entzünden. Ein Gerstenkorn – auch Gritli oder Wehrli usw. genannt – ist ein schmerzhafter Abszess am Augenlid. Ein Hagelkorn ist eine erbsengrosse, nicht schmerzende Zyste am Augenlid; eine Zyste ist ein Gewebe mit einem Hohlraum, der mit Wasser, Blut oder Eiter gefüllt sein kann.
Augen können brennen, jucken oder tränen. Es kann sich ein Gefühl entwickeln, dass sich ein Fremdkörper im Auge befindet. Lichtempfindlichkeit ist auf eine Reizung der Hornhaut zurückzuführen.
URSACHEN
Mögliche Ursachen einer Augenentzündung: Fremdkörper im Auge, Kontaktlinsen, Viren, Bakterien, Blütenpollen, Umweltverschmutzung, Verstopfung des Tränenkanals.
BEHANDLUNG
Allgemeine Regel // Wenn nach 3 bis 4 Tagen Selbstbehandlung keine Besserung eintritt, eine medizinische Fachperson beiziehen.
Bei Lichtempfindlichkeit // Raum, in dem sich der Patient befindet, abdunkeln, um die Augen zu schonen.
Fremdkörper entfernen // Bei einer Augenentzündung immer zuerst kontrollieren, ob sich nicht ein Fremdkörper im Auge befindet; kleinste Insekten können das Auge reizen. Vorgehen: Zuerst das Unterlid bzw. das Oberlid anheben und prüfen, ob sich ein Fremdkörper im Aug befindet. Das Oberlid über das Unterlid ziehen und kontrollieren, ob der Fremdkörper am Unterlid hängen bleibt. Falls das nicht der Fall ist, das Oberlid vom Augapfel abheben. Dazu nach unten schauen. Das Oberlid mit der einen Hand an den Wimpern nach unten ziehen. Mit der andern Hand ein Wattestäbchen oder ein Bleistift waagrecht auf die Mitte des Oberlides legen und dieses nach unten drücken. Gleichzeitig den unter dem Bleistift befindlichen Teil des oberen Augenlids vom Auge wegziehen und nach oben umstülpen. Nun liegt die Bindehaut frei, und der Fremdkörper kann mit einem feuchten Taschentuch oder einer feuchten Gaze entfernt werden. Wenn möglich im Anschluss eine Waschung des Auges durchführen, damit sich die Schleimhaut wieder beruhigt.
Waschung // 1 KL Augentrostkraut oder Fenchelsamen mit 3 dl Wasser heiss übergiessen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen, einen Wattebausch mit der lauwarmen Flüssigkeit tränken und von aussen nach innen waschen. 10 – 15 x wiederholen und dann den Wattebausch für 10 – 20 Min. auf das Auge legen. Bergkristallwasser verwenden. Zubereitung: Einen Bergkristall für 24 Std. in einen grossen, mit Wasser gefüllten Krug legen, an die Sonne stellen, kann auch zum Kochen verwendet werden. Bergkristall unterstützt den Körper beim Entschlacken und hilft bei Augenleiden.
Eichenrindenkompresse // 1 EL Eichenrinde kleingeschnitten in 5 dl Wasser 15 Min. kochen und abkühlen lassen. Gazekompresse mit der lauwarmen Flüssigkeit tränken, lauwarm auf das Auge legen, 10 – 15 Min. einwirken lassen. 3 – 5 x täglich anwenden. Achtung: Stoffe und Behälter können sich durch die Gerbstoffe der Eichenrinde braun verfärben.
Eiweiss-Kompresse // 1 Eiweiss steifschlagen und auf das Auge legen, mit einer Gaze zudecken, am Rand mit Pflaster abkleben und über Nacht einwirken lassen. Am Morgen die Gaze mit lauwarmem Wasser sorgfältig einweichen und vorsichtig ablösen.
Kalte Auflage nach Kneipp // Quarkauflage, Anleitung Seite 219, auflegen, bis der Quark getrocknet ist. 2 – 4 x täglich wiederholen, bis die Symptome abgeklungen sind.
Lauwarme Kräuter-Auflagen nach Kneipp // 1 EL Augentrost, Fenchelsamen oder Brennnesselblätter mit etwas Wasser aufkochen, 5 Min. ziehen lassen, abseihen und 2 – 4 x täglich lauwarm auflegen, bis Symptome abgeklungen sind.
Sonnenbrille tragen // Empfindliche Augen mit einer guten Sonnenbrille schützen, die undurchlässig für UV-Strahlen und dunkel gefärbt ist.
ERNÄHRUNG
Nährstoffe für die Augen // Vitamine A und C, Vitamin-B-Komplex, Zink; sie sind enthalten in Karotten, Melonen, Orangen, Erdbeeren, Broccoli und Leber.
Beinbeschwerden
SYMPTOME
Beinbeschwerden, schwere Beine und Stauungen in den Beinen liegt eine Venenschwäche zu Grunde. Die Folge können Krampfadern, Wassereinlagerungen in den Beinen, wunde, offene Beine (Geschwür) und Hämorrhoiden sein. Krampfadern entstehen durch eine Bindegewebsschwäche, die oft auf einen Kieselsäuremangel zurückgeführt werden kann.
BEHANDLUNG
Bambusblättertee // Bambusblätter enthalten viel Kieselsäure. Kann in unbeschränkter Menge als Getränk genossen werden, ist leicht wassertreibend, enthält kein Teein und wirkt darum nicht anregend.
Brennnesseltee // Enthält Kieselsäure und fördert den Stoffwechsel.
Tee bei Wassereinlagerungen nach Gerhard Madaus // Je 25 g Selleriewurzeln, Petersilienwurzeln, Spargelwurzeln und Mäusedornwurzelstock in der Drogerie oder Apotheke mischen lassen. 3 TL mit 2 Tassen Wasser kalt ansetzen und über Nacht ziehen lassen, abseihen und den Tee vor dem Trinken leicht erwärmen. Wirkt harntreibend und schwemmt aus.
Tropfen bei Krampfadern // 20 ml Rosskastanie, 10 ml Schafgarbentinktur, 10 ml Mäusedorntinktur, 5 ml Arnicatinktur, 5 ml Hamamelistinktur in der Drogerie oder Apotheke mischen lassen. 3 x täglich 20 Tropfen vor dem Essen in etwas Wasser während 2 – 3 Monaten einnehmen; bei anhaltenden Symptomen, Therapie verlängern.
Wundbehandlung // Beinwellsalbe aus der Drogerie oder Apotheke. Selber herstellen siehe Anleitung Seite 238. Salbe 2 x täglich auf die betroffenen Stellen auftragen.
Kalte Kneipp-Anwendungen // Wassertreten: Anleitung Seite 223, Knie- und Schenkelguss Seite 260, Unterkörperwaschung Seite 227, Fussbad Seite 230, Auflagen mit Quark, Lehm und Arnika Seite 218.
Bei müden schweren Beinen Schenkelguss Seite 260, Wassertreten Seite 223, Socken- oder Wadenwickel Seite 215.
ERNÄHRUNG
Bevorzugt essen // Fasernreiche Kost, Vollkornmehl, Salate, Gemüse, Obst.
Kieselsäurehaltige Pflanze: Brennnesselblätter; die jungen Blätter können als Salat zubereitet werden.
PRÄVENTION
Trainieren // Bewegung hilft die Venenmuskulatur stärken. Treppensteigen und Fusswippen unterstützen den Rückfluss des Blutes zum Herzen.
Übung im Stehen // Breitbeinig mit leicht gebeugten Knie stehen und die Zehen nach oben ziehen und wieder hinunterlassen. Übung 20 x wiederholen.
Übung im Sitzen // Ein Bein nach vorne strecken und mit dem Fuss nach rechts kreisen, anschliessend nach links, Bein wechseln. 20 x in jeder Richtung und mit beiden Füssen wiederholen.
Gute Verdauung // Starkes Pressen auf der Toilette vermeiden. Die Druckerhöhung fördert Krampfadern in den Beinen und im Analbereich. Auf regelmässigen und weichen Stuhlgang achten.
Bettnässen
SYMPTOME
Normalerweise gelingt es Kindern ungefähr ab dem 2. Lebensjahr ihre Blase zu kontrollieren. Von Bettnässen spricht man, wenn ein Kind ab 5 Jahren nachts noch mindestens 2 x im Monat ins Bett macht. Ungefähr 10 Prozent der Siebenjährigen, 5 Prozent der Zehnjährigen und 1 Prozent der Erwachsenen leiden darunter. Beim Bettnässen ist mit dem Hausarzt abzuklären, ob eine organische Störung, beispielsweise eine Harnwegentzündung, vorliegt. Wenn ein Kind seine Blase nicht kontrollieren kann, können auch psychische oder hormonelle Ursachen vorliegen.
BEHANDLUNG
Die Behandlung zielt auf Beruhigung und Befreiung von Ängsten.
Teemischung // Je 30 g Melissenkraut, Passionsblumenkraut und Lavendelblüten mit 10 g Johanniskraut in der Drogerie oder Apotheke mischen lassen. 1 TL in einer Tasse mit heissem Wasser überbrühen, 10 Min. ziehen lassen und abseihen. Kinder ab 3 Jahren 1 x täglich 1/2 Tasse Tee abends vor dem Schlafen zu trinken geben, ab 5 Jahren 2 x täglich 1/2 Tasse morgens und abends, Kinder im Alter von 6 – 10 Jahren 1 Tasse, ab 11 Jahren 1 – 2 Tassen pro Tag.
Johanniskrautblütentee // 1 TL Johanniskrautblüten mit 1 Tasse heissem Wasser überbrühen, 10 Min. ziehen lassen und abseihen. Ab 3. Lebensjahr 3 x täglich 1/2 Tasse trinken.
Baldriantinktur // Pro Altersjahr ein Tropfen in etwas Wasser oder Süssmost vor dem Schlafengehen trinken.
Salbeitee // 1 – 2 Tassen dreilappigen Salbeitee pro Tag trinken. Salbei 5 Min. im Wasser kochen, nicht nur überbrühen, dann abseihen.
Breitwegerichtee // 1 TL in einer Tasse mit heissem Wasser überbrühen, 5 Min. ziehen lassen und abseihen; täglich 2 – 3 kleine Tassen trinken.
Kneipp-Anwendungen // Am Morgen den ganzen Körper trockenbürsten: Anleitung Seite 225, Luftbäder am offenen Fenster Seite 224, Taulaufen Seite 223 oder Wassertreten Seite 223.
Vor dem Schlafen Fussbad mit 38 Grad warmem Wasser mit Zinnkraut für 5 – 10 Min., anschliessend kurz kalt abwaschen. Heisse Auflage in der Blasengegend: Anleitung Seite 220.
ERNÄHRUNG
Meiden // Eisgekühlte Getränke und Speisen (Glace). Nach 16 Uhr keine grösseren Mengen trinken. Abends keine scharfen Gewürze verwenden, da sie Durst machen.
Alle Speisen mit Weinessig würzen, das wärmt die Blase: 3 – 5 x täglich 3 – 4 Tropfen Weinessig auf die Zunge träufeln. Keine Weizenprodukte essen, anstelle von Weizen Dinkel nehmen. Dinkel wärmt Magen und Blase.
TIPPS
Füsse // Immer auf warme Füsse achten.
Kunststofffolien oder -plachen vom Bett fernhalten // Keine Plastiktaschen oder -folien im oder unter dem Bett des Kindes lagern. Keine plastifizierten Matratzenschonbezüge verwenden. Plastik staut die Wärme ums Becken, das Kind beginnt zu schwitzen. Das verdampfende Wasser kühlt den Beckengürtel, was für Niere und Blase schädlich ist.
Keine Bestrafung des Bettnässens // Eltern sollten ihre Kinder nicht fürs Bettnässen bestrafen. Die Kinder brauchen Zuwendung und ein offenes Ohr, das aufnimmt, was das Kind plagt.
Regelmässigkeit // Kleinkinder abends immer zur gleichen Zeit auf das Töpfchen setzen und während des Wasserlassens beim Kind bleiben. Für Kinder ist ein geregelter Tagesablauf wichtig.
Blähungen
SYMPTOME
Blähungen entstehen als Folge unvollständiger Verdauung von Nahrungsmitteln. Die Ursache kann muskulär, nervös, organisch oder nahrungsbedingt sein. Gewisse Fäulnis- und Gärungsprozesse von Früchten, aber auch von Gemüsen wie Bohnen und Hülsenfrüchten verursachen eine Gasbildung, die in Magen und Darm zu Krämpfen, Völlegefühl und Windabgang führen.
BEHANDLUNG
Tee // Je 30 g Anisfrüchte (oder Küchenanis), Fenchelfrüchte und Kümmelfrüchte in der Drogerie oder Apotheke mischen lassen. Nach Belieben je 5 g Pfefferminze und Kamille zufügen. Für Säuglinge nur Fenchelfrüchte nehmen. Wenn Säuglinge unter der 3-Monats-Kolik leiden, kann der Schoppen anstelle von Wasser mit Fencheltee angerührt werden. 1 TL der Mischung zerquetschen, in einer Tasse mit kochendem Wasser überbrühen und 20 Min. ziehen lassen. Das Zerquetschen der Samen verbessert die Wirkkraft des Tees. Wer keinen Tee mag, kann 1 TL der Früchte in den Mund nehmen, 10 Min. gut kauen und einspeicheln und dann schlucken. Wer allergisch auf Anis ist, lässt Anis weg und trinkt Fenchel- und/oder Kümmeltee.
Äusserliche Anwendungen // Bauch mit Kümmelöl einreiben, auch für Säuglinge gut geeignet. Herstellung: 2 dl Olivenöl mit 1 Handvoll zerquetschten Kümmelsamen in einem Glas ansetzen und zwei Wochen stehen lassen, 1 x täglich gut durchschütteln, abseihen und dunkel aufbewahren. Anwendung: 2 – 3 x täglich.
Ringelblumenbutter // 50 g frische, zerquetschte Ringelblumenblätter und 50 g Ziegenbutter (von einem Bauern) oder Wollfett erwärmen, bis das Fett flüssig ist; es nimmt den Saft und die Wirkstoffe der Ringelblume auf. Unter Rühren abkühlen lassen. Anwendung: bei Muskel- und Gelenkschmerzen an den betroffenen Stellen einreiben; bei Bauchschmerzen dem Darmverlauf nach einreiben; bei Hautproblemen, Geschwüren, Geschwülsten und Wundliegen (Decubitus) betroffene Stellen 2 – 3 x täglich bestreichen.
Kneipp-Anwendungen // Anleitung heisse Auflage Seite 220. Bauchwaschung Seite 226, Lendenwickel Seite 217; dem Wasser kann nach Belieben Kümmelöl zugesetzt werden.
ERNÄHRUNG
Langsam essen // Sich Zeit zum Essen nehmen. In Ruhe speisen, ermöglicht eine bessere Verdauung. Der Volksmund sagt: Die Verdauung beginnt im Munde. Kauen und Einspeicheln sind wichtige Teile des Verdauungsvorgangs.
Nicht zu viel sprechen während des Essens, da man sonst zu viel Luft schluckt. Keine zu üppigen oder zu fettigen Speisen essen. Jeden Bissen 33 x kauen, dann schlucken.
Quendel, Ysop, Koriander // Jedem Essen je 3 Messerspitzen Quendel- und Ysoppulver beifügen und mitkochen. Mit Koriander würzen.
Rohes oder Gekochtes // Wer häufig unter Blähungen leidet, sollte in einer Mahlzeit nur Rohkost oder nur gekochte Nahrungsmittel zu sich nehmen, nicht beides gleichzeitig oder nur kurz hintereinander.
Knoblauch oder Zwiebeln // Nicht Knoblauch und Zwiebeln in der gleichen Mahlzeit essen. Beim Knoblauch immer den mittleren Keim entfernen, da er am meisten bläht und die Verdauung stört.
FÜR STILLENDE MÜTTER
Eigene Ernährung beachten // Wenn das Kind unter einer 3-Monats-Kolik oder sonst an häufigen Blähungen leidet, darauf achten, was Sie selbst essen. Alle Wirkstoffe Ihres Essens gehen in Sekundenschnelle in die Muttermilch über und belasten dadurch den Säugling.
Lassen Sie alle Milch- und Milchprodukte weg. Viele Kinder sind allergisch auf Kuhmilch. Verwenden Sie Reismilch, Mandelmilch oder Sojamilch als Ersatz.
Verzichten Sie auf blähende Gemüse wie Bohnen, Hülsenfrüchte, Kohlarten, Zwiebeln, Lauch, Knoblauch, Bärlauch. Meiden Sie karamellisierten Zucker, Honig (kann Durchfall auslösen) und Orangensaft.
Wenn dies keine Abhilfe schafft, Weizen meiden: Weizen, Hartweizen, Teigwaren, Brot, Kuchen. Nehmen Sie stattdessen Dinkel: Dinkelweiss- und Dinkelvollkornmehl, Dinkelgriess, Dinkelteigwaren und reines Dinkelbrot. Unverträglich sind meist nicht das Gluten in verschiedenen Getreidearten, sondern ihre Eiweisse.
Gerichte frisch zubereiten und keine Fertigprodukte essen. Alle E-Zusätze und Emulgatoren meiden.
Keine künstlichen Süssstoffe, stattdessen Vollrohrzucker oder Stevia verwenden. Aufputschgetränke meiden.
TIPP
Bauchmassage // Bauch im Uhrzeigersinn massieren. So folgen Sie der natürlichen Lage des Darms im Körper. Damit regen Sie die Darmbewegungen an, und die Luft kann besser entweichen. Beginnen Sie im rechten Unterbauch und arbeiten Sie sich zur untersten rechten Rippe hoch. Gehen Sie quer von der linken untersten Rippe zum linken Unterbauch und schliessen Sie den Kreis.
Blasenentzündungen
SYMPTOME
Die Symptome einer Blasenentzündung sind schmerzhaftes Brennen beim Wasserlösen, wobei der Urin trüb ist und übel riecht, häufiger Harndrang mit kleinen Urinmengen und schmerzhafter Harndrang. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die Entzündungen werden oft von Kolibakterien hervorgerufen, die im Darm vorhanden sind.
BEHANDLUNG
Blasentee bei akuter Entzündung // 30 g Bärentraubenblätter, je 20 g Petersilienwurzel, Goldrutenkraut, Pestwurzel und Kamillenblüten in der Drogerie oder Apotheke mischen lassen. 1 TL mit 2.5 dl Wasser überbrühen, 5 Min. ziehen lassen, abseihen. 3 x täglich warm trinken, bis keine Symptome mehr vorhanden sind und der Urin wieder klar ist.
Blasentee bei chronischer Entzündung // Je 10 g Liebstöckelwurzel, Hauhechelwurzel, Birkenblätter, Thymiankraut. Goldrutenkraut, Bärentraubenblätter, Wacholderbeeren und Berberitzenwurzel in der Drogerie oder Apotheke mischen lassen. 2 EL mit 5 dl kaltem Wasser ansetzen und über Nacht stehen lassen. Abseihen und leicht erwärmen. 2 x täglich davon trinken. Die Kur soll während 3 – 4 Wochen durchgeführt werden.
2 Liter trinken pro Tag // Es ist empfehlenswert, das Durchspülen der Blase zu fördern. Trinken Sie täglich mindestens 2 Liter Flüssigkeit. Mit dem Urin werden die Bakterien ausgeschwemmt. Das Ausscheiden des Urins kann durch die Einnahme von Karkade, auch Hibiscusblüten oder Rote Malve genannt, und Hagebuttentee gefördert werden. 50 g Hibiscusblüten und 50 g Hagebuttenfrüchte in der Drogerie mischen lassen; 1 EL mit 1 l heissem Wasser überbrühen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen und über den Tag verteilt warm trinken.
Bärentraubenblättertee // 1 – 2 TL Bärentraubenblätter mit 3 dl kaltem Wasser ansetzen und mindestens 12 Stunden (über Nacht) ziehen lassen. Täglich 2 – 3 Tassen davon lauwarm trinken. Wichtig: Die Traubenblätter dürfen nicht gekocht werden, da beim Kochen zu viele Gerbstoffe in den Tee gelangen, die Übelkeit hervorrufen können.
Der ausgeschiedene Urin kann sich zu Beginn braun verfärben, was normal ist. Je dunkler der Urin, desto stärker ist wahrscheinlich die Entzündung. Die antibakterielle Wirkung entfaltet die Bärentraube im alkalischen Urin. Der Säuregrad des Urins kann mit Lackmuspapier aus der Drogerie oder Apotheke gemessen werden: Blau bedeutet alkalisch, rot sauer; bei einer roten Verfärbung vermehrt Gemüse, Obst und Salat essen oder täglich 1 Messerspitze Natriumbicarbonat in ein Glas Wasser einrühren und trinken.
Schwangere sollten die Teemischung für akute und chronische Blasenentzündungen, siehe oben, bevorzugen, da die Bärentraube allein wehenfördernd wirken kann.
Kneipp-Anwendungen // Warmes Fussbad: Anleitung Seite 232, warmes Halbbad Seite 231, ansteigende Bäder Seite 232, heisse Auflage auf Blasengegend mit Heublumen, Kartoffeln, heiss angemachtem Lehm oder mit Kräuterzusätzen wie Schafgarbe und Kamille Seite 220. Wichtig: Bei Krampfadern Fussbäder nur bis Knöchelhöhe machen.
Wichtig: Sollten die Beschwerden zunehmen mit Schmerzen bis zur Nierengegend – das heisst über die Hüfte hinauf bis zur untersten Rippe, gehen Sie zum Arzt. Die Niere ist dann ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen und muss vom Schulmediziner abgeklärt werden.
ERNÄHRUNG
Meiden // Kalte Getränke; Getränke mit Zimmertemperatur trinken. Eis (Glace), scharfe Gewürze, zu viel Kochsalz, Kaffee und Schwarztee.
Essen // Diät, die abwechslungsweise sauer und basisch ist: 1. Tag basisch – nur rohes oder gekochtes Gemüse, Salate, Früchte. 2. Tag sauer – nur eiweissreiche Kost wie Fisch, Geflügel, Käse und Milchprodukte. 3. Tag wieder basisch usw.
Beerensaft // 3 dl Preiselbeersaft, 2 dl Johannisbeersaft und 2 dl Himbeersaft mischen und täglich trinken, um die Blase zu reinigen. Die ersten beiden Säfte machen den Urin alkalisch, letzteres wirkt keimhemmend. Diese Mischung kann auch präventiv über eine beschränkte Zeit eingenommen werden.
TIPPS
Meiden // Kalte Füsse, Barfusslaufen oder Sitzen auf kalten Steinen.
Sich warm halten // Hausschuhe tragen, auch bei Bodenheizung; warme Schuhe tragen, im Winter auf eine gute Gummisohle achten. Warme Unterwäsche tragen, Unterleibchen anziehen, um die Nieren warm zu halten.
Intimwäsche // Analgegend sauberhalten. Frauen: Nicht mit dem Toilettenpapier vom Anus Richtung Vagina (Scheide) wischen! Waschlappen für die Intimgegend nach jedem Gebrauch in die Wäsche geben oder Einweg-Papiertücher verwenden.
Blutarmut (Anämie), Eisenmangel
SYMPTOME
Folgende Symptome können bei Blutarmut (Anämie) oder Eisenmangel auftreten: blasse Haut und Schleimhaut; spröde Fingernägel (mit Querrillen), Haut und Haare; allgemeine Schwäche, Kopfschmerzen, Müdigkeit; Konzentrationsschwäche, Zungenbrennen, Mundwinkelrhagaden, Appetitlosigkeit, Durchfall und Verstopfung. Die Ursachen sollten genau abgeklärt werden, am häufigsten sind chronische Blutungen.
BEHANDLUNG
Teerezept // 30 g Brennnesselblätter, je 20 g Schafgarbenblüten, Johanniskraut, Pfefferminzblätter und Erdbeerblätter sowie 10 g Tausendgüldenkraut in der Drogerie oder Apotheke mischen lassen. 1 TL der Mischung in 1 Tasse mit heissem Wasser überbrühen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen und 3 x täglich 1 Tasse trinken. Anwendung während 2 – 3 Monaten.
Tausendgüldenkraut-Wein // Je 30 g Tausendgüldenkraut und Pfefferminzblätter und 1 Stück unbehandelte Zitrone, mit Schale zerschnitten, mit 1 l Weisswein in einem Glaskrug mischen und 10 Tage zugedeckt stehen lassen. Täglich umrühren. Dann abseihen und in Flaschen füllen. 3 x täglich ein Likörglas vor den Mahlzeiten trinken.
Kneipp-Anwendungen // Abhärtungsübungen wie Tau- und Schneelaufen: Anleitung Seite 223, Atmungsübung bei offenem Fenster Seite 224, kalte Waschungen Seite 225.
ERNÄHRUNG
Essen // Lebensmittel mit hohem Anteil an Vitaminen und Mineralien bevorzugen:
Folsäure: Weizenkeime, rote Bohnen, Spinat, Kalbsleber, Broccoli, Hühnerei, Sojabohnen.
Vitamin A: Rindsleber, Lebertran, Eier, Butter, Cheddarkäse, Vollmilch, Süsskartoffeln, Karotten.
Vitamin B6: Kalbsleber, Kartoffeln, Bananen, Linsen, Forelle, Spinat, Bierhefe.
Vitamin B12: Kalbsleber, Miesmuscheln, Lachs, Rindfleisch, Hühnerei, Vollmilch, Emmentalerkäse.
Vitamin C: Papaya, Broccoli, Rosenkohl, Orangen, Erdbeeren, Grapefruit, Kartoffeln, grüne Paprikaschoten.
Eisen: Austern, Sojamehl, Hirse, Leber von Kalb und Rind, Linsen, weisse Bohnen, Haferflocken, Roggen.
Kupfer: Leber von Rind und Kalb, Portwein, Sherry, Wermut, Austern, Linsen, Erbsen, Bohnen, Sonnenblumenkerne, Hasel- und Walnüsse, Mandeln, Aprikosen, Pflaumen, Pfirsiche, Meerfisch, Huhn, Gans, Lamm.
Bluterguss
BEHANDLUNG
Vogelmierenkraut // 1 EL Kraut in 1 dl Wasser 5 Min. kochen, abseihen, das warme Kraut auf den Bluterguss legen, mit einer Mullbinde fixieren. 3 – 4 x täglich wiederholen.
Beinwell // 100 g Beinwellwurzeln mit 1 l Wasser zum Kochen bringen, 10 Min. kochen, danach abseihen. Mit Flüssigkeit lauwarme Umschläge machen. Wichtig: Diese Flüssigkeit darf nicht getrunken werden, da sie giftige Pyrrolizidinalkaloide enthält.
Kneipp-Anwendungen // Kalte Auflage mit Quark, Lehm, und Arnika. Die Anwendung von Arnika hat 1. Priorität. Anleitung Seite 218.
ERNÄHRUNG
Vitamin C und Kupfer // Mangel an Vitamin C und/oder Kupfer kann eine Ursache für die Anfälligkeit auf Blutergüsse sein. Nehmen Sie hochwertige Proteine in Form von magerem Fleisch, Fisch, Eier und fettarmen Milchprodukte zu sich.
Kupferzufuhr mit einem guten Multivitaminpräparat.
Bluthochdruck (Hypertonie)
Ein gesunder normaler Blutdruck zeigt Werte von 120/80 mm Hg. Der obere Wert entspricht dem Druck, mit dem das Herz das Blut in die Blutbahn hinausbefördert. Der untere Wert entspricht dem Druck, der durch die Elastizität der Gefässwände entsteht. Abweichungen davon sind bis zu einem gewissen Mass normal: Der erste (systolische) Wert kann bis 160 mm Hg ansteigen, der untere (diastolische) Wert bis 90 mm Hg. Regelmässige Messungen helfen, einen erhöhten Blutdruck schnell zu erkennen. Messen lassen können Sie den Blutdruck in der Apotheke, beim Arzt oder Heilpraktiker, oder Sie kaufen sich ein eigenes Messgerät. Ein Gerät, bei dem die Messung am Oberarm gemacht wird, ist zu bevorzugen; die Handgelenkmessgeräte sind weniger genau.
Wenn Sie vom Arzt verordnete blutdrucksenkende Medikamente nehmen, dürfen Sie diese nur in Absprache mit Ihrem Arzt absetzen.
SYMPTOME
Bluthochdruck spürt der Patient meist nicht. Daher ist es wichtig, sich den Blutdruck 1 – 2 x pro Jahr zu messen. Herzklopfen, Schwindel, Kopfschmerzen, Nervosität, Ohrensausen, Sehstörungen, unruhiger Schlaf, gerötetes Gesicht, Herzdruck, Leistungsschwäche bei älteren Leuten, Depression, Atemnot bei Anstrengung können Anzeichen für Bluthochdruck sein.
BEHANDLUNG
Grundsätzlich // Alle Anwendungen zur Behandlung von Bluthochdruck während 3 – 6 Monate durchführen, bis sich der Blutdruck normalisiert. Es empfiehlt sich, den Blutdruck zu verschiedenen Tageszeiten zu messen und die Werte in einem Tagebuch festzuhalten.
Teerezept // Je 30 g Mistelkraut, Weissdornblätter mit Blüten, Melissenblätter und Goldrutenkraut in der Drogerie oder Apotheke mischen lassen. Morgens und abends 2 TL in einer Tasse mit heissem Wasser überbrühen, 10 Min. ziehen lassen und abseihen. Schluckweise trinken.
Olivenblätter // 3 x täglich 1 TL in einer Tasse mit heissem Wasser überbrühen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen und trinken.
Mistelkraut // 2 – 4 TL mit 2.5 dl Wasser kalt ansetzen und über Nacht stehen lassen. Morgens und abends eine Tasse trinken. Die Abendportion am Morgen kalt ansetzen und tagsüber ziehen lassen.
Knoblauchsaft // Zutaten: 5 Knoblauchzehen, 5 TL Zucker, 1 dl Wasser. Den gepressten Knoblauch mit dem Zucker mischen und Wasser zugeben. Zusammen erhitzen und 10 Min. ziehen lassen. Durch feine Gaze oder einen Kaffeefilter filtrieren. Über den Tag verteilt trinken. Am nächsten Morgen den Saft wieder frisch herstellen. Hilft auch bei Husten.
Kneipp-Anwendungen // Anleitungen kalter Lendenwickel Seite 217, Wadenwickel Seite 215, Knieguss Seite 260, Trockenbürsten Seite 225.
ERNÄHRUNG
Einschränken und weglassen // Kochsalzeinsatz einschränken: 1/4 TL Meersalz pro Tag genügt für einen Erwachsenen. Nikotin, Kaffee und Schwarztee einschränken oder ganz weglassen. Fettige Speisen und Schweinefleisch meiden.
Raffinierter Zucker kann den Blutdruck erhöhen, darum meiden.
Alkoholkonsum auf 1.5 dl Rotwein pro Tag beschränken. Wenn Sie an Übergewicht leiden, sollten Sie dringend abnehmen.
Essen // Fasernreiche Kost, Vollkornprodukte, Salate, Haferoder Weizenkleie bevorzugen.
Speisen mit frisch gepresstem Knoblauch würzen; er hat blutdrucksenkende Wirkung.
Kalzium- und Magnesiumpräparate helfen erhöhte Blutdruckwerte auszugleichen.
Omega-3-Fettsäuren und Coenzym Q10 senken den Blutdruck.
TIPPS
Bewegung und Schlaf // Sport treiben hilft den Blutdruck zu senken und vermeidet Übergewicht.
Sorgen Sie für genügend Schlaf. Entspannungsübungen helfen Stress zu bewältigen, in der Folge schüttet die Nebennierenrinde weniger Stresshormone aus, was blutdrucksenkend ist.
Bluthusten, Bluterbrechen
SYMPTOME
Bluthusten // Der Auswurf ist rot gefärbt vom Blut, das aus dem Lungengewebe in die Luftwege gelangt. Gründe dafür können eine Lungenentzündung, Lungen- und Bronchialkrebs, Lungentuberkulose, Ausweitungen der Atemwege, Lungenembolien, Herzkrankheiten oder Gefässmissbildungen sein.
Bluterbrechen // Helles, frisches Blut kann aus Krampfadern in die Speiseröhre dringen und Brechreiz verursachen, ebenso kann eine Magenblutung durch Magengeschwüre oder seltener als Folge eines Magentumors zu Erbrechen führen. Das Erbrochene kann kaffeesatzartig dunkel (altes, verdautes Blut) sein. Bei stärkeren Lungenblutungen ist das Erbrochene oft dunkel und schaumig.
NOTFALL-BEHANDLUNG
Teemischung nach Sebastian Kneipp // Je 20 g Vogelmierenkraut, Zinnkraut oder Ackerschachtelhalmkraut sowie Spitzwegerichblätter in der Drogerie oder Apotheke mischen lassen. 2 TL mit 2.5 dl Wasser überbrühen, 5 Min. ziehen lassen, abseihen. 2 x täglich 1 Tasse trinken. Dieser Tee dient der Blutstillung im Notfall, wenn Sie keinen Arzt zur Hand haben. Die Behandlung dieser Symptome gehört in die Hand der Schulmedizin.
Bronchitis
SYMPTOME
Erste Symptome sind Heiserkeit, Halsschmerzen und trockener Reizhusten. Aufgrund der Entzündung der Schleimhaut bildet sich später ein klares Sekret, das abgehustet werden sollte.
Bei einem bakteriellen Infekt kann sich das Sekret gelblich bis grün verfärben. Es können sich Schmerzen hinter dem Brustbein einstellen.
BEHANDLUNG
Teerezept nach Mannfried Pahlow // Je 10 g Vogelmierenkraut, Isländisch Moos, Spitzwegerichblätter, Ackerschachtelhalmkraut, Tausendgüldenkraut, Thymiankraut und Primelwurzel in der Drogerie oder Apotheke mischen lassen. 2 TL mit 2.5 dl Wasser 5 Min. kochen, abseihen und 2 – 3 Tassen im Tag trinken, bis die Symptome abgeklungen sind.
Bei krampfartigem Husten // Je 30 g Süssholzwurzel, Fenchelfrüchte, Leinsamen, Huflattichblätter, Baldrianwurzel, Vogelknöterichkraut, Thymiankraut und 10 g Ehrenpreiskraut in der Drogerie oder Apotheke mischen lassen. 2 TL mit 2.5 dl heissem Wasser überbrühen, 5 Min. kochen, abseihen, 2 x täglich 1 Tasse trinken, bis die Symptome abgeklungen sind.
Schleimlösender Tee Variante 1 // Je 25 g Süssholzwurzel, Spitzwegerichblätter, Malvenkraut und Huflattichblätter in der Drogerie oder Apotheke mischen lassen. 6 TL mit 2 Tassen heissem Wasser überbrühen, 5 Min. kochen, abseihen, 2 x täglich 1 Tasse trinken.
Schleimlösender Tee Variante 2 // Wenn wenig Erfolg mit Variante 1 je 20 g Eibischblätter, Malvenblüten, Huflattichblätter und je 10 g Süssholzwurzel, Thymiankraut, Anisfrüchte und Sonnentaukraut in der Drogerie oder Apotheke mischen lassen. 2 TL mit 2.5 dl heissem Wasser überbrühen, 5 Min. kochen, abseihen, 2 x täglich 1 Tasse trinken.
Bockshornkleesamen // 2 EL mit 2.5 dl Wasser kalt ansetzen, 4 Std. stehen lassen. Bis zum Siedepunkt erhitzen, abseihen und warm trinken.
Knoblauchsaft // Anleitung siehe Seite 42. 2 x täglich 20 Min. vor dem Essen ein Likörglas voll davon trinken, Kinder 1 – 2 TL pro Tag. Nebenwirkungen: Man riecht nach Knoblauch. Gegen Knoblauchgeruch: Chlorophyll-Tabletten einnehmen oder frische Petersilie essen.
Zwiebelsirup // Anleitung Seite 257. 2 – 3 x täglich 1 Likörglas davon trinken, Kinder 1 – 2 TL 3 – 4 x täglich.
Meerrettich- oder Rettichsaft // Mit einem Messer ein grösseres Loch in den Meerrettich oder den weissen Rettich schneiden, ein Stück Kandiszucker hineinlegen, über Nacht stehen lassen. Im Loch sammelt sich bis am Morgen Flüssigkeit. Diese trinken und ein neues Stück Kandiszucker in das Loch legen, wieder einige Stunden stehen lassen. Wenn sich zu wenig Saft bildet, ein neues Loch in den Meerrettich schneiden. Für Kinder weissen Rettich vorziehen, da er weniger scharf ist.
Kamphersalbe // 3 x täglich auf der Brust einreiben. Ihre Dämpfe reizen Schleimhäute und Augen und sollten nicht für Säuglinge und Kinder angewendet werden. Für Kinder: 1 – 2 Tropfen Minzen- oder Eucalyptusöl auf das Kopfkissen träufeln. Behandlungen bis zum Abklingen der Symptome durchführen.
Kneipp-Anwendungen // Heisse Zwiebel-Auflage Anleitung Seite 220; Kopfdampf mit Thymian, Eucalyptusöl, Minzenöl, Schafgarbe, Kamillenblüten Seite 235. Brustwickel mit heissen Kartoffeln oder Zwiebeln: Seite 220. Brustwickel mit selbstgemachtem Hustenbalsam: Seite 213 und 243.
ERNÄHRUNG
Meiden // Wegen Verschleimung auf Milch und Milch- sowie Weizenprodukte verzichten.
Bevorzugt essen // Urdinkel.
TIPP
Höhenluft // Höhenluft unterstützt die Atmung und hilft den Bronchien. Sie ist auch bei Keuchhusten empfehlenswert. Bei Aufenthalten im Freien soll der Brustbereich warm eingepackt werden, was vor allem im Winter zu beachten ist.
Darmparasiten
SYMPTOME
Madenwürmer // Madenwürmer, sogenannte Oxyurien, sind sehr verbreitet. Von einer Infektion betroffen sind häufiger Kinder, aber auch Erwachsene betroffen. Würmer sind beim Spielen im Sandkasten schnell aufgelesen, weil kleine Kinder alles in den Mund nehmen. Eine Infektion zeigt sich durch einen starken Juckreiz am After. Das Kind muss sich dauernd kratzen. Wärme verstärkt den Juckreiz. Daher wird das Jucken oft erst nachts im Bett bemerkt, weil die Kinder unruhig sind. Analekzem, vermehrter Stuhldrang oder Bauchkrämpfe sind weitere Anzeichen für eine Infektion. Bei der Stuhlentleerung sieht man kleine, fadenförmige weisse Striche, die sich bewegen können. Würmer befinden sich oft auch vor dem Darmausgang. Daher bringt ein Einlauf Erleichterung.
Spulwürmer // Spulwürmer, sogenannte Ascariden, sind gelblich-weissliche Regenwürmer mit einer Länge von 10 – 50 cm. Über schlecht gereinigtes Rohgemüse oder Fallobst gelangen Wurmeier in den Körper. Die Infektion ist häufig symptomlos. In schweren Fällen kann es zu Erbrechen, Appetitlosigkeit, Heisshunger, Blässe und krampfartigen Bauchschmerzen kommen.
Bandwürmer // Bandwürmerinfektionen können symptomlos verlaufen. Es können jedoch Übelkeit, Appetitlosigkeit,
Heisshunger, Gewichtsverlust, Bauchschmerzen mit Durchfall und/oder Verstopfung auftreten.
BEHANDLUNG
Als Therapie eignet sich vor allem eine Kombination von Tees und Einläufen. Die aufgeführten Methoden sind Alternativen zu einer schulmedizinischen Behandlung und im Notfall auch bei Spul- und Bandwürmern anwendbar; bei diesen beiden Wurmarten ist aber eine chemische Behandlung vorzuziehen.
Möhrenwurzeltee // 2 TL getrocknete Möhrenwurzeln mit 2.5 dl Wasser kalt ansetzen, 15 Min. kochen, abseihen und 2 – 3 Tassen über den Tag verteilt trinken, für Kinder die Hälfte.
Bärlauchtee oder -einlauf // 2 TL frisches Bärlauchkraut (Blätter und Blüten), zerkleinern, mit 2.5 dl heissem Wasser überbrühen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen und über den Tag verteilt trinken. Dieser Tee kann auch als Einlauf verabreicht werden, Anleitung Seite 208.
Strahlenlose Kamille (Matricaria discoides flos) // 2 TL mit 2.5 dl heissem Wasser überbrühen, 10 Min. ziehen lassen und 2 x täglich morgens und abends 1 Tasse während 4 – 6 Wochen trinken. Die dreifache Menge der Blüten und 2.5 dl Wasser können auch als Einlaufflüssigkeit verwendet werden, Anleitung Seite 208.
Karottensaft // Täglich 5 dl frisch gepressten oder gekauften Rüeblisaft trinken.
Biologische Wurm-Therapie // Vorbereitung der Behandlung: 1 – 2 Tage nur frisch geschabte Karotten in beliebiger Menge und nichts anderes essen. Am Behandlungstag: 30 g Kürbiskernöl auf einmal einnehmen, nach 2 Stunden 2 TL Rizinusöl einnehmen; dazu Wermut- und Eberkrauttee trinken.
Bandwürmer gehen mit dem Stuhl weg; Stuhl untersuchen und darauf achten, dass Kopf und Saugnäpfe ebenfalls ausgeschieden werden. Falls Kopf und Saugnäpfe nicht ausgeschieden werden, ein Einlauf mit starkem Knoblauchabsud machen: 70 – 80 g Knoblauch auf 1 l Wasser. Anleitung: 2 – 3 frische Knoblauchzehen mit 2.5 dl Wasser 10 Min. kochen, abkühlen lassen und mit der Klistierpumpe aufziehen und alles auf einmal in den Darm spritzen. Die Flüssigkeit sollte so lange wie möglich im Darm belassen werden, damit sie ihre wurmabtötende Wirkung entfalten kann. Bei schwerem Befall eine Woche lang jeden Abend vor dem Schlafengehen einen Einlauf machen.
TIPP
Hygiene // Achten Sie auf eine gute Analpflege und eine gründliche Reinigung von Händen, Fingern und Nägeln. Nicht am After kratzen! Dadurch können die abgelegten Wurmeier wieder verteilt werden und zu einer neuen Infektion führen. Oft müssen die Angehörigen wie Eltern, Geschwister und Freunde mitbehandelt werden.
Depressionen
SYMPTOME
Depressionen sind Erkrankungen der Seele. Tiefe Verstimmtheit und Traurigkeit, zum Beispiel nach dem Verlust eines geliebten Menschen, äussern sich in Antriebslosigkeit, Ängsten und tiefer Niedergeschlagenheit. Ein Gefühl der Leere und Sinnlosigkeit bis hin zu Selbstmordgedanken und Todeswünschen kann sich einstellen. Auslöser von Depressionen sind Enttäuschungen, Trauer, Wut, Verbitterung, Vereinsamung und vor allem Ängste.
Viele depressive Menschen, besonders Frauen, leiden unter einem Mangel an Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein, oft verschlimmert durch Versagensängste und Minderwertigkeitsgefühle.
Depressive Menschen richten ihre negativen Gefühle nach innen, anstatt sich beispielsweise durch Sport nach aussen abzureagieren, oder auszusprechen, was sie belastet. In der Herbst- und Winterzeit häufen sich Depressionen, weil es an Sonnenlicht mangelt. Der Körper braucht in der dunkeln Jahreszeit mehr Schlaf, der ihm oft vorenthalten wird. Das Ausschütten des Hormones Melatonin beeinflusst unser Schlafbedürfnis. Lange Dunkelphasen, wie sie im Winter vorkommen, veranlassen das Gehirn, mehr Melatonin auszuschütten. In der Folge können die sogenannten Winterdepressionen entstehen.
BEHANDLUNG
Teemischung nach Josef Karl // Je 40 g Johanniskraut, Zimtrinde und Rosmarinblätter, 30 g Ingwerwurzel und 10 g Lavendelblüten in der Drogerie oder Apotheke mischen lassen. 1 TL in 1 Tasse mit heissem Wasser überbrühen, 10 – 15 Min. ziehen lassen, morgens und abends während mehrerer Monate 1 Tasse trinken.
Fenchelsaft // Hildegard von Bingen empfiehlt bei Depressionen 2 – 3 x täglich frisch gepressten Fenchelsaft auf Stirn, Schläfen, Brust und in der Magengegend einzureiben. Diese Behandlung während mehreren Monaten und zu Beginn der dunklen Jahreszeit als Vorbeugung durchführen.
Petersilienwein // Anleitung siehe Seite 252. 3 x täglich während mehrerer Monate ein Likörglas voll trinken; kann auch prophylaktisch über die Herbst- und Wintermonate eingenommen werden.
Johanniskraut // 2TL in einer Tasse mit heissem Wasser überbrühen, 5 Min. ziehen lassen, abseihen und 3 x täglich 1 Tasse trinken. Diese Kur sollte über mehrere Wochen durchgeführt werden, da sich im Blut ein Spiegel des Wirkstoffes Hypericin aufbauen muss. Nach 4 – 6 Wochen Behandlungsdauer sollten Sie eine Stimmungsaufhellung wahrnehmen. Die Kur soll aber fortgesetzt werden. Vermeiden Sie während dieser Zeit pralles Sonnenlicht, Höhensonne oder Solarium. Johanniskraut macht lichtempfindlich, und es kann durch Lichteinwirkung zu braunen Hautverfärbungen kommen.
Kneipp-Anwendungen // Abhärtungsübungen wie Luftbad vor dem offenen Fenster: Anleitung Seite 224, Trockenbürsten Seite 225, Taulaufen Seite 223, und Sonnenbaden zwischen 11h und 15h: sich anfangs 2 x 10 Min. an die Sonne legen, Sonnenschutzcreme einreiben, mit einer kalten Ganzkörperwaschung abschliessen.
ERNÄHRUNG
Essen und Trinken // Schlechte Essgewohnheiten können Auslöser von Depressionen sein, weil die Nährstoffe fehlen, die das Gehirn braucht, um gewisse Botenstoffe aufzubauen. Auch Appetitmangel führt längerfristig zu Nährstoffmangel im Körper. Krankheit und Stress erhöhen den Nährstoffbedarf. Gewisse Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten können zu Mangelerscheinungen führen und Depressionen auslösen. Kaffee kann in kleinen Mengen die Stimmung heben; grössere Mengen hingegen beeinflussen das Nervensystem negativ und können zu depressiven Verstimmungen führen.
Übergrosse Mengen an raffiniertem Zucker können Depressionen auslösen. Viele Betroffene spüren eine deutliche Besserung nach 2 Wochen ohne Koffein- und Zuckerkonsum.
Auf die Zufuhr folgender Vitamine und Mineralien achten: Vitamin-B- Komplex, Vitamin C, Magnesium sowie Spurenelemente. Viel Dinkel, Fenchel und in der Herbstzeit 10 rohe Marroni (Edelkastanien) pro Tag essen.
TIPP
Sonne und Luft // Bewegen Sie sich viel an der frischen Luft, vor allem bei Tageslicht. Nützen Sie die sonnigen Stunden dazu. Treiben Sie Sport. Bewegung hilft, Ihr Wohlbefinden zu steigern.
Durchfall
URSACHEN
Durchfall kann verschiedene Ursachen haben: Nervosität, Magen-Darm-Grippe durch Virus verursacht, bakterielle Infektionen, Lebensmittelvergiftungen, Lebensmittelallergien oder -unverträglichkeiten. Nach den Ursachen zu forschen, kann eine Behandlung von Durchfall erleichtern.
BEHANDLUNG
Tee // 40 g Blutwurzwurzel, je 20 g Kamillenblüten, Gänsefingerkraut und Sanikelkraut in der Drogerie oder Apotheke mischen lassen. 1 TL in einer Tasse mit kochendem Wasser übergiessen, 5 Min. ziehen lassen, abseihen und 3 x täglich trinken.
Blutwurzwurzel // 1 TL zerkleinerte Wurzeln in einer Tasse kaltem Wasser ansetzen, 10 Min. kochen lassen, 3 – 4 Tassen pro Tag trinken.
Blutwurzpulver // 1 – 2 Messerspitzen in 1 Tasse Wasser oder in Pfefferminz- oder Kamillentee einrühren, 3 – 5 x täglich 1 Tasse trinken.
Kohlenpulver // 1 – 2 EL in 1 dl Wasser aufgelöst mehrmals täglich trinken.
Heidelbeeren // 3 gehäufte EL getrocknete Heidelbeeren mit 5 dl Wasser übergiessen, 10 Min. kochen, abseihen und tagsüber verteilt warm trinken. Nach Belieben 1 gehäuften EL Melissenblätter oder Kamillenblüten zufügen. Heidelbeeren nur getrocknet verwenden; frische Beeren können zusätzlich Durchfall auslösen!
Speziell für Kinder und Säuglinge // 1 roher, feingeriebener Apfel 15 Min. stehen lassen, nach Belieben 1 Msp. Blutwurzelpulver beifügen, bis der Brei braun angelaufen ist und dem Kind verabreichen.
Karottensaft // 500 g biologische Karotten geschält in den Entsafter geben, ergibt 3 Portionen. 3 x täglich 1 Portion trinken. Nach Belieben 3 reife Bananen mitpürieren. Achtung: Keinen Zucker zugeben.
Karotten-Frühstücksgetränk // 500 g biologische Karotten, geschält in den Entsafter geben. Nach Belieben 1 TL Leinöl oder 30 ml Rahm zugeben; je nach Geschmack Äpfel oder Orangen zufügen.
Schwarzer Johannisbeersaft // Ungezuckert, mehrmals täglich 1 Glas davon trinken. Enthält viel Vitamin C und unterstützt dadurch die Abwehrkräfte.
Durchfall-Eipulver nach Hildegard von Bingen // 20 g Mutterkümmelpulver (Kreuzkümmelpulver) mit 5 g weissem Pfefferpulver gut mischen. 1 geschlagenes Eigelb mit einer Prise dieser Mischung gut verrühren. Das Eigelb in eine Eierschalenhälfte zurückfüllen, die Schale in ein metallenes Teesieb stellen und über eine offene Flamme (Kerze) halten. Das Eigelb unter ständigem Rühren erhitzen, bis es krümelig wird, vor dem Einnehmen des Eis etwas Dinkelweissbrot essen. 2 – 3 x täglich wiederholen, bis der Durchfall beendet ist.
Kneipp-Anwendung // Heisse Auflagen bei Koliken: Anleitung Seite 220.
ERNÄHRUNG
Haferschleimsuppe // Rezept Seite 243.
Bananenbrei // Rezept Seite 238.
Isotonische Lösung // Rezept Seite 244.
Erlaubte und verbotene Nahrungsmittel // Siehe Seite 244. Normalerweise gehören Eier nicht auf den Speiseplan eines Durchfallpatienten, mit einer Ausnahme: Hildegard von Bingens Durchfalleipulver (siehe Seite 53).
Flüssigkeitszufuhr // Auf genügend Flüssigkeitszufuhr achten, vor allem bei Kindern und älteren Menschen.
Salzzufuhr // Auf hinreichende Salzzufuhr achten. Durch den Wasserverlust werden wichtige Salze wie Natrium und Kalium aus dem Körper gespült. Bouillon als Getränk oder Salzstengeli ersetzen einen Teil des Natriumchlorids. Salzstängeli gibt es auch aus Dinkelmehl im Grossverteiler zu kaufen und sind bei Kindern beliebt. Kalium durch Bananen und Orangensaft zuführen.
Mit Orangensaft ist allerdings Vorsicht geboten: Es gibt Menschen, die mit Durchfall auf Orangensaft reagieren; vorher fragen, ob eine Unverträglichkeit bekannt sei, oder vorsichtig ausprobieren.
TIPP
Körperpflege // Auf eine gute Analpflege achten. Oft reizt Durchfall die empfindliche Schleimhaut rund um den After. Den After mit einer guten Fettcreme von Anfang an rundherum einstreichen, um die Schleimhaut zu schützen.
Ekzeme
SYMPTOME
Krankhafte Hautveränderung im Gesicht, an den Augen, rund um den Mund, in Ellen- und Kniebeugen, auf Handrücken, Brust, Schulter, Bauch und an den Beinen mit scharf begrenzter, roter, mit fettiger oder trockener Schuppenbildung. Starker Juckreiz, vor allem nachts. Kann Bläschen und Krusten bilden oder nässen.
BEHANDLUNG TROCKENE UND NÄSSENDE EKZEME
Teekur // 30 g Stiefmütterchenkraut, je 20 g Brennnesselblätter, Löwenzahnwurzel, Pfefferminzblätter, Ringelblütenblätter und Birkenblätter, 10 g Sennesblätter in der Drogerie oder Apotheke mischen lassen. 3 x täglich 1 TL in 1 Tasse mit heissem Wasser anbrühen, 5 Min. ziehen lassen und während mindestens 8 Wochen nach den Mahlzeiten trinken. Stillende und Schwangere trinken den Tee ohne Sennesblätter.
BEHANDLUNG NÄSSENDE EKZEME
Gerstenwasser // 100 g ungeschälte Gerste mit 1 l Wasser 15 Min. kochen, abseihen und das Gesicht 2 x täglich mit einem heiss waschbaren Leinenlappen oder mit den Händen waschen.
Ganzkörperwaschung // Morgens mit 1 – 2 EL Obstessig auf 1 l Wasser. Anleitung Seite 227.
Tee für äusserliche Anwendung // Die betroffenen Stellen mit Stiefmütterchen- oder Kamillenblütentee betupfen, oder Tücher damit befeuchten und 1 – 2 x täglich 15 – 20 Min. auf befallene Stellen legen.
Umschläge // Umschlag 3 x täglich für 1 bis 2 Stunden morgens, mittags und abends auflegen; erneuern, sobald er zu trocknen anfängt. Als Grundsatz gilt: feucht auf feucht! Umschläge machen, bis die Entzündung abgeklungen und das Nässen vorbei ist. Lockere, luftdurchlässige, feuchte Auflagen herstellen: Für die unterste Lage ein Leinentuch oder einen saugfähigen Waschlappen verwenden, dann eine feuchte Kompresse auflegen, die zur Befestigung mit einer elastischen Gazebinde locker umwickelt wird. Mit feuchtigkeitsundurchlässigen Materialien das Bett schützen, nie aber über Wunden verwenden, da sie stauend wirken und die Entzündung verstärken. Keine Pasten, Salben oder Puder auf nässender, entzündeter Haut anwenden. Erst wenn die Stelle nicht mehr nässt, Pasten und später Salben anwenden.
Lehmumschlag // 3–4 Esslöffel Lehm mit kaltem Wasser zu einer streichfähigen Masse verarbeiten. 1 cm dick auf einen Leinenlappen auftragen und auf die betroffenen Stellen auflegen. Erneuern der Auflage, sobald der Lehm trocken ist. Auf offenen Wunden wegen Infektionsgefahr nur sterilen Lehm verwenden. Anleitung Seite 219.
Kohlauflagen // An den äusseren grünen Kohlblätter die Blattrippen wegschneiden und mit einer Flasche jedes einzelne Blatt flach walzen, bis Kohlsaft austritt. Die Blätter dachziegelartig auf die betroffene Körperstelle aufschichten und mit Baumwoll und Wolltuch einwickeln. Dauer 1 – 2 Std. oder länger, 1 – 2 x täglich anwenden, bis Symptome weg sind. Anleitung Seite 219.
Eichenrinde-Umschlag oder -Bad // 1 – 2 EL Eichenrinde mit 5 dl Wasser 20 Min. kochen, und den Sud unverdünnt für Umschläge verwenden. Für ein Bad 3 – 6 EL Eichenrinde kochen. Eichenrinde und Kräuterabsude können Leinenstoffe dunkel verfärben. Eichenrinde ist zu bevorzugen, weil sie die meisten Gerbstoffe enthält.
Baden // Warme Bäder mit wilder Malve, Zinnkraut, Storchschnabel: 1 l Wasser mit 5 EL Kraut heiss überbrühen. 10 Min. ziehen lassen, abseihen und dem Badewasser zufügen. Badezeit 10 – 15 Min, 1 x täglich, vorzugsweise vor dem Schlafen.
Oder: 500 g zerkleinertes Haferstroh 30 Min. kochen, abseihen und dem Badewasser zufügen.
Oder: Entsäuerungsbad mit Zusätzen von Jentschura «Meine Base». Anwendung nach Angaben des Herstellers. Badezeit 10 – 15 Min. täglich.
Ein reiben // Zinkpaste mit 1 % Kamillenextrakt (2 g auf 100 g Zinkpaste) oder mit Johanniskrautöl (2 – 5 %) vermischen. 2 – 3 x täglich einreiben.
Ölziehkur // Bei trockenen oder nässenden Ekzemen anwenden. Anleitung Seite 251.
HAUTPFLEGE BEI TROCKENEN EKZEMEN
Einreiben // Mandelöl, Mandelölsalbe, Schöllkrautsalbe (Rezept siehe Kapitel Warzen Seite 199), Johannisöl Seite 244 oder Ringelblumensalbe Seite 253 einreiben.
Ohne Juckreiz Stiefmütterchensalbe, bei Juckreiz Quendelsalbe verwenden. Anwendung: 2 - 3 x täglich betroffene Stellen einreiben.
ERNÄHRUNG
Meiden und essen // Schweinefleisch, Zitrusfrüchte und andere saure Früchte, Milch und Milchprodukte. Früchte gekocht als Kompott essen, sie haben weniger Säure. Reismilch, Mandelmilch oder Sojamilch verwenden. Wenn keine Besserung eintritt, keine Weizenprodukte essen.
NAHRUNGSERGÄNZUNG
Einnehmen // Mit jedem Gericht 1 – 3 Msp. Quendelpulver mitkochen. Quendel entfaltet seine Wirkung nur gekocht. Er wirkt ausleitend über die Haut und reinigt den Magen. Vitamin A, B-Komplex, D und E einnehmen.
Elektrosmog
SYMPTOME
Der Elektrosmog hat sich in den letzten Jahren mehr als verhundertfacht. Die Verstrahlung wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen und die Menschen belasten. Empfindliche Menschen können stark unter Elektrosmog leiden und Symptome zeigen, die medizinisch nicht erklärbar sind. Neben den inneren Organen leidet insbesondere das Nervensystem unter Elektrosmog, aber auch die Muskulatur. Verspannungen sind die Folge. Sie treten immer schneller und häufiger auf, was sich in Schmerzen äussert. Auch Schlafstörungen, Tinnitus, Kopfschmerzen, Migräne, Unruhe, Konzentrationsschwierigkeiten, Bluthochdruck und Herzrasen können durch Elektrosmog ausgelöst werden. Die Beschwerden sind immer eine Summe verschiedener Faktoren.
VORBEUGEN
Elektrosmog zu Hause vermindern // Mit einem Kabeltelefon telefonieren. Funktelefone auf reduzierte Reichweite einstellen, damit sie weniger strahlen. Strahlungsarme Funktelefonapparate verwenden, die im Ruhezustand nicht strahlen (Eco-Mode-Plus-Funktion).
Batteriebetriebene Radiowecker verwenden.
Das Wireless durch eine konventionelle Verkabelung ersetzen, oder Wireless nur dann einschalten, wenn das Internet benutzt wird.
An Orten mit langer Aufenthaltsdauer (Arbeitsplätze, Schlafplätze) keine normalen Energiesparlampen, sondern Glühbirnen mit Halogen-Einsatz verwenden. Um den Elektrosmog an einem Schlafplatz optimal und dauerhaft zu minimieren, ist die Messung durch einen Spezialisten notwendig. Bei diesen Abklärungen vor Ort kann festgestellt werden, ob Handlungsbedarf besteht und welche Massnahmen getroffen werden müssen. Die Massnahmen sollten durch den Spezialisten ausgeführt und mit einer Nachmessung kontrolliert werden.
Entzündungen der Mundschleimhaut
SYMPTOME
Schmerzhafte Rötung der Mundschleimhaut, Brennen, Zahnfleischbluten, Aphtenbildung können Anzeichen einer Mundschleimhautentzündung sein.
BEHANDLUNG
Salbeiblätter // 2 TL Salbeiblätter mit 2.5 dl Wasser aufkochen, 5 Min. ziehen lassen, abseihen und den Mund damit mehrmals täglich spülen.
Kräuterspülungen // 2 TL Spitzwegerichblätter, Kamillenblüten, Ringelblumenblüten oder Thymianblätter mit 2.5 dl Wasser aufkochen, 10 Min. ziehen lassen. Den Mund damit mehrmals täglich spülen.
Eibischwurzel und -blätter // 2 TL in 2.5 dl Wasser kalt ansetzen und 2 – 3 Stunden, besser über Nacht, stehen lassen; gelegentlich umrühren, abseihen und mehrmals täglich damit den Mund spülen.
Gewürznelkenöl // Öl pur mit einem Wattestäbchen auf die entzündeten Stellen auftragen. Vorsicht: Das Öl ist scharf.
Myrrhentinktur// Tinktur 3 – 5 x täglich mit einem Wattestäbchen auf die entzündeten Stellen auftragen.
Rebaschenwein nach Hildegard von Bingen // Rebenholzstücke aus einem giftfreien Weinberg ohne Anzündhilfe verbrennen. Asche sieben und trocken aufbewahren. Vor der Verwendung im Backofen bei mittlerer Hitze 10 – 15 Min. erwärmen. 2 EL warme Asche in 5 dl Rotwein geben, gut schütteln, absieben und im Kühlschrank aufbewahren. Achtung: Die Lauge kann sauer werden und muss dann weggeschüttet werden. Nach jeder Mahlzeit einen kleinen Schluck in den Mund nehmen, mit der Zahnbürste Zähne und Zahnfleisch bürsten und Flüssigkeit ausspucken. Spülen nicht nötig.
VORBEUGEN
Kaltwasser-Anwendung // Um Zähne und Zahnfleisch stark und kräftig zu erhalten, morgens nach dem Aufstehen kaltes Wasser in den Mund nehmen und damit die Zähne putzen. Nach kurzer Angewöhnungszeit werden die Zähne die Kälte vertragen und nicht mehr schmerzen.
TIPPS
Ölziehkur // Anleitung Seite 251.
Nicht rauchen // Rauchen fördert Entzündungen.
Medikamente mit Arzt überprüfen // Medikamente können zu Entzündungen der Mundschleimhaut führen.
Entzündungen generell
KENNZEICHEN
Entzündungen erkennt man an fünf Merkmalen:
Rötung: entsteht durch einen schädigenden Reiz, beispielsweise einen Schnitt in der Haut. Die benachbarten kleinsten Blutgefässe erweitern sich, was zu vermehrter Durchblutung und einem örtlichen Blutstau führt.
Wärme: Die vermehrte Durchblutung und Stoffwechselvorgänge erzeugen Wärme.
Schwellung: Die Erweiterung der kleinsten Arterien führt zur Verengung der kleinsten Venen, dadurch tritt Blutserum aus den Gefässen, was eine Schwellung bewirkt.
Schmerz: Druck der Schwellung auf die Nerven führt zu Schmerzen.
Gestörte Gewebefunktion: Schmerz und Schwellung stören die Funktion des Gewebes.
Ursachen können krankes Gewebe, Zellzerfall, äussere Reize wie Strahlung, chemische Einflüsse wie Säuren und Laugen, Bakterien, Viren, Pilze oder Würmer sein.
Entzündungen bleiben in der Regel lokal begrenzt, können sich aber auch ausbreiten. Eine Ausbreitung über die Blutbahnen führt zur sogenannten Blutvergiftung. Die Bakterien vermehren sich über die Lymphen und verteilen sich mit dem Blut im ganzen Körper. Dies kann zu einem septischen Schock führen. In diesem Fall ist sofort eine medizinische Fachperson beizuziehen.
SYMPTOME
Pusteln, Blasen, Eiterbildung in der Wunde. Fieber, das sehr schnell ansteigen kann und von Schüttelfrost begleitet ist. Unruhe, Unwohlsein, Übelkeit, Verwirrtheit. Schnelles Atmen, schneller Puls.
BEHANDLUNG
Bei lokalen Verletzungen die Wunde sehr sauber halten und gut desinfizieren. Danach ist eine hygienische, saubere Wundpflege wichtig: Siehe Wundbehandlungen Seite 205.
TIPPS
Desinfektion // Wenn keine Desinfektionsmittel greifbar sind, Wunde mit sauberem Wasser ausspülen; auch mit Meerwasser: Es fördert die Wundheilung. Wenn Sie nichts anderes zur Verfügung haben, verwenden Sie den eigenen frischen Urin oder wenn es gar keine andere Möglichkeit gibt, den Urin einer anderen Person. Urin ist steril und sauber, spült die Wunde aus und fördert die Wundheilung.
Haben Sie Honig zur Verfügung, 2 – 3 x täglich Honig auf die entzündeten Stellen streichen.
Erbrechen
SYMPTOME
Bei Erbrechen und Brechreiz werden Stoffe aus dem Körper befördert. Ursachen für Brechreiz und Erbrechen können Infektionen, Vergiftungen, Magenschleimhautentzündung, Magen-Darmgeschwüre, Nebenwirkungen von Medikamenten, Lebensmittelvergiftungen oder Schwangerschaft sein.
Achtung // Wenn das Erbrechen länger als 6 – 8 Stunden andauert, gehen Sie umgehend zu einer medizinischen Fachperson. Wiederholtes Erbrechen mit Durchfällen trocknet den Körper aus, was lebensgefährlich sein kann, vor allem bei Kindern. Das Erbrechen sollte nach 24 Stunden aufhören, Durchfall nach 3 – 5 Tagen. Je jünger das Kind, desto früher müssen Sie den Kinderarzt aufsuchen. Sollte das Kind auffallend matt und schwach sein, der Stuhl immer flüssiger oder sogar blutig, gehen Sie umgehend zum Arzt.
BEHANDLUNG
Grundsätzlich // Achten Sie auf genügend Flüssigkeitszufuhr.
Kamillentee // 1 TL Blüten in 1 Tasse mit heissem Wasser überbrühen, 5 Min. ziehen lassen, abseihen und schluckweise ungesüsst trinken.
Pfefferminztee // 1 EL Blätter in 1 Tasse mit heissem Wasser überbrühen, 5 Min. ziehen lassen, abseihen und schluckweise ungesüsst trinken.
Kräutertee // Je 1 EL Kamillenblüten und Pfefferminzblätter mischen und mit heissem Wasser überbrühen, 5 Min. ziehen lassen, abseihen und schluckweise ungesüsst trinken.
Schwarztee // 1 TL in einer Tasse mit heissem Wasser überbrühen, 10 Min. ziehen lassen, damit genügend Gerbstoffe im Wasser gelöst sind und der Tee beruhigend wirkt, abseihen und schluckweise ungesüsst trinken.
Cola-Getränke // Cola-Getränke ohne Kohlensäure können als Linderungsmittel dienen. Kohlensäure entfernen: Mit Schwingbesen oder Mixer so lange rühren, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Teelöffelweise einnehmen.
Plätzchen nach Hildegard von Bingen // 200 g Weizenweissmehl, 40 g Kreuzkümmelpulver, 13 g Pfefferpulver, 10 g Bibernellpulver und 1 Eigelb bereitstellen. Herstellung: Kreuzkümmel- und Pfefferpulver mischen; 1/3 davon auf die Seite stellen und eine Prise auf ein Stück Brot streuen.
Das restliche Pulver mit dem Mehl mischen, das schaumig geschlagene Eigelb und etwas Wasser dazugeben und zu einem Teig kneten. Plätzchen formen und bei 200°C im Backofen auf der 2. untersten Rille ca. 10 Min. backen.
Essen Sie diese Plätzchen am besten morgens vor dem Aufstehen im Bett. Zum Frühstück nehmen Sie etwas Brot mit einer Prise Gewürzmischung darauf. Von beidem tagsüber verteilt mehrere Male essen.
Diese Plätzchen helfen generell bei Übelkeit und Erbrechen; sie können auch während der Schwangerschaft eingenommen werden.
Berberitze gegen Schwangerschaftserbrechen // 500 g Berberitzenbeeren und 500 g Zucker. Beeren mit wenig Wasser weichkochen, durch ein Sieb drücken und mit dem Zucker nochmals aufkochen. In saubere Gläser abfüllen. Die entstandene Konfitüre kann mit Birnen oder anderen süssen Früchten gemischt und täglich als Brotaufstrich zum Frühstück eingenommen werden.
Kürbiskompott gegen Schwangerschaftserbrechen // Zutaten: 1 kg geschälter und entkernter Kürbis in kleine Würfel geschnitten, 500 g Zucker, 60 ml Weinessig, 4 Zimtstangen, 8 Gewürznelken, 2 l Wasser. Herstellung: Wasser zum Kochen bringen, Zucker darin auflösen und Essig, Zimt und Nelken beigeben. 10 Min. bei geschlossenem Deckel kochen lassen. Anschliessend die Kürbisstücke darin weich und glasig kochen. Gewürze entfernen und den Kompott heiss in saubere Schraubgläser füllen; auf dem Kopf stehend auskühlen lassen. 3 x täglich 1 – 2 Stücke zu den Mahlzeiten essen.
TIPPS
Fastentag // Man kann ruhig einen Tag fasten, damit sich der Magen erholen kann. Getränke sollten an Fastentagen nur teelöffelweise oder in kleinen Schlückchen eingenommen werden. Erst wenn die Flüssigkeit im Magen bleibt, kann ein Versuch mit einer grösseren Trinkmenge gewagt werden. Wenn nichts mehr im Magen bleibt, sondern alles sofort wieder erbrochen wird, stetig teelöffelweise Wasser oder einen der oben genannten Tees oder isotonische Lösung, Anleitung Seite 244, trinken.
Mundspülung // Mund mit Wasser oder einem Mundwasser spülen, um den Geschmack im Mund zu verbessern.
Zum Erbrechen bringen // Wenn Sie etwas Schlechtes gegessen haben, ist Erbrechen erwünscht und kann kontrolliert herbeigeführt werden. Anleitung: In einem Glas lauwarmen Wassers 2 EL Salz auflösen und trinken.
Notfallnummer 145 // Wenn Sie etwas Giftiges geschluckt haben, rufen Sie das Toxikologische Zentrum, Telefonnummer 145, an und fragen Sie um ärztlichen Rat. Säuren und Laugen sollten nicht nochmals durch Erbrechen die Speiseröhre passieren. Die Verletzungen können dadurch verstärkt werden.
ERNÄHRUNG
Fasten // Solange das Erbrechen andauert, sollte während mindestens 6 Stunden keine Nahrung verabreicht werden. Getränke schluckweise einnehmen: Kamillen-, Pfefferminz- oder Schwarztee ohne Zucker, fettfreie Gemüsebouillon.
Eventuell Salzstangen knabbern. Die Salzzufuhr ist wichtig, wenn das Erbrechen mit Durchfall einhergeht, ist der Salzverlust gross.
Wenn das Erbrechen vorbei ist, langsam aufbauen: Als erstes Zwieback ohne Zutaten zum Frühstück, Haferschleimsuppe zum Mittag- und zum Nachtessen, Rezept Seite 243. Hat der Patient nach dem Essen Magenschmerzen oder Durchfall, weiterhin Schleimsuppe essen.
Sobald die Schleimsuppe im Magen bleibt, kann der Speisezettel erweitert werden: Trockenreis, Gemüsesuppen (von nicht blähenden Gemüsen) mit Dinkelgriess, Kartoffelbrei mit Karotten, Griessbrei, Milchreiskost, Hirsebrei usw., später eine fettfreie Mahlzeit mit etwas Fleisch, Gemüse und Kartoffeln, Reis oder Teigwaren und Kopfsalat. Wird dies alles vertragen, wieder wie gewohnt essen.
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