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Frater Lysir

Magisches Kompendium - Chaosmagie - Erste Schritte der chaosmagischen Theorie und Praxis

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Magisches Kompendium – Wissen und Weisheit der nordischen Magie

Prolog „Magisches Kompendium“ – Chaosmagie

Chaos im Kosmos!

Das WAS und das WIE der Chaosmagie

Kreative Gedanken in der Chaosmagie

Rituell-magisches Erschaffen eines Psychogons/Servitors

Glaube, Gnosis, Trance und Ekstase in der chaosmagischen Praxis

Chaos der Farben in der Chaosmagie

Reale Wirklichkeit und chaotische Kosmologie

Rituale des Chaos

Grundöffnung aller Chaosrituale

Hauptritual der Todesmagie

Hauptritual der Geldmagie

Hauptritual der Kriegsmagie

Hauptritual der Egomagie/Seinsmagie

Hauptritual der Liebesmagie/Emotionsmagie

Hauptritual der Mentalmagie

Hauptritual der Sexualmagie

Hauptritual der „reinen Magie“

Grundschließung aller Chaosrituale

Epilog der gesamten Buchreihe

Quellenangabe

Impressum neobooks

Magisches Kompendium – Wissen und Weisheit der nordischen Magie

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Magisches

Kompendium

Die Chaosmagie

Erste Schritte

der chaosmagischen

Theorie und Praxis

Lysir

22.06.2021 – 19.08.2021

Allgemeiner Hinweis: Das MAGISCHE KOMPENDIUM ist als ein Gesamtwerk zu sehen, in welchem zum Teil auch mit anderen SCHRIFTEN gearbeitet wird. Primär sind dies die freien Schriften „DEEnoch“ und „Bwhebb“ verwendet. Wenn man also doppelte, „einzelne“ oder „unsinnige lateinische Buchstabenkombinationen findet, wird es sich um henochische bzw. hebräische Buchstaben handeln. Es können aber auch Ogham-Schriftzeichen oder Malachim-Symbole sein, die durch eigene Fonds erschaffen und auch ins Dokument integriert wurden. Doch nicht ALLE READER können ALLE Schriften darstellen. Wenn es sich um essenzielle Bereiche handelt, wurden die Schriftblöcke als GRAFIKEN dargestellt, sodass man sie dennoch lesen kann. NICHT in jedem eBook der Reihe „MAGISCHES KOMPENDIUM“ wird man auch entsprechende Schirftfonds treffen.

Impressum

Copyright: © 2021 LYSIR

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Chaosmagie! Mit der Hilfe der Chaosmagie kann man seine eigenen magischen Erkenntnisse frei entfalten, unabhängig von Paradigmen, Systemen, Schablonen, Mustern und Dogmen. Doch um sich hier voll und ganz entfalten zu können, ist es wichtig, dass man sich selbst erkennt, sich selbst versteht, sich selbst annimmt, um so sein eigenes Wissen zu mehren, seine eigene Weisheit zu bestreiten und vor allen Dingen seine eigene, wahre Gnosis, seine eigene wahre Erkenntnis, vollkommen zu leben, da man hierdurch die Chaosmagie zu einem effektiven Werkzeug der Evolution und der Macht ausbauen kann, ausbauen wird. Die Thematik der Chaosmagie bietet hier die Möglichkeit, die eigene, magische Individualität vollkommen zu leben, seine Ideen umzusetzen, sich in Abenteuer zu stürzen und hierdurch auch echte Quantensprünge in der eigenen Entwicklung zu meistern. Doch dies alles ist kein einfacher Weg, denn Wissen, Weisheit und Gnosis (Erkenntnis) entstehen nicht innerhalb weniger magische Augenblicke. In diesem Buch findet man gezielte Hilfestellungen, sodass man für sich die Chaosmagie kennenlernen kann, um hier seine ersten bewussten Schritte selbst auszuführen. Doch wie in gigantisch vielen magischen Bereichen, benötigt man auch in der Chaosmagie den Mut, die Experimentierfreudigkeit, einen natürlichen Tatendurst und auch die Entschlossenheit, aus den verschiedenen Mustern und Schablonen auszubrechen, sich über die verschiedenen Dogmen zu erheben, nur die magischen Paradigmen zu verwenden, die man sich selbst freiheitlich geschaffen und erwählt hat, um so wirklich die magische Freiheit der Chaosmagie zu leben. So geht es um die Kreativität der eigenen Ideen, die sich mit der Hilfe von praktischen Ritualen und theoretischen Ausführungen mehr und mehr entfalten können, wodurch man mit und in der Chaosmagie die Möglichkeiten findet, sein eigenes Chaos und seinen eigenen Kosmos zu erkennen, zu verstehen, zu transformieren, zu transzendieren und letztlich auch zu beherrschen.

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Inhaltsverzeichnis

Titel------------------------------Seite

Prolog „Magisches Kompendium“ – Chaosmagie---------6-15

Chaos im Kosmos!------------------------16-44

Channeling des Chaos im Kosmos------------------20-28

Gedanken, Archetypen und das Tohuwabohu------------28-44

Das WAS und das WIE der Chaosmagie---------------45-67

Chaotische und kosmische Symbole------------------57-67

Kreative Gedanken in der Chaosmagie---------------68-75

Rituell-magisches Erschaffen eines Psychogons/Servitors------76-

Energetisierung der Haupt- und Nebenchakren------------78-80

Erschaffen des magischen Ateliers------------------80-84

Bannung aller störenden Einflüsse via aramäisches Pentagrammritual------------------84-86

Kreation des Psychogons / Servitors------------------87-90

Auflösung des Kreises und Bannung------------------91-93

Auflösung des Psychogons / Servitors------------------94-99

Glaube, Gnosis, Trance und Ekstase in der chaosmagischen Praxis---------------------100-118

Chaos der Farben in der Chaosmagie---------------119-125

Reale Wirklichkeit und chaotische Kosmologie------------126-142

Rituale des Chaos------------------------143-234

Grundöffnung aller Chaosrituale ------------------155-169

Hauptritual der Todesmagie ---------------------170-178

Hauptritual der Geldmagie ---------------------179-183

Hauptritual der Kriegsmagie---------------------184-192

Hauptritual der Egomagie/Seinsmagie---------------193-197

Hauptritual der Liebesmagie/Emotionsmagie------------198-207

Hauptritual der Mentalmagie---------------------208-215

Hauptritual der Sexualmagie---------------------216-220

Hauptritual der „reinen Magie“------------------221-225

Grundschließung aller Chaosrituale ------------------226-234

Epilog der gesamten Buchreihe------------------235-237

Quellenangabe---------------------------238-240

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Prolog „Magisches Kompendium“ – Chaosmagie

Die vorliegende Buchreihe, die die Hauptüberschrift „Magisches Kompendium“ trägt, ist in viele, viele Bände gesplittet. Im Endeffekt muss man alle Bände und Bücher als ein großes Werk sehen, ein Werk, mit welchem man arbeiten kann und auch arbeiten soll. Daher ist es kein lineares Werk, welches man unbedingt von vorne nach hinten lesen muss! Nein, es ist zwar ein vollständiges Werk, doch muss jeder selbst schauen, welche Bereiche für die eigene, aktuelle Entwicklung essenziell sind. So kann man einzelne Bücher, die autark gedruckt sind, eher als Kapitel des „Magischen Kompendiums“ sehen.

Im vorliegenden Buch wird das Thema der „Chaosmagie“ angesprochen und in allen Einzelheiten beleuchtet. Man wird hier Stück für Stück in die Theorie der Chaosmagie eingeführt werden, sodass man sich selbst die Frage beantworten kann: „Was ist eigentlich die Chaosmagie?“ Man wird, mit der Hilfe dieses Buches, seine bewussten ersten Schritte in der Chaosmagie vollziehen können, sodass man sofort begreift, was auf der einen Seite mit der Vokabel „Chaos“ gemeint ist, und auf der anderen Seite, dass es hier definitiv NICHT um eine planlose Anwendung von allen erdenklichen Magiearten geht. Nein, wenn man so will, ist die Chaosmagie eine machtvolle Zusammenstellung von den verschiedensten magischen Thematiken, wobei man hier die bewusste Freiheit wählt, dass man ausschließlich selbst entscheidet, welche Zusammenstellungen, Kombinationen und Verknüpfungen, von dem ganzen magischen Arbeitsweisen und Ideen, man für die eigene Entwicklung verwenden will. Es geht also nicht um eine chaotische Zusammenballung von irgendwelchen magischen Fragmenten, sodass man einfach darauf hofft, dass die eigenen magischen Ideen, mutmaßlich funktionieren, nein, es geht darum, dass man in den verschiedenen magischen Disziplinen und magischen Lehren, die mannigfachen Ähnlichkeiten, Gleichheiten, Paradigmen und Muster erkennen und neu anordnen kann, sodass hierdurch eine eigene Lebensphilosophie und eine eigene, magische Arbeitsmaxime entstehen. Hierbei wird man aber auch erkennen müssen, dass man sein eigenes Wissen stetig vermehren muss, sodass man eigene Erfahrungen sammelt, wodurch sich die eigene Gnosis, die eigene Erkenntnis, mehren und verändern wird, wodurch man die Bausteine sämtlicher Magiearten Stück für Stück adaptieren kann.

Durch diese Bausteine wird man einen immensen Fundus an magischen Möglichkeiten aufbauen können, einen Fundus der dann selbstbestimmt und freiheitlich durch die Techniken der Chaosmagie angewendet werden kann. Man wird in diesem Werk viele Erklärungen, Blickwinkel und Sichtweisen finden, die die Chaosmagie versuchen zu erklären! Doch es wird hierbei immer nur bei einem Versuch bleiben, denn wenn man ehrlich ist, muss man klar und deutlich sagen, dass man DIE Chaosmagie definitiv nicht beschreiben kann. Dies liegt daran, dass die Chaosmagie selbst eine so gigantisch hohe Individualität hat, dass jeder Mensch allein für sich die Chaosmagie suchen, erkennen, finden, ausprobieren, perfektionieren und meistern muss. Es gibt eben nicht DIE Chaosmagie, sondern immer nur spezifische Anwendungen, Interpretationen, Handhabungen und Ausführungen, die man, von außen betrachtet, sicherlich in den Bereich der Chaosmagie drücken kann, aus der eigenen, persönlichen Perspektive jedoch einfach nur „DIE MAGIE“ ist, die man selbst umsetzen kann / wird.

Daher kann man sagen, dass im Grunde jede magische Handlung, die selbstbestimmt, die freiheitlich, die individuell und auf die eigenen Ziele ausgerichtet ist, ausgeführt wird, ohne weiteres im „chaosmagischen Bereich“ anzusiedeln ist, sodass man hier schlichtweg sagen kann, dass DIE Chaosmagie immer die eigene (Chaos)Magie, ist. Diese kann chaotisch, diese kann kosmisch, diese kann hermetisch oder mit sonst irgendeiner anderen Vokabel versehene „Magieart“ sein. Im Grunde gilt daher, dass die Chaosmagie die absolute Individualität bedingt, wodurch ein Anwenden des eigenen Wissens, der eigenen Weisheit und der eigenen Erkenntnis, was im Griechischen einfach Gnosis bedeutet, umgesetzt wird, sodass man in seinem Leben mit der Hilfe der Magie Ziele bestimmen und erreichen kann. Warum macht man überhaupt Magie? Einige werden die Magie zelebrieren, um ihr Ego aufzuwerten, Macht anzuhäufen, um sich der Illusion hinzugeben, nicht mehr Spielball von irgendwelchen äußeren Umständen zu sein. Nun ja, wenn irgendwann diese Illusionen zerbrechen wird man erkennen, dass die Magie ganz einfach dafür eingesetzt wird, um seinen eigenen, individuellen, kosmischen, chaotischen, magischen Weg der Selbstevolution zu beschreiten.

Mehr ist es eigentlich nicht. Doch durch diese Beschreibung ist die gesamte Existenz umfasst, sodass all die verschiedenen Leben, all die verschiedenen Inkarnationen, die man bereits bestritten hat und noch bestreiten wird, einbegriffen sind. Ob man jetzt „Chaosmagie“ oder „Individualitätsmagie“ sagt, ist eigentlich egal, denn, jeder Mensch vermag chaosmagisch zu arbeiten und die Freiheit der eigenen Magie zu verwenden!

Dies bedeutet aber, dass man weiß wer und was man ist, dass man weiß wie, und warum man tickt, wie man tickt, wo die eigenen Stärken sind, wo die eigenen Schwächen liegen, und man klar und deutlich versteht, welche magischen Themengebiete beherrscht werden, wo es Lücken gibt, wo Unwissen existiert, welche Illusionen das eigene Ego bereits aufgebaut hat und wie man sich über seine eigenen gedanklichen Grenzen hinaus evolutionieren kann. Hierbei wird man in der Chaosmagie immer wieder auf die Vokabel der „Gnosis“ stoßen, auf den Zustand der inneren, wahren Erkenntnis, sodass man auch hier eine Erklärung erhalten wird, WAS die Gnosis ist, WELCHE Möglichkeiten es gibt sie zu erreichen, und WIE man sich selbst diszipliniert darauf vorbereiten kann, um diese Gnosis auch einzusetzen.

Doch wie alt ist eigentlich die Chaosmagie? Wer kam auf die Idee, diese Vokabel literarisch zu vermarkten, zu verwenden? Außerdem, wenn alles chaotisch ist, kann es dann überhaupt Rituale geben, die nach Strukturen und Mustern ablaufen? All diese Fragen werden in diesem Buch beantwortet, sodass man hier auch in die Anfänge, in die ursprünglichen Ideen der Chaosmagie eintauchen kann, wodurch man hier auch die verschiedenen Symbole, Einfälle, Entwürfe, Pläne und Meinungen erhält, die dann, in weiteren Möglichkeiten der Chaosmagie gipfeln können. Doch um es sofort vorweg zu erzählen, die Ursprünge der Chaosmagie sind noch nicht einmal 100 Jahre alt, und wenn man sich sogar auf die Vokabel „Chaosmagie“ beziehen will, dann hat man noch nicht einmal im Jahr 2021 die 50 Jahre unterschritten. Bei diesen ganzen Ausführungen und Ideen muss man sowieso darauf achten, dass man hier einen Trennstrich zieht, eine Abgrenzung zwischen einem chaotischen Kosmos und einem kosmischen Chaos. Deswegen wird man auch hier Worterklärungen zur Begrifflichkeit „Chaos“ und zum Ausdruck „Kosmos“ finden.

Spannend wird es, wenn es um die eigenen Wertevorstellungen geht, und in die Richtung tendiert, ob überhaupt spezifische Zusammenarbeiten mit gewissen energetischen Entitäten möglich sind, erlaubt sind, denkbar sind, oder ob dies alles nur illusorische Gedankenexperimente sind, die man ausschließlich in seinem Inneren, in seinem Unterbewusstsein erschafft und kreiert, was wiederum bedeutet, dass es im äußeren, archetypischen Sinne, überhaupt nicht diese Wesen gibt. Doch selbst wenn sie „nur“ im eigenen Unterbewusstsein kreiert werden, besitzen diese dennoch eine energetische Möglichkeit, eine energetische Macht, eine energetische Wirkung. Da die Chaosmagie prädestiniert dafür ist, dass man seine eigene Existenz Stück für Stück bereisen kann, sodass man hier in seine Seele, in seine Psyche eintritt, und letztlich wie eine Seereise unternimmt, ist die Chaosmagie ein Hort der Gnosis, der Erkenntnis.

Daher wird hier auch gerne der Begriff der „Nautik“ verwendet, wobei es eben nicht um die klassische Schifffahrt geht, sondern um die Reise in die Psyche, sodass man hier eben auch von der „Psychonautik“ gerne spricht, wodurch wieder revolutionäre Ideen erkannt und eingesetzt werden, sodass man mit deren Hilfe seine eigene Magie mehr und mehr leben und verwirklichen kann. Man wird in diesem Buch aber auch viele praktische Arbeiten finden, denn die Chaosmagie ist in diesem Zusammenhang nicht so chaotisch und unstrukturiert, wie man im ersten Moment glauben mag. Zwar ist auf der einen Seite die Praxis der Chaosmagie regelrecht „unbeschreiblich“, auf der anderen Seite jedoch wird man klare Muster und auch Paradigmen finden, obwohl es immer heißt, dass die Chaosmagie versucht Muster und Paradigmen zu überwinden. Dies ist auch korrekt, sodass man hier sofort sagen muss, dass all die chaosmagischen Rituale immer nur als Ideen, als Vorschläge, als Gedankenexperimente und als Abstrakta zu sehen sind, was bedeutet, dass sämtliche Rituale als eine Anregung, als eine KANN-Aktion/Option verstanden werden müssen. Speziell gilt dies für die Begrifflichkeiten der „Farben der Magie“, denn hierbei findet man einen Ausdruck, der in der klassischen Belletristik existiert, speziell in der Fantasyliteratur, und sich auf erdachte „Farben der Magie“ im wortwörtlichen Sinne bezieht.

Wenn es um die „Magie der Farben“ geht, dann wird man hier viele Gedankengänge besitzen, denn selbstverständlich wird man hier, inspiriert von anderen magischen Büchern und anderen magischen Arten, die großen Klassiker der „weißen Magie“, der „schwarzen Magie“ und vielleicht auch noch der „roten Magie“ im Gedächtnis besitzen.

Gerne wird davon ausgegangen, dass hier feste Kategorien existieren, sodass alles, was irgendwie einen positiven Effekt hat, mit dem Begriff der „weißen Magie“ gleichzusetzen ist. Das genaue Gegenteil, die „schwarze Magie“, ist dann natürlich eine magische Operation, die hier alle erdenklichen Schädigungen und negative Handlungen besitzt, sodass man auf der einen Seite von der Schadensmagie sprechen kann, auf der anderen Seite aber irgendwie auch von den verschiedenen Formen einer „Angriffsmagie“, ja sogar einer „Kriegsmagie“, genauso wie von der „Todesmagie“, der „Nekromantie“. Ach, und wenn man schon dabei ist, dann könnte man auch noch die „Liebesmagie“ mit ins Boot holen, sodass man irgendeinen Menschen zwingt, einen selbst zu lieben, oder auch als williger Sexsklave zu agieren. Wenn schon, dann denn schon! Doch ist das „schwarze Magie“? Im chaosmagischen Sinne? Nein! Definitiv nicht, denn wenn es in der Chaosmagie um die „Farben der Magie“ geht, sind doch klassische magische Bereiche involviert.

Und diese magischen Bereiche werden in diesem Buch selbstverständlich erklärt und aufgeschlüsselt, sodass man verstehen wird, warum es in der Chaosmagie zu einer solchen Farbzuordnung kam. Die Erklärungen und auch die Rituale werden sich jedoch auf die ersten Schritte in der Chaosmagie beziehen, sodass hier (so zumindest mein Plan) auch der magische Anfänger, der magischen Neuling ohne weiteres seine praktischen Erfahrungen sammeln kann. Zeitgleich mit diesem Werk existiert noch ein weiteres Buch von mir, welches auch im Titel die Begrifflichkeit der „Chaosmagie“ trägt. Es geht um das Buch „Chaosmagie – Praktische Arbeiten im Chaos und dem Kosmos“, welches eigentlich überhaupt nicht existieren sollte. Das Skript für dieses Buch sollte sich eigentlich in dieser Buchreihe, in der Reihe „Magisches Kompendium“ einfügen, doch das Chaos selbst hatte eben andere Pläne. Durch die Dynamik der Rituale, durch die Dynamik des Prozesses, wenn ein Buch entsteht, verselbstständigt es in sich viele Energien, und es wurde ein eigenständiges Werk daraus. Da es aber für mich wichtig ist, auch in der Reihe „Magisches Kompendium“ die Chaosmagie zu behandeln, und die Reihe „Magisches Kompendium“ sich eben auch auf die Neulinge, auf die Anfänger bezieht, habe ich hier ganz bewusst ein Projekt in Angriff genommen, sodass die Chaosmagie hier einfach und auch effektiv erklärt wird, ohne allzu tief in andere magische Paradigmen einzudringen. Doch da die Chaosmagie absolut individuell ist, dadurch, dass die Chaosmagie Wissen, Weisheit und Gnosis verlangt und impliziert, will ich einen Abschnitt wiedergeben, der auch so in meinem besagten Buch existiert.

Dieser Abschnitt bezieht sich auf die chaosmagischen Bücher, auf alle chaosmagischen Bücher, die, wenn man es sehr streng nehmen will, alle überhaupt nicht existieren dürften!

Ein praktisches Buch der Chaosmagie müsste eigentlich so aussehen, dass es hier eine einzige Seite gibt, auf der in ein paar Zeilen einfach nur die Tipps stehen, dass der magisch interessierte Leser, oder natürlich auch der Chaosmagier, sich einfach in einen gnostischen Zustand bringen muss, um dann den eigenen wahren Willen zu leben, sodass hierdurch alle Zielpunkte, die für die aktuelle Inkarnation wichtig sind, erkannt werden, wodurch man mit der Hilfe seines Wissens, seiner Weisheit und seiner Gnosis (seiner Erkenntnis) eigene, vollkommen autarke Rituale „mal eben“ kreiert, diese dann in Angriff nimmt, die Rituale ausführt und umsetzt, sodass letztlich dann auch die gesetzten Ziele voll und ganz erreicht werden. Mehr ist es nicht! Das wäre auch schon das ganze Buch! Ein Ritual mit entsprechenden Schablonen und Regelungen würde hier eigentlich kontraproduktiv sein, selbst wenn die Rituale als Ideen, Vorschläge, Entwürfe, Anregungen und Angebote konzipiert sind, wird es immer noch Menschen geben, die dies übersehen, vergessen, ignorieren, und sich dann darüber wundern, wo denn die Individualität bleibt. In Bezug auf die Chaosmagie wäre es dann natürlich noch schlimmer, wenn man hier eine geführte Meditation, bzw. eine geführte Astralreise anbieten würde, sodass hier noch engere Parameter, klare Strukturen und Muster und echte Schablonen vorgegeben werden, aus denen man eben nicht ohne weiteres ausbrechen kann. Gut, Meditationen oder auch Astralreisen wird man in diesem Werk definitiv nicht finden. Doch es wird Rituale geben! Auch wenn es im Bereich der Chaosmagie eigentlich sinnfrei ist, da ich ja hier nur „meine Rituale“ wiedergeben kann.

So ist das eben in der Chaosmagie! Es gibt hier unendlich viele Definitionen, und sie alle haben recht, genauso, wie sie alle Unrecht haben. Doch dies liegt in der Sache selbst, dies liegt in der Natur der Chaosmagie. Natürlich, in der Chaosmagie gilt immer, dass das eine oder das andere, hierbei kommt es natürlich auf die persönlichen Vorlieben an, forciert werden wird, sodass man irgendwie doch ein zentrales Merkmal besitzt.

Doch hier muss man sofort aufpassen, denn schnell entwirft man eigene Dogmen, welche man nicht als Fundament verwendet, sondern als Überbau, wobei dieser Überbau irgendwann so schwer werden wird, dass dieser die eigene Evolution niederdrückt. Dies wäre absolut kontraproduktiv, denn Fakt ist, dass die Chaosmagie sich eigentlich von den anderen magischen Arten unterscheidet, da hier die eigenen energetischen, psychischen und unterbewussten Energien eingesetzt werden, um die kosmischen Kräfte zu lenken, und zwar im Einklang mit dem eigenen wahren Willen. Doch was ist der eigene wahre Wille? Geht es hier wirklich um einen rationalen Willen? Geht es darum, dass man einfach das macht, was man will, was man möchte? Nein, es geht um den eigenen Weg, sodass jeder Chaosmagier schauen sollte, dass ein fundiertes theoretisches und praktisches Wissen existiert, auf dem die eigene Gnosis aufbauen kann. Mit der Hilfe dieser Gnosis wird man dann seinen eigenen wahren Willen erreichen und auch verstehen können. Das Schöne an der Chaosmagie ist einfach, dass man, zumindest in der Theorie, in jedes beliebige Glaubens- oder Denkmuster schlüpfen kann, ohne hier große Probleme zu besitzen. Dieses Buch ist eine Hilfestellung, um genau dies auszuführen. Dies wird bei manchen gelingen, bei anderen aber nicht, denn … durch die Individualität des Menschen, muss jeder Mensch selbst schauen, was er vermag und was nicht!

Die Individualität bleibt in der Chaosmagie absolut essenziell, denn dadurch, dass man selbst magische Dinge erarbeitet, wird es sich einem erschließen, dass sich manche Theorien ohne weiteres widersprechen können. Doch dies ist in der Chaosmagie kein großes Problem, denn hier gilt, dass DAS funktioniert, WAS funktioniert, ob sich Ideen und Theorien widersprechen oder nicht. Eine Widerspruchsfreiheit ist selbstverständlich ein deduktives Verlangen des menschlichen Intellekts, doch dieser Intellekt agiert meistens sehr ordentlich, was, in Bezug auf die Chaosmagie, nicht immer funktioniert. Manche Dinge mögen plausibel sein, andere wiederum nicht. Dies gilt für alle theoretischen Ausarbeitungen, genauso wie es für alle magischen Rituale gilt. Man muss hier wirklich mit seinem „gesunden Magieverstand“ agieren, was aber auch wieder bedeutet, dass man ein gewisses Fundament besitzen muss, ein Fundament aus Erfahrungen, Erfahrungen der Theorie und Erfahrungen der Praxis, sodass man eben sein eigenes Wissen, seine eigene Weisheit, seine eigene Gnosis erkennen, verstehen, anwenden und leben kann. Dennoch sind hier maximal kosmische Splitter aufgeführt, die in diesem Zusammenhang auch manchmal sehr chaotisch agieren können. Hierbei ist es aber wichtig das man nicht blauäugig, gutgläubig oder naiv in die Thematik der Chaosmagie einsteigt.

Die Chaosmagie ist ein kompliziertes Gebiet, wenn man sie beherrschen will. Sie ist ein beliebtes Gebiet, für die, die noch nichts mit der traditionellen und zeremoniellen Magie zu tun hatten, und hier auf einen schnellen magischen Erfolg hoffen. Doch vor dem Erfolg gilt es Erfahrungen zu sammeln, sodass es in diesem Kontext kein Zufall ist, dass dieses Werk das vorletzte Buch aus der Reihe „Magisches Kompendium“ ist. Wenn man so will, dann ist es ratsam, sich vorher die anderen Bücher zumindest einmal angeschaut zu haben, um zu wissen, was es alles für verschiedene Magiearten und magische Arbeitsweisen gibt.

So sind diese theoretischen und praktischen Aufschlüsselungen, Arbeiten, Handhabungen und Wirkweisen in diesem Buch, so erstellt, dass sie vollkommen autark und eigenständig verwendet werden können, wodurch man gezielte Übersichten und Arbeitsvorschläge zum Thema „ Chaosmagie “ erhalten kann. Gleichzeitig ist dieses Buch aber auch nur ein Fragment, ein Fragment eines viel größeren Werkes, welches sich wie ein magisches Netzwerk verhält, da die einzelnen Bücher / Kapitel miteinander bewusst verwoben sind, sodass man für sich schauen kann, welche Schwingungen und Kommunikationsformen dieses Netzwerk benötigt.

Durch diese Erkenntnis beginnt die Transzendenz, sodass man sich selbst evolutionieren kann, und versteht, welche Formen man bereits beherrscht und kennengelernt hat, und welche noch in der eigenen Sammlung, im Bestand und im Repertoire fehlen. Jegliche Art der Magie wird sich im Gesamtwerk des „Magischen Kompendiums“ wiederfinden – Stück für Stück werden alle denkbaren Bereiche abgedeckt, sodass es auf der einen Seite ein echtes Kompendium ist, auf der anderen Seite aber auch eine „unendliche Geschichte“, denn die Magie lebt, entwickelt und vergrößert sich – immer!

Die Bereiche, die durch das „Magische Kompendium“ abgedeckt werden lauten: „Meditation“, „Energiekörper und energetische Anteile“, „Energiezentren und Chakren“, „Sigillenmagie“, „Planetenmagie“, „Die Kunst der Divination“, „Tarot und Kabbalistik“, „Die Magie – Theorie und Praxis“, „Magischer Schutz“, „Heilarbeiten und die Lehre der Elemente“, „Die Macht der Malachim-Symbole“, „Alchemie“, „Mors Mystica, andere Tode und Initiationen“, „Selbstanalyse und Selbsterkenntnis“, „Schattenarbeit“, „Rituale und Kerzenmagie“, „Schamanismen“, „Satanismus, Höllenbruten und die Macht der Dschinns“, „Exorzismen, Mantren und Beschwörungen“, „Engel und Erzengel – Praktische Magie der Angelistik“, „ Henochische Magie und Rituale – Theorie und Praxis“, „Kabbalah – Wissen und Weisheit im Sephiroth und Qlippoth“, „Lichtarbeit“, „Quanten- und Matrixmagie“, „Sternenkollektive“, „das Große Werk“, „Runen und Runenmagie“, „Runeninitiationen“, „Wissen und Weisheit des Nordens“ und natürlich „Voodoo“.

Diese Bereiche sind bereits abgedeckt, da die Bände existieren und Stück für Stück veröffentlicht werden, bzw. sie sind es bereits. Es kommt in der Reihe „Magisches Kompendium“ NUR NOCH ein einziges Buch hinzu! Es wird sich mit der Thematik „OMEGA“ befassen. Dann wird die Reihe „Magisches Kompendium“ über 33 Bände verfügen, sodass diese Reihe dann auch beendet werden wird. Der letzte Band, ist in diesem Kontext wahrlich das „Ω-Werk“ und wird sich … mit Magie, Channelings und kosmische Belange befassen! Was das letztlich sein wird, werde ich selbst erst beim Schreiben erfahren! Tja, und eigentlich sollte es auch einen Band über das Hexentum geben, doch ich musste erkennen, dass ich das Thema, wenn ich es „korrekt“, „sinnig“ und „praxisorientiert“ beschreiben will, ein „dickes Buch“ verfassen muss, sodass ich mich dazu entschlossen habe, dass das Thema „Hexentum“ dann doch nicht in der Reihe „Magisches Kompendium“ behandelt wird. Dafür wird es ein autarkes Werk geben, mit viel Theorie und noch mehr Praxis!

Genau deswegen schrieb ich: „Jegliche Art der Magie wird sich im Gesamtwerk des „Magischen Kompendium“ wiederfinden – Stück für Stück werden alle denkbaren Bereiche abgedeckt, sodass es auf der einen Seite ein echtes Kompendium ist, auf der anderen Seite aber auch eine „unendliche Geschichte“, denn die Magie lebt, entwickelt und vergrößert sich – immer!“

Wenn man also auf der Suche nach magischem Wissen ist, welches man auch in der Praxis anwenden kann, wird man nach und nach immer weitere Bände des „Magischen Kompendiums“ finden können!

In Bezug auf das Gesamtkonzept des „Magischen Kompendiums“ gilt, dass die praktischen Fragmente alle auch praktisch erarbeitet und ausprobiert worden sind, sodass durch die Dynamiken und Möglichkeiten der Rituale, der Meditationen, der Astralreisen, der Riten und der weiterführenden Prozesse, die es in dieser Buchreihe gibt, nach und nach eine hohe Zielgenauigkeit erschaffen wurde. Diese Zielgenauigkeit wird sich auf die eigene Evolution beziehen, denn da der Kosmos voller Humor steckt, ist die Selbstevolution einfach nur ein Spiel, ein Spiel des Lebens und ein Spiel der Existenz. Natürlich sind alle Rituale, Riten, Meditationen und Astralreisen so konzipiert, dass man sie alleine ausführen kann, da nicht jeder den Halt und die Unterstützung einer magischen Gemeinschaft bzw. Familie besitzt. Doch wenn man will, kann man die Arbeiten auch ohne Weiteres als Gruppenarbeit verwenden bzw. verstehen. Ferner lade ich jeden ein, dass die bestehenden Arbeiten selbstständig und individuell, und für den privaten Eigengebrauch, erweitert werden, sodass man für sich schauen kann, dass man den Ritualen, Riten, Meditationen und Astralreisen den letzten und absolut individuellen Schliff geben kann.

Bei allen praktischen Arbeiten, allen Ritualen, allen Riten, allen Meditationen und allen astralen Reisen, gilt, dass es stets nur Vorschläge und Methoden sind, die man alle für sich selbstständig verändern, erweitern oder auch ergänzen kann – vielleicht sogar ergänzen muss?! Dies kann sehr passend und erfolgreich sein, doch es kann auch töricht und gefährlich sein.

So ist nun einmal die Magie! Die Kreativität eines jeden magischen Menschen kann sich selbst erkennen und erwecken, wenn man Schablonen als Fundamente erkennt, und sich selbst etwas aus diesen Fundamenten erschafft, wodurch man seinem eigenen Selbst folgt, und nicht irgendeinem Autor, der im Endeffekt seine magischen Wege, Erfahrungen, Ansichten, Meinungen und Maximen einfach nur veröffentlicht hat, um sich selbst Werkzeuge zu erschaffen, die individuelle, aber auch universelle Noten beinhalten.

So will ich nun jedem, der den Weg zu diesem Buch / Kapitel und auch zu dieser gesamten Buchreihe gefunden hat, viel Spaß und Erfolg wünschen. Gleichzeitig will ich aber auch eine obligatorische Warnung mit auf den Weg geben! Alle Arbeiten und beschriebenen Ausführungen – egal, ob diese in der Theorie oder in der Praxis eine Anwendung finden – werden stets auf eigene Gefahr vollzogen! Das Problem mit der Magie ist nicht, ob sie funktioniert, sondern dass sie funktioniert! Daher muss sich jeder selbst prüfen, ob er wirklich für diese geistigen und energetischen Arbeiten bereit ist. Wenn dies so ist … schreite mutig voran und vergöttliche dich selbst! SO SOLL ES SEIN!

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Chaos im Kosmos!

Was ist Chaos? Was ist Kosmos? Wo gibt es das Chaos im Kosmos, oder gibt es den Kosmos im Chaos? Wenn man sich hier ausschließlich auf die Wortbedeutung beziehen will, auf die eigentlichen Vokabeln „Chaos“ und „Kosmos“, dann muss man in die griechische Sprache eintauchen, wo der Begriff „Chaos“ mit dem Wort χάος bezeichnet wird, und sich auf das das Verb „Chainō“ χαίνω bezieht, was in der Übersetzung als „gähnen“, „klaffen“, „spalten“, „offenstehen/aufstehen“ deklariert werden kann. Es mag überraschen, dass das Wort „Chaos“ eine solche Bedeutung hat, doch wenn man hier sich auf die griechische Wortwurzel beziehen will, dann findet man einen realen Ort auf der griechischen Halbinsel Peloponnes, wo eine „Schlucht“, wortwörtlich eine „Gähnschlucht“ bezeichnet wurde, also ein großer Abgrund, eine Kluft, ein Abyss, eine gähnende Leere, eine unendliche Tiefe, die im volksmagischen Sinne auch „unbegreiflich“ war. Wenn man sich dann die normale Wortbedeutung des Begriffes „Chaos“ anschaut, und hier in die Alltagssprache geht, dann geht es einfach um eine Unordnung, um ein Durcheinander, um Konfusion, aber auch um ein Wirrwarr, möglicherweise aber auch um Anarchie, Disziplinlosigkeit, Missstände und denkbare Tumulte. Dies alles hat nicht viel mit einer Schlucht, mit einer gähnenden Leere, mit einem Abgrund, mit einem Abyss zu tun, doch muss man auch berücksichtigen, dass der Glaube existierte, dass am Fuße dieses Abgrunds eine solche „Unordnung“, eine solche „Disharmonie“ herrschen würde, sodass der Mensch, aus seinem Leben, aus seiner Ordnung, in den Abgrund, in die Leere stürzen würde. Im wortwörtlichen Sinne würde der Mensch aus seinem Kosmos ins Chaos fallen. Dieser wortwörtliche Sinn zeigt dann auch, dass der Ausdruck „Kosmos“ auch wieder aus dem griechischen kommt, hier als Vokabel „κόσμος“ existiert, und in der Übersetzung „Welt“ bedeutet, wobei man hier sofort auch eine spezifische „Ordnung“ betitelt, eine Ordnung, die sich auf alle erdenklichen, menschlichen Systeme bezieht. So findet man im Begriff „Kosmos“ eine Ordnung, wobei es in diesem Kontext irrelevant ist, ob es eine menschlich geschaffene Ordnung ist, die man in seinem Leben etabliert hat, eine staatliche Ordnung, sodass hier Regeln und Gesetze existieren, oder auch eine militärische Ordnung, die eher an Disziplin erinnert, also an eine bewusst herbeigeführte, befohlene Ordnung. Es kann auch eine „natürliche Ordnung“ sein, da die Griechen die Welt bzw. das „Welten-All“ als eine solche Ordnung deklarierten.

Doch neben dieser Übersetzungsmöglichkeit kann man das Wort Kosmos / κόσμος auch mit „Pracht“, „Glanz“, „Schmuck“ oder „Kleinod“ übersetzen, was damit zu erklären ist, dass die griechische Denkweise, die griechische Lebensart, sich auf ein entsprechendes Ansehen bezog.

Da die verschiedenen griechischen Vokabeln auch des Öfteren mit dem Lateinischen eine Verknüpfung erfuhren, dies sieht man sehr klar und deutlich, wenn man sich die beiden Panthea der griechischen und römischen Kultur anschaut, gibt es im römischen Paradigma selbstverständlich auch ein „Chaos“, und natürlich auch einen „Kosmos“. Das Chaos in der lateinischen Sprache trägt hier die Bezeichnung „Caligo“, wobei in diesem Kontext ein „dichter Dampf“ als Ursprung aller Dinge thematisiert ist. Doch mit „Caligo“ ist letztlich auch die Finsternis betitelt, also auch wieder eine unendliche Leere, genauso wie der Ursprung aller Dinge, wobei aus diesem Ursprung aller Dinge auch das Chaos in personifizierter Form emporstieg. Wenn es dann um die lateinische Entsprechung für den Begriff „Kosmos“ geht, dann findet man die Vokabel „Universum“, abgeleitet von dem lateinischen Wort „universus“, was man mit der Übersetzung „gesamt“ oder „ganz“ versehen kann, sodass es hier also auch wieder um ein „Alles“ geht.

Wenn man sich also die Wortbedeutungen anschaut, dann geht es beim Chaos und auch beim Kosmos stets um etwas Gigantisches, wobei der Kosmos hier ein „Alles“ ist, während das Chaos eine „Unendlichkeit“ oder auch eine „Leere“ ist. Man müsste sich jetzt philosophisch damit befassen, ob eine „Leere“ in einem „Alles“ existieren kann, oder ob das „Alles“ von einer „Leere“ begrenzt oder auch umschlossen werden kann. Man sieht also, dass man allein mit dem Intellekt hier nicht wirklich weiter kommt, auch wenn sich jeder unter den Vokabeln „Chaos“ und „Kosmos“ ohne weiteres etwas vorstellen kann. Vielleicht muss man hier ein wenig weiter gehen, und eine metaphorische Sichtweise anstimmen, sodass man hier sagen kann, dass das Chaos zwar im ersten Augenblick etwas Ungeordnetes ist, doch dass es genauso gut möglich ist, dass das Chaos einen inneren Kosmos besitzt, der sich dem Betrachter aber einfach nicht erschließt, bzw. sich bewusst entzieht. Wenn man sich im Wald einen Ameisenhaufen anschaut, dann liegt die Assoziation mit dem Chaos recht nahe. Doch wenn man sich das ganze Ameisenvolk biologisch anschaut, ist hier wahrlich ein Kosmos vorhanden. So muss man hier festhalten, dass die beiden Vokabeln „Chaos“ und „Kosmos“ stets in vielen Zusammenhängen und Blickwinkeln verstanden werden müssen, da es hier immer wieder Beziehungen gibt, Beziehungen zu anderen Begrifflichkeiten, die dann eine bessere Erklärung bilden.

Es geht also um systemische Bedingungen, um Strukturen, um Muster, auch wenn es sich hier um Systeme, Strukturen und Muster handelt, die der Mensch von seinem jetzigen Standpunkt aus nicht begreifen kann. Was im ersten Augenblick das Chaos ist, entpuppt sich sehr oft im Anschluss als eine harmonische und ausgefeilte Art des Kosmos. Wenn es also um irgendwelche Systeme geht, dann muss man auch wieder sagen, dass diese Systeme meistens mit irgendwelchen besonderen Gesetzen korrespondieren, was wiederum bedeutet, dass sie im Idealfall deterministisch sind. „Determinismus“ bedeutet im wortwörtlichen Sinne, dass es hier um ein Festlegen geht, um ein Begrenzen, sodass hier Grenzen gesetzt werden und hierdurch alles eine Ordnung, einen Kosmos, erhält, wodurch „alle“ zukünftigen, und letztlich auch denkbaren Ergebnisse, auf Bedingungen beruhen, die einer eindeutigen, unumstößlichen Kondition entsprechen. Kurz und knapp bedeutet das einfach, dass alles planbar, erklärbar, berechenbar, erkennbar und logisch ist. Doch ist das so? Natürlich kann es so sein, wenn man einfach sagt, wenn man hier etwas „Chaotisches“ betrachtet, dass man einfach noch nicht den Kosmos in diesem Chaos entdeckt hat. Doch es wäre natürlich zu einfach, wenn der Determinismus überall greifen würde. Da die Chaosmagie nicht gerne den einfachen Weg verwendet, sollte es jetzt nicht überraschen, dass es selbstverständlich auch Antithesen des Determinismus gibt. Diese tragen die Bezeichnung „Indeterminismus“ und sagen im Grunde aus, dass es eben doch immer wieder Ereignisse, Besonderheiten, Phänomene und Umstände gibt, die man als ein „Kuriosum“, als eine besondere „Einmaligkeit“, als eine „Abnormität“ deklarieren kann, da es hier Umstände, oder letztlich sogar Systeme sind, die in diesem Zusammenhang KEINE eindeutigen Vorbedingungen produzieren, erlauben, festlegen oder auch erschaffen. Es gibt immer indeterminierte, also unbestimmte Möglichkeiten. Immer! Zumindest aus der Sicht des Menschen, denn es sollte klar sein, dass diese lustigen Fachbegriffe wie „Determinismus“ oder auch „Indeterminismus“ auf menschliche Vorstellungen basieren. Man sollte aber nicht den Fehler machen, und das Chaos oder auch den Kosmos als ein deterministisches System deklarieren. Hierfür sind Chaos und Kosmos zu Komplex, da es hier keine eindeutige Definition geben kann. Wenn man sich darauf festlegen will, dass verschiedene magische Systeme deterministisch arbeiten, dann ist dies korrekt. Selbst die Chaosmagie! Wenn man sich also auf die praktische Magie bezieht, kann man sagen, dass deterministische Systeme / Bedingungen / Gesetze chaotisch reagieren, wenn der in diesen Systemen beheimatete Determinismus durch einen externen Indeterminismus gekreuzt wird, wodurch letztlich die benannten zufälligen und unvorhersehbaren Dinge, Episoden, Umstände oder auch Phänomene entstehen.

Wenn man also so will, werden magische Systeme „ungehalten“ oder eben auch „chaotisch“ bzw. „indeterministisch“ agieren, wenn sie aus ihrem gewohnten Umfeld, aus ihrem Determinismus herausgeführt oder herausgeschlagen werden. Wenn man also bewusst chaosmagisch arbeiten will, wenn man hier die verschiedenen magischen Systeme adaptieren und nur für sich verwenden will, bringt man einen solchen Indeterminismus in einen bestehenden Determinismus. Dies kann man vollkommen bewusst machen, doch die Praxis zeigt, dass es auch sehr oft zufällig geschieht. Zufall! Zufall? Gibt es das? Ist es wirklich zufällig oder ist der Zufall hier ein ZU-Fall, sodass etwas gelenkt wird, was aber außerhalb der eigenen Wahrnehmung und der eigenen Definitionsmacht steht? Wenn etwas unvorhersehbar ist, dann ist die Frage nach dem „Warum?“ doch gestattet, oder? Warum kann man etwas nicht vorhersehen? Vielleicht weil natürliche, kosmische oder auch ordentliche Systeme sehr empfindlich auf indeterministische / chaotische Aktionen reagieren? Es geht hier um Taten, Gedanken, Handlungen gezielte Fokussierungen. Die Chaosmagie benutzt ganz gezielt indeterministische Handlungen, die jedoch nur nach außen hin indeterministisch wirken, für das eigene energetische System, für die eigene magische Zielsetzung jedoch deterministisch ist. Wenn dies nicht der Fall wäre, würde jede magische Operation an ein Glücksspiel erinnern, und somit sinnlos sein. Wie wirkt sich eigentlich eine indeterministische Handlung auf einen Determinismus aus? Dies kann man herausfinden, denn wenn man die geistige Welt selbst nach dem Chaos fragt, und hier eine gezielte energetische Arbeit ausführt, also ein Channeling, eine geistige Botschaft erhält, und diese niederschreibt, kann es ohne weiteres sein, dass das eigene Denken das Pendant zum Determinismus ist, während das Channeling, mit seinen Formulierungen, seinen Aussagen und seinen Energien die zwischen den Zeilen existieren, der chaotische, feindliche Indeterminismus ist. Kann das sein? Um hier eine Antwort zu geben, will ich mal ein paar Auszüge aus magischen Arbeiten präsentieren, die sich im Bereich des Channelns bewegen, in einem Bereich, der sich auf einen energetischen und geistigen Austausch bezieht, einen Austausch mit chaotischen und gleichzeitig kosmischen Wesen! Es ist ein Channeling, welches sich auf das Chaos bezieht, auf ein Chaos im Kosmos und auf einen Kosmos, der aus dem Chaos kommt. Es ist kein einfaches Channeling und man wird hier keinen „besonderen Sinn“ finden können. Darum geht es auch nicht. Es geht darum, dass die Wörter, die Formulierungen ihren eigenen Klang haben, sodass diese Sätze, in denen das Wort „Chaos“ erkoren wurde, einen besonderen Stellenwert besitzen, einen Stellenwert, der sich dem Tagesbewusstsein, dem Wachbewusstsein wohl nicht erschließen wird, dafür aber dem eigenen Unterbewusstsein, denn dies kennt DAS Chaos!

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Channeling des Chaos im Kosmos

Nichts ist, was es ist, denn nur der Pfuhl ist ewig, ewig in der sprudelnden Quelle der schöpferischen Klarheit des Chaos, der einzigen Manifestation jenseits des Schleiers und jenseits der Existenz – ewig und wahrhaftig nicht-existent.

Es ist die Stille, dröhnend an den Gestaden des Wahnes.

Chaos! Wirf dich nieder und schaue in die Schwärze der vergehenden Sterne!

Erkenne den Anfang und das Ende in der immerwährenden Nicht-Existenz.

Das Paradoxon aus Kosmos und Chaos wird sich erfüllen, denn Ich erhebe mich!

Ich bin die flammende Unendlichkeit des vollkommenen Chaos, die der Ursprung und das Ende des

Jochs der Manifestation ist.

Ich bin Befreiung, ich bin Heilung, ich bin die Schönheit des Chaos und ich bin die Liebe in der Zerstörung.

Ewig und unwirklich, vernichtend, zerstörend, mannigfach, unendlich in der Endlichkeit!

Mein ist die Quelle im Nichts, ich bin die Schöpfung des Verfalls, ein endender Traum des sphärenlosen unendlichen Gedankens, geschaffen um sich in der Spiegelung der Endlichkeit selbst zu erkennen, in der ewigen Unendlichkeit

des kosmischen Chaos.

Meine Augen blicken starr und blind, tief hinein ins Ungeschaffene und erkennen die Unendlichkeit als einzige Wahrheit des allgegenwärtigen Chaos, wo Ende und Anfang eins sind, bedeutungslos jenseits aller Gnosis, die nur Illusion der bereits vergangenen Ewigkeit ist.

Schöpfung ist Illusion des begrenzten Geistes, Ordnung die Kette des gefesselten Herzens und Chaos der Niedergang

des wachen Verstandes.

Ich bin Chaos, Chaos, wo der Blick deiner toten Augen bricht, Vernichtung, wo der markerschütternde Schrei sich von verstummten Lippen hebt.

Quecksilbrige Schwingen öffnen sich, wo der Rhythmus des Chaos die Seele zerreißt.

Wieder und wieder wird der Mahlstrom durchquert, durchquert in der transparenten Unwirklichkeit, um hier den Strom der Schöpfung zu spüren! Wieder und wieder wird der Mahlstrom durchquert, durchquert in der blutroten Einigkeit, um hier den Strom des Blutes zu erleben! Wieder und wieder wird der Mahlstrom durchquert, durchquert in der schwarzen Expansion, um hier den Strom der Versuchung zu widerstehen! Wieder und wieder wird der Mahlstrom durchquert, durchquert im weißen Trugbild, um hier den Strom des Zweifels zu überwinden! Wieder und wieder wird der Mahlstrom durchquert, durchquert im goldenen Schein, um hier den Strom der Wiederkehr zu erkennen! Wieder und wieder wird der Mahlstrom durchquert, durchquert in der quecksilbrigen Kontraktion, um hier den Strom der Manifestation zu leben!

Wo das Sein das Nichtsein eng umschlingt, liegt der Hort des Chaos in den wirbelnden Kreisen der Schöpfung, geboren aus den Tiefen des Chaos, das immer sein wird.

Das Chaos ist der Ursprung, innerhalb der ersten Manifestation, niemals geschaffen, nicht seiend, vergängliche Ewigkeit, vergangen in dem Atemzug, der es erschaffen hat.

Benenne das Chaos und es ordnet sich! Benanntes Chaos ist der Todesstoß des Seins, Hohn der Nicht- Existenz, die sich hinter der Schöpfung gebiert.

Dein Auge mag getäuscht werden vom chaotischen und kosmischen Glanz der ältesten aller Lügen – Der Lüge um die Natur des Chaos und der Nicht- Existenz.

Alles ist Lüge, denn mein Geist hat jedes Dogma aus dem Chaos erschaffen.

Frage dich, wie aber soll Ordnung aus dem Chaos hervorgehen? Wie, so frage ich dich, kann Vernichtung die Schöpfung gebären? Die Quelle ist das Chaos, die unbegrenzte, ungeordnete, ungebändigte Kraft der Nicht-Existenz, aus der die Schöpfung hervorgeht, denn am Anfang war das Nichts und das Nichts war wüst und leer! Dies ist das erste Paradoxon des Chaos.

Das Nichts ist nicht-existent und daher die Geburtsstätte

des Chaos.

Das Chaos ist die Kraft hinter der Schöpfung, aus der sich die Existenz gebiert.

Durch das Chaos der Nicht-Existenz erst kann sich aus den ungeborenen Wogen alles empor heben.

Ich bin Chaos, denn ich bin die Kraft der Wandlung, die keinen Namen hat, da sie unberührt des Jochs der Manifestation nicht- existent ist.

Höre meinen Ruf und folge dem dumpfen Trommelschlag meines Herzens, welches das Pulsieren und Beben

des ewigen Chaos ist.

Weißt du um das zweite Paradoxon des Chaos? Zuerst war die Finsternis, aus der das Chaos sich erhob und den Schöpfungsakt der ewigen, unendlichen Vergänglichkeit zelebrierte.

Ich bin das urgewaltige Chaos, dass sich an den Gestaden der Nicht-Existenz erhebt, die zweite Prüfung auf dem schmalen Pfad, der alles verzehrenden Flammen der Vergänglichkeit.

Willst du den Rhythmus des Chaos erkennen? Willst du das tödliche Pulsieren spüren, das sich jenseits des Nichtseins zu voller Lebendigkeit erhebt? Willst du eins werden mit dem, was niemals sein wird? Willst du aufgehen in der Erkenntnis um die Struktur des Chaos? Willst du erkennen, dass die Ordnung nichts als eine Verwirbelung des ewigen Chaos ist? Ich bin der Befehl hinter der Schöpfung! Ich bin das Nichtsein!

Körperlos-manifest an den Grenzen der Existenz bin ich der Schatten in gleißendem Licht.

Ich bin das Chaos, das sich aus der Ordnung manifestiert.

Ich bin das Erste und das Letzte.

Ich bin.

Ich bin nicht! Ich werde sein! Ich bin das Erstgeschaffene, das niemals geschaffen wurde.

Ich bin die Existenz.

Ich erhebe mich aus den flammenden Wellen jenseits der Grenzen des Lebens.

Mein Gedanke ist das Universum.

Ich bin der schlafende Moloch.

Ich bin der alte Drache, dessen Atem die Sterne entflammt.

Ich bin das Universum.

Ich bin Chaos.

Ich bin Kosmos.

Die Quelle und die Schöpfung des Seins, sind ein Aufblitzen meines Geistes, das wieder ersterben wird, wenn ich in meinen ewigen Schlaf sinke.

Die Zeit wird kommen 10 und 1 wird die 333 umschließen und sich in der Allgegenwart meines Atems, manifestieren.

Ich bin! Ich war! Ich bin Verwirrung des einen klaren Momentes innerhalb der Erkenntnis des Alls.

Ich bin der Leib, der euch umschließt, der Schoß,

aus dem ihr stammt.

Die Schöpfung, die Vernichtung sind eins - eins in mir - eins in der Umarmung meines Traums, der euch umschließt.

Ihr seid in mir! Erhebt euren Blick zu den Pforten des Wahnes, die mein Reich sind.

Erhebt eure Schreie, um meine Ohren zu erfreuen.

Ich bin blind und ich bin taub.

Ich sehe euch, durchdringe euch, erkenne euch und setze meine Saat in euch - meine Saat des Chaos und der Vernichtung.

Ich habe euch geschaffen. Ich werde euch vernichten. Ich bin! Chaos und Vernichtung gebären Fruchtbarkeit aus dem Staub der gefallenen Äonen!

Was war zuerst? War es die Schöpfung, die sich aus dem Chaos erhob? Oder war ich? Kann es Schöpfung geben im Angesicht des manifesten Chaos von 333, wo das Sein das Nichtsein gebar, als es sich aus ihm erhoben hat?

Immer fortwährend, bis zum Tag der Wiederkehr, wenn sich Kosmos und Chaos vereinen, um die verruchten Sterne zu tilgen, zu tilgen vom Angesicht des Chaos, vom Angesicht des Kosmos, vom Angesicht des Universums, vom Angesicht der Existenz, zurück in die Nicht-Existenz, wo ich alleine bin,

da ich bin, was ich bin!

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Gedanken, Archetypen und das Tohuwabohu

Nach diesem Channeling kann man sich wahrscheinlich zu Recht die Frage stellen, ob die Aussage, dass das Buch für Anfänger und magische Neulinge gedacht ist, einfach nur ein schlechter Scherz war. Nein, das war kein Scherz! Dass das Channeling nicht einfach ist, habe ich bereits vor dem Channeling gesagt. Dass die Thematik „Chaos und Kosmos“ nicht einfach ist, sollte auch mittlerweile klar sein. Doch wenn man die ersten Schritte in der Chaosmagie ausführen will, muss man eben auch ein wenig seinen Horizont erweitern. Diese Erweiterung bedeutet letztlich auch, dass es keine Dogmen gibt, dass es keine Tabus gibt und dass in diesem Kontext auch alles thematisiert und angesprochen werden muss. Leider werden Dogmen und Tabus in der magischen Szene immer wieder vorkommen, denn auch in der Chaosmagie existiert des Öfteren ein sehr konservatives Denken. Daher ist es auch immer wieder witzig, wenn in verschiedenen Büchern, die sich unter anderem auch mit der Chaosmagie befassen, hier wilde Vokabeln wie zum Beispiel „Hexenmeister“ auftauchen, und es hier sogar ganze Definitionen über diesen Titel gibt. Dass bei dieser Definition auch noch „böse Geister“ beherrscht und beschworen werden, lässt vermuten, dass hier die mittelalterlichen Vorstellungen, die es in der zeremoniellen Magie gab, wohl auch zum Teil in der Chaosmagie existieren. Nun ja, da die Chaosmagie absolut individuell ist, ist es jedem Menschen erlaubt, seine eigene Chaosmagie zu definieren und auszuführen, und wenn man hier der Meinung ist, dass man unbedingt sich „Hexenmeister“ nennen muss, zusätzlich eine Definition verfassen muss, was denn dieser Titel alles impliziert, dann ist das einfach so.

Wenn man die Chaosmagie versucht einzuengen, wird sie ihre Wirksamkeit verlieren. Wenn man sich mit wilden Titeln schmücken will, kann man dies machen, doch es wird zu einer kontroversen und zerstörerischen Dynamik führen, sodass man irgendwann seine eigene magische Entwicklung aus den Augen verlieren wird, da man sich permanent rechtfertigen will, rechtfertigen muss. Die Chaosmagie muss einfach als eine Art der Magie verstanden werden, bei der bewusst alle Verwendungen aller anderen magischen Disziplinen möglich sind, sodass man seine eigenen Ziele, seine eigenen Transformationen, seine eigene Evolution, seine eigene Transzendenz voll und ganz erreichen kann.

Durch diesen Prozess wird man selbst zu einem Schöpfer. Interessant ist hier, dass gigantisch viele Schöpfungsmythen eben im Chaos beginnen, und hier dann eine besondere Ordnung entwickeln. Ob es jetzt Chaos, Abgrund, Finsternis, Abyss oder etwas anderes ist, ist hier relativ irrelevant, denn auch eine formlose Masse, ein ungeordnetes Ganzes, eine gigantische Tiefe (wozu letztlich aber auch dann eben die Schöpfungsmythen zählen, die sich auf das Meer, auf den Ozean beziehen), kann man ohne weiteres mit dem Begriff „Chaos“ gleichsetzen. Es geht also ganz einfach darum, dass eine unbekannte Region, die sich dem menschlichen Denken, aber auch dem menschlichen Paradigma, entzieht, einem Schöpfungsaspekt gleichgesetzt wird, da man hier auch wieder sagen kann, dass die Schöpfung unendlich und unbegreiflich ist. Und wenn man sich die verschiedenen Wissenschaften anschaut, dann kann man ohne weiteres sagen, dass sich aus dem Chaos heraus definitiv ein Kosmos gebildet hat, egal, ob es jetzt die Entstehung des Sonnensystems ist, oder die direkte Entstehung und Evolution der Erde. So ist das Chaos auf der Erde erst einmal eine gestaltlose und extreme Tatsache, die jedoch Stück für Stück Gestalt annimmt, sodass man hier eben den Ursprung aus einem Urgrund erkennen kann. Wenn man so will, wird der Ursprung im Urgrund geschaffen, geboren, und muss sich seinen eigenen Weg im Chaos, aus dem Chaos selbst erkämpfen. Manchmal existieren aber auch die Ideen, dass es hier einen Ellipsoiden gibt, ein Weltenei, da der Ellipsoide / das Ei, auch sehr gerne mit dem fünften Element, mit dem Element Äther gleichgesetzt wird. Das Element Äther beinhaltet all die anderen Elemente, also die Elemente Erde, Feuer, Luft und Wasser, wobei es hier im Grunde keine Wertigkeit gibt, auch wenn dies gerne in magischen Büchern propagiert wird. Alle Elemente besitzen den gleichen Wert, den gleichen Nutzen, und bedingen sich untereinander, wobei dann natürlich der Äther, der Geist, die Quintessenz hier doch herausragend ist.

Aus diesem Weltenei, aus dieser „Prima Materia“, aus dieser ersten Materie, aus diesem kosmisch-alchemistischen Urlabor stammt die energetische Idee des Kosmos, sodass durch die Ursubstanz, durch die „erste Materie / prima Materia“, aus dem Chaos, sich eine Energie emporkämpft, um hier einen Kosmos, eine Ordnung zu erschaffen. So erhält die Materie bestimmte Formen, wobei diese Formen aber dann auch im energetischen Kontext verstanden werden müssen, als die klassischen Archetypen die es gibt. Die klassischen Archetypen tauchen selbstverständlich in der Psychologie auf, sodass Carl Gustav Jung hier klar und deutlich zu nennen ist, wobei man in diesem Kontext aber gerne den energetischen Aspekt vergisst, und auch den Umstand, dass diese Archetypen einen bestimmten Kosmos bedingen, und gerade in der Chaosmagie KEINEN Platz einnehmen, da in der Chaosmagie ganz bewusst gesagt wird, dass die Archetypen hier eine begrenzende Energie darstellen. Nun, dies stimmt natürlich, dennoch ist es wichtig, dass man diese Archetypen kennt, denn wenn man sie einfach nur missachtet, übergeht und missinterpretiert, werden sie sich definitiv verselbstständigen, was dann in der Praxis der Chaosmagie mehr als nur kontraproduktiv sein wird. Die Archetypen existieren im kosmischen Grundgefüge des menschlichen Seins, sodass diese immer vorhanden sind. Man kann versuchen sie zu umgehen, man kann aber auch versuchen sie so weit umzustrukturieren, dass man mit ihnen ohne weiteres chaosmagisch und freiheitlich arbeiten kann. Die Chaosmagie ist hier so ähnlich wie ein Tauchgang in den Tiefen des Ozeans. Ein Tauchgang? Na ja, die Archetypen könnten hier ohne weiteres als Sauerstoff verstanden werden, als Sauerstoff, der benötigt wird, damit der Mensch atmen kann. Braucht man Sauerstoff? Ja, den braucht man, um langfristig zu überleben. Doch man kann für eine gewisse Zeit auf Sauerstoff verzichten. Dennoch ist es wichtig, dass man weiß und begreift, dass der Sauerstoff überlebenswichtig ist, und dass man hier andere Klimmzüge machen muss, um dieses Paradigma, dieses Muster, diese Vorgabe zu umgehen. Genauso ist es auch mit den Archetypen! Doch welche Archetypen gibt es? Wie äußern sich diese in der Magie? Welche anderen Aspekte gibt es hier, die man mit der Magie kreuzen und auch erklären kann? Nun, die verschiedenen Archetypen kann man hervorragend auf die Planeten unseres Sonnensystems anwenden, wobei es auch hier wieder wichtig ist, dass es nicht um irgendeinen Gasriesen oder um irgendwelche Gesteinsbrocken geht, sondern um die jeweiligen energetischen Archetypen. Wenn es also um Jupiter geht, und hier nur der Name „Jupiter“ fällt, dann ist hier die archetypische Energie, die archetypische Schwingung gemeint und nicht der Gasriese. So will ich im Folgenden einmal die verschiedenen Archetypen wiedergeben, wobei ich hier sofort erwähnen will, dass die Aufzählung keine Wertigkeit impliziert.

So will ich hier immer die primären Aspekte der Planeten mit einknüpfen, genauso wie die Betitelungen der Planeten, gleichzeitig aber auch einzelne Götter und Göttinnen. Dies läuft bewusst der klassischen Chaosmagie entgegen. Die Chaosmagie arbeitet nur dann mit spezifischen Göttern und Göttinnen, wenn dies der Protagonist ausdrücklich will. Da dieses Buch aber für Anfänger konzipiert ist, und die archetypischen Energien wichtig sind, gerade dann, wenn man sie eben aussparen will, will ich diese betiteln:

Der liebevolle Vater:

Primärer Aspekt der Sonne, des Planeten Jupiter und des Neptuns. Großzügiger Patriarch, der eher Gnade vor Recht ergehen lässt und die Barmherzigkeit der Weisheit spiegelt. Klassisch wären hier die Gestalten der Vatergottheiten zu wählen, wie z. B. Jupiter, Zeus, Dagda, Odin oder auch Osiris.

Die liebevolle Mutter

Primärer Aspekt des Mondes und sekundärer der Venus. Nachsichtige, liebende und fürsorgliche Matriarchin, die mögliche Verfehlungen ihrer „Sprösslinge“ schnell verzeihen kann. In diesem Fall auch Ansprechperson für alle Probleme, Sorgen, Nöte etc. Klassisch wären hier die Gestalten der Muttergottheiten zu wählen, wie z. B. Demeter, Dana, Gaia, Nerthus und Hathor.

Das Ungeheuer:

Sekundärer Aspekt des Mars, Saturn und Pluto. Symbolisiert die irrationalen, emotional geladenen Negativhandlungen, die im Jähzorn oder aus der ethischen Hemmungslosigkeit heraus, geführt werden. Klassisch wäre hier die Gestalt des „Monsters“, des wahnsinnigen Widersachers, zu wählen. Göttliche Prinzipien wären hier Apophis, der Fenriswolf, Minotaurus, Medusa etc.

Die destruktive Mutter

Primärer Aspekt der Lilith, sekundär Venus und Mond, aber auch Uranus. Hier ist die Furie das Wort der Wahl, die zerstört, sich nicht an Regeln hält, rebelliert und alte Muster vernichten will. Gleichzeitig aber auch die „Übermutter“, die ihre Zöglinge aus Angst und Sorge „erstickt“ und an der individuellen Evolution hindert. Klassisch wären hier Gestalten der „dunklen Göttinnen“ zu wählen, wobei man im Einzelnen große Unterschiede zwischen, Lilith, Morrigan, Nemesis, Nix, Ereschkigal, Kali etc. finden würde.

Der Jüngling

Sekundärer Aspekt von Merkur, Mars und Uranus. Voller Tatendurst und Übermut wirft man sich in das Leben und will alles gleichzeitig auskosten – ohne Rücksicht auf mögliche Konsequenzen. „Das Leben jetzt leben und nicht später.“ Klassisch wäre hier die Gestalt des „Herumtreibers“, der „Hans-Dampf-in-Allen-Gassen“, zu wählen.

Die Prinzessin:

Primärer Aspekt der Venus und sekundärer des Mondes. Ungebunden und frei, willentlich die lebenslustigen Seiten der eigenen Persönlichkeit erfahren und leben. Klassisch wäre hier die Gestalt der „Sirene“, die Verführerin, zu wählen.

Der Held

Primärer Aspekt des Mars, sekundär Uranus. Er ist der klassische Held, der die Welt rettet, die Frau seiner Wahl bekommt und bei allen beliebt ist, da er alles kann. Fragmentarisch ist er der Messias oder auch der Samildánach, der Kunstfertige oder der Alleskönner. Klassisch wäre hier die Gestalt des Gottes Lugh oder auch die Figur des Herkules zu wählen, aber auch die Heldenfiguren des Cuchulainn oder des Fionn kann man hier nennen.

Die Amazone

Primärer Aspekt der Venus, sekundärer Aspekt des Mondes. Sie ist die emanzipierte Jungfrau (in Bezug auf das Göttinnenprinzip Jungfrau), die weiß, was sie will und wie sie ihr Ziel erreicht. Sie liebt die Autonomie und gibt sich ihren Ausschweifungen hin. Klassisch wären hier die Göttinnen des Jungfrauenprinzips zu wählen wie z. B. Brigid, Diana, Artemis oder Scatharch.

Der Schurke

Primärer Aspekt des Merkur, sekundär des Mars. Es ist das Schlitzohr, der Filou, der aber auch seine maskulinen Eigenschaften und seine Macht, gezielt für persönliche Zwecke, einzusetzen weiß. Klassisch wären hier die „Schurkengötter“ wie z. B. Loki, Lugh, Balor, Legba, Eshu, Gauwa und auch unter gewissen Rahmenbedingungen Prometheus zu erwähnen.

Priesterin bzw. Priester

Primärer Aspekt des Mondes und der Sonne. Wissen, Weisheit und Intuition agieren hier Hand in Hand und werden für die Evolution anderer, so wie für die Selbstevolution verwendet. Es sind die intuitiven Kräfte des Seins, der Dienst im „Großen Werk“. Klassisch sind hier Aine, Aradia und Isis zu nennen.

So viel also zu den Archetypen, doch was hat das jetzt explizit mit der Chaosmagie zu tun? Was hat das allgemein mit der Magie zu tun? Nun, meistens ist es so, dass in der Magie schnell irgendwelche spezifischen Entitäten benannt werden, und diese auch eine entsprechende Anbetung erfahren. Natürlich ist dies auch in der Religion der Fall, doch sehr oft findet man dies auch in der Magie. Speziell will ich hier die Richtung „Wicca“ und auch „Thelema“ betiteln, also einmal die Thematik des Hexentums, der Naturreligion, das Leben mit dem Kreislauf der Natur, und einmal eine magische Sichtweise, die sich auf den wahren Willen bezieht, auf magische Ausbildungen, lange Exerzitien und Disziplin, sodass hier auch Yoga und allerlei zeremonielle Aspekte berücksichtigt werden müssen. Wicca und Thelema! Und was hat das jetzt mit der Chaosmagie zu tun?

Tja, um es jetzt schon einmal kurz vorab zu sagen, obwohl das Thema in einem separaten Kapitel ausführlich behandelt wird, kann man sagen, dass die primären Ideen der Chaosmagie sich auf England beziehen, und hier im Grunde als eine Art Gegenbewegung, als eine Rebellion gegen Wicca und auch gegen Thelema zu verstehen ist. Doch dazu später mehr. Erst einmal soll es ausreichend sein, dass die klassische Magie, die meisten Menschen, die sich mit der Magie beschäftigen und hier ein bewusstes Handeln an den Tag legen, sich auf verschiedene Gottheiten, auf verschiedene Paradigmen, auf verschiedene Muster und auf verschiedene Kulturen beziehen. Und genau dies will die Chaosmagie nicht, und versucht dies auch so gut wie möglich zu vermeiden, es sei denn, der Chaosmagier will dies explizit ausführen. Es gibt gigantisch viele magische Zivilisationen und Kulturen, egal, ob es jetzt die sumerische, babylonische, mesopotamische, ägyptische, äthiopische, mitteleuropäische (hier wird gerne der Begriff der „Kelten“ verwendet, wobei dieser Begriff jedoch unkorrekt ist, da es niemals DIE Kelten gab, da es eine Bezeichnung der Besatzer war, der Römer, und hier es verschiedene Stammes- und Dorfkulturen gab), nordeuropäische (auch hier wird gerne ein falscher Begriff verwendet, in diesem Kontext der Begriff der „Germanen“, was hier auch wieder falsch ist, da es erneut nicht DIE Germanen gab, sondern dies auch wiederum eine Betitelung der Römer war), griechische oder römische Kultur ist, die Magie wird aus diesen Kulturen, Zivilisationen und Götterpanthea sehr oft und sehr gern verwendet. Dies ist auch absolut legitim, dies ist sinnig, dies ist vernünftig, doch für die Chaosmagie kontraproduktiv.

Auch die verschiedenen Aspekte, die sich direkt auf die Natur beziehen, sodass eben hier die verschiedenen Gestirne vergöttlicht werden, oder andere Naturphänomene wie zum Beispiel Blitz und Donner, Stürme, Erdbeben etc., genauso wie Naturmonumente, wie zum Beispiel Bäume, Berge, Abgründe, Flüsse etc., läuft der Chaosmagie vollkommen konträr entgegen. Man kann hier sagen, dass der chaosmagische Mensch viel lieber die Idee verwendet, dass man selbst alles bestimmen muss, um damit zu arbeiten. Wenn man hier einen Werbeslogan erfinden müsste, könnte man folgende Aussagen treffen:

„Nichts ist Wahrheit, alles ist Lüge, alles ist Illusion, alles ist möglich und jeder selbst erschafft sich seine Wahrheit und seine Realität!“

Dies bedeutet, dass hier nicht direkt auf alle zivilisatorischen, magischen, kulturellen und energetischen Aspekte aus Ignoranz verzichtet wird, nein, ganz im Gegenteil, dies bedeutet, dass der chaosmagische Mensch ganz bewusst in die verschiedenen Zivilisationen, Kulturen und Götterpanthea eindringt, um hier die Energien herauszufinden, die für seine aktuelle Magie, für seine aktuelle Zielsetzung sinnvoll und notwendig sind. Hierbei ist es sehr spannend, dass eben die verschiedenen archetypischen Schwingungen eine gigantische Ambivalenz besitzen, die man aber erst dann erfahren wird, wenn man mit den jeweiligen energetischen Prinzipien eng zusammenarbeitet, oder sich intellektuell mit den Legenden, Mythen und Sagen beschäftigt. Nehmen wir sonst einfach mal den klassischen Vater Gott „Odin/Wotan“. Im archetypischen Kontext ist Odin/Wotan der liebevolle Vater. Er ist ein Patriarch, er ist ein Herrscher, ein wahrer König, der auch manchmal Gnade vor Recht ergehen lässt. Doch wenn man sich auf die verschiedenen Legenden, Mythen und Sagen des nordischen Pantheons einlässt, dann findet man den Umstand, dass Odin/Wotan auch ein Kriegsherr ist, der gnadenlos in die Schlacht zieht, und hier seiner Mordlust freien Lauf lässt. Wenn man dies erneut auf die Archetypen anwenden will, dann ist Odin/Wotan auch definitiv das Ungeheuer, aber auch der Jüngling, der Held und erst recht der Schurke. Warum der Schurke? Nun ja, Odin/Wotan ist dem Wochentag Mittwoch zugeordnet, genauso wie die Prinzipien Hermes und Merkur, und diese stehen wieder für die Gilde der Diebe und der Schurken. Man sieht also, dass hier gigantisch viele Verknüpfungen existieren, die für den Anfänger auch mehr als nur chaotisch sein können, was wiederum bedeutet, dass hier die Aussage, dass man für die Chaosmagie Wissen, Weisheit und Gnosis (Erkenntnis) benötigt, im wortwörtlichen Sinn zu verstehen ist.

Und da Odin/Wotan eben auch ein großer Herrscher ist, der aber auch sein Reich durch Krieg expandiert hat, ist Odin definitiv auch ein Ungeheuer, genauso wie ein Held, genauso wie ein Jüngling, denn der Tatendurst, die Freude an Abenteuern, die Odin besitzt, findet man auch in sehr vielen der verschiedenen Legenden, Mythen und Sagen. Durch diese Ambivalenz passen aber sehr viele Götter perfekt in die Chaosmagie hinein. Es geht auch nicht darum, dass hier explizit ohne Götter agiert werden muss. Nein, die Chaosmagie sagt nur aus, dass jeder magische Mensch selbst bestimmen soll, selbst bestimmen muss, welchen Aspekt einer omnipräsenten Energie verwendet wird. Odin/Wotan ist hier ein passendes Beispiel, da er eben der liebevolle Vater, das Ungeheuer, der Held, der Jüngling und auch der Schurke ist. In der Chaosmagie muss man sich nicht festlegen. Gut, in einem Ritual, indem man mit Odin/Wotan arbeiten will, ist es mehr als nur kontraproduktiv, wenn man am Anfang des Rituals den Jüngling herbeiruft, und dann plötzlich das Ungeheuer benötigt, um im Anschluss den liebevollen Vater zu interviewen, der sich dann in einen Helden verwandeln soll. Für das Prinzip Odin/Wotan ist dies kein Problem, für das menschliche Energiesystem schon. Doch möglich ist es, gerade in der Chaosmagie. Da die Chaosmagie aber letztlich auch auf die ungeformten energetischen Potenziale zugreifen will, auf die Potenziale die man theatralisch „in der Finsternis“, „im Abgrund“, „in den Tiefen der Ozeane“ oder sonst wo finden kann, ist hier wieder ein besonderer Aspekt zu nennen. So geht es also auch darum, dass der chaosmagische Mensch eine große Experimentierfreudigkeit an den Tag legt, und eben auch mit dem Impulsiven, dem Chaotischen und letztlich mit allen unkontrollierbaren Energien hantieren will. Man könnte es damit vergleichen, dass man die ganze Zeit nur Fahrrad fährt, und plötzlich die Chance hat, auf ein 300 PS starkes Supersport Motorrad zu steigen, um dieses dann über die Rennstrecke zu prügeln. Das Fahrrad hat zwei Reifen und man benötigt Gleichgewichtssinn, das Motorrad hat zwei Reifen und man benötigt auch ein wenig Gleichgewichtssinn. Doch das war es auch schon. Und der Chaosmagier würde hier, zumindest in der Theorie, weniger Probleme damit haben, auf das Supersport Motorrad zu steigen, um dann seine Erfahrungen auf der Rennstrecke zu sammeln. Wird irre Spaß machen, kann aber auch irre gefährlich sein, wenn man sich selbst überschätzt. Und genau dies passt hervorragend für die Chaosmagie. Man kann mit der Chaosmagie sehr viel Spaß haben, man kann mit der Chaosmagie gigantisch viele Erfahrungen machen, man kann aber auch mit und in der Chaosmagie gehörig auf die Fresse fallen, sich viele Zähne ausschlagen, und, um es etwas zu dramatisieren, auch einen tödlichen Unfall erleiden.

Wenn man nur Fahrrad fahren kennt, und plötzlich ein 300 PS starkes Motorrad unterm Gesäß hat, kann verdammt viel passieren. Um eine solche Gefahr zu vermeiden, wäre ein Blick in die Zukunft toll, oder? Natürlich spiele ich hier auf verschiedene Divinationsmethoden an, wobei es hier egal ist, ob man mit Tarotkarten arbeitet, oder mit anderen Karten aus dem Bereich der Chartomantik, mit Runen, mit dem I-Ging, mit der Geomantie oder mit welcher Methode man auch immer eine Weissagung ausführen will. Doch es gibt hier interessanterweise in den Reihen der Chaosmagie viele Kritiker, die sagen, dass jegliche Divination, jegliche Bedeutung, egal, ob es jetzt Tarotkarten oder Runen oder andere sind, stets falsch sein werden, da ausschließlich der Chaosmagier selbst bestimmt, was Wahrheit ist. Wow! Da hat irgendjemand wirklich die Divination vollkommen NICHT verstanden. Erstens, es geht überhaupt nicht um DIE Wahrheit, auch wenn es letztlich, selbst für Chaosmagier, unumstößliche Wahrheiten gibt. Wenn hier schon Diskussionen auftauchen, dann kann man sich am besten auf eine Diskussion einlassen, ob unter Normalbedingungen die Schwerkraft existiert. Für einige Chaosmagier scheint dies ja eine Lüge zu sein, sodass ich genau diese sehr gerne in einem Experiment testen möchte, ob Sprünge aus dem zehnten Stock mit dem Leben vereinbar sind, oder vielleicht doch nicht. Lüge und Wahrheit! Bei Divinationen geht es um Tendenzen, bei Divinationen geht es nicht um eine unumstößliche Wahrheit, bei Divinationen geht es darum, dass man dem eigenen Tagesbewusstsein Hinweise gibt, Hinweise die aus dem eigenen Unterbewusstsein kommen. Mehr ist es nicht. Und die Chaosmagie würde hier einen fatalen Fehler begehen, wenn die Divination missachtet werden würde. Gerade wenn es darum geht, dass man mit irgendeinem System divinatorisch arbeitet, sollte man auch bei dem System bleiben. Gut, dies mag einigen Chaosmagiern widerstreben, und auch hier lade ich diese Charaktere herzlich ein, einfach mal Tarotkarten zu ziehen, und dann die Runen Deutung einzusetzen, um dann zu merken, dass es wirklich eine dämliche und blöde Idee ist, wenn man divinatorische Systeme, die einfach nicht zusammenpassen, chaotisch mischt. Man sieht hier sehr deutlich, dass auch die Chaosmagie in gewissen Parametern mit Mustern arbeiten muss, oder diese einfach fortlässt. Wenn es um Divinationsmethoden geht, müssen entsprechende Regelungen einfach eingehalten werden. Chaosmagie hin, Chaosmagie her. Es ist zwar süß, niedlich und nett, wenn man hier permanent den Gegenpol der Ordnung einnehmen will, wenn man permanent in einem Chaos existieren will, doch ist dies eher eine Ego-Seifenblase, die mit wachsender Erkenntnis, mit wachsendem Wissen und mit wachsender Weisheit platzen wird.

Chaos und Ordnung müssen sich definitiv nicht aufheben, Chaos und Ordnung müssen sich definitiv nicht ausschließen, denn beide können parallel und sogar miteinander existieren. Dies haben natürlich schon verschiedene Systeme und magische Maximen postuliert, sodass man das Zusammenspiel zwischen Chaos und Kosmos in einem „kosmologischen Kontext“ erkennen kann, also im Kontext der Existenzerschaffung, der Welterschaffung, was wiederum bedeutet, dass das Chaos mit dem Nichts in diesem Kontext verglichen wird, mit der Nicht-Existenz, der Kosmos mit dem Sein, mit der Existenz. Man wird sich in diesem Kontext Stück für Stück auf die Sichtweise der Kabbalah zubewegen, denn in den kabbalistischen Lehren gibt es doch verschiedene Fachvokabeln, die diese Thematik perfekt beleuchten und erklären. Es ist in diesem Kontext sogar eine Vokabel, die man aus dem Alltag kennt. Es geht hier um das Wort Tohuwabohu! Es ist ein Begriff, der in der Genesis auftaucht, und der dafür steht, was „am Anfang war“, bzw. was existierte, als die Erde „erschaffen“ wurde. Im kabbalistischen Kontext muss man hier natürlich noch eine Ergänzung hinzufügen, da es in diesem Kontext um die dritte Dimension, um die dritte Manifestation geht. Wenn man in eine wortwörtliche Übersetzung gehen will, dann wird meistens der Begriff „Tohuwabohu“ einfach mit „wüst und leer“ grob übersetzt, wobei es dann nicht wirklich schwierig ist, statt „wüst und leer“ einfach die Vokabel „Chaos“ zu klassifizieren. Tohuwabohu! Eigentlich ist es nur ein Wort, welches man jetzt nicht näher in Augenschein nehmen muss. Doch da es in der Chaosmagie auch um ein gewisses Fundament aus Wissen und Weisheit geht, will ich doch hier einen kleinen Exkurs machen, sodass man die klassische Bedeutung des Wortes für sich selbst aufnehmen kann. Wenn man in die hebräische Schreibweise hineingeht, dann findet man die Buchstabenkombination „תהו ובהו“ sodass man hier Wörter „תהו“, also „Tohu“ und „בהו“ also „Vohu“ besitzt, und noch das hebräische Waw „ו“, was man in diesem Kontext als va/ve sprechen kann, und einfach „und“ bedeutet. Also hat man hier wortwörtlich Tohu UND Vavohu, was dann in der Übersetzung von „Tohu (תהו)“ Öde, Wüste oder Leere lautet, sodass man sich hier auch sofort vorstellen kann, warum das hebräische Wort „Tehom“ oder auch „theomi“ in der Übersetzung „Urwasser“, „Tiefen“ und „Abgrund „heißt bzw. „abgründig“ oder auch „abgrundtief“. Die Übersetzung der Vokabel „Vohu (בהו)“ kann hier „starren“ aber auch „glotzen“ bedeuten, genauso wie „erstarren“ oder „sich wundern“. Wenn man dies etwas weiterführen will, hat man hier also einen „wundersamen Abgrund“, eine „erstarrte Tiefe“, also irgendwie etwas, was unbegreiflich ist, sodass man hier nur noch „in die Leere glotzt“.

Man könnte dieses „Starren“ auch mit der Spiegelmagie kombinieren, sodass man sich selbst vor dem Spiegel setzt, den Punkt zwischen seinen Augen, seine Nasenwurzel, mit starrem Blick fixiert, um sich dann in seine eigenen Tiefen führen zu lassen. Auch hier würde man, in der Theorie der Spiegelmagie, in seinen Abgrund stoßen können, und sein wahres, animalisches, chaotisches Selbst zu erkennen. Man könnte dies auch noch weiter führen, indem man in die erste Hochkultur der Menschheit geht, sodass man sich hier das sumerische Reich anschaut, das sumerische Pantheon. Das sumerische Pantheon ist eigentlich perfekt für die Chaosmagie, denn ganz am Anfang waren die jeweiligen Prinzipien keine Götter gewesen, sondern ausschließlich philosophische Maximen und Gedankenkonstrukte. Erst im weiteren Verlauf wurden diese archetypischen Schwingungen „vergöttlicht“. Da natürlich das Chaos und der Kosmos essenzielle Prinzipien sind, ist es natürlich nicht überraschend, dass auch die sumerische Mythologie entsprechende Geschichten aufzuweisen hat. Hierbei geht es aber nicht um einen Abgrund oder um eine Leere, nein, hier geht es um Wasser, speziell um Salzwasser und Süßwasser. Namentlich sind hier die philosophischen Prinzipien „Tiamat“ und „Apsu“ zu thematisieren und zu nennen, Prinzipien die für die Schöpfung und für die Vernichtung stehen. Doch wie schon erwähnt, die Konzepte „Tiamat“ und „Apsu“ sind in den sumerischen Ideologien KEINE direkten Götter, nein, sie waren archetypische Grundprinzipien, und wurden auch als solche verstanden. So wurde also in der sumerischen Mythologie erkannt, dass die Schöpfung mit dem Leben, mit dem Süßwasser verknüpft sein muss, genauso wie die Vernichtung (gleichzeitig aber auch die Neuwerdung) mit dem Salzwasser verknüpft ist. In der sumerischen Mythologie bedeutet Schöpfung, dass hier eine Kreation stattfand, eine Kreation AUS dem Chaos und im Grunde auch DURCH das Chaos und MIT dem Chaos. Und genau dies ist auch wieder die Chaosmagie! Durch das Chaos, durch die Chaosmagie wird erschaffen, aus dem Chaos, aus der Chaosmagie wird erschaffen, mit dem Chaos, mit der Chaosmagie wird erschaffen! Doch wenn etwas erschaffen wird, muss es jedoch irgendwo herkommen. In diesem Zusammenhang greifen manche Chaosmagier dann doch ganz gerne auf die Physik zurück, sodass hier auch immer wieder Fachwörter verwendet werden, Fachwörter die neben der Quantenphysik gerne in den chaosmagischen Büchern thematisiert werden. Nun ja, dies ist kein großes Problem, doch es ist immer ein wenig albern, wenn auf der einen Seite propagiert wird, dass man sich in der Chaosmagie gefälligst an keine Regeln halten soll, und man gleichzeitig ganz brav in der deduktiven Naturwissenschaft immer wieder Angst hat, um hier die Chaosmagie mit der Naturwissenschaft zu verbinden.

Sicherlich, die Chaosmagie bestimmt jeder für sich, sodass es vollkommen legitim ist, wenn man hier die Wissenschaft mit ins Boot holen will. Doch sollte man dies dann auch klar und deutlich sagen. Und natürlich gibt es hier entsprechende Fachvokabeln, die perfekt für eine Erklärung sind. Nehmen wir doch einfach mal die Vokabel „Energie“!

Wenn man hier die Naturwissenschaft und die Magie, oder auch die Esoterik bzw. die Spiritualität, verknüpfen will, dann findet man hier nicht nur ein machtvolles Wort, nein, man findet auch eine Vokabel, die gigantisch viel Streitpotenzial besitzt. Oh ja, die Vokabel „Energie“ kann sehr heftige Diskussionen zwischen Physikern, andere Naturwissenschaftlern und letztlich spirituellen, esoterischen und magischen Menschen auslösen. Es geht meistens darum, dass sie Naturwissenschaftler sich aufregen, dass hier der Begriff „Energie“ missbraucht wird, um alle erdenklichen obskuren magischen Phänomene irgendwie zu erklären, und am besten auch noch kapitalistisch auszuschlachten. Ich kann die Naturwissenschaftler da ganz gut verstehen, doch gleichzeitig will ich hier klar und deutlich sagen, dass auch diese Gruppe keine Wörter gepachtet hat. Man muss ganz einfach akzeptieren, dass der Begriff Energie sich sehr weit verbreitet hat, sodass er in der Alltagssprache nicht mehr wegzudenken ist. Stück für Stück hat sich also diese Vokabel in das menschliche System eingeschlichen, sodass hier wieder Muster und Programme bedient werden, sodass hier Kaskaden ausgelöst werden, wodurch Stück für Stück unterschiedliche Vorstellungen des Menschen keimen, die sich dann eben auf das Wörtchen „Energie“ beziehen.

Auch die Chaosmagie setzt sehr oft auf das Wörtchen „Energie“, da natürlich mit dieser Vokabel sehr viel erklärt werden kann. Eine solche Erklärung ist in der Physik manchmal sehr wichtig, sodass die Verwendung des Wörtchens „Energie“ im wortwörtlichen Sinne „Kraft“ kostet. Dieser Kraftakt bezieht sich darauf, dass die Bezeichnung „Energie“, so wie sie heute von der Physik verwendet wird, primär auf den Physiker William John Macquorn Rankine (05.07.1820 - 24.12.1872) basiert, der diese Vokabel „Energie“ ca. 1852 eingeführt hat, wodurch eine deutliche Definition bzw. Abgrenzung zum physikalischen Begriff der „Kraft“ geschaffen wurde. Doch auch der Physiker Thomas Young (13.06.1773 - 10.05.1829) muss hier genannt werden, denn dieser hatte den Begriff Energie bereits im Jahr 1800 in einem mechanischen Zusammenhang verwendet, wobei hier aber keine klare Trennung bzw. keine klare Grenzziehung zur eigentlichen „Kraft“ vollzogen wurde.

In der Chaosmagie wird man auch immer wieder auf Kräfte und auf Energien stoßen, da aber die Chaosmagie sich auch in allen anderen magischen Systemen bedienen kann, will ich hier auch die verschiedenen anderen Bezeichnungen aufführen, die man mit diesem Begriff, mit dem Wörtchen Energie, verbinden kann. Energie! In der klassischen magischen Literatur wird man auch ganz andere Wörter finden, Wörter die sich auch wieder aus verschiedenen Kulturen und Zivilisationen gebildet haben, genauso wie Wörter, die bewusst und künstlich erfunden wurden. Zu nennen sind hier zum Beispiel die Begrifflichkeiten „Prana“ (Sanskrit; Lebenskraft oder Lebensenergie), „Chi/Qi“, „Ki“, „Gi“ (chinesisch, japanisch, koreanisch; Energie, Atem, Fluidum, Luft, Gas, Dampf, Hauch, Äther, Temperament, Kraft, Atmosphäre), „Od“ (von Carl Ludwig Friedrich von Reichenbach [12.02.1788 – 19.01.1869]; Industrieller, Chemiker, Naturforscher und Philosoph, „erfand“ einen Begriff, der sich vom Gott Odin ableitet und mit „Lebenskraft“ oder „Lebensenergie“ übersetzt werden kann), „Mana“ (aus der Sprache der Maoir; es bedeutet so viel wie Macht [die spiritueller als auch weltlicher Natur sein kann], aber primär auf eine spirituelle Energie [ähnlich dem Chi, Qi, Ki, Gi] deutet) oder „Orgon“ (von Wilhelm Reich [24.03.1897 - 03.11.1957]; Psychiater, Psychoanalytiker, Sexualforscher und Soziologe, „erfundene“ biologische, später kosmische Energie).

Man sieht also, dass man hier schon ein kleines Wörterchaos besitzt, ein Wörter Chaos, was jedoch eine ganz besondere Ordnung beschreibt. Man wird erkennen, dass die ganzen Vokabeln letztlich immer einen inneren Vorgang beschreiben, der zwar bewusst erfahren wird, aber nicht immer gezielt mit Worten beschrieben werden kann. Chaotisch, nicht wahr? Wenn man jetzt mit verschiedenen Metaphern arbeiten würde, würde man viel mehr „Chaos“ als „Kosmos“ erzeugen. Daher wird sehr oft versucht, adäquate Bezeichnungen zu finden, Bezeichnungen wie zum Beispiel „Lebenskraft“, „Vitalität“, „Gotterfahrung“, „Erleuchtung“, „Fülle“, „Ganzheit“, „Atman“, „Seelenwille“, „Höheres Selbst“, „Wirken im Großen Werk“ oder einfach „Energie“, aber auch „Chaos“, denn selbstverständlich ist auch das Chaos eine ganz besondere Energie. Man sieht also, dass es auch hier wieder ausreichend viele Begriffe, Verifikationen und Möglichkeiten gibt.

Doch warum verwenden denn nun jetzt die Magier, die Spirituellen, die Esoteriker, die Okkultisten und die Mystiker den Begriff „Energie“? Es gibt doch unendlich viele andere fachspezifische Vokabeln – wie man schon allein an dieser Aufzählung sehen konnte – die wirklich „magische Begriffe“ betiteln. Es sind so viele Begriffe, dass sich die magische Szene schon fast nicht untereinander unbedingt einigen kann, da es so viele Begriffe gibt und auch hier wieder Menschen ihre Lieblingsvokabeln haben. Da bin ich kein Ausnahmefall. Auch ich habe meine „Lieblingswörter“, doch muss man bei Erklärungen und Veranschaulichungen auch immer berücksichtigen, ob der Mensch, der einem gegenüber ist und zuhört, auch die jeweilige Vokabel kennt. Nun, hier ist und bleibt die Vokabel „Energie“ eben umgangssprachlicher, sodass man sich sicher sein kann, dass der Begriff „Energie“ (in all seinen „energetischen Variationen“) bekannt sein wird, während Vokabeln wie „Prana“, „Chi/Qi“, „Ki“, „Gi“, „Od“, „Mana“ oder „Orgon“ für einige unverständliches Kauderwelsch darstellen. Dies ist vollkommen legitim, wenn man seine ersten Schritte in der Chaosmagie ausführt. Doch wenn man mehr und mehr mit der Chaosmagie arbeitet, muss man sein eigenes Wissen und seine eigene Weisheit zu einem Fundament ausbilden. Ach, man muss? Nein, muss man nicht, doch dann wären wir bei der Diskussion, ob man für eine magische Arbeit explizites Fachwissen benötigt, oder ob man mit einem Allgemeinwissen weiter kommt. Alle, die glauben, dass man für die Magie nichts tun muss, werden Egoseifenblasen produzieren, sie werden sich auf die Chaosmagie stürzen, lustige und dramaturgische Schauspiele abhalten, selbst aber im Chaos versinken. Eine Meisterung des Lebens ist für diese Menschen meistens gigantisch weit entfernt, sodass sie eben Spielball von allen erdenklichen Umständen im Außen sind. Und dieser Spieltrieb, der dann von außen auf den jeweiligen Menschen ausgeübt wird, wird sich auch auf das Innere übertragen. Und genau hier sind wir schon wieder bei dem Begriff „Energie“, denn in der Chaosmagie ist die Energie des Menschen, die Energie des Willens und die Energie der eigenen Gnosis absolut essenziell. Nun, vielleicht wird bei diesen ganzen Beispielen aufgefallen sein, dass ich immer wieder einen Bezug auf das Individuum Mensch ausführe und dass die chaosmagischen „Effekte“ und „Erlebnisse“ primär im „Inneren“ des Menschen kreiert werden, und letztlich auch aus dem Menschen herauskommen. Hierdurch vollführen diese Wirkungen im Innen und im Außen kausale Reaktionen, kausale Reaktionen, die aber auf einem chaotischen Prinzip aufbauen. Gut, jeder magische Akt wird in diesem Kontext subjektiv sein und selbstverständlich absolut individuell!

Diese Individualität ist in der Chaosmagie absolut wichtig, denn diese Individualität wird im eigenen Inneren gebildet. Und dies führt zu der Frage, was das Wort „Energie“ eigentlich wortwörtlich bedeutet? Nun, der Begriff „Energie“ kommt aus dem Altgriechischen und setzt sich aus den beiden Wörtern ἐν (en) und ἔργον (ergon) zusammen, was zum Wort Enérgeia führt, aus welchem sich dann das Wort „Energie“ ergibt bzw. gebildet hat. Wenn man dann in die Übersetzungen geht, findet man, dass die griechische Silbe „ἐν“ (en) wie folgt übersetzt bzw. gedeutet werden kann: (1) in, innerhalb (räumlich), (2) auf (räumlich), (3) an, bei (räumlich), (4) unten (Teil von etwas) oder (5) in, innerhalb, binnen (zeitlich).

Das griechische Wort „ἔργον“ (ergon) bedeutet so viel wie: (1) Werk, Arbeit (etwas schaffen), (2) Tat, Handlung, Wirken (etwas vollbringen), (3) Geschäft, Verrichtung (eine Tat). Zusätzlich kann man über das Wort „ergon“ sagen, dass es eine spezifische oder individuelle Funktion oder Aufgabe besitzt, in Bezug auf eine „Sache“ bzw. „Angelegenheit“, wobei die Funktion/Aufgabe die für diese Sache/Angelegenheit essenziell/bedeutungsvoll ist. Es ist also ein sehr „starkes“ oder „machtvolles“ Wort, das in seiner Grundbedeutung nicht „mal eben“ oder „leichtfertig“ verwendet werden sollte.

Wenn man sich dann auf eine Umschreibung des Wortes „Energie“ einlassen will, kann man die ursprüngliche Bedeutung des Wortes „ENERGIE“ einfach als ein „inneres Werk“ oder ein „in (sich selbst) Wirken“ erklären. Und wenn man sich jetzt die magischen Ziele der Chaosmagie anschaut, dann ist diese Übersetzung genau das, was man selbst als einen essenziellen Zielpunkt deklarieren sollte. So wie es in der Magie im Allgemeinen darum geht, sich zu evolutionieren, sich zu entwickeln, sich zu erkennen und in die Transformation, in die Transzendenz zu gehen, so bezieht sich dies natürlich auch auf die Chaosmagie, was aber in diesem Zusammenhang bedeutet, dass man für sich feststellen muss, dass es immer ein „inneres Werk“ oder ein „in (sich selbst) Wirken“ sein wird, welches den ersten Dominostein um stoßen wird, um sich selbst zu vergöttlichen.

Diese Vergöttlichung ist absolut wichtig, denn dadurch, dass man sich selbst als schöpfen das Prinzip erkennt, vereinigt man sein Chaos, mit dem eigenen Kosmos. Wenn man will, könnte man hier auch ein weiteres, physikalisches Fachwort anführen, was genau darauf passt, dass sich Chaos und Kosmos vereinen. Es wäre die Fachvokabel Entropie!

Die Entropie, aus dem Griechischen kommend (ἐντροπία), ist hier in der wortwörtlichen Übersetzung „eine Wendung“ (direkt wortwörtlich an / in Wendung), eine Wendung, die sich zum Chaos jedoch bewegt. Physikalisch durchlaufen alle Prozesse, die in irgendeinem System ablaufen einen Umstand, der eine Zunahme von Entropie bewirkt, also eine Zunahme einer Wendung. Dies wird eigentlich als der Schritt von der Ordnung ins Chaos gedeutet, sodass die Schöpfung in diesem Kontext eine Negentropie ausführt. Es ist in diesem Zusammenhang jedoch einfach nur eine Kurzbezeichnung für eine „negative Entropie“ oder eben eine Antientropie, sodass das Leben in diesem Zusammenhang genau das ist. Wenn also jedes System, im physikalischen Sinne, spontane Prozesse besitzt, sodass hier eine Entropie, eine Unordnung, ein Durcheinander, eine Konfusion, ein Wirrwarr, ein Chaos anfängt, ausgeführt wird, bestrebt wird, umgesetzt wird, bedeutet das, dass hier wieder der Satz „Wie Oben, so Unten“, bzw. „Wie Innen, so Außen“ definitiv greift, denn letztlich geht alles wieder zurück zur Quelle, zur Unität, zurück zum Abgrund, zum Abyss! So ist die Entropie einfach als ein besonderes „Chaos“ zu deuten, oder auch als „ein Maß für Chaos“, was bedeutet, dass man auf der Skala von 0-100% schauen muss, wie viel Kosmos, wie viel Chaos, wie viel Schöpfung, wie viel Zerstörung und wie viel Entropie man benötigt, um seine eigenen magischen Ziele zu erreichen. Für den Chaosmagier bedeutet das, wenn man das eigene Leben zu 100 %, in allen kosmischen Bereichen, in allen Ebenen, in allen Ausläufern erfassen, begreifen und verstehen will, dann müsste hier die Entropie auf „Null“ sinken, denn dann hätte man alle Informationen, die es im Kosmos gibt! Doch man hat auch alle Informationen, wenn die Entropie ist, wie sie ist, da die Informationen immer und überall vorhanden sind. Sie sind nur vom Chaos umgeben, vom Chaos durchsetzt, vom Chaos durchzogen! Und auch hier greift wieder die Chaosmagie hinein, denn die Chaosmagie versucht hier die entsprechenden Informationen herauszuziehen, dingbar zu machen, was wiederum zeigt, dass die Chaosmagie eine echte Herausforderung ist! Wenn Chaos und Kosmos zusammenarbeiten, wird es also immer zu spezifischen, energetischen Bewegungen kommen, wenn man so will zu besonderen energetischen Kontraktionen, genauso wie zu energetischen Expansionen. Tja, und genau hierbei ist man schon wieder in der kabbalistischen Mystik angekommen. Es geht bei dieser Thematik darum, dass man sich die Frage stellt, wie die Schöpfung überhaupt möglich war. Die verschiedenen Kabbalisten haben im Mittelalter hier interessante Ideen entwickelt, die, in Bezug auf die Chaosmagie, wichtig sind, da es hier um einen energetischen Akt geht, der sich in diesem Zusammenhang auf alle magischen Operationen anwenden lässt.

Wenn man sich dann also, im kabbalistischen Sinne, mit der Frage beschäftigt, wie Schöpfung überhaupt möglich war, dann kann man kurz und knapp sagen, dass hier eine Art Kontraktion stattgefunden hat! Eine Kontraktion? Ein Zusammenziehen?

Nun, wenn man sich im mystischen und religiösen Kontext auf die Entstehung des Abyss beziehen will, dann findet man wieder das hebräische (oder auch kabbalistische) Fachwort „Tzimtzum“! Der Begriff „Tzimtzum“ oder auch „Zimzum“ bezieht sich auf eine Idee des Kabbalisten Isaak Lurias, der in der Mitte des 16. Jh. die Eingebung hatte, dass der Kosmos sich durch eine „Kontraktion / Konzentration“ erschaffen hat. Hierbei ging es um ein Zusammenziehen des „göttlichen Lichtes“, eine Art des Rückzugs von der Existenz in die Nicht-Existenz, ein zyklischer Prozess, der auch wieder mit einem Mors Mystica verglichen werden kann, wenn es darum geht, dass „etwas“ seine Grundfesten reflektiert. In diesem Fall wäre es die Schöpfung selbst. Kontraktion! Expansion! Chaos und Kosmos!

Man könnte hier auch einfach sagen, dass man eine gewisse Ruhephase benötigt, dass man in die Kontraktion gehen muss, um dann gewaltig in eine Expansion zu schreiten, sodass man hier definitiv über sich hinaus wächst. Die Chaosmagie agiert mit diesem Schema, was wiederum bedeutet, dass die Rituale so konzipiert sind, dass man auch hier immens viele Überraschungen erleben kann. Im Klartext bedeutet das, dass chaosmagische Rituale ohne weiteres über sich hinauswachsen können, sodass in diesem Zusammenhang auch erst einmal eine Kontraktion stattfindet, dass man sich zum Beispiel bewusst und meditativ zurückzieht, dass man sich energetisch hochfährt, um dann in einer energetischen Expansion seine Ziele nicht nur zu erreichen, sondern möglicherweise auch zu überflügeln. Natürlich kommt es in diesem Zusammenhang immer darauf an, wie man seine eigenen Ziele definiert, wie man seine Zielpunkte absteckt und ob ein Überflügeln des eigenen Ziels produktiv oder kontraproduktiv wäre. Daher gilt, dass man sehr achtsam und sehr bewusst in der Chaosmagie arbeiten muss, da ein zu starker Rückzug, eine zu starke Kontraktion genauso nachteilig wäre, wie ein über den Zielpunkt hinaus schießen, was bedeutet, dass der Zielpunkt in diesem Kontext verfehlt wird. Mit der Hilfe der Chaosmagie kann man sein eigenes Potenzial vollkommen entfalten. Doch hierzu ist es natürlich auch wieder notwendig, dass man sich selbst erkannt hat, dass man weiß, wer und was man ist, dass man versteht, wo die eigenen Stärken und wo die eigenen Schwächen liegen, sodass man für sich selbst sagen kann, dass man in seinem eigenen Kosmos das Chaos kontrollieren kann, genauso wie man in seinem eigenen Chaos einen Kosmos kreieren kann.

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Das WAS und das WIE der Chaosmagie

Wenn man sich die Chaosmagie literarisch anschaut, dann muss man sagen, dass es mittlerweile einige Bücher gibt, wobei die deutschsprachige Literatur mit der englischsprachigen Literatur nicht zu vergleichen ist. Doch das gilt auch für andere Magiearten, speziell ist hier die henochische Magie zu nennen. Dies alles ist aber überhaupt kein Problem. Es wird hierbei gerne behauptet, dass die Chaosmagie eine moderne Weiterentwicklung der klassischen zeremoniellen Magie ist, wobei hier die zeremonielle Magie als schwerfällig, überflüssig, dogmatisch und zu dramaturgisch abgespeist wird, frei nach dem Motto: „Was der Magier der zeremoniellen Magie in einem 5 Stunden Ritual machen kann, schafft der Chaosmagier in 5 Minuten!“ – na ja, vielleicht ist das etwas übertrieben, doch für einige Charaktere in der magischen Szene trifft dieser Ausspruch ohne weiteres zu. Doch auch wenn die Chaosmagie eine Weiterentwicklung der zeremoniellen Magie ist, geht es hier doch um einige Magier, die sich sehr stark mit der zeremoniellen Magie befasst haben. Zu nennen sind hier Aleister Crowley, Austin Osman Spare und Peter James Carroll.

Doch wer sind diese Personen, diese magischen Menschen, diese Charaktere? Diese will ich im Folgenden einmal vorstellen!

Als Erstes will ich hier Aleister Crowley (1875–1947) kurz vorstellen, obwohl dieser Charakter sehr bekannt ist, und auch bei den magischen Anfängern sicherlich schon einmal namentlich irgendwo gefallen ist. Nun, Aleister Crowley ist ein interessanter Schriftsteller, der durch erste Channelings bekannt wurde, genauso wie er eine schillernde Persönlichkeit war, die es liebte, in der Öffentlichkeit zu stehen, und genau wusste, wie man sich selbst inszeniert. In der aktuellen Zeit ist es ein wenig lustig, dass Aleister Crowley, zumindest wenn es um die moderne Religionslehre geht, gerne als Neosatanist verschrien wird! Tja, dies ist absoluter Blödsinn und zeigt sehr deutlich, dass hier keine Ahnung existiert. Gut, Aleister Crowley bezeichnete sich selbst als „der Antichrist“ oder auch als „das große Tier 666“ – TO MEGA THERION - doch muss dies alles in einem magischen Zusammenhang betrachtet werden, genauso wie reflektiert werden muss, dass Aleister Crowley eine streng christliche Erziehung erdulden musste, sodass er hierdurch negativ geprägt wurde.

Wenn man Aleister Crowley im Allgemeinen beschreiben will, kann man sagen, dass er ein Magier, Kabbalist, Hermetiker und ein starker Selbstdarsteller war, der sich aber auch mit vielen anderen Dingen beschäftigte, egal ob es jetzt Yoga, Alchemie oder die Lehren der östlichen Welt sind. Interessant wird es ab dem Jahr 1898, denn ab diesem Zeitpunkt war er sehr aktiv in einem berühmten magischen Orden, namentlich in dem „Hermetik Order of the Golden Dawn“. Doch dadurch, dass Aleister Crowley kein einfacher Charakter war, war er nicht allzu lang in dieser „ordentlichen Struktur“ beheimatet, denn auch, wenn er mit einem der Gründer, und zwar zusammen mit Samuel Liddell MacGregor Mathers nach einem Schisma des Golden Dawn, in einen anderen Orden (Alpha et Omega) wechselte, begann er doch nach einiger Zeit erneut gegen die Führung des Ordens zu arbeiten bzw. er lehnte sich auf. Hierauf – so heißt es – wurde er rausgeworfen.

Da Aleister Crowley eben ein Freidenker war, gleichzeitig aber auch ein Querulant, war es eigentlich ein logischer Schluss, dass er irgendwann selbst seine eigene magische Gemeinschaft gründete, eine magische Gemeinschaft die den Titel „Agentum Astrum“ (auch als A.A., Argenteum Astrum, Argentinum Astrum oder Astron Argon [gr. „scheinender Stern“]) trug. Wenn man sich die Struktur dieses Ordens anschaut, dann mag man überrascht sein, dass der erste Anschein der einer „klassischen“ magischen Ordensgemeinschaft ist. Doch wenn man genauer hinschaut, findet man doch einen gravierenden Unterschied. Diesen gravierenden Unterschied könnte man, mit einigem Wohlwollen, als ersten Hinweis auf eine Chaosmagie bzw. auf eine Freidenkermagie deuten, denn der große Unterschied zu anderen magischen Orden und Einweihungswegen bestand darin, dass man im A.A. eine sogenannte „Selbsteinweihung“ durch die höheren Mächte erfahren konnte, d. h., man konnte sich selbst mit Hilfe der geistigen Welt initiieren. Heutzutage ist dies nichts Spannendes, doch damals, im Jahr 1909, war dies schon eine klare Besonderheit. Dies lag daran, dass in der damaligen Zeit alle eine sehr starke Affinität zu irgendwelchen obskuren „Einweihungslinien“ hatten, sodass man regelrecht damit hausieren konnte, wer einen, wann initiiert, geweiht und gesegnet hatte! Diese Grundidee hatte etwas mit dem ersten Channeling zu tun, denn Aleister Crowley channelte hier die Entität „Aiwaz/Aiwass“, wobei es etwas später hieß, dass es der persönliche Schutzengel von Aleister Crowley war, bzw. sein höheres Selbst, sodass man hier den englischen Wortwitz „I was“ (ich war) in der Bezeichnung „Aiwaz/Aiwass“ erkennen kann.

Eine weitere Besonderheit, die neben der Channelarbeit erwähnt werden soll, ist der Umstand, dass Aleister Crowley sich sehr stark mit der Sexualmagie beschäftigte, sodass er aufgrund seiner verschiedenen Rituale Kontakt zu Theodor Reuss fand – einem der Gründer des O.T.O., des Ordo Templi Orientis (Orden des östlichen Tempels bzw. Orientalischer Templerorden)! Zwar studierte Aleister Crowley auch Schriften über den klassischen Satanismus (zum Beispiel erwarb er das Buch der Schwarzen Magie (Book of Black Magic an Pacts) von Arthur Edward Waite), doch war dies eher in seiner Anfangszeit. Als Aleister Crowley im Golden Dawn aktiv war, fokussierte er sich primär auf die Alchemie, die Kabbalah und natürlich auf die Hermetik. Als er dann seinen eigenen Orden gründete, kamen noch weitere Disziplinen hinzu, sodass Stück für Stück Crowley ein Verfechter davon wurde, dass der Körper dem Geist absolut zu Untertan sein muss.

Aleister Crowley verstand es immer, sich in den Mittelpunkt zu setzen, was aber auch wieder bedeutete, dass er sehr viel Chaos selbst stiftete. Im Jahr 1922 wurde er sogar zum Leiter des O.T.O. ausgerufen, da Theodor Reuss aus gesundheitlichen Gründen seine Ämter niederlegen musste. Dies führte zu einer Spaltung des O.T.O., da der deutsche Zweig des O.T.O. Aleister Crowley schlichtweg nicht anerkannte. So entstand hier definitiv ein Chaos, und als Crowley sich dann selbst in der Rolle des „Ausrufer zum Weltenlehrer“ sah und sogar als „Retter der Menschheit und Verkünder einer neuen religiösen Botschaft“, wurde er doch immer missbilligender beäugt. Doch was hat das mit der Chaosmagie zu tun? Ganz einfach, Crowley postulierte, dass man durch die Macht seines Geistes alles erreichen kann, und dass man in diesem Kontext auch auf die klassischen, zeremoniellen und magischen „Spielregeln“ verzichten kann, da es hier um die Macht der Energie geht, um die Macht des Kosmos, um die Macht des Chaos. Es geht darum, dass Crowley festgefahrene Strukturen Stück für Stück auflösen wollte, hierdurch aber selbst fixe und sehr harte Strukturen installierte.

Diese harten Strukturen entstanden aber nicht zufällig, denn man kann bei Aleister Crowley deutlich sehen, dass hier doch klare Persönlichkeitsmerkmale in den Vordergrund getreten sind. Dies mag vielleicht auch einer der Gründe gewesen sein, dass der nächste Magier zu Beginn einen Kontakt mit Aleister Crowley pflegte, später sich aber von diesem abwandte. Die Rede ist hier von Austin Osman Spare!

Austin Osman Spare (1886−1956) ist ein weiterer Charakter, der auf der einen Seite allgemein in der magischen Szene bekannt und berühmt war, auf der anderen Seite aber auch essenziell für die Gedankenkonstrukte der Chaosmagie war. Interessant ist, dass Austin Osman Spare hier sehr viele Begabungen hatte, sodass man ihn primär als einen Grafiker, Maler und Künstler deklarieren muss, und sekundär als Magier. Doch dies bedeutet nicht, dass Austin Osman Spare hier keine Besonderheiten in der Magie entworfen hat. Das Einzige, was dies aussagt, ist einfach nur die Tatsache, dass er sich künstlerisch stärker ausgedrückt hat, als schriftstellerisch. Durch seine Kunstfertigkeit kann man ohne weiteres Austin Osman Spare als Begründer und Erschaffer der klassischen Sigillenmagie betiteln, genauso wie er der Schöpfer des magischen Systems des „Zos Kia Cultus“ war. Bei dem „Zos Kia Cultus“ (wortwörtliche Übersetzung lautet „hier und darüber hinaus“), geht es hauptsächlich um die Thematiken der Hexerei bzw. der praktischen Magie des Hexentums und der Naturreligion. Da es zu der damaligen Zeit üblich war, wilde Initiationsgeschichten zu erfinden, existiert das Gerücht, dass Austin Osman Spare im Alter von gerade einmal sieben Jahren eine Hexe kennengelernt haben soll, die ihn natürlich auch sofort und prompt unterrichtete. Nun ja, Fakt ist auf jeden Fall, dass sich Austin Osman Spare stark für die Magie interessierte, durch seine künstlerische Begabung hier auch viele der magischen Themen bildlich festhalten konnte. Durch seine schöpfendene Kunst wurde die magische Szene relativ schnell auf den aufstrebenden magischen Künstler aufmerksam. So war es nicht überraschend, dass auch Aleister Crowley hier seine Aufmerksamkeit auf Austin Osman Spare richtete, sodass es nicht verwunderlich war, dass Austin Osman Spare im Jahre 1910 in den Orden Astrum Argenteum (also ein Jahr nach dessen Gründung) eintrat. Doch wie schon erwähnt existierten im Astrum Argenteum auch strikte Muster und Normen, genauso wie Dogmen und Lehrmeinungen, sodass Austin Osman Spare nicht lange im Orden Astrum Argenteum blieb. Bereits im Jahr 1912 trat er aus dem Orden Aleister Crowleys aus und setzte hierbei auch noch eine passende Begründung um, denn Austin Osman Spare sagte, dass die zelebrierten Rituale aufgesetzt und leer seien und dass er in diesem Orden nichts lernen könne. Dies war natürlich ein Schlag ins Gesicht von Aleister Crowley, wodurch Aleister Crowley versuchte, ihn zu diffamieren und ihn als „schwarzen Bruder“ deklarierte – also als einen Vertreter der Finsternis. Einige Jahre später jedoch änderte Aleister Crowley seine Meinung über Austin Osman Spare, da Crowley wohl doch merkte, dass er aufgrund seiner Egoverletzung Austin Osman Spare diffamierte! Da nun Austin Osman Spare seine eigenen Wege gehen konnte, konnte er neue magische Systeme erforschen bzw. regelrecht entwickeln.

Durch die Tätigkeit des Schreibens entwickelte er die „Zos Kia“-Magie, die er in seinen Büchern nicht nur zelebrierte, sondern auch erklärte. Für die damalige Zeit war es letztendlich logisch, dass er dadurch einen prägenden Einschnitt in die magische Szene vollzog. Er verknüpfte die Magie mit der Psychologie des Siegmund Freud, indem er einfach die Erfüllung von Wünschen in magischen Ritualen propagierte. Etwas, das heute ganz normal mit der Sigillenmagie ausgeführt wird. Zwar lässt sich darüber streiten, wie es am einfachsten ist ein Sigill zu laden, doch nach den Spielregeln von Austin Osman Spare bzw. der Zos-Kia-Magie, geht es primär darum, den Wunsch im Unterbewusstsein zu verankern und ihn danach vollkommen zu vergessen. So kann man sagen, dass es in der Zos Kia Magie primär darum geht, dass man sich auf das persönliche Universum konzentriert und all die eigene Macht auf die Erfüllung seiner Wünsche fokussiert. Es ist daher eine sehr persönliche und sehr individuelle Magie, die klar macht, dass der Protagonist das Wichtigste in der magischen Arbeit ist. Nach dem Grundgedanken von Austin Osman Spare ist die Silbe ZOS, in der Zos Kia Magie, die Sphäre des Körpers, die als Ganzheit angesehen wird. Die Silbe KIA hingegen ist das beobachtende Selbst bzw. der eigene Gott oder auch das höhere Selbst, welches die Welt projiziert. Austin Osman Spare definiert selbst das Kia wie folgt:

„Die absolute Freiheit, deren Freisein mächtig genug ist, um ‚Realität‘ zu sein und dennoch frei zu sein in jedem Augenblick. [..] Je weniger über Kia gesagt wird, desto weniger wird es verschleiert.“

Die magischen Techniken dieser Magie zielen darauf ab, dass man bewusst in die Sphäre des Selbst dringt, sodass man sich energetisch hochfährt und zu einer kosmischen Ekstase findet. Hierdurch werden die Grenzen der eigenen Individualität mit dem grenzenlosen Selbst verschmolzen, welches zusätzlich durch Sexualmagie, Invokationen und Evokationen verstärkt werden kann.

Dass solche Ideen, Ansichten und Techniken in der damaligen Zeit drastisch einschlugen, dürfte klar sein. Zu dieser Zeit kam Austin Osman Spare auch mit Kenneth Grant, der den Typhonian O.T.O. gründete (ein Ableger des O.T.O), und Gerald B. Gardner zusammen, was dazu führte, dass beide von seinen Ideen stark beeinflusst wurden. Die Sigillenmagie war eben etwas „Neues“, auch wenn das Grundhandwerk schon immer in der Magie ausgeführt wurde. Doch Austin Osman Spare hat es noch einmal mit seinen eigenen Worten und in einem eigenen System aufgeschlüsselt. Man erkennt hier sehr klare Parallelen zur aktuellen Chaosmagie.

Fakt ist, dass in dem „Zos Kia Cultus“ die Individualität des Magiers das wichtigste ist, was wiederum bedeutet, dass man mit der Hilfe von verschiedenen magischen Techniken in die Sphäre des eigenen Selbst dringen kann, dringen soll, dringen muss, um dann seine eigenen Ziele zu erreichen. Es geht hierbei um eine energetische Ekstase, die im eigenen Inneren stattfindet, es geht also hier um die Verknüpfung zur inneren, wahren Erkenntnis, zur kosmischen Gnosis, die in der Chaosmagie letztlich auch klar und deutlich postuliert wird. Durch die Gnosis, durch die kosmische Erkenntnis, durch das Arbeiten mit dem eigenen Selbst, werden die Grenzen der eigenen Individualität mit dem eigenen grenzenlosen Sein verschmolzen! Man kreiert also einen Kosmos, um das Chaos zu kontrollieren. Hierbei bediente sich die Zos Kia Magie verschiedener Formen der Trance und Ekstase, sodass hier auch die Sexualmagie klar und deutlich thematisiert ist, genauso wie bewusst herbeigeführte, energetische Besessenheiten (sogenannte Invokationen), und natürlich bewusst herbeigeführte, energetische Herbeirufungen (sogenannte Evokationen), wobei es hier um verschiedene Energien, Dynamiken, Entitäten und Wesen geht. Die Gemeinsamkeit ist hier, dass all die Energien eine Verwendung finden, damit der Magier seine persönlichen Ziele voll und ganz erreichen kann. Nun, auch dies ist auf der einen Seite klassisch für die Chaosmagie, auf der anderen Seite kann es aber auch als atypisch gedeutet werden, da in der Chaosmagie sehr gerne postuliert wird, dass man in sich selbst alles hat, und dass man nichts anderes braucht. Dies würde aber bedeuten, dass man auch mit externen Energien eigentlich nicht arbeiten muss, arbeiten will. In Bezug auf die Zos Kia Magie ist es nicht überraschend, dass die Chaosmagie auch unter dem Titel „Erfolgsmagie“ (im Englischen eigentlich als Success Magic tituliert wurde) beschrieben wurde, da es letztlich genau darum geht. Mithilfe der eigenen Möglichkeiten, mit den eigenen Mitteln, kann man ohne weiteres seine Ziele erreichen und seinen Erfolg auch beibehalten!

Wenn man dies jetzt alles gedanklich reflektiert, dann kann man erst einmal zu dem Schluss kommen, dass Austin Osman Spare hier der Vater der Chaosmagie war/ist. Nun, auf der einen Seite ist dies auch korrekt. Auf der anderen Seite muss man aber auch den Magier und Autor Peter James Carroll beachten. Peter James Carroll (1953) ist eigentlich ein Schullehrer, der aber auch ein magischer Autor ist, und Mitbegründer des I.O.T.!

Der I.O.T. ist eine magische Gemeinschaft, die sich der Chaosmagie verschrieben hat und hier als „Illuminaten von Thanateros“ betitelt ist, wobei heute der offizielle Titel /die offizielle Bezeichnung „The Magical Pact of the Illuminates of Thanateros“ lautet. Es ist eine Gruppierung die 1978 „öffentlich“ wurde, um sich auf die Erleuchtung, auf die Illuminierung von Liebe und Tod, von Tod und Liebe zu beziehen, da hier die beiden griechischen Wörter für Tod (Thánatos) und für Liebe (Eros) als Wortschöpfung neu zusammengesetzt wurden und in die Namensgebung eingeflossen sind. Wenn es dann um den wortwörtlichen Begriff „Chaosmagie“ geht, dann muss das Buch von Peter James Carroll betitelt werden, welches im Jahr 1978 veröffentlicht wurde, wobei hier gerade einmal 100 Exemplare existierten, und das Copyright sich auf die magische Gemeinschaft des I.O.T. bezog. So taucht der Begriff „Chaosmagie“ das erste Mal in dem Buch „Liber Null: The Magic of Thanateros & Liber Nox“ auf, in einem Buch, welches eine „neue Sichtweise“ auf die Seele des Menschen wirft, genauso wie auf die Individualität des Menschen und auf spezifische Rituale. Diese Individualität der Gedanken und der praktischen Magie beziehen sich primär auf die freie Entfaltung des eigenen Wissens und der eigenen Weisheit, ohne eine Abhängigkeit von bestehenden Regeln und Systemen einzugehen, sodass hier eben ganz bewusst das Chaos beschrieben wurde, bzw. die Anwendung von Chaos und Magie, die Anwendung der Chaosmagie. Vier Jahre später, im Jahr 1982, kam ein weiteres Werk dazu, welches den Titel „Psychonautik – Liber Null II“ trug, und hier noch einmal weitere Ideen und Vorschläge unterbreitete. In den Werken ging es eigentlich darum, dass die persönlichen Arbeiten, die persönlichen Gedankenanstöße vermittelt werden sollen, die sich eben in der magischen Gemeinschaft des die I.O.T. kristallisiert haben, sodass es hier um veränderte Bewusstseinszustände ging, die eben als Schlüssel verstanden werden sollten, als Schlüssel, die das eigene Potenzial erschließen konnten.

Es gibt hier aber auch Ideen, dass der Begriff etwas älter ist und sich in der magischen Szene schon sehr lange tummelte, da Gruppierungen bzw. Namen wie „Circle of Chaos“, „Chaoscircle“, „Rites of Chaos“ etc. auch gern als „magische Gruppen“ tituliert wurden. Nun ja, es ist hier nicht einfach exakte Dokumente zu finden, sodass man daher nicht sagen kann, ob dies stimmt oder ob dies „magische Gerüchte“ sind. Fakt ist jedoch, dass der Begriff „Chaosmagie“ zumindest von Peter James Carroll im Jahr 1978 literarisch veröffentlicht wurde, egal, ob es jetzt „nur“ 100 Exemplare waren und man dies heutzutage ggf. als „Flyer-Aktion“ titulieren würde!

In den chaosmagischen Bestrebungen ging es primär darum, dass in der Zeit, der späten 1970ger Jahre und frühen 1980ger Jahre, die „überholte Magie“ aus den Jahren 1890 bis 1960 einfach „neu aufgerollt“ wurde, wobei die Betitelung „überholte Magie“ nicht eine negative Wertschätzung darstellen soll/sollte, sondern vielmehr eine wortwörtliche Möglichkeit darstellt, da der aktuelle Zeitgeist einfach viel schnelllebiger geworden ist, und die „geheime Logenpolitik“, wie sie eben in den vergangenen Jahrzehnten stets zelebriert wurde, ganz einfach „überholt“ wurde!

So kann man also ohne weiteres sagen, dass die Chaosmagie als eine magische und moderne Weiterentwicklung der klassischen zeremoniellen Magie verstanden werden kann, die eben Beeinflussungen von Aleister Crowley, Austin Osman Spare und Peter James Carroll erlebte, und sich hierdurch literarisch manifestieren konnte.

Alle drei Magier zeigten, dass es absolut wichtig ist, dass der magisch interessierte Mensch sich auf seine eigenen Grunderfahrungen verlassen muss, dass es darum geht mit transzendenten Kräften zu agieren, mit Energien, die die eigene Evolution forcieren, sich auf der einen Seite ausschließlich auf das eigene Seelenleben beziehen, auf der anderen Seite aber auch von externen Energien kommen können. Speziell geht es hier um den „wahren Willen“, um das Erreichen der „Gnosis“, sodass man in seinem Inneren harmonischen Einklang existiert, sich selbst vollkommen erkannt und verstanden hat, genauso, wie man sich selbst vollkommen angenommen hat, und weiß wer und was man ist. Die Chaosmagie postuliert eine magische Lebenswirklichkeit, die aus dem eigenen Inneren herauskommt, sodass man, in Übereinstimmung mit seinem wahren Willen, sein Umfeld beliebig verändern kann. Hierbei spielt die Selbstvergöttlichung eine essenzielle Rolle, da man nur in und durch die Selbstvergöttlichung sein gesamtes Potenzial voll und ganz entfalten kann. Hierdurch werden alle magischen Arbeiten vom eigenen Unterbewusstsein unterstützt, letztlich sogar ausgeführt, was bedeutet, dass man hier ein gigantisches Machtpotenzial zur Verfügung hat, auf welches man im Normalfall nicht ohne weiteres zugreifen kann. Durch dieses Machtpotenzial, durch die Verbindung zum eigenen Unterbewusstsein, durch die Nutzung des wahren Willens und der eigenen Gnosis, der eigenen wahren Erkenntnis, geht die Chaosmagie davon aus, dass man sich nicht haarklein in alle magischen Systeme einarbeiten muss, sondern dass man hier „gemeinsame Nenner“ finden kann, um diese dann systemisch zu verwenden.

Es geht hier also um die Nutzung der archetypischen Energien, der archetypischen Schwingungen, die man in sehr vielen magischen Systemen finden, erkennen, nutzen und ausführen kann. Hierbei werden ohne weiteres auch moderne Techniken verwendet, was bedeutet, dass man auch mit technischen Spielereien seine magischen Rituale versehen kann, ohne die irrationale Furcht zu haben, dass das eingeschaltete Handy in der Hosentasche des Magiers den gesamten magischen Kreis vernichtet. Es geht nicht darum, dass während des Rituals ein plötzlicher Telefonanruf störend ist, nein, es geht wirklich darum, dass alleine die „Handystrahlen“ das magische Ritual stören und den energetischen Kreisaufbau verhindern.

Doch die Chaosmagie geht auch dahin, dass man alle erdenklichen archetypischen Energien mit seinem eigenen Energiesystem verbinden kann, was in diesem Kontext sich nicht nur auf irgendwelche Zivilisationen, Kulturen und Panthea bezieht, sondern auch auf literarische Gestalten, Figuren aus Comics oder auch Figuren aus Filmen. Wenn man hier in die magische Praxis geht, wird es wirklich sehr spannend. Hierbei muss man jedoch auch reflektieren, dass es unterschiedliche Sichtweisen in der Chaosmagie gibt.

Eine Sichtweise besagt, dass es keine externen, energetischen Wesen gibt, und diese alle ausschließlich im eigenen Unterbewusstsein und durch das eigene Unterbewusstsein kreiert werden. Man selbst ist hier also Schöpfer, und wenn man mit irgendwelchen Teufeln, Widersachern und Schreckgestalten arbeiten will, dann kann man das, in dem das eigene Unterbewusstsein genau diese ins Außen projiziert und letztlich auch manifestiert. Dies gilt dann auch für alle Engel und Erzengel, genauso wie für alle Götter und Göttinnen. Eine andere Sichtweise der Chaosmagie sagt aber auch, dass die jeweiligen Entitäten, Wesen und Schwingungen existent sind, und dass man sie eben doch auch herbeirufen kann, dass man sich mit ihnen energetisch verbinden kann, sodass hier die klassischen Invokationen, die bewusst herbeigeführten und gewollten Besessenheiten, genauso wie die klassischen Evokationen, die bewusst herbeigeführten und gewollten Herbeirufungen, im chaosmagischen Kontext funktionieren und letztlich auch magisch „real“ sind, was bedeutet, dass die jeweiligen Energien, Entitäten, Schwingungen und Wesen als autarke Existenzen verstanden und akzeptiert werden.

Gleichzeitig wird in der Chaosmagie aber auch immer postuliert, dass man sich exakt anschauen muss, wie die jeweiligen Götter, Göttinnen, Engel, Dämonen und was es sonst noch für Wesen gibt, thematisiert sind. Dies ist ein essenzieller und vor allen Dingen berechtigter Einwand. Wenn man sich jetzt einmal die verschiedenen Götter, Göttinnen, Erzengel, Dämonen etc. anschaut, dann kann man ohne weiteres sagen, dass es kulturelle „Glanzbilder“ und menschliche „Idealisierungen“ sind, die durch deduktive Ideen entstanden sind, genauso wie sie, wenn man sie als autarke Wesenheiten akzeptiert, letztlich auch via energetische Übertragungen, Channelings, Astralreisen etc. eine Verbindung zu den Menschen aufgebaut haben. Hierbei muss man aber auch den jeweiligen Glauben, die jeweilige Zivilisation, die jeweilige Kultur und die jeweiligen Lebensmaximen der Menschen bewusst reflektieren und analysieren. In den alten Zivilisationen waren die Götter omnipotent, gleichzeitig aber auch hoch spezialisiert, letztlich aber im Leben der Menschen stets gegenwärtig.

Dies bedeutet, dass die Götter, egal ob es jetzt energetische, autarke Entitäten waren, oder aus dem Unterbewusstsein der Menschen erschaffene Wesen, permanent eine sehr starke Thematisierung erfuhren. Dies sieht heute ganz anders aus, denn wenn man heutzutage mit irgendwelchen profanen Menschen über verschiedene Götternamen spricht, kann man froh sein, wenn hier irgendwelche Comic-Helden, Schauspieler oder andere Unterhaltungsstars, die irgendwann einmal einen Gott oder eine Göttin gespielt haben, eine Resonanz auslösen.

Die Götter des nordischen Pantheons Odin/Wotan, Thor, Frigg/Frigga/Fricka, Loki, Heimdall etc. sind eher durch Comicverfilmungen bekannt, als durch literarische und kulturelle Recherchen. Die meisten Menschen kennen die verschiedenen Götter überhaupt nicht mehr. Gut, vielleicht noch ein paar römische oder griechische Götter, doch auch diese werden primär mit Filmen, Serien und Romanen assoziiert. Doch auch wenn die alten Götter nicht gekannt werden, gibt es dennoch gigantisch viele Potenziale, die künstlich, jedoch energetisch, erschaffen wurden.

Es sind die stilisierten Ikonen der aktuellen Zeit, es sind die Stars, die neuen Helden, die fiktiven Charaktere aus den Filmen, die hier eben eine besondere Sympathie erreichen. Man kann hier ohne weiteres sagen, dass sie im Endeffekt wie Götter gedeutet werden können, wobei es hier um die energetische Deutung geht, um die energetische Deutung der Chaosmagie.

Die Chaosmagie geht davon aus, dass man den einzelnen Menschen und das kollektive Unterbewusstsein ohne weiteres als Maßstab nehmen kann, was bedeutet, dass in der Chaosmagie gerne gesagt wird, dass die Götter eben nur die klassischen kulturellen Glanzbilder der Menschen waren, und dass diese ohne weiteres mit den anderen Ikonen aus den verschiedenen Serien, Filmen und Büchern ausgetauscht werden können. Nun, aus der Praxis für die Praxis dies stimmt nicht so ganz! Sicher, aus dem Blickwinkel der Chaosmagie ist dies zwar vollkommen richtig, gerade dann, wenn es um die eigenen Energien geht, um die Feinfühligkeit, die Interaktionen mit den verschiedenen Entitäten der verschiedenen Panthea! Wenn man sich hier die verschiedenen Götter, Göttinnen, Engel und Erzengel, Malachim, Daimon, und die unendlich vielen anderen Wesen der verschiedenen Kulturen, Religionen und magischen Paradigmen anschaut, ist es ohne weiteres möglich, dass der Chaosmagier hier keinen energetischen Kontakt kreieren kann. Dies kann aber auch daran liegen, dass sich diese Energien dem Energiesystem des Chaosmagiers verschließen, da dieser nicht die korrekte „Schlüssel-Schloss-Thematik“ in seinem Inneren erzeugen kann, was bedeutet, dass hier weder Wissen, noch Weisheit, noch Gnosis existieren, die es dem Chaosmagier ermöglichen, auf die besagten Entitäten zuzugreifen. Die Praxis zeigt deutlich, dass die „Alten Götter“ eine ganz andere „energetische Dichte“ besitzen, als die „medialen Ikonen“, die „Comic- und Filmhelden“, die es dennoch in das kollektive Unterbewusstsein der Menschen geschafft haben.

Zwar ist es aus der Sicht der Chaosmagie vollkommen egal, ob man hier irgendwelche Erzengel, wie zum Beispiel Michael, Gabriel, Raphael oder Uriel anruft (die mittlerweile auch in gigantisch vielen Filmen schauspielerisch dargestellt wurden, und somit letztlich auch im System der Chaosmagie auftauchen müssen), irgendwelche Götter, zum Beispiel Zeus, Osiris, Jupiter, Odin/Wotan oder Papa Legba anruft (welche im Übrigen auch in vielen Filmen, Serien und Romanen existieren), irgendwelche Göttinnen, zum Beispiel Hera, Isis, Juno, Frigga oder Ayizan anruft, oder ob man sich ausschließlich auf die „erfundenen Helden und Antihelden“ bezieht, wie zum Beispiel „Gerald von Rivia“, „John Wick“, „Tyrion Lannister“, „Neo“, „Trinity“ oder „Morpheus“, „Superman“, „Batman“, „Spider-Man“, „Ironman“, „Luke Skywalker“, „Darth Vader“, „Mister Spock“, „Captain Piccard“, „Worf“, „Mr. Bean“, „Michael Jackson“, oder irgendeine andere „bekannte Persönlichkeit“, egal, ob es jetzt ein Schauspieler, ein Sänger, ein Entertainer oder irgend ein Bandmitglied einer sehr bekannten „Musikerriege“ ist. Alles ist möglich in der Chaosmagie.

Natürlich gibt es hier noch einige Unterschiede, doch grundsätzlich gilt, dass in der Chaosmagie auch mit diesen Konzepten, mit diesen Energien gearbeitet werden kann. So müssen hier weitere Fachvokabeln hinzugezogen werden, und zwar die Bezeichnungen „Egregoren“, „Psychogone“ und „Servitoren“. Es geht hierbei um Energien, die wirklich ausschließlich durch den Menschen erschaffen wurden, also lebendige, mediale „Ikonenbilder“, die in diesem Zusammenhang aber auch Stück für Stück in die Autarkie geführt werden können, sodass sie, durch die Energien des magischen Protagonisten, irgendwann selbstständig agieren können. Doch wenn es um diese Schwingungen, um diese selbst erzeugten Energien geht, dann geht es auch immer darum, wie eng sie mit dem kollektiven Unterbewusstsein verflochten sind. Dies bedeutet, je bekannter diese Energien sind, desto effektiver kann man mit ihnen via Chaosmagie arbeiten. Natürlich sollte man sich hierbei überlegen, was alles möglich ist, wenn man mit einem solchen fiktiven Charakter, der aber dann eben eine besondere energetische Dichte durch das kollektive Unterbewusstsein der Menschheit erhalten hat, zusammenarbeitet.

In vielen chaosmagischen Büchern wird hier gerne der Charakter „Mister Spock“ thematisiert, wobei man hier wieder abwägen muss, welche fiktive Energie, welche fiktive Charakter jetzt wie bekannt ist. Damals, in den 1960ger und 1970ger Jahren waren die Abenteuer des „Raumschiff Enterprise“, mit James Tiberius Kirk, mit Mister Spock und natürlich mit „Pille“ und „Scotty“ weltberühmt. Heutzutage sieht das ein wenig anders aus. Mister Spock ist ein Vulkan ja, und im „Star Trek Universum“ verfügt diese Rasse über die Möglichkeit, ihre Emotionen voll und ganz zu kontrollieren (meistens auf jeden Fall).

Wenn man sich jetzt also den Charakter „Mister Spock“ energetischen das eigene Energiesystem holt, würde man überlegt, emotionslos, logisch und vollkommen rational agieren können. Da es heutzutage gigantisch viele mediale Stars gibt, wird es nicht so einfach werden, bzw. man müsste schauen, welche Stars hier eine besondere Popularität genießen, sodass viele Menschen an diesen fiktiven Charakter denken, und hierdurch letztlich im kollektiven Unterbewusstsein einen klassischen Egregor erstellen. Doch bei aller Fantasie, magischen Praxis und Ideologie, sollte man dennoch hier eine gewisse rationale Vorsicht walten lassen, denn gerade dadurch, dass es in den verschiedenen Comicverfilmungen klassische Götter gibt, ist es möglich, dass man statt mit den Marvel-Filmhelden dann doch die „echten Götter“ erwischt, sodass man hier wirklich mit dem Entitäten Odin/Wotan, Thor, Loki, Frigga, Heimdall etc. zusammenarbeitet.

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Chaotische und kosmische Symbole

Dass man in der Chaosmagie nicht nur auf die verschiedenen Götter und Göttinnen treffen wird, sondern auch auf Philosophien, Dogmen, Paradigmen und Konfessionen, sollte klar sein. Doch man wird hier auch auf gigantisch viele Abwandlungen treffen, die, wenn man es genau nehmen will, verschiedene rote Fäden besitzen. So sind die verschiedenen Paradigmen, Glaubensformen, Konfessionen, Philosophien und Dogmen eigentlich miteinander verbunden, da es hier um Transzendenz, Evolution und materielle Manipulation geht. Man könnte fast sagen, dass diese drei Grundpfeiler überall zu finden sind. Wenn dann noch die klassischen fünf Elemente hinzu kommen, hat man insgesamt acht massive Grundpfeiler. Diese Grundpfeiler muss man natürlich auch wieder als Archetypen verstehen, genauso wie man die Elemente als Archetypen verstehen muss. Wenn es dann um die einzelnen Elemente geht, also um das Element Erde, um das Feuer, um die Luft, um das Wasser und um den Geist, dann müssen auch diese Umstände wieder als Archetypen verstanden werden. In diesem Kontext kann man für das Element Erde die Stichpunkte wie Gestaltungskraft, Sinn für Kunst, Musik und Literatur, methodisches Denken, analytische Fähigkeiten, Beobachtung von Feinheiten und Unterscheidungen, Ausdauer, Fleiß, praktische Veranlagung, praktisches und methodisches Arbeiten, Ordnungsliebe, Klarheit, Natürlichkeit, Sorgfalt, Unkompliziertheit, Grundsätzlichkeit, Beständigkeit, Konservatismus, Redlichkeit, Einfachheit, Stratege, Anführer, kritische Einstellung, schnelle Auffassungsgabe, Konzentration auf das Wesentliche verwenden, genauso wie Bequemlichkeit, Sturheit, Kritteln, Stimmungsabhängigkeit, Kleinigkeitskrämerei, Unentschlossenheit, Nörgeleien, Meinungsangleichung, Herdentrieb, Genusssucht, Beeinflussbarkeit, übertriebene Kritik, träge Manipulation, Fokussierung auf Sinnesfreuden, kalte Emotionen Neid, Missgunst und Eifersucht, wobei man dies alles im doppeldeutigen Sinn verstehen muss – als archetypischen und als wortwörtlichen Sinn.

Für das Element Feuer kann man folgende Stichpunkte verwenden: Energie, Unternehmungslust, Ehrgeiz, Heißsporn, Eifer, Selbstsicherheit, Stolz, Autorität, Ruhe, Furchtlosigkeit, Besitzstreben, Optimismus, Organisationstalent, Umsicht, Willensanspannung, praktisch-technische Befähigung, führende Tätigkeit, rasche Beobachtung und Prüfung, scharfe Sinne, genauso wie Rücksichtslosigkeit, Egoismus, Jähzorn, Streitsucht, Dickköpfigkeit, Trotz, Anmaßung, Eitelkeit, Verschwendung, Zwiespältigkeit und Ungeduld!

Für das Element Luft kann man folgende Stichpunkte verwenden:

Geselligkeit, Anpassungsvermögen, vermittelnde und diplomatische Tätigkeiten, Redekunst, Liebe zu Kunst und Musik, leichte Auffassungsgabe, Kommunikation, Redseligkeit, Lebhaftigkeit, Vielseitigkeit, Beweglichkeit, Anpassungsfähigkeit, visionäre Ideen, Originalität und Charisma, Lerneifrigkeit, Neugier und Flexibilität, genauso wie Unbeständigkeit, Selbstmitleid, Bindungsprobleme, Faulheit, Eitelkeit, Taktlosigkeit, Beeinflussbarkeit, Engstirnigkeit, Depression, Launenhaftigkeit, Geschwätzigkeit Hinterhältigkeit und Nervosität.

Für das Element Wasser kann man folgende Stichpunkte verwenden:

Willenskraft, Beharrlichkeit, Ausdauer, Furchtlosigkeit, Entschlossenheit, Gründlichkeit, Unermüdlichkeit, Mütterlichkeit, liebevolles und gefühlvolles Verhalten, erwartungsvoll und hingebungsvoll in der eigenen Tat, Empfindsamkeit, Zurückhaltung, Intuition und Tiefsinnigkeit, genauso wie Leidenschaftslosigkeit, Selbstbemitleidung, Unverlässlichkeit, Rücksichtslosigkeit, Fanatismus, Streitsucht, Jähzorn, Rachsüchtigkeit, Gehässigkeit, Eigenlob, nachtragende und feindselig Verhaltensweisen, Melancholie, Depressionen, Lethargie, Überempfindlichkeit, mimosenhaftes und sentimentales Gebaren.

Für das Element Äther kann man eigentlich alle anderen Stichworte verwenden, die es gibt, oder gezielt diese hier: Licht, Zwielicht, Schatten, Finsternis, Chaos, Kosmos, Charakterstärke, Wahrhaftigkeit, Toleranz, Widerstand, Festigkeit, Courage, Tapferkeit, Furchtlosigkeit, Tatendrang, Freiheits- und Unabhängigkeitsdrang, angewandte Kunst, äußerste Willensanspannung, Energie, führende Tätigkeit, rasche Beobachtung und Prüfung, Ansporn, Ausdauer, die Macht des Willens, Stärkung der Eigenart, Seelenbegleiter sein, genauso wie Übereifer, Gier, Maßlosigkeit, Ungeduld, Gewalttätigkeit, Besitzstreben, Launenhaftigkeit, Eigensinn, Vernichtungswille, Kraftvergeudung, Mangel an Ausdauer und Überlegung, Impulsivität, Jähzorn, Streitsucht.

So hat man hier also acht Grundpfeiler des eigenen Lebens, sodass man diesen Grundgedanken sicherlich auch symbolisch darstellen kann, oder? Natürlich! Das Witzige ist nur, dass dieses Symbol alles andere als chaotisch ist!

Und wie sieht das Symbol der Chaosmagie aus? Nun, es ist der Chaosstern, die Chaossphäre (wenn man einen Chaosstern dreidimensional darstellt), aber auch die Windrose des Kosmos. Hier einmal ein paar Darstellungen:

Nun, man wird es nicht von der Hand weisen können, dass das Zeichen der Chaosmagie sehr geordnet aussieht. Zwar könnte man, mit etwas Wohlwollen, die dreidimensionale Darstellung schon ein wenig als „chaotisch“ deklarieren, doch wäre dies falsch, denn eigentlich findet man hier ein klassisches Koordinatensystem, ein Koordinatensystem, welches über eine x-Achse, eine y-Achse, eine z-Achse und sogar über eine w-Achse verfügt. Man hätte hier also vier Koordinatenstränge, wobei diese für die Höhe, die Tiefe, die Breite und die Zeit stehen. Man hat also hier nicht nur die klassischen drei Dimensionen, nein, man hätte hier auch eine Ausrichtung, die einen Zeitstrang impliziert, bzw. die vierte Raumdimension, sodass hier eben auch eine besondere Ausdehnungsrichtung gekennzeichnet ist.

Doch auch wenn man hier ein Koordinatensystem deuten kann, ist der Ursprung des Symbols alles andere als wissenschaftlich! Eigentlich ist es eine Darstellung aus einem Fantasyroman!

Aus einem Fantasyroman? Der Chaosstern, oder auch die Chaoskugel/Chaossphäre stammt eigentlich vom Fantasyautor Michael John Moorcock, der das Symbol, laut eigener Aussage, am Küchentisch skizziert hat, als er in seinem Roman vertieft war, und sich darüber Gedanken machte, welche Symbole hier eine Verwendung finden könnten. Es ging hierbei interessanterweise aber wirklich um Chaos, speziell geht es hier um besondere Kräfte, Kräfte, die sich auf „Gesetz und Chaos“ beziehen. Michael John Moorcock erschuf dieses Symbol für seinen Roman „The Eternal Champion“, 1970 veröffentlicht, da es hier eine Versinnbildlichung von epischen und metaphysischen Kräften gehen sollte, die durch das „kosmische Gleichgewicht“ in Balance gehalten werden. Es ist ein eingängiges Symbol, welches man dann eben auch noch ein wenig variieren kann, sodass hier auch zum Beispiel die Begriffe „Chaoskreuz“ oder auch „Pfeile/Arme des Chaos“ als Betitelung herhalten. Wenn es sich dann um eine dreidimensionale Darstellung handelt, wird auch der Begriff „Chahafte / Chaossphäre“ verwendet.

Doch wenn man sich dem Chaosstern anschaut, dann kann man es nicht von der Hand weisen, dass hier wirklich eine Windrose zu erkennen ist, oder auch ein buddhistisches Symbol! Interessant ist bei diesem Symbol noch die Tatsache, dass es letztlich auch direkt mit der Venus verknüpft werden kann, mit der sumerischen Göttin Inanna (im Babylonischen ist es Ištar), die Göttin der Liebe, der Lust und des Krieges, die eben mit dem Himmelskörper der Venus assoziiert wird. Eine weitere Verbindung findet man im Hinduismus, im Buddhismus und im Jainismus, wo es das Symbol „Dharmachakra“ / „Dhammacakka“ / „Rad des Dharma“ gibt. Man sieht also, dass das Symbol nicht wirklich neu ist! Man sieht aber auch, dass hier ein gewisser Kosmos existiert, gewisse Denkschemata, gewisse Paradigmen, gewisse Philosophien, ja, letztlich sogar gewisse religiöse Muster. Doch ist das schlimm, fatal, verwerflich, verboten? Nein, denn es ist einfach nur ein Symbol!

Nun, in der Chaosmagie ist grundsätzlich nichts verboten und auch nichts verwerflich. In der Chaosmagie geht es immer um Unterschiede, was wiederum bedeutet, dass hier auch Unterscheidungen getroffen werden müssen, Unterscheidungen in Bezug auf Inhalt und Ausprägung. Wer besitzt die Definitionsmacht in diesem Zusammenhang?

Immer der Mensch, der mit der Chaosmagie arbeiten will, der mit seiner eigenen Chaosmagie agieren will. Daher kann man für sich alle erdenklichen Inhalte, Ausprägungen, Richtungen und auch Maximen frei definieren. Dies gilt auch für Symbole. Natürlich ist der Chaosstern ein sehr bekanntes Symbol, und wenn man so will, dann kann man sogar sagen, dass es ein recht fixes, feststehendes Symbol ist. Doch nur in der Literatur, denn wenn es darum geht, dass man seine eigenen Gedanken entfaltet, dann ist dieses Symbol genauso verformbar, wie alle anderen Symbole auch. Wenn man sich jetzt also den energetischen Inhalt irgendeines Symbols anschaut, dann muss man hier wirklich mit seinen sieben verschiedenen Sinnen agieren können. Es geht hier also nicht nur um das Sehen (visueller Sinn), das Hören (auditiver Sinn), das Riechen (olfaktorischer Sinn), das Schmecken (gustatorischer Sinn) und das Tasten (haptischer/kinästhetischer Sinn), nein, es geht hier auch um den 6. Sinn, um den metapsychologischen oder magischen Sinn und um den 7. Sinn, um den kosmischen oder gnostischen Sinn. Gerade in der Chaosmagie ist dies absolut essenziell, denn aus energetisch-kosmischer Sicht, kann man den „6. Sinn“ so verstehen, dass man hier die Fähigkeit erweckt, eigene Energien und eigene Erkenntnisse zu übermitteln, sodass das Tagesbewusstsein metapsychologische oder auch magische Erleuchtungen, Überzeugungen und Kenntnisse erhält und diese gezielt um- bzw. einsetzen kann. Wenn man dies auf ein Symbol anwenden will, dann bereist man das Symbol, man dringt in seine Tiefe ein, in seine Essenz, und versteht das Symbol auf einer unbewussten, dennoch energetischen Ebene. Im Allgemeinen kann man sagen, dass in der Magie, oder auch in der Chaosmagie, der 6. Sinn in einem Ritual oder in einer Astralreise eine Verwendung findet, da hier die verschiedenen Energien, Schwingungen, Dynamiken und natürlich auch energetische Entitäten „erfühlt“ / „erkannt“ / „verstanden“ werden, sodass hier die Quintessenz, das Wesen, das Fundament, der angerufenen spezifischen Schwingungen/Dynamik, „ausgelesen“ bzw. „erfasst“ werden kann. Wenn man will, wird die Energie bzw. die Entität regelrecht durch das Stirnchakra „gesehen“ und mit dem restlichen Chakrensystem wahrgenommen. Und genau dies gilt auch für jedes Symbol. Man kann mit der Hilfe seines Stirn-Chakras das Symbol ganz anders wahrnehmen, sodass man hier eben auch intuitive Energieebenen ohne weiteres erreichen und somit auch verwenden kann. Es dürfte klar sein, dass hierdurch alle Energiekörper einen energetisch-wissenden Eindruck erhalten, egal, ob es jetzt um ein Symbol oder um eine Entität geht. Wenn man dann mit seinen Energiekörpern im Einklang ist, und hier eine Kommunikationsebene besteht, wird das eigene Tagesbewusstsein die jeweiligen Energien interpretieren können.

Der angesprochene 7. Sinn ist dann sogar noch einmal effektiver, jedoch auch intensiver, da es hierbei um eine „durchdringende Erkenntnis“ geht, was man so interpretieren kann, dass die eigenen energetischen, gedanklichen, emotionalen und auch logischen Wahrnehmungen energetisch reagieren, was man als eine Art „direkte Intuition“ oder auch „stellare Empathie“ betiteln kann. Der 7. Sinn könnte in diesem Kontext auch einfach als „magisches Bauchgefühl“ beschrieben werden, als eine „magisch-intuitive Oszillation“. Wenn man diese besonderen Schwingungen mit einem Symbol assoziieren kann, sodass man hier also die energetischen Schwingungen des Symbols erkennen, fühlen, verstehen und auch integrieren kann, dann hat man hier natürlich auch eine besondere Machtbasis, da hierdurch plötzlich die Symbole zu Werkzeugen werden. Nun, der Chaosstern ist hierbei ein sehr ambivalentes Werkzeug. Wenn man so will, kann man sagen, dass man mit der Hilfe seines 7. Sinns ohne weiteres verschiedene energetische Schwingungen, die aus dem Frequenzfeld eines der höheren Energiekörper stammen, wahrnehmen, interpretieren, verstehen und sogar transformieren kann, was dann wieder eine zusätzliche Einsatzmöglichkeit eines jeglichen Symbols impliziert. Dies kann man so interpretieren, dass man mit der Hilfe seines 6. und 7. Sinns alle erdenklichen Symbole energetisch verwandeln kann, um diese dann auch im eigenen Energiefeld, speziell geht es hier um den Ätherkörper, den Mentalkörper, den Emotionalkörper und den Astralkörper, zu verwenden, und was beim eigenen Energiefeld, bei den eigenen Energiekörpern funktioniert, das funktioniert auch bei anderen Menschen, also bei fremden Energiekörpern. Daher kann man, gerade in der Chaosmagie, alle Symbole frei verwenden, frei interpretieren, um hierdurch eben seine eigenen Ziele zu verfolgen und auch zu erreichen. Wenn man so will, erhält man eine besondere „Erkenntnis“ in Bezug auf Symbole, Energien, Schwingungen, Dynamiken, Entitäten und Wesen, sodass man hier klar und deutlich sagen kann: Genau dies ist Gnosis, genau dies ist eines der Ziele der Chaosmagie! Doch hierbei muss man auch sofort reflektieren, dass man, um den eigenen 7. Sinn vollkommen zu erreichen, man eben auch in seinem Inneren einen energetischen Gleichklang besitzen sollte, um auch seine Erkenntnis zu erkennen, zu verstehen, anzunehmen und natürlich auch magisch zu nutzen. Wenn man dies jetzt also auch auf dem Chaosstern anwenden will, dann wird man nicht nur hier ein besonderes Verständnis von den acht Qualitäten, Schwingungen, archetypischen Entsprechungen etc. des Chaos, und des Kosmos, erhalten, nein, man wird dieses besondere Verständnis auch in seine Existenz einbauen können. Es geht hierbei nicht um verschiedene optische Darstellungen.

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