Read the book: «Fritze un Flori vortällt sick wat - Fritz und Florian erzählen sich etwas»

Font::

Ilse Köhler

Fritze un Flori vortällt sick wat

Fritz und Florian erzählen sich etwas


Die Braunschweigische Landschaft e.V. – Geschäftsgebiet sind die kreisfreien Städte Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg sowie die Landkreise Helmstedt, Peine, Wolfenbüttel – ist eine Institution der regionalen Kulturförderung. Gefördert wird in den von Arbeitsgruppen wahrgenommenen Betätigungsfeldern.

Die Arbeitsgruppe „Plattdeutsch“ pflegt – unter anderem als „Plattdeutsche Autorenwerkstatt“ – das ostfälische Plattdeutsch, als eines der heimischen Kulturgüter.


Impressum

Herausgeber: Braunschweigische Landschaft e.V.

Autorin: Ilse Köhler, Schöningen-Esbeck

Gestaltung: Uwe Krebs

Illustrationen: Dr. Mareike Hornig

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung.

Verlag Uwe Krebs, 38176 Wendeburg, 2016.

ISBN 978-3-932030-74-1

www.verlag-uwe-krebs-de

Vorwort

Leiwe Lüe – liebe Leserinnen und Leser.

Mit Kindern beschäftigt und für Kinder eingesetzt hat sich Ilse Köhler immer wieder und so einen schönen Mittelpunkt ihres Lebens geschaffen. In ungezählten öffentlichen Auftritten begeisterte sie mit großer Sachkenntnis jüngere und ältere Personenkreise mit ihren Vorträgen in hochdeutscher und plattdeutscher Sprache, wurde in der Region gut bekannt und fand aufrichtige Anerkennung.

Immer wieder beliebt zeigten sich die Auftritte mit ihrer Handpuppe Olga. Im hochdeutsch-plattdeutschen Zwiegespräch kam es in Fragen und Antworten oftmals zu unerwarteten aber interessanten und lehrreichen Erkenntnissen. Hier sind es Fritz(e) und Flori, die uns mit eigenen Erlebnissen und geschichtlichen Ereignissen erfreuen.

Im vorliegenden Buch bekommen wir – auf hochdeutsch und plattdeutsch – gute Einblicke in die Lebensart und Denkweise von Ilse Köhler. Die Menschen in ihrer Umgebung sind beschrieben, wie auch die Anteilnahme, die gegenseitige Achtung und Beachtung, die Rücksichtnahme. Daraus können sich für Leserinnen und Leser manche Anregungen entwickeln.

Ich wünsche gute Unterhaltung beim selber Lesen aber auch beim Vorlesen in kleinerer oder größerer Runde.

Rolf Ahlers

Sprecher der AG Plattdeutsch

der Braunschweigischen Landschaft e.V.

Vita

Ilse Köhler, geb. 1943 in Büddenstedt, Kreis Helmstedt, lebt seit 50 Jahren im Schöninger Ortsteil Esbeck. Sie engagiert auf vielfältige Weise für den Erhalt der plattdeutschen Sprache.

Allein schon durch Ihren Beruf als Erzieherin ist es ihr ein großes Anliegen, die Sprache auch Kindern näherzubringen. Beispielsweise unterrichtete sie Plattdeutsch 20 Jahre ehrenamtlich in der Grundschule Esbeck. Auch wird sie gern mit ihrer plattdeutsch sprechenden Handpuppe Olga in die Kindergärten eingeladen.

Ihre Enkelkinder lieben Omas Geschichten, die „noch nie nicht“ jemand gehört hatte. Auch der Landesheimatbund Sachsen-Anhalt benötigt für seinen jährlichen Vorlesewettbewerb „Kinder lesen platt“ kindgerechte Texte. So entstanden im Laufe der Jahre viele Geschichten und Reime.

Im Braunschweiger Regional Sender „Okerwelle 104,6“ spricht sie regelmäßig einen Nachrichtenüberblick zur vergangenen Woche auf Plattdeutsch. Man findet von Ilse Köhler aber auch viele Kurzgeschichten, Glossen und Gedichte in der plattdeutschen Literatur sowie in den Printmedien.


Groter Brauder – lüttje Schwester

Florian kummt ut de Schaule. Hei is sau in Jedanken, dat hei bienah ober Fritze siene Fäute fallt. „He, Flori, du kiekst ja sau bedeppert. Hat et in de Schaule Arjer ejeben?“ fröcht Fritze. Florian schüddelt en Kopp. „Nu sett dick erstemal tau mick op de Bank un vorhale dick“, schlaget Fritze vor. Flori sett sick dal. Denn swiejet se beide.

Na ne Wiele säjjt Flori: „Miene lüttje Schwester, use Lotta, is hüte tau’n ersten Male in Kinnergaren.“ „Fein“, meint Fritze, „denn sau kann se dick ja nich mehr op de Nerven gahn.“

Nu ward Florian munter. „Da säjjst du wat, Fritze. Stell dick vor, Lotta hat ut miene Ritterborch de Ritter mit samt öhre Waffen un Pere ruutesmetten un dafor dat Möbelmank un de blöden Puppen ut öhr Puppenhuus rinesett.“ Fritze schüddelt den Kopp. „Mann, Mann, Mann, de truut sick wat! Ne Ritterborch in ne Puppenstube umtaufunktioneern. Da mosste erstemal op komen. Bist du destawejen sau betrübet?“

„Nee, nee“, winket Flori af, „dat is et nich. Wenn ick daran denke, dat use lüttje Lotta nu ganz alleene in Kinnergaren is un jewiss na Mama un mick bittere Tranen huult, ward mick ganz anners. Viellichte sind da ok dönsche Kinner, de Lotta arjert.“ Fritze wett Bescheid. „Ja, nu kann ick diene Sorje vorstahn.“

Wedder swiejet beide. Da fallt Fritze wat in. „Du kennst doch Kathy, miene Enkeldochter. Ick kann mick noch ganz jenau besinnen, as de öhrn ersten Kinnergarendag harre. Sau ganz ohne Theater gung dat ok nich af. Höre tau, dat was sau:

Up Huchdütsch is et hier tau lesen.


Wuffi in Kinnergaren

„Kathy, bist’e parat? Wi möt in Kinnergaren!“ Mama öhre Stimme was nich tau oberhörn. In all de Wochen konne et Kathy gar nich afteuben, endlich in Kinnergaren tau gahn. Hüte morjen nu was sei mit en ganz mulmijet Jefühl in Buuke opewaket. Sei moßte an de veelen fremmen Kinner denken, de wisse gar nich mit öhr speelen wollen. Sei denke ok dran, dat sei en ganzen Vormiddag ohne Mama is.

Da kieke Mama in’t Kinnerzimmer. „Kathy, wat is? Wi möt los!“ Kathy nehme öhrn Stoffhund Wuffi, öhr leiwestet Kuscheldier. Ganz feste drücke sei ne an sick un säjje: „Ick kann nich in Kinnergaren. Wer sall denn op Wuffi oppassen?“ „Nimm ne doch midde“, slage Mama vor. „Hunne sind in Kinnergaren nich erlaubt“, belehre sei Kathy. Mama kieke deipdenkernd op Wuffi un meine: „Da haste Recht. Hunne sind in Kinnergaren nich erlaubt. Wettste wat? Wi nehmet Wuffi midde un fraget, op viellichte grade in den Kinnergaren von Fru Kinnermann Hunne erlaubt sind.“

Katy trecke sick ganz piano de Jacke an un nehme de nie’e Kinnergarentasche. Wuffi klemme sei undern Arm. Se kamen den Kinnergaren immer näher, un Kathy ging immer langsamer. Aber denn wörren se doch anekomen. Fru Kinnermann teube all op Kathy un begrüße sei fründlich.

Mama frage glieks: „Säjjet sei mal, Fru Kinnermann, sind in düssen Kinnergaren ok Hunne erlaubt?“ „Hunne?“ frage Fru Kinnermann entsett. „Nienich!“ Doch denne besinne sei sick un säjje: „Na, ja, et kummt op den Hund an. Döre ick dienen mal seihn?“ Kathy tüstere Wuffi in’t Ohr: „Bitt de Tante in Finger!“ Dat make Wuffi aber nich. Hei was en Stoffhund, de nich tau’n Bieten da was, sonnern tau’n Kuscheln.

Fru Kinnermann strakel ne un kuschele en betchen mit öhne. Denn säjje sei: „Düt is ja en ganz besunnerer Hund. Ick glöbe, da kann ick woll ne Utnahme maken. Düsse Hund is vor’n Kinnergaren jeeignet.“ Un denn wiese sei Kathy den Haken, wo sei öhre Jacke un de Kinnergarentasche ophängen konne. Kiek hen, ober düssen Haken was en Bild mit’en Hund, de Wuffi bannich ähnlich seih.

Mama vorafschiede sick, un Fru Kinnermann stelle Kathy de annern Kinner vor. Kathy beslute, de alle doof tau finnen. Sei rücke en Stauhl in’e Ecke hindern Schapp un sette sick dal. Wuffi harre sei ganz feste in Arme. Veele Kinner komen un wollen mit öhr speelen, aber Kathy kieke gar nich op. Sei kieke blots an de olle Schappwand. Puu, was dat langwielig!


Op’en Mal stund de dönsche Ferdi vor öhr un wolle öhr Wuffi wechnehmen. Kathy zische öhne an: „Poten wech, de bitt!“ Man sall et nich glöben, Ferdi vorfehre sick un ging en paar Schritte trüchars. Aber denn lache hei vorächtlich: „Ha, dat is man blots en ganz blöden Stoffköter. Stoffköter könnt gar nich bieten!“

Da mische sick Lea in un tüstere jeheimnisvull: „Düsse Stoffhund kann dat. Nich, Kathy? Wenn du dat Zauberwort säjjst, ward hei riesengroot un fritt dönsche Bengels.“ Kathy wolle wat säjjen, aber Ferdi raupe: „Säjje dat nich, dat Zauberwort! Ick will dienen Hund gar nich!“ Hille vorkrupe hei sick in’e Buu’ecke.

Lea trecke sick en Stauhl ran un sette sick neben Kathy. „Wett’ste, de dönsche Ferdi hat bannich Bange vor Hunne. Sogar, wenn Herr Schmidt mit sienen seuten Dackel Bienchen de Straate lang kummt, bölket Ferdi los un haut af.“ Kathy moßte lachen. Wie ofte harre sei all Bienchen estrakelt. De lüttje Dackel was jenauso artig as Wuffi.

Lea säjje nu: „Sall ick mal Herr Schmidt un Bienchen for dick malen?“ Malen! Klar, dat make Kathy ja oberhaubt an liebesten. „Gu’e Idee! Un ick male denn, as de dönsche Ferdi for Bienchen wechlöppt.“ Denn malen de Mäken. Immer wedder moßten se beide lachen un knickern. Ferdi un Bienchen, ja, ok Herr Schmidt wörren wahrhaftig elungen.

Kathy was ganz oberrascht, as mit’en Mal Mama in’e Dör stund un sei wolle afhalen wolle. Sau hille was de Tiet in Kinnergaren henegahn! As sei öhre Jacke antrecke, raupe sei Lea tau: „Bet morjen. Denn malt wi en Bild von Wuffi.“ Fru Kinnermann säjje noch: „Vorjitt blots nich, dienen Hund morjen middetaubringen!“

Un wer niepe henekieket hat, hat ok eseihn, dat Wuffi vorgneucht mit sien Stummelsteert wackele.

Up Huchdütsch is et hier tau lesen.

Wenn Hänne spreket

Jistern harre et Bindfäden erejent, aber hüte schient Sunne all wedder ut alle Löcker. Fritze aalt sick in warmen Sonnenschien op de Bank vor sienen Huus. Da kummt sien lüttje Fründ Florian anesprungen. Mit en Taschendauk, sau groot as en Beddelaken, wischet Fritze de Bank noch en betchen dröje. Nu kann sick Flori ok hensetten. „Na, wat hast du denn jistern bie düsse Sauwitterunge anefongen“, fraget Fritze. „Wat schon? Ick häbbe vor de Glotze eseten.“ „Un wat hast du eseihn?“ Flori oberlejjt. „Da fragest du mick wat. Doch teuf mal. Da hätt se wat ober ne Schaule ebrocht, da reden de Kinner gar nich mitenanner, De sind egale weg blots mit de Hänne un Finger tau Gange. Dat is de öhre Sprake. Un dabie lehrt de Lesen, Schrieben un Mathe. Wie dat woll geiht?“

Fritze wett Bescheid. „Un op dat geiht! Bie uns in de Naberschaft wohnt en Mäken, dat in sau’ne Schaule geiht. De is ganz dicke mit de Lena bie uns nebenan. As et tau de Fründschaft ekomen is, mot ick dick vortällen:

Up Huchdütsch is et hier tau lesen.

Ohne Wöre

Na, dat ward ja Tiet! „Dat Möbelauto kummt, Mama, dat Möbelauto!“ röppt Lena operejet un rennt von Balkon in de Köke un wedder retour. „Teddy, sühst du all dat lüttje Mäken, dat da jejenober in de Wohnung intrecket?“ Woll nich. Jedenfalls wacket Teddy mit en Koppe. Lena zerrt ne op de Balkonbrüstung. „Kiek, da unde, dat Auto. Hinde in Kinnersitz, dat is dat Mäken, mit dat wi nu speelen könnt. Mama! Mama!“

As Mama kummt, sind de nie’en Mieter all utestejen. De Mann besprickt sick mit de Möbelpacker, de Fru hilpet en lüttjet Mäken in Lenas Ölder ut dat Auto. Lena zappelt un winket. „Huhu, hier oben!“ Dat Mäken kieket nich op. Lena brüllt ut vullen Halse: „Hallo, hier oben bin ick!“ Aber dat Lüttje da unne kieket immer noch nich.

Blots öhre Mudder winket fründlich taurüjje. Da kieket ok dat Mäken hoch un lächelt sau’n betchen vorschamt. Lena röppt wedder: „Ick bin Lena, un wie heits du?“ Dat Mäken kiekt blots öhre Mudder an. De fuchtelt nu sau komisch mit de Hänne in de Luft rumher. As sei damidde fertig is, maket dat Mäken ok sau ne Sparenzchen. Lena treckt en Flunsch. „Blöde Kauh! Säjjt einen nichmal, as sei heiten deit.“ „Ach, Fäulein Unjedür, nu teuf doch erstemal af. Dat Kind is doch noch ganz fremd hier“, begeuset Mama öhre Lena.

Lena klemmt Teddy undern Arm, schnappet sick de Schüppe un den Sandemmer un trampet vorarjert na butten. Sei sett sick op den Rand von de Sandkiste un schüppet den Sand von eine Siete op de annere. Immer wedder kieket sei in Richtung Möbelauto. Ok dat Mäken riskeert af un an en Ooge na Lena rober. Un denn drepet sick öhre Blicke. Dat schu’e Lächeln wieset sick wedder, un ok Lenas mürrischet Jesichte hellt sick op. Sei röppt: „Kumm her, kannst middespeelen!“ Dat Mäken kummt un sett sick tau Lena. De plappert gliek dropp los: „Hier, dat is mien Teddy, Ick heite Lena, un du?“ Dat Mäken bekieket sick den Teddy, säjjt aber nißt. Da buut sick Lena energisch vor sei op un säjjt mit Nadruck: „Haste nich jehört? Ick heite Lena, un wie heitst du?“

Dat Kind kieket niepet op Lenas Lippen un säjjt den langsam un en betchen afsunnerlich: „Anna“, un kloppet sick dabie op öhre Bost. Denn wieset sei op Lena: „Du Lena?“ Wedder düsse komische afjehackte Sprake.


Da kummt Annas Mudder un fröjjt: „Na, ji Beiden, wie wörre dat denn mit en Ies?“ Sei höllt de Kinner twei Lutsche-Ies entjejen. Anna lejjt öhr Ies sachte op de Sandkiste un fänget an, as dull mit de Hänne tau wedeln. Öhre Mudder ok. Lena kieket vull Unvorstand von einer tau annern.

Dat market de Mama von Anna un vorklart: „Ja, Lena, dat hier is Anna öhre Sprake. Sei kann nich hören. Un wenn’en nich hören kann, lehrt’en ok dat Spräken nich“. „Denn kann Anna gar nich hören, wenn ick wat säjje? Un ok nich antwören?“ Lena fröcht dat ganz leise un bedeppert.

Mama lacht: „Nee, nee, sau is dat ok nich. Wenn du Anna wat vortällen wutt, denn moßt du dick sau henstellen, dat sei diene Lippen seihn kann. Wenn du fein langsam un dütlich sprickst, kann sei an diene Lippen seihn, wat du säjjst.“ Lena haalt deip Luft. „Denn hört Anna mit de Oogen? Aber wenn ick sei wat frage, kann sei ja nich antwören.“ Mama vorklart wieder: „En betchen kann Anna reden, aber et maket sei veel Mäuhe, de Wöre ruuttaubringen. Da mosste en betchen Jedür häbben.“


Anna lacht un fuchtelt wedder mit de Hänne. Mama nicket. „Un wat was dat“, föjjt Lena. „Anna säjjt, dat sei sick freut un jern mit dick speelen will.“

Lena treckt de Stirne kruus. „Dat is wat: mit de Oogen hören un mit de Hänne spreken.“ Sei stellt sick vor Anna hen nun säjjt ganz langsam un dütlich: „Kannst du mick dat ok biebringen?“ Anna nickköppt. „Fein“, freut sick Lena, „ick bringe dick miene Sprake bie un du mick diene. Dat ward en Spaß!“

Un denn sett se sick beide mit Teddy op den Sandkistenrand un lecket öhr Ies.

Up Huchdütsch is et hier tau lesen.

Irjend wat kann jeder

„Na, Flori, Schaularbeiten fertig?“ fröcht Fritze, as Florian sick tau öhne op de Bank sett. „Gott lof! Hüte harren wi ganz sware Matheopgaben, aber ick häbbe et taurechte brocht un ok noch mien Fründ Fred ehulpen.“ Fritze kloppet ne op de Schulder. „Recht sau, man mot hilpen, wenn einer Hilpe bruket.“ „Aber et jift ok wecke, de is nich tau hilpen. De sind tau nißt tau jebruken.“ Fritze schüddelt den Kopp. „Dat kann ick mick nich vorstellen. Irjendwat kann jeder.“ „Nee“, widdersprickt Flori, „wi hätt ein in de Klasse, de Eddi, de kann aber ok gar nißt. Nich richtig lesen, bie’t Schrieben wimmelt et blots sau von Fehler, un Mathe kann hei all gar nich. Ok tau’n Fautballspeelen is hei tau detsch. De begriepet nich, wo hei stahn mot, wat en Afseits is, un denn hat hei hüte noch twei Eijendore rinnesemmelt.“ Fritze denkt na. „Un du meinst, hei kann gar nißt?“ „Doch, hei kann Klavier speelen. Aber wer bruket dat schon?“ winket Flori af.

Fritze zuckt mit de Schuldern. „Wer wett, wer wett. Da fallt mick ne Jeschichte in, de ick as Kind in mien Lieblingbauk eleset häbbe. Dat was en Märeckenbauk. Da was ok ne Jeschichte ober Wichtelkinner un wat de allet opestellt inne. Willste de Jeschichte hörn?“ Flori denkt bie sick: „Wichtelkinner! Sau’n Babykram!“ Aber hei will sienen Fründ Fritze nich vorarjern un nickköppt. Fritze vortällt:

Up Huchdütsch is et hier tau lesen.

Drömmel-Dodi

De Waldwichtelschaule was for hüte ut. De lüttjen Wichtel stunnen um Kalle rum, de grade bölke. „Wie kann en Wichtel blots sau detsch sien un nich wetten, dat drei un drei sess un nich nejjen sind!“ De nasewiese Leni sette noch einen drop: „Mal ehrlich, dat Wort ,Waldwichtel’! Wald hinde mit twei t un Wichtel in de Midde mit ie!“ Öhre Wichtelfründin Jule knickere: „Dat kann blots einer: use Drömmel-Dodi!“ Dodi säjje gar nißt. Hei kieke vorschamt op siene Schauhspitzen.

„Los, Frünne, lat uns Vorsteeken speelen“, schlage Kalle vor. Au ja, dat make Spaß. In Wald jebe et sau feine Vorstecke. Alle finden öhr Plätzchen, ok Dodi. As Jule, de seuken moßte, an Boom bet teihn etällt harre, loope sei los. Dodi raupe all von wieten: „Jule, hier her! Hier bin ick!“ Immer dat Sülbije mit Drömmel-Dodi. Hei wolle un konne woll nich dat Speelrejelemank vorstahn. De Kinner was de Spaß an Seukenspeelen vorgahn.

Aber Kalle falle all wedder wat Nie’et in. „Lat uns an den lüttjen Beek en Damm bu’en un dat Water anstauen. Mal seihn, wat da allet tauhoope kummt!“ De Wichtelkinner seuken Twieje un Steine un schuffeln Dreck an. Et ginge ja veel hiller, wenn Drömmel-Dodi nich immer in Weje rumherstund. Endlich konne ok hei en paar Steine op den Damm lejjen, de fast fertig wörre. Da kam hei in’t Böckeln un falle – platsch – in den Beek. Justemank op den schönen Damm. De was nu hen. All de Arbeit for ümmesüss. De Kinner schimpen op Dodi in, de quiddernatt da stund. Kalle bläke ne an: „Make, dat du weg kummst, Drömmel-Dodi. Du bist aber ok tau gar nißt tau jebruken!“

Dodi slieke davon. Hei sette sick op en lüttjen Erdhuupen an Waldranne. In siene natten Klamotten was et ne bannich hudderich. De warme Sunne dat ne woll. Hei huule bittere Tranen. Un as hei keine mehr harre, krieje hei sau richtig Brast. Düsse Flansnuten! Flansnuten? Dat was ja en feinet Schimpewort. Dodi denke na. Et fiele ne immer mehr schlimme Wöre in, as biespeelswiese Swienebacke, Schaapsköttel, Matzbläke, Schlappohr, Aapenschwanz. Dat allerschlimmste Wort harre hei for Kalle: Hosenschieter. Au weia, wenn dat siene Wichtelmudder höre! Piepegal!

Dodi stiefele mit siene Wut in Buuk trüch tau de annern Wichtelkinner. De harren sick grade ne wunnerbare Bude ut Holt ebuut un bekieken stolt öhr Wark. Dodi make dicke Backen un bölke, wat de Lunge herjebe all de schlimmen Schimpewöre, ok dat ganz schlimme: Hosenschieter. Denn trampe hei de Holtbude in Grund un Bodden. De Kinner wörren entsett. Kalle kam op ne tau un brülle: „Vordamte Drömmel-Dodi, nu is nauch. Jetze haue ick dick winnelweik!“


Doch da stolpere hei un falle, sau lang oder besser: sau kort as hei was, hen. In den Oogenblick suse de Dackel Waldmänne von Förster Flintenschreck ut Jebüsch un stelle sick ober Kalle. Nu is ja en Dackel kein grotet Undier, aber for en lüttjen Wichtel riesig. Waldemänne knurre bedrauhlich. Kalle kniepe de Oogen tau un teube drop, dat Waldemänne taubiete. De annern Wichtelkinner wörren davonestört un vorstoken sick in de Büsche oder wörren op en Boom eklempert.

Dodi wolle ok wechloopen, aber siene Fäute wörren as anewörtelt. In siene Angst spektakele hei all de Schimpwöre un säjje tau Waldemänne saugar Hosenschieter. De Dackel lejje de Dackelstirn in Falten, denn klappe hei de Schlappohren in, kniepe de Schwanz twischen de Hinderbeine un loope – kallewitt – davon.

Dodi stund immer noch as erstarrt. De Kinner kamen ut öhr Vorsteck un hilpen Kalle op de Beine. Hei was slowitt in Jesichte un säjje blots: „Dodi, du trust dick wat!“ Hei säjje Dodi – nich Drömmel-Dodi. Milli, de Dodi mannichmal biestund, un de Dodi destawejen besunners jern lie’en konne, drücke öhne heimlich en Seuten op un tüstere: „Cool!“

„Los, laat uns use Holtbude wedder opbu’en. Dodi, du hilpest midde. Hast se ja ok kaputtetrampet.“ Dat leite sick Dodi nich tweimal säjjen. Hei sleepe Holt ran, wußte ok jenau, as man dat lejjen moßte un wie man dat mit Weidenruuten festezurren konne. De Wichtelkinner staunen nich schlecht, un Kalle lobe ne: „Kiek hen, Dodi, dick kann man ja richtig bruken!“

Un mal ehrlich: op ein nich wett, dat drei un drei sess is oder as’en Waldwichtel richtig schrieben deit, is dat wirklich wichtig?

Up Huchdütsch is et hier tau lesen.

Sind Märecken viellichte doch wat for groote Jungens?

„Puu, is mick hüte langwielig“, muult Floir. „Mien Fründ Fred is op den Jeburtsdag von siene Oma, vor’t Schwimmbad is mick noch tau kolt. Nee, is dat langwielig!“ Fritze smüstert: „Na, na, ick bin doch ok noch da.“ „Ja, wenn ick mienen oolen Fründ Fritze nich härre!” jift Flori tau. Da fallt ne all wat in. „Du Fritze, du hast mick doch vorichte Woche ne Jeschichte ut en Bauk vortällt, wo du an liebesten in eleset hast, as du noch Kind wörrest. Erst häbbe ick ja edacht, ick bin for Kinnermärecken all veel tau grot, aber ehrlich, sau as du vortällen kannst, finde ick dat bannig spannend. Wettst du nich noch sau’n Märecken?“

Dat lätt sick Fritze nich tweimal säjjen. „Flori, hast du all mal wat von de Stadt Buxtehude ehört?“ „Klar doch, as wi vorichtet Jahr an de Nordsee fäuhern, sind wi da vorbieekoomen. Mama meine, dat hier mal en Swienejjel un en Hase um de Wette eloopen sind. Dat härre ick seihn wollen!“ Bie den Jedanken mott Flori dulle lachen, aber as de Jeschichte utgangen was, wusste hei nich.

Fründ Fritze säjjt: „Kiek an, justemank was düsse Jeschichte ok in mien Kinnerbauk. Wutt du sei hören? Na, denn pass op:

Up Huchdütsch is et hier tau lesen.

Dat Wettloopen twüschen Hase un Swienejjel

Et was en wunnerschönen Sonndachmorjen in Harwest. Der Morjenwind güng dorch de Stoppeln un de lüttje Lerecke twinkeleere an Hewen.

En Swienejjel kam daherspazeert un freue sick sau von Harten an düssen schönen Dach. Da drepe hei sienen Naber, den Hasen. Düsse was en ganz hochnäsijen Kujon. De Swienejjel säjje ne fründlich: „Gu’en Morjen“, doch de Hase antwöre nich op den Gruß un meine man blots höhnsch: „Wie kummt dat denn, dat du all an fräuhen Morjen hier in de Feldmark rumherlöppst?“ „Ick gah spazeern, as du“, gaf de Sweinejjel fründlich tau Antwort. „Spazeern?“ lache de Hase, „Dat laat man blieben, süss sau nutzest du diene krummen Beine af. Sünd ja all kort enauch.“

Nu konne de Swienejjel allet vordragen, aber op siene wunnerschönen Swienejjelbeine leit hei nißt komen. „Du bildst dick woll in, dat du mit diene Stackelbeine mehr utrichten kannst?“ säjje hei, un de Hase antwöre: „Dat will ick woll meinen.“ Dabie kieke hei wolljefällich an sick dal.

„Hm“, griene da de Swienejjel, „dat käme op en Vorseuk drop an. Wi sollt mal um’e Wette loopen. Da werd wi ja seihn, wecke Beine hiller sünd.“ „Gut“, stimme de Hase tau, „ümme wat willt wi denn wetten?“ „Ümme en güllenen Daler un ne Pulle Sluck“, slage de Swienejjel vorr. De Hase was et taufreen, un se maken ut, sik in’e lüttje halwe Stunne op den Stoppelacker tau drepen.

Swinne iele de Swienejjel na Huus. „Fru“, reip hei, „make dick parat, ik will mit’en Hasen um’e Wette loopen. Et geiht um en güllenen Daler un ne Pulle Sluck.“ „Mann“, reje sick de Swienejjelfru op, „du büst ja woll nich ganz bie Sinnen! Jejen den Musche Langbein kannst du doch nich jejen anloopen.“ „Ick nich, aber wi beide tauhoope jewiß“, griene de Swienejjel. „Paß op, wat ik dik säjje: ick gah mit den Hasen an’n Start, und du stellst dick in’t Ziel. Kummt de Hase nah dick, röppste blots: „Ick bin all da!“ Wi seiht uns sau ähnlich, dat uns de Dölmer nich utenannerkennt.“ De Fru nickköppe un güng midde.


Balle drepen se den Hasen an’e vorabredete Stee. De Hase tälle bet drei, un se leipen los. De Swienejjel leip aber man blots en kortet Stücke, denn maake hei kehrt un sette sick komodich in’e Foore. De Hase aber jachtere as dull ober den Stoppelacker. As hei nu meine, as Sieger dorch’t Ziel tau loopen, reip ne de Swienejjelfru entjejen: „Ick bin all hier!“

De Hase krieje tellergrote Oogen. Dat konne doch woll nich mit rechte Dinge taugahn. „Lat uns nochemal loopen“, säjje hei, un de ganze Spijök fung von vorne an. Un jedet Mal, wenn de Hase meine, hei härre et eschaffet, was de infamichte Bengel von Swienejjel all da. Dat gung sau lange hen un her, bet de Hase den Swienejjel vor de Fäute falle. Hei konne nich mehr. De Swienejjel sacke vorgneucht sienen Daler un de Pulle Sluck in un make sick mit siene Fru en schönen Sonndach.

Seit düssen Dach is et keinen Hasen wedder innefallen, mit en Swienejjel um de Wette tau loopen. De Moral von de Jeschichte is: Un wenn en sick noch sau vornehm dücht, soll’n sick nich obern annern lustig maaken. Un de Jeschichte lehrt uns datau: et is immer gut, wenn’en sick ne Fru ut sienen Stanne friet. Wer also en Swienejjel is, mott tauseihn, dat ok siene Fru en Swienejjel is.

Up Huchdütsch is et hier tau lesen.

Quelle: Grimms Märchen – plattdeutsch nacherzählt Ilse Köhler.

Rate mal!

„Fritze, wat maket wi hüte?“ „Och, Junge, mick fallt nißt in. Ick bin hüte en betchen malade. Oberlejje du dick doch mal wat!“ Florian kiekt sienen Fründ vull Sorje an. „Du warst mick doch woll nich krank?“ „Nee, nee“, begeuset ne Fritze,“ ick häbbe noch half in de Nacht Fautball in Fernsehn ekieket. Dabie häbbe ick mick sau operejet, dat ick nich in Slaap ekomen bin. Nu bin ick en ganz dulle mäuh, aber wenn ick mick jetzt en henlejje, kann ick in de Nacht wedder nich slapen.“

„Na, wenn et blots daran lijjen deit, denn bin ick beruhigt“, säjjt Flori erleichtert. „Wettst du wat? Ick jebe dick Rätsel op un du mosst se raten.“ Dat is en gu’en Vorschlag un höllt de mäuhen Fritze wach.

„Pass op, hier dat

Rätsel Nr. 1: Wat is, wenn de Schosteinfejer in Snei fallt?

Rätsel Nr. 2: En ganzet Huus vuller Eten, de Dör aber vorjetten.

Rätsel Nr. 3: Wie kummt de Hase ober den Barch, wenn et rejent?

Rätsel Nr. 4: Wer hat Oogen un kann nich kieken?

Rätsel Nr. 5: Wo lijjet de Hase an wärmesten?

Rätsel Nr. 6: Et is mien Eijen, aber annere Lü’e bruket et veel mehr as ick.

Rätsel Nr. 7: Wecket Bein kann nich loopen?

Rätsel Nr. 8 Wecke Abend fänget all an Morjen an?

Rätsel Nr. 9: Wat is fartig un ward doch jeden Dag emaket?

Rätsel Nr. 10: Tweibein sat op Dreibein, da kome Veerbein un wolle Tweibein bieten. Da nahm Tweibein Dreibein un dä Veerbein smieten.

Fritze oberlejjet un oberlejjet. „Minsche, Flori, ick mot taujeben: ick kome einfach nich dahinder. Dat is aber ok tau swar. Hilpe mick mal!“

Flori lacht: „Wenn et sau is: hier is de Oplösung: Nr. 1: Winter – Nr. 2: das Ei – Nr. 3: natt – Nr. 4: de Kartuffel – Nr. 5: in de Bratpanne – Nr. 6: mien Name – Nr. 7: dat Stauhlbein – Nr.8: de Sünnabend – Nr. 9: dat Bedde – Nr. 10: De tweibeineije Schauster sat op sien dreibeinijen Schemel. Da kome de veerbeinije Hund un wolle den tweibeinijen Schauster bieten. Da nehme de tweibeinije Schauster den dreibeinijen Schemel un dä den veerbeinijen Hund damidde smieten.“


Up Huchdütsch is et hier tau lesen.

Quelle: Rätsel teilweise aus dem Plattdüütsch Kinnerbauk von Wilhelm Sandfuchs und Robert Thiele.

Schaule nervt!

Florian kummt ut de Schaule. As hei Fritze, as immer, op de Bank andrippt, smitt hei brastig siene Schaultasche in de Büsche un lätt sick op de Bank fallen. „Dunderlüttjen, Flori, du hast ja ne Laune. Wat hat dick denn sau vorarjert?“ fröcht Fritze vorwunnert. „Na, wat woll? De Schaule mit samt öhre dösijen Kanters!“ „Klar, wat ok süss?“ Fritz wett Bescheid. Trotzdem fröcht Fritze na: „Un wie hätt dick Schaule un de Kanters sau op de Palme ebrocht?“

Flori angelt de Schaultasche ut de Büsche, kramet dainne rumher, haalt dat Inglischheft ruut un klatschet et Fritze in de Hand. Fritze bläddert, un da steiht sei: ne glatte Fief in de Vokabelarbeit. „Woll keine Vokabeln elehrt, wat?“ fröcht hei vorsichtig. Flori blafft retour: „Inglische Vokabeln! Hör mick op! De bruket kein Minsche. Un wenn du mick fragest, de Schaule ok nich. En ganzen Dag frie, dat wörre en Leben.“

Fritze schüddelt nadenklich den Kopp. „Na, op dat nich ober kurz oder lang öde ward? Kennst du Britta ut de Middelstrate?“ „Kenn ick. De is eine Klasse under mick. Un wat is mit de?“ will Flori wetten. „As sei in’t tweite Schauljahr was, wörre sei ok bannig mit de Schaule dorch. Un dat kam sau:

Up Huchdütsch is et hier tau lesen.

Nienich wedder Schaule

Britta kummt von de Schaule. De Schaultasche kriejjt en Tritt, dat de Bäuker ruutfallt. Mama wunnert sick: „Wat is nu denn passeert?“ Öhre Dochter brüllt: „Ick gah nie wedder na Schaule! In Leben nienich wedder!“ „Wiesau dat?“ will nu ok Papa wetten. Britta fischet ut den Bäukerhuupen öhr Matheheft ruut un knallt et op en Disch. Papa bläddert dainne. Denn ward hei fünnig: „Oh, in de Mathearbeit ne glatte sess. Wie kummt dat denn?“ „Wie woll?“ muult Britta. „Destawejen, weil use Kantersche, Fru Bering, doof un bekloppt is!“

Papa kiekt Mama an. „Du sast woll Recht häbben“, jifft hei tau, „de Fru Bering mott bannich doof sien, wenn de jüch biebringet, dat, as hier steiht, achteihn un veer söbenuntwintig oder ok einendrittig minus fief nejjenteihn is. Hast du sauwat all belebet, Mama?“ Mama schüddelt den Kopp. „Is ja nich tau glöben! Wenn’en sau ne bekloppte Kantersche hat, dä ick ok nienich in Leben wedder in de Schaule gahn.“

Britta kieket von Mama na Papa. Meint de dat ernst? Mott woll! Mama geiht wedder in de Köke un Papa leset in Blatte. Den ganzen Abend fallt kein Wort mehr ober de Sess in Mathe. Blots as Britta na en Bedde gahn will, säjjt Mama sau ganz nebenher: „Britta, du kannst ja morjen utslapen. Fräuhstück moßte dick denn sülbens maken. Papa un ick sind, wenn du opsteihst, all na Arbeit.“

Britta kann erst gar nich inslaapen. Wat ward dat for en Leben! Opstahn, wann sei will, en ganzen Dag speelen. Tau schön! Na, ja, fräuhstücken ohne Mama un Papa? Ganz schön unjewohnt. Dafor hat sei nu den ganzen Dag frie un kann maken wat sei will. Da kummt sei leise Twiefel. En ganzen Dag speelen? Aber mit wen? Alle öhre Fründinnen, ok öhre beste Fründin Maja, sind in de Schaule. Vorflixt un taujenaiht! In de nächste Woche hat Britta Jeburtsdag. Wo sallt de Gäste herkoomen, wenn sei in de Schaule nich de Inladungskarten vordeilen kann? Ach, Quatsch, warum sick sauveel Jedanken maken.


Britta kann un kann nich in Slaap komen. Immer wedder geiht sei kruse Jedanken in Koppe rumher. Middag is sei ja ok alleene. Utjerechnet morjen jift et in de Schaule öhr Lieblingseten: Nudeln mit Tomatensoße un hinderdorch noch Schokopudding. „Erst gar nich ober nahdenken“, sächt sick Britta. Aber dat is man gar nich sau lichte. Da fallt sei nämlich noch wat in. An Friedag maket öhre Klasse en Utflug. Justemank in den Zoo. Un dabie harre sick Britta all sau op de possierlichen Erdmännecken efreut. Un denn de grote Speelplatz in Zoo. Britta un Maja harren sick doch besproken, dat se op de lanke Rutsche tausamme rundermaken willt.

Irjendwann is Britta denn doch ineslapen. Sei drömmet davon, dat sei an de Schauldör rackelt un kriegt sei partout nich op. Drinne hört sei öhre Fründinnen lachen un gnickern, un sei steiht butten alleene. Denn ruket et sau fein na Eten. Puu, un koolt is et Britta ok.

Da wakt sei op. De Taudecke lijjet op en Bodden. Ut de Köke duftet et na frischen Toast un jebra’ene Eier. Britta kieket op de Uhr. All Klocke sebbene. Sei suset ut en Bedde un röppt: „Mama, du hast mick ja gar nich ewecket!“ Mama kieket sei vull Staunen an: „Aber Britta, du kannst doch utslapen. Wo du doch nienich wedder na Schaule wutt! Aber wenn du nu all op bist, kannst du ja ok mit uns fräuhstücken. Gah man noch in’t Bad.“ Dat lätt sick Britta nich tweimal säjjen. Mal ehrlich: sau hille harre sei sick noch nienich ewuschen un de Tähne putzet. Un da sitt sei all fix un fartig anetrecket an Fräuhstücksdische.

Grade hat sei sick dat tweite Toastbrot esmeert, da kloppet Maja an’t Finster un röppt: „Hallo, Britta, make hen, wi mött na Schaule.“ Ohne sick grot tau besinnen, snappet sick Britta de Schaultasche un is mit „Tschüüs“ tau Dör ruut.

Mannichmal mott man sick wunnern. Fru Bering, de doofe Kantersche, hat bannig datau elehrt. In de nächste Mathearbeit hat Britta nich einen Fehler.

Up Huchdütsch is et hier tau lesen.

Wat man in de Ferien allet maken kann

Flori röppt all von wieten Fritze tau: „Hurra! Endlich Ferien!“ „Na, nu sett dick erstemal dal. Wat makest du denn mit de veele frie’e Tiet?“ will Fritze wetten. „Tja, Fritze, wi werd uns woll in de nächste Tiet nich veel seihn. Erst fäuhere ick na Oma un Opa veerteihn Dage un denn nochemal drei Wochen mit Mama, Papa un Lotta na Spanien. Stell dick vor: ut de Reise na Spanien wörre um en Haar nißt eworden, weil Mama kein Urlaub kriejen solle. Ferien un denn tau Huuse. Na, dat wörre ja nich grade spannend.“

„Och“, meint Fritze deipdenkernd, „kummt immer drop an, wat man daruut maket. In use Naberschaft wohnt ne Familie, de sick Urlaubsreisen einfach nich leisten könnt. De Junge, dat is Niklas, wörre destawejen dulle truurig, aber sien Vader hat sick wat infallen laaten. Vielichte kannst du von düsse Ideen ok wat bruken:

Up Huchdütsch is et hier tau lesen.

Ferienabentü’er

Et bimmelt, un dat tau’n letzten Mal. Et sind nu Sommerferien. De Kinner staht in lüttje Pulks tauhoope un freut sick ober öhre Zeugnisse oder schimpet ober de Unjerechtigkeiten von de Kanters, de da de eine oder annere schlechte Note rineschreben hätt. Niklas hat nißt tau bemängeln. Hei hat, as immer, en besunnert gu’es Zeugnis.

„Wat makst du in de Ferien Nicki?“ fröcht sien Fründ Michael, „wi maket ja mit en Fleijer op de Kanarischen Inseln!“ Un schon raupet se alle dorchenanner. Mal geiht et in de Barje, mal an de See, mal op en Reiterhoff oder na de Grootöldern, de in Amerika lebet. Niklas blifft stumm. Michael lejjt ne de Hand op de Schulder un säjjt leise: „Ji fäuhert woll nich in de Ferien, wat? Arjere dick nich. In twei Wochen bin ick wedder retour, un denn hätt wi noch veer Wochen, wo wi dulle wat undernehmen könnt.“

Ja, Michael is wirklich en gu’en Fründ. Hei vorsteiht Niklas. For ne Urlaubsreise is bie Niklas Öldern nißt ober. Vader is all en halw Jahr arbeitslos. Mudder sitt oft bet abend spät an de Supermarktkasse. Sei lätt sick nich anmarken, dat öhr Rüjjen da all lange nich mehr middespeelt. Dat soll natürlich keiner in de Familie middekriejen, aber Niklas kann sei nißt vormaken.

Als hei na Huuse kummt, is Mudder all da. De Dokter hat sei wejen öhre Rüjjenweihdage krankeschreben. Niklas wieset sien Zeugnis. Wat lüchten da Mamas Oogen. Ok Papa maket sick ut sien Fernsehsessel hoch un kloppet Niklas op de Schulder. Mama fröcht: „Wat makeste denn nu de ganzen sess Wochen tau Huuse? Haste dick all mit Michael voraffredet?“ Niklas schüddelt en Kopp un säjjt blots: „De fleijet morjen mit siene Öldern in en Süden,“ un geiht in sien Zimmer. De Öldern kieket sick bedropen an.

An Abend säjjt Papa mit’ en mal: „Ick wett, wat wi in de Ferien maket.“ „Un wat solle dat sien?“ fraget Mama un Niklas as ut einen Munne. Papa smüstert for sick hen: „Lat jüch oberaschen!“ Wann hat Papa dat letzte Mal esmüstert?

An annern Morjen ward Niklas unsanft ut en Slaap eretten. As hei de Oogen opmaket vorjaget hei sick nich schlecht. Papa steiht da, dat Jesichte bunt anemalt. Hei röppt: „Ruut ut Bedde! Hüte is Indianerdag. De Bleikjesichter sind hinder uns dorch!“ Niklas vorsteiht nich ganz, wat dat wern sall, aber trecket sick hille an. „Fräustücken daut wi in de Prärie. Mudder hat uns all dat Büffelfleisch un Fü’erwater inepacket. Wi möt blots noch na Buer Meins un uns Feddern halen for usen Koppschmuck.“ Niklas sticht vull in: „Jawoll, un denn maket wi de Bleikjesichter Beine. De sallt sick schon for uns gruulen.“

Tauerst mott hei sick natürlich noch de Kriegsbemalung as Papa taulejjen. „Sau is recht, schneller Hirsch. Dat ward den groten Manitou jefallen.“ Niklas lacht: „Ick schneller Hirsch – du ooler Büffel.“ Un denn trecket se los. Erst mött de Feddern besorjet und Koppschmuck emaket wern. Dana geiht et ruut op de Wiesche an den lüttjen Beek. Hier staht Weiden. De oole Büffel schnitt Twieje af in wieset den schnellen Hirsch, as en dadruut en Flitzebogen un Piele maket. Damidde scheit se op ne oole Dartschiebe. Da is de schnelle Hirsch veel treffsicherer as de oole Büffel.

Man maket sick op Spurenseuke. Hier find’en Bärentatzen, da mott ne grote Büffelherde ober de Prärie emaket sien. De beiden Indianer seuket allerhand Kruut un Planten for de Medizinfru in Huuse. Mal lijjet de Rothäupte in’t hohe Gras un beobacht de lüttjen Krabbelkäwer, Buer Meints siene Käuhe un de Vöggel an Hewen. Twischendorch mott’en sick stärken. Dat Büffelfleisch entpuppt sick as dicke Wostbrötchen un datau Appelsaft. Lecker!

An Abend komt de beiden Indianer kröppellahm, aber vorgneucht, as all lange nich mehr, na Huuse. Se sitt mit de Medizinfru op en Balkon un kiekt, as de Sunne undergeiht. Wat hätt de Beiden tau vortällen. Niklas hojant: „Un wat maket wi morjen?“ „Dat bespräket wi denn,“ vorsprickt Papa.

An annern Dag maket Mama, Papa un Niklas tausamme en Plan for de nächsten veerteihn Dage. Nee, aber ok, wat se da allet infallt. Sau gar en Wikingerdag is dabie mit Floss bu’en un schippern op den lüttjen Beek. Einen Dag geiht Papa mit Niklas in’t Museum, wo se sick ankieken, as de Lü’e in de Steintiet elebet hätt. Papa hat allet sau gut erklärt, dat de Museumsdirektor, de dat beobacht, Papa bie Siete nimmt un fröcht, op hei nich Lust härre, in Museum mit Kinner tau arbei’en? Papa hat sick denn um de Stidde ok beworben. Viellichte klappet et ja. Op jeden Fall was de Steintietdag na den Museumsbeseuk wedder wat ganz Besunneret.

As de Witterunge mal schlecht is, dat’en nich na butten kann, maket se en Bäukerdag. Se smökert in Papa siene oolen Kinnerbäuker und schriebet saugar sülbens lüttje Jeschichten. Ok de Speeledag is en Renner. Bie’t Mensch-arjere-dick-nich-Speel, jewinnt Niklas mehrstendeils. Datau hat Papa ne bieebrocht, as’en Schach speelt.

For Niklas is et klar: dat sind de schönsten Sommerferien, de hei bet nu belebet hat. Un wenn Michael trüch is von de Kanarischen Inseln, denn ward Niklas mit öhne dat allet nochmal maken – Indianerdag, Wikingerdag, Steintietdag, Bäukerdag, Speeledag un, un, un ...

Up Huchdütsch is et hier tau lesen.


Wo anners is et veel schöner! Oder?

„Hallo, Flori, da bist du ja wedder. Wat häbbe ick dick vormisset!“ röppt Fritze, as Florian um de Ecke kummt. „Sett dick dal un vortäll doch mal. Wie was et in Spanien?“ „Tau schön, Fritze, tau schön!“ schwärmet Florian. „Immer schöne Witterunge, man konne jeden Dag in’t Meer schwimmen. An liebesten dä ick da mien ganzet Leben blieben.“ Fritze lacht: „Dat wutt du doch woll dienen oolen Fründ Fritze nich andaun? Wie smecke denn dat utlänsche Eten?“ Flori jift tau: „Ganz ehrlich? Dat was nißt for mick, aber et gaf ja ok immer Pommes un Schnitzel.“

„Hast ok mal spansche Kinner edropen?“ „Nee, wat sall ick ok mit de anfängen? De vorstaht mick nich un ick de ok nich. Un oberhaupt, de harren noch keine Ferien. Stell dick vor, Fritze, de mött ne Uniform antrecken, wenn se in de Schaule gaht. Alle seiht glieks ut. Dat is doch woll uncool, oder?“

„Wat makest du denn mit den Rest von diene Ferien?“ „De is all vorplant. Da kummt miene Kusine Thea. Ick säjje dick, Fritze, dat is ne ulkije Nudel. De fallt immer sau vorrückte Sachen in, da kummst du gar nich op. As sei in de Osterferien da was, hätt wi biespeelswiese in mien Boomhuus eseten, an en Stock en langen Bindfaden ebunnen un da hänge en oolet Portemonnai an. Immer, wenn wer vorbie gung, hätt wi dat runderbaumeln laaten. Griepe denn einer dana, hätt wi et hille wedder roppetrecket. De Jesichter von de Lü’e härrest du seihn sollen. Dat hat sau lange eklappet, bet Herr Winkelmann mit siene Töle Brutus vorbie kome. Diese Köter hat doch tatsächlich na da Portemonnai esnappet un sau an’t Band etrecket, dat Thea um en Haar ut en Boom efallen wörre.“ Flori will sick dotlachen.

Ok Fritze mott smüstern. Denn fraget hei: „Wat maket denn ju lüttje Lotta? Hat et sei ok sau gut in Spanien efallen?“ Flori kiekt deipdenkernd. „Ick glöbe, nich sau dulle, as ick. Sei was woll froh, as sei wedder tau Huuse was un in öhren Kinnergaren gahn konne. Da is sei dat doch allet vortruut un nich sau fremd. Lotta freut sick ok all op Thea.“

„Züü,“ meint Fritze, „vortruute Umjebung, vortruute Minschen, de vortruute Familie, ja, dat hat wat. Tau dütt Thema fallt mick de Kuschelmuscheljeschichte ut mien oolet Märeckenbauk in. Wutt du de hören? Na, denn:

Up Huchdütsch is et hier tau lesen.

The free sample has ended.

Genres and tags

Age restriction:
0+
Release date on Litres:
22 December 2023
Volume:
136 p. 45 illustrations
ISBN:
9783932030741
Publishers:
Copyright Holder::
Автор
Download format:

Similar books