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Hansruedi Wipf

HYPNOSE

Hansruedi Wipf

HYPNOSE

Gesundheit und Heilung

auf natürlichem Weg

Giger Verlag

1. Auflage 2014

© Giger Verlag GmbH, CH-8852 Altendorf

Telefon 0041 55 442 68 48

www.gigerverlag.ch

Lektorat: Monika Rohde, Leipzig

Umschlaggestaltung: Hauptmann & Kompanie Werbeagentur, Zürich

Grafiken: DACHCOM.CH AG, Winterthur

Layout und Satz: Roland Poferl Print-Design, Köln

e-Book: mbassador GmbH, Basel

Printed in Germany

ISBN 978-3-905958-41-6

eISBN 978-3-907210-45-1

Inhaltsverzeichnis

Vorwort von Patrick Meyenberger

Einleitung

Fazit: Das ist ein verständliches Fachbuch für das breite Publikum!

Einige Hinweise vorab

Öffnen der Schublade!

Was ist Hypnose

Hypnose? JA, HYPNOSE!

Ist jeder Mensch hypnotisierbar?

Muss man daran glauben, damit es funktioniert?

Wie fühlt sich Hypnose an?

Wie lange dauert es, bis der hypnotische Zustand eintritt?

Wie hilft mir Hypnose?

Drei Wege, krank zu werden

Vorsichtsmaßnahmen

Ist Hypnose schwierig zu erlernen?

Missbrauch?

Angebliche Kriminalfälle

Was ist mit Bühnenhypnose?

Einige Fachbegriffe rund um die Hypnose

Definitiv falsche Wörter

Fachbegriffe in der Hypnosetherapie

Geschichte der Hypnose und Hintergründe zu Dave Elman und Gerald F. Kein

Dave Elman und Gerald F. Kein

Die vier Bewusstseinsebenen und deren Komponenten – inklusive Mind Modell

Drei oder vier Ebenen?

Das Bewusstsein

Kurzzeitgedächtnis

Wille/Willenskraft

Logisch, analytisch, rational

Der kritische Faktor

Das Unterbewusstsein

Das Langzeitgedächtnis

Der Selbstschutz

Gefühle und Emotionen

Gewohnheiten

Faul, träge und bequem

Das Unbewusste

Das Überbewusstsein

Symptome und ihre Ursachen

Wie und wann entstehen Probleme oder ISEs?

Beispiel: Die Bibliothek

Die Formel, wie ein ISE entsteht

Fallbeispiel

Muss ein ISE oder ein SSE immer schrecklicher Natur sein?

Die Bereitschaftsformel für Veränderung

Negativ Compounding: Darum nimmt es kein Ende

Positiv Compounding

Wie werden ISEs und SSEs aufgelöst?

Ausnahmen bei der Entstehung von ISEs

Sieben Tage, um Hypnose zu lernen

Drei Stunden Ersttermin

Die Hypnosetherapiesitzung

Einige Vorbemerkungen

Nähe

Ansprache

Die Wichtigkeit des Vorgesprächs

Anamnese

Vorgespräch zur Hypnose

OK – was ist nun Hypnose?

Was, wenn mein Arzt von der Hypnose abrät?

Was passiert nun in der Hypnose?

Abklärung aller noch offenen Fragen seitens des Klienten

Noch Fragen?

Wie weiß ich, dass ich hypnotisiert war?

Zusammenfassung der besprochenen Ziele und Erwartungen des Klienten

Einleitung der Hypnose und Vertiefung

Eigentliche Hypnosetherapie

Auflösen der Hypnose und hypnotisches Nachgespräch

Besprechung der Sitzung und, sofern erwünscht, weiteren Termin ausmachen

Feedback/Nachfassen, sofern notwendig

Die vier Einstellungen gegenüber Suggestionen

Ich mag die Suggestion

Irgendetwas stimmt nicht

Es bedeutet mir nichts

Ich hoffe, es funktioniert

Die sieben verschiedenen Ebenen in der Hypnose

Der hypnoide Zustand

Der Somnambulismus

Somnambulismus ist keine Konstante

Hypno-Sleep

Der Esdaile-Zustand

Was geschieht im Esdaile-Zustand?

Schmerzmanagement

Burn-out/Erschöpfung

Therapie im Esdaile?

Stecken bleiben in Hypnose

Ausgangsbasis für Ultra-Height® und Ultra-Healing®

Ultra-Depth®/Sichort-Zustand

Ultra-Height®

Ultra-Healing®

Beispiel Ultra-Height®/Ultra-Healing®

Tiefenhypnose versus leichte Hypnose

Erlebt versus erinnert

Tipps für Hypnose und Selbsthypnose

Einzelsitzungen versus Gruppensitzungen

Pauschalsitzungen versus Konzentration auf ein Thema

CDs/MP3-Files

Wer profitiert am schnellsten von Hypnose?

Warzen im Vorbeigehen

Wann oder bei wem funktioniert Hypnose nicht?

Krankheiten im Endstadium

Beispiel Schmerzen

Hypnose beim Zahnarzt

Anwendungsgebiete in der Zahnmdizin

Zahnarztphobie mit Erbrechen

Mögliche Anwendungsgebiete der modernen Hypnose

ALS – Amyotrophe Lateralsklerose

Meeresfrüchte-Allergie

Postnatale Depressionen

Notfallhypnose

Meistertitel

Ängste und Phobien

Angst vor Pferden in sieben Minuten eliminiert

Ethische Bedenken bei der Blitzhypnose

Burn-out

Emotionskontrolle

MS – Multiple Sklerose

IBS/Reizdarm

Gleichgewicht und Tremor

Frühere Leben – was ist das?

Die vier Theorien zu früheren Leben

Mutige Hypnosetherapeuten

Ein Beispiel

Gesundheitskosten senken durch Hypnose

Chronisch, unheilbar, lernen Sie damit zu leben

Religion und Hypnose

50 Jahre Hypnotherapy

Seit 50 Jahren ein Klassiker der Hypnose und Hypnotherapie

Schlusswort

Danke und Widmung

Über den Autor

Werdegang und Meilensteine

Anhang

Die HYPNOSE.NET GmbH: Produkte und Marken

Internetpräsenz und Kontakte

Hypnose, Hypnotisierbarkeit und vorher/nachher Umfrage

Weiterführende Literaturempfehlungen

Register

Vorwort

von Patrick Meyenberger

Das Jahr 2010 war ein wegweisendes Jahr für mich. Ich befand mich im fünften Jahr nach meinem Studienabschluss an der Universität Bern und hatte ausreichend Berufserfahrung gesammelt, sodass ich das zahnmedizinische Schaffen mit fundierter Routine bewerkstelligen konnte – solange alles im normalen Rahmen lief. Immer wieder aber stieß ich an meine Grenzen, wenn seitens der Patienten Ängste oder unkontrollierbarer Würgereiz ins Spiel kamen oder Kinder sich einfach nicht fokussieren konnten und ein kontrolliertes Arbeiten fast verunmöglichten. Ich gebe zu, dass ich immer schon eine Art Flair für solche Patienten gehabt habe. Irgendwie zog ich sie fast magisch an, und es gelang mir auch oft, mit viel Reden und einer einfühlsamen Arbeitsweise, diese Menschen zahnmedizinisch behandeln zu können. Das Arbeiten mit solchen Patienten kostete aber immer enorm viel Zeit und Energie. Nach solchen Sitzungen war ich als Behandler oftmals verausgabt und hätte mir gern anschließend eine Stunde Pause gegönnt. Wir konnten zwar zu jener Zeit sehr schwierige Patienten im Spital in Vollnarkose behandeln und danach waren die Zähne dann in Ordnung, aber die ursprünglichen Probleme, wie die Angst vor dem Zahnarzt blieben bestehen. Ich wünschte mir, es gäbe noch eine andere Möglichkeit, Hilfe anbieten zu können.

Fasziniert von der Möglichkeit, Menschen mit mentaler Arbeit helfen zu können, war ich schon vor Studienbeginn. Ab und zu stolperte ich über den Begriff »Hypnose« und kaufte Bücher oder besuchte Kurse, aber es blieb immer eine ungreifbare Materie. Entweder konnte ich anschließend nicht wiedergeben, was Hypnose denn nun wirklich ist oder was nun genau geschieht, oder die erlernten Induktionsmethoden dauerten derart lange, dass sie für den hektischen Praxisalltag schlichtweg ungeeignet waren. Zumal ich mir am Ende dann doch nicht sicher war, ob diese Menschen nun wirklich in Hypnose waren oder nicht.

Meine Faszination für dieses Thema bestand Ende 2009 nur noch aus einem kleinen Funken, als ich auf einem Zahnärztetreffen auf Hansruedi Wipf stieß. Er hatte dieses Feuer in sich und versprühte in seinem Vortrag über eine moderne Form der Hypnose derart selbstsicher glühende Funken, dass ich dem Thema noch einmal eine Chance gab und mich für seine Ausbildung im April 2010 anmeldete.

Vielleicht war es Zufall, dass ich genau zum Zeitpunkt der Ausbildung gleich mehrere dieser nervenaufreibenden und zeitintensiven Patienten betreuen durfte. Wie dem auch sei. Was ich bei Hansruedi Wipf lernte, versetzte mich in teils schier ungläubiges Staunen. Die Klarheit, wie Dave Elman und Jerry Kein die Hypnose definierten und logisch in einen Konsens brachten, war atemberaubend. In der Woche nach dem Kurs war ich in der Lage, innerhalb kürzester Zeit meinen Patienten zu erklären, dass ich ihnen etwas Neues anbieten konnte. Es war mir möglich, sie in einen Zustand zu begleiten, der diese Menschen in eine wunderschöne Entspannung führte, völlig losgelöst von eben durchlebten Angsttränen und Krämpfen. Die Berichte, wie wunderschön diese Erfahrungen gerade für sie waren, motivierten mich zum Weitermachen. Auch wenn ich die Hypnose bei Weitem nicht bei jedem Patienten anwende, so hilft sie mir gerade bei Angstpatienten, Patienten, die unter Würgereiz leiden oder bei Kindern am meisten. Sie hat meinen Praxisalltag völlig verändert.

Dieses Buch bringt die Hypnose auf den Punkt. Kein anderes Buch vermittelt Ihnen die Grundlagen und die Theorie dieser modernen, sehr effizienten und zukunftsweisenden Hypnosetherapie besser als dieses. Ich danke Hansruedi Wipf dafür, dass er die theoretischen Erklärungsansätze einfach und die Zusammenhänge logisch und verständlich hält. Es ist an der Zeit, der Welt zu erklären, dass Hypnose nichts Mystisches, Ungreifbares oder gar Gefährliches ist. Hypnose steckt in jedem von uns. Das zu erklären würde den Rahmen dieses Vorwortes allerdings sprengen. Lesen Sie in diesem Buch, wie wir lernen können, den Weg zurück zu uns selbst zu finden und die Kraft des Heilens in uns zu aktivieren.

Dieses Buch ist in der Lage, den Grundstein für ein neues Verständnis zu schaffen. Ich wünsche Ihnen mit dem Inhalt viele lehrreiche Momente, und dass Sie diese für sich zu nutzen wissen, sei es als Therapeut oder als Patient. Die Hypnose hat mein Leben positiv verändert und ich wünsche Ihnen, dass Sie dasselbe vollbringen können.

August 2014

Dr. med. dent.

Patrick Meyenberger

Einleitung

Wenn es eine Methode gibt, Menschen zu helfen, ihre alltäglichen oder auch außergewöhnlichen Probleme und Herausforderung zu lösen, dann ist das die Hypnosetherapie. Wie keine andere Therapie wird sie unterschätzt, missverstanden, aber auch teilweise ignoriert.

Wir begegnen ihr und erleben sie tagtäglich mehrmals – völlig natürlich und spontan – die Hypnose. Wenn es den Zustand der Hypnose nicht schon gäbe, man müsste ihn erfinden. So alltäglich und so natürlich die Hypnose auch ist, so flüchtig und oft unbemerkt ist sie. Wir treffen sie überall an – immer wieder – aber niemand hat die Hypnose je wirklich gesehen, ähnlich dem Gedanken. Wir alle wissen, dass es Gedanken gibt und trotzdem können wir sie nicht sehen – dasselbe gilt für die Hypnose. Die Ergebnisse von Gedanken, wie auch diejenigen der Hypnose, können jedoch für alle spürbar und sogar sichtbar gemacht werden.

Wo begegnen wir ihr? Beim Tagträumen, beim Autofahren, in der Schule, im Kino, im Sport, beim Lesen eines Buches, in der Meditation, kurz vor dem Einschlafen, kurz vor dem Aufwachen … fast immer und überall also, und trotzdem haben wir sie noch nie wirklich gesehen. Wie den Gedanken auch. Wir wissen mit Sicherheit, er ist da, niemand zweifelt daran. Mit der Hypnose verhält es sich ein wenig anders. Sie ist ebenfalls allgegenwärtig und trotzdem kaum erkannt oder wirklich anerkannt. Ich möchte Ihnen das Phänomen der Hypnose als etwas Alltägliches und Natürliches näherbringen. Ihnen Ihren inneren Heiler bekannt machen, der schon immer an Ihrer Seite war. Sie können ihm vertrauen. Er ist voll und ganz auf Ihrer Seite und ein spannender, wohltuender und beschützender Begleiter. Nicht immer einfach zu verstehen, aber seine schier unglaubliche Kraft und Wirkung, im Unterbewusstsein Veränderungen herbeizuführen, kann auch Ihr Leben positiv beeinflussen, wenn er richtig genutzt wird.

Als es darum ging, das Zielpublikum für dieses Buch zu definieren, waren wir uns zuerst nicht ganz einig – soll es ein Fachbuch für Hypnotiseure werden oder doch eher eins für die Allgemeinheit? Mein erster Gedanke war, ein Fachbuch zu schreiben, weil ich oft von meinen Schülern nach wirklich guten Büchern zur Hypnose in deutscher Sprache befragt werde und ihnen jeweils nur englischsprachige empfehlen kann, die meine Arbeitsphilosophie wiedergeben, und die gut zu lesen und einfach zu verstehen sind.

Aber solange es diffuse Ängste und Missverständnisse gibt, solange wir immer und immer wieder bei Adam und Eva anfangen müssen, so lange werden wir uns im Kreis drehen und kommen nicht vom Fleck in der Weiterentwicklung und vor allem in der Akzeptanz der Hypnose. Damit muss endlich Schluss sein!

Ich erkläre meinen Schülern in der Ausbildung jedes Mal, dass wir teils auch selbst schuld sind, dass die Diskussion nicht auf anspruchsvollerem Niveau geführt wird. Es liegt an uns, unsere Mitmenschen sachlich zu informieren, den Vorurteilen entschieden entgegenzutreten und sie davon zu überzeugen, was die Hypnose wirklich ist, was sie aber auch nicht ist, ihr wahres Können und ihr Potenzial aufzuzeigen, die Menschen zu überraschen – aber auf einem ganz hohen Niveau. Wir wollen die Hypnose dahin bringen, wohin sie gehört – an die vorderste Front der Methoden, die Menschen in Erwägung ziehen, wenn es darum geht, ihre Probleme anzugehen. Egal ob Hand in Hand mit der Schulmedizin oder als erste Wahl. Aber sie muss als Option auf den Tisch, und das nicht nur bei den bereits überzeugten Befürwortern, sondern auch bei der breiten Bevölkerung.

Damit war irgendwann klar, dass es ein Buch wird, das einem breiten Publikum die Hypnose näher bringen soll. Ich möchte mit diesem Buch die Hypnose und deren breitgefächerte therapeutische Anwendungen vertieft erklären, aufklären, de-mystifizieren und sie als die wertvolle Behandlungsform etablieren, die sie auch ist, und somit der Hypnose zum allgemeinen Durchbruch verhelfen. Leider befinden sich zu viele Menschen in Langzeittherapien, die das Leiden unnötig hinauszögern und – wenn überhaupt – oft nur die Symptome erträglicher machen. Dabei könnte ihnen ganz einfach und viel schneller mit der modernen, ursachenorientierten Hypnosetherapie geholfen werden.

Es muss endlich ausgesprochen werden, was schon längst auf den Tisch gehört. Einiges, was ich hier schreibe, mag nicht immer politisch korrekt sein, und mir nicht nur Freunde einbringen. Doch sollten sich einige Leser provoziert oder angesprochen fühlen – na dann habe ich ja etwas richtig gemacht! Mein Buch soll zum Nachdenken anregen. Ich möchte die Menschen aber auch wachrütteln, damit sie aus dieser Lethargie erwachen, hervorgerufen durch die Political Correctness, in der man einfach im Strom des Lebens dahinschwimmt und möglichst nirgendwo anecken möchte.

Im Mittelpunkt einer Hypnosetherapie darf nur eines liegen: Das Wohl des Klienten (Patienten) und nichts anderes. Wenn ich ein Problem in einer einzigen Sitzung lösen kann, dann mache ich das auch. Punkt. Ich verkaufe den Menschen keine Abonnements, keine Langzeittherapien. »Oh, das ist kompliziert, Sie haben die Phobie schon seit so vielen Jahren? Da terminieren wir jetzt mal zehn Sitzungen und schauen dann weiter, wie Sie sich fühlen.« Wie wäre es mit frustriert?

Was denkt sich ein Klient (Patient), wenn er das hört? Er selbst wahrscheinlich nicht viel, man akzeptiert das Urteil als das, als was es präsentiert wurde – als kompliziert. Er kann sich gar nicht vorstellen, dass ein Problem, das er schon seit Jahren mit sich herumträgt, in nur einer einzigen Sitzung lösbar wäre. Daher stellt sich jetzt auch sein Unterbewusstsein auf zehn Sitzungen ein, denn der Therapeut (egal ob Hypnotiseur oder Psychotherapeut) hat, ohne es zu wissen, bereits die erste Wachhypnose-Suggestion platziert: »Zehn Sitzungen – vorher kann ich gar nicht erwarten, dass es mir besser geht.«

Mit diesem und ähnlichen Paradigmen möchte ich aufräumen. Ohne wachzurütteln geht das aber kaum und deshalb auch meine Entscheidung, weitgehend auf Political Correctness zu verzichten. Die Dinge sollen so klar und deutlich angesprochen werden wie nur möglich. Aber auch so differenziert und spezifisch wie möglich, ohne jedoch zu pauschalisieren. Es gibt sehr wohl viele auf dem Therapiemarkt, die eine gute, ja eine hervorragende Arbeit leisten, egal ob nun mit oder ohne Hypnose.

Da es ein Buch für das breite Publikum werden soll, möchte ich die Hypnose, Hypnosetherapie und deren Funktionsweise sehr genau erklären. Es ist daher nicht möglich, sehr viel spezielles Fachwissen zum Erlernen der Hypnose in dieses Buch einfließen zu lassen. Ich möchte jedoch, dass jeder Leser anschließend die Hypnose und Hypnosetherapie dritten gegenüber erklären kann, sie als eine mögliche Option für sich in Erwägung zieht, sie aber auch anderen uneingeschränkt weiterempfehlen kann. Das bedeutet, dass ich auf komplizierte Texte, Statistiken und Argumentationen verzichten werde, denn was bringt das der Hypnose, wenn sie wieder einmal so kompliziert beschrieben wird, dass es nur wieder Fragezeichen hinterlässt? Die Wissenschaft fängt langsam an, viele der Dinge, die wir schon seit Jahrzehnten wissen, auch zu bestätigen. Das ist gut – nur könnte meiner Meinung nach das Offensichtliche auch rascher anerkannt und akzeptiert werden. Es gibt etliche mehr oder weniger wirksame Methoden, die von den Krankenkassen anerkannt sind, aber die Hypnose ist es noch nicht überall. Schon irgendwie befremdlich, aber für mich nicht weiter verwunderlich.

Unser Hirn, so hoch komplex es auch erscheinen mag, ist sehr viel einfacher gestrickt, als wir meinen, und diese Tatsache können wir nutzen, um gewünschte Veränderungen schneller und nachhaltiger zu erzielen. Ich werde hier Methoden und Techniken vorstellen und beschreiben, die für viele angestammte Hypnotiseure, die aus der Schulmedizin kommen oder ein Psychologiestudium haben, völliges Neuland, ja fast schon revolutionär sind, obwohl sie die eine oder andere Form der Hypnose vielleicht sogar gelernt haben. Hypnose mag wohl immer Hypnose sein – aber was man damit in diesem Zustand macht, das Wie, ist entscheidend. Diese von mir beschriebenen und unterrichteten Methoden und Techniken, aber auch die Philosophien, die damit einhergehen, sind seit 1940/50/60 bekannt, wurden jedoch nie wirklich publik gemacht oder akzeptiert – speziell in den nach Milton Erickson geprägten Ausbildungen.

Das Wissen um den Zustand der Hypnose ist zwar alt, aber erst seit ungefähr 1940 wissen wir, wie dieser therapeutisch auch ganz gezielt eingesetzt werden kann. Klinisch, chirurgisch sozusagen und nicht mehr einfach nur flächendeckend oder allzu oft dem Zufall überlassen. Gezielt bedeutet für mich einem klaren, reproduzierbaren Prozess folgend, einfach wiederhol- und dokumentierbar, einfach erlernbar und vor allem ziel- und resultatorientiert. Den Eid des Hippokrates auch wirtschaftlich umsetzen – aus der Sicht des Klienten. Ohne große Ratestunden, ohne schöne Geschichten mit Moral und ohne verklausulierte Metaphern vorzulesen (sogenannte Wirktexte) oder ähnlichen, oft nutzlosen Interventionen, die sich wohl kurz gut anfühlen mögen, jedoch meist ohne Langzeitwirkung sind, da sie zu- und nicht aufdeckend sind.

Die Katastrophe, wenn ich das so nennen darf, ist, dass wir seit 1940/1950/1960 sehr dezidiertes Wissen vorliegen haben, wie die ursachenorientierte Hypnosetherapie funktioniert und eingesetzt werden kann, dieses Wissen aber teils ignoriert, teils unterdrückt und verdrängt, ja sogar aktiv bekämpft wurde. Es gibt Tonbandaufnahmen, auf denen sich ein gewisser Dr. Milton Erickson auf eine sehr arrogante Art und Weise versucht, über einen Mann Namens Dave Elman lustig zu machen. Einen Mann, den er fürchtete, da er sich seine Erfolge nicht erklären konnte. Einen Mann, der ihm meilenweit voraus war mit der Philosophie und Methodik, wie Probleme anzugehen sind. Seines Zeichens jedoch kein Mann mit Doktortitel – dafür aber wahrscheinlich der hervorragendste Hypnotiseur des 20. Jahrhunderts und ein exzellenter Hypnosetherapeut, ein kreativer Innovator, ein Wegbereiter der modernen, ursachenorientierten Hypnosetherapie, der es wie kein anderer verstand, eine Therapie auf den Punkt zu bringen.

Dave Elman, dem ich ein ganzes Kapitel widmen werde und auch sonst immer wieder einmal erwähne, gab sein Wissen an über 10 000 Mediziner, Psychiater und Zahnärzte weiter. Wo ist dieses Wissen heute geblieben? Die Verklärung von Milton Erickson, dem vermeintlichen »Gott der Hypnose«, hat den Menschen, die Hilfe suchen, einen Bärendienst erwiesen. Mit seiner Einstellung, dass nur Mediziner auch Mediziner unterrichten sollten, geriet wertvollstes Wissen in Vergessenheit. Das wäre zur Katastrophe geworden – wenn da nicht ein Teenager namens Jerry Kein gewesen wäre, der Dave Elman begleiten durfte und für ihn wertvollste Tonbandaufnahmen erstellte. Dieser Jerry Kein hielt das Vermächtnis von Dave Elman auch nach seinem Tod 1967 aufrecht und war der Einzige, der ihm ehrlich den Kredit für seine Arbeit gab. Auch zu Jerry Kein und seinen Weiterentwicklungen und wertvollen Beiträgen zur Hypnosetherapie wie Ultra-Height, Universal-Therapie und der einzigartigen Palliativhypnose gibt es ein ganzes Kapitel (siehe Seite 180).

Mein Ziel mit diesem Buch ist es deshalb, dass sich viele Menschen ernsthaft Gedanken darüber machen, der Hypnose eine ehrliche, konkrete Chance zu geben. Die Hypnose überhaupt einmal in Erwägung zu ziehen – die Schublade zu öffnen!

»Wir arbeiten mit der Urkraft des Unterbewusstseins und niemand weiß wirklich, was alles möglich ist – wir können es nur erahnen. Diese Grenzen auszutesten und infrage zu stellen, sehe ich als eine meiner Aufgaben.«

Es gibt die ewigen Warner vor der Hypnose, die fortwährend rufen, dass da sogenannte Retraumatisierungen – ein beliebtes Schlagwort, um Menschen Angst einzujagen und sie zu verunsichern – möglich wären, dass da sehr große Gefahren bestünden und man dies oder jenes definitiv nicht mit Hypnose behandeln dürfe, da es extreme Kontra-Indikationen gäbe. Meist kommen diese Sprüche aus dem Umfeld von Psychologen, Ärzten oder Therapeuten, die sich nicht umfassend mit der Hypnose (und mit dem Unterschied zwischen zudeckender versus aufdeckender = ursachenauflösender Methodik) auseinandergesetzt haben und nicht regelmäßig damit arbeiten. Viele haben sich aber auch durch ihre eigenen Ausbilder einschüchtern lassen, haben sich ihr therapeutisches Selbstvertrauen einschränken lassen, ohne ihr Wissen selbst je einer Prüfung unterworfen zu haben.

Aber ganz ehrlich: Wann haben Sie das letzte Mal etwas darüber gehört oder gelesen, dass jemand an oder während einer Hypnose gestorben wäre? Eine Hypnose-Überdosis verabreicht wurde oder eine Hypnose-Infektion zu Komplikationen geführt hätte, die leider fatal endete? Von negativen Nebeneffekten und seitenlangen Beipackzetteln? Noch nie? Sie werden das auch nie zu hören bekommen, weil Hypnose, unter Berücksichtigung von ein paar wenigen Regeln, die wohl sicherste, natürlichste und sanfteste Methode ist, um rasche Veränderungen herbeizuführen und vor allem, weil das nur mit der bewussten Zustimmung des Klienten geschehen kann. Man kann nicht in Hypnose stecken bleiben und ist auch nicht willenlos. Solche Fehlinformationen kommen oft vom unkritischen Nacherzählen von Gehörtem oder Gelesenem. Oder aus Filmen, in denen Hypnose zu zweifelhaften Zwecken eingesetzt wird, aber das ist genau das: ein Film, eine erfundene Geschichte, die fesseln soll!

Sogar unter Hypnotiseuren gibt es unterschiedliche Meinungen, was Hypnose wirklich kann und welche Kontra-Indikationen es vermutlich gibt, schließlich beruhen Hypnoseausbildungen auf unterschiedlichen Prinzipien, Philosophien und Ansätzen. Da können Welten dazwischen liegen und eine falsch verstandene Fürsorge tut das Ihrige dazu, dass sogar Hypnosetherapien unnötig lange dauern und die Resultate durch die eigenen Ängste, Bedenken und limitierenden Glaubenssätze des Hypnotiseurs selten dem entsprechen, was wirklich möglich wäre.

Ich werde ganz klare Aus- und Ansagen machen, was Hypnose ist und kann, aber auch, was sie definitiv nicht ist und kann. Dieses Verständnis fehlt ebenfalls oft – die Hypnose wird wie kaum eine andere Methode so massiv unter- wie auch überschätzt.

Fazit: Das ist ein verständliches Fachbuch für das breite Publikum!

Ohne diesem Verständnis geht es nicht, denn so lange es immer noch Fachpersonen gibt, die im Fernsehen und in anderen Medien verbreiten, dass Hypnose für dieses und jenes nicht geeignet wäre, oder dass die Ausübung von Hypnose nur Ärzten oder Psychotherapeuten vorbehalten sein sollte, da es ansonsten gefährlich sein könnte, so lange tatsächlich noch behauptet wird, dass das Auflösen einer Hypnose ein komplizierter Prozess sei, den man sehr genau erlernen müsse (was jedes Kleinkind übrigens ganz allein und völlig natürlich kann), so lange gibt es Aufklärungsbedarf. Dieses Buch möchte dem Leser die entsprechenden Informationen und Argumente geben, bei einem Arztoder Therapeutenbesuch auf die Möglichkeit der Anwendung von Hypnose als Begleittherapie oder als alleiniges probates Mittel zu insistieren oder aber, wenn das auf kein offenes Gehör stößt, sich selbst gleich einen kompetenten Hypnosetherapeuten zu suchen.

Im weiteren Verlauf werde ich zur besseren Verdeutlichung aus den Tausenden von Sitzungen, die ich bereits durchführen durfte, diverse Therapiebeispiele beschreiben. Sie allein werden aber kaum verständlich sein, ohne dass ich vorher die Funktionsweise der Hypnose und der Hypnosetherapie erkläre und die Technik sowie Methodik verstanden wurden. Deshalb hier meine Bitte an den Leser:

Lesen Sie bitte unbedingt die Kapitel mit den Erklärungen der Hypnose und ihrer Funktionsweise durch, bevor Sie den Rest des Buches lesen, nur so werden Sie die Entstehung von Problemen, aber auch deren Lösungsansätze nachvollziehen können.

Wenn Sie die Hypnose anschließend Dritten gegenüber auch noch erklären können, dann hat die Hypnose gewonnen. Dann können Sie dabei helfen, die Hypnose in den Augen der Öffentlichkeit zu dem zu machen, was sie auch wirklich ist – eine schnelle Heilmethode für viele Probleme. Dann haben Sie indirekt anderen Menschen geholfen, eine Zusatzoption in ihrem Leben zu finden, um sie dabei zu unterstützen, ihre Probleme anzugehen und im besten Falle auch zu lösen oder zumindest Linderung zu erfahren.

Mein Buch darf sehr wohl als freundliche Provokation angesehen werden. Ich möchte, dass Sie das Etablierte in Frage stellen, sich die andere Seite einmal anhören. Dass Sie deren Sichtweise einfach einmal einnehmen und begutachten, wie es sich anfühlt, und sich von den Erfahrungen und Resultaten, über die ich schreibe, inspirieren lassen, es auch einmal so zu sehen und anzuwenden. Man könnte ja Gefallen daran finden. Außer, Sie gehören zu demjenigen Teil der Therapie-Industrie, bei denen der Klient nicht wirklich im Fokus steht, da die eigenen Existenzängste dominieren und der dadurch entstehende Bedarf an täglicher Gewinnung von Neukunden die größte Herausforderung darstellen würde. Es könnte sehr wohl zu großen Verschiebungen auf dem Markt kommen.

»Alles ist möglich in nur einer einzigen Sitzung. Geben Sie der Hypnosetherapie eine Chance.«

»Ein Problem ist erst wirklich gelöst, wenn es auch im Unterbewusstsein eines Menschen gelöst wurde. Das kann nur durch die direkte Kommunikation mit dem Unterbewusstsein geschehen; aufdeckende Hypnose kann das – automatisch, natürlich, gezielt!«

Einige Hinweise vorab

Viele Mythen, Vorurteile und Paradigmen ranken sich um die Hypnose. Es ist an der Zeit, dem ein Ende zu setzen. Eine der wertvollsten Ressourcen des Menschen liegt weitestgehend ungenutzt in uns, und das ist nicht länger akzeptabel: Das muss ein Ende finden.

Hypnose ist ein natürlicher Zustand, den wir immer wieder ganz spontan und meist auch völlig unbemerkt erleben. Ob wir wollen oder nicht, ob wir es merken oder nicht, ob man uns glauben machen möchte oder nicht, wir können den Zustand der Hypnose gar nicht vermeiden, da er ein natürlicher Bestandteil des Menschen ist. Wir werden sozusagen mit dieser Fähigkeit, in den hypnotischen Zustand zu gehen, geboren. Er ist weder ein Schlaf- noch ein Wachzustand. Er ist selten spür- oder wahrnehmbar, eher flüchtig, wie bereits beschrieben. Ein Spitzensportler mag ihn als »Flow« wahrnehmen, der Zustand, in dem er nicht mehr denken muss, sondern automatisch alles richtig macht und ihm auch alles gelingt. Ein Komponist oder Autor spürt, wie die Noten oder die Worte einfach fließen. Oder der Leser, der gebannt in einer spannenden Geschichte aufgeht, mitfiebert, mitfühlt, und wenn er angesprochen oder nach ihm gerufen wird, er es zuerst gar nicht wahrnimmt. Oder der Autofahrer, der zu Hause ankommt und sich an nichts mehr auf seinem Nachhauseweg erinnern kann, weil er so tief in Gedanken war und trotzdem alles richtig gemacht hat.

Der Zustand der Hypnose hat jedoch so eine unglaubliche Bandbreite an Höhen und Tiefen, an Wahrnehmungen und Empfindungen, dass jeglicher Versuch, diesen korrekt zu beschreiben, fast schon zum Scheitern verurteilt ist. Am besten ist es, ihn einmal absichtlich herbeizuführen, dann wird man ihn auch immer öfter im Alltag erkennen … meist, wenn er schon wieder weg ist – flüchtig eben.

Hypnose ist also eine natürliche, aber leider oft ungenutzte Ressource ohne negative Nebenwirkungen. Sie ist der innere Heiler, den wir kaum kennen oder nutzen. Ich nenne die Hypnose auch den Dritten Zustand (neben Wachzustand und Schlaf).

Niemand kann in die Hypnose gezwungen werden. Jede Hypnose ist zugleich auch eine Selbsthypnose.

Niemand kann in der Hypnose zu etwas gezwungen werden, was er selbst nicht wirklich möchte oder zuzulassen gewillt ist.

Hypnose hat nichts mit Esoterik, Religion oder gar Übernatürlichem zu tun – sie wird leider nur oft in diese Ecke gedrängt oder von diesen Gattungen beansprucht oder verklärt. Auch das muss ein Ende finden, denn wie soll ein natürlicher Zustand esoterisch, religiös oder übernatürlich sein? Schlaf oder unser Wachzustand sind das auch nicht, also trifft das auf die Hypnose ebenfalls nicht zu.

Nur Ärzte und Psychotherapeuten dürfen Hypnose verwenden – das wäre, als würde man den Schlaf- oder Wachzustand ebenfalls patentieren und ein Alleinnutzungsrecht daraus ableiten. Ein natürlicher Zustand wie die Hypnose und deren Therapieform ist ein nicht verhandelbares Menschenrecht.

Jeder Mensch ist tief hypnotisierbar, wenn er es zulässt und angstfrei gegenüber der Hypnose ist.

Alles ist möglich in nur einer einzigen Sitzung, egal wie vermeintlich heikel, tragisch oder komplex ein Thema auch erscheinen mag oder wie lange andere Therapieformen bereits versucht haben zu helfen. Eine Sitzung! Die moderne Hypnosetherapie kann das.

Den eigentlichen Zustand der Hypnose herbeizuführen ist einfach. Wirklich gut zu hypnotisieren braucht selbstverständlich Erfahrung, aber auch Empathie. Es ist aber definitiv kein Schloss mit sieben Siegeln. Und ja, es ist möglich, Menschen innerhalb weniger Sekunden in eine tiefe Hypnose zu versetzen – aber nur, wenn sie es zulassen!

Hypnosetherapie ist einfach, effizient, kostengünstig und ebenfalls leicht zu erlernen. Dazu braucht man nicht mehr als sieben Tage – Sie brauchten ja auch keine zwei Jahre, um Fahrrad fahren zu lernen – richtig? Zudem hat die Hypnose keine negativen Nebenwirkungen, wie Medikamente sie haben können.

Hypnose ist sehr gut als Kurzzeittherapie geeignet, ist aber auch bei Langzeitinterventionen eine wertvolle Ergänzung.

Hypnose kann von allen Menschen erlernt werden. Man braucht nicht studiert zu haben oder Psychologe zu sein. Zudem sind wir alle schon lange Hypnotiseure – jetzt geht es nur noch darum, den Menschen klar zu machen, dass sie es auch zu ihrem eigenen Vorteil und Nutzen ganz gezielt herbeiführen und anwenden können.

Selbsthypnose zu erlernen und für sich selbst zu nutzen, ist einfach und wohltuend. Die beste Selbsthypnose funktioniert innerhalb weniger Sekunden und muss einem beigebracht oder installiert werden.

Ich möchte hier mit den vielen Vorurteilen, Mythen, Fehlinformationen, dem Halbwissen sowie dem Hörensagen aufräumen und die dadurch entstandenen Berührungsängste eliminieren. Es gibt einige Bücher zum Thema Hypnose – aber die meisten sind für Therapeuten geschrieben –, die allerdings auch meist nur bedingt effektive Methoden beschreiben. Sogar in neueren Enzyklopädien stehen Informationen über Hypnose, die dem Wissensstand von 1940 oder 1950 entsprechen, da dort immer dieselben Menschen mit einem ähnlichen Wissensstand die Texte aktualisieren (oder abschreiben). Zudem sind sie dann auch noch aus der Sichtweise der Wissenschaft geschrieben, was es für den Laien schwieriger macht zu verstehen, was nun wirklich gemeint ist. Ich möchte daher die Hypnose so einfach erklären, wie sie auch ist.

Hypnotisieren ist einfach! Sie als Werkzeug zu nutzen, um den Menschen zu helfen, ebenfalls! Diejenigen, die das Gegenteil behaupten oder immer gleich die »gefährlich« und »nur für Ärzte«-Keule schwingen, sind voreingenommen oder ungenügend aufgeklärt. Sie sind mitverantwortlich für die Verunsicherung der Bevölkerung zum Thema Hypnose.

Hier an dieser Stelle die Einladung an alle Voreingenommenen, das Buch trotzdem zu lesen und sich Gedanken zu machen, ob die ihnen heute geläufigen Methoden wirklich so effizient und effektiv sind, wie sie glauben, oder ob man sich nicht doch einmal näher informieren sollte, was denn der eigentliche Stand der Entwicklung ist. Übrigens haben schon ganz viele Ärzte, Zahnärzte, Psychiater und Psychologen unsere Ausbildungen absolviert – alle waren begeistert und wünschten, sich das Wissen bereits viel früher angeeignet zu haben.

Genau hier möchte ich ansetzen und eine neue, offene, geistige Haltung zum Thema Hypnose herbeiführen helfen. Eine erste, wirklich positive Prägung schaffen, denn die erste Prägung ist von großer Relevanz. Verblüffen, verwundern und die Neugierde wecken auf etwas Alltägliches, etwas völlig Natürliches, was aber kaum je wirklich wahrgenommen wird, zudem oft verklärt und in einem völlig falschen Licht dargestellt wird.

Achtzig Prozent der bisherigen Hypnosetherapien laufen folgendermaßen ab: Sie melden sich für eine Hypnosetherapie bei einem Hypnotiseur, den Sie im Internet gefunden haben, der einen Artikel geschrieben hat oder der Ihnen empfohlen wurde, an. Dann kommen Sie in seine Praxis, die einen mehr oder weniger professionellen Eindruck erweckt. Ihre Angaben werden mehr oder minder detailliert aufgenommen und es wird Ihnen, wenn überhaupt, eine kurze Abhandlung zum Thema Hypnose gegeben. Danach sollen Sie sich auf eine Massageliege legen, oder, wenn Sie Glück haben, auf einen bequemen Stuhl oder Sessel setzen. Dann sagt der Hypnotiseur oder die Hypnotiseurin Ihnen, dass Sie die Augen schließen sollen, und nun wird circa. 30–45 Minuten auf Sie eingesprochen, wahrscheinlich ein Text abgelesen, zudem läuft im Hintergrund irgend so eine Musik, die eine hypnotische Wirkung auf Sie haben soll. Irgendwann wird es dann unbequem auf der Massageliege.

Während der ganzen Zeit kommen Ihnen Gedanken wie »ich kann den doch hören, was soll das – und wenn ich wollte, könnte ich einfach die Augen aufmachen«, oder Ähnliches. Vielleicht erwischen Sie sich auch dabei, dass Sie einschlafen während der Prozedur und anschließend wird Ihnen gesagt, dass sei kein Problem, da es genauso nützen würde – was Sie aber völlig korrekt als Falschaussage einstufen.

Richtig? So oder ähnlich spielen sich Tausende von Hypnosesitzungen ab, das ist in meinen Augen »Wasch mich, aber mach mich nicht nass«-Hypnose – auch bekannt unter »Susie Sorglos«-Hypnose –, die aber hauptsächlich ein Resultat produziert: Das »Ich habe Hypnose ausprobiert, aber es hat nicht funktioniert«-Syndrom. Leider ist das eine Epidemie, die über Jahrzehnte der Hypnose einen schlechten Ruf eingebracht hat, den sie einfach nicht verdient hat! Das sind sogenannte »Skriptnotiseure« – Hypnotiseure oder Hypnosetherapeuten, die irgendwelche Texte vorlesen –, auch Wirktexte genannt, verbunden mit ganz viel Hoffnung, dass auch ein wenig Wirkung im Text versteckt ist. Echte Probleme können so in den seltensten Fällen behandelt oder gelöst werden. Bei einigen Themen können diese sogenannten Wirktexte auch Erfolg haben, sie klingen oft wunderschön und fühlen sich gut an, sind aber mehrheitlich nichts anderes als kurzfristige Hilfe oder gänzlich nutzlos. Die Texte stammen in den meisten Fällen irgendwo aus dem Internet und die »one size fits all«-Herangehensweise kann nicht funktionieren, weil jeder Mensch individuell ist, keiner hat dieselbe Vergangenheit durchlebt. Die meisten Menschen hatten anschließend nicht einmal den Eindruck, dass sie überhaupt in Hypnose waren. Das muss sich ändern.

An dieser Stelle sei fairerweise erwähnt, dass es selbstverständlich auch positive Ausnahmen gibt, bei denen die Intervention funktioniert hat und dem Klienten geholfen wurde, aber der Prozentsatz ist niedrig und für meinen Geschmack wird eindeutig zu viel dem Zufall überlassen. Diese Form der Hypnosetherapie ist zwar immer noch besser als gar keine, aber meist eine vertane Chance, denn da war ein Klient, der sich die Hypnose wünschte. Dennoch, sollten Sie solche Erfahrungen gemacht haben und enttäuscht worden sein, lassen Sie sich nicht entmutigen, Sie werden kompetentere Hypnotiseure finden, die die aktuellsten, ursachenorientierten Methoden und Techniken verstehen und anzuwenden wissen. Wie, erfahren Sie weiter hinten im Buch – und sollten Sie sich gerade in so einer Susie Sorglos-Sitzung befinden wie oben beschrieben und nicht weiterkommen, lesen Sie das Buch zu Ende und entscheiden Sie dann, ob Sie wirklich damit weitermachen wollen.

Fairerweise Nr. 2: Ich unterstelle keinem, der so wie oben beschrieben mit der Hypnose arbeitet, dass er wissentlich diese wenig effizienten und wenig effektiven Methoden anwendet. Nein, die meisten können nichts dafür, da sie die Hypnose so vermittelt bekommen haben. In vielen Hypnoseausbildungen wird genau diese Art der Hypnose unterrichtet, und Generationen von Hypnotiseuren wurden instruiert und im Glauben gelassen, dass Hypnosetherapie so abzulaufen habe.

Öffnen der Schublade!

Kaum etwas geschieht per Zufall. Als ich gerade Ideen für dieses Buch sammelte, erhielt ich folgende Anfrage für eine Sitzung:

»Ich habe das Thema Hypnose mangels besseren Wissens lange Zeit in irgendeiner Schublade mit allen persönlichen »No-Go-Methoden« platziert. Neulich hat mir mein Vater, ein eingefleischter Schulmediziner (heute über 80 Jahre alt), aus seinem medizinischen Studium berichtet und von spannenden Erlebnissen mit Hypnose erzählt. Etwas überrascht ob seiner Einstellung, öffnete ich besagte Schublade mal gedanklich und begann, mich im Internet zu informieren.«

Erlauben Sie, dass dieses Buch dieselbe Wirkung hat, wie der Vater auf seine völlig überraschte Tochter. Seien Sie neugierig, seien Sie kritisch! Seien Sie aber auch offen, Ihre alte Sichtweise rund um das Thema Hypnose und Hypnosetherapie völlig neu zu überdenken – die Schublade, auf der Hypnose steht, zu öffnen und sich überraschen zu lassen. Wenn Sie gewillt sind, die Hypnose mit neuen Augen zu betrachten und der modernen, ursachenorientierten Hypnose eine Chance zu geben – dann werden Sie so manche positive Überraschung erleben.

Dieses Buch ist auch ein Appell an die Vernunft – von Eltern, Lehrern, Therapeuten aller Art, Medizinern, Zahnärzten, Krankenkassen und Gesetzgebern – sowie ein Augenöffner für alle Menschen, die gefangen sind zwischen Medikamenten, Langzeittherapien und Medizin-Hörigkeit, die aber ausbrechen wollen oder schon seit Längerem spüren, dass da mehr sein muss, als nur die Symptombekämpfung nach der Schulmedizin oder der Psychologie (»Symptomologie«). Der innere Heiler ist bereits lange da – er muss nur noch (öfter) aktiviert werden –, die moderne Hypnose schafft das in kürzester Zeit.

Die Anwendungsmöglichkeiten der Hypnose sind überraschend vielfältig und auch wieder nur ganz wenigen bewusst oder bekannt – je länger ich mich mit der Hypnose beschäftige, desto mehr Anwendungsmöglichkeiten tauchen auf. Eine Übersicht zum Allzweck-Therapiewerkzeug Hypnose finden Sie auf Seite 192. Dazu muss man aber verstehen, wie unser Unterbewusstsein reagiert und aufgebaut ist, was die Funktionen des Bewusstseins sind und wie das Zusammenspiel beider funktioniert. Das erkläre ich ausführlich im Kapitel »Die vier Bewusstseinsebenen und deren Komponenten« (siehe Seite 77 ff.) auf einfache verständliche Art und Weise.

Was ist Hypnose?

Definition von Hypnose: Die Umgehung des kritischen Faktors des Bewusstseins und die Etablierung von selektivem und akzeptablem Denken (siehe auch Mind Modell auf Seite 78)

Hypnose? JA, HYPNOSE!

Ich sehe mich als Brückenbauer für den Großteil der Menschen, für den Hypnose (noch) keine Option war. Um die Menschen motivieren zu können, diese Brücke zu nutzen, um auf die andere Seite zu kommen, muss Hypnose und Hypnosetherapie zuerst einmal genau erklärt und verstanden werden. Fangen wir an.

Die Empfindungen eines jeden Menschen sind individuell und so ist es auch mit der Wahrnehmung des Zustands der Hypnose. Einige nehmen eine große, körperliche Schwere wahr, andere eine Leichtigkeit, fast schon wie ein Schweben und noch andere nehmen ihren Körper gar nicht mehr wahr, sie sind nur noch Gedanken. Wie auch immer Menschen die Hypnose wahrnehmen, es ist immer ein angenehmes Gefühl. Der eigentliche reine Zustand der Hypnose tut einfach gut, wirkt erholend, erfrischend, unterstützt auch ohne therapeutische Suggestionen regenerierend und hat sehr gute Anti-Stress-Eigenschaften.

Die Wahrnehmung variiert stark je nach Tiefe der erreichten Hypnose, sodass die Beschreibung entsprechend unterschiedlich ausfallen kann. Viele, die zum ersten Mal hypnotisiert wurden, berichten, dass sie das Gefühl der Hypnose wiedererkannten. Was absolut richtig ist, da Hypnose ein völlig natürlicher Zustand ist, der automatisch eintreten kann, ob wir es nun bemerken oder nicht.

Die einen setzen die Hypnose sehr rasch um, ja, haben schon fast ein Talent dafür, wieder andere brauchen ein bisschen länger, bis sie erlernt haben, wie man in den Zustand gehen kann. Es ist IMMER ein Zulassen, ein Geschehenlassen – mit Zwang, Druck oder verkrampft funktioniert es nicht. Es kommt stark auf das Geschick, das Fachwissen und die wahrgenommene Kompetenz des Hypnotiseurs an, wie rasch sich eine Person in die Hypnose begleiten lässt. Wenn der zu Hypnotisierende dem Hypnotiseur nicht vertraut, wenn Zweifel bezüglich seiner Kompetenz oder Integrität bestehen, dann wird es ein sehr schwieriges Unterfangen und ist meist nicht von Erfolg gekrönt.

Ist jeder Mensch hypnotisierbar?

Ja, auf jeden Fall. Praktisch jeder, der sich auch wirklich hypnotisieren lassen möchte, kann in die Hypnose gehen. Wir von OMNI gehen von einer Rate von 97 %–99 % aus, das spiegelt ungefähr auch die Werte meiner Erfahrungen wider. Ich würde sagen, dass 70%–90 % der Menschen sogar sehr tief hypnotisierbar sind. Es kommt oft ein wenig auf das Üben an. Je mehr man übt, desto besser wird man darin. Ich habe Klassen, da gehen 100 % der Teilnehmer in die allertiefsten Ebenen der Hypnose. Man braucht eben das Fachwissen, wie man diese Zustände erreicht. Es ist wie mit allem – wenn man weiß, wie etwas funktioniert, wird es einfach. Das gilt für die Ausbilder, die das Material unterrichten, wie auch für die Hypnotisanden, die lernen, den Zustand der Hypnose bei sich innerhalb von Sekunden herbeizuführen.

Ob jemand in Hypnose geht oder nicht, ist immer in Relation zu setzen mit dem Willen, in die Hypnose zu gehen, angstfrei zu sein und sich darauf einlassen zu wollen. Nicht alle Menschen gehen gleich schnell in die Hypnose. Einige müssen es regelrecht üben, aber nach einer gewissen Zeit schaffen es alle.

Ich habe schon oft Klienten gehabt, denen gesagt wurde, dass sie nicht hypnotisierbar wären. Das stimmt so nicht! Es liegt nur am Fachwissen und der wahrgenommenen Kompetenz des Hypnotiseurs, und gelegentlich mal an der Situation, in der sich ein Klient gerade im Leben befindet (zum Beispiel, wenn er noch nicht bereit dafür ist, dass ihm geholfen wird oder ein sekundärer Krankheitsgewinn vorhanden ist). Ich hatte auch schon Klienten, bei denen es partout nicht geklappt hat. In dem Moment habe ich mir Gedanken gemacht, was ich verpasst habe, aber den Klienten keinesfalls mit so einer Aussage belastet, dass er Schuld hätte oder unfähig wäre. Es könnte ja sein, dass jemand zum Hypnotiseur geschickt wurde auf Empfehlung (zum Beispiel des Ehepartners), aber nicht wirklich möchte, sprich, der eigene Antrieb fehlt. Dann ist es sehr wohl möglich, dass es nicht klappt. Natürlich kann es auch ganz einfach an der Sympathie/Antipathie zwischen zwei Menschen liegen, aber unter dem Strich gilt: jeder Mensch ist hypnotisierbar, wenn er das auch wirklich möchte.

Muss man daran glauben, damit es funktioniert?

Oft werde ich gefragt, ob man an die Hypnose glauben muss, um hypnotisiert zu werden. Die Antwort ist ganz einfach: Nein, muss man nicht und trotzdem funktioniert es – einzig und allein die Bereitschaft, es zuzulassen, muss vorhanden sein. Gegen seinen Willen jemanden zu hypnotisieren, ist brotlose Kunst, Zeitverschwendung und zudem ethisch unangemessen.

Wer möchte schon zu etwas gezwungen werden, was er nicht will – also wehrt er sich. Bei der Hypnose ist es dann so, dass sie nicht zustande kommt. Sie funktioniert aber definitiv auch ohne, daran zu glauben. Viele sind dann überrascht, dass es geklappt hat und freuen sich, dass sich ein Erfolg eingestellt hat. Ich sage immer:

»Glücklich diejenigen, die einfach loslassen können, vertrauen und sich in die Hypnose begeben – denen kann meist auch viel einfacher und rascher geholfen werden. Je mehr der Klient loslässt, desto mehr Kontrolle bekommt er anschließend über sein Leben zurück. Loslassen hat nichts mit Kontrollverlust zu tun.«

Es gibt auch andere Sichtweisen, die besagen, dass nur etwa 70 % der Menschen hypnotisierbar wären und davon nur 10 %–30 % wirklich tief. Hier handelt es sich eindeutig um fehlendes Fachwissen. Sollte ein Hypnotiseur oder Ausbilder diese Zustände nicht herbeiführen können, dann sollte er sich überlegen, noch einmal über die Bücher zu gehen oder eine moderne Ausbildung zu buchen. Für den Klienten gibt es dann nur die Lösung, sich einen wirklich geeigneten Hypnotiseur zu suchen, der sein Handwerk auch versteht.

Wie fühlt sich Hypnose an?

Die einen sagen: »Wow, habe ich mich schwer gefühlt«, andere dagegen, dass sie sich ganz leicht gefühlt hätten, wieder andere, dass sie ihren Körper nicht mehr wahrgenommen hätten, sondern nur noch Gedanken waren. Viele Menschen erzählen von der Hypnose als einem Zustand, den sie bereits kannten, der sich aber extrem wohltuend angefühlt hat, und noch einmal andere sagen, dass sie eigentlich gar nicht das Gefühl hatten, wirklich in Hypnose gewesen zu sein, was nicht bedeuten soll, dass sie es nicht auch wirklich waren.

Wie auch immer Sie sich also während der Hypnose fühlen, es ist richtig für Sie. Es gibt kein richtig oder falsch. Es erklingen nicht plötzlich irgendwelche Fanfaren, die signalisieren: »Achtung, Achtung, der Zustand der Hypnose ist soeben eingetreten!« Nein, meist sind auch die Übergänge in die verschiedenen Ebenen der Hypnose fließend und nicht immer klar abgegrenzt. Obwohl, wenn dann definitiv in einem dieser Zustände angekommen, diese durch einen kompetenten Hypnotiseur anhand klar zu unterscheidender Merkmale oder Anzeichen für den Klienten spür- und erlebbar gemacht werden können.

Wie lange dauert es, bis der hypnotische Zustand eintritt?

Hypnose ist ein natürlicher Zustand, der spontan eintreten kann, daher braucht man auch bei der gezielt herbeigeführten Hypnose nicht lange, bis der Zustand erreicht ist. Verabschieden Sie sich bitte von Gedanken, dass es eine langwierige und ermüdende Angelegenheit ist, in die Hypnose zu gehen, dass es womöglich ganz still sein muss, Musik dazu gehört oder schummriges Licht. Wie bereits erwähnt, ist die normale Hypnoseeinleitung eine Sache von vier bis sieben Minuten. Danach folgt in den meisten Fällen eine Vertiefungstechnik von knapp ein bis zwei Minuten, und dann ist der Klient bereit für den therapeutischen Teil der Hypnose.

Es gibt aber auch Induktionen, die gerade einmal ein paar Sekunden dauern und innerhalb kürzester Zeit soliden Somnambulismus erzielen können, Blitzhypnose oder Schnell-Induktion genannt. Alles, was weniger als zehn Sekunden dauert, ist hervorragend und lässt viel mehr Zeit für die eigentliche Veränderung, die der Klient wünscht. Vier bis sieben Minuten sind aber völlig akzeptabel und normal. Nicht jeder Hypnotiseur möchte mit den Schnellst-Induktionen arbeiten. Dieser Spielraum ist in Ordnung.

Also, je rascher wir jemanden in die Hypnose verhelfen, desto angenehmer und vorteilhafter ist es für den Klienten. Übrigens habe ich noch nie von einem Klienten gehört, dass die Blitzhypnose unangenehm gewesen wäre – die meisten sind sogar extrem dankbar und angetan davon, dass sie rasch in die Hypnose durften.

Etliche der langwierigen, progressiven und auf Entspannungstechniken basierenden Methoden sind für viele Klienten frustrierend, sie könnten schon längst loslassen, aber der Hypnotiseur muss noch sein Programm der Hypnoseeinleitung abspulen. Es gibt heute noch zur Anwendung gebrachte Techniken zur Einleitung der Hypnose, die sage und schreibe 20–45 Minuten dauern! Diese Techniken sind völlig überholt und rauben wertvolle Therapiezeit! Das ist falsch – und nicht umgekehrt.

Wir haben eine Verantwortung gegenüber dem Klienten, und wenn es bekannte und erlernbare Techniken und Methoden auf dem Markt gibt, die rascher zum Ziel führen, dann liegt es in unserer Verantwortung, diese auch zur Anwendung zu bringen! Falls ich sie noch nicht beherrsche, ist es meine Pflicht als Hypnotiseur, sie zu erlernen, um auf dem aktuellsten Wissensstand zu sein.

Es geht hier auch um Kosten und um Leid. Kosten, die irgendjemand bezahlen muss – ob der Klient oder die Krankenkasse, ist egal – aber jemand bezahlt immer dafür, und um Leid, das rascher aufgelöst werden könnte. Beides obliegt dem Verantwortungs- und Einflussbereich des Therapeuten, er muss diese beiden Punkte berücksichtigen und so rasch wie möglich so viel wie möglich erledigen. Einen Klienten wider besseren Wissens länger als nötig, in Behandlung zu behalten, ist unethisch, verwerflich und unter dem Strich nichts anderes als Betrug am Klienten oder den Krankenkassen (sofern diese die Kosten überhaupt übernehmen).

Die Therapieindustrie täte gut daran, über die Bücher zu gehen und unsinnige, erfolglose oder langwierige Therapien einzuschränken oder gänzlich abzuschaffen, zumal andere, effizientere und effektivere Methoden heute schon längst auf dem Markt sind. Eine davon ist ganz bestimmt die moderne, ursachenorientierte Hypnosetherapie. Dazu ist aber eine breitere Offensive nötig, um die neuesten Hypnosetechniken und Methoden in ihrer vollen Effizienz und Effektivität bekannt und akzeptiert zu machen.

Wie hilft mir Hypnose?

Sie müssen sich nicht krank fühlen oder krank sein, um die Vorteile der Hypnose für sich zu nutzen. Im Gegenteil – warum warten? Es gibt tolle CDs/MP3s, die Ihnen helfen können, Ihren täglichen Stresslevel abzubauen, präventiv Ihr Immunsystem zu stärken, Ihre mentale, geistige Leistung zu optimieren, Ihre Ausgeglichenheit zu trainieren, Ihre Motivation oder Kreativität zu fördern, das Selbstvertrauen zu steigern oder gar die Selbsthypnose zu erlernen. Sie können auch zu einem Hypnotiseur gehen und es live erleben. Das Live-Erlebnis ist in jedem Fall sinnvoller; von einem Hypnotiseur lernen Sie besser und einfacher, wie man sich selbst hypnotisieren kann. Sich Gedanken zu machen, wie man Probleme vermeidet, ist normalerweise viel weniger aufwendig als existierende Probleme zu bewältigen.

Leider wissen wir alle, dass der Mensch sich meist erst dann bewegt, wenn es unbequem, sprich ungemütlich oder gar schmerzhaft geworden ist, dann, wenn die Angst vor womöglich noch schlimmeren Konsequenzen ihn antreibt, Hilfe zu suchen. Deshalb ist ein Problem meist auch die größte Triebfeder, um Unterstützung anzufordern.

Drei Wege, um krank zu werden

Es gibt drei maßgebliche Formen, wie man krank werden kann:

1. Unfall – der Mensch fällt vom Pferd, stürzt die Treppe hinunter, erleidet einen Verkehrsunfall oder Ähnliches.

Dafür gibt es nichts Besseres als Ärzte, die Traumatologie beherrschen. Sie vollbringen wahre Wunder, wenn sie Verunfallte wieder zusammenflicken und sind sicher die erste Anlaufstelle. Danach kann die Hypnose helfen, schneller gesund zu werden. Oder sie kommt als Notfallhypnose daher und hilft, Schmerzen oder Blutungen zu stillen, Traumata zu vermeiden. Aber unter dem Strich ist die Traumatologie die erste und beste Adresse.

2. Vergiftung – der Mensch nimmt etwas Giftiges zu sich, zum Beispiel einen Fliegenpilz, wird von einer giftigen Schlange gebissen oder bekommt sonst etwas Ungesundes verabreicht.

Auch da gibt es keine Alternative, als zum Arzt zu gehen. Eventuell kann man durch Hypnose den Genesungsverlauf positiv unterstützen, aber der Arzt ist hier in erster Linie der richtige Ansprechpartner.

3. Sie bekommen mentale, seelische oder körperliche Probleme – jedes Problem, egal ob Phobie, Depression, Asthma, Migräne, Krebs, Burn-out, Reizdarm, was auch immer, hat, mit ganz wenigen Ausnahmen, seinen Ursprung im Unterbewusstsein (solange Sie nicht irgendwelchen Giften ausgesetzt waren, die es verursacht haben).

Das mag jetzt seltsam klingen, aber Stress, in welcher Form auch immer, ist Wegbereiter für alle diese Symptome. Wie der Mensch Stress wahrnimmt, verarbeitet oder abbaut, ist von Person zu Person unterschiedlich. Wie der Körper oder die Psyche auf Stress reagiert – jeder Mensch ist individuell, und so sind es auch die Auslöser für die Symptome. Es gibt höchstens Häufungen, warum verschiedene Menschen die gleichen Symptome haben.

Oft, aber natürlich nicht immer, liegt zum Beispiel bei Anorexie der Ursprung in einem sexuellen Übergriff in der Kindheit. Wie gesagt, nicht immer, aber es lässt sich eine Häufung feststellen. Es wäre jedoch falsch, eine Sitzung unter diesem Aspekt zu starten, dann läuft man Gefahr, den wirklichen Grund zu verpassen und das Problem nicht wirklich aufzulösen. Sätze wie »Ihr Problem kommt sicher von einem Übergriff« sind brandgefährlich, unseriös und werden nur von verantwortungslosen, unfähigen oder überforderten Therapeuten geäußert. Solche Aussagen können ganze Hexenjagden in Familien oder deren Umfeld auslösen, geschweige denn von den negativen Gefühlen und Gedanken, die dabei im Klienten entstehen können. Leider gibt es immer noch Therapeuten, die solche oder ähnliche Aussagen machen, und das ist einfach nur verantwortungslos, reine Spekulation.

»Wichtig: Solange Sie nicht damit geboren wurden, so lange kann Ihnen Hypnose dabei helfen, Ihre Probleme zu lösen oder zu lindern.«

Wie überall gibt es Grenzen, aber je früher ich mit der Hypnose den Genesungsprozess unterstützen kann, desto besser sind die Chancen auf Erfolg. Auf jeden Fall würde ich versuchen, jede noch so schlimme Krankheit mit Hypnose zu unterstützen und zu begleiten. Garantien gibt es keine, aber wenn der Geist in Harmonie gebracht wurde, kann auch der Körper viel besser heilen.

Ich schätze, dass circa 80% aller körperlichen Krankheiten ihren Auslöser durch ISEs (siehe Seite 96 ff.) im Unterbewusstsein haben. So lange ich jedoch diese ISEs nicht aufgelöst habe, so lange kämpfe ich nur auf der Symptomebene und verpasse, das Übel an der Wurzel zu packen. Es mag sehr sinnvoll sein, ein Krebsgeschwür zu entfernen, das ist das, was wir auf der rein körperlichen Ebene tun können und es rettet auch ganz viele Leben, aber die mentale Komponente zu vernachlässigen, wäre falsch. Sie ist zumeist genauso wichtig. Nur weil der Krebs entfernt wurde, ist die mentale Komponente – eine Voraussetzung für die Entstehung von Krebs – noch lange nicht wieder in Balance.

Der Einsatz von Medikamenten kann ebenfalls sehr sinnvoll sein, ist aber in ganz vielen Fällen reine Symptombehandlung. Nach einer erfolgreichen Hypnosesitzung können sehr oft die Medikamente abgesetzt oder neu dosiert werden, da je nachdem signifikante Veränderungen stattgefunden haben. Wenn jemand Antidepressiva nimmt und sich nach der Hypnose nicht mehr depressiv verstimmt fühlt, ja, dann sollte man mit dem Arzt über Neudosierung, Ausschleichen oder Absetzen sprechen.

Eine genetische Veranlagung wird meist massiv überschätzt. Man weiß heute, dass wir zwar gewisse genetische Veranlagungen haben können, aber ob sie zum Tragen kommen oder nicht, ist durch Studien mit eineiigen Zwillingen längst infrage gestellt. Es ist hinreichend dokumentiert, dass verschiedene Faktoren dafür verantwortlich sind, ob eine Krankheit sich manifestiert oder nicht. Wenn der Mensch lange genug einem oder mehreren Stressfaktoren ausgesetzt war, dann ist es gut möglich, dass das System so geschwächt ist, dass der Körper mit diesen Symptomen reagiert. Ist der Mensch aber mental stark und solide, gibt es auch keinen Grund für solche Symptome, überhaupt aufzutreten. Erst die lang anhaltende Schwächung auf mentaler Ebene begünstigt den Ausbruch solcher Krankheiten überhaupt und Hypnose sowie andere Stresstechniken sind ein hervorragender Schutz dafür, dass es nie so weit kommt.

Mit der Hypnose nehmen wir Einfluss auf die Zellprogrammierung, ja sogar auf die Aktivierung oder Deaktivierung von DNA. So unglaublich das auch klingen mag, aber dem ist definitiv so. Wir sind nicht mehr länger im vererbten Familienfluch (Epigenetik) verfangen, sondern können sehr wohl unser Schicksal mit beeinflussen!

»Ja, diese Krankheit liegt in der Familie.« Das ist für viele schon fast Prophezeiung genug, um zu resignieren, und zu denken, dass sie die Krankheit, die in der Familie häufiger aufgetreten ist, auch befallen wird. Falsch!

Ob jemand krank wird oder nicht, hat wie erwähnt, viel weniger mit der erblichen Veranlagung zu tun, als mit dem, wie jemand aufwächst und lernt, mit Stressfaktoren umzugehen, also mit dem Umfeld, in dem er aufwächst. In Familien werden von einer Generation zur nächsten ganze Empfinds- und Wahrnehmungsmuster weitergegeben. Wie nimmt jemand Stress wahr und wie verarbeitet er ihn? Wir schauen unheimlich viel von unseren Eltern ab, und die haben auch schon viel von ihren Eltern übernommen. Dass dies generationenübergreifend Einfluss hat, liegt auf der Hand. Wir müssen deshalb aber keine Sklaven des Schicksals werden. Wir haben viel mehr Einfluss auf unser genetisches Schicksal, als landläufig bekannt oder angenommen.

Warnhinweis: Ein Hypnotiseur, und das ist mir sehr wichtig zu erwähnen, kann einen Arzt nicht ersetzen, er kann ihn höchstens ergänzen, gerade wenn es um schwere Krankheiten wie Krebs, MS und Ähnliches geht. Medikamente, Impfungen oder ärztlichen Rat aus Prinzip abzulehnen, ist töricht und kann tödlich sein! Die Not von Menschen auszunutzen, ist verwerflich und das trifft auch auf Heilungsversprechen zu. Niemand kann etwas garantieren, wenn es um die wirklich heiklen und sensiblen Themen geht. Ein Hypnotiseur stellt keine Diagnosen – dazu sind wir weder befugt noch befähigt, außer wir haben die entsprechende Ausbildung und sind staatlich anerkannt (Heilerlaubnis). Ein Hypnotiseur hat nicht das Recht, einem Klienten Medikamente zu verschreiben oder die Dosierung zu verändern. Das ist Angelegenheit von Berufsgattungen, die dazu ausgebildet und berechtigt wurden.

Im Zweifelsfall sollte man immer einen Vertrauensarzt konsultieren und den gesunden Menschenverstand walten lassen, jedoch offen bleiben, auch die als alternativ geltenden Methoden in Betracht zu ziehen.

Übrigens erachte ich die Hypnose schon lange nicht mehr als alternative Heilmethode, sondern als Ergänzung mit riesigem Potenzial oder gar als konkreten, vollwertigen Ersatz für viele konventionelle Ansätze.

Vorsichtsmaßnahmen

Symptome und Krankheiten sind Warnsignale, auf die es zu hören gilt und die ernst genommen werden müssen. Der Besuch bei einem Arzt oder dessen Rat zu beherzigen ist daher auf jeden Fall angebracht, speziell wenn Schmerzen im Spiel sind. Da die Hypnose als außergewöhnlich wirkungsvolles Werkzeug gegen Schmerzen eingesetzt werden kann, besteht bei Schmerzlinderung oder gänzlicher Schmerzeliminierung durch Hypnose ohne vorherige medizinische Abklärung die Gefahr, dass eine organische Erkrankung zu spät oder eben gar nicht erkannt wird, was gravierende Konsequenzen haben kann.

Da jedoch bei jeder Erkrankung auch emotionale Hintergründe mitspielen, ist der Einsatz von Hypnose universell angezeigt, sobald abgeklärt ist, was das Problem ist oder was ausgeschlossen werden kann. Die Hypnose kann immer begleitend zu jeder konventionellen oder alternativen Methode eingesetzt werden.

Ist Hypnose schwierig zu erlernen?

Ich finde es erstaunlich, wenn ich heute immer wieder höre, dass Dinge, die bereits um 1850 herum bekannt und spätestens seit 1960 mit ganz klaren Prozessen dokumentiert waren, heute immer noch nicht zum Standard jeder Hypnoseausbildung gehören, ja, man in einigen Fällen sogar Angst hat, diese Zustände und Techniken zu unterrichten. Bis zu einem gewissen Grad kann ich es nachvollziehen, vieles, was man nicht kennt, kann einem Angst machen. Trotzdem finde ich es einfach nur erschreckend, welch umständliche, überflüssige oder konfuse Techniken an manchen Hypnoseschulen unterrichtet werden, wie die Hypnose verstanden und vermittelt wird – egal ob sie dann von medizinischen Fachpersonen oder Nichtmedizinern angewandt wird. So lange Leute an dieser Art von Hypnoseausbildungen teilnehmen, die sie mehr durcheinanderbringen anstatt Klärung, Fachwissen, Können und Selbstsicherheit herbeizuführen, so lange gibt es leider auch Klienten, die Hypnose versucht haben, bei denen es aber nicht geklappt hat.

Dadurch werden leider viele Leute in einer Art Hypnose unterrichtet, die sie enttäuscht, die ihnen eben nicht alle Möglichkeiten der Therapie aufzeigt. Danach kommen einige in eine OMNI Hypnose-Ausbildung, in der die Methoden von Dave Elman und Jerry Kein unterrichtet werden. Plötzlich wird Hypnose greifbar, verständlich und vor allem einfach erlern- und reproduzierbar, was Demonstrationen in der Klasse belegen. Das größte Paradigma, dass Hypnose schwierig zu erlernen sei und die Therapieform kompliziert wäre, wird bereits am ersten Tag der Ausbildung widerlegt.

Vielleicht finden Sie meine Worte jetzt überheblich oder gar arrogant – ja, dieser Eindruck kann durchaus entstehen, beruht aber auf einem riesigen Erfahrungsschatz, auf Tausenden von Hypnosesitzungen und Hunderten ausgebildeter Schüler, die mir erlauben, eine sehr große Selbstsicherheit in Bezug auf meine Aussagen und Äußerungen rund um die Hypnose an den Tag zu legen. Ich weiß einfach, dass es funktioniert.

Wissen Sie, es gibt so viele Ausbildungen auf dem Markt, aber ich fand damals in meiner Ausbildung, die ich heute selbst unterrichte, wirklich hilfreich, dass es ganz deutliche Aussagen und Ansagen gab, die einem ganz klaren Prozess unterlagen, der trotzdem alle Freiheiten ermöglichte. Eine klare Richtung, klar definierte Techniken und Methoden, und vor allem eins: keine Grenzen des Möglichen. Das Prinzip von K.I.S.S. – Keep It Simple and Stupid (halte es so einfach, wie nur immer möglich) zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Ausbildung, die prozessorientiert ist wie kaum eine andere. Nur wenn etwas nach einfachen Regeln gestaltet und strukturiert wird, wenn es reproduzierbar ist, wenn es mit Prozessen unterlegt ist, dann bekommt es einen Wert. Kennzeichnen Zufall, Glück und Hoffnung eine Therapiemethode, dann ist es genau das, Zufall oder Glück, aber wer möchte das schon, wenn er Unterstützung in der Lösung seiner Probleme bei einem Therapeuten sucht?

Natürlich gibt es auch wunderbar talentierte Hypnotiseure, die ganz intuitiv und einfühlsam auf Menschen eingehen können, aber das sind spezielle Talente, die dünn gesät sind, und deren Vorgehensweisen nicht einfach reproduzierbare oder erlernbare Eigenschaften aufweisen. Milton Erickson war zum Beispiel so eine Person. Ihm nachzuahmen ist sehr frustrierend, denn ein Genie ist schwer erfassbar, seine Methoden und Techniken waren für ihn gut, aber für Dritte sind sie kaum kopieroder anwendbar, ohne über das Talent zu verfügen, Menschen lesen zu können. Also müssen wir Prozesse schaffen, die das Genie »reproduzierbar« machen – das ist Dave Elman und Gerald F. Kein gelungen.

Die Unsicherheiten eines Ausbilders oder Hypnotiseurs spüren Menschen, daher ist es gerade von extrem großer Wichtigkeit, dass man von dem, was man unterrichtet oder in der Therapie anwendet, innerlich vollkommen überzeugt ist. Ein gesundes Selbstvertrauen und eine ausgeprägte Selbstsicherheit sind wichtige Merkmale, um erfolgreich am Markt bestehen und den Menschen helfen zu können – egal ob als Ausbilder oder Therapeut. Der Ausbilder kann diese Selbstsicherheit und Überzeugung auf seine Schüler übertragen. Die Persönlichkeit, die Ausstrahlung eines Hypnotiseurs kann in der Therapie sehr viel bewirken – ob positiv oder negativ – ein mangelndes Selbstvertrauen hilft definitiv nicht. Arbeitet jemand prozessorientiert, so entwickelt er automatisch eine Sicherheit, da die Chancen auf Erfolg einfach höher sind als bei zufallsbedingtem Vorgehen. Dann kann er nach einer Sitzung reflektieren, was er besser oder anders hätte machen können und wird bereits dadurch kompetenter.

Schon Dave Elman hat gesagt, dass »wir viel mehr aus denjenigen Sitzungen lernen, die nicht geklappt haben, als aus denjenigen, die wir erfolgreich hinter uns gebracht haben.« Da, wo es nicht geklappt hat, machen wir uns viel mehr Gedanken und überlegen, was wir besser oder anders hätten machen können.

Natürlich gibt es auch einige andere Schulen und Therapieformen der Hypnose, die sehr gute Arbeit leisten – die sind aber eher dünn gesät. Leider ist es für jemanden, der eine Ausbildung oder eine Hypnosetherapie sucht, schwierig, aus dem Wirrwarr der Angebote einfach herauszufiltern, welche nun wirklich gut ist.

Daher ist die persönliche Weiterempfehlung eines Hypnotiseurs die beste, glaubwürdigste, vertrauenswürdigste und wirksamste Werbung.

Erfreulicherweise verbreitet sich das Wissen und immer mehr Ausbildungen übernehmen die direkten, ziel- und resultatorientierten Methoden.

Missbrauch?

Missbrauch von Klienten oder Schutzbefohlenen ist überall möglich. Das hat mit der Hypnose selbst nichts zu tun, sondern mit dem Machtgefüge zwischen Aggressor und Opfer. Missbrauch geschieht leider an vielen Orten (Familie, Schule, Nachbarschaft, Kirche, Sport, Klinik, etc.) und es kann auch mal sein, dass unter den vielen Menschen mit krankhaften Absichten ein Hypnotiseur ist. Mit der Hypnose selbst kann er einen Menschen aber nicht gefügig, willig oder was auch immer machen. Das liest sich zwar gut in der Boulevardpresse, aber wer die Hypnose wirklich kennt und deren Wirkweise versteht, der weiß, dass das nicht möglich ist, sondern anderen Faktoren geschuldet wird. Das wurde inzwischen sogar schon in dem einen oder anderen Gerichtsfall, in dem es um vermeintlichen Missbrauch unter Hypnose ging, bestätigt.

Oft frage ich meine Schüler oder auch mal einen Klienten, nachdem sie in den tiefsten Ebenen der Hypnose waren, wo sie von außen vielleicht hilflos oder verletzlich erscheinen können, ob sie während der Hypnose je das Gefühl gehabt hätten, dass man sie in diesem Zustand zu irgendetwas hätte bringen oder zwingen können, was sie wirklich nicht wollten. Ich habe in all den Jahren noch nie ein Ja erhalten. Alle bestätigten, dass sie sofort aus der Hypnose herausgekommen wären, wenn irgendetwas Unsittliches oder Amoralisches geschehen oder verlangt worden wäre.

Angebliche Kriminalfälle

Es gibt immer wieder mal spektakuläre Berichte im Fernsehen oder in Zeitungen, in denen über Kriminalfälle mit Hypnose berichtet wird. Auch hier gilt: Niemand kann zu etwas gezwungen werden, was er selbst nicht machen möchte. Falls Hypnose angewandt wurde, dann bestand definitiv auch ein Abhängigkeitsverhältnis oder ungünstiges Machtgefüge, um die Person zu etwas zu zwingen. Das hat aber nichts mit Willenlosigkeit im hypnotischen Zustand zu tun, sondern mit Macht. Hypnose selbst ist keine Macht. Es gibt Menschen, die sind labil und leicht beeinflussbar, und lassen sich daher mitreißen oder instrumentalisieren.

Also, wenn Sie von solchen Dingen hören, dann sind sie oft sehr dubioser und ungeprüfter Herkunft oder auch mal einfach eine Schutzbehauptung. Schreiben kann man viel – man muss aber auch nicht alles glauben.

Falls Sie immer noch Zweifel haben, fragen Sie bitte jemanden, der schon mal in Hypnose war, ob er sich schutzlos ausgeliefert und willenlos gefühlt hätte, bereit, sich auf ein Fingerschnippen die Kleider vom Leibe zu reißen oder eine Bank zu überfallen. Die Person, die so etwas sagt, muss noch gefunden werden.

Was ist mit Bühnenhypnose?

Eine berechtigte Frage. Man sieht immer wieder Darbietungen höchst zweifelhafter Natur, aber auch ganz faszinierende Vorstellungen und Phänomene. Jedem sollte klar sein, wenn er auf die Bühne nach vorn geht, dass er dies zur allgemeinen Unterhaltung macht, und dass Spaß erwartet wird. Die Erwartungshaltung ist dadurch hoch und der erfahrene Bühnenhypnotiseur sucht sich die kooperationswilligen Teilnehmer bereits ganz gezielt aus. Es ist übrigens erstaunlich, was Menschen nicht alles gewillt sind zu machen, nur um im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen.

Ich will damit nicht sagen, dass diese Teilnehmer nicht etwa in Hypnose wären, aber das gesamte Ambiente lässt sie oft ein viel ungehemmteres Verhalten an den Tag legen, als im normalen Leben. Am Schluss kommt dann noch die Schutzbehauptung, dass man ja »gezwungen« wurde, »unter« Hypnose diese Dinge zu tun, das ist dann der Freipass.

Alle haben jedoch folgende Einstellung an den Tag gelegt: »Okay, ich mag die Suggestion und ich weiß, dass ich sie umsetzen kann.« Sollte das nicht der Fall sein oder gewisse Grenzen des guten Anstands gesprengt werden, so würde die Suggestion auch verweigert – und Anstand und Ethik können übrigens ganz schön unterschiedlich aufgefasst werden.

PS: Die schwebende Jungfrau, die vorher theatralisch hypnotisiert wurde? Sorry, das ist ein Zaubertrick. Es gelten nach wie vor die normalen physikalischen Gesetze des Universums, auch wenn Hypnose im Spiel ist.

Einige Fachbegriffe rund um

die Hypnose

Wichtig erscheint mir, dass je informierter und aufgeklärter jemand ist, desto weniger Missverständnisse können auftreten, desto geringer ist auch die Berührungsangst und desto interessierter und neugieriger werden die Menschen gegenüber dem Neuen. Damit wir alle vom Gleichen sprechen, werde ich hier die wichtigsten Begriffe erläutern. Damit schaffen wir eine Basis, auf der sich aufbauen lässt, und die den interessierten Leser zum informierten Leser macht. Einen Leser, der sich auch außerhalb des Rahmens dieses Buches bewegen und mitreden kann.

Vorweg aber fünf Wörter, bei denen sich mir jedes Mal die Nackenhaare aufstellen – diese Wörter stammen aus dem Volksmund, werden aber praktisch genauso von jedem Hypnotiseur verwendet. Leider werden sie immer noch mit aller Selbstverständlichkeit an anderen Hypnoseschulen unterrichtet oder genutzt.

Definitiv falsche Wörter

Unter Hypnose sein: Das ist ein völlig falscher Ausdruck und gehört komplett gestrichen. Unter hat in unserer Sprache meist eine negative Bedeutung. Unter dem Einfluss von …, willenlos, ausgeliefert, ohne Kontrolle, von oben herab. Wer heute noch diesen Ausdruck benutzt, sollte sich vorher überlegen, was Worte auslösen können, schließlich sind Worte die wichtigsten Instrumente eines jeden Hypnotiseurs. Trotzdem ist der Gebrauch dieses Ausdrucks heute immer noch Realität und weit verbreitet!

Korrekt heißt es: »in Hypnose«. Die Person ist in Hypnose oder im hypnotischen Zustand oder so ähnlich, aber sicher nicht »unter«.

Aufwachen: Das ist genau so falsch wie unter Hypnose sein und wird trotzdem alltäglich verwendet. Man darf sich nicht wundern, wenn der Hypnotiseur zum Auflösen einer Hypnosesitzung sagt: »Ich zähle jetzt bis drei, bei drei wachen Sie auf«, und sich die hypnotisierte Person dann denkt: »Oh, schade, ich habe gar nicht geschlafen, ich habe ja alles gehört«, und damit verwirkt sich unter Umständen jeder eventuell erzielte Therapieerfolg, da die Person nun meint, dass sie einen Fehler begangen hat, da sie ja nicht geschlafen hat. Korrekte Version (nur eines von vielen Beispielen): »Ich zähle jetzt von eins bis drei, bei drei machen Sie die Augen auf und kommen frisch und erholt aus der Hypnose. Eins, atmen Sie tief ein, zwei, vielleicht wollen Sie ihre Finger und Zehen bewegen, und drei, Augen auf, wieder voll da, frisch, erholt und Sie fühlen sich wunderbar.«

Probieren, versuchen und hoffen: Streichen Sie auch diese Worte aus ihrem Vokabular – nicht nur, wenn Sie hypnotisieren, sondern allgemein aus Ihrem Sprachgebrauch. Sie implizieren mögliches Versagen, sich nicht gänzlich sicher zu sein, Zweifel zu haben, Unsicherheit zu spüren oder zu vermuten und die Möglichkeit, dass, was auch immer man gerade tun möchte, auch schiefgehen könnte.

Wie würden Sie sich als Klient fühlen, wenn ihr Hypnotiseur sagen würde: »Ich werde jetzt mal versuchen, Sie zu hypnotisieren. Wir können gern probieren, ob es klappt. Hoffen wir mal das Beste …« Nicht wirklich überzeugend, oder? Das ist der Moment, in dem Sie aufstehen und gehen dürfen, um sich einen anderen Hypnotiseur zu suchen.

Ich kann nur immer wieder betonen, wie wichtig die Worte in der Hypnosetherapie sind. Das mag jetzt ein wenig pedantisch klingen und ich will damit auch nicht sagen, dass es deshalb nicht klappen kann mit der Hypnosesitzung, aber warum die Chance auf Misserfolg freiwillig erhöhen? Wenn wir schon um die Wichtigkeit von Worten wissen, die Semantik (die Studie von Wörtern und deren Bedeutung) uns viele Erkenntnisse gebracht hat, warum sollten wir also solche möglichen Fehlerquellen nicht von vornherein eliminieren?

Hypnotisieren ist wirklich einfach und ich mag es gar nicht kompliziert, aber auf ein paar ganz wenige Dinge muss man achten und diese kleinen Unterschiede können über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Das Wohl des Klienten hat immer Vorrang, und wenn ich jetzt weiß, dass diese Wörter falsch sind, so nutze ich sie ganz einfach nicht mehr.

Fachbegriffe in der Hypnosetherapie

Mir ist wichtig, dass der Leser versteht, dass die Hypnose ein eigenes Vokabular hat, diese Bezeichnungen aber innerhalb der Hypnosegemeinschaft unterschiedliche Bedeutungen haben oder verschieden angewandt werden. Somit bauen wir uns mit den folgenden Definitionen und Begriffen eine gemeinsame Basis auf, und wenn Sie später im Buch eines der folgenden Worte lesen, können Sie immer kurz zurückkommen und nachschauen, was genau damit gemeint ist. Es ist gut möglich, dass Sie in anderen Büchern oder im Internet abweichende Definitionen antreffen. Das ist jedoch für dieses Buch und unser Verständnis von Hypnose nicht relevant.

Hypnose: Ein natürlicher Zustand bei Menschen, der spontan eintreten oder absichtlich herbeigeführt werden kann. Es ist dann der Fall, wenn das Bewusstsein in den Hintergrund, das Unterbewusstsein in den Vordergrund tritt und der kritische Faktor des Bewusstseins temporär umgangen wurde.

Hypnosetherapie/Hypnotherapie: Die Anwendung von therapeutischen Techniken und Methoden im hypnotischen Zustand. Oberbegriff für alle Arten von Interventionen in diesem Zustand. Beide Begriffe, Hypnosetherapie und Hypnotherapie, bedeuten dasselbe.

Klinische Hypnose: Die Anwendung der Hypnose im Bereich von Depressionen, Phobien, Zwängen und ähnlichen Problemen und Störungen.

Medizinische Hypnose: Die Anwendung der Hypnose im Bereich der Schmerztherapie, während Operationen, aber auch präoder postoperativ zur Vor- oder Nachbereitung von medizinischen Eingriffen, bei körperlichen Themen wie Krebs, MS etc.

Bewusstsein: Derjenige Teil unseres Verstandes/Hirns, in dem mentale Prozesse auf rationale, analytische Weise oder mit Willenskraft angegangen werden.

Unterbewusstsein: Der Teil unseres Verstandes/Hirns, in dem mentale Prozesse und daraus resultierende Verhaltensmuster geprägt werden, unabhängig/unbemerkt vom Bewusstsein. Sitz unserer Emotionen, Gefühle, Gewohnheiten, des Langzeitgedächtnises etc., dort ist unser wahres Ich zu Hause.

Unbewusstes: Derjenige Teil unseres Verstandes/Hirns, in dem die automatischen Körperfunktionen (Atmung, Verdauung, Herzschlag, Blutdruck, Produktion von Hormonen, das Immunsystem etc.) beheimatet sind.

Überbewusstsein: Wenn unser Geist, unsere Gedanken von unserem Körper wie entkoppelt werden, wir Zugriff auf unser Energiefeld mit den darin gespeicherten Informationen erhalten und einen speziellen Weit- und Durchblick auf unsere Probleme sowie deren Lösung finden – ein hoch fokussierter Zustand wie Ultra-Height® und Ultra-Healing®. Das Überbewusstsein kann auch als erweiterter Teil unseres Unterbewusstseins angesehen werden.

Convincer: Eine Art von Beweis oder Nachweis (Überzeuger), dass die Person wirklich in Hypnose ist oder war. Das ist nicht in jedem Fall möglich oder sinnvoll, aber wann immer möglich, wichtiger Bestandteil einer Hypnosesitzung.

ISE: Initial Sensitizing Event – das initiale, auslösende Ereignis (der wirkliche Grund für ein Symptom).

SSE: Subsequent Sensitizing Event – ein weiteres, darauf folgendes, sensibilisierendes und bestätigendes sowie verstärkendes/intensivierendes Ereignis eines ISE.

FSE: Final Sensitizing Event – der Moment, den einige Klienten in Erinnerung haben und glauben, dass er etwas mit dem danach entstandenen Symptom zu tun hat. Meist nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat, nicht aber der wirkliche Auslöser, der den Ablauf vom Fass verstopft hat.

Kritischer Faktor: Fungiert wie ein Filter zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein und kontrolliert, welche Suggestionen Einlass ins Unterbewusstsein erhalten und welche von vornherein abgelehnt werden.

Abreaktion (spontan): Eine emotionale Reinigung, wobei ein lange unterdrückter emotionaler Moment wieder erlebt wird. Absolut normal in der aufdeckenden Hypnosetherapie, einfach zu handhaben, zu kontrollieren und sogleich auch für das Wohl des Klienten zu nutzen.

Abreaktionstherapie: Das absichtliche, gezielte Hervorrufen einer Abreaktion zur Beschleunigung des Therapieprozesses.

Abwesenheit: Wenn eine Person ihre Umgebung wahrnimmt, jedoch keinen Wert darauf legt, an den Ereignissen um sie herum teilzunehmen. Das ist normal in Hypnose.

Altersregression: Das Phänomen der Rückkehr in eine frühere Zeitperiode, Ära oder ein sogenanntes »früheres Leben«.

Anamnese-Fragebogen: Ein Fragebogen, der entweder vom Klient oder vom Hypnotiseur allein oder von beiden gemeinsam ausgefüllt wird. Dient der Datenerhebung und Erfassung wichtiger oder relevanter Details sowie als Dokumentation für nachfolgende Sitzungen.

Beta/Alpha/Theta/Delta-Wellen: Werden oft mit Hypnose in Verbindung gebracht, speziell Alpha-Wellen, haben aber in Wirklichkeit nichts damit zu tun. In der Hypnose treten Zustände auf, die wohl kaum in irgendeine dieser Skalen passen.

Boinking (engl.): Der Akt des leichten bis mittelstarken Klopfens mit zwei bis drei Fingerkuppen auf der Stirn des Klienten zur Ablenkung oder zur erhöhten Aufmerksamkeit (Fokus).

Blitzhypnose: Das Herbeiführen der Hypnose innerhalb weniger Sekunden/Sekundenbruchteile durch geeignete Techniken, und der Bereitschaft, hypnotisiert werden zu wollen. Eine hohe Kunst der Hypnoseeinleitung, die nur von wenigen wirklich beherrscht wird.

Bühnen- oder Showhypnose: Hypnose zum Zweck der Unterhaltung. Der Zustand der Hypnose ist jedoch derselbe wie in der Therapieform, er unterscheidet sich nicht. Wird von vielen Hypnotherapeuten abgelehnt, ohne sich jedoch mit den Phänomenen und Möglichkeiten wirklich auseinandergesetzt zu haben. Genauso wie es gute, niveauvolle Unterhaltung gibt, so gibt es auch fachlich schlecht durchgeführte Therapien.

Compounding (positiv): Die mehrfache Wiederholung und Intensivierung einer oder mehrerer Suggestionen. Eine sehr wirksame Technik, um einer Person dabei zu helfen, neues und erwünschtes Empfinden, eine bessere Wahrnehmung oder neue, positive Gewohnheiten zu verinnerlichen.

Compounding (negativ): Durch wiederholtes Erleben, Besprechen oder Thematisieren eines unglücklichen oder tragischen Ereignisses auf bewusster Ebene ist eine Intensivierung eines negativen Gefühls oder einer Emotion möglich, was zu einer Intensivierung eines Problems führen kann, sprich zu einer Verstärkung eines Symptoms. Das kann den Genesungsverlauf beeinträchtigen. Positive Veränderung wird somit beeinträchtigt, oft verhindert, die negative Programmierung sowie das unerwünschte Verhalten oder Empfinden bleiben bestehen.

Esdaile-Zustand: Ein Zustand, der eine mentale Euphorie auslösen kann und eine automatische, spontane Anästhesie herstellt. Liegt eine Ebene unter dem tiefen Somnambulismus. Entdeckt durch James Esdaile um 1850, durch Dave Elman einfach reproduzierbar gemacht um 1940/50.

Somnambulismus: Ein tiefer Zustand der Hypnose. Wird heute als optimaler Zustand in der Therapie erachtet (Arbeitsniveau), um die besten und schnellsten Resultate für den Klienten zu erzielen. Ermöglicht diverse hypnotische Phänomene wie Schmerzunempfindlichkeit, Regression und vieles mehr. Innerhalb von Sekunden bis wenigen Minuten gezielt erreichbar.

Ultra-Height®/Ultra-Healing®: Zwei Zustände im Bereich des höheren Selbst, auch Überbewusstsein genannt. Ermöglicht tiefe Einblicke und Analysen ins eigene Innere sowie Selbstheilung. Zustände, die Spontanheilungen möglich machen, die Eingebung oder Erkenntnis bringen können, ohne das aktive Dazutun des Hypnotiseurs. Einige Menschen machen sehr spirituelle Erfahrungen in diesen Zuständen. Auch als »Königs-Disziplin« der Hypnose bekannt. Entwickelt durch Gerald F. Kein und Hansruedi Wipf. Weitere Details zu diesen faszinierenden Zuständen finden Sie auf Seite 163 f.

Fraktionierung: Die beste Methode zur Vertiefung des hypnotischen Zustands. Man hypnotisiert die Person, lässt sie dann die Augen öffnen und wieder schließen, sie bleibt jedoch die ganze Zeit in Trance. Dave Elman hat das früh erkannt und in seine erfolgreiche Hypnoseeinleitung eingebaut (»3 Trips to Bernheim«).

»Frühere Leben«: Ob man nun daran glaubt oder nicht, es gibt immer wieder Momente in den Hypnosetherapien, in denen ein Problem anscheinend in einem sogenannten früheren Leben seinen Ursprung hatte und Klienten, unabhängig von ihren eigenen Glaubenssätzen oder Überzeugungen, spontan in ein früheres Leben schlüpfen. Dieses Phänomen kann auch ganz gezielt herbeigeführt werden. Echte, wissenschaftlich untermauerte Beweise fehlen bis heute. Die Diskussion kann endlos geführt werden und basiert eher auf Überzeugungen und Weltanschauungen als auf Fakten. Nichtsdestotrotz: Ein hoch spannendes, kontroverses Thema mit vier Haupttheorien, die auf Seite 221 ff. näher erklärt werden.

Halluzination: Durch Suggestion wird im Kopf der Person ein beliebiges Bild kreiert (zum Beispiel eine Treppe, eine Situation, ein Empfinden oder ein Gefühl).

Hypersuggestibilität: Erhöhte Suggestibilität, hervorgerufen durch eine tiefe Hypnose.

Hypnoanalyse: Vorgehensweise, bei der durch Hypnose die wirkliche Ursache eines Problems lokalisiert wird. Das geschieht normalerweise durch Regression.

Hypnoid: Eine leichte Stufe der Hypnose.

Hypnosevertrag: Das Einverständnis, das eine Person einer anderen gibt, sie zu hypnotisieren (»Darf ich dich hypnotisieren« – »Ja.«).

HypnoDent®, HypnoSport®, HypnoSlim®, HypnoKids®, HypnoFertility®, HypnoSex®, HypnoSleep®, HypnoLearn®, HypnoCare®, HypnoMed®, HypnoForensics®: Spezielle Aus- und Weiterbildungsprogramme für Fachspezialisierungen innerhalb der breitgefächerten Applikationen in der modernen Hypnose.

Hypermnesie: Ist die Fähigkeit in der Hypnose, die Erinnerungsfähigkeit zu steigern und sich an lang vergessen geglaubte Ereignisse zu erinnern, an die man sich bewusst nicht erinnern kann.

Ideomotor: Eine unbeabsichtigte Bewegung von Muskeln durch eine Idee oder eine hypnotische Suggestion.

Induktion: Der Prozess, die Technik oder das Ritual zur Einleitung und Herbeiführung der Hypnose.

Elman Induktion: Die wohl bekannteste, schnellste und erfolgreichste Hypnose-Einleitung heute auf dem Markt. Kompetent durchgeführt gehen etwa 85 % der Menschen mit dieser Induktion schon beim ersten Mal in Hypnose. Bereits um 1912 von Dave Elman erstmals entwickelt und später ausgebaut zu den heute noch genutzten Möglichkeiten. Erlaubt das Herbeiführen der Hypnose innerhalb von 60 Sekunden bis 6 Minuten. Abkürzungen davon erlauben es sogar innerhalb von 10 bis 30 Sekunden.

DEI: Abkürzung für Dave Elman Induktion

Katalepsie: Eine Form hoher Suggestibilität, bei der die Muskeln einer Person am ganzen Körper oder an einer bestimmten Stelle entweder sehr starr oder sehr locker sind.

Klient: In der Hypnose sprechen wir von Klienten und nicht von Patienten. Patient hat eine negativ belastete Bedeutung und man kann auch zum Hypnotiseur gehen, ohne krank zu sein.

Lethargie: Ein Zustand der Hypnose, bei der eine generelle Entspannung und Ruhe entsteht und sich die Person auf die Stimme des Hypnotiseurs konzentriert.

Notfallhypnose: Die Anwendung von speziellen Hypnosetechniken in Notfallsituationen bei Feuerwehr, Rettungsdiensten, Polizei und Militär (Blutungen stillen, Schockzustand vermeiden/reduzieren, Schmerzstillung, Verbrennungen, etc.).

Obsession: Eine treibende, manchmal sogar unwiderstehliche Idee. Wenn sie mit Emotionen kombiniert wird, kann sie in einer (Zwangs-)Handlung enden, die unendlich oft wiederholt wird.

OMNI Hypnose: Hypnose/Hypnosetherapie basierend auf den Methoden von Dave Elman und Gerald F. Kein. Die OMNI Methoden und Techniken werden heute in über 20 Standorten und auf fünf Kontinenten weltweit unterrichtet. Der Name »OMNI« ist der Firmenname des 1979 gegründeten Hypnose-Instituts von Gerald »Jerry« F. Kein. OMNI Hypnose steht für prozessorientierte, reproduzierbare Hypnosetherapietechniken, die ziel- und resultatorientiert innerhalb kürzester Zeit eine große Wahrscheinlichkeit von nachhaltigen Resultaten produzieren.

Pharsing (ausgesprochen Farsing): Die Tendenz des Unterbewusstseins, ein negatives Wort zu »verpassen« und dadurch einem Satz eine neue, eventuell ungewollte Bedeutung zu geben. Das Unterbewusstsein versteht das Wort »nicht« nicht wirklich oder hat die Tendenz, es zu überhören, was speziell bei Kindern auch ohne Hypnose der Fall sein kann. Beispiel: »Fass die heiße Herdplatte nicht an!« Daraus kann ein direkter Befehl entstehen »Fass die heiße Herdplatte … an!« Oder: »Sie essen kein Fastfood.« Daraus kann werden: »Sie essen Fastfood.«

Phobie: Eine übergroße Angst vor der Angst. Lesen Sie dazu das Kapitel: »Ängste und Phobien« auf Seite 205.

Suggestion: Suggestionen werden während der eigentlichen Hypnosesitzung vom Hypnotiseur gegeben. Es handelt sich hierbei um Vorschläge, Ermunterungen, Empfehlungen oder als Ratschläge verstandene Sätze und Worte, angepasst an die Person, die Situation und Thematik, für die der Klient den Hypnotiseur aufgesucht hat. Suggestionen können vom Klienten einfach akzeptiert oder abgelehnt werden (mehr dazu im Kapitel »Die vier Einstellungen gegenüber Suggestionen«, siehe Seite 146 ff.).

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Release date on Litres:
07 August 2025
Volume:
246 p. 11 illustrations
ISBN:
9783907210451
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