Read the book: «Das Lebende Universum»

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Das Buch

Traditionsgemäß hat die Wissenschaft das Universum als reglosen, trägen und leeren Raum betrachtet. Duane Elgin bringt außerwöhnliche Beweise aus Kosmologie, Biologie und Physik zusammen, um zu zeigen, dass das Universum nicht tot ist, sondern auf einzigartige Weise lebt – eine Einsicht, so zeigt er, die in Harmonie mit allen großen spirituellen Traditionen steht. Er untersucht, wie diese Sicht unser Konzept von uns selbst radikal transformiert, unseren Platz im Kosmos und die evolutionäre Reise (Flugbahn) unserer menschlichen Familie. Die Ansicht, dass unser Universum nicht lebt, hat zu zügellosem Materialismus und globaler Unwelt-Degeneration geführt. Um unsere planetarische Krise zu transformieren, müssen wir über die Trennung und Ausbeutung hinausgehen und lernen, die Erde zu bewahren, in Harmonie mit Allem was ist und in Kommunikation mit dem lebendigen Universum.

Der Autor

DUANE ELGIN ist ein international anerkannter Visionär, Redner und Autor. Er hat erst einen MBA an der Wharton Business School gemacht und anschließend Wirtschaftsgeschichte an der University of Pennsylvania mit dem Magisterabschluss studiert. Im Jahr 2001 wurde er für seine Arbeit an »ökologischer und spiritueller Transformation« vom California Institute of Integral Studies in San Francisco mit dem Ehrendoktortitel ausgezeichnet. 2006 wurde Elgin für seinen Beitrag zu »Vision, Bewusstsein und Lebensstil auf globaler Ebene« für eine »lebenserhaltendere und spirituellere Kultur« der Goi International Peace Award (Internationaler Friedenspreis) verliehen.

Anfang der 1970er Jahre arbeitete Elgin als leitendes Mitglied einer gemeinsamen Kommission des Präsidenten und des Kongresses, die sich mit der Zukunft Amerikas befasste, in Washington, D.C. Später zog er nach Kalifornien, um als leitender Sozialwissenschaftler am Denktank des SRI International mitzuwirken. Dort war er Co-Autor zahlreicher wissenschaftlicher Studien über die langfristige Zukunft. Zusammen mit Joseph Campbell und einem kleinen Team aus Akademikern verfasste er den Bericht, aus dem später das Buch »Changing Images of Man« (1982) wurde. Auch trug er zu anderen wichtigen Berichten bei: »Anticipating Future National and Global Problems« (im Auftrag des wissenschaftlichen Beirats des amerikanischen Präsidenten), »Alternative Futures for Environmental Policy« (für die Umweltschutzagentur EPA) sowie »Limits to the Management of Large, Complex Systems« (für die wissenschaftliche Stiftung National Science Foundation).

Elgin, der die Zukunftsprobleme im Vorfeld erkannte, verließ 1977 das SRI, um sich auf das Schreiben und das Organisieren von überparteilichen Bürgerinitiativen zu konzentrieren, die sich mit Medienverantwortung und Bürgermacht befassen. Elgins erstes Buch wurde 1981 veröffentlicht: »Voluntary Simplicity: Toward a Way of Life That Is Outwardly Simple, Inwardly Rich« (die 3. Auflage ist derzeit in Vorbereitung). Dieses bahnbrechende Buch wird als Klassiker unter den Untersuchungen über lebenserhaltendere und sinnvollere Lebensweisen gehandelt. Die Vorstellung von einem lebendigen Universum bildete die Grundlage seines nächsten Buchs »Awakening Earth: Exploring the Evolution of Human Culture and Consciousness« (1993). Es ist ein Überblick über das Gesamtbild der Evolution des menschlichen Bewusstseins auf der persönlichen und der gesellschaftlichen Ebene – vom aufwachenden Jäger-Sammler über das heutige Zeitalter bis hin in die ferne Zukunft. In Elgins drittem Werk »Ein Versprechen für die Zukunft« (2000) untersucht er die »Trends zu Widrigkeiten« und die »Trends zu Gelegenheiten«, die damals zusammenkamen. Das Buch zeigt Wege auf, wie die menschliche Familie einen evolutionären Schiffbruch vermeiden könnte und stattdessen einen evolutionären Sprung nach vorne machen könnte. Außerdem hat Elgin zu 16 weiteren Büchern Kapitel beigesteuert und über siebzig Artikel über eine Reihe von Themen veröffentlicht, die von der Umwandlung der Gesellschaft und Schlichtheit über Medienverantwortung bis hin zu einem lebendigen Universum reichen.

Elgin recherchiert seit siebenundzwanzig Jahren über das Thema eines lebendigen Universums; Teile seines Werks werden öfters in akademischen Fachzeitschriften veröffentlicht. Im Jahr 1988 erschien sein ausführlicher Artikel über die Kosmologie eines reflexiven und regenerativen Universums »The Living Cosmos: A Theory of Continuous Creation« in der Zeitschrift Revision. Sein Artikel »The Paradigm of a Living Universe« wurde im Journal of World Futures (2000) veröffentlicht und stellt eine wissenschaftliche Zusammenfassung seiner Kosmologie dar. Zwei seiner Bücher – »Awakening Earth« und »Ein Versprechen für die Zukunft« – beinhalten Kapitel über die Thematik eines lebendigen Kosmos. »Das Lebende Universum« fasst die Ergebnisse seiner jahrelangen Forschungen zum ersten Mal zusammen.

Neben Jahrzehnten im Dienst der Wissenschaft bringt Elgin vierzig Jahre Meditation und Innensicht in seine Erforschung eines lebendigen Universums mit ein. Er wurde von sämtlichen Weisheitstraditionen der Welt inspiriert, insbesondere vom Buddhismus, den Quäkern, dem gnostischen Christentum und dem Hinduismus. Elgin verfügt auch über umfangreiche Erfahrungen mit parapsychologischen Untersuchungen innerhalb eines wissenschaftlichen Rahmens. Anfang der 1970er Jahre war er fast drei Jahre lang einer von vier Teilnehmern, die bei zahlreichen von der National Aeronautics and Space Administration (Raumfahrt) finanzierten Experimenten mitwirkten, um unsere intuitiven Potenziale zu untersuchen. Diese Experimente wurden am SRI International durchgeführt, an dem Elgin in der Zukunftsforschung tätig war. Die Ergebnisse der Experimente (vor allem die der Fernsicht) wurden in renommierten wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht. Ein Teil der Arbeit, die Elgin im Rahmen der Experimente leistete, wird in der wissenschaftlichen Abhandlung »A Perceptual Channel for Information Transfer over Kilometer Distances« von Puthoff und Targ beschrieben, die innerhalb der prestigeträchtigen I.E.E.E. (1976) veröffentlicht wurde. Seine Arbeit wird auch in ihrem Buch »Mind-Reach: Scientists Look at Psychic Ability« (1977) erörtert.

Als Redner hat Elgin schon über 250 Diskussionen und Workshops abgehalten, deren Zuhörer von Geschäftsführern und Bürgerinitiativen bis hin zu Collegestudenten und religiösen Organisationen reichen. Häufige Themen sind »die Welt kurz vor dem Kippen«, »lebenserhaltende und sinnvolle Lebensweisen«, »das lebendige Universum« und »vier Archetypen für die Vision einer vielversprechenden Zukunft«. Er bietet auf seiner Website eine Reihe von Online-Kursen an. Elgin hat außerdem kurze Streamer für das Internet mit produziert, die Schlüsselaspekte der menschlichen Reise untersuchen. Seine Videos, Kurse und umfangreichen Schriften finden sich auf seiner Website:

www.awakeningearth.org

Duane Elgin

Das Lebende Universum

Woher wir kommen. Wohin wir gehen.

Aus dem Amerikanischen von Johanna Ellsworth


Inhaltsverzeichnis

Umschlag

Das Buch / Der Autor

Titel

Inhaltsverzeichnis

Widmung

Vorwort von Deepak Chopra

Vorwort

Danksagungen

Einleitung Das große Erwachen

Eine persönliche Perspektive

Das Leben in einem toten Universum

Kosmophilie: Die Liebe zum Universum

Macht Lebendigkeit einen Unterschied?

Teil Eins Wo stehen wir?

1 Das erste Wunder

Wir sind Riesen

Das fast unsichtbare Universum

Gerade mal am Anfang

Unsere intuitive Verbundenheit mit dem Kosmos

Stellt euch vor, ein Universum wird aufgebaut

Vergleich zwischen totem und lebendigem Universum

2 Die Wissenschaft von einem lebendigen Universum

Ein vereintes Universum

Ein Meer aus Hintergrundenergie

Ein sich ständig erneuerndes Universum

Bewusstsein auf jeder Ebene

Freiheit in den Fundamenten

Die Fähigkeit, sich selbst zu reproduzieren

Aus einem integrativen wissenschaftlichen Blickwinkel

Teil Zwei Wer sind wir?

3 Spiritualität als Form der Intimität mit dem lebendigen Universum

Jüdisch-christliche Sichtweisen

Islamische Sichtweisen

Hinduistische Sichtweisen

Buddhistische Sichtweisen

Taoistische und konfuzianische Sichtweisen

Sichtweisen der Urvölker

Westliche Sichtweisen

Aus der Weisheit der menschlichen Erfahrung schöpfen

4 Das Mutteruniversum

Das Meta-Universum in der Wissenschaft

Das Mutteruniversum in den Weisheitstraditionen

Eine integrative Sichtweise

Vom Wachsen und Gedeihen im Mutteruniversum

5 Seelenkörper und kosmische Identität

Die Größe unserer Seele

Die Eigenschaften des Seelenkörpers

Ein Körper aus Licht

Ein Körper aus Musik

Ein Körper aus Liebe

Ein Körper aus Wissen

Selbsterkenntnis vor dem Tod

Teil Drei Wohin gehen wir?

6 Wohin entwickelt sich das Universum?

Das Leben im Leben, das im Leben steckt

Die Entwicklung von Systemen; die sich selbst organisieren

Das Hauptprojekt der Menschheit

Ein Garten, in dem Leben wachsen und gedeihen kann

7 Die Menschheit hat die halbe Strecke geschafft

Die mutige Reise der Menschheit

Die Trennungsreise der Menschheit

Unsere höchste Prüfung und Initiationsphase

Die Rückkehr der Menschheit

Das zweite Axialzeitalter

In das lebendige Universum hinein erwachen

Phase I: Reflexives Bewusstein

Phase II: Das ozeanische Bewusstsein

Phase III: Das fließende Bewusstsein

Teil Vier Vorbereitungen auf die Reise, die noch vor uns liegt

8 Sechs notwendige Vorbereitungen für die Heimreise

Unsere Geschichte vom Erwachen gemeinsam umsetzen

Eine heranreifende Spezies

Die Kultivierung von Reflexion und Wiederannäherung

Schlicht und bewusst leben

Neue Formen der Gemeinschaft bilden

Medienbewusste Erdbürger werden

Der Welt unsere wahren Gaben überbringen

Das Versprechen der Reise, die vor uns liegt

9 Das Leben in einem lebendigen Universum

Meditationen

Gespräche

Anmerkungen

Impressum



Denen gewidmet, die die Weisheit

über Kulturen und Zeiten hinaus hüten,

die unsere Erforschung

des lebendigen Universums lenken.

Vorwort von Deepak Chopra

Als Arzt beschäftige ich mich mit dem Heilen. Aus meiner Sicht können wir uns und zugleich auch unseren Planeten Erde umso besser heilen, je mehr wir mit dem Universum, aus dem wir kommen, verbunden sind. Wir sind Teil eines lebendigen und denkenden Universums. Das Universum lebt nicht nur, sondern es ist auch mit einem Bewusstsein ausgestattet. Das Universum will durch Sie leben und atmen. Um zu erkennen, dass es so ist, müssen Sie mit dem Universum so umgehen, als würde es leben. Wie wollen Sie sonst herausfinden, dass es tatsächlich lebt? Fangen Sie daher noch heute damit an, sich Folgendes anzugewöhnen:


Sprechen Sie mit dem Universum.

Hören Sie zu, was es antwortet.

Freunden Sie sich mit der Natur an.

Nehmen Sie in allem das Leben wahr.

Verhalten Sie sich wie ein Kind des Universums.


Als Pionier der Evolution schreibt Duane Elgin über unser lebendiges Universum und erforscht seit über vier Jahrzehnten wissenschaftliche Erkenntnisse und spirituelles Verständnis. Er arbeitet mit einer Präsidentschaftskommission, die weit in die Zukunft blickt. Sein Buch Voluntary Simplicity unterstützt neue erhaltende Lebensweisen. In Awakening Earth entwickelt er eine erstaunliche Sicht des großen Gesamtbildes der menschlichen Reise. Er hat drei gemeinnützige Organisationen mit gegründet, die sich für die Verantwortung der Medien und die Macht der Bürger einsetzt, und er hat noch mehr erreicht. Die Einzigartigkeit und Weitsicht dieses Buchs spiegeln Duane Elgins umfangreiche Reise durchs Leben.

Auch wenn Das Lebende Universum in einem eleganten und zugleich einfachen Stil geschrieben ist, spricht es unsere wichtigsten existenziellen Fragen an. Wo stehen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir? Schritt für Schritt offenbart er uns neue Einsichten über uns selbst und unsere menschliche Reise. Seine Auffassung basiert darauf, dass jeder von uns der Ausdruck eines lebendigen Universums ist. Das Universum ist bewusst, reguliert und erschafft sich selbst, es erneuert sich ständig und entwickelt sich fortwährend zu höheren Ebenen der Komplexität und Kreativität.

Durch uns (dem menschlichen Nervensystem) wird sich das Universum seiner selbst immer bewusster. Wir sind Wesen aus Licht, Liebe, Musik und Glückseligkeit. Wir entwickeln uns auf ein gemeinsames Bewusstsein hin, in dem wir uns als kosmische Wesen erleben, die an der Entwicklung des Universums beteiligt sind. Wenn wir bewusst an diesem Evolutionsprozess teilhaben, können wir die Spaltung unserer kollektiven Seele heilen und schöpferische Lösungen gegen Armut, soziale Ungerechtigkeit, Krieg, Terrorismus und Umweltzerstörung finden. Wenn wir den Ruf nach unserem kollektiven Erwachen missachten, gefährden wir die Zukunft der menschlichen Zivilisation auf unserem kostbaren Planeten. Wir haben die Wahl.

Ich hoffe, die menschliche Familie wird sich sehr schnell der Wirklichkeit bewusst werden, dass wir in einem lebendigen Universum leben. Der menschliche Körper ist ein Teil des kosmischen Körpers. Der menschliche Verstand ist ein Teil des kosmischen Verstands. Die Bewusstwerdung dieser kosmischen Dimension unserer selbst ist ungemein heilsam. Mit dieser Erfahrung und diesem Verständnis können wir unserem verwundeten Planeten Heilung zuführen und der menschlichen Reise ein neues Gefühl des Abenteuers verleihen.

Duane Elgin hat ein wichtiges Buch geschrieben, denn in diesem zentralen Zeitalter, in dem uns so viele Differenzen trennen, ist es absolut notwendig, unsere Gemeinsamkeiten als eine Spezies zu entdecken. Die allgemeine Erkenntnis, dass wir alle im selben lebendigen Universum leben, legt den Grundstein für positive Zukunftsvisionen, die Hoffnungsstrahlen bieten und die Finsternis der Gewitter durchdringen, die sich auf der Welt zusammenbrauen.

Vorwort

Während ich dieses Buch Anfang 2009 fertigstelle, üben eine Anzahl von Krisen enormen Druck auf das Weltsystem aus und fordern fundamentale Veränderungen: Wirtschaftskrisen, wachsende Klimaveränderungen, das Ende vom billigen Öl, bittere Armut, brutale Konflikte über Ressourcen und Religionen, die Ausbreitung von Massenzerstörungswaffen und vieles mehr. Wir erfüllen die »warnende Vorhersage an die Menschheit« der über 1.600 der wichtigsten Wissenschaftler weltweit, darunter die Mehrheit der Nobelpreisträger in den Wissenschaften1. Im Jahr 1992 warnten sie: »Eine große Veränderung an der Art und Weise, wie wir die Erde und das Leben auf Erden steuern, ist notwendig, wenn menschliches Massenelend vermieden werden soll und wenn unsere globale Heimat auf diesem Planeten nicht unwiderruflich zerstört werden soll.« Wenn eine »große Veränderung« an der Art und Weise, wie wir das Leben auf der Erde kontrollieren, erforderlich ist, wie sieht diese Veränderung dann aus? Wie können wir bei den enormen Unterschieden und Differenzen innerhalb der menschlichen Weltgemeinschaft ein gemeinsames Verständnis erlangen, um einen neuen Weg in die Zukunft zu ebnen?

Um unsere Bemühungen anzugleichen und unsere Potenziale umzusetzen, ist es für die menschliche Rasse unbedingt nötig, ein Gefühl für die Richtlinien zu entwickeln, mit denen wir zusammen leben und wachsen können. Doch welche Vision von der Reise der Menschheit hat die Breite, Tiefe und Weitsicht, die es uns ermöglicht, über unsere vielen Differenzen hinauszusehen und unsere Anstrengungen beim Aufbau einer vielversprechenden Zukunft zu vereinen? Diese integrative Vision – diese »große Geschichte« der menschlichen Reise lässt sich wie folgt zusammenfassen: Das Universum ist ein zutiefst lebendiges Entwicklungs- und Lernsystem, und wir Menschen befinden uns auf einer Entdeckungsreise innerhalb des Universums. Wir lernen, in einem lebendigen Universum zu leben. Wenn wir aus den Augen verlieren, wo wir uns befinden (nämlich dass wir in einem lebendigen Universum leben), schränken wir unser Bewusstsein darüber, wer wir sind (Wesen einer biologischen und kosmischen Dimension) und wohin wir gehen (wir wachsen in eine immer intimere Beziehung zum lebendigen Universum hinein), stark ein.

Wir können weder die Tatsache, wer wir sind, noch die Reise, auf der wir uns befinden, begreifen, ohne vorher den Punkt, wo wir uns befinden, und das Universum, in dem wir uns befinden, zu verstehen. Unsere Zukunft hängt davon ab, wie wir die Frage, ob wir das Universum als lebendig oder tot ansehen, beantworten. Wie wir in diesem Buch detailliert untersuchen werden, deuten die Beweise darauf hin, dass das Universum lebt. Davon bin ich überzeugt. Was das bedeutet, werden wir Schritt für Schritt entfalten, doch an dieser Stelle möchte ich eine erste Unterscheidung zwischen diesen beiden Vorstellungen aufzeichnen:

Die Vorstellung vom toten Universum

Das Universum ist ein unfruchtbarer und ungastlicher Ort, der fast ausschließlich aus lebloser Materie und leerem Raum besteht. Lebensformen sind äußerst selten. Auf der Erde hat sich die Materie auf irgendeine Weise zu höheren Komplexitätsstufen entwickelt und Lebensformen hervorgebracht. Doch im Rahmen des größeren Universums ist das menschliche Erlebnis nur ein unbedeutendes Staubflöckchen. Unsere Existenz als Menschen scheint sinnlos und bedeutungslos zu sein – ein kosmischer Zufall, der eines Tages in Vergessenheit geraten wird. Ein totes Universum hat kein Gedächtnis und erzählt auch keine Geschichten. Wenn der Körper stirbt, »gehen die Lichter aus« und wir verfallen zu Staub, ohne Spuren oder Überreste zu hinterlassen – weder physische noch nichtphysische. Materie zählt am meisten – materielle Besitztümer, materielle Macht, materielle Freuden und materielles Prestige.

Die Vorstellung vom lebendigen Universum

Im Gegensatz zur Perspektive vom toten Universum ist das lebendige Universum ein Bild, das das Universum als etwas darstellt, das vor unsichtbarer Energie und Lebendigkeit brummt und geduldig zu einem Garten kosmischen Umfangs heranwächst. Diese Perspektive birgt die Auffassung, dass wir Menschen als bewusste Lebensformen in diesem immensen Raum äußerst kostbar sind. Unsere wichtige Aufgabe ist es, einem Universum zu dienen, das bewusste Lebensformen heranwachsen lässt: Durch uns sieht, weiß, fühlt und lernt das Universum. Wir lernen, wie man immer bewusster in einem lebendigen Universum lebt. Was am meisten zählt, ist nicht Materie, sondern das, was unsichtbar ist – die Lebendigkeit in uns selbst, in unseren Beziehungen und in unserer Umwelt.


Vor einigen hundert Jahren entwickelte sich die mechanische und materialistische Vorstellung von einem leblosen Universum – als Teil der rationalen Denkweise der Aufklärung, die es der Menschheit erleichtert hat, sich von Aberglauben und Ängsten zu befreien, um außergewöhnliche und bahnbrechende intellektuelle und technologische Ideen umzusetzen. Doch dieses Bild nützt der menschlichen Evolution nicht mehr. Indem der Materie des Universums die Lebendigkeit entzogen wurde, hat der ursprüngliche Fortschritt der materialistischen Perspektive uns letztendlich die Ausbeutung der Umwelt und eine tiefe weltweite Krise beschert.

Weil die Art und Weise, wie wir das Universum sehen, den Zusammenhang herstellt, innerhalb dessen Grenzen wir unsere Zukunft begreifen und gestalten, ist ein akkurates Verständnis unseres kosmischen Zuhauses absolut notwendig. Während die Vorstellung von einem toten Universum Befremdung und Verzweiflung auslöst, erschafft die Vorstellung von einem lebendigen Universum inspirierende und widerstandsfähige Visionen höherer Möglichkeiten für die Menschheit. Doch ist dieser bejahende Blick in die Zukunft gerechtfertigt?


Wie rote Fäden durchziehen drei Kernfragen dieses Buch. Die Einleitung gibt die Richtung der Untersuchungen vor. In den ersten beiden Kapiteln beschäftigen wir uns mit der ersten Frage: Wo stehen wir? In Kapitel 1 erweitern wir unsere Denkweise über das Universum und über uns. In Kapitel 2 betrachten wir das Universum durch die Linse der Wissenschaft und fragen, ob es die Grundeigenschaften einer lebendigen Einheit aufweist. Da die Wissenschaft des Lebens noch in den Kinderschuhen steckt, wäre es voreilig zu behaupten, Wissenschaft könne beweisen, dass das Universum ein lebendiges System ist. Stattdessen fragen wir: Deuten die Eigenschaften in die Richtung eines lebendigen oder eines toten Universums? Und inwiefern ist das von Bedeutung?

Danach untersuchen wir die zweite Frage Wer sind wir? in den Kapiteln 3, 4 und 5. In Kapitel 3 erforschen wir, wer wir aus dem Blickwinkel der großen Weltreligionen und Weisheitstraditionen in Bezug auf das Universum sind. In Kapitel 4 erwägen wir, wie eine »Mutter Universum« zahllose Tochteruniversen – einschließlich unseres eigenen – enthalten kann. Kapitel 5 untersucht unser Seelenwesen als kosmische Geschöpfe, die gerade lernen, in einem lebendigen Universum zu leben.

Kapitel 6 und 7 beziehen sich auf die dritte Frage: Wohin gehen wir? In Kapitel 6 fragen wir, wohin das Universum geht. Hat es eine evolutionäre Richtung, die erkennbar ist? Und wenn ja, wie passt unsere eigene Reise hinein? Gehen wir »mit dem Fluss« oder nicht? In Kapitel 7 sehen wir uns an, an welchem Punkt auf unserer Reisestrecke wir uns jetzt befinden, und konzentrieren uns auf den unvorhergesehenen Drehpunkt, den wir als menschliche Rasse überwinden – indem wir von einem Weg der Trennung und Unterscheidung zu einem Weg der Verbundenheit und Gemeinschaft überwechseln.

Als Abschluss zeichnet das Kapitel 8 sechs Aufgaben auf, die für unsere Heimreise notwendig sind, und Kapitel 9 bietet Vorschläge für die persönliche Meditation und Gruppengespräche rund um die Thematik eines lebendigen Universums.

Danksagungen

Ich bin den vielen Menschen, deren einzigartige Beiträge dieses Buch mit auf den Weg gebracht haben, für ihre Unterstützung dankbar. Als Erstes möchte ich denen danken, die es mir durch ihre finanzielle Unterstützung erlaubt haben, dieses Lebensprojekt zu vollenden. Insbesondere bin ich Ted Mallon und John Levy zu Dank verpflichtet, die mich von Anfang an unterstützt haben. Danke für euer Vertrauen in mich und in dieses Werk. Drei Stiftungen kamen mir mit wichtigen Stipendien zu Hilfe: die Kalliopeia Foundation in Kalifornien (ich danke euch, Barbara Sargent und Barbara Cushing), das Fetzer Institute in Michigan (vielen Dank, Frances Vaughan) und die Foundation for Global Community in Kalifornien (herzlichen Dank, Richard Rathburn). Mein Dank geht außerdem an andere Menschen, die mir bei der Umsetzung dieses Projekts geholfen haben: Kimberly und Foster Gamble, John Steiner und Margo King sowie Charles Silverstein. Der Präsident der RSF Social Finance Organization, Mark Finser, war ein wichtiger Verbündeter für mich, der dem Projekt des lebendigen Universums ein finanzielles Zuhause gewährt hat.

Zweitens möchte ich mich bei all denen bedanken, die durch ihr Feedback geholfen haben, dieses Werk zu formen. Deepak Chopra, ich bin Ihnen für Ihr Vorwort zu tiefstem Dank verpflichtet. Mein Dank gilt auch der Gemeinschaft von Freunden und Akademikern, die frühere Versionen des vorliegenden Buches rezensiert haben: Chris Bache, Bill Barnard, Coleen LeDrew Elgin, Dave Ellis, Scott Elrod, Kimberly und Foster Gamble, Roger Housden, Jean Houston, John Levy, Joel Levey, Nipun Mehta, Carter Phipps, Frank Poletti, Richard Rathburn, Charles Silverstein, Bill Veltrop und Roger Walsh. Durch euer Feedback konnte diese Arbeit ihr höchstes Potenzial erreichen. Auch möchte ich Colleen Mauro für ihr professionelles Lektorat des Manuskriptentwurfs danken.

Drittens möchte ich mich ganz herzlich bei dem tollen Verlagsteam von Berrett-Koehler bedanken. Die Mitarbeiter waren während des gesamten Publikationsprozesses äußerst hilfsbereit, ehrlich und engagiert. Ganz besonders weiß ich die fruchtbare Zusammenarbeit mit Steve Piersanti als meinem Lektor und seine kreative Leitung als Herausgeber des Berrett-Koehler Verlags zu schätzen. Steves Feedback war zurückhaltend, doch beharrlich, scharfsinnig und immer hilfreich. Ich bin Judy Johnstone für ihr professionelles Lektorat des endgültigen Manuskripts dankbar. Vielen Dank auch Detta Penna für das elegante Buchdesign und die Begleitung dieses Projekts durch die gesamte Produktionsphase hindurch. Camilla Coates möchte ich für ihre behutsamen Illustrationen/Grafiken danken. Auch weiß ich das professionelle Feedback der Verlagsautoren Alan Briskin, Dee Hock, David Korten und Libba Pinchot sowie die Arbeit der Verlagskorrektoren Douglas Dupler, Elainne Obadia, John Renesch und Don Schatz zu schätzen.

Abschließend möchte ich meiner Frau Coleen LeDrew Elgin für ihr Feedback zum Manuskript danken – und auch dafür, dass sie mir eine so liebevolle und unterstützende Partnerin ist, während wir gemeinsam lernen, im lebendigen Universum zu leben.

Duane Elgin

Einleitung
Das große Erwachen

Das Universum ist eine Gemeinschaft und eine Gemeinde.

Wir sind diese Gemeinschaft, die sich ihrer selbst bewusst wird.

Thomas Berry1

Ist das Universum in seiner Grundsubstanz leblose Materie? Wenn diese tot und ohne Bewusstsein ist, dann ist es sich unserer Existenz nicht bewusst – und ihr gegenüber gleichgültig. Was glauben Sie? Sind wir Fremde in einem fremden Land? Sind wir unwillkommene Außenseiter?

Doch was ist, wenn das Universum stattdessen in seinem tiefsten Kern lebt? Wenn es einen Bereich der Lebendigkeit und eine Ökologie des Bewusstseins gibt, die alles im Universum durchdringen – was bedeutet das dann für unser Leben und unsere Lebensaufgabe?

In Anbetracht des Klimawandels, der Energieengpässe, der Kriege über Ressourcen, der bitteren Armut und anderer Herausforderungen fragen Sie sich vielleicht, warum Sie sich Gedanken um das Universum und unsere Verbundenheit zu diesem Universum machen sollen. Meine Antwort darauf lautet: Wir Menschen müssen einen Schritt zurückgehen und wieder zur Vernunft kommen.

Der Traum von materiellem Wohlstand wird immer mehr zu einem kollektiven Albtraum, während wir die Erde mit Menschenmassen überfluten und mit unserer Konsumgier überwältigen. Wir werden mit ständig wachsender Dringlichkeit gezwungen, uns neue Wege vorzustellen, wie wir auf diesem Planeten in Harmonie und Umweltverträglichkeit zusammenleben können. Und dennoch fehlt uns ein klares Gefühl der Richtung. Es ist, als würden wir in die Geschichte wandern – entfremdet von der Erde, voneinander und vom Universum. Wir haben uns verlaufen. Wo finden wir einen Weg in die Zukunft, der der menschlichen Familie eine gemeinsame Reise aufweist?

Ich glaube, es reicht nicht, Lösungen für die Energiekrise oder Klimakrise zu entwickeln, auch wenn das wichtig ist. Wir müssen darüber hinausschauen. Die grundlegendste Herausforderung für die Menschheit ist möglicherweise, über die Not hinauszusehen und Zukunftsperspektiven mit großartigen Chancen zu visualisieren. In einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung setzen wir das um, für was wir uns halten. Die Archetypen und Geschichten, die wir uns selbst vorhalten, verhalten sich wie Lichtstrahlen, die uns in die Zukunft lenken. Um mögliche richtungsweisende Bilder zu untersuchen, sollten wir einen Schritt zurücktreten, die tiefsten Weisheiten der Menschheit anwenden und uns drei fundamentale Fragen stellen:

1. Wo stehen wir? Wir neigen dazu, bei uns selbst anzufangen, dennoch ist es wichtig, mit der Frage zu beginnen, wo wir stehen, statt wer wir sind. Wenn wir bei uns ansetzen, neigen wir zu glauben, unser physischer Körper würde definieren, wer wir sind. Daraus ergibt sich eine Fülle von Konsequenzen – sie bescheren uns die Welt, die wir jetzt haben. Fangen wir stattdessen damit an, wo wir uns befinden, und wenn wir uns ohne Vorbehalte für das Universum öffnen und fragen, was für ein Ort es ist, werden wir vielleicht zu einem größeren Verständnis gelangen: Dann können wir erkennen, dass wir mehr als nur biologische Wesen sind – dass wir auch einen kosmischen Bezug haben.

Lassen Sie uns das Universum, in dem wir leben, betrachten und diese Kernfrage stellen: Leben wir in einem lebendigen oder einem leblosen Universum? Einstein sagte, wenn er Gott eine einzige Frage stellen könnte, dann würde sie lauten: »Ist das Universum uns freundlich gesonnen oder nicht?« Dieses Buch wirft eine noch tiefere Frage auf: Ist das Universum lebendig oder nicht? Die Art und Weise, wie wir diese einfache Frage beantworten, birgt tiefgründige Hinweise darauf, ob wir das Leben mit einem Gefühl der Befremdung oder des Dazugehörens erleben, ob wir es als sinnlos oder als sinnvoll ansehen, und ob wir es voller Gleichgültigkeit oder voller Bewunderung betrachten.

2. Wer sind wir? Nachdem wir uns das Universum, in dem wir leben, näher angesehen haben, können wir nun fragen: Sind wir Wesen, die auf ihre physische Biologie beschränkt sind, oder nehmen wir auf irgendeine Weise aktiv an dem größeren Universum teil? Unser kollektives Selbstbild als eine Spezies muss noch Gestalt annehmen, doch es wird in den nächsten paar Jahrzehnten geschehen, wenn die Kommunikationsrevolution mit dem drohenden Unwetter einer unnachgiebigen Krise von Gesamtsystemen auf der Erde zusammentrifft. Diese Krise, die sich anbahnt, wird uns zwingen, uns kritisch im Spiegel unserer kollektiven Medien zu betrachten und zu fragen: »Wer sind wir als eine Spezies?« Sind wir nicht mehr als biophysische Wesen im Kampf ums materielle Überleben – oder haben wir eine kosmische Verbundenheit und eine Aufgabe, die uns aufruft, in ein weitaus größeres Potenzial hinein aufzuwachen?

3. Wohin gehen wir? Gibt es im Leben und in der Evolution eine erkennbare Richtung? Ohne eine dramatische Richtungsänderung steuert die Menschheit auf eine Katastrophe zu. Die Veränderungen, die erforderlich sind, damit die Menschen auf Erden leben und Leben erhalten können, sind so breit, so tief und so weitreichend, dass es für die Vermeidung eines globalen Desasters unabdingbar ist, die »großen Geschichten« zu entdecken, die unserer Reise in die Zukunft die nötige Anpassung und Orientierung geben können. Gibt es eine Geschichte unseres Erwachens als Spezies, die einen so viel versprechenden Inhalt hat, dass sie unsere Ängste und historische Untätigkeit überwindet?

Eine persönliche Perspektive

Um diesen Fragen eine persönlichere Perspektive zu verleihen, möchte ich ein paar Erfahrungen mit Ihnen teilen, die sich wie goldene Fäden durch den Wandteppich ziehen, aus dem mein Leben gewebt ist. Seit ich in den 1940er und 1950er Jahren auf einer Farm in Idaho aufwuchs, interessiere ich mich leidenschaftlich für den Bezug zum Wunder des Lebens. Ich war eine Frühgeburt. Meine Mutter war Krankenschwester, mein Vater Farmer. Wir lebten mit meinem Bruder, zwei Hunden, einem halben Dutzend Katzen und verschiedenen Farmtieren auf dem Land – genauer gesagt, ein paar Meilen außerhalb eines kleinen Dorfs mit ungefähr fünfhundert Einwohnern. Ich wuchs in Idaho, dem Land mit dem großen Himmel, auf und empfand mich als ein kleines Wesen in einer riesigen Landschaft. Da ich auf dem Hof arbeitete, bis ich Anfang Zwanzig war, bin ich mit dem Land fest verwurzelt und empfinde meine Identität als Farmer genauso stark wie die als Akademiker, Dozent oder Aktivist.

Zu meinen frühesten Erinnerungen zählen die Momente, in denen ich auf dem Boden des Wohnzimmers lag und zusah, wie das Sonnenlicht durchs Fenster schien und über den Teppich wanderte, während die goldenen Strahlen den Raum mit einer lebenden Präsenz und wohltuenden Lebendigkeit erfüllten. Als junger Mann bescherte mir das Farmleben das Geschenk tiefer Stille in einer Umgebung voller subtiler Pracht, die sich regelmäßig zeigte: der Duft frischen Heus, der Geruch trockener Erde nach einem kurzen Sommerregen, der Sonnenuntergang hinter den Bergen in der Ferne. Wenn ich allein war, legte ich mich manchmal in eine Bodenfurche, um die Erde und das Meer aus blühenden Erntefrüchten zu erleben. Ich erinnere mich daran, wie ich mich in ein Salatfeld gelegt habe und von seinen üppigen Blättern fast völlig zugedeckt wurde, und wie ich die summende Lebendigkeit der Erde, der Wiesen und des Himmels über mir aufsog. Felder zu bewässern, Apfelbäume zu beschneiden, Farmtiere zu versorgen – all das waren regelmäßige Einladungen, das Naturwunder strahlender Lebendigkeit zu feiern. Wie Wasser, das in einen trockenen Schwamm einzieht, wurde ich über viele Jahreszeiten hinweg von einer namenlosen und doch greifbaren Präsenz durchdrungen.

Mit Anfang Zwanzig zog ich in die Großstadt, wo ich ein starkes Trennungsgefühl von der vertrauten Lebendigkeit meiner Jahre auf der Farm spürte. 1971 arbeitete ich als leitendes Mitglied des Stabs einer Präsidentschafts- und Kongresskommission, die sich mit der Zukunft Amerikas beschäftigte. Gedanken über die Lebendigkeit der Natur wurden nebensächlich, als wir uns auf die nächsten dreißig Jahre und Probleme wie Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und Mangel an lebensnotwendigen Ressourcen wie zum Beispiel Wasser konzentrierten. Auch wenn ich in meinem Inneren immer noch ein lebendiges Universum spürte, schienen diese Intuitionen in der intensiven Welt der Politik eine weichliche Sensibilität zu sein, die ich zu ignorieren hatte. Dennoch befand ich mich in einem Konflikt. Hatte ich mir die lebendige Präsenz nur eingebildet, die ich auf der Farm in Idaho erlebt hatte? Oder durchdrang diese unsichtbare Lebendigkeit sogar die harsche Welt der Politik in Washington? Wie wichtig konnte etwas sein, das kaum greifbar und zugleich so reich an gefühlter Erfahrung war?

Nach zwei Jahren in Washington war ich von der Machtpolitik desillusioniert und wollte etwas ganz Neues machen. Ich zog mit meiner Familie in die Bucht von San Francisco und fing an, mit einem kleinen Team aus erfahrenen Forschern in der »Futures Group« von SRI International, einer der größten Denkfabriken der Welt, zusammenzuarbeiten. Für die nächsten fünf Jahre untersuchten wir die langfristige Zukunft von Regierungsbehörden und Unternehmen. In dieser Zeit schrieb ich zusammen mit einem kleinen Team, zu dem auch der berühmte wissenschaftliche Forscher Joseph Campbell gehörte, das Buch Changing Images of Man (Die Kraft der Mythen: Bilder der Seele im Leben des Menschen, Artemis, 1994). Wir erforschten archetypische Bilder, die die Familie der Menschheit wie Lichtstrahlen in die Zukunft weisen. Ein zweites Projekt umfasste eine einjährige Studie zu den globalen Zukunftsproblemen des wissenschaftlichen Präsidentschaftsrats. In einem weiteren Projekt für die amerikanische Umweltschutzbehörde (Environmental Protection Agency) blickten wir fünfundzwanzig Jahre weiter und projizierten eine Reihe alternativer Szenarien und ihrer jeweiligen Bedeutungen für die Umweltschutzpolitik der USA. All diese Forschungen machten mir deutlich bewusst, dass unsere Welt auf ein Zeitalter profunder Veränderungen unserer irdischen Lebensweise und wie wir das Universum, uns selbst und die Reise der Menschheit sehen, zusteuert.

Während ich an der Erforschung der langfristigen Zukunft arbeitete, beschäftigte ich mich gleichzeitig mit einer intensiven Meditationspraktik, die im tibetanischen Buddhismus verwurzelt ist. Dann wollte es das Schicksal, dass ich als Forschungsobjekt für die früheste Seelenforschung am SRI ausgewählt wurde, die im Auftrag der National Aeronautics and Space Administration (Raumfahrtbehörde) durchgeführt wurde. Diese wissenschaftlichen Experimente ermöglichten es mir, über einen Zeitraum von fast drei Jahren die Grundsatzfrage zu untersuchen, die hier erhoben wird: Ist das Universum ein lebendes System? Die Kombination von intensiver Meditation und gleichermaßen intensiven Laborexperimenten gab mir eine ungewöhnliche Lernchance. Dieses Buch basiert auf der Sicherheit, die ich in diesen Jahren der inneren und äußeren Forschungen gewonnen habe.

Die Untersuchungen des SRI zur globalen Zukunft ergaben eindeutig, dass die Welt schon bald unerbittliche Grenzen der jetzigen Wachstumsstufen und -muster erleben wird. Da ich das sah, wollte ich mehr tun, als nur auf der Wartebank der Geschichte zu sitzen und zuzusehen. So verließ ich SRI, um mich für kreative Veränderungen einzusetzen und zu meditieren.

Mein Meditieren erfolgte in Form eines halben Jahres der nach innen gerichteten Reflexion und des Nachdenkens in meiner Hütte. Der Höhepunkt war eine transformierende Erfahrung, die seitdem mein ganzes Leben beeinflusst hat (wie in meinem Buch Awakening Earth, Anhang II beschrieben). Die Einsichten, die ich in dem halben Jahr des Meditierens gewonnen habe, fließen in das vorliegende Buch ein.

Mein Ruf nach Veränderungen schließt das Verfassen von drei Ausgaben des Buchs Voluntary Simplicity ein und Reden, die ich weltweit über Themen gehalten habe, wie sich eine Zukunft aufbauen lässt, die das Leben unseres Planeten erhält. Außerdem bin ich Mitgründer dreier gemeinnütziger Organisationen, die sich überparteilich mit Medienverantwortung und der Stärkung der Macht der Bürger befasst.

Im Rückblick haben diese vielfältigen Lebenserfahrungen mir verschiedene Sichtweisen der Welt vermittelt. Bisher habe ich in mindestens drei verschiedenen Wahrnehmungsparadigmen gelebt. Ich wuchs mit der Denkweise des Agrarzeitalters auf – auf einer Farm, auf der das Leben von den Jahreszeiten und den Naturzyklen geprägt ist. Dann wechselte ich zur Denkweise des industriellen Zeitalters über, während ich zusah, wie unser Familienbetrieb sich zu einem kleinen Agrarunternehmen entwickelte und wir von der Farm in ein Städtchen in der Nachbarschaft zogen. Später wechselte ich zur Denkweise des Kommunikationszeitalters über, als ich langfristige Zukunftsformen recherchierte und eine bewusstere Demokratie befürwortete. Ich habe erlebt, wie sich jedes Denkschema ganz logisch aus dem vorherigen entwickelt, und dass jedes von ihnen seine einzigartige Sicht der Welt und seiner selbst hat.

Ich glaube, dass viele Leute wie ich mit einem Fuß in mindestens zwei Welten leben: Sie bewegen sich zwischen zwei oder mehr verschiedenen Wahrnehmungsperspektiven hin und her und bemühen sich krampfhaft, das Universum zu begreifen. Vielleicht fühlen Sie sich – wie ich – hin und her gezogen zwischen der Verwundbarkeit, sich der subtilen Lebendigkeit der natürlichen Welt zu öffnen, und dem Versuch, Ihr Erleben der Lebendigkeit vor der Leblosigkeit einer materiell besessenen Kultur zu schützen.

Bevor wir die Vorstellung eines lebendigen Universums näher untersuchen, ist es wichtig, seine Antithese ernst zu nehmen – eine extreme Sichtweise, die das Universum in seinem Fundament als leblos oder tot betrachtet. Ich glaube, das Universum als eine Materie, die zum größten Teil tot ist, als leeren Raum ohne Lebensformen anzusehen, stellt eine wichtige Phase in der menschlichen Individuation und Stärkung der Selbstbestimmung dar. Auch bin ich überzeugt, dass das noch nicht die ganze Wahrheit ist, sondern nur ein Kapitel in einer viel größeren Geschichte unseres Erwachens – und irgendwann auch unserer Wiederkehr – in ein lebendiges Universum.

Das Leben in einem toten Universum

Als eine Perspektive ist es wichtig, die Vorstellung von einem toten Universum sorgfältig zu untersuchen. Vor allem in der Welt der Wissenschaft trifft man auf die Sichtweise, dass wir in einem Universum leben, dessen Grundlagen Emotion, Bewusstsein und Lebendigkeit fehlen. Diese Ansicht ist nicht ungewöhnlich und kommt zum Beispiel bei der Autorin Susan Blackmore, die über das menschliche Bewusstsein schreibt, deutlich zum Ausdruck, wenn sie sagt: »Wir leben in einem sinnlosen Universum. Es gibt keinen Grund für unser Dasein. Es gibt keine Seele. Es gibt keinen Geist. Wir werden nicht ewig in irgendeiner Art von Himmel leben … es gibt keine übernatürlichen Phänomene, auch wenn ich das nicht mit Sicherheit sagen kann.«2

Blackmore liefert die ernüchternde Beschreibung eines leblosen oder toten Universums – und steht damit nicht allein da.3 Es ist seit dreihundert Jahren die etablierte Überzeugung vieler Wissenschaftler. Seit dem betrachtet die Wissenschaft das physische Universum als »alles, was es gibt«: Alles, was existiert, sind unterschiedliche Verbindungen lebloser Materie, und wer etwas anderes suggeriert, verfällt zurück in den Aberglauben. Es wird davon ausgegangen, dass Materie auf der Ebene der Atome von sich aus kein Leben enthält. Im Gegensatz dazu sind Leben, Gedanken und Gefühle Phänomene, die auf mysteriöse Weise auftauchen, wenn Materie sich in ihrer physischen Struktur zu höheren Stufen der Komplexität entwickelt und Wesen wie uns hervorbringt. Die ganze Existenz wird allein auf materieller Ebene erklärt (außer dem Teil, bei dem sich Leben spontan organisiert und sich seiner selbst bewusst wird). Anscheinend besteht keine Notwendigkeit eines unsichtbaren Bewusstseins, da sich die Prozesse des gesamten Universums durch die Prozesse von Materie erklären lassen. Da davon ausgegangen wird, dass Leben, Gedanken und Gefühle der Menschen aus chemischen Reaktionen zwischen leblosen Arten von Materie hervorgebracht werden, wird der Tod des physischen Körpers als das Ende des Bewusstseins angesehen. Verständlicherweise enthalten »primitivere« Formen von Materie (Atome und Moleküle) nach dieser Vorstellung vom Universum offensichtlich weder Leben noch irgendeine Art von Bewusstsein.

Wenn die Grundlagen des Universums als leblos angesehen werden, dann scheint »Leben« erst vor relativ kurzer Zeit entstanden zu sein, das sich irgendwie aus Materie zu immer höheren Stufen der Komplexität entfalten konnte – das sich aus Atomen zu Molekülen zu Zellen zu Organismen entwickelt hat. Das Bewusstsein – oder eine wissende Fähigkeit – wird als ein biologisches Phänomen angesehen, das im physischen Gehirn angesiedelt ist.

Wenn wir davon ausgehen, dass das Universum in seinen Fundamenten leblos und ohne Wissen ist, nehmen wir automatisch an, dass das Leben keinen höheren Sinn und auch keine Bedeutung hat. Liebe und Glücksgefühle sind dann reine chemische Reaktionen im Körper, die weder von Bedeutung noch von Wichtigkeit sind. Dann gibt es auch keine Aussicht auf eine Zukunft, die über unsere körperliche Existenz hinausgeht. Da das Universum sich zerstreuen und die Sterne erlöschen werden, wird alles Leben irgendwann absterben und in Vergessenheit geraten. Es wird keine Bedeutung mehr haben. Materielle Besitztümer und Leistungen sind der wichtigste Ausdruck der Identität des Einzelnen und daher eine wichtige Glücksquelle.

Aus dieser rein materiellen Vorstellung vom Universum wird es völlig logisch zu schlussfolgern, die, die am intensivsten leben (wir Menschen) hätten das Recht, das, was tot ist (Materie und der Rest der Natur), für unsere eigenen Zwecke auszubeuten. Die Natur ist unser Warenhaus, angefüllt mit Ressourcen für unseren täglichen Bedarf. Welchen Bezug sollen wir zur Welt haben? Den der Ausbeutung dessen, was tot (Natur) ist, zugunsten der Lebenden (wir selbst). Die Tendenz zum Materialismus, Hedonismus und der Ausbeutung der Natur sind die vorhersehbaren Folgen einer Vorstellung, das Universum sei tot.

Trotz dieser trüben Aussichten bedeutet die Vorstellung vom toten Universum eine wichtige und notwendige Phase auf der langen Reise der Menschheit hin zum Erwachen. Indem wir uns von der Natur und voneinander zurückziehen, sind wir gleichzeitig als Individuen viel stärker und differenzierter geworden. Nach meinem Gefühl haben wir Menschen uns von der Einheit mit der Natur so weit entfernt, wie wir es je tun werden. Nun haben wir keine große Wahl: Wenn wir uns weiterhin entwickeln und unsere Potenziale als Spezies verwirklichen, müssen wir uns unserer Partnerschaft mit der Natur und untereinander bewusst werden.

Obwohl der Wechsel zur industriellen Gesellschaft und zum Hyperrationalismus eine starke Trennung zur Natur mit sich gebracht hat, glaube ich, dass wir für eine neue Stufe der Naturverbundenheit offen werden – vor allem in der Wissenschaft. Vom elektronischen Mikroskop über das Hubble-Teleskop bis hin zum menschlichen Genom sind wir dabei, die Art und Weise zu verändern, wie wir das Universum und uns selber sehen und verstehen. Je näher wir hinsehen, umso deutlicher erkennen wir das Universum als einen Ort von atemberaubend enormem Umfang, erstaunlicher Subtilität und undurchschaubarer Mystik.

Kosmophilie: Die Liebe zum Universum

Der Begriff Biophilie wurde von Erich Fromm entwickelt, um die emotionale Verbundenheit und das Gefühl der Zugehörigkeit unter uns Menschen und zu anderen Lebensformen auszudrücken. Der berühmte Biologe E. O. Wilson hat diesen Begriff ausgeweitet und beschreibt damit unseren angeborenen Drang, uns mit anderen Lebewesen zu verbinden. Wenn wir ein Gefühl der Verwandtschaft und Verbundenheit zu anderen Lebensformen empfinden, kommen wir in unserer Motivation, Gefühle für alle Lebewesen zu empfinden, einen Riesenschritt weiter.

Wir können dieses Gefühl der Verbundenheit mit dem Leben und Achtung vor dem Leben auf den gesamten Kosmos übertragen – ein Wort, das der griechische Philosoph Pythagoras als Erster verwendet hat, um unser Universum als lebendige Verkörperung der natürlichen Ordnung, Harmonie und Schönheit zu beschreiben. Wenn wir auf dem Konzept der Biophilie aufbauen, können wir den Begriff Kosmophilie kreieren. Kosmophilia beschreibt die Verwandtschaft und Verbundenheit, die wir mit der Gesamtheit der Natur empfinden, und unsere Erfahrung der gefühlten Verbundenheit mit der Harmonie und Schönheit unseres Universums. Unser Bezug zum Universum besteht aus Biophilie (der Liebe zu anderen Lebewesen) und aus Kosmophilie (der Liebe zum Universum in seiner Gesamtheit).

Naturforscher haben einen tiefen Blick in das Wesen des Universums geworfen und sind voller Staunen über seine Schönheit und Lebendigkeit zurückgekehrt:

Erklimme das Gebirge und spüre seine frohe Botschaft. Die Friedlichkeit der Natur wird in dich hineinfließen, so wie Sonnenschein in Bäume hineinfließt. Der Wind wird seine Frische in dich hineinblasen, und Gewitter ihre Energie, während die Sorgen wie Herbstlaub von dir abfallen werden.

John Muir, Forscher und Naturforscher

Ich glaube an Gott, aber ich schreibe Natur.

Frank Lloyd Wright, Architekt

Ein Gefühl tiefer und intimer Verbundenheit zur Natur und dem Universum ist ein Thema, das sich aus den Betrachtungen der Astronauten ergibt:

Als ich bei der Rückkehr zur Erde durch 240.000 Meilen Weltall auf die Sterne und den Planeten blickte, von dem ich gekommen war, erlebte ich das Universum plötzlich als wissend, liebevoll, harmonisch.

Edgar Mitchell

Als ich im Dezember 1972 der letzte Mensch war, der den Mond betrat, stand ich in der blauen Dunkelheit und schaute von der Oberfläche des Monds wie verzückt auf die Erde. Was ich sah, war beinahe zu schön, um es zu begreifen. Sie ergab zu viel Logik, zu viel Sinn – sie war einfach viel zu schön, um nur eine Laune der Natur zu sein.

Gene Cernan

Es gibt ein lebhaftes Gefühl der Verbindung und Verbundenheit, die wir auf jeder Ebene mit der Natur erleben können – von einer kleinen Blume bis hin zu einer Galaxie. Durch Kosmophilie spüren wir unser direktes Eintauchen in das subtile Feld aus Lebendigkeit und Energie, von dem das Universum durchdrungen ist.

Dass wir in einem lebendigen Feld der Existenz leben, ist eine uralte Erkenntnis. Erst in den letzten Jahrhunderten hat die Wissenschaft dem modernen Verstand diese Erkenntnis ausgeredet, indem sie behauptet, Materie sei leblos und das Weltall sei nur eine leere Bühne. Nun stellen ausgerechnet die Werkzeuge der Wissenschaft diese Ansicht von einem leblosen Universum in Frage. So wie wir anfangen zu erwägen, ob die Erde ein vereinter, lebendiger Organismus ist, beginnen wir auch zu fragen, ob das Universum eine einzige, integrierte Lebensform ist. Zwar ist die Bedeutung dieses Satzes komplex, doch eine sinnvolle Definition ist, dass ein lebendiges Universum ein vereintes und vollkommen voneinander abhängiges System ist, das ständig vom Fluss enormer Mengen an Lebensenergie regeneriert wird, zu deren Grundwesen das Bewusstsein oder die selbstreflexive Fähigkeit gehört, die Systemen auf jeder Existenzstufe ein gewisses Maß an Entscheidungsfreiheit ermöglicht. In Kapitel 2 werden wir all diese Eigenschaften und noch mehr untersuchen.

Macht Lebendigkeit einen Unterschied?

Welchen Unterschied macht es, ob das Universum tot oder lebendig ist? Wenn Kinder Hunger leiden, das Klima destabilisiert wird, Ölquellen versiegen und die Weltbevölkerung wächst, warum ist es dann wichtig, sich mit dieser Frage zu befassen? Wen kümmert es, ob wir in einem lebendigen Universum leben – warum sollte das einen Unterschied machen? Im Folgenden finden Sie ein paar wesentliche Gründe, warum es einen großen Unterschied macht, ob wir das Universum als tot oder lebendig ansehen. Um die Gegensätze zu verdeutlichen, zeige ich die Polaritäten besonders krass auf.

Ist das Universum gleichgültig oder uns freundlich gesonnen?

Welche Einstellung wir zum Universum haben, das uns umgibt, hat eine enorme Wirkung auf unsere Lebenserfahrung. Wenn wir das Universum grundsätzlich für leblos halten, werden Gefühle der existenziellen Befremdung, Panikattacken, Ängste und Befürchtungen verständlich. Warum sollten wir die Verbundenheit mit der kalten Gleichgültigkeit lebloser Materie und leeren Raums suchen? Wenn wir uns dem Leben hingeben, werden wir nur in existenzieller Verzweiflung versinken. Doch wenn wir in einem lebendigen Universum leben, werden Gefühle einer subtilen Verbundenheit, der Neugier und Dankbarkeit selbstverständlich. Dann sehen wir uns als Teilhaber an einem kosmischen Garten des Lebens, den das Universum seit Milliarden von Jahren geduldig hegt und pflegt. Die Perspektive vom lebendigen Universum erlaubt es uns, von Gleichgültigkeit, Angst und Zynismus zu Neugier, Liebe und Bewunderung überzuwechseln.

Geraten wir in Vergessenheit oder bleiben wir in Erinnerung?

Ein lebloses Universum hat in seinem Fundament kein Bewusstsein; daher ist es der Menschheit und unseren Schöpfungen, die sich entwickeln, gegenüber gleichgültig. Nichts von dem, was wir tun, ist von dauerhafter Bedeutung. Alles wird in Vergessenheit geraten. Dasselbe Prinzip trifft zu, egal ob es sich um den Einzelnen oder eine ganze Weltzivilisation handelt: Ein totes Universum erzählt keine Geschichten. Ein lebendiges Universum ist von sich aus eine riesige Geschichte, die sich andauernd entfaltet und zahllose einzigartige Figuren enthält, die mitreißende Dramen des Erwachens spielen. Die Essenz dieser Geschichten und was daraus gelernt wird, bleibt in Erinnerung und erhalten. Dadurch hat ein Universum, das sich weiterentwickelt, Weisheit, die es an seine Nachkommen weitergeben kann.

Sollen wir uns abgrenzen oder zusammentun?

Wenn wir das Universum als etwas ansehen, das zum größten Teil unfruchtbar und ohne Leben ist, und wenn wir unsere Zeit auf Erden im Grunde als einen Kampf ums materielle Überleben betrachten, dann ist es für uns Menschen sinnvoll, uns in diesem Konflikt voneinander abzugrenzen. Wenn wir das Universum jedoch als quicklebendig empfinden und unsere Zeit auf der Erde als eine Entdeckungsreise in diese Lebendigkeit, dann ergibt es Sinn, wenn wir uns zusammentun und gemeinsam an der Umsetzung dieses großartigen Potenzials arbeiten.

Konsumverhalten oder bewusste Schlichtheit?

Der Materialismus ist eine rationale Antwort auf das Leben in einem toten Universum. In einem materiellen Universum bietet Konsum eine Identitätsquelle und ein Mittel, um Bedeutung und Leistung zu erreichen. Woran habe ich in einem leblosen Universum Spaß und Freude? An Objekten. Wie weiß ich, dass ich etwas wert bin? An dem, wie viel Besitz ich angesammelt habe. Welchen Bezug zur Welt sollte ich haben? Den der Ausbeutung dessen, was tot ist (das Universum) zugunsten der Lebenden (ich selbst). Konsum und Ausbeutung sind die natürlichen Folgen einer Perspektive vom toten Universum. Doch wenn wir die Fundamente des Universums als quicklebendig ansehen, ergibt es Sinn, den materiellen Überfluss und unnötigen Aktivismus zu minimieren und im nichtmateriellen Reichtum des Lebens zu wachsen – den wohltuenden Beziehungen und liebevollen Gemeinschaften, dem Ausdruck von Kreativität und anderen Dingen.

Sind wir voneinander getrennt oder miteinander verbunden?

Wenn wir nicht mehr als biologische Einheiten und grundsätzlich voneinander getrennt sind, ist es verständlich, zu glauben, wir wären vom Leid anderer Lebewesen abgetrennt. Doch wenn wir alle im selben Meer der subtilen Lebendigkeit schwimmen, ist es sinnvoll, die Verbundenheit mit und Sorge um das Wohlbefinden anderer direkt zu erleben. Wenn wir dieselbe Matrix der Existenz teilen, dann berührt der Rest an Leben mich längst und erzeugt das Feld, innerhalb dessen ich existiere, mit.

Wer und was sind wir?

Sind wir nicht mehr als eine Sammlung von Elementen, die eine Reihe chemischer und neurologischer Reaktionen erleben? Ist an uns mehr dran als unsere materiell-biologischen Komponenten? In einem toten Universum werden die Grenzen unseres Wesens durch die Umrisse unseres physischen Körpers definiert. Aber in einem lebendigen Universum wird unsere körperliche Existenz von einer Lebendigkeit durchzogen und aufrechterhalten, die sich nicht von der Lebendigkeit des Universums trennen lässt. Wenn wir Wesen sind, deren Bewusstsein über unseren biologischen Körper hinausgehen kann und bis in die entferntesten Ecken des lebendigen Universums zu dringen vermag, dann stellt unser physischer Körper nur den kleinsten Bruchteil des gesamten Ausmaßes unseres Wesens dar.

Das sind nur ein paar der grundsätzlichen Wege, wie unsere Einstellung zum Leben sich radikal unterscheiden kann, abhängig davon, welche dieser beiden Sichtweisen realer erscheint. Der Alltag ist selbstverständlich nicht immer so eindeutig, wie diese Polaritäten ausmalen. Wichtig ist, dass es enorme Folgen für unsere individuelle und auch kollektive Zukunft hat, ob wir das Universum in seinen Grundmauern als tot oder lebendig ansehen.

Generell glaube ich nicht, dass die menschliche Gemeinschaft eine neue Beziehung zueinander und zur Erde aufbauen kann, solange wir nicht auch eine neue Beziehung zum Universum aufbauen. Diese neue Perspektive hat Konsequenzen zur Folge, die unser ganzes Leben verändern.

Teil Eins Wo stehen wir?

1
Das erste Wunder

Zuerst ist die Natur unbegreiflich,

Sei nicht entmutigt, fahre fort,

Es gibt göttliche Dinge, gut entwickelt,

Ich schwöre dir, es gibt göttliche Wesen,

die sind schöner als tausend Worte.

Walt Whitman1

Indianische Mythen sprechen von drei Wundern. Das erste Wunder ist, dass alles überhaupt existiert. Das zweite Wunder ist, dass lebendige Wesen existieren. Das dritte Wunder ist, dass Lebewesen existieren, die sich ihrer Existenz bewusst sind. Als Menschen, die sich ihrer bewusst sind, sind wir das dritte Wunder.2

Wenn wir uns bewundern, dürfen wir das erste Wunder nicht übersehen: die natürliche Welt, in der wir zuhause sind. Wenn wir das erste Wunder übersehen und uns im größeren Universum nicht beheimatet fühlen, ist es uns unmöglich, eine Heimat in uns selbst oder bei anderen zu finden. Die Heimreise, auf der wir wieder Verbindung zum ersten Wunder des Universums um uns herum und in uns selbst aufnehmen, ist ein Thema, das sich durch das ganze Buch zieht.

In unserem langen evolutionären Aufstieg zum dritten Wunder des Selbst-Bewusstseins haben wir uns von unserer Verbundenheit zur Natur und dem ersten Wunder entfernt. Ich halte das für einen natürlichen und zweckmäßigen Prozess. Die Familie der Menschen befindet sich auf einer kollektiven Reise des Erwachens, und in der ersten Phase war es unsere evolutionäre Aufgabe, uns von der Natur zu lösen und unser Gefühl von Identität und Stärke zu entwickeln. Nun haben wir dies so erfolgreich gemeistert und sind so mächtig geworden, dass wir das Klima aus seinem Gleichgewicht gebracht haben, kostbare Ressourcen verschwenden, Waffen zur Massenzerstörung verbreiten und die Erde übervölkern. Wir sind an einer evolutionären Mauer angelangt und werden durch Notwendigkeit gezwungen – und durch Gelegenheit verführt –, auf unserer evolutionären Reiseroute eine große Kehrtwende zu machen. Aber wie finden wir zum lebendigen Universum zurück? Wie können wir uns im Universum zuhause fühlen?

Um unsere Wertschätzung des Universums zu verbessern, sollten wir uns vier wissenschaftliche Erkenntnisse ansehen, die den Rahmen für unsere systematischeren Untersuchungen in den nächsten Kapiteln bilden. Diese vier Erkenntnisse erfüllen mich jedes Mal mit Staunen.

Wir sind Riesen

Wenn wir uns das unfassbar große Universum mit seinen Milliarden von kreisenden Galaxien ansehen, scheint sich daraus die natürliche Schlussfolgerung zu ergeben, dass wir sehr klein sind. Wenn wir ein Universum betrachten, das Billiarden über Billiarden Kilometer umfasst, wäre es nur logisch, uns im Vergleich zu diesen kosmischen Ausmaßen für unbedeutend zu halten. Doch diese Schlussfolgerung über unsere eigene Größe, die unser gesunder Menschenverstand uns suggeriert, ist ein großer Irrtum. Wir sind keine Winzlinge. Im Vergleich zu den generellen Maßen des Universums sind wir Riesen!

Stellen Sie sich vor, Sie hätten ein Lineal, das vom größten Maß des uns bekannten Universums bis zum kleinsten Maß reicht. Auf der Seite der größten Maße erkennen wir Milliarden von Galaxien. Jede von ihnen besteht aus Milliarden von Sternen wie unsere Sonne. Auf der Seite der kleinsten Maße reisen wir im Kern eines Atoms tief in die Welt der Quarks und noch weiter – bis an die Fundamente der Existenz und das, was die »Plancksche Länge«3 genannt wird. Wenn wir uns Menschen auf der Skala wiederfinden wollen, dann sind wir ungefähr in der Mitte angesiedelt4 wie die folgende Grafik zeigt. Die erstaunliche Erkenntnis der Wissenschaft lautet, dass es in unserem Inneren mehr kleine Maße gibt, als es außerhalb von uns große Maße gibt.

Die Größe der Menschheit auf der kosmischen Skala


Im kosmischen Schema sind wir eigentlich Riesengeschöpfe, die in der Mitte des Spektrums der kosmischen Existenz leben. Uns für klein zu halten ist eine völlig falsche Sicht. Wir sollten über unsere eigene Größe genauso staunen wie über die enorme Größe des Universums. Das Universum erreicht unvorstellbar kleine Ebenen in uns. Wir halten schon die Ebene der Atome für klein, doch die Kleinheit der Atome ist von den wahrhaftig winzigen Ebenen in den Grundlagen der Existenz noch weit entfernt. Die Tatsache, dass eine riesige Menge an harmonierenden Aktivitäten in den enormen Zwischenstufen zwischen der Ebene der Atome und der Ebene der winzigsten Teilchen stattfindet, ist wahrscheinlich.

Wissenschaftler halten unsere Körpergröße für die ideale Größe der Menschen. Wären wir deutlich kleiner, hätten wir nicht genügend Atome, um uns zu den komplexen und intelligenten Wesen zu entwickeln, die wir sind. Wären wir hingegen wesentlich größer, könnte unser Nervensystem nicht schnell genug operieren, um die rapide Kommunikation, die ständig in unserem Körper stattfindet, zu unterstützen. Auf der kosmischen Skala scheinen wir genau die richtige Größe zu haben.5

Weil wir Riesen sind, die im mittleren Bereich der Skala der Existenz leben, sollte es uns nicht überraschen, dass wir vieles übersehen, was sich auf der kleineren, feineren Skala des Universums abspielt. Als Riesen kann es uns leicht passieren, die intensiven Aktivitäten auf der ultra-mikroskopisch kleinen Skala des Universums glatt zu übersehen.

Das fast unsichtbare Universum

Lange ging die Wissenschaft davon aus, dass nur sichtbare Formen von Materie und Energie das Universum ausmachen. Doch vor kurzem fielen Wissenschaftler aus allen Wolken, als sie entdeckten, dass der überwältigende Großteil des Universums unsichtbar ist. Eine wissenschaftliche Tatsache ist, dass wir nicht wissen, aus was 96 Prozent des Universums eigentlich bestehen. Die Wissenschaftler beschreiben derzeit zwei Hauptarten unsichtbarer Energien im Universum. Die eine ist eine sich zusammenziehende Kraft, dunkle Materie genannt; die andere ist eine sich dehnende Kraft – die dunkle Energie. Als »dunkel« werden sie deshalb bezeichnet, weil sie weder gesehen noch direkt gemessen werden können. Man geht davon aus, dass dunkle Materie ungefähr 23 Prozent des Universums ausmacht.6 Die unsichtbare Masse aus dunkler Materie liefert das Gravitationsfeld, das notwendig ist, um kreisende Galaxien davon abzuhalten, beim Kreisen auseinanderzufliegen. Nach Schätzungen macht dunkle Energie circa 73 Prozent des Universums aus. Diese unsichtbare Energie durchzieht das Universum und bringt es dazu, sich immer schneller von innen auszudehnen.7 Das gesamte sichtbare Universum aus Planeten und Sternen besteht aus den restlichen 4 Prozent.

Wenn fast das ganze Universum unsichtbar, unmerklich und derzeit noch unbekannt ist, müssen wir unser alltägliches Verständnis des Begriffs »Universum« entsprechend erweitern. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass sich das Wort »Universum« in diesem Buch auf viel mehr als nur die bisher bekannten Bestandteile Materie und Energie bezieht, da diese nur einen kleinen Bruchteil einer viel größeren Realität ausmachen.

Die Zusammensetzung des Universums


Wenn 96 Prozent des uns bekannten Universums unsichtbar sind – wie viel von uns ist dann unsichtbar und für materielle Technologien nicht aufspürbar? Wie weit reichen wir in die tiefe Ökologie des unsichtbaren Universums hinein? Da wir ein integrierter Teil des Universums sind, ist gut denkbar, dass auch ein wesentlicher Teil von uns mit diesen unsichtbaren Ebenen verbunden ist und auf ihnen operiert.

Gerade mal am Anfang

Jahrhundertelang blickten die Menschen auf die Welt um uns herum und gingen davon aus, dass sie nur drei Dimensionen hat. Vor ungefähr hundert Jahren identifizierte Einstein die vierte Dimension – Zeit – und der Stoff, aus dem das Universum ist, wurde als dynamisches Feld lebendig. So etwas wie Raum gibt es nicht mehr, es gibt nur noch Raum-Zeit. Ein Jahrhundert später erweitern Kosmos-Erforscher den Stoff der Realität durch eine Reihe von Theorien über elf Dimensionen oder mehr noch weiter.8 Tatsächlich gehen viele Kosmologen mittlerweile davon aus, dass das Universum aus unzählbaren weiteren Dimensionen bestehen könnte. Das ist eine atemberaubende Erkenntnis, weil jede stufenweise größere Dimension dramatische neue Ebenen von Ausdrucksfreiheit für das Leben zu bieten scheint.

Auch wenn wir nur selten über Dimensionen nachdenken, bilden sie die Grundlage für die Art und Weise, wie die Realität funktioniert. Dimensionen sind viel mehr als nur trockene mathematische Konzepte – sie sind die unsichtbaren organisierenden Unterstrukturen, innerhalb derer wir existieren. Das Wunder, dass überhaupt irgendwas existiert, hängt davon ab, dass Dimensionen den Strukturrahmen liefern, in dem sich die Dinge auf eine zusammenhängende Weise manifestieren können. Trotz der durchgängigen Dynamik des Universums behält es seine Form und präsentiert sich als die stabile und zuverlässige Welt, die wir um uns herum sehen. Dimensionen liefern einen unsichtbaren Rahmen, der alles an seinem richtigen Platz und in der richtigen Zeit belässt und der der Dynamik des Universums den Zusammenhang verleiht.

Aus der Ausdehnung des Universums können wir die Gegenwart zusätzlicher Dimensionen ableiten. Die populäre Vorstellung vom Urknall suggeriert eine Explosion, bei der Materie in alle Richtungen geschleudert wurde. Das ist irreführend, da es das Bild eines davor existenten leeren Weltalls zeichnet, in das sich die Materie ausdehnt. Ein korrekteres Bild ist, dass unser Universum von innen heraus überall gleichzeitig wächst, während galaktische Inseln mithilfe ihrer Schwerkraft gegen den öffnenden Fluss ankämpfen und zusammenbleiben. Es ist dieser wachsende »Umfang« des Universums, während sich der Stoff aus Raum-Zeit ausdehnt, der die wachsende Abtrennung von Galaxien bewirkt. Die Tatsache, dass der Stoff aus Raum-Zeit sich offensichtlich unendlich ausdehnen kann, weist auf die Präsenz noch großräumigerer Dimensionen hin, die dieser Elastizität Platz bieten.

Angenommen, die Forscher des Kosmos haben Recht und es gibt tatsächlich eine enorme Anzahl weiterer Dimensionen: Dann ist es wichtig – und ernüchternd – zu erkennen, dass wir nicht in der 3.000sten oder 300sten Dimension und noch nicht einmal in der 30sten Dimension leben. Wir leben in der dritten und in der vierten Dimension, ganz am Anfang der Existenz und nur wenige Stufen über einem schwarzen Loch oder dem Kollaps der Realität in eine einzige Dimension. Wir leben in einer äußerst beschränkten Realität, während uns aus großzügigeren Dimensionen ein enormes Maß an Freiheit und evolutionären Chancen winkt. Wir dachten, wir würden an der Spitze der Evolution stehen, und jetzt stellen wir fest, dass wir erst am Anfang stehen. Wir bewegen uns gerade aus der Zone des Zusammenbruchs von Materie in ein schwarzes Loch heraus und in die Zone hinein, in der Leben sich selbst begegnet, sich seiner selbst bewusst wird und sich von allein weiterentwickeln kann. Mit hoher Wahrscheinlichkeit existieren weitaus größere Lebens- und Lernsysteme in der Geräumigkeit, die über unsere wenigen kompakten Dimensionen hinausgehen. Statt am Ende unserer Reise scheinen wir ganz am Anfang einer Reise in die Ewigkeit zu stehen. Dies ist ein Thema, das wir in diesem Buch untersuchen werden.

Unsere intuitive Verbundenheit
mit dem Kosmos

Eine weitere bemerkenswerte Entdeckung der Wissenschaft ist die, dass wir vom Rest des Universums nicht abgetrennt sind. Ein Kernthema dieses Buchs ist die Vorstellung, dass jeder von uns eine intuitive Verbundenheit zum Kosmos hat, auch wenn sie zu einem großen Teil unbewusst und unterentwickelt sein mag. Der anerkannte Autor und Forscher Dean Radin nahm eine vollständige Analyse übersinnlicher Recherchen auf, die über achthundert Untersuchungen, sechzig Forscher und fast drei Jahrzehnte umfasste.9 Nachdem er die kollektiven Befunde all dieser Untersuchungen abgewogen hatte, kam er zu dem Ergebnis, dass wir aktive Teilnehmer in einem subtilen Feld – oder Ökosystem – des Bewusstseins sind, in dem wir »senden« und auch »empfangen« können. Diese Ergebnisse ergeben sich aus den Alltagserlebnissen der Menschen. Umfragen unter erwachsenen Amerikanern zeigten zum Beispiel, dass zwei Drittel angaben, ein Erlebnis der übersinnlichen Wahrnehmung gehabt zu haben, wie zum Beispiel eine korrekte Eingabe über das Wohlbefinden eines anderen, der weit weg war.10 Außerdem gaben ungefähr 40 Prozent an, schon mal eine »mystische« Erfahrung gemacht zu haben, in der sie zum Beispiel das Universum als lebendig gesehen haben und dabei ein Gefühl des starken Friedens und der Sicherheit in dieser Lebendigkeit hatten.11 Übereinstimmend mit diesem Ergebnis ist die Tatsache, dass das Bewusstsein sich nicht auf den Verstand beschränkt, sondern eine Präsenz ist, die das ganze Universum durchdringt und die es uns ermöglicht, uns unter Mithilfe des Gehirns sinnvoll mit der Welt zu verbinden, die über unseren physischen Körper hinausgeht. Auch das ist ein immer wiederkehrendes Thema dieses Buchs.

Wenn man diese vier Gebiete der Erkenntnisse zusammenbringt, nimmt die Möglichkeit einer neuen Wahrnehmung unserer selbst, des Universums und der menschlichen Reise schon erste Umrisse an. Wir hielten uns für kleine Wesen, die in einem riesengroßen materiellen Universum leben. Wir glaubten, unsere Denkfähigkeit würde uns an die Spitze der Evolutionswelle spülen, doch nun wird uns plötzlich eine völlig andere Sicht unterbreitet: Wir sind Riesen, die in einem fast gänzlich unsichtbaren Universum leben, die erst am Anfang ihrer evolutionären Reise stehen, und wir können mit unserem Bewusstsein ins größere Universum hineinreichen. Diese entfesselnden Erkenntnisse befreien uns aus der Denkweise, wir wären klein und unbedeutend. Und was kein Zufall ist: Sie befreien uns auch aus der Arroganz, zu glauben, wir wären der entscheidende Faktor der Evolutionswelle.

Stellt euch vor,
ein Universum wird aufgebaut

Stellen Sie sich mal vor, was es brauchte, um ein kosmisches System wie das unsere zu erschaffen. Eines der erstaunlichsten Dinge an unserem Universum ist die Präzision, mit der es zusammengesetzt ist. Die Feineinstellung Dutzender Schlüsselfaktoren ist notwendig, weil die winzigste Abweichung gar kein Universum zur Folge hätte. Wäre zum Beispiel die Ausdehnungsrate nach dem Urknall auch nur ein bisschen schneller gewesen, dann wäre das Universum verdunstet – und es hätten sich weder Sterne noch Planeten gebildet. Wäre andererseits die Ausdehnungsrate ein klein wenig langsamer erfolgt, dann wäre das Universum schon längst wieder in sich zusammengebrochen – und der Urknall wäre ganz schnell zu einer Urzersplitterung geworden! Es gibt mindestens ein paar Dutzend Beziehungen im Universum, die genau so sein müssen, wie sie sind, damit Leben existieren kann. Von der Stärke der Anziehungskraft bis zur Spannung eines Elektrons – wenn bloß einer dieser Faktoren nur ein bisschen anders wäre, wäre das Leben, wie wir es kennen, unmöglich. Der außerordentliche Grad, in dem alles im Universum bis ins kleinste Detail angepasst ist, deutet darauf hin, dass eine hohe Entwurfsintelligenz am Werk ist (nicht zu verwechseln mit der Theologie des »intelligenten Designs«, die die Evolution negiert).12

Was wäre also erforderlich, um ein einwandfrei funktionierendes Universum wie das unsrige aufzubauen und zu erhalten? Erwägen Sie Folgendes: Was wäre, wenn Sie für Ihre Kreativität und Fähigkeiten bekannt wären und Mutter Universum zu Ihnen sagen würde: »Mir gefällt deine Arbeit. Möchtest du einen Kosmos aufbauen? Überlege es dir.« Daraufhin würde das Mutteruniversum Ihnen neun Bedingungen für Entwurf und Konstruktion nennen.13 Denken Sie spielerisch darüber nach, um Ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen und sich auf die folgenden Anforderungen vorzubereiten:

 Als Erstes musst du ein transparentes Feld mit einer unsichtbaren Struktur, die Geometrie genannt wird und alles an seinem richtigen Platz und in seiner korrekten Zeit behält, erschaffen. Bringe den Kosmos innerhalb dieses Felds unter und stelle sicher, dass diese dimensionale Geometrie über Milliarden von Jahren hinweg und Billiarden von Meilen hinweg einwandfrei funktioniert.

 Zweitens darfst du dein Universum aus nichts konstruieren, das sichtbar ist. Du musst alles aus durchsichtiger Lebensenergie erschaffen.

 Statt das Universum vollständig entwickelt zu erschaffen, musst du es drittens so gestalten, dass es sich aus einem Gebiet ausweitet, das kleiner als ein Stecknadelkopf ist, und so wächst, dass es hundert Milliarden Galaxien beheimatet, von denen jede hundert Milliarden Sterne oder noch mehr enthält.

 Entwirf viertens Materie. Nimm Wolken aus Energie, die fast ausschließlich aus leerem Raum bestehen, und lasse sie pro Sekunde Billiarden Mal um sich selbst schweben, um sich als feste Formen darzustellen. Trotz ihrer völlig dynamischen Eigenschaft musst du diesen Wirbelwinden aus Energie die Erscheinung und das Gefühl von fester Materie verleihen.

 Entwirf fünftens Raum. Einfache Leere oder die Abwesenheit von Materie reicht nicht aus; stattdessen musst du ständig im gesamten Universum die Transparenz von Raum regenerieren. Der unsichtbare Stoff aus Raum-Zeit muss ein öffnender Vorgang sein, der sich ständig entfaltet, um den durchsichtigen Behälter abzugeben, in dem sich Materie – in einem ebenso dynamischen Prozess – darstellen kann.

 Entwirf sechstens ein kosmisches Informationssystem, das sich sofort über das gesamte Universum verteilt und damit verbindet. Alles, was irgendwo geschieht, muss sofort überall als Information verfügbar sein.

 Entwirf siebtens das Potenzial für die Entstehung von Ökosystemen für ganze Planeten, aus der sich Milliarden einzigartiger lebendiger Organismen wie Pflanzen und Tiere entwickeln können. Stelle sicher, dass sich diese Organismen in einem Prozess, der Milliarden von Jahren aufrechterhalten werden kann, voneinander ernähren können.

 Entwirf achtens das Potenzial für Lebensformen, die sich ihrer selbst bewusst sind und fähig sind, sich selbst zu immer komplexeren und bewussteren Wesen weiterzuentwickeln.

 Entwirf neuntens einen Vorgang, der es dem Kosmos möglich macht, durch die Nutzung des Durchflusses unvorstellbarer Mengen an Energie in seiner Gesamtheit ständig regeneriert zu werden. Dieser Fluss der ständigen Schöpfung muss den Stoff von Raum-Zeit und sämtliche Manifestationen von Materie, Gedanken, Gefühl und Bewusstsein enthalten.

»Wenn du diese neun Konstruktionsbedingungen erfüllen kannst, bist du bereit, mit dem Bau eines neuen Universums zu beginnen«, sagt Mutter Universum. Auch wenn diese Entwurfsbedingungen meinem Buch Awakening Earth entnommen sind, das ich vor über fünfzehn Jahren geschrieben habe, erwecken sie doch jedes Mal, wenn ich mich wieder mit ihnen befasse, erneut meine Hochachtung vor der Kraft, Weisheit und Subtilität, die in unserem Kosmos stecken. Unser Universum ist ein hochelegantes Meisterwerk ständiger Schöpfung. Wenn wir die glänzende Leistung der Konstruktion wahrnehmen, die es uns präsentiert, betrachten wir uns und die Welt um uns herum mit neuer Bewunderung und Anerkennung. Unsere Fantasie auf diese Weise zu dehnen ist eine hilfreiche Vorbereitung für unsere Untersuchung, wenn wir uns daranmachen, unser geheimnisvolles Universum durch die Linse der Wissenschaft zu betrachten und zu fragen: Ist es sinnvoll, unser Universum als ein lebendiges System anzusehen? Die zentrale Eigenschaft dieser Frage lässt sich in folgender Tabelle zusammenfassen, in der die Vorstellungen von einem toten oder einem lebendigen Universum einander gegenübergestellt werden:

Vergleich zwischen totem und lebendigem Universum
Totes Universum


Das Universum ist in seinem Fundament leblos. Das Universum ist eine Sammlung von hauptsächlich toter Materie und leerem Raum, die prinzipiell nicht lebendig sind. In seinen Fundamenten ist das Universum ein kalter, steriler, gefühlloser und seelenloser Ort.
Der Kosmos dient keinem erkennbaren Zweck; daher muss der Sinn aus dem geschöpft werden, was wir als soziale Wesen für uns erschaffen. Wenn wir sterben, »gehen die Lichter aus«. Die Seele ist ein Aberglaube.
Bewusstsein ist ein Produkt der Biochemie und spielt sich im Gehirn ab. Das Bewusstsein ist im Universum – außer bei höher entwickelten Tieren – nicht vorhanden.
Da wir in einem physischen Universum leben, basieren die einzigen Potenziale, die wir kultivieren können, auf materiellen (physischen, emotionalen und geistigen) Dingen.
Wir sind körperliche Wesen, die spirituelle Erfahrungen suchen. Wir können zwar über ein spirituelles Reich nachdenken, aber im Grunde sind wir physische Wesen, und beide sind voneinander getrennt.
Die Schöpfung endete vor fast 14 Milliarden Jahren mit dem Urknall. Seitdem ist nichts geschehen, außer der fortschreitenden Evolution der Urmasse in komplexere Formen.
Leben entwickelt sich auf unerklärliche Weise aus lebloser Materie, wenn die Formen komplexere Gestalt annehmen. Das Höhere entwickelt sich aus dem Niederen. Leben entwickelt sich aus Nichtleben.
Der Sinn des Lebens ist, in einer materiell definierten Welt materielle Sicherheit und Erfolg zu erreichen.
Ein totes Universum erzählt keine Geschichten, und so können wir unsere eigenen Geschichten erfinden und diese werden genauso viel Gültigkeit haben, da sie letztendlich alle belanglos sein werden.
Es gibt kleine Inseln voller Leben in einem riesigen Feld aus leblosem Raum und toter Materie.
In einem toten Universum ist Materialismus sinnvoll. Wir können uns durch materielle Annehmlichkeiten vor der Leblosigkeit, von der wir umgeben sind, schützen und unsere Bedeutung durch materielle Projekte und Besitztümer demonstrieren.
Da die Welt um uns herum tot ist, ist es in Ordnung, das, was tot ist, zugunsten derer, die am intensivsten leben – und das sind wir –, auszubeuten.
Ein totes Universum kümmert sich nicht um menschliche Belange.

Lebendiges Universum


Das Universum ist in seinen Fundamenten lebendig. Das Universum ist eine einzigartige Form von Leben, das durch den Durchfluss riesiger Mengen von Lebensenergie erhalten wird. Der Kosmos ist ein riesiges Lebewesen, das alle Lebewesen in sich enthält und auf je­der Stufe mit Gefühl und seelenvollem Lernen angefüllt ist.
Der Kosmos ist ein zweckgebundenes Lernsystem. Sterben wir, bleibt das klare Licht erhalten, doch wenn wir uns nicht mit den unsichtbaren Eigenschaften unserer Seele im irdischen Leben angefreundet haben, kann es sein, dass wir unseren subtilen Körper nicht erkennen.
Das Bewusstsein ist ein lebendiges Feld aus Lebensenergie, das den Kosmos durchdringt und auf jeder Ebene im Universum eine reflexive Fähigkeit zu materiellen Formen bietet.
Da wir in einem lebendigen Universum leben, ist es das höchste Potenzial eines jeden von uns, ein Homo sapiens sapiens zu werden – ein Wesen, das sich als Körper aus Licht, Lie­be, Musik und Wissen erkennen kann.
Wir sind spirituelle Wesen mit einer körperlichen Existenz. Unser Körper ist ein biologisch abbaubares Medium für Erfahrungen, die die Seele bereichern. Jede Erfahrung hinterlässt ihren eigenen Widerhall von Fühlen-Wissen in unserer Seele.
Die Schöpfung ist ein ständiger Prozess. Die Gesamtheit des Kosmos wird je­den Augenblick durch den Durchfluss von unzähligen Stufen von Lebensenergie aufrechterhalten.
Das Leben ist die Grundlage aller Existenz. Die Lebenskraft, die das gesamte Universum er­hält, ist grundlegend, und die Lebendigkeit, die sich in Wesen wie uns manifestiert, ist auf­steigend. Aus dem Höheren entwickelt sich das Niedere, aus Mutter Universums Größe entwickeln wir bescheidenen menschlichen Wesen uns.
Der Sinn des Lebens ist zu lernen, in der Ewigkeit zu leben. Das bedeutet, unsere Poten­ziale für zweifache Weisheit als Homo sapiens sapiens zu entwickeln und uns mit uns selber anzufreunden, damit wir unser subtiles Selbst erkennen, wenn wir sterben.
Ein lebendiges Universum ist in sich eine Geschichte von immenser Bedeutung und Reichtum, so wie auch die Geschichten einer riesigen Reihe an vielfältigen Lebensformen auf ihrer Reise zum Erwachen, die das Universum enthält.
Inseln voller Leben sind nichts als Orte, an denen das Feld des Bewusstseins sich intensi­viert hat und die Kontrolle über sich gefunden hat.
In einem lebendigen Universum ergibt Schlichtheit Sinn. Es motiviert uns, Überflüssig­keiten, Komplexität und Stress der materiellen Seiten zu minimieren und Saft und Kraft des Lebens an sich vollständiger zu genießen.
Da alles lebt und miteinander verbunden ist, mache ich das, was ich mit der Welt mache, letztendlich mit mir selbst.
Das Universum ist ein Garten, in dem Lebenssysteme wachsen. Der Kosmos ist mitfühlend und mischt sich nicht in die Entfaltung seiner Kinder ein.

2
Die Wissenschaft
von einem lebendigen Universum

Jeder, der ernsthafte Wissenschaft betreibt,

gelangt zu der Überzeugung, dass in den Gesetzen des Universums ein Geist am Werk ist – ein Geist, der dem des Menschen weitaus überlegen ist …

Albert Einstein1

Dieses Kapitel wendet die Mittel der Wissenschaft an, um die Möglichkeit zu erforschen, ob unser Universum in seiner Gesamtheit ein lebendiges System ist. Ich versuche nicht, zu beweisen, dass das Universum ein lebendiges System ist. Stattdessen werde ich aufzeigen, dass die vorhandenen Nachweise, wenn man Erkenntnisse aus verschiedenen Gebieten der Wissenschaft berücksichtigt, deutlich in diese Richtung weisen und definitiv dazu auffordern, sich tiefschürfender damit zu befassen und nachzuforschen.

Wenn wir darüber nachdenken, inwiefern das Universum lebendig sein könnte, wenden wir uns naturgemäß den uns bekannten Lebewesen zu. Es ist nur verständlich, dass viele unserer Theorien über die Eigenart des Lebens auf Tieren und Pflanzen beruhen, doch wenn wir unser Verständnis über das Leben auf diese vertrauten Lebensformen beschränken, verwechseln wir den materiellen Ausdruck der Lebendigkeit mit Lebensenergie an sich. Die Form ist nicht die Lebendigkeit, sondern ihr Behälter. Wir müssen daher unsere Nachforschung auf die Bedeutung des Lebens erweitern.

Wie schon erwähnt, sind es gerade die Mittel der Wissenschaft, die die traditionelle wissenschaftliche Meinung, das Universum sei in seinen Fundamenten leblos, hinterfragen. Die mächtigen Instrumente der Wissenschaft lassen uns ebenso hinab ins Reich der Atome wie hinaus auf das Reich der Sterne schauen. Und wir entdecken Erstaunliches: Je tiefer und weiter wir blicken, umso komplexer, subtiler, geheimnisvoller – und lebendiger – scheint das Universum zu sein.

Am Anfang ist es wichtig, zu erkennen, dass die Vorstellung, in einem leblosen Universum zu leben, eine neuere Ansicht ist. Wie im nächsten Kapitel deutlich wird, haben wir Menschen in der menschlichen Geschichte größtenteils nicht bezweifelt, dass die Welt um uns herum grundsätzlich lebendig ist. Erst in den letzten paar Jahrhunderten hat die Wissenschaft einen großen Keil zwischen uns und dem Rest des Universums getrieben. Sie ging davon aus, das Universum würde zum größten Teil aus lebloser Materie bestehen, auf der nur ein paar belebte Inseln wie die Erde angesiedelt seien.

Wenn wir uns mit der Frage auseinandersetzen, ist es wichtig, zu erkennen, dass es in der Welt der Wissenschaft keine generell anerkannte Definition von Leben gibt. Um die Schwierigkeiten, mit denen sich die Wissenschaftler herumschlagen müssen, zu verdeutlichen: Es gibt keine klare Trennung zwischen dem lebendigen und dem leblosen Reich. Es wird zum Beispiel heftig darüber gestritten, ob ein Virus lebendig ist oder nicht. Von sich aus ist ein Virus zwar ein nichtlebendes Wesen, aber wenn es einen passenden Gastkörper – wie zum Beispiel einen Menschen – findet, kann es sich rapide selbst vervielfältigen (denken Sie an eine ganz normale Erkältung) und zu neuen, noch ansteckenderen Formen mutieren. Da die Fähigkeit, sich zu vervielfältigen und weiterzuentwickeln, dem Leben zugrunde liegt, ist der Virus in der Grauzone zwischen Leben und Nichtleben anzusiedeln.

Da wir die mysteriöse Eigenschaft, die wir Leben nennen, kaum verstehen, überrascht es nicht weiter, dass es davon keine generell anerkannte Definition gibt. Ist das Leben eine unsichtbare Energie oder ist es vom physischen Behälter dieser Energie untrennbar? Viele Wissenschaftler konzentrieren sich auf den Behälter und sagen, dass lebendige Kreaturen Wesen sind, die auf Kohlenstoff basieren, die Wasser brauchen, ihre Energie entweder von der Sonne oder von einer chemischen Quelle erhalten und fähig sind, sich selbst zu reproduzieren. Auch wenn das eine passende Beschreibung von Lebensformen auf der Erde sein mag, ist es eine so beschränkte Definition, dass sie kaum Raum für die Möglichkeit alternativer Ausdrucksformen lässt.2 Während viele Wissenschaftler nur ein paar Kriterien zur Umschreibung eines lebendigen Systems anwenden, schlage ich eine anspruchsvolle Reihe von sechs verschiedenen Kriterien vor – eine Zusammenstellung aus einer Vielfalt von Quellen –, anhand derer wir überlegen können, ob das Universum lebendig ist:

Ist das Universum trotz seiner Riesengröße eine Einheit?

Fließt Energie durch das Universum?

Wird es ständig regeneriert?

Zieht sich Wissen oder ein Bewusstsein durch das gesamte

Universum?

Besteht Entscheidungsfreiheit?

Ist unser Universum in der Lage, sich selbst zu reproduzieren?

Diese Liste verlangt dem Universum sehr viel ab, um es als lebendiges System ansehen zu können. Lassen Sie uns jeden Punkt einzeln betrachten und aus glaubwürdigen Quellen der anerkannten Wissenschaften und der Kosmologie Erkenntnisse gewinnen. Diskussionen wie diese entstammen keiner Pseudowissenschaft, sondern ziehen Schlussfolgerungen aus etablierten Quellen innerhalb der wissenschaftlichen Forschung.

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0+
Release date on Litres:
22 December 2023
Volume:
273 p. 6 illustrations
ISBN:
9783945574317
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