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J. B. HANDLEY
Die AUTISMUS- EPIDEMIE beenden
Wie Impfungen bei Kindern schwerwiegende
Störungen verursachen können

Impressum
J. B. Handley
Die Autismus-Epidemie beenden
Wie Impfungen bei Kindern schwerwiegende Störungen verursachen können
1. deutsche Auflage 2021
ISBN 978-3-96257-271-6
© 2021, Narayana Verlag GmbH
Titel der Originalausgabe:
How to End the Autism Epidemic by J. B. Handley
Copyright © 2018 by J. B. Handley
Narayana Verlag GmbH edition published by arrangement with
Chelsea Green Publishing Co, White River Junction, VT, USA www.chelseagreen.com
Übersetzung aus dem Englischen: Dr. Ulrich Korn
Coversatz: Narayana Verlag GmbH
Coverabbildung und Layout: Abrah Griggs
Herausgeber:
Unimedica im Narayana Verlag GmbH,
Blumenplatz 2, D-79400 Kandern
Tel.: +49 7626 974 970–0
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Inhalt
Einleitung
Teil 1
Die Lügen über Impfstoffe und Autismus
Kapitel 1
„Es gibt keine Autismus-Epidemie“
Verklärung einer schwerwiegenden Behinderung
Sogar der Kongress glaubt, dass wir eine Epidemie haben
Keine Epidemie, keine Verantwortung
Das System der Epidemie-Verleugnung
Der Autismusexperte
Die drei Hauptargumente von Leugnern der Autismus-Epidemie
Autismus als genetische Erkrankung
Kapitel 2
„Impfstoffe sind unbedenklich und wirksam“
Verbreitung von Angst und Sorge
Impfstoffe sind keine Rettung für die Menschheit
Der Mythos von der Herdenimmunität
Impfstoffhersteller werden von der Haftung entbunden
In anderen Ländern wird wesentlich weniger geimpft
Für viele Infektionskrankheiten gibt es keine Impfstoffe
Es wird immer Krankheitsausbrüche geben
Die Tests zur Unbedenklichkeit von Impfstoffen sind unzureichend
Fast jeder 50. Mensch ist von Nebenwirkungen betroffen
Das Wissen über die Nebenwirkungen ist mangelhaft
Niemand kennt die wahren Auswirkungen von Mehrfachdosierungen
Der DTP-Impfstoff: Mehr Schaden als Nutzen in Afrika
Der Impfstoff gegen das Dengue-Fieber
Der Grippeimpfstoff machte die Kanadier anfälliger
Eltern haben Bedenken gegen Gardasil
Impfstoffe stehen in Zusammenhang mit Autoimmunkrankheiten
Impfstoffe führten nicht zum Rückgang von Masern
Was ist mit Poliomyelitis?
Der „Teufelskreis des Nichtwahrhabenwollens“
Ärzte äußern zunehmend Besorgnis
Kapitel 3
„Die Wissenschaft hat sich festgelegt“
Geheuchelte Verärgerung durch Impfbefürworter
Erforscht wurden lediglich ein Impfstoff und ein Inhaltsstoff
Siebenundzwanzig Studien und falsche Fragen
Wie lautet die richtige Frage?
Ein Veruntreuer und ein Whistleblower
Epidemiologische Wissenschaft versus biologische Wissenschaft
Fünf Studien über nicht geimpfte Kinder
Werden wir belogen?
Kapitel 4
„Der Antrieb war nie finanzieller Natur“
Es geht nie um Geld
Stanley Plotkins eidesstattliche Aussage
Die Strategien der Tabak-Industrie
„Wakefielding“
Die Enthüllungen der Journalistin Sharyl Attkisson
Die Lancet-Studie
Die Wahrheit kann nicht ewig verborgen bleiben
Die Grenze, die wir nicht überschreiten werden
Teil 2
Die Wahrheit über Impfstoffe und Autismus
Kapitel 5
Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und durch Impfungen ausgelöster Autismus
Elf Entdeckungen verweisen auf Autismus
Warum eine biologische Basis wichtig ist
Die Briefe von drei weltweit führenden Wissenschaftlern
Ein französischer Nobelpreisträger ergreift das Wort
Gesegnet von Dr. Pattersons Kollegen
Kapitel 6
Die Rechtslage ermöglicht die impfbedingte Entstehung von Autismus
Das „Impfgericht“ (Vaccine Court)
Warum gibt es das Impfgericht?
Gesetzesänderungen machen es fast unmöglich, Forderungen durchzusetzen
Das Omnibus-Autismus-Verfahren (OAV)
Hannah Poling: Der unangefochtene Testfall
Treten mitochondriale Störungen häufig auf oder nicht?
20 Millionen Dollar Entschädigungsleistung
Hannah sorgt für landesweite Nachrichten
Mary Holland und Lou Conte
Bailey Banks
Unbeantwortete Fragen
Ein Bericht wie ein Paukenschlag
Die knapp verfehlte Kongressanhörung
Ein grundlegender Fall: Yates Hazlehurst
Mein Fazit zu diesen Abhandlungen
Kapitel 7
Die kritische Masse an übereinstimmenden Eltern
Dr. Bernard Rimland und DAN!
Hören Sie gut zu
Kann man Eltern vertrauen?
Ein verdammter Zufall
Hollywood spricht – manchmal
Unsere Geschichten sind überall
Teil 3
Der Tag der Abrechnung wird kommen, um die Epidemie zu beenden
Kapitel 8
Sie hätten es uns gesagt
Ein kurzer Rückblick auf das bisher Gesagte
Kapitel 9
Die nächsten Schritte: Ein Vorschlag in zwölf Punkten
Der sinnvolle Ansatz des Kinderarztes Dr. Paul Thomas
Ein einfacher Vorschlag zur Beendigung der Autismus-Epidemie
Kapitel 10
Behandlung und Genesung
Welche biomedizinischen Behandlungen gibt es?
Die Suramin-Studie
Was hat es mit Aluminium auf sich?
Epilog
Danksagung
Referenzen
Index
Über den Autor
Stimmen zum Buch
Einleitung
Es gibt wirklich Orte im Herzen, von denen man nicht einmal weiß, dass sie existieren, bis man ein Kind liebt.
Anne Lamott
Als wir frisch verheiratet waren, wussten meine Frau Lisa und ich, dass wir drei oder vier Kinder wollten. Wir nahmen uns vor, alle zwei Jahre ein Kind zu bekommen und zu sehen, wie wir uns nach jedem Einzelnen fühlen. Sam, unser erster Sohn, wurde 1999 in Berkeley, Kalifornien, geboren und Anfang 2001 hatte unser Familiendasein etwas Routinemäßiges angenommen. Uns war klar geworden, was es bedeutet, Eltern zu sein. Schlaflose Nächte wurden zur Gewohnheit, unsere persönlichen Hobbys traten in den Hintergrund und Verabredungen und Liebeserlebnisse wurden eher die Ausnahme. Trotz des Chaos schien es gleichwohl der richtige Zeitpunkt zu sein, unsere Familie zu vergrößern.
Es dauerte länger als erwartet, bis Jamison zur Welt kam. Als er schließlich im August 2002 geboren wurde, knapp drei Jahre jünger, als sein großer Bruder und fast ein Jahr hinter dem „Zeitplan“, war ich überglücklich. Zwei Jungen? Meine Söhne würden immer füreinander da sein. Ein Leben voller Wrestling-Matches, gemeinsamer Sportarten und Zusammenhalt als gute Freunde stand bevor. Ich konnte es kaum erwarten zuzusehen und an dem Spaß teilzuhaben. Es war eine Zeit reiner Euphorie.
Doch in der Nacht nach Jamisons Kindervorsorgeuntersuchung – er war damals gerade mal zwei Monate alt und bekam sechs verschiedene Impfungen – verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rapide und er erholte sich nie wieder. Er entwickelte am ganzen Körper Ekzeme und schlief nicht länger als 20 Minuten am Stück. Nach ein paar schlaflosen Nächten musste ich aus unserem ehelichen Schlafzimmer ausziehen und bei Sam schlafen, damit ich am nächsten Tag meine Arbeit bewältigen konnte. Lisa ertrug die verrückten Nächte allein, wachte jedes Mal mit Jamison auf und versuchte, ihn wieder in den Schlaf zu bringen.
Im Laufe der Zeit zeichneten sich dunkle Ringe unter Jamisons Augen ab. Sein Bauch blähte auf und er war dünn, fast abgemagert. Nachts schwitzte er wie verrückt. Der Hautausschlag hielt an. Er lehnte sich ständig an Möbelstücke (später erfuhren wir, dass er dadurch versuchte, seine Bauchschmerzen zu lindern) und hatte häufig Ohrenentzündungen, zudem stand er ständig unter Antibiotika.
Unser Leben und unsere Familie begannen zusammenzubrechen. Ende 2003, als sich Jamisons Zustand weiter verschlechterte, rief ich von Geschäftsreisen zu Hause an, um von Lisa schreckliche Geschichten über Jamisons Gesundheit zu hören. Als ich nach einer Reise nach Kalifornien zurückkehrte, fand ich einen Post-it-Zettel von Lisa auf dem Küchentisch. „Bin in Portland, sorry.“ Sie war mit den Kindern nach Oregon geflohen, um bei ihren Eltern zu sein.
Ich erinnere mich daran, als unser Kindermädchen mir etwas über Jamison erzählte. Sie war nervös, erst 21 Jahre alt, ein College-Junior. „Ich mache mir Sorgen um Jamison“, sagte sie mir. „Er spielt nicht mehr so mit den Dingen wie früher.“ Ich ignorierte ihre Worte – von der Person, die täglich Stunden mit meinem Sohn verbrachte – und war noch nicht bereit, der Tatsache ins Auge zu sehen, dass etwas furchtbar aus dem Ruder lief.
Die erste Hälfte des Jahres 2004 war noch nicht vergangen, als unsere Familie ihren Tiefstand erreicht hatte. Der damals 18 Monate alte Jamison war krank, hilfsbedürftig, schlief nie und sein Verhalten verschlechterte sich zusehends. Er lief an den Wänden entlang, ständig hin und her, seine Augen schauten zur Seite. Er drehte sich im Kreis, spielte auf merkwürdige Weise mit seinen Spielzeugeisenbahnen, stopfte kohlenhydrathaltige Lebensmittel in sich hinein, litt mal unter Durchfall, mal unter Verstopfung und sah kränker aus denn je. Er hatte früh sprechen gelernt, aber jetzt brachte er kein Wort mehr heraus. Warum sagte er nicht mehr „Saft“ oder „Ball“ oder „Hündchen“?
„Unser Sohn leidet unter Autismus“, sagte Lisa. Sie meinte es eher scherzhaft und versuchte, sein seltsames Verhalten rational zu erklären. Sie wusste nicht, was „Autismus“ bedeutete, und ich auch nicht. War das nicht der Typ aus Rain Man? Ihr war jedoch klar, dass etwas nicht stimmte. Auch ich machte mir insgeheim langsam Sorgen. Jamisons Verhalten war nicht normal. Das Schreckgespenst des „A-Wortes“ schien über unserem Haus zu schweben.
Einen Termin zu bekommen, um Jamison auf Autismus untersuchen zu lassen, war alles andere als einfach. Die Universität von Kalifornien, San Francisco (UCSF), das Klinikum und alle anderen Institutionen, die wir konsultierten, hatten monatelange Wartezeiten. Als an der UCSF unerwartet ein Termin abgesagt wurde, machten wir uns direkt auf den Weg und bekamen unsere Antwort: Autismus, die schwere Variante. Die vorsitzende Ärztin, berühmt auf ihrem Gebiet, sagte uns, wir müssten mit der Einweisung in eine Anstalt rechnen. Und dass Jamison wahrscheinlich nicht sprechen wird. Viel Glück, das wird ein harter Weg. Wir fragten nach der Ernährung und einigen anderen Dingen, über die wir gelesen hatten, und sie sagte, all dies sei nur ein Placebo für die Eltern. Meine kultivierte, intelligente und sozial versierte Frau sagte der berühmten Ärztin, sie solle sich zum Teufel scheren, was der erste von zahllosen Aufständen gegen das medizinische Establishment und dessen Bestimmungen über das Leben unseres Sohnes werden sollte.
Eine Zeitlang haben Lisa und ich niemandem davon erzählt. Wir unterdrückten unsere Schreie, um Sam, der jetzt vier Jahre alt war, zu zeigen, dass es uns gut ging. Sobald er ein Nickerchen machte oder schlief, weinten wir, bis die Tränen versiegten. Jeden Morgen wachte ich in dem Glauben auf, dass es ein Albtraum wäre. Ich war wie betäubt; die Welt ergab plötzlich keinen Sinn mehr für mich. Warum passierte das meinem Sohn? So viele Träume über sein Leben und seine Zukunft wurden auf einmal zerschlagen. Ich spürte, wie mein Weitblick sich verengte, als die Trauer über mich hereinbrach. Unaufhaltsam entglitt Jamison unserem Leben. Er erkannte uns nicht mehr, unser Kommen und Gehen nahm er nicht mehr wahr. Es war unerträglich.
Ich rief meine in Virginia lebenden Eltern an und sagte: „Ich brauche euch jetzt sofort.“ Sie kamen am nächsten Tag. Als ich sie in ihrem Hotel traf, fiel ich in ihre Arme und weinte. Sie würden Sam Liebe und Fürsorge geben, während Lisa und ich darüber grübelten, was zum Teufel wir für Jamison tun könnten. Sein Autismus war nicht mehr zu leugnen.
Dr. Lynne Mielke begrüßte uns im Wartezimmer ihrer Praxis. Sorgenvoll betrachtete sie Jamison; er krümmte sich vor Schmerzen auf einer kleinen Ottomane und drückte seinen Bauch, wie er es so oft tat. „Armer Kleiner“, rief sie aus, „sein Bauch muss ihm wirklich wehtun.“ Lisa und ich sahen uns verblüfft an. Über diese einfache Erklärung hatten wir nie nachgedacht. Es war eins der ersten von vielen Dingen, die Dr. Mielke uns hinsichtlich dessen lehrte, was tatsächlich mit unserem Sohn geschehen war.
Lisa hatte sich mit Mühe zuerst aufgerafft, um sich an den Computer zu setzen, während ich mich noch im Elend wälzte. Sie klickte sich durch die Seiten. „Das musst du lesen, die Kinder erholen sich!“, verkündete sie lauthals. Schließlich stimmte ich mit ein. Genesung? Das klang sicherlich besser als die Prognose der UCSF. In unserem engen Homeoffice stellten wir zwei Computer nebeneinander auf, damit wir gemeinsam forschen konnten; zwei Stanford-Freaks, die von ihren Kenntnissen des systematischen Recherchierens Gebrauch machten. Dort saßen wir wochenlang bis spät in die Nacht oder bis in den Morgen hinein, Seite an Seite, und verglichen unsere Notizen.
Die Dinge, die wir lernten, stellten all unsere Überzeugungen infrage. Wir erfuhren, dass es zwei Lager in der Forschungsgemeinde über Autismus gab. Im ersten Lager galt Autismus als eine genetische Erkrankung, als eine Art Down-Syndrom: Litt man unter Autismus, hatte man ihn für immer. Eltern wären gut beraten, das Schicksal ihres Kindes zu akzeptieren und dennoch möglichst viel Lebensfreude zu entwickeln. Die zweite Fraktion behauptete das Gegenteil: Autismus sei eine umweltbedingte Krankheit, die vor allem (aber nicht nur) durch einen massiven Anstieg der Zahl der Impfungen, die die Kinder vor Kurzem verabreicht bekommen haben, verursacht werde. Autismus sei im Wesentlichen eine Bezeichnung für eine Reihe von Symptomen, zu denen viele andere „Begleiterscheinungen“ gehörten, z. B. Allergien, Bauchschmerzen, schlechter Schlaf und Unterernährung. Behandelte man viele dieser körperlichen Symptome, könnten einige oder alle dieser Anzeichen, die wir unter Autismus subsumierten, verschwinden. Die Genesung von diesem Leiden sei sehr gut möglich und es gab Ärzte, die behaupteten, genau das zu tun: autistische Kinder zu heilen.
Diese Infos waren beunruhigend und verwirrend. Ahnungslos kehrten wir mit diesem neu gefundenen Forschungswissen zu unserem Kinderarzt und der UCSF zurück. Uns wurde gesagt, dass alles, was wir über Impfstoffe und besondere Ernährungsweisen lasen, Unsinn sei. Das konnten wir nicht nachvollziehen. Beide Seiten konnten nicht recht haben. Wie konnte es Experten geben, die uns etwas erzählten, das nicht wahr ist? Was zum Teufel ging hier vor?
Als Lisa und ich lasen, recherchierten, redeten, zuhörten und über die Meinungen und Informationen nachdachten, die uns angetragen wurden, kamen wir zu dem Schluss: Es ergab keinen Sinn, dass „Autismus genetisch bedingt“ sei. Es gibt kein „Autismus-Gen“, die bis dahin durchgeführte Genforschung lieferte keine Antworten und tut es auch heute noch nicht. Darüber hinaus hat die Autismusquote epidemische Ausmaße erreicht und eine „genetisch bedingte Epidemie“ gibt es nicht. Mark Blaxill, Vater einer an Autismus leidenden Tochter, hat es treffend formuliert: „All dies kann man nicht als genetische Störung seit Anbeginn der Zeit erklären.“1 Es musste eine Ursache dafür geben.
Die Behauptung des zweiten Lagers – dass Autismus in erster Linie umweltbedingt sei – erschien uns wesentlich sinnvoller. Jamie war die ganze Zeit sehr krank! Wir hatten gesehen, wie es ihm nach Impfungen immer wieder schlechter ging. Wir gingen seine pädiatrische Vorgeschichte noch einmal durch und die Symptome, auf die wir gestoßen waren, traten tatsächlich auf; sie stimmten völlig überein. Die Erfahrungsberichte von Eltern, die wir online lasen, klangen genau wie die von Jamie und viele Eltern berichteten auch, dass ihre Kinder sich erholten, sobald sie den richtigen Arzt gefunden hatten, in der Regel einen „DAN!“ (steht für „Defeat Autism Now!“, sinngemäß: „Autismus jetzt besiegen!“, Anm. d. Übers.). Wir beschlossen, die DAN!-Ärztin aufzusuchen, die unserem kalifornischen Wohnort am nächsten lag: Dr. Lynne Mielke in Pleasanton.
Die American Academy of Pediatrics (AAP) hat nie zugegeben, dass Kinder von Autismus genesen können. Im Jahr 2004 galten DAN!-Ärzte als Fremdkörper in der medizinischen Welt und wurden von der Normalbevölkerung gemieden. Das machte uns misstrauisch. Wir suchten Dr. Mielke auf, gingen aber mit äußerster Vorsicht vor; das Letzte, was wir tun wollten, war, Jamison zusätzlichen Schaden zufügen. Was wäre, wenn die Ärzte der UCSF und unser Kinderarzt recht hätten? Was, wenn alles andere Quacksalberei wäre?
Dr. Mielke passte nicht in das Bild, das unsere normalen Ärzte zu entwerfen versuchten.
Sie hatte an der medizinischen Fakultät der Universität von Indiana studiert und anschließend ihre Facharztausbildung in Psychiatrie an der UCLA absolviert. Dr. Mielke war praktizierende Psychiaterin gewesen, bis sie mit ansehen musste, wie ihr jüngerer Sohn nach seinen Impfungen, genau wie Jamison, vom Autismus aufgezehrt wurde. Verzweifelt versuchte sie, ihm bei seiner Genesung zu helfen, und ausgerüstet mit einem Medizinstudium führten ihre Forschungen sie zu DAN!, einer Bewegung, die im ganzen Land immer mehr Zuwachs bekam. Als sich die Symptome ihres Sohnes zu bessern begannen, beschloss sie, eine Klinik zu eröffnen, um anderen Kindern zu helfen. Dr. Mielke war clever, professionell und organisiert. Bei unserem ersten Treffen mit ihr waren wir völlig baff.
Im Gegensatz zu den Kinderärzten und den Diagnostikern der UCSF, die unsere Fragen zu den Gerüchten über den Zusammenhang zwischen Impfstoffen und Autismus und den speziellen Ernährungsweisen, die wir während unserer Forschung sammelten, abgetan hatten, bestätigte Dr. Mielke diese sofort. „Ja, es sind die Impfungen. Bei den meisten Kindern ist es der Impfstoff, der sie komplett fertigmacht“, gab sie uns sachlich zu verstehen. Ihre Beweise? Die Hunderte von Patienten, die wie ihr Sohn und Jamison die gleiche Geschichte hatten, sowie die medizinischen Tests zur Untermauerung der Theorie, dass die Impfschäden – nicht die Genetik – eine Generation von Kindern mit mehr autistischem Leiden hervorbrachten als die Welt je gesehen hatte.
Noch wichtiger war, dass sie bezeugen konnte, wie der Gesundheitszustand vieler ihrer Patienten sich besserte und einige von ihnen sich vollständig erholten, indem sie dem sogenannten DAN!-Programm folgten, einer Kombination aus Diät, Ernährung und Entgiftung, das vom Forschungsinstitut für Autismus in San Diego geleitet wurde. Sie wollte Tests mit Jamison durchführen, an die unsere normalen Ärzte noch nicht einmal gedacht hatten, und einen besonderen Fokus legte sie darauf, seinen Bauch zu kurieren. Warum hatten die anderen Ärzte das nicht einmal angesprochen?
Wir beschlossen, es zu versuchen. Dr. Mielkes Sohn und Jamison hatten die gleiche Vorgeschichte. Wir würden nur solche Änderungen vornehmen, die keine Gefahr für Jamisons Gesundheit bedeuteten. Der Verzicht auf Gluten und Milchprodukte stellte kein Risiko dar. Innerhalb von zwei Wochen nach unserem ersten Besuch bei Dr. Mielke sorgte eine Kombination aus Diät, Nahrungsergänzungsmitteln, Lebertran und Probiotika für einen flacheren Bauch bei Jamison, und er stützte sich nicht mehr an Möbeln ab. Er nahm wieder Augenkontakt auf und die dunklen Ringe unter seinen Augen verschwanden. Sein Bewusstsein für die Welt um ihn herum kehrte zurück.
Ermutigt durch diese positive Entwicklung, studierten wir die biomedizinische Behandlung von Autismus, das heißt im Klartext: Es werden genau die medizinischen Symptome behandelt, die ein autistisches Kind zeigt, z. B. schlechter Schlaf, Magenschmerzen, Nahrungsmittelallergien oder wiederkehrende Ohrenentzündungen. Ellbogen an Ellbogen vor unseren Computern sitzend, recherchierten Lisa und ich alles, was dazu beitragen konnte, Jamison zu retten. Er war gerade zwei Jahre alt geworden und wir waren der Meinung, dass die Genesung von Autismus eine echte Möglichkeit für ihn war. Es ging ihm immer besser und besser.
Man könnte meinen, die Verbesserung von Jamisons Zustand hätte uns in wahre Begeisterung versetzt, und in gewisser Weise war es auch so, aber unsere Gefühle waren wesentlich komplexer. Zu beobachten, wie sich Dr. Mielkes Prophezeiungen über Jamisons verbesserte Gesundheit bewahrheiteten, war wie in einen Kaninchenbau zu fallen und den Glauben an die Welt zu verlieren, die wir zu kennen glaubten. Wie konnten wir nur so widersprüchliche Ratschläge von Autismusexperten erhalten? Warum schien es der UCSF egal zu sein, dass eine Ärztin, deren Praxis nur dreißig Meilen entfernt lag, Kinder von Autismus heilte? Warum sprachen diese Ärzte nicht alle miteinander und tauschten Gedanken und Informationen aus?
Unerträglicher als die Vorstellung, dass Dr. Mielke und die Hunderte anderer DAN!-Ärzte im Land falsch lagen, war das Gefühl, dass sie recht hatte. Waren Impfstoffe die Hauptursache für eine Autismus-Epidemie? Taten wir das wirklich unseren Kindern an? Das Ausmaß des Schadens war nahezu unverständlich. Das war ein wiederkehrendes Thema für uns auf diesem Weg. Wir trafen hochintelligente Eltern, Ärzte und Wissenschaftler, die uns sagten: Ja, genau das ist der Fall. Es waren zwei verschiedene Realitäten.
Die Mainstream-Presse schmückt dieses Thema so aus, als suchten verrückte, verzweifelte Eltern nach jemandem oder irgendetwas, dem sie die Schuld zuschieben können, aber das ist weder korrekt noch fair und hilft den Kindern nicht. Im Laufe von 15 Jahren war ich erstaunt über das, was Wissenschaftler, Ärzte, Politiker und Eltern über den Zusammenhang zwischen Impfstoffen und Autismus sagten. Die Anzahl der Menschen, die die Wahrheit kennen, ist seit der Diagnose von Jamison enorm gestiegen. Für viele erforderte das Wissen den ultimativen Preis: Zeuge zu werden, wie sich der Zustand ihres eigenen Kindes nach der Impfung verschlechterte. Viele dieser hochgebildeten, klugen Menschen sagten mir: „Ich hätte es nie geglaubt, wenn mir das nicht passiert wäre.“
Rückblickend bin ich meiner Pflicht nicht nachgekommen, Impfstoffe richtig zu erforschen. Man betrachtet eine Impfung nicht als ein medizinisches Verfahren, aber genau das ist sie. Ich hatte vor der Impfung meiner Kinder nicht ein Fitzelchen Primärforschung über Impfstoffe betrieben. Ich erinnerte mich daran, als Kind geimpft worden zu sein und dachte: „Ich habe meine Impfung bekommen und es geht mir gut.“ Ich vertraute den Behörden, die alle zu sagen schienen, dass Impfstoffe sicher und wirksam seien.
Ich hatte keine Ahnung, dass Impfstoffhersteller 1986 vom US-Kongress pauschal von der Haftung befreit wurden. Ich wusste nicht, dass sich die Anzahl der Impfungen gemäß dem Impfkalender in den USA seit Mitte der 1980er-Jahre verdreifacht hatte, dass die US-Regierung 3,6 Milliarden Dollar für Impfschäden ausgezahlt hatte oder dass andere Industrieländer viel weniger Impfungen vornahmen und wesentlich weniger Fälle von Autismus aufwiesen. Ich wusste nicht, dass der Hepatitis-B-Impfstoff, der oft am ersten Lebenstag verabreicht wird, nur vier Jahre lang Schutz bietet. Oder dass die Anzahl der Fälle von Autismus, ADHS, Asthma und Allergien sprunghaft anstieg und diese Zunahme den Änderungen im Impfkalender geschuldet war. Ich konnte nicht wissen, dass die Biowissenschaft zeigen würde, wie ein Impfstoff das Gehirn eines Säuglings schädigen kann – denn das war noch nicht veröffentlicht worden. Und ich hatte gewiss nicht all die publizierten Studien gelesen, die zeigten, wie Impfstoffe möglicherweise zu Autoimmunität und neurologischen Schäden führen.
Vor allem schenkte ich jedoch den Geschichten Glauben, die wir oft über Impfungen hören und die an unsere Emotionen und das Vertrauen in die Autoritäten appellieren; zum Beispiel die Sache mit der Herdenimmunität: Niemand möchte der egoistische Elternteil sein, der alle anderen gefährdet. Impfungen sind wichtig, nicht nur für unsere eigenen Kinder, sondern auch für die Gesundheit der Bevölkerung, allen voran für die Schwachen, nicht wahr? Nun, das weiß niemand so genau, weil wir noch nie auch nur annähernd eine Herdenimmunität durch Impfungen erreicht haben. Niemals. Dr. Russell Blaylock, ein Neurochirurg im Ruhestand, sagt:
Dass die durch Impfstoffe herbeigeführte Herdenimmunität größtenteils ein Mythos ist, lässt sich ganz einfach beweisen. Während meines Medizinstudiums wurde uns beigebracht, dass alle Impfstoffe für Kinder ein Leben lang anhalten. Dieses Denken hatte über 70 Jahre Bestand. Erst vor relativ kurzer Zeit wurde entdeckt, dass die meisten dieser Impfstoffe 2 bis 10 Jahre nach der Verabreichung ihre Wirksamkeit verloren. Das bedeutet, dass mindestens die Hälfte der Bevölkerung, d. h. die Babyboomer, keine durch Impfstoffe induzierte Immunität gegen eine dieser Krankheiten hatte, gegen die sie sehr früh im Leben geimpft worden waren. Im Wesentlichen waren mindestens 50 % oder mehr der Bevölkerung jahrzehntelang ungeschützt.2
Heute zeigt die Wissenschaft eindeutig, dass die Wirksamkeit aller Impfstoffe innerhalb von vier bis zehn Jahren nachlässt.3 Da die erwachsene Bevölkerung zu weniger als 50 % mit Impfstoffen versorgt ist, sind wir noch lange nicht in der Nähe einer Herdenimmunität und waren es auch nie.4 „Herdenimmunität“ ist eine der vielen ausgeklügelten PR-Strategien, die Eltern dazu nötigen sollen, ihre Kinder durch einfühlsamen Zuspruch impfen zu lassen.
Im Herbst 2004 kehrte ich wieder zur Arbeit zurück, versteckte mich jedoch oft in meinem Büro und forschte über Autismus, biomedizinische Interventionen und Impfstoffe. Es schien, als gäbe es so viel zu lernen, dass Jamisons Zukunft in unseren Händen läge und wir uns ein Rennen gegen die Zeit lieferten.
Den eigenen Ärger zu bewältigen, war eine Herausforderung. Je mehr ich lernte, desto stärker spürte ich, dass Gier, Ignoranz und Bürokraten ohne Rückgrat zu einer Situation beigetragen hatten, die meinem Sohn Schaden zufügte und ein normales Leben für ihn unerreichbar machte. Wenn man lernt, was ich gelernt habe, wenn man über das Ausmaß der Zerrüttung nachdenkt und sieht, dass Menschen in Autoritätspositionen genau Bescheid wissen und sich dennoch weigern zu handeln, dann ist das schwer zu ertragen. Jedes Mal, wenn wir sahen, wie sich Jamisons Gesundheitszustand verbesserte, erinnerte es uns daran, wie vermeidbar dies alles eigentlich gewesen wäre, und das machte uns noch wütender.
Acht Monate nach Jamisons Diagnose hatten Lisa und ich unsere Energie und unseren Ärger gebündelt, um eine Organisation und eine Website mit dem Namen „Generation Rescue“ zu gründen. So konnten Eltern, bei deren Kindern unlängst Autismus diagnostiziert wurde, schnell alle notwendigen Informationen über biomedizinische Interventionen erhalten, sich mit anderen Eltern in Verbindung setzen und einen Arzt in ihrem Bundesstaat finden. Wir hatten Wochen am Computer gebraucht, um all diese Informationen zu recherchieren; warum sollten wir es der nächsten Familie nicht einfacher machen, indem wir alles zentral bündelten? Unser Startschuss fiel im Mai 2005, und die Organisation hat Zehntausenden von Familien geholfen, den Heilungsprozess ihrer Kinder in die Wege zu leiten. Heute kursieren Tausende Geschichten über die Genesung und die Zustandsverbesserung von Kindern durch Familien, die unsere Website gefunden haben.
Einige Jahre nach unserem Start stieß Jenny McCarthy auf die Website von Generation Rescue, folgte den darin gegebenen Handlungsempfehlungen und trug damit zur vollständigen Heilung ihres Sohnes bei. Aus Dankbarkeit suchte sie uns auf und sagte, sie wolle helfen. Seitdem ist sie die Chefin. Jenny und die Geschäftsführerin Candace McDonald haben ein Rescue-Grant-Programm ins Leben gerufen, damit Familien, die nicht die finanziellen Mittel haben, eine biomedizinische Behandlung zu beginnen, heute unterstützt werden. Sie veranstalten auch den jährlichen Gipfel zur Weiterbildung über Autismus, die führende Konferenz, auf der Ärzte und Wissenschaftler über die neuesten Entwicklungen in der biomedizinischen Forschung diskutieren.
Die Diskussion über Impfungen und Autismus ist kein brisantes Thema, sie ist hochbrisant. Beide Seiten der Debatte vertreten vehement die Meinung, dass die Gesundheit und das Wohlergehen unserer Kinder auf dem Spiel stehen. Ein Großteil dieser passionierten Vehemenz ist das Ergebnis mehrerer Lügen, die immer wieder erzählt werden. Diese Lügen bilden ein Fundament für eigennützige Parteien, um die Wahrheit darüber, was mit Millionen von Kindern geschieht, zu leugnen, zu verschleiern und in die falsche Richtung zu lenken. Hier werden gutmeinende Eltern gegen gutmeinende Eltern ausgespielt. Lässt man die Lügen außer Acht, bleibt eine zutiefst beunruhigende Erklärung dafür übrig, warum so viele Kinder scheinbar aus heiterem Himmel an Autismus leiden.
Interessanterweise ist der Glaube, dass Impfstoffe Autismus verursachen können, nicht das Randthema, zu dem viele Artikel der Mainstream-Medien es machen. Von den 128 Millionen Menschen, die 2016 entweder für Hillary Clinton oder Donald Trump gestimmt haben, glauben 24,3 Prozent, dass folgende Aussage wahr ist: „Es wurde gezeigt, dass Impfstoffe Autismus verursachen.“ Das sind immerhin 31,3 Millionen Menschen.5 Das ist, wie ich mit diesem Buch anhand fundierter Logik, Daten und wissenschaftlicher Studien hoffe, zeigen zu können, kein Verschwörungsnarrativ.
Abgesehen davon kann das, was Sie in diesem Buch lesen werden, viele Dinge infrage stellen, von denen Sie glauben, sie seien wahr. Ich weiß, wie sich das anfühlt. Ich habe meinen Ärzten vertraut und den Beamten bei den Behörden zugehört. Ich bemühte mich zu akzeptieren, dass Menschen lügen würden. Ja, ich bin unglaublich wütend über das, was meinem Sohn widerfahren ist und über die unglaublich hohe Anzahl von Kindern, die jetzt an Autismus leidet, aber ich bin nicht wütend, weil ich jemanden brauche, der die Schuld trägt. Ich bin erbost, weil ich nach 15 Jahren, in denen ich mich in die Wissenschaftsliteratur vertieft, die kompetentesten Ärzte und Wissenschaftler des Landes konsultiert, alle Argumente abgewogen und die Erfahrungen so vieler Familien bezeugt habe, einschließlich meiner eigenen, weiß, dass Autismus vermeidbar und heilbar ist. Aber wir werden diese Epidemie niemals beenden, solange wir nicht mit all den Lügen und Verschleierungen abrechnen, die durch sie mitunter ins Leben gerufen werden.
Der erste Schritt zur Beendigung der Autismus-Epidemie besteht also darin, offen und ehrlich darüber zu reden, wie sie begann, und die Lügen aufzudecken, die immer wieder erzählt werden, um von dem Problem abzulenken und die Sachverhalte zu verzerren. Wir müssen Namen nennen und Menschen und Institutionen zur Rechenschaft ziehen. Wir müssen die gängigen Argumente kritisch betrachten – dass z. B. die Autismusquote nicht wirklich zunimmt und dass die Wissenschaft zu diesem Thema als abgeschlossen betrachtet werden kann – und sie in einer logischen, faktenbasierten Weise ausräumen. Wir müssen uns mit der Rolle der Medien, der Pharmaindustrie und den vertrauenswürdigen Institutionen wie den Centers for Disease Control and Prevention−Zentren für Krankheitskontrolle) und dem AAP befassen (eine US-amerikanische Organisation von beruflichen Vertretern der Pädiatrie. In Deutschland beträfe dies die DGKJ, die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Ihr Ziel ist es Kindern und Jugendlichen die bestmögliche Versorgung in Gesundheitsfragen zu bieten, Anm. d. Verlags). Wir müssen die Spur des Geldes aufnehmen und ihr folgen. Das ist es, worüber ich im ersten Teil berichte.
Der zweite Schritt besteht darin, die klaren und überzeugenden wissenschaftlichen Beweise zu verstehen, die den Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus belegen. Was viele Menschen nicht wissen (weil die Medien nicht darüber berichten), ist, dass es seit 2004 ein völlig neues Verständnis hinsichtlich der Ursache von Autismus gibt, und zwar basierend auf der Herausgabe einer Reihe biologischer Studien, die auf eine „Immunaktivierung“ im Gehirn hinweisen –, wobei die Immunaktivierung übrigens der ganze Sinn der Impfung ist. Bedeutet dies, dass Impfstoffe die einzige Ursache für Autismus sind? Nein. Auch andere Dinge können eine sogenannte Immunaktivierung auslösen; es scheint nur, dass Impfstoffe dies am konsequentesten und verheerendsten tun.
Was viele Menschen auch nicht wissen, ist, dass in letzter Zeit einige hoch angesehene Wissenschaftler – Experten, auf die man sich verlassen konnte, um im „Impfgericht“ des National Vaccine Injury Compensation Program gegen Eltern auszusagen ‒ kürzlich die Seite gewechselt haben und nun die Meinung so vieler Eltern unterstützen, dass Impfstoffe tatsächlich Autismus auslösen können. Diese Meinungsänderungen sind der sich entwickelnden Wissenschaft geschuldet. Die Aussagen dieser Elternteile haben ein enormes Gewicht und ich hoffe, dass dieses Buch dazu beiträgt, ihre Kommentare, von denen viele noch nie das Licht der Welt erblickt haben, in den richtigen Kontext zu stellen. Darauf gehe ich im zweiten Teil ein.
Der dritte Schritt zur Beendigung der Autismus-Epidemie besteht darin, einen konstruktiven Plan zu entwickeln, wie wir zukünftige Generationen vor einer Epidemie schützen können, von der jetzt eins von 36 amerikanischen Kindern betroffen ist. Und zwar geschieht dies auf Grundlage dessen, was wir über die Ursache von Autismus wissen und wo Familien und Ärzte Erfolge bei der Heilung verzeichnet haben. Dies wird in Teil drei behandelt.
Die Autismus-Epidemie ist letztendlich ein Versagen unserer Gesundheitsbehörden. In den USA sind die Centers for Disease Control and Prevention (CDC, vergleichbar mit dem deutschen Robert-Koch-Institut in Berlin, das als deutsche Bundesoberbehörde für Infektionskrankheiten direkt dem Bundesministerium für Gesundheit unterstellt ist, Anm. d Verlags) – eine Bundesbehörde innerhalb des Gesundheitsministeriums – nicht nur für die Durchführung unseres nationalen Impfprogramms zuständig, sondern auch dafür, die Anzahl der Kinder mit Autismus nachzuverfolgen. (Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.) Es ist, als hätte „der Bock, den man zum Gärtner gemacht hat“, sein ganzes Leben auf diesen Moment gewartet. Leider werden die Versäumnisse der CDC weiterhin durch Wissenschaftler, Ärzte und Medienvertreter ermöglicht, die gewillt sind, dieselben alten Lügen nachzuplappern, die einen ehrlichen Diskurs über die Epidemie – und wie man sie beenden kann – verschleiern.
Ich weiß, dass einige Menschen mich oder dieses Buch als „Impfstoff-Gegner“ bzw. „Anti-Impfstoff-Pamphlet“ bezeichnen werden. Das ist eine Verunglimpfung, die dazu dient, Debatten zu unterdrücken, sowie eine Verschwendung meiner und Ihrer Zeit. Menschen, die für Autos plädieren, die mehr Sicherheit bieten, sind keine „Auto-Gegner“. Wie Professor Christopher Exley von der Keele University, ein Wegbereiter, der den biologischen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff Aluminium und Autismus erkannt hat, erklärt:
Wie bringen Sie Ihre berechtigte Besorgnis über Aluminiumadjuvantien in Impfstoffen zum Ausdruck, ohne als „Impfstoff-Gegner“ tituliert zu werden? … Die Antwort scheint zu sein, dass Sie das nicht können.6
Wir haben keine Zeit für solche pauschalisierten Angriffe und Etiketten. Was unsere Kinder dringend brauchen, ist, dass wir uns einer sachkundigen, intellektuellen und faktengestützten Debatte stellen, in der Argumente auf ihre Stichhaltigkeit hin untersucht werden. Ich sage nicht, dass ich nicht verärgert bin – Sie werden in diesem Buch viel Wut erleben, die sich gegen die Menschen und Institutionen richtet, von denen ich weiß, dass sie für die derzeitige beispiellose Gesundheitskrise unserer Kinder verantwortlich sind –, aber vereinfachende Ad-hominem-Angriffe gegen eine Person, weil sie Impfungen nicht befürwortet und eine legitime und fundierte Besorgnis zum Ausdruck bringt, bringen uns dem Ende dieser Epidemie nicht näher.
Was ich wirklich glaube, ist, dass jeder Impfstoff für sich bewertet werden muss. Ich erkenne zwar an, dass Impfungen der Gesellschaft einen gewissen Nutzen bringen, indem sie die Fälle bestimmter akuter Krankheiten verringern, aber sie verursachen auch bei einigen der gefährdeten Kinder, die sie erhalten, Hirnschäden. Eltern haben ein Recht auf alle erforderlichen Informationen – das nennt man „Einwilligung nach erfolgter Aufklärung“ –, um im Namen der Kinder eine sachkundige Entscheidung hinsichtlich des Risikos und des Nutzens zu treffen. Die öffentliche Gesundheitseinrichtung in Amerika hat sich nicht an die Bürger dieses Landes gewandt. Sie übertreibt die allgemeinen Vorteile einer Impfung und spielt die Risiken herunter, entweder durch unsachgemäße Kontrolle und Tests oder durch eklatante Falschdarstellungen. Und obwohl wir es können, schätzen wir Kinder, die anfälliger für Impfungen sind, nicht systematisch ein, bevor sie geimpft werden. Ich meine, dass das Vertrauen der Öffentlichkeit in genau die Institutionen, deren Aufgabe es ist, unsere Gesundheit zu schützen, stark beeinträchtigt wurde.
Ich danke Ihnen, dass Sie dieses Buch lesen und auch dafür, dass Sie bereit sind zu bedenken, dass das, was ich Ihnen sage, wahr ist. Ich möchte mich auch bei Ihnen bedanken, dass Sie das Buch, wenn Sie möchten, mit anderen teilen.
TEIL 1
KAPITEL 1
„Es gibt keine Autismus-Epidemie“
Die Frage ist krass: Ist Autismus eine alte und genetische Variante, die akzeptiert und zelebriert werden muss, oder ist sie eine neue und zu Behinderungen führende Version, ausgelöst durch etwas in der Umwelt, das jeden Tag mehr Kindern schadet?
Dan Olmsted und Mark Blaxill,
Autoren von Denial1
Im Jahr 2015 veröffentlichte Steven Silberman Geniale Störung: Die geheime Geschichte des Autismus und warum wir Menschen brauchen, die anders denken. Silberman, ein ehemaliger Schallplattenproduzent, Restaurantkritiker und Lehrassistent des Dichters Allen Ginsberg, sorgte für Aufregung in der Welt des Autismus und brachte den leidigen Gedanken, dass Autismus schon immer mit genau derselben Quote aufgetreten sei, zurück in die öffentliche Debatte. Er beschrieb eine Welt, in der Autismus eine „natürlich vorkommende Form der kognitiven Differenz ist, die bestimmten Formen des Genies ähnelt.“ Die Freaks von Silicon Valley? Nikola Tesla? Alle „gesegnet“ mit Autismus. „Was immer Autismus ist – er ist kein singuläres Produkt der modernen Zivilisation, sondern ein eigenartiges Erbe aus ferner Vergangenheit, das durch Millionen Jahre der Evolution weitergegeben wurde“, schreibt Silberman und versucht, eine Epidemie mit einem Federstrich auszulöschen.2
Der Begriff Neurodiversität tauchte erstmals in den späten 1990er-Jahren auf und wurde von der Soziologin Judy Singer geprägt. Sie verglich die Akzeptanz verschiedener Denkweisen mit anderen Formen der sozialen Akzeptanz und hoffte, „für neurologisch unterschiedlich geprägte Menschen das zu tun, was der Feminismus und die Schwulenrechte für ihre Wählerschaft getan hatten.“3 Oberflächlich betrachtet scheint dies ein hehres Ziel zu sein – was kann denn falsch daran sein, sich für Akzeptanz einzusetzen? In der Zeitschrift Wired untersuchte Silberman die soziale Revolution, von der er glaubte, dass sie Realität werde, da Fürsprecher mit Autismus und „andere Andersdenkende die Regenbogenfahne der Neurodiversität hissen, um die Gesellschaft zu ermutigen, kognitive Unterschiede zu schätzen und zu zelebrieren, während sie angemessene Vorkehrungen in Schulen, Wohnungen und am Arbeitsplatz fordern.“4
Silbermans Botschaft entsprach den Bedürfnissen der sozialen Agenda der Medien, Autismus als etwas Normales zu betrachten, und stieß damit sowohl in elitären Kreisen als auch bei denjenigen, die Impfstoffschäden radikal bestreiten, auf Resonanz. Silberman, der in vielen bekannten Publikationen (Forbes, Washington Post, New York Times, The Economist und New Yorker, um nur einige zu nennen) vorgestellt wurde, gewann 2015 den Samuel-Johnson-Preis für Sachbücher. Eine Rezension in The Atlantic lobte Silbermans Buch und vermerkte, dass Befürworter des Autismus „Platz für jeden machen, der sich nicht ganz normal fühlt“.5
Silberman ging noch einen Schritt weiter, indem er das Überleben unserer Spezies an unsere Fähigkeit knüpfte, die neurologische Vielfalt zu akzeptieren. Er erklärte: „Der Nutzen der biologischen Vielfalt ist die Resilienz: die Fähigkeit, wechselnden Bedingungen standzuhalten und Angriffen von Feinden zu widerstehen. In einer Welt, die sich schneller als je zuvor verändert, ist die Anerkennung und Förderung der Neurodiversität die beste Chance der Zivilisation, in einer ungewissen Zukunft erfolgreich zu sein.“6
Ich bin bald 50 Jahre alt und als Kind hatte ich noch nie einen Gleichaltrigen mit Autismus gesehen oder von ihm gehört. Sie können jeden Lehrer, Arzt, Krankenpfleger oder Trainer fragen, der seit 30 Jahren oder länger arbeitet, und Sie bekommen immer dasselbe zu hören: Heute geschieht mit Kindern etwas Neues und ganz Anderes. Meine Kinder im Teenageralter kennen Dutzende autistische Kinder, und die Schulen platzen aus allen Nähten mit Sonderschulklassen. Betrachtet man die Grafik, die zeigt, wie sich die Autismusquote im Laufe der Zeit verändert hat, ist das wirklich erstaunlich (siehe Abbildung 1.1). Als ich zum ersten Mal hörte, dass einige Forscher, Wortführer und Experten behaupteten, die gestiegene Anzahl der Kinder mit Autismus sei nur eine Täuschung und dass es diese Kinder schon immer gab, konnte ich es nicht ernst nehmen.

Abb. 1.1: Anstieg der Autismusquote seit 1970 (um das 277-fache), Daten von: Treffert et al., Centers for Disease Control and Prevention.
Eine einfache Frage widerlegt diese Erzählung: „Wo sind all die Erwachsenen mit Autismus?“ Wenn Silbermans Version der Geschichte plausibel wäre, müssten fast drei Prozent der amerikanischen Erwachsenen deutliche Anzeichen von Autismus aufweisen. Lassen Sie uns das schnell durchrechnen: 54 Prozent der US-Bevölkerung sind über 35 Jahre alt, das sind ungefähr 174 Millionen Menschen. Wenn einer von 36 dieser Erwachsenen Autismus hätte, wären das 4,8 Millionen amerikanische Erwachsene mit Autismus – 4,8 Millionen Erwachsene über 36 Jahre, die an einer Behinderung leiden, die ein unabhängiges Leben für alle – bis auf die mildesten Fälle – zu einer Herausforderung macht.
Robert F. Kennedy Jr., ein Umweltaktivist und Anwalt, hat oft über den Mangel an Erwachsenen mit Autismus gesprochen und das jahrzehntelange Engagement seiner Familie an den Special Olympics angeführt. Er sagt, dass es bei dieser Veranstaltung nie Teilnehmer mit Autismus gab. Er fragte (im Jahr 2017, als die Autismusquote bei 1:45 lag): „Warum sieht man nicht einen von 45 älteren Menschen im Shopping-Center herumlaufen, warum trägt nicht einer von 45 Menschen Windeln und einen Football-Helm und hat Anfälle, schlägt mit dem Kopf auf den Boden oder leidet unter Stimming?“7 (Stimming, kurz für self-stimulating behaviour, meint ein sich selbst stimulierendes Verhalten, z. B. motorische Handlungen wie Händeflattern, Wippen etc., Anm. d. Übers.)
Es gibt keine Daten, die eine Zahl von 4,8 Millionen Erwachsenen belegen, die an Autismus leiden. Um so viele Personen unterzubringen, müsste es Pflegeheime, Gruppenheime und psychiatrische Anstalten geben, die mit autistischen Erwachsenen überfüllt wären. Die besten Daten, die ich über Unterkünfte für Erwachsene mit Behinderungen finden konnte, stammen aus Kanada, wo ein föderales Gesundheitssystem dafür sorgt, dass sich die Daten besser nachvollziehen lassen. In Kanadas größter Provinz, Ontario, leben 13,6 Millionen Menschen; 7,34 Millionen Menschen sind Erwachsene über 35 Jahre, was bei einer Quote von 1:36 folglich 204.000 Erwachsene mit Autismus bedeuten würde. Und wie viele Gruppenunterkünfte bietet Ontario für Erwachsene mit allen möglichen Entwicklungsstörungen an? 18.000.8 Bedenken Sie, dass Autismus nur eine Form der Entwicklungsstörung ist und weit weniger als die Hälfte aller Fälle ausmacht. Ontario hat nicht mehr Betten zur Verfügung, weil (noch) nicht mehr Betten benötigt werden – es gibt bei Weitem nicht so viele autistische Erwachsene. Tatsächlich werden in Ontario 42.000 Erwachsene mit allen möglichen Behinderungen versorgt und wenn, grob gerechnet, Autismus die Hälfte dieser Zahl ausmacht, gibt es 90 % der Erwachsenen mit Autismus in Silbermans Welt, die in Ontario „fehlen“ (20.000 dort gegenüber 200.000), weil sie nicht existieren.
Sollte diese einfache Mathematik nicht ausreichen, Sie zu überzeugen, verweise ich auf ein 2017 erschienenes Buch, das meiner Meinung nach den Protagonisten, die eine Autismus-Epidemie bestreiten, das entsprechende Kontra bietet: Denial: How refusing to face the facts about our autism epidemic hurts children, families, and our future wurde von Dan Olmsted, einem ehemaligen investigativen Journalisten und Chefherausgeber von UPI, und dem Harvard-MBA Mark Blaxill, selbst Vater eines autistischen Kindes, geschrieben. Anscheinend hatten die Autoren ähnliche Bedenken, ein ganzes Buch über ein Thema zu schreiben, das von den meisten Menschen hoffentlich als Mumpitz betrachtet wird. Die Autoren bemerkten, dass „ein Teil unserer persönlichen Herausforderung als Elternteil mit autistischem Kind sowie als Gesundheitsjournalist darin besteht, die ‚Vorstellung‘ [dass es keine echte Autismus-Epidemie gibt] ernst genug zu nehmen, um sie gründlich zu entlarven, und nicht nur darauf zu warten, dass die Geschichte diesem Unsinn den Garaus macht, wie es schließlich auch der Fall sein wird.“9
Olmsted und Blaxills Buch ist so scharfsinnig und so klar und bringt Silbermans gesamte These zum Einsturz (die Autoren widmen viele Kapitel Silbermans Buch Geniale Störung, um es zu widerlegen), dass ich mich bemühen werde, dem Buch in einem einzigen Kapitel gerecht zu werden. Ich kann Ihnen einige ausgewählte Passagen aus dem Buch anbieten, die meines Erachtens allein dafür stehen, die Verleugnung der Autismus-Epidemie als abwegig zu betrachten:
Die Bestreitung einer Autismus-Epidemie ergibt keinen Sinn. Nehmen Sie die US-Bevölkerung von 124 Millionen im Jahr 1931 – das Jahr, in dem das älteste Kind in diesem ersten Bericht über Autismus geboren wurde – und dividieren Sie diese Zahl durch die gegenwärtige Autismusprävalenz von 1 zu 68 Kindern [Anmerkung: heute ist es 1 von 36]. 1931 hätte es 1,8 Millionen Amerikaner mit Autismus geben müssen, gab es aber nicht. Wir haben die medizinische Literatur nach Fällen aus der Zeit davor durchforstet und es sind im Wesentlichen keine zu finden.10
Sie gehen in ihren Berechnungen auch bis zum „Anbeginn der Zeit“ zurück, was es noch schwieriger macht, die Behauptung von Silberman und anderen zu akzeptieren:
Gehen wir noch etwas weiter zurück: Wie viele Menschen haben je auf der Erde gelebt? Etwa 100 Milliarden bis 1931. Auch hier lässt sich leicht errechnen, dass es etwa anderthalb Milliarden autistische Menschen gab, die vor 1930 gelebt haben. Jetzt beginnen wir, die Gehaltlosigkeit hinter den Behauptungen Silbermans, des Bestreiters der Epidemie, zu erahnen. Es mag einzelne Personen mit genügend Merkmalen gegeben haben, die für eine Autismusdiagnose infrage kamen, aber 1,5 Milliarden wären weitaus augenfälliger gewesen; irgendjemand hätte darauf hingewiesen. Angesichts des ausgeprägten Profils autistischer Kinder ist es unmöglich, dass sich kein Arzt oder Beobachter des sozialen Umfelds zu ihrem deutlich unterschiedlichen Verhalten geäußert hätte.11
Verklärung einer schwerwiegenden Behinderung
Wenn ich als Elternteil eines autistischen Sohnes lange genug in Silbermans fiktive Version des Autismus und seiner Geschichte eintauche, klingt alles irgendwie gut, wenn nicht sogar ein bisschen großartig. Autismus ist nur eine andere Art zu denken; er war schon immer da. Menschen mit Autismus sind begabt und haben der Welt so viel zu bieten. Eine US-Fernsehserie, die seit 2017 ausgestrahlt wird, The Good Doctor, macht Autismus sogar noch populärer – die Hauptfigur ist ein autistischer Arzt, der außergewöhnliche Heilkräfte besitzt.
Leider ähnelt „der gute Doktor“ jemandem, der etwas hinkt, am Stock geht und das Klischee des Querschnittsgelähmten repräsentiert. Seine Geschichte ist faszinierend und fesselnd, hat aber wenig Ähnlichkeit mit dem Autismus, mit dem die meisten Eltern, mich eingeschlossen, tatsächlich jeden Tag konfrontiert werden. Und persönlich ärgere ich mich darüber, wie Silberman, The Good Doctor und viele Verfechter der Neurodiversität eine schreckliche Behinderung verklären. Wenn Sie „im College entdeckt haben, dass Sie Autismus haben“, dann haben Sie nicht den Autismus, unter dem jetzt mehr als eine Million amerikanischer Kinder leiden, einschließlich meines eigenen Sohnes.
Trotz allem, wie Sie vielleicht gelesen haben, ist die Definition von Autismus im Laufe der Zeit bemerkenswert gleich geblieben. Da sich Autismus nicht mit einem Bluttest diagnostizieren lässt, wird er durch Beobachtung festgestellt, und jeder, der genügend Autismusmerkmale aufweist, leidet an dieser Krankheit. Zu den Merkmalen einer Autismusdiagnose gehören das frühe Auftreten der Symptome (typischerweise vor dem 30. Lebensmonat), die Unfähigkeit, eine Beziehung zu anderen Menschen zu entwickeln (die sogenannte „sozial-emotionale Reziprozität“), „grobe Defizite“ in der Sprachentwicklung, eigentümliche Sprachmuster und ungewöhnliche Beziehungen zur Umwelt (Bindung an unbelebte Objekte, Unbeweglichkeit und dergleichen).
Olmsted und Blaxill erklären: „Die meisten Kinder mit der Diagnose ‚Autismus‘ werden nie einer Arbeit nachgehen, Steuern zahlen, sich verlieben, heiraten, Kinder bekommen oder für ihre Gesundheit und ihr Wohlergehen verantwortlich sein.“12 Tatsächlich sind laut des kalifornischen Bildungsministeriums mehr als 50 Prozent der autistischen Kinder überhaupt nicht in der Lage zu sprechen.13 Eine Studie im Journal of Autism and Developmental Disorders zeigte, dass 28 Prozent der achtjährigen Kinder mit Autismus-Spektrum-Störungen (ASD) selbstverletzendes Verhalten an den Tag legen (das bedeutet, sie fügen ihrem eigenen Körper Verletzungen zu).14 Das Maternal and Child Health Journal veröffentlichte eine Untersuchung, aus der hervorgeht, dass Kinder mit Autismus doppelt so häufig fettleibig sind.15 Eine Studie aus dem Bereich der Pädiatrie ergab, dass 35 Prozent der jungen Erwachsenen, die an Autismus leiden, nach der Highschool nie einen Job hatten oder eine Ausbildung erhielten.16 Wissen Sie, wie hoch die durchschnittlichen Kosten für die Unterstützung eines autistischen Menschen im Laufe seines Lebens sind? 2,4 Millionen Dollar.17
Als wären diese Zahlen nicht schon schlimm genug, hat eine in der Zeitschrift Research in Developmental Disabilities publizierte Arbeit gezeigt, dass autistische Kinder auch erheblich kränker sind als ihre Altersgenossen ohne Autismus.18 Asthma, Haut- und Nahrungsmittelallergien, Ohrinfektionen, starke Kopfschmerzen und Durchfall oder Kolitis sind bei einem Kind mit Autismus weitaus wahrscheinlicher. Tatsächlich waren die Magen-Darm-Probleme bei autistischen Kindern sehr viel schlimmer als bei jeder anderen Gruppe. Die Autoren der Studie waren daher der Meinung, diese Kinder verdienten besondere Aufmerksamkeit, wobei sie feststellten, „dass ein Ergebnis besonders hervorsticht, wenn wir die Gruppen mit Entwicklungsstörungen miteinander vergleichen: Kinder mit Autismus litten im vergangenen Jahr mit doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit an Durchfall oder Kolitis wie Kinder mit ADHS, einer Lernbehinderung oder einer anderen Entwicklungsverzögerung. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie diese gastrointestinalen Probleme hatten, war siebenmal höher als bei Kindern ohne Entwicklungsstörungen.“ Kürzlich berichtete National Public Radio, dass Menschen mit Entwicklungsstörungen siebenmal häufiger sexuellen Übergriffen ausgesetzt sind und diese Übergriffe typischerweise „an Orten geschehen, wo sie geschützt und sicher sein sollten“ – ein Albtraumszenario für jedes Elternteil mit autistischem Kind.19
Schließlich, und das ist wirklich tragisch, schätzt die Organisation Autism Speaks, dass ein Drittel der Kinder mit Autismus auch an Epilepsie leidet, „einer Hirnstörung, die durch wiederkehrende Anfälle oder Krämpfe gekennzeichnet ist“.20 Und eine europäische Studie aus dem Jahr 2016 fand heraus, dass Menschen mit Autismus „jünger sterben als der Durchschnittsbürger – 12 bis 30 Jahre“, wobei die Hauptursache für einen frühen Tod Epilepsie ist.21 Ist dies dieselbe glückliche Welt, die Silberman beschreibt? Nicht in Ihrem Leben. Oder in deren.
Sogar der Kongress glaubt, dass wir eine Epidemie haben
Im Jahr 2012 hielt das Committee on Oversight and Government Reform, das der Aufsicht über Regierungshandeln dient, eine Anhörung zum Thema Autismus ab. Titel der Anhörung? „1 von 88 Kindern [die damalige Autismusquote]: Ein Blick auf die Reaktion des Bundes auf steigende Autismusquoten.“ Der Kommissionsvorsitzende Darrell Issa eröffnete die Anhörung und sagte: „Vorausgesetzt, die Zahlen sind korrekt, und wenn sie von dem heutigen Verhältnis von 1 zu 88 Kindern, die in irgendeiner Weise von ASD betroffen sind, weiter steigen, haben wir es heute in der Tat mit einer Epidemie zu tun. Es könnte sein, dass die Rate von 1 zu 150 zu Beginn des vorigen Jahrhunderts etwas zu niedrig war, dass bei den Menschen tatsächlich keine Diagnose festgestellt wurde. Aber das glauben nur wenige Menschen.“ Dan Burton, ein Kongressabgeordneter aus Indiana, fügte hinzu: „Wir sind von einer Autismusquote von 1 zu 10.000 Kindern auf 1 zu 88 gekommen. Es ist schlimmer als eine Epidemie; es ist eine absolute Katastrophe.“22 Carolyn Maloney, eine Kongressabgeordnete aus New York, verlieh dem Ganzen noch mehr Nachdruck:
Autismus entwickelt sich in den USA zu einer wachsenden Epidemie, die unbedingt bekämpft werden muss … Nun zu den Zahlen, auf die er vorhin hingewiesen hat, nämlich dass früher 1 von 10.000 Kindern Autismus hatte, jetzt ist es 1 von 88, und ich möchte Dr. Boyle [einen CDC-Angestellten] fragen, warum? Und ich möchte nicht hören, dass wir eine bessere Erfassung haben. Wir haben eine bessere Erfassung, aber eine Erfassung würde keinen Sprung von 1 zu 10.000 auf 1 zu 88 erklären. Das ist ein riesiger, riesiger, riesiger Sprung. Welche anderen Faktoren könnten neben einer besseren Erfassung dazu beitragen? Nehmen Sie die bessere Erfassung vom Tisch. Ich stimme zu, dass wir eine bessere Erfassung haben, aber diese Zahlen werden nicht berücksichtigt.
Unsere eigenen gewählten Vertreter scheinen die Wahrheit zu kennen und dennoch sind Menschen wie Silberman weiterhin in allen Medien vertreten.
Keine Epidemie, keine Verantwortung
Robert F. Kennedy jun. gab eine überzeugende Vorstellung davon, warum seiner Meinung nach das Abstreiten von Epidemien ein Thema in der öffentlichen Debatte bleibt. In einem pointierten Essay, in dem Silbermans Buch im Jahr 2015 besprochen wurde, schreibt Kennedy:
Eine Fadenwurmtaktik, die ein Jahrzehnt lang von der Pharmaindustrie und dem Center[s] for Disease Control (CDC) und ihren Verbündeten angewandt wurde, um gegen die wissenschaftlichen Beweise anzugehen, dass die explosionsartige Autismusausbreitung eine von Menschen verursachte Epidemie neueren Ursprungs ist, war die Andeutung, dass es überhaupt keine Autismus-Epidemie gibt. Die öffentlichen Gesundheitsbehörden lehnen es ab, die plötzliche Explosion der Krankheit als „Epidemie“ oder „Krise“ zu bezeichnen und raten aktiv davon ab, die umweltbedingten Ursachen dafür wissenschaftlich zu untersuchen. „Sie werden niemals hören, dass die CDC die explosionsmäßige Autismusverbreitung als eine Krise oder eine Epidemie bezeichnet“, sagte Dr. Brian Hooker, Epidemiologe der Simpson University. „Solange es keine Epidemie gibt, braucht niemand nach dem Auslöser in der Umwelt zu suchen. All dies erklärt die Aufregung bei den von Big Pharma finanzierten Medien während des erstmaligen Erscheinens von Steve Silbermans Buch Geniale Störung: Die geheime Geschichte des Autismus und warum wir Menschen brauchen, die anders denken. Indem er die alten Falschmeldungen der Pharmaindustrie nachplappert, deutet Silberman an, dass Autismus eine gänzlich genetisch bedingte psychische Erkrankung sei, die uns in ähnlicher Häufigkeit wie heute schon immer begleitet hat. Silberman argumentiert, dass wir bis vor Kurzem Autismus nie bemerkt haben, weil betroffene Personen mit der Krankheit früher in psychiatrischen Einrichtungen untergebracht oder falsch diagnostiziert wurden.23
Kennedy kommt zu folgendem Schluss: „Silbermans übergreifende Botschaft lautet, dass wir aufhören sollten, die umweltbedingte Ursache der Autismus-Epidemie – und mögliche Heilmittel – zu untersuchen, und einfach das Mosaik der Neurodiversität der Menschheit feiern sollten. Das ist natürlich alles dummes Zeug.“ Olmsted und Blaxill geben ihre eigene Meinung zu dem Warum kund, indem sie fragen: „Wer profitiert davon?“
Die erste Frage, die wir uns stellen müssen, ist die unvermeidliche Frage des Eigennutzes: Cui bono? Wer profitiert von diesem unfassbaren Versäumnis, die einfache Wahrheit zuzugeben und anzusprechen? Angesichts des Ausmaßes des Autismusproblems ist es nicht verwunderlich, dass mächtige Interessengruppen nach Wegen suchen, um nicht für das Problem verantwortlich gemacht zu werden und, was noch schlimmer ist, auf irgendeine Weise – finanziell oder anderweitig – zur Rechenschaft gezogen zu werden. Wie wir im ersten Satz des Buches geschrieben haben, stehen Billionen von Dollar auf dem Spiel, darunter Milliarden von Gewinnen, Aktienkursen, Boni und Verbindlichkeiten. Die mit der Epidemie verbundenen Dollarzeichen sind so groß, dass es für die Hauptverdächtigen Milliarden wert ist, sich der Rechenschaftspflicht zu entziehen.24
Das System der Epidemie-Verleugnung
Ganz vorne im System der Verleugnung der Epidemie sitzt ein Mann: Dr. Paul Offit. Oberflächlich betrachtet gibt es keinen Grund, warum Offit eine große Meinung zu Autismus haben oder jemals von der Mainstream-Presse über Autismus zitiert werden sollte, da sein Fachgebiet … Impfstoffe sind. Paul Offit ist Professor für „Vakzinologie“ am Kinderkrankenhaus von Philadelphia und hat persönlich zig Millionen Dollar verdient, als eine seiner Erfindungen – ein Impfstoff gegen Rotaviren – in den von den USA empfohlenen Impfkalender aufgenommen wurde.25 Offit hat zwar keine formelle Ausbildung auf irgendeinem Gebiet, das mit Autismus zu tun hat, aber das hielt ihn nicht davon ab, Bücher über Autismus zu schreiben (Autism’s False Prophets: Bad Science, Risky Medicine, and the Search for a Cure, nur englischsprachig, Anm. d. Verlags), und er wird in den Medien oft zitiert, wenn es um Autismus geht. Im Jahr 2010 wählte der Age of Autism-Blog Paul Offit zum „Verleugner des Jahrzehnts“ für die Nuller Jahre.26 Hier ist ein typisches Zitat Offits über die Autismusquote:
Es ist keine wirkliche Epidemie. Mitte der 1990er-Jahre wurde die Definition von Autismus auf das erweitert, was heute als Autismus-Spektrum-Störungen bezeichnet wird. Viele mildere Teile des Störungsbilds – Probleme mit der Sprache, soziale Interaktion – wurden in die Skala mit aufgenommen. Wir sind heute auch aufmerksamer, sodass wir diese Krankheit öfter wahrnehmen. Und es gibt einen finanziellen Anstoß, Kinder in die erweiterte Definition einzubeziehen, damit ihre Behandlung von der Versicherung übernommen wird. Zöge man die aktuellen Kriterien heran und ginge 50 Jahre zurück, würde man, so wird behauptet, ungefähr genauso viele Kinder mit Autismus sehen.27
In der Welt von Paul Offit gibt es hier kein Problem. Die Dinge sind so, wie sie immer waren; wir verstehen sie nur besser. Und wenn es keine Epidemie gibt, gibt es auch keine Ursache in der Umwelt, denn warum einen auslösenden Sündenbock suchen, wenn etwas nicht wirklich gewachsen ist? Anders ausgedrückt: Die Autismus-Epidemie zu bestreiten bedeutet, das Leiden von Millionen von Kindern und ihrer Familien zu leugnen und auch die Erforschung der wahren Ursache abzulehnen, um die Epidemie beenden zu können. Aber was ist Offits wahre Motivation? Meiner Meinung nach ist die Autismus-Epidemie die größte Bedrohung für das Impfprogramm in seiner derzeitigen Form. Wie bereits erwähnt, wird die Gleichung von Risiko und Nutzen hinsichtlich des Impfprogramms zerstört, wenn Impfungen bei einem von 36 Kindern Autismus auslösen. Wenn andererseits Autismus schon immer präsent war, könnten Impfstoffe möglicherweise keine Rolle spielen.
Paul Offit ist ein öffentliches Sprachrohr mit engen finanziellen Beziehungen zu insbesondere einem Unternehmen: Merck, dem größten Impfstoffhersteller der Welt. Tatsächlich ist Offit Maurice R. Hilleman, Professor für Impfstoffkunde (derselbe Maurice Hilleman, der den MMR-Impfstoff erfunden hat) an der Perelman School of Medicine der University of Pennsylvania, einem von Merck gestifteten Lehrstuhl.
Ist es wirklich so schwer zu verstehen, warum er für die Medien der Ansprechpartner für Behauptungen ist, wenn es darum geht, Epidemien zu leugnen?
Paul Offit ist nicht der einzige, der schöne Sprüche oder Kommentare zu Studien von sich gibt und manchmal auch Primärforschung betreibt, um Zweifel an der Zunahme der Autismusquote aufrechtzuerhalten. Dr. Peter Hotez, Dr. Eric Fombonne und Dr. Paul Shattuck sind drei weitere medienfreundliche Sprachrohre mit engen Verbindungen zur Impfstoffindustrie, die in der etablierten Presse als objektive und sachkundige Experten zu Geschichten über Autismus hofiert werden.
Peter Hotez, der vielleicht meistzitierte „Experte“ für Impfstoffe und Autismus in den vergangenen Jahren, ist in Wirklichkeit Patentinhaber mehrerer experimenteller Impfstoffe.28 Eric Fombonne hat nicht nur eine der verblüffend schlechtesten Studien über den Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) verfasst (den ich in Kapitel 3 bespreche), sondern auch als Sachverständiger für Impfstoffhersteller gedient, indem er vor Gericht gegen die Eltern von Kindern aussagte, die durch den Impfstoff Schaden genommen haben.29 Paul Shattuck war ein Merck-Stipendiat und hat von der CDC Zuschüsse von mehr als 500.000 Dollar zur Finanzierung seiner Forschung erhalten.30 Objektive Experten? Nicht einmal annähernd. „Profitieren“ sie von der Leugnung einer Epidemie? Natürlich tun sie das, wie Blaxill und Olmsted wortgewandt erklären:
Die Menschen, die am meisten von der Verleugnung einer Autismus-Epidemie profitieren, sind diejenigen, die die Toxine herstellen und die Expositionen inszenieren, die, wenn auch unbeabsichtigt, die Epidemie verursacht haben. Sie profitieren zuerst, unnötig zu sagen, indem sie Geld verdienen und dann, indem sie eine Schuld in Form von rechtlicher, finanzieller und möglicherweise sogar strafrechtlicher Haftung vermeiden.31
Der Autismusexperte
In Geniale Störung lobt Silberman die Arbeit von Dr. Bernard Rimland, einem wegweisenden Psychologen, dessen berühmtes Buch Infantile Autism von 1964 für immer die Vorstellung zerstörte, Autismus sei emotional distanzierten Eltern geschuldet. Silbermans Entscheidung, Rimland zu vergöttern, ist angesichts seiner immensen Beiträge auf dem Gebiet des Autismus zwar völlig angemessen, aber auch paradox, wenn man bedenkt, dass Rimland auch die früheste und öffentlichste Stimme war, die eine schleichende Dynamik in der Autismusdebatte hinter-fragte, die Mitte der 1990er-Jahre zum ersten Mal auftrat: die Verleugnung der Epidemie.
Bernard Rimland, der sowohl die Autism Society of America als auch das Autismusforschungsinstitut gründete, war in den 1980er- und 1990er-Jahren und bis zu seinem Tod im Jahr 2006 die führende Autorität zum Thema Autismus. Tatsächlich war er der Pionier der biomedizinischen Intervention, der sich viele Eltern zur Genesung ihrer Kinder bedienten. Mitte der 1990er-Jahre erkannte er eindeutige Beweise für einen massiven Anstieg der Anzahl autistischer Kinder und schrieb bereits 1995 einen Aufsatz mit dem Titel „Is there an autism epidemic?“ (Gibt es eine Autismus-Epidemie?).32 Rimlands Antwort war einfach und direkt: „Ja! Die Anzahl der autistischen Kinder hat eindeutig stark zugenommen.“ Bis zum Jahr 2000 konnte Rimland kaum mit einer ständig wachsenden Zahl autistischer Kinder Schritt halten, ebenso wenig wie mit dem anhaltenden Versuch einiger Experten, das Wasser zu trüben. In jenem Jahr veröffentlichte er einen inzwischen berühmten Essay im Journal of Nutritional & Environmental Medicine, in dem es heißt:
Während es einige wenige Ewiggestrige gibt, die darauf insistieren, dass es keine wirkliche Autismus-Epidemie gibt, sondern nur höhere Aufmerksamkeit, ist es für alle anderen offensichtlich, dass die Zahl der Kleinkinder mit Autismus-Spektrum-Störungen (ASD) dramatisch zugenommen hat und weiter steigt … Die Beweise waren 1995 überzeugend und sind im Jahr 2000 überwältigend. Nichtsdestotrotz lese und höre ich täglich über Fachleute, darunter viele, die als Autoritäten für Autismus gelten und behaupten, die Anzahl autistischer Menschen nehme nicht wirklich zu … Ich las das Wort Autismus zum ersten Mal im Frühjahr 1958, fünf Jahre nachdem ich meinen Doktor in Psychologie gemacht hatte … Ich habe ähnliche Geschichten von vielen Ärzten, Sonderschullehrern und Schulleitern gehört, deren Erfahrungen bis in die frühen 1970er Jahre und davor zurückreichen. Autismus war damals wirklich selten.33
Die drei Hauptargumente von Leugnern der Autismus-Epidemie
Wenngleich Dr. Rimland zweifellos der bekannteste Autismusforscher war, als Mitte der 1990er-Jahre erstmals die Leugnung der Epidemie aufkam, reichen seine Worte allein möglicherweise nicht aus, um jeden zu überzeugen. Wichtig ist, sich die tatsächlichen Daten, die Details und die vielen publizierten Studien anzusehen.
„Epidemie-Leugner“ bieten drei einzelne, aber verwandte Erklärungen dafür, warum sie glauben, dass Autismus uns schon immer in gleichem Maße begleitet habe: dass sich die Diagnose verbessert habe, dass Autismus eine Neuklassifizierung geistiger Retardierung sei und dass sich die Definition des Begriffs Autismus erweitert habe. Jede Erklärung klingt, oberflächlich betrachtet, plausibel, wird aber durch Fakten und Wissenschaftsstudien zunichte gemacht. Und jede dieser drei gängigen Erklärungen ist leicht überprüfbar. Lassen Sie uns also sehen, was die Beweise zeigen. Zuerst aber sollten wir einen Referenzwert festlegen.
Der Referenzwert in Wisconsin
1970 wurde in den Archives of General Psychiatry ein Referenzwert für die Prävalenz von Autismus festgelegt.34 Anhand von Daten aus Wisconsin versuchten Dr. Darold Treffert und Kollegen, „die Inzidenz und Prävalenz von Kindheitsschizophrenie und frühkindlichem Autismus in der gesamten Bevölkerung des Bundesstaates im Alter von 12 Jahren und darunter zu ermitteln“. Dies war das erste Mal, dass ein gründliches Verfahren durchgeführt wurde, um die Autismusquote zu ermitteln, und Treffert und sein Team untersuchten etwa 899.000 Kinder; sein Ergebnis: 0,7 Kinder von 10.000 „entsprechen der Definition des klassischen, frühkindlichen Autismus“. (In den 1970er-Jahren war Autismus in Medizinerkreisen in Deutschland größtenteils noch unbekannt. Zwar wurde die Zahl autistischer Kinder aufgrund epidemiologischer Studien auf 6.000 bis 7.000 geschätzt, allerdings waren Mitte der Siebziger gerade einmal 600 Fälle bekannt. Anm. d. Verlags) Dies ist die Studie, aus der die weitverbreitete Zahl „1 von 10.000“ stammt.
Erwähnenswert ist, dass Treffert über die Merkmale berichtete, aufgrund derer ein Kind aus Wisconsin als autistisch gilt:
Klassischer frühkindlicher Autismus, der die Organizität ausschließt und sich durch frühes Auftreten der Krankheit, Selbstisolation und die Unfähigkeit, Beziehungen aufzubauen sowie Sprachprobleme, Verdacht auf Taubheit und das Bedürfnis nach Gleicherhaltung manifestiert. [Mein Sohn hatte all diese Kriterien erfüllt].
Trefferts Untersuchung erkannte auch einen großen Gegensatz im Geschlechterverhältnis von autistischen Kindern und stellte fest, dass Jungen häufiger an der Krankheit litten als Mädchen, und zwar im Verhältnis 3,4 zu 1. Ebenso fand man heraus, dass Eltern autistischer Kinder „ein hohes Bildungsniveau“ hatten und „eine geringe Inzidenz psychischer Erkrankungen“ aufwiesen. Die Studie war besonders gründlich und die Autoren hatten Zugang zur gesamten psychiatrischen Infrastruktur von Wisconsin, einschließlich aller Einrichtungen, in denen sich ein Kind mit Symptomen einer psychischen Störung befand.
Treffert war der Ansicht, „dass es aufgrund der Komplexität der neurologischen Störung, der schwierigen Differentialdiagnose und der komplizierten Dispositionsplanung sehr unwahrscheinlich war, dass innerhalb von fünf Jahren kein Fall von Kindheitsschizophrenie oder frühkindlichem Autismus in der Altersgruppe bis zu 12 Jahren in einer der oben genannten Situationen aufgetreten wäre.“ Wäre Steve Silbermans Weltanschauung richtig, hätte es in Wisconsin mehr als 18.000 Kinder mit Autismus geben müssen. Dr. Treffert und sein Team fanden lediglich etwas mehr als 60.
45 Jahre später, im Jahr 2015, kommentierte Treffert die Autismus-Epidemie für die Wisconsin Medical Society in einem Blog-Beitrag. Während er einerseits behauptete, dass die Zunahme der Autismusfälle sich teilweise darauf zurückführen ließe, dass die Anzahl der Kriterien vergrößert wurde (siehe das dritte Argument zur Leugnung der Autismus-Epidemie auf Seite (S. 28)), machte er andererseits deutlich, dass er „überzeugt ist, dass es eine tatsächliche Zunahme der Erkrankung gibt … Und meiner Ansicht nach ist dieser Anstieg zum Teil tatsächlich auf einige Umweltfaktoren zurückzuführen (unterschiedliche Schadstoffe, die ebenfalls zu einer Zunahme weiterer angeborener Anomalien und Frühgeburten beitragen können)“.35
Lassen Sie mich das klarstellen, denn es handelt sich um eine wirklich große Sache: Der allererste Epidemiologe, der 1970 in Wisconsin die Autismusquote in Wisconsin analysierte, meint, dass es einen tatsächlichen Anstieg dieser Quote gebe und diese Zunahme zumindest teilweise auf Umweltfaktoren zurückzuführen sei.
Erstes Argument zur Leugnung der Autismus-Epidemie: Die Diagnose-Möglichkeiten haben sich verbessert
Den meisten Menschen fällt es schwer, den Unterschied zwischen einer Autismusquote von 3,3 pro 10.000 und einer Quote von 277 pro 10.000 Erkrankten zu verinnerlichen. Sie wissen, dass die zweite Zahl viel größer ist, sind sich aber vielleicht nicht der praktischen Bedeutung dieses Unterschieds bewusst. Betrachten wir also ein Beispiel aus dem wahren Leben: 1987, kurz vor dem Wendepunkt der Autismus-Epidemie im Jahr 1989, wurde eine von Fachleuten begutachtete Studie mit dem Titel „A Prevalence Study of Pervasive Developmental Disorders in North Dakota“ (Eine Prävalenzstudie zu tiefgreifenden Entwicklungsstörungen in North Dakota) veröffentlicht, die zählen sollte, wie viele Kinder im gesamten Bundesstaat die Diagnose PDD (tiefgreifende Entwicklungsstörung, Anm. d. Verlags) bzw. Autismus hatten.36 Die Forscher untersuchten alle 180.000 Kinder unter 18 Jahren und stellten fest, dass die Autismusquote in North Dakota bei 3,3 pro 10.000 Kindern lag.
Die Autoren der Studie fassten ihre Ergebnisse folgendermaßen zusammen:
Von den 180.986 Kindern in North Dakota im Alter von 2 bis 18 Jahren erfüllten 21 die DSM-III-Kriterien [Diagnostisches und statistisches Handbuch psychischer Störungen, Anm. d. Verlags] für frühkindlichen bzw. infantilen Autismus (IA), zwei erfüllten die Kriterien für das Auftreten einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung (COPDD) im Kindesalter, und bei 36 wurde eine atypische tiefgreifende Entwicklungsstörung (APDD) diagnostiziert, weil sie die Verhaltenskriterien für COPDD vor dem 30. Lebensmonat, aber nie die Kriterien für IA erfüllten. Die Prävalenzraten wurden für IA auf 1,16 pro 10.000, für COPDD auf 0,11 pro 10.000 und für APDD auf 1,99 pro 10.000 Kinder geschätzt. Die kombinierte Rate für alle PDD betrug 3,26 pro 10.000 bei einem Verhältnis von 2,7 zu 1 zwischen Jungen und Mädchen.
Dies war eine außerordentlich sorgfältige Studie. Die Kinder mit Autismus wurden von einem Arzt persönlich untersucht, die Daten in einer Zeitschrift veröffentlicht und von Fachkollegen begutachtet; die Daten waren replizierbar. Die Forscher fanden heraus, dass 3,3 von 10.000 Kindern an Autismus litten. Konnten sie sich geirrt haben? War die tatsächliche Zahl wirklich ganz anders? Möglicherweise. Vielleicht war die echte Rate wirklich so hoch (5 von 10.000) oder so niedrig (2 von 10.000). Aber wir sprechen hier von 3,3 von 10.000 Kindern mit Autismus oder ungefähr über 1 von 3.300.
Wir wissen heute, dass 1 von 36 Kindern von Autismus betroffen ist, das sind 83-mal mehr Kinder als in der Studie von North Dakota aus dem Jahr 1987. Aber es ist schlimmer, wenn man es anders betrachtet: Wären es 1987 eine Million Kinder gewesen, hätten 330 an Autismus gelitten; wenn es heute eine Million Kinder sind, leiden 27.777 Kinder. Lassen Sie mich das noch einmal wiederholen: Im Jahr 1987 bedeutete die Quote der Autismusprävalenz, dass pro eine Million Kinder 330 autistisch waren. Bei der heutigen Zahl, die etwa 13-mal so hoch ist, gäbe es fast 28.000 an Autismus erkrankte Kinder.
Wenn Sie Steve Silberman und anderen Epidemie-Leugnern glauben wollen, müssen Sie davon überzeugt sein, dass die 1987 durchgeführte Untersuchung zur Autismusprävalenz schlichweg falsch war. Die Forscher in North Dakota übersahen jede Menge Kinder und machten viel zu geringe Angaben über die tatsächliche Anzahl der Fälle mit Autismus. Wie viele Kinder übersahen sie? Nun, wenn die Forscher in North Dakota feststellten, dass 3,3 von 10.000 Kindern an Autismus litten, obwohl sie 277 pro 10.000 Kinder hätten finden müssen, dann haben sie 98,8 Prozent der Autismusfälle in North Dakota übersehen. Das bedeutet, dass 1987 die Kinderärzte, Psychologen und alle Screening-Fragebogen (ganz zu schweigen von allen Eltern) in North Dakota 98,8 Prozent der Kinder mit Autismus übersahen und sie einfach durch die Maschen schlüpfen ließen. Diese Kinder, alle 98,8 Prozent von ihnen, saßen im Unterricht direkt neben ihnen, und sie und ihre Eltern und Ärzte wussten es nicht. Es ist eine unmögliche Welt, aber es ist die, die Steve Silberman, Paul Offit und andere uns glauben machen wollen.
Noch mal kurz zurück nach North Dakota. Die Wissenschaftler und Ärzte, die 1987 diese Studie durchführten und die ergab, dass von 10.000 Kindern 3,3 an Autismus litten, wollten auf jeden Fall sicherstellen, dass ihre Zählung korrekt war. Sie verfolgten zwölf Jahre lang dieselbe Geburtskohorte, nämlich die fast 200.000 Kinder, aus denen ihre ursprüngliche Studie von 1987 bestand. 13 Jahre später, im Januar 2000, veröffentlichten sie eine zweite Studie mit dem Titel „A Prevalence Methodology for Mental Illness and Developmental Disorders in Rural and Frontier Settings“ (Eine Prävalenzstudie über psychische Erkrankungen und Entwicklungsstörungen in ländlichen und Grenzgebieten).37 Die Autoren der Studie schlussfolgerten:
Die Ergebnisse der Prävalenzstudie [die ursprüngliche Studie von 1987] wurden mit den Ergebnissen einer zwölf Jahre andauernden Überwachung der Kohorte verglichen. Die zwölf Jahre andauernde Beobachtung machte einen Fall ausfindig, der in der ursprünglichen Prävalenzstudie übersehen wurde. So identifizierte die ursprüngliche Methodik der Prävalenzstudie 98 Prozent der Fälle mit tiefgreifender Entwicklungsstörung mit autistischen Zügen in der Bevölkerung. Diese Methodik kann auch für Studien über andere Entwicklungsstörungen in ländlichen und Grenzgebieten nützlich sein.
Diese Forscher kehrten also zwölf Jahre später zurück und überprüften ihre Arbeit. Bei ein paar hunderttausend Kindern stellten sie fest, dass sie ihre ursprüngliche Schätzung der Autismusprävalenz in North Dakota um genau ein Kind zu niedrig angesetzt hatten. Ein Kind! Diese Studie allein sollte jeden zum Schweigen bringen, der von einer „besseren Diagnose“ spricht, aber es kommt noch besser.
Perinatales Kooperationsprojekt
Olmsted und Blaxill schrieben in ihrem Buch Denial ausführlich über diese Studie aus dem Jahr 1975:
Es würde unserer eigenen Argumentation sehr entgegenkommen, wenn die zuständigen Behörden die Zeit und das Geld aufgewendet hätten, eine mehr zeitgemäße Erhebung über die Autismusquote zu erstellen, bei der der Goldstandard der Überwachungsmethoden, nämlich eine vorausblickende Studie zur Autismusquote, angewendet worden wäre. Eine solche prospektive Studie würde eine große Gruppe von Kindern von der Geburt bis zur Kindheit begleiten und ihre Entwicklung in regelmäßigen Abständen streng überwachen, um festzustellen, wie sie voranschreiten und ob sie Entwicklungsprobleme wie Autismus haben oder nicht. Eine weitsichtige Studie, die Autismus mit einbezieht, gäbe uns zu erkennen, wie hoch die tatsächliche Autismusquote wirklich war, indem sie eine bestimmte Bevölkerungsgruppe sorgfältig verfolgt und nicht rückblickend versucht hätte, Fälle in einer festgelegten Population zu identifizieren, nachdem Autismus bereits aufgetreten war. Im Idealfall hätte eine solche Studie irgendwo zwischen den 1930er-Jahren, als man Autismus erstmals erkannt hatte, und seiner explosionsartigen Ausbreitung in den 1990er-Jahren durchgeführt werden müssen, um überzeugende Argumente für niedrige Autismusquoten vor dem Ausbruch einer angeblichen „Epidemie“ zu liefern. Ein weiteres ideales Merkmal einer solchen Studie wäre eine große Stichprobe – Zehntausende Kinder, die von Geburt an beobachtet würden, um herauszufinden, bei wie viel Prozent Autismus diagnostiziert wird. Eine solche ideale Studie würde Daten aus computergestützten Krankenakten sowie aus neurologischen, psychologischen und Sprach- und Höruntersuchungen in jedem Stadium der kindlichen Entwicklung heraussuchen. Führende medizinische Zentren, maßgebliche Forscher und eine strenge staatliche Beaufsichtigung würden gewährleisten, dass es keine Interessenkonflikte gibt. Vergleicht man die besprochene obskure Studie mit den heutigen Quoten, dann wüsste man wirklich, ob es eine Autismus-Epidemie gibt, einen kleinen Anstieg oder lediglich eine veränderte Form – so wie wir die verschiedenen Formen menschlicher Behinderung beschreiben. Oh, halt! Diese Studie wurde durchgeführt.38
Forscher aus 14 verschiedenen Krankenhäusern, die an große Universitäten angeschlossen sind, beobachteten jahrelang eine Gruppe von Neugeborenen (30.000), die zwischen 1959 und 1965 geboren wurden.39 Über die Kinder wurden in einem festgelegten Zeitraum vom Tag ihrer Geburt bis zu ihrem achten Lebensjahr detaillierte Gutachten erstellt. Die National Institutes of Health (die für die medizinische Forschung zuständige Bundesbehörde) erläuterte klar und deutlich, warum die Daten aus dieser Studie so wertvoll waren:
Die Daten wurden im Rahmen einer prospektiven Studie [die Kinder wurden von Geburt an beobachtet und kontinuierlich neu bewertet] erhoben, die in ihrer Konzeption und ihrem Umfang einzigartig ist. Die Daten stellen einen Fundus an Informationen von großem Wert dar. Es gibt Hunderte Bücher und Monografien, die auf Analysen dieser Daten basieren, sowie andere Publikationen. Dennoch sind die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des auf dieser Studie basierenden Wissens immens. Es ist unwahrscheinlich, dass eine solche Studie erneut durchgeführt wird, und es ist daher von besonderer Bedeutung, dass die Daten so umfassend wie möglich genutzt werden.40
Um dies in einen weiteren Kontext zu stellen, hier der ursprüngliche Titel dieser Studie: „Collaborative Study of Cerebral Parsy, Mental Retardation, and Other Neurological and Sensory Disorders of Infancy and Childhood“ (Gemeinschaftliche Studie über Zerebralparese, geistige Behinderung und andere neurologische und sensorische Störungen im Säuglings- und Kindesalter). Ich erwähne dies nur, damit jedem klar ist, dass der wesentliche Zweck dieser Studie darin bestand, Abweichungen in der kindlichen Entwicklung zu finden, von denen Autismus wie ein schmerzender Daumen herausgestochen hätte. Wie Robert F. Kennedy Jr. sagte: Bleibt einem Autismus erspart, ist das so, „als hätte man ein Zugunglück verpasst“.1
Das National Collaborative Perinatal Project (NCPP – Nationales Perinatales Kooperationsprojekt, Anm. d. Übers.) war ein bedeutsames Unterfangen und wurde direkt vom Bewilligungsausschuss des US-Repräsentantenhauses finanziert. Laut einer Zusammenfassung der Studie sagten viele Experten für psychische Gesundheit vor dem Kongress über die Bedeutung dieser Studie aus:
Der Bedarf an prospektiven Daten, die systematisch erfasst werden, zusammen mit dem seltenen Auftreten neurologischer Defizite in der Kindheit, machten die Verfügbarkeit einer großen Gruppe schwangerer Frauen zwingend erforderlich … Der Kern der Forschungsbemühungen bestand darin, eine große Zahl von Fällen detailliert zu untersuchen, um die Auswirkungen perinataler Faktoren auf die Gesundheit des einzelnen Kindes zu bewerten.42
„Prospektive Daten, systematisch erfasst“, die genau nach Krankheiten wie Autismus suchten; 30.000 Kinder, ein Projekt, das so groß war, dass „die Größe und Komplexität des NCPP ein hoch entwickeltes und integriertes Personal erforderte, um die von den oben genannten Ausschüssen entwickelten und geleiteten Forschungsarbeiten durchzuführen.“ Die Kinder wurden zwischen ihrer Geburt und ihrem achten Lebensjahr neunmal untersucht; die Untersuchungen umfassten Pädiatrie, Psychologie, Neurobiologie, Sprechen, Sprache und Hören sowie visuelles Screening. Im Alter von drei Jahren wurden alle Kinder auf Sprachrezeption und -ausdruck, auf ein auditives Gedächtnis für Ziffern und unsinnige Silben, auf Sprechmechanismus, Sprachproduktion sowie zusätzliche Beobachtungen getestet – was eine Frage aufwirft, die auf der Hand liegt: Wie groß sind die Chancen, dass eine so gründliche Studie den Autismus übersehen würde? Die Antwort ist recht einfach: gleich null.
Dr. E. Fuller Torrey und seine Kollegen durchkämmten unabhängig voneinander die Daten des NCPP für ihre eigene Studie, um die Auswirkungen zu untersuchen, die Gebärmutterblutungen auf psychische Störungen haben könnten. Die Autoren stellten fest, dass „etwa 4.000 einzelne Informationen zu jeder Schwangerschaft und deren Ausgang gesammelt wurden“. Einer dieser Ausgänge, nach dem sie suchten – Autismus – wurde daher genau analysiert. Die Ergebnisse von Torreys Studie, die 1975 im Journal of Autism and Childhood Schizophrenia veröffentlicht wurden, ergaben, dass 14 Kinder die Kriterien für Autismus aus den NCPP-Daten erfüllten.43
14 autistische Kinder wurden in der umfassendsten Studie über Kinder gefunden, die jemals in den USA durchgeführt wurde, in einer Studie, die insbesondere nach „neurologischen und sensorischen Störungen im Säuglingsalter und in der Kindheit“ suchte, denn so ist Autismus definiert: als eine neurologische und sensorische Störung. Diese 14 Kinder entsprechen 4,7 Kindern von 10.000 gegenüber der heutigen Rate von 277 von 10.000, was 59-mal mehr Kindern entspricht. Die Quote des NCPP (4,7 von 10.000) entspricht der Rate der North-Dakota-Studie von 3,3 pro 10.000 Kindern.
Wäre die tatsächliche Autismusquote während der Zeit des NCPP 1 von 36 gewesen, hätten die Forscher 98,4 % oder 819 der Kinder mit Autismus übersehen; das taten sie nicht.
Heute ist Torrey nach wie vor ein aktiver Forscher, sein Spezialgebiet ist die Schizophrenie. Ich sprach ihn in einem Interview auf diese Studie von 1975 an, und er sagte mir: „Es fällt mir schwer zu glauben, dass die an der Studie beteiligten Personen so viele Kinder [mit Autismus] übergangen haben. Sie waren sehr gründlich.“ Ich fragte ihn, was seiner Meinung nach für so viele autistische Kinder heute verantwortlich sein könnte. Dr. Torrey wies schnell darauf hin, dass sein Fachgebiet die Schizophrenie sei, er aber „vermute, dass Autismus, Multiple Sklerose und Schizophrenie die Folge eines infektiösen Erregers im Gehirn sind“.4
Das Argument der besseren Diagnose ist nicht stichhaltig. Die Fakten, die Studien und der gesunde Menschenverstand untermauern es nicht. Sogar unsere Kongressabgeordneten wissen, dass es lächerlich ist. Erinnern Sie sich an die Kongressabgeordnete Carolyn Maloney? Sie wusste, dass eine bessere Diagnose völlig unlogisch ist, und die Frage, die sie 2012 in der Kongressanhörung stellte, richtete sich an Dr. Coleen Boyle, die bei der CDC dafür zuständig ist, die Anzahl der Autismusfälle zu verfolgen. Boyle stand unter Eid, was bedeutete, dass sie ihre Worte sorgfältig wählen musste. Carolyn Maloney wollte wissen, was – abgesehen von einer „besseren Erfassung“ – möglicherweise für all diese Fälle mit Autismus verantwortlich sein könnte. Hier der Dialog zwischen der Kongressabgeordneten Maloney und Dr. Boyle:
Maloney: Welche anderen Faktoren könnten neben einer besseren Erfassung dazu beitragen, dass dies geschieht? Nehmen Sie eine bessere Erfassung vom Tisch. Ich stimme zu, dass wir eine bessere Erfassung haben, aber diese Zahlen werden dadurch nicht berücksichtigt.
Dr. Boyle: Um es in den Kontext zu stellen: Eine bessere Erfassung macht einen Teil davon aus.
Maloney: Ich kenne einige, aber welche anderen Faktoren? Ich möchte nicht hören …
Dr. Boyle: Unser Überwachungsprogramm zählt Fälle von Autismus und ermittelt die Prävalenz. Es gibt uns nicht alle Antworten auf die Fragen nach dem Warum.
Maloney: Okay.
Dr. Boyle: Wir führen eine Reihe von Studien durch, um zu versuchen, das „Warum“ zu verstehen, und eines der Dinge, die wir untersucht haben, die wir versucht haben zu untersuchen, ist, was sich in der Umwelt verändert hat, Umstände, von denen wir wissen, dass sie Risikofaktoren für Autismus sind, so etwas wie Frühgeburt und Geburtsgewicht.
Maloney: Nun, beschäftigen Sie sich mit Impfungen? Ist das Teil Ihrer Studien?
Dr. Boyle: Lassen Sie mich das noch zu Ende bringen.
Maloney: Ich habe eine Frage. Beschäftigen Sie sich mit Impfungen? Ist das Teil … Entschuldigen Sie bitte.
Dr. Boyle: Es gibt, wie ich bereits erwähnt habe, umfangreiche Literatur.
Maloney: Gibt es bei Ihnen eine Studie über Impfungen und darüber, dass mehrere Impfstoffe zusammengepackt werden und Kinder neun auf einmal bekommen? Ist das eine Ursache? Haben Sie Studien über Impfungen?
Dr. Boyle: Es gibt eine Reihe von Studien der CDC über Impfungen …
Maloney: Könnten Sie sie an das ranghöchste Mitglied und den Vorsitzenden hier schicken?
Dr. Boyle: Ja.
Ich denke, es ist fair, aus der Lektüre von Dr. Boyles Antwort, in der sie erörtert, „was sich in der Umwelt verändert hat“, zu schließen, dass sogar die CDC begriffen hat, dass eine bessere Diagnose eine dünne Erklärung für den raketenhaften Anstieg der Autismusfälle ist. Leider geben Wortführer wie Steve Silberman und Paul Offit, die gebetsmühlenartig ihre Argumente zur Verleugnung der Epidemie gegenüber der Presse rezitieren, ihre Kommentare niemals unter Eid ab. Olmsted und Blaxill liefern eine schöne Eloge auf das Argument der besseren Diagnose:
Entgegen der Vorstellung dieser verborgenen Horde autistischer Erwachsener möchten wir den allgemeinen Tatbestand wiederholen, dass Kanners ältester Fall 1931 geboren wurde [sein Werk erschien 1943] und dass es trotz seines häufigen Schreibens über die Erkrankung keine Hinweise darauf gibt, dass jemals eine ältere Person an ihn oder seine Mitarbeiter verwiesen wurde … Wir glauben, dass Kanners Bericht eine Flut von Menschen aller Altersgruppen hätte wachrütteln müssen. Eine versteckte Horde hätte mit neuen Diagnosen und Bestätigungen aus ihrem Versteck ins Freie gelangen sollen – und nicht nur eine von Kindern.45
Aber das tat sie nie, weil es sie nicht gab.
Zweites Argument zur Leugnung der Autismus-Epidemie: Autismus ist eine Neueinstufung geistiger Retardierung
Die Autismus-Epidemie scheint Ende der 1980er-Jahre ihren Anfang genommen zu haben. Bestätigt wurde die Epidemie erst Mitte der 1990er-Jahre und der „Schuss, der weltweit über Autismus zu hören war“, stammte aus einem Bericht des California Department of Developmental Services (CDDS) aus dem Jahr 1999 mit dem Titel „Changes in the Population of Persons with Autism and Pervasive Developmental Disorders in California’s Developmental Services System: 1987 to 1998“ (Veränderungen in der Bevölkerung bei Personen mit Autismus und tiefgreifenden Entwicklungsstörungen im kalifornischen System der Entwicklungsdienste: 1987 bis 1998).46 Der Bericht bestätigte, was viele zu sehen glaubten: Die Autismusfälle in Kalifornien hatten sich in nur zehn Jahren fast vervierfacht, während die Anzahl aller anderen Fälle mit psychischen Störungen unverändert geblieben war. Dies waren eindeutige Beweise aus Kalifornien, dem Bundesstaat, von dem behauptet wurde, dass er die Fälle mit Autismus am genauesten nachverfolge. Olmsted und Blaxill erläutern, was für ein Schock dieser Bericht für die landläufige Meinung über Autismus wirklich war:
Ein glaubwürdiger Bericht eines großen Bundesstaates, in dem sich die Quote mit schweren Autismusfällen ohne offensichtliche Erklärung in einem Jahrzehnt fast vervierfachte, sorgte für großes Aufsehen. Das lag zum Teil daran, dass er bestätigte, was viele bereits glaubten: dass es viel mehr Fälle von Autismus gab. Dies war eine direkte Kampfansage an diejenigen, die an einer starren Definition von Autismus festhielten – nämlich dass Autismus eine genetische Störung sei, die für einen solchen plötzlichen Anstieg, den die kalifornischen Zahlen zeigten, im Grunde nicht infrage kam. Es verwundert nicht, dass die dogmatischen „Autismusexperten“ schnell auf diese Herausforderung reagierten.47
Olmsted und Blaxill beziehen sich auf einen Bericht, der 2002 im Journal of Autism and Developmental Disorder veröffentlicht wurde und der fehlerhaften Theorie der sogenannten diagnostischen Substitution gewissermaßen einen Steilflug ermöglichte, bevor sie abstürzte und auf dem Boden zerschellte.48 Forscher des US-amerikanischen Unternehmens Kaiser Permanente unterzogen die kalifornischen Zahlen aus dem CDDS-Bericht von 1999 einer erneuten Analyse und behaupteten, die Daten zeigten, dass „Änderungen in der Diagnostik für die vermehrten Fälle von Autismus verantwortlich sind“. Anders gesagt, die Forscher kamen zu dem Schluss, dass es keine echte Autismus-Epidemie gebe, nichts, worüber man sich Sorgen machen müsse.
Die diagnostische Substitution als glaubwürdige Erklärung für den Anstieg der Autismusfälle hatte nur eine sehr kurze Haltbarkeitsdauer. Daten aus Kalifornien, Minnesota und dem US-Bildungsministerium verwarfen das Argument der diagnostischen Substitution, doch zunächst mussten die Autoren der Studie von 2002 ihre Ergebnisse widerrufen, nachdem sie vom Co-Autor von Denial, Mark Blaxill, auf einen methodischen Fehler hingewiesen worden waren. Dr. Lisa Croen, die Hauptautorin der Studie aus dem Jahr 2002, die eine Autismus-Epidemie ausschließt, wertete ihre Daten neu aus und kam zu dem Schluss, dass nach der Berücksichtigung von Mark Blaxills Kritik „die diagnostische Substitution offenbar nicht für den erhöhten Trend der Autismusprävalenz verantwortlich ist, den wir in unserer ursprünglichen Analyse beobachtet haben“.9
Lassen Sie mich diese wichtige Entwicklung hervorheben: Der eine Artikel, der den mit der „diagnostischen Substitution“ unterstützte, war kurz nach seinem Erscheinen bereits obsolet. In der Zwischenzeit veröffentlichten Forscher des UC Davis MIND Institute 2003 einen Bericht mit dem Titel „Report to the Legislature on the Principal Findings from the Epidemiology of Autism in California“ (Bericht an die Legislative über die wichtigsten Ergebnisse der Epidemiologie des Autismus in Kalifornien), ihre Schlussfolgerungen ließen keinen Raum für Interpretationen:
Vor 1985 ging man davon aus, dass Autismus eine seltene Erkrankung sei, von der Schätzungen zufolge 4 bis 5 von 10.000 Menschen betroffen sind … Einer der umstrittensten Aspekte des CDDS-Berichts ist, ob der signifikante Anstieg der Anzahl von Personen mit Autismus in den Bezirkszentren auf erhöhte Autismusquoten oder auf einen anderen Faktor zurückzuführen ist … Wurden die Kriterien, um Autismus zu diagnostizieren, gelockert, sodass mehr Kinder von den Dienstleistern der Bezirkszentren untersucht werden und die Anzahl der autistischen Kinder steigt? Wir konnten das nicht feststellen … Wurde die Zunahme der Autismusfälle künstlich herbeigeführt, indem man die Diagnose in der Vergangenheit „übersah“ und stattdessen autistische Kinder als „geistig zurückgeblieben“ gemeldet wurden? Diese Erklärung wurde durch unsere Daten nicht untermauert … Die Studie zur Epidemiologie des Autismus ergab keine Hinweise darauf, dass der Anstieg der Autismusfälle auf künstliche Faktoren zurückzuführen ist, z. B. auf eine Lockerung der diagnostischen Kriterien für Autismus, eine Zunahme falscher Klassifizierungen von Autismusfällen in der Vergangenheit, die als geistig zurückgeblieben eingestuft wurden, oder eine vermehrte Einwanderung autistischer Kinder in Kalifornien. Ohne Beweise für einen künstlich herbeigeführten Anstieg von Autismusfällen kommen wir zu dem Schluss, dass ein Teil, wenn nicht sogar die gesamte Zunahme eine echte erhöhte Anzahl autistischer Kinder in Kalifornien darstellt. Und die Zahl der Fälle, die dem Dienstleistungssystem der Regionalzentren vorgelegt wird, ist keine zu hoch angesetzte Schätzung der Zahl der Kinder, die in Kalifornien an Autismus leiden.50
Es ist schockierend, diesen Bericht mehr als ein Dutzend Jahre später erneut zu lesen, denn das Fazit der Forscher des UC Davis Medical Center ist klar und deutlich: Die Zunahme der Autismusfälle ist nicht zu verleugnen und somit faktisch Realität, Punkt.
Ebenfalls im Jahr 2003 analysierten Forscher der University of Minnesota staatliche Daten und veröffentlichten ihre Ergebnisse in einer Studie mit dem Titel „Analysis of Prevalence Trends of Autism Spectrum Disorder in Minnesota“ (Analyse der Prävalenzentwicklungen von Autismus-Spektrum-Störungen in Minnesota).51 Ihre Schlussfolgerungen waren ebenso eindeutig:
Wir beobachteten einen dramatischen Anstieg der Prävalenz von Autismus-Spektrum-Störungen als eine vorrangige Behinderung, die eine sonderpädagogische Betreuung ab dem Schuljahr 1991–1992 erforderte, und die Trends zeigen keine Anzeichen einer Abnahme. Wir fanden keinen entsprechenden Rückgang in irgendeiner Kategorie von Behinderungen im sonderpädagogischen Bereich, der auf eine diagnostische Substitution als Erklärung für die Autismusentwicklung in Minnesota schließen lässt.
Schließlich veröffentlichten Dr. Craig Newschaffer und Kollegen 2005 in der Zeitschrift Pediatrics eine Analyse der Autismusquoten unter Verwendung von Daten des US-Bildungsministeriums und kamen zu einem ähnlichen Schluss:
Kohortenkurven deuten darauf hin, dass die Verbreitung von Autismus mit der Zeit zugenommen hat, was durch höhere Prävalenzen unter jüngeren Geburtskohorten belegt wird … Ein gleichzeitiger Rückgang in den Kategorien Geistige Retardierung oder Sprech-/Sprachstörungen wurde nicht festgestellt.52
Kalifornien, Minnesota und das US-Bildungsministerium analysierten alle Autismusdaten und kamen zu eindeutigen Ergebnissen: Eine diagnostische Substitution ist nicht für den Anstieg der Autismusquoten verantwortlich. Hört man Menschen, die in der Öffentlichkeit das Gegenteil behaupten, sind sie nicht richtig informiert, sie wiederholen eine zuvor gehörte Lüge oder sie lügen selbst.
Drittes Argument zur Leugnung der Autismus-Epidemie: Die Erweiterung der Definition von Autismus
Um einige möglicherweise komplizierte Ereignisse zu vereinfachen, lassen Sie uns das Endergebnis diskutieren. Das diagnostische und statistische Handbuch psychischer Störungen (DSM) hat in seiner vierten Ausgabe von 1994 das Asperger-Syndrom in die Liste der Autismus-Spektrum-Störungen aufgenommen. Dadurch wurde die Definition von Autismus erweitert und führte zu den sogenannten „DSM-IV“-Kriterien für Autismus. In der freizügigsten aller Analysen erhöhte die Erweiterung der Autismusdefinition um das Asperger-Syndrom im DSM-IV die Anzahl der autistischen Kinder um knapp 10 Prozent. Eine Änderung der Zahlen? Ja. Genug, um den Anstieg der Zahl der Kinder mit Autismus um das Achtzigfache oder mehr zu erklären? Nicht einmal annähernd. Blaxill und Olmsted sagen:
Die Miteinbeziehung des Asperger-Syndroms erweiterte den effektiven diagnostischen Umfang des DSM-IV um etwa 10 Prozent – genug für einen arithmetischen Anstieg proportional zur Erweiterung der Kategorie, aber nicht für einen exponentiellen Anstieg um das Zehn-, Zwanzig- oder Einhundertfache, der jedes Jahr weiter zunahm … In jeder Hinsicht muss man, wenn man die Auswirkungen beurteilen will, die sich durch die Aufnahme des Asperger-Syndroms in die Autismusdefinition ergeben, nur darauf achten, ob die Asperger-Fälle zu den in Betracht gezogenen Zahlen addiert werden oder nicht. In den meisten Fällen werden die beängstigenden Autismuszahlen, die wir hören, nicht wesentlich von Asperger-Fällen beeinflusst.53
Interessanterweise ist die „diagnostische Erweiterung“ die am wenigsten angeführte Erklärung für das Fehlen eines „echten“ Anstiegs der Autismusquote, obwohl sie eine gewisse Gültigkeit besitzt. Die Ergänzung durch das Asperger-Syndrom trug nicht dazu bei, dass sich die Anzahl der Autismusfälle wesentlich erhöhte. Im Jahr 2009 bestätigte eine Studie die begrenzten Auswirkungen, die sich durch die Aufnahme des Asperger-Syndroms in die Kriterien für eine Autismusdiagnose ergaben, und löste gleichzeitig einen weltweiten Alarm aus. Eine von Dr. Irva Hertz-Picciotto vom MIND Institute der UC Davis und ihren Kollegen durchgeführte Studie mit dem Titel „The Rise in Autism and the Role of Age at Diagnosis“ (Die Zunahme der Autismusfälle und die Rolle des Alters bei der Diagnose) machte deutlich, dass der Anstieg der Zahl autistischer Kinder sehr real war und dass diese Zunahme „nicht durch Veränderungen in der Art und Weise, wie die Krankheit diagnostiziert oder gezählt wird, erklärt werden kann“.4 In einem Interview wurde Hertz-Picciotto noch deutlicher:
Es gibt keinen Hinweis darauf, dass eine Lockerung der diagnostischen Kriterien zu einer erhöhten Anzahl von Autismuspatienten beigetragen hat … Wir schließen daraus, dass ein Teil, wenn nicht sogar die gesamte beobachtete Zunahme einen echten Anstieg der Fälle von Autismus in Kalifornien darstellt … Ein rein genetischer Grund für Autismus liefert keine vollständige Erklärung für das vermehrte Auftreten von Autismus.
Hertz-Picciotto forderte sogar, dass man sich erneut auf die Untersuchung von Umweltfaktoren konzentrieren solle, die möglicherweise eine Rolle bei Autismus spielen:
Es ist an der Zeit, nach den Übeltätern in der Umwelt zu suchen, die für den beachtlichen Anstieg der Autismusquote in Kalifornien verantwortlich sind. Wir untersuchen die möglichen Auswirkungen von Metallen, Pestiziden und Infektionserregern auf die Entwicklung des Nervensystems. Wenn wir der steigenden Anzahl der Autismusfälle in Kalifornien Einhalt gebieten wollen, müssen wir diese Studien weiterführen und sie so weit wie möglich ausweiten … Derzeit werden etwa 10- bis 20-mal mehr Forschungsgelder für die Erforschung der genetischen Ursachen von Autismus ausgegeben als für Umweltstudien. Wir müssen zusehen, dass sich die Finanzierung einpendelt.55
Im Jahr 2014 veröffentlichte Dr. Cynthia Nevison in der Fachzeitschrift Environmental Health56 das, was vielen als die jüngste wegweisende und endgültige Arbeit zu Autismusquoten gilt: „A Comparison of Temporal Trends in United States Autism Prevalence to Trends in Suspected Environmental Factors“ (Ein Vergleich zwischen zeitweiligen Trends in der Autismusprävalenz in den USA und den Entwicklungen mutmaßlicher Umweltfaktoren). Nevison verwendete auch Daten des California Department of Developmental Services (CDDS) und des US Department of Education Individuals with Disabilities Education Act (IDEA). In ihrer Studie kam sie zu dem Schluss:
Die Datensätze des CDDS und des IDEA weisen übereinstimmend auf einen starken Anstieg der Autismusprävalenz in den vergangenen Jahrzehnten hin. Der quantitative Vergleich der Momentaufnahme des IDEA mit den jahrelang konstant verfolgten Trendanstiegen deutet darauf hin, dass etwa 75 bis 80 Prozent des nachverfolgten Anstiegs autistischer Fälle seit 1988 auf eine tatsächliche Zunahme dieser neurologischen Störung und nicht auf sich verändernde diagnostische Kriterien zurückzuführen ist.
In einem Interview ging Nevison näher auf die Ergebnisse ihrer Studie ein:
Die Häufigkeit diagnostizierter Autismusfälle ist in den USA in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch gestiegen und befindet sich seit dem Geburtsjahr 2005 weiter im Aufwärtstrend. Die Zunahme der Autismusfälle ist im Wesentlichen ein echtes Phänomen, da nur etwa 20 bis 25 % auf ein erhöhtes Bewusstsein für Autismus und die damit einhergehenden Diagnosen zurückzuführen sind, und dieser Anstieg trat hauptsächlich seit den späten 1980er-Jahren auf.
Sie verglich die Zunahme des Autismus auch mit bestimmten Umweltbelastungen:
Zu den Umweltfaktoren mit zeitlicher Entwicklung, die positiv mit Autismus korrelieren, gehören zwei impfstoffbedingte Indizes: die sich steigernde Exposition gegenüber Aluminiumadjuvantien und die kumulative Gesamtzahl der Dosen gegen Krankheiten bis zum 18. Lebensmonat, polybromierte Diphenylether (die als Flammschutzmittel verwendet werden), das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat (das bei GV-Kulturen eingesetzt wird) sowie die mütterliche Adipositas.57
Autismus als genetische Erkrankung
Ich habe noch nie läppischere Erklärungen gesehen als die, mit denen versucht wurde, Autismus als genetische Erkrankung darzustellen, obwohl es keine Beweise dafür gibt. Buchstäblich Hunderte Millionen Dollar sind dafür ausgegeben worden, um Autismus als eine genetisch bedingte Krankheit zu erklären; Wissenschaftler haben endlose Studien konzipiert, die alle rein theoretisch sind. Es gibt kein „Autismus-Gen“ und dem Genetiker Dr. James Lyons-Weiler zufolge „haben Studien zur Genetik 850 mit Autismus verbundene Gene aufgedeckt, aber kein einziges Gen erklärt mehr als 1 Prozent der ASS“.58 Wahrscheinlicher ist, dass es Gene für z. B. eine mitochondriale Dysfunktion, eine gestörte Entgiftungsfunktion und dergleichen gibt, die bestimmte Kinder anfällig machen, stärker auf Umwelteinflüsse zu reagieren, aber das muss die Wissenschaft erst noch schlüssig beweisen.
Im März 2016 veröffentlichte die CDC Daten, aus denen hervorgeht, dass sich die Autismusquote in den USA „stabilisiert“ hat, weil die Daten gegenüber denen zwei Jahre zuvor „weitgehend unverändert“ waren.59 Sie stammten von elf verschiedenen regionalen Standorten, an denen Daten zu Autismus erhoben werden, darunter Utah, wo die Forscherin Dr. Judith Pinborough-Zimmerman einen Monat nach der Veröffentlichung der Daten eine Whistleblower-Klage gegen die CDC einreichte.60 Pinborough-Zimmerman war nicht nur eine Forscherin; sie war die leitende Untersuchende für das CDC-Netzwerk zur Überwachung von Autismus und Entwicklungsstörungen (ADDM) in Utah. Sie brachte gravierende Anschuldigungen hervor und behauptete, dass sie sich unter Druck gesetzt gefühlt habe, den Anstieg der Anzahl von Autisten zu bremsen und diese zu stabilisieren
Aussagen von Zimmerman und ihren ehemaligen Kollegen deuten darauf hin, dass die angeblichen Datenfehler schwerwiegend waren und mitunter zu großen Unterschieden in den gemeldeten Autismusquoten in Utah führten.61
Im Dezember 2017 veröffentlichte die CDC dezent neue Autismuszahlen, die zeigen, dass das Verhältnis tatsächlich auf 1 pro 36 Kinder gestiegen war. In ihrem Facebook-Account nahm Pinborough-Zimmerman deutlich Stellung dazu, wie die CDC die Autismuszahlen „handhabte“:
Zehn Jahre verbrachte ich mit der Erforschung der Verbreitung von ASD. Wir dokumentierten erschütternde Veränderungen in der Prävalenz, nur um von derselben Regierung, die die Forschung finanziert hatte, heruntergespielt zu werden … Die Welt ist verrückt.62
Wenn ich engen Freunden, die mit Autismus nicht besonders vertraut sind, die Verleugnung der Epidemie erkläre, fällt es ihnen schwer zu glauben, dass dies tatsächlich ein Thema ist: „Die Leute sagen, es gebe nicht mehr Fälle von Autismus?“ Der massive Anstieg autistischer Kinder ist für die meisten Erwachsenen, die in den 1950er-, 60er-, 70er-, 80er- oder sogar 90er-Jahren aufgewachsen sind, eine Selbstverständlichkeit. Dr. Michael Merzenich hat mehr als 150 Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht und für seine Arbeiten über die Gehirnplastizität sogar den Kavli-Preis (einen der weltweit renommiertesten Preise in den Neurowissenschaften) gewonnen. Er sagt:
Es irritiert mich zutiefst, dass wir immer noch darüber streiten, ob die Inzidenz [von Autismus] zunimmt. Ich denke, es gibt viele Hinweise für ein vermehrtes Auftreten und sie sprechen deutlich dafür, dass es Dinge in der Umwelt gibt, die zur Inzidenzrate beitragen. Aber man streitet sich immer noch.63
Ich stimme Merzenich zu; es „irritiert mich zutiefst“, dass wir in der Öffentlichkeit immer noch darüber streiten, ob die Zahl der Kinder mit Autismus wirklich gestiegen ist. Meiner Meinung nach zeigt dies, dass die maßgeblichen Kreise genau das getan haben, was sie tun wollen: Zweifel und Verwirrung säen.
Kaltes Wasser über den Schweregrad der Autismus-Epidemie zu gießen, hemmt den Aufruf zum Handeln, den wir alle brauchen, um eine Ursache zu finden. Das eröffnet unschlüssigen Wissenschaftlern genau dort einen Ausweg, wo sie die Autismus-Epidemie als „noch zur Debatte stehend“ beschreiben können. Das Abstreiten der Epidemie leugnet das Leiden so vieler betroffener Kinder und verhindert eine Umverteilung der Forschungsgelder für die Suche nach umweltbedingten Ursachen. Letztendlich ist die Behauptung, die Autismus-Epidemie sei nicht real, nichts weiter als eine Lüge, die das Leiden so vieler Kinder verlängert.
KAPITEL 2
„Impfstoffe sind unbedenklich und wirksam“
Menschen der Wissenschaft haben alle möglichen Fehler gemacht; sie haben ihr Wissen nur dadurch erweitert, weil sie sich allmählich von alten Irrtümern, schlechten Schätzungen und verfrühten Schlussfolgerungen verabschiedet haben.
George Sarton, Gründer der History of Science Society
Die Aussage, dass Impfstoffe unbedenklich und wirksam seien, erschien meiner Frau Lisa und mir absolut sinnvoll; unsere wunderbaren Jungen würden durchgeimpft werden. Ich war geimpft worden und meine Frau ebenso. Es war die einfachste Entscheidung, die zwei Elternteile treffen konnten. Sie können sogar zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: ihre Babys vor Infektionskrankheiten schützen, zur Herdenimmunität beitragen und somit andere schützen. Wie hoch war das Risiko, dass durch eine Impfung etwas Schlimmes passiert? Das allgemeine Verhältnis – das auch heute noch weitverbreitet ist – betrug „eins zu einer Million“.
Der Vertrauensverlust in unseren Kinderarzt und letztlich in das gesamte medizinische Establishment löste ein extrem unwohles Gefühl in mir aus, wie bei so vielen Eltern, die ihren Kinderärzten das Leben ihrer Kinder anvertrauten. Könnte mein Kinderarzt mich in die Irre führen? Könnten diese Impfungen meinem Sohn wirklich schaden? Haben diese verrückten Eltern wirklich recht? Es ist ein befremdlicher, verstörender und beunruhigender Weg, den viele Eltern mit autistischen Kindern gehen müssen. In vielen Fällen waren diese Eltern am gefügigsten, wenn es um die allgemeine medizinische Versorgung ging – unsere Kinder erhielten in der Regel jede Impfung und jeden medizinischen Eingriff, der uns von unseren Ärzten empfohlen wurde. Wir sind keine „Impfgegner“; wir sind meistens „Ex-Impfwillige“, die fügsamen Eltern, die auf die harte Tour gelernt haben.
Nur wenige Eltern wissen, wie umfangreich unser Impfprogramm wirklich ist (ich wusste es gewiss nicht), wie sehr sich der Impfkalender der USA von dem vieler anderer Industrieländer unterscheidet, wie niedrig die Impfraten für Kinder in den Vereinigten Staaten noch in den 1980er-Jahren waren (ohne tödliche Epidemien), welche vielfältigen Nebenwirkungen („Impfschäden“) Impfstoffe hervorrufen können und wie eindeutig die veröffentlichte Wissenschaftsliteratur zeigt, dass Impfstoffe verantwortlich für die Epidemie von Autoimmunkrankheiten (Asthma, Nahrungsmittelallergien usw.) sind. Oder die Tatsache, dass sich die Gesundheitsbehörden sehr wohl bewusst sind, dass sauberes Wasser, Hygiene, Rohrleitungen sowie Sanitär- und Kühlanlagen einen viel größeren Einfluss auf die Prävention von Infektionskrankheiten haben als Impfungen. Es gab so viele Dinge, die ich nicht wusste, als ich meine Jungen komplett durchimpfen ließ; es ist schwer, die Schuldgefühle abzuschütteln, weil ich meine Hausaufgaben nicht gemacht habe.
Ich habe das amerikanische Impfprogramm über zehn Jahre studiert und nach Hinweisen gesucht, um besser verstehen zu können, was genau mit meinem Sohn passiert ist. Wie kann ich ihm helfen, gesund zu werden, wenn ich nicht weiß, was ihm geschadet hat? Auch wenn es manche irritiert: Man ist sich einfach nicht der extremen und langfristigen Nebenwirkungen, die Impfungen bei bestimmten Kindern hervorrufen können, bewusst. Vieles von dem, was man in den Massenmedien hört, ist eigentlich Werbung und Meinungsmache, die von den Impfstoffherstellern lanciert wird.
Die gebetsmühlenartig wiederholte Leier, dass „Impfstoffe ungefährlich und wirksam“ seien, ist eine Werbebotschaft, die jedoch nicht gänzlich auf Fakten beruht. Man denke nur an die American Academy of Pediatrics (AAP), eine Organisation, auf die man sich normalerweise immer dann beruft, wenn eine Diskussion über Impfstoffe aufkommt. Ist die AAP ein wohlwollender, objektiver Fürsprecher Ihres Babys? Nein, sie ist eine Gewerkschaft für Kinderärzte, und diese erwirtschaften den größten Teil ihres Einkommens – Sie haben es erraten – mit Impfstoffen.1 Wie ist es um den nationalen Hüter des Impfprogramms, der CDC, bestellt? Liefert sie den Eltern objektive Informationen über die Risiken und Vorteile von Impfungen? Oder meint sie, der Öffentlichkeit einen Schrecken einjagen zu dürfen, damit sie sich impfen lässt?
Die meisten Menschen sind, wenn es um die Pharmaindustrie geht, zumindest etwas zynisch. Das Lob für „Big Pharma“ ist, gemessen an den Umfragen, nicht viel größer als das für Kongressabgeordnete. In einer 2013 veröffentlichten Studie mit dem Titel „Undue Industry Influences that Distort Healthcare Research, Strategy, Expenditure and Practice: A Review“ (Die ungebührlichen Einflüsse der Industrie, die Forschung, Strategie, Ausgaben und Praxis im Gesundheitswesen verzerren: Eine kritische Prüfung) des University College London untersuchten Forscher, wie die Pharmaindustrie die medizinische Forschung, die Politik und die Praxis beeinflusst.2 Was sie herausfanden, ist nicht allzu sehr überraschend:
Um ihren Interessen gerecht zu werden, beeinflusst die Industrie meisterhaft die Beweisgrundlage, die Ergebnissynthese, das Verständnis für Schadensprobleme, die Bewertungen der Wirtschaftlichkeit, die Richtlinien für die klinische Praxis und die Ausbildung medizinischer Fachkräfte im Gesundheitswesen und übt darüber hinaus direkten Einfluss auf fachberufliche Entscheidungen und Gesundheitskonsumenten aus … Infolge dieser Einflussnahme werden die Vorteile von Arzneimitteln und anderen medizinischen Produkten oft aufgebauscht, ihre potenziellen Nachteile heruntergespielt und Entscheidungen über klinische Richtlinien, medizinische Praktiken und Gesundheitsausgaben verzerrt.
Einige Menschen glauben fälschlicherweise, dass Impfstoffe nicht für die gleiche Gewinnmotivation sorgen wie andere Produkte für Pharmaunternehmen, doch sie tun es.3 Was, wenn ich Ihnen sagte, dass der Markt für Impfstoffe im Jahr 2020 voraussichtlich 60 Milliarden Dollar wert ist4, gegenüber 170 Millionen Dollar in den frühen 1980er-Jahren?5 Das ist eine 350-fache Umsatzsteigerung für Impfstoffhersteller in den vergangenen 30 Jahren! (Siehe Abbildung 2.1; laut Paul-Ehrlich-Institut, dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, dem alle Impfkomplikationen seitens der Ärzte, Heilpraktiker, Gesundheitsämter und Impfstoffhersteller gemeldet werden müssen, wurden im Jahr 2019 in Deutschland ca. 20 Millionen Dosen freigegeben – im Jahr zuvor lag der Wert noch bei ca. 15 Millionen. Die Ausgaben für Schutzimpfungen in der BRD sind von 2015 bis 2019 ungefähr um ein Drittel auf 1,80 Milliarden Euro gestiegen, Anm. d. Verlags.) Und es sind nicht nur die Impfstoffproduzenten, die die Fakten manipulieren, um ihren Interessen gerecht zu werden; zu ihnen gesellt sich eine Bundesbehörde, die Robert F. Kennedy Jr. als eine „unfreiwillige Dienststelle“ der pharmazeutischen Industrie bezeichnet hat: die CDC.

Abb 2.1: Impfstoffeinnahmen pro Jahr (bis zum 350-fachen). Daten von Sanford et al., 1985, und Zion Research, 2016.
Verbreitung von Angst und Sorge
Am 14. April 2004 sprach Glen Nowak, ein Angestellter der CDC, auf dem Nationalen Gipfel für Grippeimpfstoffe in Atlanta, Georgia, vor seinen Kollegen aus dem Gesundheitswesen. Die Konferenz, die von der CDC und der American Medical Association mitfinanziert wurde, war im Noble Ballroom des Hotels „Crowne Plaza“ mit Beamten des öffentlichen Gesundheitswesens, Ärzten und Vertretern der weltgrößten Impfstoffhersteller bis auf den letzten Platz besetzt.
Glen Nowaks Präsentation mit dem Titel „Increasing Awareness and Uptake of Influenza Immunization“ (Influenza ernster nehmen und mehr Schutzimpfungen dagegen verabreichen) gab einen Einblick in die Denkweise der amerikanischen Gesundheitsbehörden.6 Als Direktor für Medienarbeit bei der CDC sagte Nowak dem Publikum, dass er es als seine Aufgabe betrachte, „Bedenken, Angst und Sorge“ in der Allgemeinbevölkerung zu schüren, insbesondere bei Menschen, die „nicht regelmäßig eine jährliche Grippeimpfung erhalten“. Er will, dass sich mehr Menschen impfen lassen? Der Bedarf danach entstehe aus der „Empfindung oder dem Gefühl, sich eine schlimme Krankheit zuzuziehen oder eine solche durchzumachen“, erklärte Nowak. In seiner Rede stellte er klar, dass die Menschen nicht so handeln, wie man es sich wünscht, wenn man nicht zuerst Ängste in der Bevölkerung entfachte:
Der Glaube, dass man Menschen informieren und warnen und sie dazu bringen kann, entsprechende Maßnahmen oder Vorkehrungen hinsichtlich einer Gesundheitsbedrohung oder eines Gesundheitsrisikos zu ergreifen, ohne sie tatsächlich in Angst und Sorge zu versetzen, ist nicht möglich … Das ist so, als ob Sie mit Ihrem Freund Schluss machten, ohne seine Gefühle zu verletzen. Das ist unmöglich.
Nowaks Präsentation beinhaltete ein „Rezept“, um für einen hohen Bedarf an Impfstoffen zu sorgen. Der dritte Schritt von Nowaks Rezept in sieben Schritten betonte, wie wichtig es sei, dass medizinische Experten und Beamte des öffentlichen Gesundheitswesens „Besorgnis und Alarm“ verbreiten und „schlimme Folgen“ vorhersagen, wenn Menschen nicht geimpft werden. Entscheidend sei, dass die Wortführer die Grippesaison so gestalten, beispielsweise mit Formulierungen wie „sehr schwerwiegend“ und „tödlich“, dass die Bevölkerung bereit ist, ihr Verhalten zu ändern und sich impfen lässt, sagte Nowak. Ebenso könnten Verweise auf eine „pandemische Grippe“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts dazu beitragen, die Bevölkerung zum Handeln zu bewegen, bemerkte er.
Einige Jahre später rühmte sich GlaxoSmithKline (GSK), ein in London ansässiger Impfstoffhersteller, vor demselben Publikum damit, dass er mehr als 2 Milliarden Dollar in die Herstellung von Grippeimpfstoffen für den US-Markt investiert hatte. Mitch Johnson, verantwortlicher Direktor für die Lizenzvergabe für Grippeimpfstoffe bei GSK, sagte, dass GSK „sich verpflichtet hat, mit der Regierung, den Gesundheitsbehörden und den Gesundheitsdienstleistern zusammenzuarbeiten, um das allgemeine Bewusstsein für die Bedeutung der Grippeschutzimpfung zu schärfen“.7
In Nowaks Präsentation, die 17 Folien umfasste, ging an jenem Tag im Publikum leider unter, dass einige der von ihm befeuerten Informationen und Nachrichten, die GSK später sponsern würde, allzu sehr nach Lügen rochen. Nur neun Monate nach Nowaks Präsentation stellte Dr. Peter Doshi in einem Artikel, der im British Medical Journal (BMJ) publiziert wurde, eine Frage (und beantwortete sie auch), die Nowaks Empfehlungen einer strengen Prüfung unterzog. In seinem Artikel „Are US Flu Death Figures More PR Than Science?“ (Sind die Todeszahlen in den USA durch Grippe mehr Öffentlichkeitsarbeit als Wissenschaft?) erklärte Doshi, dass die Behauptungen der CDC, es gebe jährlich 36.000 Grippetodesfälle, „sicherlich übertrieben“ seien und dass „bis zur Richtigstellung und bis zur Erstellung unvoreingenommener Statistiken die Möglichkeiten für eine vernünftige Diskussion und öffentliche Gesundheitspolitik begrenzt“ seien.8 In einer ungewöhnlich harschen Kritik erwähnte Doshi (heute der Herausgeber des BMJ) Nowak sogar namentlich und berief sich auf dessen Sieben-Schritte-Rezept als Beweis dafür, dass die CDC Zahlen und Ergebnisse anführt, die die Wissenschaft nicht unterstützen kann, und das alles nur, damit sich mehr Menschen impfen lassen.
Im Jahr 2006, ein Jahr nach Doshis Kritik, veröffentlichte Dr. Tom Jefferson von der geschätzten und unabhängigen Cochrane Collaboration einen Bericht, wiederum im BMJ, über Grippeimpfstoffe.9 Das Ziel der Cochrane Collaboration sei es, den Verbrauchern „Gesundheitsinformationen, die frei von kommerziellem Sponsoring und anderen Interessenkonflikten sind“, zur Verfügung zu stellen, und Jeffersons Artikel „Influenza Vaccination: Policy Versus Evidence“ (Grippeschutzimpfung: Politik gegen Beweise) untermauerte nicht nur Doshis Argumente, sondern stellte auch die Gesamtheit von Nowaks Botschaften (und damit die der CDC) infrage.
Tom Jefferson stellte eine „große Lücke zwischen der Politik und dem, was uns die Daten sagen“ sowie „eine grobe Überschätzung der Grippeauswirkungen“ fest und meinte, dass „der optimistische Ton einiger Vorhersagen zur Viruszirkulation und zu den Auswirkungen von Totimpfstoffen, die im Widerspruch zu den Beweisen stehen, auffallend“ sei. Anders gesagt, er war erstaunt darüber, wie sehr die Beamten des öffentlichen Gesundheitswesens gelogen haben, und er drängte darauf, dass „dringend eine Neubewertung [über die gesamte Verwendung von Grippeimpfstoffen] vorgenommen werden sollte“. Es kommt selten vor, dass wissenschaftliche Schläge in solch auffallenden Tönen ausgeteilt werden, aber weder Dr. Doshi noch Dr. Jefferson hielten sich mit ihrer Kritik zurück, dass die Beweise zur Untermauerung der Empfehlungen für Grippeimpfstoffe völlig unzureichend seien.
Doshi holte 2013 zu einem weiteren Schlag gegen den Grippeimpfstoff aus. Sein Aufsatz (wieder im BMJ) „Influenza: Marketing Vaccine by Marketing Disease“ (Grippe: Vermarktung eines Impfstoffs durch die Vermarktung einer Krankheit) sollte den CEOs von Walgreens, Rite Aid und allen anderen Drogerien, die in jeder Wintersaison Grippeschutzimpfungen verabreichen, vor Verlegenheit erröten lassen.10 Seine Worte waren prägnant gewählt:
Die Propagierung der Grippeimpfstoffe ist heute eine der präsentesten und aggressivsten Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Vor 30 Jahren, im Jahr 1990, standen in den USA 32 Millionen Dosen des Grippeimpfstoffs zur Verfügung. Heute kommen jährlich rund 135 Millionen Dosen dieses Impfstoffs auf den US-Markt, wobei die Impfungen in Drogerien, Supermärkten und sogar in einigen Drive-in-Restaurants verabreicht werden. Dieses enorme Wachstum wurde nicht durch die Nachfrage seitens der Bevölkerung geschürt, sondern durch eine Kampagne im Bereich der öffentlichen Gesundheit, die eine klare Botschaft vermittelt, die von Menschen bei klarem Verstand möglicherweise nicht geteilt wird: Die echte Grippe ist eine schwere Krankheit, wir alle sind der Gefahr von Komplikationen in Zusammenhang mit dieser Erkrankung ausgesetzt. Die Grippeschutzimpfung ist praktisch risikofrei und sie rettet Leben. Unter diesem Blickwinkel scheint die mangelnde Verfügbarkeit von Grippeimpfstoffen für alle 315 Millionen US-Bürger die Grenze zum Unmoralischen erreicht zu haben. Dennoch sind landesweit verbindliche Grippeimpfvorschriften erlassen worden, insbesondere in Gesundheitseinrichtungen, gerade weil nicht jeder diese Impfung wünscht, und Zwangsimpfungen scheinen der einzige Weg zu sein, um hohe Impfquoten zu erreichen. Eine genauere Untersuchung dieser Richtlinien zeigt, dass die Befürworter zwar wissenschaftliche Argumente anführen, die zugrunde liegenden Studien jedoch häufig qualitativ nicht aussagekräftig sind und die Behauptungen der Beamten nicht untermauern. Der Impfstoff ist möglicherweise weniger vorteilhaft und nicht so unbedenklich wie behauptet wird, und die Bedrohung durch die Grippe scheint überbewertet.
Eine vernünftige Frage, die man sich stellen sollte, wenn man Doshis Artikel von Anfang bis Ende liest, lautet: „Wie überlebt der Grippeimpfstoff solch scharfe Kritik?“ Doch schauen Sie sich heute um: Nichts hat sich geändert. Die unhaltbare Statistik „36.000 Grippetote pro Jahr“ wird immer noch regelmäßig aufs Tapet gebracht, und die Vermarktung der Grippeimpfung wird weiterhin von Ärzten und Beamten des öffentlichen Gesundheitswesens vorangetrieben, die schlimme Folgen vorhersagen, welche jedoch niemals eintreten werden, wobei ein Großteil der Vermarktung von Impfstoffherstellern finanziert wird. (In Deutschland sind in der Grippesaison 2019/2020 laut dem Robert Koch-Institut 161 Menschen an der Grippe gestorben; 85 Prozent davon waren 60 Jahre oder älter, Anm. d. Verlags.) Gehen Sie im Herbst und Winter auf die Website der CDC; dort werden Sie aufmunternd begrüßt, sich noch heute gegen Grippe impfen zu lassen, um sowohl sich selbst als auch Ihre Familie zu „schützen“. (In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO), welche Impfungen sie in welchem Lebensalter für sinnvoll hält. Auch die deutschen Krankenkassen rufen dazu auf, sich beispielsweise gegen die saisonale Grippe impfen zu lassen, Anm. d. Verlags.) Wenn es um die Grippeschutzimpfung oder eine andere Impfung geht, fungiert die CDC sowohl als Richter wie auch als Jury. Es gibt keine gegenseitige Kontrolle, es gibt nur eine Behörde. Viele CDC-Angestellte landen auf der Gehaltsliste der Pharmaindustrie, wie Dr. Julie Gerberding, die, wie weiter oben erwähnt, ihre Position als Leiterin der CDC vorteilhaft zu nutzen wusste und es zur Präsidentin der Impfstoffsparte bei Merck gebracht hat.
Ende 2017 deckte das Wissenschaftsjournal Science Magazine in einem Artikel mit dem Titel „Why Flu Vaccines So Often Fail“ (Warum Grippeimpfstoffe so oft versagen) weitere Grenzen und Falschannahmen auf, die in Zusammenhang mit dem Grippeimpfstoff stehen.11 Wie sich herausstellte, ist der Grund dafür komplizierter als die oft wiederholte Behauptung, der Hauptstamm der Grippe in der nächsten Saison sei nur schwer zu erraten:
Viele Jahrzehnte lang glaubten Forscher, der Grippeimpfstoff biete einen soliden Schutz, wenn er sich den zirkulierenden Stämmen gut anpassen würde; Studien aus den 1940er- bis 1960er-Jahren zeigten regelmäßig eine Wirksamkeit von 70 bis 90 %. Diese Untersuchungen stützten sich jedoch auf eine irreführende Methodik. Ohne eine einfache Methode zur Hand zu haben, das Virus im Blut nachzuweisen, maßen die Forscher die Antikörperwerte und suchten nach deren höchstem Anstieg, der nach der Infektion auftritt. In den 1990er-Jahren ermöglichten dann Polymerase-Kettenreaktionstests den Forschern, die Virusspiegel tatsächlich zu messen, und sie erzählten eine andere Geschichte. Es stellte sich heraus, dass einige Menschen, die nach der Exposition nicht den höchsten Antikörperwert aufwiesen – daher wurde das als Impferfolg gewertet – tatsächlich einen sprunghaften Anstieg der Virusspiegel zeigten, was auf eine Infektion hinwies; ältere Evaluierungen zeigten eine übertriebene Impfstoffwirksamkeit. Darüber hinaus war die Wirksamkeit manchmal nur gering, selbst wenn der Impfstoff und die zirkulierenden Stämme gut aufeinander abgestimmt schienen.
Im Jahr 2012 tauchten schlechtere Nachrichten über den Grippeimpfstoff auf, und zwar mit einer in der Fachzeitschrift Clinical Infectious Diseases publizierten Studie, die herausfand, dass gegen Grippe geimpfte Kinder zwar nicht weniger gefährdet waren, an dieser Infektion zu erkranken, aber ein mehr als viermal höheres Risiko für andere Atemwegsinfektionen hatten. Daher kamen die Forscher zu dem Schluss, dass „der durch TIV [Grippeimpfstoff] gewährte Schutz vor einer Grippevirusinfektion durch ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit anderen Atemwegsviren ausgeglichen wurde“, was sie auf die „virale Interferenz“ des Grippeimpfstoffs mit dem natürlichen Immunsystem zurückführten.
Wie kommt es, dass die Öffentlichkeit nie über all diese neuen Erkenntnisse informiert wird? Wir können viel aus der mangelnden Bereitschaft der Gesundheitsbehörden lernen, ihre Geschichten zu ändern, wenn sie in angesehenen medizinischen Fachzeitschriften veröffentlicht werden. Aus Glen Nowaks „Rezept“ wissen wir, dass Beamte des öffentlichen Gesundheitswesens bereit sind zu übertreiben, die Tatsachen zu verdrehen und zu lügen, wenn dies aus politischen Gründen angebracht ist.
Impfstoffe sind keine Rettung für die Menschheit
Eine von Wissenschaftlern des öffentlichen Gesundheitswesens der CDC und der Johns Hopkins School of Public Health durchgeführte Studie aus dem Jahr 2000, die, versteckt vor aller Augen, in der APA-eigenen Zeitschrift Pediatrics veröffentlicht wurde, widerlegt auf einzigartige Weise die oft erzählte Lüge, dass Impfstoffe die Menschheit gerettet hätten. Wie jeder, der sich mit öffentlicher Gesundheit befasst, bestätigen kann, sind sauberes Wasser, Hygiene, Rohrleitungen, Sanitär- und Kühlanlagen sowie der richtige Umgang mit Lebensmitteln weitaus wichtiger, um die Ausbreitung von Infektionskrankheiten einzudämmen, und es war die allgemeine Verbesserung des Lebensstandards in den USA, die zu einem drastischen Rückgang der Todesfälle durch Infektionskrankheiten führte. Wie stark war dieser Rückgang? In der Studie „Annual Summary of Vital Statistics: Trends in the Health of Americans During the 20th Century“ (Jährliche Zusammenfassung der Vitalstatistik: Trends in der Gesundheit der Amerikaner im 20. Jahrhundert) erklären die Wissenschaftler, dass „nicht Impfungen für den beeindruckenden Rückgang der Sterblichkeitsrate in der ersten Hälfte des Jahrhunderts verantwortlich waren … Fast 90 % der Mortalitätsabnahme durch Infektionskrankheiten bei US-Kindern waren vor 1940 zu verzeichnen, als nur wenige Antibiotika oder Impfstoffe zur Verfügung standen.“12 (Siehe Abbildung 2.2)
Was trug zu dem massiven Rückgang der Kindersterblichkeit vom Anfang bis zum Ende des 20. Jahrhunderts bei? Die Studie führt eine Reihe von Dingen an, darunter die Einrichtung lokaler Gesundheitsabteilungen in jedem Bundesstaat, die Wasseraufbereitung, die Lebensmittelsicherheit, die Abfallentsorgung, kleinere Menschenmengen in städtischen Wohnungen und die „Aufklärung der Öffentlichkeit über Hygienepraktiken“. Besonders merkwürdig ist, dass viele andere Infektionskrankheiten ebenfalls rapide zurückgingen, obwohl es für sie keinen Impfstoff gab – wie kann beides wahr sein? Wie Dr. Jayne Donegan erklärt:
Für mich und meine Zeitgenossen war es ein „Credo“, dass Impfungen die nützlichste Gesundheitsmaßnahme waren, die je eingeführt wurde … Mir wurde beigebracht, dass Impfungen der Grund dafür seien, dass Kinder und Erwachsene nicht mehr an Krankheiten sterben, denn dagegen gebe es Impfstoffe … Uns wurde gesagt, dass andere Krankheiten, wie Scharlach, rheumatisches Fieber, Typhus, Cholera usw., gegen die es damals keine Impfstoffe gab, aufgrund besserer gesellschaftlicher Verhältnisse sowohl hinsichtlich der Inzidenz als auch der Sterblichkeit abnahmen. Man sollte meinen, dass einige von uns gefragt hätten: „Aber wenn die Todesfälle infolge dieser Krankheiten aufgrund besserer gesellschaftlicher Bedingungen abnahmen, warum gingen dann nicht auch die, gegen die es damals Impfstoffe gab, zur gleichen Zeit aus demselben Grund zurück?“13

Abb 2.2: Sterblichkeitsraten infolge von Infektionskrankheiten und die Einführung von Impfstoffen im 20. Jahrhundert. Anmerkung: Die Daten zu Infektionskrankheiten reichen nur bis 1996; Daten von den Centers for Disease Control and Prevention. Die Grafik wurde aus „Trends in Infectious Disease Mortality“, Journal of the American Medical Association, JAMA, übernommen. Gregory L. Armstrong, MD; Laura A. Conn, MPH; Robert W. Pinner, MD, 1999; 281(1): 61–66.
Seiner Zeit weit voraus war der Engländer John Thomas Biggs. Er war Sanitäringenieur in seiner Heimatstadt Leicester und musste aktiv auf Pockenausbrüche reagieren. Er lernte schnell, dass die gesundheitlichen Folgen, zu denen die sanitären Einrichtungen führten, die Auswirkungen der Impfungen bei Weitem übertrafen (dort, wo er dramatische Impfschäden und die Ineffektivität der Impfungen beobachten konnte). Im Jahr 1912 verfasste er ein Standardbuch mit dem Titel: Leicester: Sanitation versus Vaccination (Leicester: Sanitäre Einrichtungen versus Impfungen).14 Vor mehr als 100 Jahren hatte Biggs entdeckt, was die CDC im Jahr 2000 erneut bestätigte: Nichts schützt vor Infektionskrankheiten so gut wie eine ordentliche Hygiene. Er schrieb:
Leicester hat sowohl durch Vorschriften als auch durch praktische Beispiele den unwiderlegbaren Beweis für die Tauglichkeit und den Einfluss der Hygiene erbracht, nicht nur bei der Bekämpfung und Kontrolle, sondern auch bei der praktischen Verbannung von Infektionskrankheiten aus ihrer Mitte … Eine Stadt, die nach den modernsten Prinzipien von Raum und Luft neu geplant wird und sich an der „Leicester-Methode“ der hygienischen Einrichtungen orientiert, könnte sich nicht nur gegen Pocken, sondern auch gegen andere infektiöse, wenn nicht sogar gegen fast alle zymotischen Krankheiten zur Wehr setzen.
Dr. Andrew Weil, ein oft zitierter Arzt, unterstreicht diesen Punkt und sagt, dass „die Medizin Lorbeeren eingeheimst hat, die sie für einige Fortschritte in der Gesundheit nicht verdiente. Die meisten Menschen glauben, dass der Sieg über die Infektionskrankheiten des vergangenen Jahrhunderts mit der Erfindung von Impfungen errungen wurde. Tatsächlich waren Cholera, Typhus, Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten und die anderen Infektionserkrankungen bereits im Rückgang begriffen, bevor Impfstoffe gegen sie erhältlich waren – es war besseren hygienischen Methoden, der Abwasserentsorgung und der Verteilung von Lebensmitteln und Wasser geschuldet.“15
Impfstoffe haben die Menschheit nicht gerettet, es war tatsächlich die Verbesserung der sanitären Einrichtungen und die Steigerung des Lebensstandards. Haben Impfstoffe zu einer geringfügigen Verringerung bestimmter akuter Krankheiten beigetragen? Ja, aber ihr relativer Nutzen wird oft extrem übertrieben. Bedenken Sie: Ende 2017 wurde berichtet, dass Wissenschaftler der Emory University einen Impfstoff gegen Erkältungen entwickelten. Professor Martin Moore brüstete sich damit, dass er in seiner Forschungsarbeit „50 Stämme, die für eine gewöhnliche Erkältung verantwortlich sind, in eine Spritze gibt“ und dass die Affen, die als Versuchstiere dienten, „sehr gut reagierten“. Sie sollten damit rechnen, diesen Impfstoff in den nächsten fünf Jahren bei Ihrem Kinderarzt zu sehen, der wahrscheinlich schon bald nach Erscheinen der Geschichten in den Medien über Erkältungen, die zum Tod von Kindern führt, eingeführt wird.
Der Mythos von der Herdenimmunität
Wenn Sie sich noch mehr davon überzeugen müssen, ob das öffentliche Gesundheitswesen und die Impfstoffhersteller die Öffentlichkeit in die Irre führen, denken Sie an den Mythos von der „Herdenimmunität“, der oft angeführte Grund, dass sich jeder impfen lassen müsse. Wenn die meisten Menschen („die Herde“) gegen eine Krankheit geimpft sind, so heißt es, dann ist auch die Herde vor dieser Krankheit geschützt. In vielen Fällen gehen Kinderärzte und Möchtegern-Experten gezielt auf die Herdenimmunität ein und berufen sich auf vermeintlich wichtige Statistiken, die besagen, dass die Impfquoten bei gewissen Krankheiten über einem bestimmten Prozentsatz der Menschen bleiben müssten, um eine Herdenimmunität zu erreichen. Diese Schwelle wird nicht erreicht? Das ist ein Rezept für eine Katastrophe. Als es vor einigen Jahren in Disneyland eine „Masernepidemie“ gab (es war eigentlich keine Epidemie, sondern nur ein kleiner und typischer Ausbruch), wurden Experten im Fernsehen zitiert, die behaupteten, die Herdenimmunitätsschwelle für Masernimpfstoffe liege bei 95 Prozent. Das bedeutet, dass 95 Prozent der Bevölkerung gegen Masern geimpft werden müssten, um „Epidemien“ zu verhindern.
Vielleicht hat niemand die Werbetrommel für die Herdenimmunität lauter geschlagen als der kalifornische Senator Richard Pan. Er ist Verfasser und Sponsor von SB 277, einem Gesetzentwurf, der Kalifornien zum dritten Bundesstaat in den USA machte, in dem Impfungen für den Schulbesuch von Kindern Pflicht sind (Mississippi und West Virginia sind die beiden anderen). Tatsächlich nutzte er den Masernausbruch in Disneyland als Grund dafür, dass sein Gesetz verabschiedet werden müsse. In einem an seine Wähler gerichteten Schreiben bemerkte Senator Pan, dass seine Gesetzesvorlage im Jahr 2015 die Impfquoten in Kindergärten erhöht habe und prahlte: „Dieser Erfolg ist ein erster Schritt zur Verringerung der Zahl all jener, die nicht geimpft sind und somit unsere Familien dem Risiko vermeidbarer Krankheiten aussetzen, und damit ist es auch ein Schritt, die gemeinschaftliche Immunität in unserem gesamten Bundesstaat in den kommenden Jahren wiederherzustellen.“16
Sehen wir uns Senator Pans Worte genauer an. Die „gemeinschaftliche Immunität wiederherzustellen“ impliziert mehrere Aspekte. Erstens, dass Kalifornien die Gemeinschaftsimmunität (ein unwissenschaftliches Synonym für Herdenimmunität) „verlor“; zweitens bedeutet die „Wiederherstellung“ dieser allgemeinen Immunität, dass bis zur Erreichung eines bestimmten Schwellenwerts der Impfquote schwerwiegende Risiken bestehen – die Wiederherstellung der Sicherheit hat oberste Priorität! Die Absurdität von Senator Pans Überzeugungen über die Bedeutung der Herdenimmunität und das Erreichen bestimmter Impfziele besteht darin, dass die USA aus zwei einfachen Gründen nie auch nur in der Nähe einer Herdenimmunität gegen eine durch Impfungen vermeidbare Krankheit waren: (1) Die überwiegende Mehrheit der Erwachsenen in den Vereinigten Staaten ist hinsichtlich ihrer Impfstoffe nicht auf dem neuesten Stand, und (2) die Wirksamkeit von Impfstoffen zur Vorbeugung von Krankheiten lässt mit der Zeit nach, was bedeutet, dass der Schutz eines Impfstoffs in der Regel in zehn Jahren oder weniger „nachlässt“.17 (Dies wird als „nachlassender Impfschutz“ bezeichnet.)
Um dies ins rechte Licht zu rücken: In den USA gibt es etwa 150 Millionen nicht geimpfte Erwachsene, die also schutzlos gegenüber vielen Krankheiten sind, für die wir angeblich die Herdenimmunitätsschwelle erreicht haben. Die CDC befragt jedes Jahr Erwachsene, sodass es recht einfach ist, die Durchimpfungsraten zu ermitteln. Hier sind nur einige wenige: Hepatitis A (9 %), Hepatitis B (24,5 %), Pneumokokken (20,4 %) und Grippe (43,2 %).18 (Zum Vergleich: In Deutschland ist jeder fünfte Erwachsene ab 18 Jahren ohne Impfschutz gegen Masern, nur etwa 70 Prozent der Erwachsenen sind mit einer Impfung gegen Tetanus geschützt, 57 Prozent sind gegen Diphterie geimpft, Anm. d. Verlags.) Diese Erwachsenen arbeiten in Schulen (wo für sie nicht die gleichen Impfbestimmungen gelten wie für Kinder), in Restaurants, in Geschäften und sind Teil jeder Gemeinde, was bedeutet, dass wir der Herdenimmunität bei Weitem nicht nahe sind und es auch nie waren. Tatsächlich glaube ich nicht, dass den meisten Erwachsenen überhaupt bewusst ist, dass die CDC einen Impfkalender für Erwachsene bereithält. Wenn Leute wie Senator Pan sich selbst auf die Schulter klopfen, weil sie die Gesellschaft schützen, indem sie die Herdenimmunität wiederherstellen, dann entbehrt das in der Tat jeglicher Grundlage. Wenn so viele Menschen nicht geimpft sind, wo sind dann die alles lahmlegenden Epidemien?
Ein vor Kurzem in der Kongresszeitung The Hill erschienener Artikel mit dem Titel „If Only Half of America Is Properly Vaccinated, Where Are the Epidemics?“ (Wenn nur halb Amerika ordentlich geimpft ist, wo sind dann die Epidemien?), der von Gretchen DuBeau, der Geschäftsführerin der Alliance for Natural Health, verfasst wurde, erklärt diese Logiklücke:
Es mag zwar keine Herdenimmunität geben, aber gewiss eine Herdenmentalität. Gesundheitsbehörden, Medienberichterstatter sowie Schulen und ihre Eltern-Lehrer-Verbände versäumen keine Gelegenheit, diesen Mythos aufrechtzuerhalten. Die Befürworter haben die Öffentlichkeit so gründlich davon überzeugt, dass ein Elternteil, der dies infrage stellt, wie jemand behandelt wird, der glaubt, die Erde sei eine Scheibe oder der Klimawandel nur eine Verschwörung. Ganz im Gegenteil: Ein unvoreingenommener Blick auf die Wissenschaft über Impfstoffe und eine Untersuchung der Geschichte zeigen deutlich, dass die Theorie der Herdenimmunität falsch ist – und immer falsch war.19

Abb 2.3: US-Impfquoten im Jahr 1985. Hinweis: Impfstoffe mit einer Quote von 0 % wurden bis 1985 nicht in den Plan aufgenommen. Daten von den Centers for Disease Control and Prevention.
Die Impfquoten bei amerikanischen Kindern für die drei in den 1960er- und 1970er-Jahren wichtigsten Impfstoffe waren weitaus niedriger als die heutigen Impfraten. Im Jahr 1973 beispielsweise, dem ersten Jahr, in dem die CDC die nationalen Impfquoten verfolgte, lagen die Raten für DTP (Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten), Polio und MMR bei 72, 59 bzw. 61 %; 1985 waren es 63, 53 und 61 %.20 So kann man heutigen Erwachsenen die Frage stellen: Wo waren all die Kinderepidemien in den Jahren 1973 und 1985 mit so „niedrigen“ Impfquoten? – Antwort: Es gab sie nicht (siehe Abbildung 2.3).
Politiker erheben sich vor ihren Kollegen, schlagen mit der Faust auf den Tisch und plädieren für die Verabschiedung verbindlicher Impfgesetze zur „Erhaltung der Herdenimmunität“. Kinderärzte sind im Fernsehen zu sehen und erklären, wie wichtig es sei, dass wir alle „die Herdenimmunität erhalten“.
Der Begriff der Herdenimmunität ist Unsinn. Die Wahrheit spielt sich für jeden Elternteil im wirklichen Leben ab, er muss nur einen Blick auf die Fakten werfen.
Impfstoffhersteller werden von der Haftung entbunden
Am 20. Oktober 1986 berichtete die Los Angeles Times über einen umstrittenen Gesetzentwurf, der seinen Weg durch den Kongress fand. Die Schlagzeile lautete: „Gesetzentwurf des Vaccine Injury Fund gebilligt, steht aber vor einem Veto“.21 Im Weiteren wurde über das zwiespältige Konzept des Gesetzentwurfs berichtet, der die Impfstoffhersteller, sollte ihr Produkt Schäden verursachen, vor der Haftung schützen sollte, und die Reagan-Regierung sprach sich dagegen aus:
In einem klar formulierten Brief an den Sprecher des Repräsentantenhauses, Tip O’Neill, sagte der damalige Sekretär des Gesundheitsministeriums, Otis R. Bowen: „Der Gesetzentwurf wird wahrscheinlich wenig dazu beitragen, die Impfstoffversorgung sicherzustellen oder unser Bemühen fördern, mehr Kinder impfen zu lassen.“ Der stellvertretende Generalstaatsanwalt John R. Bolton schrieb im Namen des Justizministeriums an den Leiter des Justizausschusses des Repräsentantenhauses und sagte, das Weiße Haus habe sich gegen das Gesetz ausgesprochen, weil es „ein wichtiges neues Programm für den Anspruch auf Schadensersatz schaffe, für das kein legitimer Bedarf nachgewiesen wurde.“ Präsident Reagan war beunruhigt über den Gesetzentwurf für Schadensersatzleistungen bei Impfstoffschäden und wurde mit den Worten zitiert: „Obwohl das Ziel, diese Personen zu entschädigen, ein würdiges Ziel ist, weist das Programm … schwerwiegende Mängel auf.“
Die Reagan-Regierung schien sich vor allem mit zwei Fragen zu befassen: wer bei Impfschäden für die erforderliche Entschädigung aufkommen sollte sowie mit dem Präzedenzfall, dass die Bundesregierung Privatunternehmen von der Haftung entbinden soll. Die New York Times berichtete: „Das Programm würde ‚nicht von der Exekutive, sondern von den Bundesgerichten verwaltet werden‘, sagte Reagan und nannte es eine ‚beispiellose Vereinbarung‘, die mit der verfassungsmäßigen Forderung nach Gewaltenteilung zwischen den ausführenden Organen der Bundesregierung unvereinbar sei.“22
Der National Childhood Vaccine Injury Act war Teil eines größeren Gesetzes, des Omnibus Health Bill (Abs. 1744), das Ende 1986 in den letzten Tagen des 99. Kongresses eingebracht wurde. Ein Kongressabgeordneter aus Kalifornien, Henry Waxman, bemühte sich vier Jahre lang, das umstrittene Gesetz zur Impfstoffhaftung zu verabschieden. Waxmans Gesetzentwurf wurde von den Impfstoffherstellern, die in seinem Namen harte Lobbyarbeit betrieben, und von der American Academy of Pediatrics unterstützt.
Um fair zu sein: Der Gesetzentwurf beinhaltete, wie viele andere Gesetze auch, einige vernünftige Ziele. Den meisten Eltern ist bis heute nicht bekannt, dass eine ältere Version der DTP-Impfung bei vielen Kindern schwere Hirnschäden verursachte und die Klagen der Eltern gegen Impfstoffhersteller sich häuften.23 Es war tatsächlich zu befürchten, dass Pharmaunternehmen völlig aus dem Impfstoffgeschäft aussteigen könnten, weil die Risiken zu hoch waren (nicht sehr tröstlich). Und der Gesetzentwurf schlug die Gründung von VAERS vor – dem heutigen Vaccine Adverse Event Reporting System (Datenbank des Berichterstattungssystems zu Nebenwirkungen von Impfstoffen), ein Überwachsungssystem, das in der heutigen Form damals so noch nicht existierte.
Noch wenige Tage vor der Kongresspause war die Verabschiedung des Gesetzentwurfs ungewiss und das Weiße Haus verkündete Pläne, gegen das Gesamtpaket der Gesundheitsrechte ein Veto einzulegen, fast ausschließlich aufgrund der Bestimmungen des National Childhood Vaccine Injury Act. Der Kongressabgeordnete Waxman, der Verfasser des Gesetzentwurfs, war unnachgiebig, nutzte die Presse in den letzten Tagen zu seinem Vorteil und erklärte:
Dieser Gesetzentwurf ist der erste Schritt, um sich um Kinder zu kümmern, die beim Schutz der Gesellschaft vor Epidemien Schaden genommen haben, und um ein ausreichendes Angebot an Impfstoffen sicherzustellen … Wenn der Präsident sein Veto dagegen einlegt, wird er diese Kinder sich selbst überlassen und das Land mit Risiken oder Engpässen oder exorbitant steigenden Preisen hinterlassen … Wenn er sein Veto einlegt, hoffe ich, dass er einen Notfallplan parat hat, um selbst Impfstoffe herstellen zu können, denn die Hersteller lassen wissen, dass sie möglicherweise die Produktion einstellen.24
Besorgt über die von Henry Waxman und der AAP ausgehenden Drohung, die gesamte Produktionsbasis der Impfstoffhersteller zu verlieren, erklärte Ronald Reagan am 15. November 1986 den Gesetzentwurf „mit gemischten Gefühlen“ und „ernsthaften Vorbehalten“ zum Gesetz.25 Was Impfstoffe anbelangt, machte er den Herstellern derselben ein frühes Festtagsgeschenk, wie das neue Gesetz verdeutlichte:
Kein Impfstoffhersteller haftet im Rahmen einer Zivilklage für Schäden, die durch einen impfstoffbedingten Schaden oder den Tod in Zusammenhang mit der Verabreichung eines Impfstoffs nach dem 1. Oktober 1988 entstehen, wenn die Verletzung oder der Tod auf Nebenwirkungen zurückzuführen ist, die unvermeidbar waren, obwohl der Impfstoff ordnungsgemäß zubereitet und mit entsprechenden Gebrauchsanleitungen und Warnhinweisen versehen war.
Was dann geschah, sollte niemanden überraschen, der weiß, wie Kapitalismus funktioniert: Dieselbe Branche, die Vioxx, Thalidomid, Fen-Phen, Prozac und die Opioidepidemie hervorbrachte, hatte gerade die Produkthaftung aufgehoben und sie einem neu eingerichteten „Impfstoffgericht“ übergeben, das mit einer Zusatzsteuer für jeden gekauften Impfstoff finanziert werden sollte (ja, die Amerikaner finanzieren das Programm zur Entschädigung von Impfschäden, wenn sie für einen Impfstoff für sich selbst oder ihr Kind bezahlen) und letztlich von der Bundesregierung verwaltet und geschützt wird. Denken Sie daran: Als dieses Gesetz Ende 1986 verabschiedet wurde, betrachtete man es als eine Möglichkeit, die Impfstoffhersteller im Geschäft zu halten. Ich bin mir nicht sicher, ob irgendjemand (außer vielleicht die Führungskräfte der Pharmaunternehmen und deren Lobbyisten) vorhersehen konnte, wie sehr sich die Dinge ändern würden. Bedenken Sie Folgendes:*
1962 hatte ein Kind, das dem von der CDC empfohlenen Impfkalender folgte, bis zum Alter von fünf Jahren drei Impfstoffe erhalten.
1983 hatte ein Kind, das dem von der CDC empfohlenen Impfkalender folgte, bis zum Alter von fünf Jahren zehn Impfstoffe bekommen.
Im Jahr 2017 erhielt ein Kind, das dem von der CDC empfohlenen Impfkalender folgte, bis zum Alter von fünf Jahren 38 Impfstoffe: fast das Vierfache dessen, was ein Kind in den 1980er-Jahren erhielt, und mehr als das Zwölffache dessen, was ein Kind in den 1960er-Jahren verabreicht bekam (siehe Tabelle 2.1).
| 1962 | 1983 | 2012 | |||
| Polio | DTP | (2) | Grippe | Schwangers. | |
| Pocken | Polio | (2) | DTaP | Schwangers. | |
| DTP | DTP | (4) | Hep B | Geburt | |
| 3 Impfstoffe | Polio | (4) | Hep B | (2) | |
| DTP | (6) | Rotavirus | (2) | ||
| MMR | (15) | DTaP | (2 | ||
| DTP | (18) | Hib | (2 | ||
| Polio | (18) | PCV | (2) | ||
| DTP | (48) | IPV | (2) | ||
| Polio | (48) | Hep B | (4) | ||
| 10 Impfstoffe | Rotavirus | (4) | |||
| DTaP | (4) | ||||
| Hib | (4) | ||||
| PCV | (4) | ||||
| IPV | (4) | ||||
| Hep B | (6) | ||||
| Rotavirus | (6) | ||||
| DTaP | (6) | ||||
| Hib | (6) | ||||
| PCV | (6) | ||||
| IPV | (6) | ||||
| Grippe | (6) | ||||
| Grippe | (12) | ||||
| Hib | (12) | ||||
| PCV | (12) | ||||
| MMR | (12) | ||||
| Varicella | (12) | ||||
| Hep A | (12) | ||||
| DTaP | (18) | ||||
| Grippe | (18) | ||||
| Hep A | (18) | ||||
| Grippe | (30) | ||||
| Grippe | (42) | ||||
| DTaP | (48) | ||||
| Polio | (48) | ||||
| MMR | (48) | ||||
| Varizellen | (48) | ||||
| Grippe | (60) | ||||
| 38 Impfstoffe | |||||
Tabelle 2.1: Empfohlener Impfkalender der CDC für Kinder (im Alter von 0 bis 5 Jahren) für 1962, 1983 und 2018
Hinweis: Die Zahl in Klammern gibt das Alter in Monaten an, in dem ein Kind den Impfstoff erhält. Fettgedruckte Zahlen geben die Gesamtzahl der verabreichten Impfstoffe an.
Als ich in den 1980er-Jahren ein Kind war, gab es nur drei Impfstoffe für Kinder: DTP, Polio und MMR (mehrmals verabreicht, um die Immunität zu „stärken“). Heute sind die Impfungen gegen Influenza (Grippe), Hepatitis B, Hepatitis A, Hämophilus influenzae Typ B (Hib), Pneumokokken (PCV), Rotavirus, Meningitis und Varizellen (Windpocken) in den Kinderimpfkalender aufgenommen (und werden mehrfach durch Auffrischimpfungen verabreicht). Wenn Sie jemand fragt, ob Ihr Kind „durchgeimpft“ ist, lautet Ihre richtige Antwort möglicherweise: „Auf der Grundlage welchen Jahrzehnts?“ Erwähnenswert ist, dass Kinder in den 1980er-Jahren, als viel weniger Impfstoffe verabreicht wurden (und eins von 10.000 Kindern Autismus hatte), nicht „auf der Straße starben“.
Lassen Sie mich einen Moment innehalten und Ihre Aufmerksamkeit auf den Begriff „empfohlener Impfkalender“ lenken. Wenn Sie sich als Elternteil fragen, welche Impfungen Ihr Kind bei seiner nächsten Vorsorgeuntersuchung verabreicht bekommt, können Sie die Website der CDC besuchen und finden den „empfohlenen Impfkalender“. Beachten Sie, dass dieser Kalender den Eltern nicht „empfohlen“ wird, als leiteten Sie eine Behörde (obwohl die CDC Sie das glauben machen möchte). Dieser Impfkalender wird der AAP empfohlen, die ihn sofort übernimmt, sowie Kinderärzten, die in ihrer Praxis oft Prämien für die vollständige Einhaltung der Impfungen erhalten. Für die Eltern ist es de facto ein vorgeschriebener Plan, da Kinder in den meisten US-amerikanischen Bundesstaaten nicht zur Schule gehen können, ohne geimpft worden zu sein. Auch wenn Sie vielleicht eine Ausnahmeregelung anstreben – sei sie religiös, philosophisch oder medizinisch begründet –, wird es immer schwieriger, diese zu erhalten. Tatsächlich gibt es Bemühungen vieler staatlicher Gesetzgeber, diese Ausnahmeregelungen für Impfungen komplett zu streichen, wie es Kalifornien 2015 mit der Verabschiedung des SB 277 getan hat (und damit der dritte Staat mit nur einer medizinischen Ausnahmeregelung ist).
Bis heute hat das 1986 geschaffene Impfgericht mehr als 3,7 Milliarden US-Dollar für Schadensersatzansprüche infolge von Impfschäden ausgezahlt – finanziert von, wohlgemerkt, amerikanischen Steuerzahlern. Die meisten dieser Klagen werden von den Familien eingereicht, deren Kinder durch Impfungen Schäden erlitten haben.26 Der Markt für Impfstoffe hat im Jahr 2020, ich sagte es bereits, wahrscheinlich einen Wert von 60 Milliarden Dollar27, gegenüber 170 Millionen Dollar in den frühen 1980er-Jahren28, als das Gesetz von 1986 in Kraft trat. Die New York Times berichtete 2014: „Impfstoffe waren einst ein Verlustbringer für die Hersteller, da ihre Produktion oft teurer ist als die herkömmlicher Medikamente; heute können Impfstoffe sehr profitabel sein … Seit 1986 haben sie laut der CDC die Durchschnittskosten für die Durchimpfung eines privat versicherten Kindes bis zum Alter von 18 Jahren von 100 auf 2.192 Dollar erhöht.“29
Es ist kaum zu glauben. Das Einzige, was den Markt auf dem Weg zu 60 Milliarden Dollar bremsen könnte, sind die Zweifel der Verbraucher. Wenn Eltern Impfstoffe nicht infrage stellen, so wie meine Frau Lisa und ich es nicht taten, generiert die Branche noch mehr Profite. Aber wenn Eltern beginnen, an der Sicherheit von Impfstoffen zu zweifeln, könnte die Pharmaindustrie einen Riesenverlust erleiden. Genau hier kommt Autismus ins Spiel. Bei einer Quote von 1 zu 36 Kindern ist dies kein akzeptabler Kompromiss. Es ist gar nicht so schwer, sich vorzustellen, warum die Wahrheit so sehr unterdrückt und so heftig bekämpft wird.
In anderen Ländern wird wesentlich weniger geimpft
Die Definition von „geimpft“ ist schwer zu definieren. Geimpft zu werden, bedeutete nicht nur vor 20 Jahren noch etwas ganz anderes, sondern sich impfen zu lassen hat heute je nach Geburtsort in der Welt eine unterschiedliche Bedeutung. Nehmen wir zum Beispiel den Impfkalender Dänemarks, der dort von der nationalen Gesundheits- und Arzneimittelbehörde reguliert und überwacht wird.30 Er bietet Eltern ein planmäßiges Impfprogramm für Kinder, ähnlich wie in den USA, aber im dänischen Plan fehlen die Impfstoffe für die folgenden fünf Krankheiten, die amerikanische Kinder erhalten: Hepatitis B, Hepatitis A, Grippe, Rotaviren und Windpocken.

Abb. 2.4: Anzahl der Impfstoffe, die ein „durchgeimpftes“ Kind bis zum Alter von fünf Jahren erhält. Daten von Centers for Disease Control and Prevention und dem dänischen Impfprogramm für Kinder.
Ein durchgeimpftes amerikanisches Kind und ein durchgeimpftes dänisches Kind sind nicht das gleiche, letzteres erhält weitaus weniger Impfstoffe (insgesamt 16 in Dänemark gegenüber 38 in den USA, siehe Abbildung 2.4). Wenn diese Impfstoffe lebenswichtig sind, warum sollte dann ein Land, das vielen als Ausgangsort für Reisen nach Europa dient, die Impfungen, die der amerikanische Kalender vorsieht, ausschließen? Der Hepatitis-B-Impfstoff wird in den meisten europäischen Ländern nur an die Nachkommen von Müttern verabreicht, die selbst an Hepatitis B leiden. In den meisten Ländern Europas werden Kinder nicht regelmäßig gegen Hepatitis A, Rotaviren, Varizellen (Windpocken) oder Grippe geimpft.
Wenn wir etwas genauer hinschauen, stellen wir fest, dass Kinder in Großbritannien nicht gegen Windpocken geimpft werden. Im Vereinigten Königreich leitet der National Health Service (NHS) das Impfprogramm und er erklärt, warum er Kindern den Impfstoff gegen Windpocken nicht verabreicht:
Die Impfung gegen Windpocken ist nicht Teil des regelmäßigen britischen Impfprogramms für Kinder, da Windpocken in der Regel eine leichte Krankheit sind, insbesondere bei Kindern. Es besteht auch die Sorge, dass die Einführung einer Windpockenimpfung für alle Kinder möglicherweise das Risiko für Windpocken und Gürtelrose bei Erwachsenen erhöht.31
In Großbritannien wird die Impfung gegen Windpocken nicht empfohlen. Möchten aber in den USA die Eltern ihr Kind nicht gegen Windpocken impfen lassen, könnten sie von ihrem Kinderarzt wegen „nicht ausreichenden Impfschutzes“ gerügt werden oder Probleme bekommen, ihr Kind in einer Kindertagesstätte oder Schule anzumelden. Willkommen im Land des Impfchaos.
In Deutschland gibt es keine verbindliche Impflicht, doch die Ständige Impfkommission (STIKO) hat das Geschehen im Auge und empfielt einen Impfkalender für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene. (Anm. d. Verlags: Eine Ausnahme ist dabei das Masernschutzgesetz: Seit Anfang 2020 müssen Eltern nachweisen, dass ihre Kinder vor der Aufnahme in einer Gemeinschaftseinrichtung wie Kindergarten oder Schule gegen Masern geimpft wurden. Auch für Personen, die in Gemeinschafts- oder medizinischen Einrichtungen beschäftigt sind, gilt das Gesetz, also beispielsweise Erzieher, Lehrer oder medizinisches Personal. Die Immunisierung erfolgt als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln, die sog. MMR-Impfung.)
Für viele Infektionskrankheiten gibt es keine Impfstoffe
Ich lebe in Oregon. Wie in jedem Bundesstaat haben wir ein staatliches Gesundheitsamt, in unserem Fall ist es die Gesundheitsbehörde von Oregon (OHA). Um die Überwachung von Infektionskrankheiten regeln zu können, hat der Staat Gesetze dafür eingeführt, wie schnell ein Gesundheitsdienstleister das Auftreten bestimmter Infektionskrankheiten bei einem Patienten an die OHA melden muss. Die Krankheiten werden in drei Kategorien eingeteilt: sofortige Meldung, innerhalb von 24 Stunden und innerhalb eines Arbeitstages – also ein Rankingsystem hinsichtlich der Bedenken der OHA über verschiedene Infektionskrankheiten.
In meinem Bundesstaat gibt es insgesamt 67 „meldepflichtige“ Krankheiten. Von diesen 67 haben wir nur gegen zehn Impfstoffe, nicht aber für die anderen 57 meldepflichtigen Krankheiten. Von den 17 Krankheiten, die sofort gemeldet werden müssen, impfen wir gegen vier davon, sodass 100 % der Kinder gegen die anderen 13 Krankheiten „ungeschützt“ bleiben.32
Impfstoffe legen um niemanden einen Schutzring; unser Immunsystem bleibt unsere wichtigste Abwehr gegen Krankheiten, zumindest für die 57 meldepflichtigen hier in Oregon, gegen die wir keinen Impfstoff haben. Wie der Bestsellerautor Dr. Bob Sears erklärt:
Ein gesundes Immunsystem ist der Schlüssel zur Prävention von Infektionskrankheiten. Wir alle sind täglich Millionen von Keimen ausgesetzt und Impfstoffe decken nur einen winzigen Bruchteil von 1 % dieser Keime ab. Wir müssen uns also auf unser eigenes Immunsystem verlassen, um die meisten potenziellen Infektionen abzuwehren.33
Ich würde sogar behaupten, dass das Verständnis der meisten Menschen dafür, was ein Impfstoff bewirkt und wie er funktioniert, sehr simpel ist und in etwa so aussieht: Man bekommt einen völlig sicheren Impfstoff, er stärkt das Immunsystem, und dann ist man vor der Krankheit, gegen die man geimpft wurde, geschützt, vielleicht für immer. Nur dass kein Teil dieser einfachen Erklärung der Wahrheit entspricht.
Es wird immer Krankheitsausbrüche geben
Jedes Jahr werden Ausbrüche von Keuchhusten, Mumps und Masern gemeldet. Es gibt eine einfache Erklärung für diese Regelmäßigkeit und es ist nicht so, wie Sie denken. Einfach ausgedrückt: Die Impfstoffe wirken nicht so gut. Wie die Associated Press im Jahr 2013 berichtete: „Eine Regierungsstudie liefert eine neue Theorie darüber, warum der Impfstoff gegen Keuchhusten nicht so gut zu wirken scheint wie erwartet. Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass der Impfstoff die Menschen zwar davor bewahrt, krank zu werden, sie aber nicht daran hindert, Keuchhusten – auch bekannt als Pertussis – auf andere zu übertragen. ‚Das könnte die Zunahme der Fälle mit Keuchhusten erklären, die wir in den USA beobachten‘, sagte einer der Forscher, Tod Merkel, von der Food and Drug Administration.“34 Im Jahr 2017 behaupteten Forscher des öffentlichen Gesundheitswesens an der Boston University, dass das Wiederauftreten von Keuchhustenfällen „weitgehend auf das immunologische Versagen azellulärer Impfstoffe zurückzuführen“ sei, wie der leitende Forscher Dr. Christopher J. Gill erklärte:
Diese Krankheit ist wieder da, weil wir nicht wirklich verstanden haben, wie unsere Immunabwehr gegen Keuchhusten funktioniert, und wir haben nicht verstanden, wie die Impfstoffe wirken müssen, um sie zu verhindern. Stattdessen stapeln wir eine Vermutung auf die andere und befinden uns jetzt in der unangenehmen Lage zuzugeben, dass wir möglicherweise einige entscheidende Fehler gemacht haben. Das ist definitiv nicht der Punkt, von dem wir dachten, dass wir ihn 2017 erreicht hätten.35
Und was die Medien über Masern und andere Krankheitsausbrüche berichten, erklärt nur selten, dass die Mehrheit der an Keuchhusten, Masern oder Mumps erkrankten Menschen geimpft wurde. Erst vor wenigen Jahren gab es einen Mumpsausbruch an der Harvard University. Es stellte sich heraus, dass „die infizierten Studenten alle, wie gesetzlich vorgeschrieben, gegen Mumps geimpft worden waren. Es ist möglich, dass der Impfstoff bei einigen Menschen nicht gewirkt hat oder dass das Virus so mutiert ist, dass die Impfung weniger wirksam war. Der Impfstoff gegen Mumps kann etwa 12 Prozent der Personen, die ihn erhalten, nicht gegen die Krankheit immunisieren, sodass es selbst in stark geimpften Bevölkerungen gelegentlich zu Mumpsausbrüchen kommt.“36
Im Oktober 2017 hielt der CDC-eigene Beratende Ausschuss für Impfpraktiken eine Sitzung ab, um die Frage der Impfstoffwirksamkeit zu erörtern: „Die Forschung deutet darauf hin, dass zehn oder mehr Jahre nach der zweiten Dosis [gegen Mumps] im Kindesalter der Schutz vor dem Virus so weit nachlässt, dass eventuell Ausbrüche auftreten.“37 Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass es in Pennsylvania gegen Merck, den Hersteller des Mumps-Impfstoffs, eine Whistleblower-Klage gibt, in der ehemalige Mitarbeiter des Pharmaunternehmens behaupten, Merck habe die Wirksamkeitsdaten des Impfstoffs gegen Mumps geheim gehalten, weil sie zeigten, dass er oft nicht wirkte. Die Whistleblower betonen in ihrer Klage, „der Arzneimittelhersteller wusste, dass sein Impfstoff weniger wirksam war als die behauptete Effektivität von 95 Prozent und dass die Geschäftsleitung darüber informiert war und auch Tests überwachte, die die tatsächliche Effektivität verschleierten.“38
Die Tests zur Unbedenklichkeit von Impfstoffen sind unzureichend
Impfstoffe müssen keine Doppelblindstudien durchlaufen, bevor sie an Säuglinge verabreicht werden. Wenn ein Pharmaunternehmen Impfstoffe testet, gibt es keine „Kontrollgruppe“, die einen Placebo-Impfstoff erhält, um herauszufinden, ob sich die nachteiligen Auswirkungen bei der Verabreichung eines neuen Impfstoffs unterscheiden. Schlimmer noch: Der Sicherheitstest während einer neuen Impfstoffstudie bewertet Nebenwirkungen, nachdem die Teilnehmer zwei bis fünf Tage lang einen Impfstoff erhalten haben. So wurde zum Beispiel der einzige eigenständige Polio-Impfstoff in den USA nach der Verabreichung nur 48 Stunden überwacht.39 Das war’s. Autismus, dessen Manifestation einige Zeit in Anspruch nimmt, würde bei diesen Sicherheitstests niemals erfasst werden. Tatsächlich kann es Wochen, Monate oder sogar Jahre dauern, bis viele der durch Impfstoffe ausgelösten Nebenwirkungen – Guillain-Barré-Syndrom, chronisch-entzündliche demyelinisierende Polyneuropathie und rheumatoide Arthritis – auftreten, sodass die Sicherheitschecks keine davon erfassen würden.
Ein weiteres Beispiel ist die Sicherheitsstudie von Recombivax, einer der weltweit am häufigsten verwendeten Hepatitis-B-Impfstoffe, der vielen amerikanischen Babys am ersten Lebenstag verabreicht wird. Die Untersuchung umfasste „434 Dosen RECOMBIVAX HB, 5 µg …, die 147 gesunde Säuglinge und Kinder (bis zu 10 Jahren) erhielten und die nach jeder Dosis 5 Tage lang überwacht wurden.“40 Das gesamte Sicherheitsprofil für diesen Impfstoff, der an Millionen von Kindern verabreicht wurde, basierte auf 147 Säuglingen, die fünf Tage lang unter Beobachtung standen. Und sie erhielten keine weiteren Impfstoffe, obwohl Babys im Alter von zwei, vier, sechs und zwölf Monaten gleichzeitig mindestens vier weitere Impfstoffe bekommen, und zwar gegen Rotaviren, DTP, Hib und PCV. Wie der Kinderarzt Dr. Harold E. Buttram in einem Brief an das BMJ schreibt:
Um die Kriterien des wissenschaftlichen Nachweises zu erfüllen, müsste eine Untersuchung zur Impfstoffsicherheit vor und nach Studien am Menschen durchgeführt werden, die mögliche nachteilige Auswirkungen auf das neurologische, immunologische und hämatologische System untersuchen, wobei geimpfte mit nicht geimpften Personen verglichen werden müssten, und zwar sowohl in ausreichender Zahl als auch über einen hinreichenden Zeitraum, um aussagekräftig zu sein. Studien dieser Art hat es nie gegeben und offenbar wurden diesbezüglich auch keine Versuche unternommen. Basierend auf persönlichen Beobachtungen scheint es, dass Vorher-Nachher-Tests von staatlichen Gesundheitsbehörden bewusst vermieden wurden, aus Angst, dass die Ergebnisse das Vertrauen der Öffentlichkeit in Impfprogramme beeinträchtigen würden. Solange diese Art von Sicherheitstests nicht durchgeführt wird, ist es eine faktische Gewissheit, dass viele unerwünschte Impfreaktionen unerkannt stattfinden und auch weiterhin auftreten werden. Solange keine aussagekräftigen, objektiven Sicherheitstests zu Impfstoffen erfolgen, kann man meiner Meinung nach dem NIH, der CDC und der FDA mit Recht Fahrlässigkeit beim Schutz der Gesundheit und des Wohlergehens der amerikanischen Öffentlichkeit, insbesondere der Kinder, vorwerfen.
Da die Sicherheitstests für Impfstoffe, bevor sie für über 70 Millionen amerikanische Kinder in den Handel kommen, dermaßen begrenzt sind, verlässt sich die CDC auf das Sicherheitsmonitoring, sobald die Impfstoffe in der wirklichen Welt verabreicht werden, wo die Dinge noch problematischer werden.41
Fast jeder 50. Mensch ist von Nebenwirkungen betroffen
Das Gesetz von 1986, das die Impfstoffhersteller von der Haftung für Impfschäden befreite, rief auch VAERS ins Leben, ein passives Berichterstattungssystem für impfstoffinduzierte Nebenwirkungen. Das bedeutet, dass VAERS nur in dem Maße funktioniert, in dem Ärzte oder Eltern bereit sind, einen Impfschaden an das VAERS-Onlinesystem zu melden. Da die meisten Eltern keine Vorstellung davon haben, wie so ein Impfschaden aussieht, ferner die meisten Ärzte nicht darin geschult sind, einen solchen Schaden zu erkennen, und Impfstoffe nach allgemeiner Auffassung völlig harmlos sind, können Sie sich die Grenzen dieses Systems vorstellen, und die Wissenschaft bekräftigt das: 2007 finanzierte die CDC drei Jahre lang eine Studie von Harvard Pilgrim Health Care mit 715.000 Patienten, in der festgestellt wurde, dass „weniger als 1 Prozent der impfstoffbedingten Nebenwirkungen gemeldet werden.“42
Im Jahr 2016 gingen bei VAERS 59.117 Berichte über impfstoffinduzierte Nebenwirkungen ein, darunter 432 Todesfälle und 10.284 Notaufnahmen.43 Wenn diese 59.117 Berichte 1 % der tatsächlichen Gesamtzahl ausmachten, würde dies bedeuten, dass es tatsächlich 5,9 Millionen meldepflichtige, unerwünschte Ereignisse durch Impfstoffe in einem einzigen Jahr gegeben hätte.
Die von der CDC finanzierte Harvard-Pilgrim-Studie hatte zum Ziel, die Meldung von Impfschäden automatisch anzupassen, indem bekannte Impfreaktionen in die Krankenakten von Patienten einprogrammiert wurden, bei denen kurz vor der Impfung bestimmte Reaktionen auftraten. Die Pilotstudie lieferte beunruhigende Ergebnisse, denn bei 715.000 Personen wurden 35.570 mögliche Impfreaktionen festgestellt.44 Das sind 2,6Prozent der Impfstoffempfänger – weit entfernt von der Zahl „einer von einer Million“, die von denen verbreitet wird, die Impfstoffe vermarkten! Die Forscher der Harvard-Pilgrim-Studie waren bereit, dieses neue Meldesystem in VAERS zu integrieren, berichteten aber stattdessen, dass bei der CDC Funkstille über eine Studie herrschte, die mehr als eine Million Dollar kostete, wie der Untersuchungsleiter Ross Lazarus berichtete:
Leider gab es nie eine Gelegenheit, Leistungsbewertungen des Systems durchzuführen, da die notwendigen CDC-Kontakte nicht mehr zur Verfügung standen und die für den Datenerhalt zuständigen CDC-Berater nicht mehr auf unsere mehrfachen Anfragen reagierten, mit den Tests und der Auswertung fortzufahren.
Eine dreijährige Studie erbrachte Ergebnisse, die für die CDC so potenziell verheerend waren – weil die Rate der unerwünschten Ereignisse so viel höher war als alles, was die CDC der Öffentlichkeit mitteilen konnte –, dass das Programm eingestellt wurde.
Das Wissen über die Nebenwirkungen ist mangelhaft
Welche Schäden kann ein Impfstoff genau verursachen? 1991 untersuchte das renommierte Institute of Medicine (IOM) die Nebenwirkungen von nur einem Impfstoff, dem DTP, und kam zu dem Schluss, dass die Wissenschaft einen kausalen Zusammenhang mit den folgenden sechs Impfschäden belegt: akute Enzephalopathie, chronische Arthritis, akute Arthritis, Schock und ungewöhnlicher schockartiger Zustand, Anaphylaxie und langwieriges, untröstliches Schreien.45 Im Jahr 2012 untersuchte das IOM die 158 häufigsten Impfschäden, die VAERS gemeldet wurden, und fand heraus, dass die Wissenschaft bei 18 dieser Schäden „einen kausalen Zusammenhang überzeugend unterstützt“, stellte aber fest, dass es keine wissenschaftlichen Beweise gibt, die 135 weitere Schäden entweder bestätigen oder bestreiten.46 Hier ist die Liste der Schäden, die durch Impfstoffe verursacht werden könnten, nur hat niemand nachgesehen:
Enzephalitis, Enzephalopathie, infantile Spasmen, fieberfreie Anfälle, Krampfanfälle, zerebelläre Ataxie, akute disseminierte Enzephalomyelitis, transverse Myelitis, Sehnervenentzündung, Neuromyelitis optica, Multiple Sklerose, Guillain-Barré-Syndrom, chronisch entzündliche demyelinisierende Polyneuropathie, Brachialneuritis, amyotrophe Lateralsklerose, Kleinfaserneuropathie, chronische Urtikaria, Erythema nodosum, systemischer Lupus erythematodes, Polyarteriitis nodosa, Psoriasis-Arthritis, reaktive Arthritis, rheumatoide Arthritis, juvenile idiopathische Arthritis, Arthralgie, Autoimmunhepatitis, Schlaganfall, chronische Kopfschmerzen, Fibromyalgie, plötzlicher Kindstod, Hörverlust, Thrombozytopenie, Immunthrombozytopenie.
Bei 86 Prozent der Impfschäden, die dem VAERS gemeldet wurden, weiß niemand, ob sie mit Impfstoffen in Zusammenhang stehen.
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