Read the book: «Wenn die Seele "S.O.S." funkt»
Dieses Buch Wenn die Seele „S.O.S.“ funkt… - Psychische & Psycho-Somatische Störungen + Erkrankungen will Sie - als Betroffene/-n, allgemein an der eigenen Gesundheit interessierten Men-schen und ganz besonders aber auch alle biologisch-naturheilkundlich (insbesondere ganzheitlich) orientierte Therapeuten - informieren und beraten.
Alle Angaben sind nach bestem Wissen zusammengestellt. Jedoch kann eine Ver-bindlichkeit aus ihnen nicht hergeleitet werden.
Wenn die Seele „S.O.S.“ funkt …
Psychische & Psychosomatische Störungen + Erkrankungen
Verfasser:
Dr. med. Hanspeter Hemgesberg
Wissenschaftliche Recherchen:
Andrea Hemgesberg
Claudia Hemgesberg
Sandra Hemgesberg
Redaktionelle Mitarbeit:
Rosemarie Hemgesberg
© Copyright 2021
für das im Buchtext vorgestellte/besprochene gesamte Procedere liegt ausschließlich bei Dr. med. Hanspeter Hemgesberg.
Nutzung - auch auszugs- und teilweise - in Wort, Schrift und allen elektronischen (auch zukünftigen) Kommunikationssystemen und in irgendeiner sonstigen Form (Fotokopie, Mikrofilm und andere Dokumentations- & Archivierungsverfahren) sowie die Weitergabe an Dritte und/oder die Vervielfältigung und sonstige Verbreitung ist verboten und strafbewehrt!
Gerichtsstand: Jeweiliger Wohnsitz Dr. med. Hanspeter Hemgesberg
© Copyright 2021
für die Gestaltung des Covers liegt bei Andrea Hemgesberg, Miesbach
Die missbräuchliche Verwendung ist strafbewehrt!
Gerichtsstand: jeweiliger Wohnsitz Andrea Hemgesberg
Hinweis:
Bei der farblichen Gestaltung des Covers und der Übernahme der Psychiatrie-Schleife und des Äskulap-Stabes sowie der Abbildungen im Buchtext handelt es sich um „Lizenz-freie“ Bilder.
ISBN 978-3-7485-5820-0
Psychische und Psychosomatische Störungen und Erkrankungen
Alle Welt scheint an und unter Stress(beschwerden) zu leiden; von Kindern bis Senioren!
Stress ist also „in aller Munde“.
In der breiten Bevölkerung bekannt außerdem Erkrankungen an Depressionen und dann auch noch Suchterkrankungen – insbes. von Alkohol, Drogen, Schmerz- und Schlafmitteln und auch von Nikotin –.
Dann ist in großen Teilen der Bevölkerung hinsichtlich der Kenntnisse von psychischen (psychiatrischen) und psycho-somatischen Störungen und Erkrankungen bereits das „Ende der Fahnenstange“ erreicht.
Leider ist das aber bei weitem nicht das Ende mit den psychischen Störungen!
Der Bogen an Störungen und definitiven bzw. manifesten Erkrankungen ist weit gespannt; so reicht er auszugs- und beispielsweise von weiteren Drogen-Abhängigkeiten (nicht selten kombinierte Abhängigkeiten / u.a. flüchtige Lösungsmittel) über Psycho-sexuelle Störungen (u.a. Masochismus), Neurosen (z.B. Angstneurose), manisch-depressive Psychosen, Schizophrene Störungen, Paranoide Störungen bis hin zum Suizidalen Verhalten.
Aufgrund vieler dieser Störungen/Erkrankungen ziehen sich die Betroffenen immer mehr zurück, isolieren sich selbst und verlieren in einem oftmals hohen Maß ihr Selbstwertgefühl.
Aber aufgrund dieser Störungen/Krankheiten werden die Betroffenen von der Mitwelt immer mehr gemieden und somit noch weiter in die Isolation getrieben und das Selbstwertgefühl der Kranken wird noch weiter gemindert.
Dabei ist die „verständnisvolle“ Einbindung des Kranken in seine Mit- und Umwelt von Wichtigkeit; das setzt aber voraus, dass zumindest Grundkenntnisse über psychische bzw. psychosomatische Krankheiten in der Bevölkerung bestehen.
Wichtig ist, dass zwischen Krankem und seinem Umfeld ein regelrechtes „Aktions-Bündnis“ geschlossen wird.
Neben der Information des Kranken über die Ätiologie (Ursachen) und die Möglichkeiten der Diagnostik von psychischen bzw. psychosomatischen Krankheiten und Störungen – hier begrenzt auf wenige Erkrankungen/Störungen – werden auch Optionen der ganzheitlichen Medizin (wissenschaftliche Schulmedizin + seriöse biologisch-naturheilkundliche Medizin) niedergeschrieben.
Leitgedanke sollte sein:
„Wir sind alle füreinander da!“
(sollten es zumindest sein)
Einleitung
Gedichte
Im Nebel
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.
Voll Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.
Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.
Hermann Karl Hesse – Pseudonym: „Emil Sinclair“
(1877-1962 – deutsch-schweizerischer Schriftsteller, Dichter und Maler)
Das finstere Tal
Ich wandere durch das finstere Tal,
sehe keine Blumen, keine Farben und kein Licht.
Jeden Tag mit Schmerzen und Qual,
meine Seele an dieser Dunkelheit zerbricht.
Ich spüre nichts mehr; kein Gefühl,
Tränen ganz trocken, ohne Freude ich bin.
Innerlich zerrissen, erstarrt und kühl,
so macht mein Leben keinen Sinn.
So wandere ich Tag ein und Tag aus,
keine Sonne die wärmt und scheint.
Komme aus der Dunkelheit nicht mehr heraus,
meine Seele tief innen stark weint.
Bin ganz alleine und einsam hier,
ohne Hoffnung das Licht je zu finden.
Ich bitte Gott: „nimm mich doch zu dir“,
wann wird‘ ich endlich das Dunkel überwinden.
So wandere ich weiter durch dies finstere Tal,
ohne Blumen, ohne Farben und Licht.
Jeder Tag mit Schmerz und Qual,
meine Seele weiter an der Dunkelheit zerrbricht.
Patrick Schindler
(Quelle Allmystery)
Hinweis
Wichtige Fachbegriffe bzw. Fremdwörter in diesem Buch sind gekennzeichnet mit einem ().
Im Glossar werden diese unter
„Lexikon: Das sollten Sie wissen & kennen“
in alphabetischer Reihenfolge erklärt/erläutert.
Ihr
Dr. Hanspeter Hemgesberg
Von psychischen und psychosomatischen Störungen …
[eine „Einleitung“]
Unaufhaltsam auf dem „Vormarsch“ sind Störungen bzw. manifeste Erkrankungen an der Seele: „Psychische und Psychosomatische Störungen + Erkrankungen“.
Waren zu früheren Zeiten weit überwiegend davon betroffen Menschen, die unter permanenten beruflichen, gesellschaftlichen und auch privaten Belastungen standen, so erkranken heute zunehmend bereits jüngere Erwachsene und sogar Jugendliche an „Störungen der Seele“.
Sicherlich ist ein wesentlicher Grund in der ‚modernen Gesellschaft‘ mit dem hohen Leistungsdruck und einem Leben nebeneinander anstelle miteinander zu suchen, sicherlich aber auch in den ständigen Überflutungen mit Reizen.
Für und bei den älteren Jahrgängen sind die wesentlichsten Gründe für diese Störungen/Erkrankungen zu suchen und zu finden in der Vereinsamung, dem Abgeschnittensein vom Leben in der Gemeinschaft, von Krankheiten mit Minderung von Mobilität und Lebensqualität und nicht zuletzt auch in finanziellen Problemen.
Kann man viele zumal organische Krankheiten auf eine Ursache, einen Auslöser zurückführen - zumindest auf die wichtigsten Ursachen -, so ist das für und bei vielen Störungen/Erkrankungen der Psyche nicht so einfach, vielfach bedarf es hier einer intensiven und daher aufwändigen Ursachenforschung.
Um zu Beginn Ihnen, der Leserin/dem Leser, einen Überblick über die vielfältigen Erkrankungen der Seele zu geben, liste ich nachfolgend die Krankheiten der Psyche – zumindest in den Ober-/ Überbegriffen – entsprechend der Aufführung im Diagnoseschlüssel „ICD-10-GM“ [Internationale Statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter gesundheitlicher Probleme – Deutsche Modifikation] auf.
Zu den „psychischen und Verhaltensstörungen“ zählen:
a. Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen
[Demenz () bei Alzheimer-Krankheit – Vaskuläre Demenz {u,a. Multi-Infarkt-Demenz, subcorticale vaskuläre Demenz () – sonstige Demenz-Formen {u.a. bei Parkinson-Syndrom)}
b. Delir
[Delir () mit und ohne Demenz]
c. Andere psychische Störungen aufgrund Schädigung, Funktionsstörung
des Gehirns oder körperlicher Krankheit
[organische Halluzinose (), organische katatone Störung (), organische affektive Störung (), organische Angststörung, leichte kognitive Störung u.a.]
d. Persönlichkeits- und Verhaltensstörung aufgrund einer Krankheit,
Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns
[u.a. Postenzephalitisches Syndrom, organisches Psycho-Syndrom nach Schädel-Hirn-Trauma]
e. Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope () Substanzen
[durch: Alkohol, Cannabinoide, Sedative und Hypnotika, Kokain, Stimulanzien einschl. Koffein, Halluzinogene, flüchtige Lösungsmittel, Tabak, multipler Substanz-Gebrauch]
f. Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
[diverse Schizophrenie-Formen (), diverse schizoide Störungen, diverse wahnhafte Störungen, diverse psychotische Störungen]
g. Affektive Störungen
[Manische Zustände mit und ohne Psychotische Syndrome, Bipolare affektive Störungen mit und ohne psychotische Syndrome, Psychosen, Depressive Episoden, auch rezidivierend, anhaltende affektive Störungen (u.a. Zyklothymia, Dysthymia)]
h. Neurotische, Belastungs- und Somatoforme Störungen
[Phobische Störungen, sonstige Angststörungen (u.a. Panikstörung, generalisierte Angststörung, gemischte Formen z.B. Angst + Depression), Zwangsstörung, Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen (u.a. akute Belastungsreaktion, Posttraumatische Belastungsstörung, Besessenheitszustände, multiple Persönlichkeitsstörung) – somatoforme Störungen (u.a. Somatisierungs-Störung, Hypochondrische Störung, somatoforme autonome Funktionsstörung wie Herz-Kreislauf-System, Verdauungssystem, anhaltende somatoforme Schmerz-Störung) – andere neurotische Störungen (u.a. Neurasthenie)]
i. Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren
[Ess-Störungen (z.B. Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Ess-Attacken), nicht-organische Schlafstörungen (u.a. Alpträume, Schlafwandeln), sexuelle Funktions-Störungen, nicht verursacht durch eine organische Störung oder Krankheit (u.a. Mangel/Verlust an sexuellem Verlangen, Orgasmus-Störung, Ejaculatio praecox, Vaginismus, gesteigertes sexuelles Verlangen), Psychische oder Verhaltens-Störungen im Wochenbett), Psychologische Faktoren oder Verhaltensfaktoren bei anderen Krankheiten – Schädlicher Gebrauch von Nicht-Abhängigkeits-erzeugenden Substanzen (z.B. Antidepressiva, Laxantien, Analgetika/ Schmerzmittel, Antazida/Magenschutzmittel gegen Übersäuerung, Vitamine, Steroide und Hormone, Pflanzen- und Naturheilmittel)]
j. Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
[spezifische Persönlichkeitsstörungen (z.B. paranoide oder schizoide oder emotional instabile oder zwanghafte oder ängstliche oder abhängige Persönlichkeitsstörung) – kombinierte Persönlichkeitsstörungen (u.a. nach Extrem-Belastung oder nach psychischen Krankheiten oder bei Schmerzkrankheit) – abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle (z.B. krankhaftes Spielen, Pyromanie, Stehlen) – Störungen der Geschlechts-Identität (z.B. Trans-Sexualismus, Transvestismus) – Störungen der Sexual-Präferenz (z.B. Fetichismus, Exhibitionismus, Voyeurismus, Pädophilie, Sadomasochismus, multiple Störungen) – Psychische und Verhaltensstörungen in Verbindung mit der sexuellen Entwicklung und Orientierung]
k. Intelligenzstörungen
l. Entwicklungsstörungen
[umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens oder schulischer Fertigkeiten (Lesen, Schreiben, Rechnen) oder der motorischen Funktionen (Grob- und Feinmotorik, Mundmotorik) - kombinierte umschriebene Entwicklungsstörungen (z.B. Autismus, Asperger-Syndrom = Form von Autismus im Kindesalter)]
m. Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und
Jugend
[Hyperkinetische Störungen, Störungen des Sozialverhaltens, kombinierte Störungen des Sozialverhaltens und der Emotionen, Tic-Störungen, andere Verhaltens- und emotionelle Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend (z.B. nichtorganisches Bettnässen, stereotype Bewegungsstörungen, Stottern/ Stammeln, Poltern)]
n. Nicht näher bezeichnete psychische Störungen
Sollten zumindest die psychischen und psychosomatischen Störungen entsprechend den Oberbegriffen besprochen werden, dann bräuchte es dazu eines „dicken“ Wälzers.
So beschränke ich mich in diesem Buch auf wenige ausgesuchte –zumal nicht selten vorkommende – Störungen bzw. Erkrankungen der Seele.
Ich beschränke mich auf:
- Angststörungen
- Depression
- Persönlichkeitsstörungen
- Borderline-Persönlichkeit
- Dissoziative Persönlichkeit
- Narzistische Persönlichkeit
- Ängstliche Persönlichkeit
- Psycho-somatische Störung
- Somatisierungs-Störung
- Hypochondrische Störung
- Bipolare (affektive) Störung
- Stress und Stress-Krankheit
- (Posttraumatische) Belastungsstörung
Was dieses „Buch“ nicht ist, sein kann und auch nicht sein will:
Ein ‚medizinisches‘ und speziell ein ‚psychiatrisches bzw.
psychsomatisches‘ Lehrbuch!
Was es hingegen sein will:
Eine Informationsquelle in allererster Linie für ‚Laien‘ und hier
Besonders für ‚Betroffene‘.
Will besagen:
Wichtige Grundlagen in knapper Form zu den vorgestellten psychiatrischen und psychosomatischen Erkrankungen/Störungen sollen den Betroffenen und auch seine Angehörigen und auch Lebenspartner über „Art und Wesen“ der Krankheit informieren, dazu werden Optionen der Diagnostik genannt und dann aber auch Möglichkeiten der Therapie, der schulmedizinischen wie der seriösen biologisch-naturheilkundlichen Medizin.
Angst-Störungen
Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort
Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus:
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist Beginn und das Ende ist dort.
Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott,
sie wissen alles, was wird und war;
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.
Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um.
Rainer Maria Rilke
(1875 Prag/Tschechien-1926 Montreux/Schweiz – weltberühmter Lyriker; er gilt als einer der bedeutendsten Dichter der literarischen Moderne)
Zusammenfassung
„Angst (fr)essen Seele auf“ …
(Angst essen Seele auf ist ein filmisches Melodram von Rainer Werner Fassbinder aus dem Jahr 1974)
Ich darf fortfahren mit:
… „aber nicht nur die Seele (Psyche), sondern sukzessive auch die beiden anderen Ebenen des menschlichen Organismus:
„Geist und Körper“!
Zu guter Letzt wird der Betroffene (nahezu) total von seiner
Angst beherrscht!
(Quelle: Apotheken Umschau)
Fakt:
Der gesamte Körper – in allen seinen Ebenen – steht permanent „unter Hochspannung“ und ist im „Alarmzustand“!
Daraus erklären sich/resultieren dann die gesamt-gesundheitlichen Folgen, Auswirkungen und evtl. nachfolgenden (Dauer-)Schäden.
Angststörungen werden heute den „neurotischen Störungen“ zugerechnet, wobei mit Angststörung der Oberbegriff bezeichnet wird – und es sich bei der Panikstörung es sich um eine Unterspezies handelt wie auch bei den Phobien, der generalisierten Angstneurose (auch bezeichnet als generalisierte Angststörung) – und der Angst- und depressiven Störung (gemischt) (nebenbei: eine Diagnostik sollte daher stets auch eine differenzial-diagnostische z.B. gegenüber sämtlichen Formen der Angststörung sein!).
Fakt ist allemal und eindeutig:
Bei der Angststörung handelt es sich unstrittig um eine definierbare und definitive Krankheit.
Nicht aber handelt es sich um vegetative Störungen oder um Persönlichkeits-Auffälligkeiten.
Dass es sich um eine anerkannte Krankheit handelt, wird auch mit der Listung im ICD für Deutschland (ICD = Internationaler Code für Krankheiten) mit „F41.9“ Rechnung getragen (Anmerkung: Im ICD unter F40-F48 sind registriert: „neurotische, belastungs-bedingte und somatoforme Störungen, s. Kapitel 1).
Im letzten Jahrzehnt hat bei uns in Deutschland die Zahl an Erkrankten mit einer „Angststörung“ deutlich zugenommen.
Das ist leider Fakt!
Dabei stellen die diagnostizierten Fälle sicherlich lediglich nur die ‚Spitze des Eisberges‘ dar; die sogen. Dunkelziffer an nicht-diagnostizierten Kranken bzw. an nicht-korrekt-diagnostizierten (um das Wort „fehl-diagnostiziert“ zu vermeiden) dürfte weit darüber liegen!
Letzten Zahlenangaben zufolge bewegen sich die Erkrankungs-Zahlen um ca. 20-24% der Bevölkerung.
Von Burnout redet alle Welt, die neurotischen Störungen laufen quasi am Rande so nebenbei (mit).
Es ist in meinen Augen und nach meinen langjährigen diesbezüglichen Erfahrungen also dringend an der Zeit, dass sich die Schulmedizin(er) wie auch die seriöse(n) biolog-naturheilkundliche(n) Medizin(er) eingehender mit diesen „Psychischen und Verhaltens-Störungen“ befassen.
D.h.
Die Beschwerden der Betroffenen vom ersten Tage an ernst zu nehmen und (wie leider immer noch und immer wieder vielfach so Alltags-Realität) nicht abzutun mit der Verordnung von Psychopharmaka/ Antidepressiva/Anxiolytika!
(und dies in nicht wenigen Fällen ohne Verlaufskontrollen und über [zu] lange Zeit und nicht selten in zu hoher Dosierung und dabei eine Abhängigkeit des Kranken riskierend!)
Meine langjährigen diesbezüglichen Erfahrungen finden sich immer wieder bestätigt (übrigens auch die von vielen meiner Kollegen):
So früh wie möglich die Krankheit diagnostizieren, so früh wie möglich und so umfassend wie erforderlich die Krankheit therapieren und zwar mit einem individuell-adaptierten „ganzheitlichen multi-modalen Behandlungs-Konzept“!
Vorbemerkung
Jeder Mensch kennt das Gefühl der Angst.
Unisono vom Kind bis zum Greis.
Diese Emotion ist eine völlig natürliche Reaktion auf eine mögliche Gefahr.
Angst ist sinnvoll, da sie uns unter Umständen vor Gefahren bewahrt, indem wir etwa eine Situation vermeiden oder die Flucht ergreifen.
Die schützende Alarmfunktion der Angst war schon immer (überlebens-)wichtig.
Hätten unsere Vorfahren beim Anblick eines wilden Tieres aus Angst nicht die Flucht ergriffen, hätte sie das vermutlich das Leben gekostet.
Auch heutzutage hält uns Angst häufig davon ab, ein zu hohes Risiko einzugehen.
So gesehen hat kurzeitig auftretende Angst etwas „Gutes“ in sich; eine Warn- und Hilfsfunktion.
Ganz anders aber sieht die Sache aus, wenn Angst scheinbar grund- und anlasslos in uns hochschießt, wenn Ängste sich im Ausmaß aufschaukeln, wenn Ängste immer wieder oder gar ständig vorhanden sind, sich Ängste regelrecht der betoffenen Person bemächtigen und wenn letztlich dadurch der/die Betroffene in seiner/ ihrer Lebensqualität mehr oder weniger beeinträchtigt und eingeengt wird und, wenn es sogar zu Folgeschäden kommt.
Definition
Als Angststörung bezeichnet man eine Gruppe psychischer Störungen – korrekter: neurotischer Störungen –, die ihre Gemeinsamkeit in einem übersteigerten Angst-Empfinden (= übersteigerte Angst-Reaktion) hat; obwohl es hierfür keinen objektiven/ objektivierbaren Grund gibt.
Der Betroffene kann die Angst kaum oder nicht mehr kontrollieren und auch nicht adäquat gegensteuern. Betroffene Menschen erleben ausgeprägte Angst und körperliche Angstsymptome, die i.d.R. so stark sind, dass sie das alltägliche Leben beeinträchtigen.

Früher wurde diese Erkrankung auch mit Angstneurose bezeichnet.
Generell kann man Angst als ein „subjektives Bedrohungs-Gefühl“ beschreiben.
Wobei nochmals festzuhalten ist, dass Angst an sich eine nützliche/ hilfreiche Funktion hat: Sie ist ein Alarmsignal, welches dabei hilft, einer Bedrohung zu entkommen. Ist die Bedrohung vorbei, sollte aber auch die Angst verschwinden. Bei der krankhaften Angst (Angststörung) nimmt man jedoch eine Bedrohung wahr, die objektiv nicht vorhanden ist.
Bei einer Angststörung steht das Gefühl der Angst so stark im Vordergrund, dass das alltägliche Leben in vielen Bereichen (extrem) stark eingeschränkt ist.
Ursachen und pathophysiologische Prozesse
Angststörungen entstehen durch „Fehl-„ bzw. „Überreaktionen“ des Körpers, der im vegetativen Nervensystem (vNS) (s. nachfolgend) auf Alarm schaltet, obwohl von außen gesehen kein Grund für eine solche Reaktion vorliegt.
Zwischennotiz:
Vegetatives Nervensystem (vNS) [Vegetativum] ()
(lat. Fachname: Systema nervosum autonomicum)
= der ursprünglich nach funktionellen Aspekten abgetrennte Teil des peripheren und zentralen Nervensystems, der den vegetativen Funktionen dient; d.h. der Regelung der unbewussten und vom Willen weitgehend unabhängig „inneren Lebensvorgänge“.
Das vNS steuert viele lebenswichtige Körper-Funktionen. Dazu gehören zum Beispiel die Atmung, Verdauung und der Stoffwechsel. Ob der Blutdruck steigt, sich die Adern weiten oder der Speichel fließt, lässt sich mit dem Willen nicht beeinflussen. Übergeordnete Zentren im Gehirn und Hormone kontrollieren das vNS. Gemeinsam mit dem Hormonsystem sorgt es dafür, dass die Organe gut funktionieren. Über Nervenimpulse wird die Organfunktion schnell an wechselnde Anforderungen angepasst. Hormone müssen erst mit dem Blutkreislauf zum Zielorgan transportiert werden.
Zurück zum Thema:
A. Psychoanalytische Theorien
Anhänger der psychoanalytischen Theorien gehen davon aus, dass innere Konflikte zu Angst führen können. Auch nimmt man an, dass die betroffene Person nicht die Fähigkeit entwickeln konnte, mit normaler Angst adäquat umzugehen.
In Konfliktsituationen fühlt sich die Person daher überfordert, so dass alte kindliche Ängste in ihr aufsteigen können.
Auch treten besonders bei drohendem Verlust (z.B. einer nahestehenden Bezugsperson oder sozialer Anerkennung) akute Ängste wie Trennungs-Angst auf.
B. Das Neurotransmitter-/Rezeptor-Modell
In der Pathophysiologie von Ängsten wird die Rolle verschiedenster Neurotransmitter-Systeme (chemische Botenstoff-Systeme) diskutiert.
Es handelt sich dabei um …
1. das GABA-System (Gamma-Amino-Buttersäure-System)
2. das serotonerge System
3. das noradrenerge System
4. sogen. „exzitatorische“ (= Rezeptor-anregende) Aminosäuren ()
5. andere Neurotransmitter ().
Bei der Entstehung von Angst-Störungen spielt u.a. auch die Wahrnehmung körperlicher Symptome eine wichtige Rolle.
Verspürt eine Person Angst, stellen sich bei ihr körperliche Reaktionen wie zum Beispiel Herzrasen, Schweißausbrüche oder Zittern ein. Diese Symptome deutet der Betroffene subjektiv als Gefahr, was dazu führt, dass die Angst noch größer wird. Durch die damit verbundene Stressreaktion verstärken sich wiederum die körperlichen Symptome.
Es hat sich auf diese Weise ein Teufelskreis der Angst gebildet, der bewirkt, dass die Angst immer weiter zunimmt.
Die Lerntheorie kann auch erklären, warum es im Zusammenhang mit Panikstörungen zu Erwartungsängsten kommt. Tritt eine Panik-Attacke wiederholt auf, bekommt die Person Angst vor weiteren Attacken; es entsteht eine „Angst vor der Angst“.
Wie auch immer:
Infolge der Angst kommt es u.a. zu einer erhöhten Aktivität des aufsteigenden Noradrenergen Systems (s. unten) und auch des Locus coeruleus (s. unten).
Zwischennotiz:
C. Noradrenerges System/Locus coerulus
Es hat seinen Ursprung im Locus coerulus (oder caerulus) – d.i. eine neurophysiologische Struktur und sie ist Teil der Formatio reticularis im Rautenhirn, also im Hirnstamm, gelegen in der vorderen Rautengrube und sie erstreckt sich bis zur Einmündung des Gehirn-Aquaedukts in den 4. Ventrikel; wird unterteilt in 4 Teile –.
Das noradrenerge System projiziert in das für Emotionen besonders wichtige „Limbische System“
Der L.c. bzw. das noradrenerge System spielt eine wichtige Rolle bei der Steuerung der Orientierung sowie der Aufmerksamkeit und auch bei Stress, Angst und Panik!
D. Ursachen/Auslösende (Lebens-)Ereignisse
für Ängste respektive die Angststörung können u.a. sein:
a. Trennungserlebnisse
b. Biographische Schwellensituationen
c. Traumatische Ereignisse (körperlich, seelisch, geistig - auch kombiniert)
d. Psychosoziale Probleme
e. Körperliche (organische) Erkrankungen
Fazit:
Angst-Störungen entstehen meist durch eine Kombination aus verschiedenen Faktoren.
So kann in seltenen Fällen auch eine genetische Veranlagung (Vulnerabilität) vorliegen, leichter und rascher als andere Menschen mit Angst auf bestimmte Situationen oder Reize zu reagieren. Wenn dann noch weitere Faktoren – z.B. ausgeprägter/anhaltender Stress = Distress und/oder vermehrte Überforderung (physisch, psychisch, neuro-mental), Erschöpfungszustände u.a.m. – hinzukommen, kann dies eine Angststörung auslösen.
Auch schwerwiegende negative Lebensereignisse – z.B. der Tod eines Angehörigen oder ein plötzlicher Jobverlust – sind in vielen Fällen der Auslöser für eine Angststörung.
Einteilung der neurotischen Störungen
Neurotische Störung, Belastungs- und somatische Störung
ist der Ober- bzw. Sammelbegriff für mehrere unterschiedliche Krankheitsbilder (alle im ICD-10 G unter F40-F48), so:
I. Phobische Störungen
[Agoraphobie – soziale Phobie – speztifische (isolierte) Phobie – sonst. phobische Störungen – Phobien nicht näher bezeichnet]
II. Angststörungen
[Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst) – Generalisierte Angststörung – Angst & depressive Störung gemischt – andere gemischte Angststörungen – sonst. spezifische Angststörungen – Angststörung nicht näher bezeichnet]
III. Anpassungsstörung
IV. Belastungsstörung
(z.B. posttraumatisch)
Hinweis:
Allen Angststörungen gemeinsam ist, dass …
1. immer eine als beunruhigend erlebte körperliche Erregung besteht
und
2. die Betroffenen sich bemühen, den in der Umwelt oder im Körper liegenden Auslöser der Angst zu vermeiden, d.h. sich durch gezielte Handlungen oder Gedanken der Angst zu entziehen.
Erscheinungsformen der Angst
Angststörung ist nicht gleich Angststörung!
Zu unterscheiden gilt es bei einer Angststörung zwischen folgenden Vorkommens- bzw. Erscheinungs-Formen der Angst:
1. Angst-Attacken (meist minutenlang) mit angstfreien Zeiträumen
dazwischen Panikstörung
2. Angst tritt nur bei Konfrontationen mit einem definierbaren
Auslöser auf Phobie
3. Anhaltende Angst oder Besorgnis (nicht situations- und/oder objekt-
gebunden) über mehrere Wochen/Monate hinweg generalisierte Angststörung
4.Vegetative Symptome (Herzklopfen, Rotwerden, Schweißausbrüche, Brustschmerz, Schwindel, Erstickungsgefühl, gesteigerte Atemfrequenz/ Hyperventilation, Harndrang) und/oder viszerale (vom Bauch her) Symptome (Übelkeit, Brechreiz, Erbrechen, unklare Bauchschmerzen) Begleit-Erscheinungen der Angst.
Angst-Inhalte
Auch hier gilt es zu differenzieren, wobei es zu vermerken gilt, dass die Übergänge fließend sein können und es vielmals im Krankheits-Verlauf zum Wechsel des Angst-Inhalts kommt (kommen kann):
a. Angst vor einem Auslöser (z.B. bestimmte Situation)
b. Frei flotierende Angst, die nicht an eine bestimmte Situation
gebunden ist
c. Furcht zu sterben oder wahnsinnig zu werden
d. Angst vor Kontrollverlust über das eigene Tun & Handeln.
Symptomatologie
Sogen. Leitsymptome sind u.a.:
1. Unerwartet auftretende Angst
mit Beklemmungsgefühlen, Schwitzen, Zittern, sonst. vegetativen und/oder viszeralen Beschwerden
2. Unvermögen
bestimmte oder situations-gebundene, angst-besetzte Alltags-Aktivitäten auszuführen
[u.a. Einkaufen, Bankgeschäfte, Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, selbst Autofahren]
Weiterhin können im Verbund mit der Angststörung (zeitweise, unterschiedlich in der Intensität, wechselweise oder stets) auftreten Symptome wie u.a.:
Herzklopfen/Herzrasen/Pseudo-Angina-Pectoris-Beschwerden, Schwindel, Beben, Mundtrockenheit, Flush (Erröten)/Hitzewallungen), Atem-Beklemmung, selten auch Sprach-/Sprechschwierigkeiten, viszerale (abdominelle) Beschwerden wie Übelkeit/Brechreiz/ Erbrechen, Verstopfung und/oder Durchfall …
… und dazu aber auch noch folgende Symptome:
Bewusstseinsstörung (z.B. Gefühl, irre zu werden oder Gefühl, dass Dinge irreal sind oder „man selbst nicht richtig da“ ist oder Gefühl, dass man nicht mehr „Herr über die eigenen Gedanken“ ist), Benommenheit, Angst, zu sterben, allgemeines Vernichtungsgefühl.
Zuletzt:
Jeder 4. Angststörungs-Kranke beklagt Schmerzen!
(wechselnde Lokalisierung, wechselnde Intensität, wechselnder Schmerzcharakter – chronisch/permanent oder intermittierend).
Persönlichkeits-Typen
Ängste prägen unseren Charakter, …
so lautet eine Theorie der Psychoanalyse, die der Mitbegründer der heutigen Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie in München, Fritz Riemann (1902-1979 / Psychoanalytiker / 1946 Mitbegründer des Instituts für psychologische Forschung und Psychotherapie in München; seit 1974 „Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie“), entwickelte.
Demnach gibt es vier Grundängste:
1. Die Angst vor Selbstentfaltung der depressiven Persönlichkeit, 2. Die Angst vor der Hingabe der schizoiden Persönlichkeit,
3. Die Angst vor der Veränderung der zwanghaften Persönlichkeit sowie
4. Die Angst vor dem Notwendigen der hysterischen
Persönlichkeit.
Psychoanalytiker gehen davon aus, dass eine Grundangst überwiegt in Kombination mit den andern Formen.
Die Angst spielt eine wichtige Rolle:
Sie ist laut Fritz Riemann nicht ein möglichst zu vermeidendes Übel, sondern ein nicht wegzudenkender Faktor unserer Entwicklung.
Die Herausforderung: die Angst anzunehmen und zu versuchen, sie zu bewältigen. Dabei kann es helfen, jeweils vom Gegentypus der Persönlichkeit zu lernen.
Ohnehin kommen die Typen nicht in Reinform vor – je mehr man sich in allen vier Bereichen wiederfinde, desto lebendiger sei die Persönlichkeit.
TIPP
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Persönlichkeits-Struktur
Unter Persönlichkeits-Struktur ist zu verstehen, …
… das zu jedem Entwicklungszeitpunkt einer Person einzigartige Gesamtsystem – aufgrund ihrer grundlegenden physischen und psychischen Merkmale, ihrer charakteristischen Anpassungsweisen in der Auseinandersetzung mit Person-internen und Person-externen Gegebenheiten sowie ihres Selbst- und Welterlebens (Persönlichkeit) –.
Der Begriff Persönlichkeit(s-Struktur) umfasst die einzigartigen psychologischen Eigenschaften eines Individuums, in denen es sich von anderen unterscheidet.
Temperament und Charakter sind ältere Bezeichnungen für Teil-Aspekte.
Es werden zahlreiche Persönlichkeitseigenschaften unterschieden.
Die Persönlichkeits-Struktur-Analyse (PSA) ermöglicht ein besseres Verständnis der Persönlichkeit z.B. des Patienten, das gezielte Training mit Soft-Skills (= soziale Kompetenz = Gesamtheit aller individuellen Fähigkeiten/Fertigkeiten, welche für die soziale Interaktion nützlich bzw. erforderlich sind) – so z.B. zur Auswahl von Mitarbeitern und zur Feststellung derer Potenzials –.
Die PSA stellt ein praktisches Persönlichkeitsmodell dar in/mit 4 Dimensionen und 3 Persönlichkeitsachsen.
Differential-Diagnostik
Simultan zur Abklärung, um welchen Typus „neurotische Störung“ es sich handelt, ist das Vorliegen von Krankheiten und/oder Nebenwirkungen von Medikamenten und/oder Suchtstoffen auszuschließen.
Im Rahmen der Anamnese sollte eine Klärung des Konsums (welche, seit wann, wie viel) an Medikamenten und Suchtstoffen erfolgen.
D.h. Koffein, Amphetamine (Speed, Crystal, Glass) und Ecstasy, Halluzinogene (Psychodelika wie LSD, Mescalin, DMT, LSA – Dissoziativa wie DXM, Ketamin, Salvinorin A, PCP, Lachgas – Delirantia wie Scopolamin (Tollkirsche, Engelstrompete, Bilsenkraut), Muscimol (Fliegenpilz), DHM).
Dann ist als Ursache der vegetativen und/oder viszeralen Beschwerden bzw. als Ein- oder Ausschluss bzgl. der Angst-Erkrankung abzuklären auf Vorliegen von:
I. Organischen Ursachen/Krankheiten
a. Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
b. Hashimoto-Thyeoiditis (= Autoimmunkrankheit / Typ 1A + 2A)
c. Ord-Thyreoiditis (= Autoimmunkrankheit / Typ 1B + 2B)
d. Hyperparathyreoidismus (Überfunktion der Nebenschilddrüse)
e. Hypoglycämie (Unterzuckerung bei bekanntem Diabetes mellitus)
f. Paroxysmale supraventriculäre Tachykardie (= Herzstolpern/Herzrasen
ohne fassbare Ursache)
g. Phäochromozytom (= hormonell aktiver Tumor des Nebennierenmarks und/
oder der sympathischen Paraganglien)
h. Mitralklappen-Prolaps (Vorfall der Mitralklappe am Herzen)
II. Neurologischen und psychiatrischen Ursachen/Krankheiten
a. Epilepsie (Krampfleiden/zerebrales Anfallsleiden)
b. M. Parkinson & sekundäres Parkinson-Syndrom
c. Demenzielle Syndrome (z.B. M. Alzheimer)
d. Schizophrenie
e. Depression
f. Ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung
III. Genetische Ursache/Krankheit
a. Down-Syndrom (Trisomie 21)
Diagnostik
Um es vorweg zu sagen:
Die Diagnostik ist weit überwiegend die Domäne der (natur-) wissenschaftlichen (Schul-)Medizin!
Da führt kein Weg daran vorbei!
Was die biologische Medizin (zumal die seriöse wie fundierte) angeht, so war und ist (und wird sie wohl auf nicht absehbare Zeit auch bleiben) diese einzig additiv-komplementär anzuwenden.
Fakt ist aber auch, dass es bis heute in der Schulmedizin kein „Gold-Standard-Untersuchungsverfahren“ gibt (und m.M.n. auch vorerst nicht geben wird).
In der Übersicht nachstehend mein Vorschlag für das diagnostische Procedere bei „Angststörung“ – wobei festzuhalten ist, dass step-by-step vorzugehend ist –.
Vorgehen:
I. Diagnostisches Procedere bei Angststörung (1)
„Obligate Basis-Diagnostik“
A. Anamnese
sie ist das „A & O“ der Diagnostik
[muss/sollte unbedingt enthalten: Krankheitsverlauf, erste und derzeitige Beschwerden, Belastungen Privat/Schule/Studium/Arbeit/Doppelbelastung/ Gesellschaft wie Vereine/Verbände usw. (insbes. Stress, Mobbing usw.), gravierende Krankheiten in der Vorgeschichte, bisherige + derzeitige Therapien (Medikamente, sonst. Therapien, z.B. Psychotherapie), Konsum an Kaffee/ Schwarztee/Alkohol (welchen)/Nikotin, Schlaf-Wach-Rhythmus und allgemeiner Lebens-Rhythmus, sportliche Aktivitäten (welche, wie oft/Woche, wie lange, wie intensiv), einschneidendes Ereignis bei der Person selbst [Unfall, Jobverlust, sexuelle Belästigung, Tod eines nahen Verwandten, gravierende gesundheitliche Probleme eines nahen Verwandten (Psychose/Neu-rose/Krebs usw.)], eigenes Sexualleben + Fragen nach Bedingungen/ Umstände für das Auftreten der Angst –
Hinweis.
Sind Kinder und Jugendliche ‚betroffen‘, so halte ich es für unumgänglich, dass und wenn zumindest ein Elternteil oder ein Betreuer bei der Anamnese-Erhebunf anwesend ist und er/sie Auskünfte über den Krankheitsverlauf geben kann]]
B. Organischer Status
umfassende körperliche Gesamtuntersuchung (quasi vom Schädeldach bis zu den Fußsohlen)
Dazu sollten bereits hier (soweit erforderlich) die sogen. „Neuro-vegetativen Funktionsteste“ (Steh-Test nach Thulesius / Schellong-Kreislauf-Test / Herz-Frequenz-Varianz-Analyse / Sympathicus-Haut-Reaktion / Nynhidrin-Test) durchgeführt werden
C. Orientierender Neurologischer Status
die Betonung liegt auf „orientierend“.
Der Status sollte beinhalten: Hirnnerven, Motorik, Muskeleigenreflexe (MER) und Pyramidenbahnen, Sensibilität, Koordination.
D. Orientierende Psychiatrische Exploration
die Betonung liegt auch hier vorerst auf „orientierend“.
Der Status sollte beinhalten: Bewusstseinslage, Stimmung, Antrieb, Affekt, Kontakt, Verhalten, Trugwahrnehmungen, Beeinflussungsgefühle, Merkfähigkeit/Konzentration/Aufmerksamkeit.
TIPP
Im Rahmen der psychiatrisch/psychisch Exploration können/sollten mit vorgenommen werden:
(Selbst-)Teste:
„Depression“ – z.B. nach Ivan Goldberg –, „Stress-Test“ und auch „Mental-Test“ (im Internet) oder ähnliche.
E. Labor-Diagnostik
- großes Differential-Blutbild
- BSG/BKS, CRP (Entzündungswerte)
- TSH basal (orientierender Schilddrüsenwert) – dazu ggfls. FT3 und FT4
- Elektrolyte: Kalium, Magnesium, Zink, Selen
- Blutzucker (nüchtern + ggfls. postprandial bzw. oGTT = oraler Glucose-
Toleranz-Test)
F. Apparative Diagnostik
- Schilddrüsen-Sonografie
- EKG (in Ruhe und unter Belastung – optimal. Stress-Echokardiographiie)
II. Diagnostisches Procedere bei Angststörung (2)
„Fakultative Zusatz-Diagnostik“
[Aus-/Einschluss von sonstigen/weiteren Krankheiten]
Hinweis:
Stets individuell, befund-angepasst, selektiv!
A. Apparative Diagnostik
Bei bekannten kardialen/vaskulären Symptomen zusätzlich
- Langzeit-EKG
- Transthorakale Echokardiografie (TTE)
auch
- Stress-Echokardiographie“
- Langzeit-Blutdruckmessung
Zur Differential-Abklärung „Nervöse Störung/Depression“
- ANSA (Autonomes Nervensystem-Analyse)
- Ninhydrin-Test
- Farb-Test nach Prof. Dr. Max Lüscher (computergestützt)
B. Bildgebende Verfahren
- Schilddrüsen-Sonogramm und bedarfsweise
- Schilddrüsen-Szintigramm
- Abdomen-Sonografie (zum Ausschluss Nebennierenprozess)
- Röntgen Thorax (zum Ausschluss Lungenprozess)
- EEG (zum Ausschluss Epilepsie und Hinweis auf Medikamenten-Missbrauch)
C. Labor- Diagnostik
1. Blutuntersuchung:
- Hormon-Status mit: Östrogen (mit aktivem = freiem Ö), Östradiol,
Testosteron (mit freiem = aktivem T.), Progesteron, Prolaktin, Lutenisierendes Hormon (LH), Follikel-Stimulierendes Hormon (FSH), Somatotropes Hormon (STH = Wachstumshormon = HGH), Dehydroepiandrosteron (DHEA/DHEAS), Progesteron, Cortisol, Adrenocorticotropes Hormon (ACTH)
- Vitamin H (Biotin), Vit. A, B-Vitamine (zur Abklärung Haarausfall)
2. Urin-Untersuchung (im 24-Stunden-Sammelurin) mit:
- Urinzucker
- Katecholamine im Urin (Vanillinmandelsäure, Adrenalin, Noradrenalin,
Dopamin)
3. Tuberkulose-Test (hier ist der ‚Tuberkulin-Test‘ ausreichend)
D. Psychiatrisch/Psychologische Untersuchung
1. unbedingt erforderlich zur Differential-Diagnostik „Neurotische
Störungen“ (Angststörung) versus „Depression usw.
2. Psychodiagnostische Verfahren [u.a. Beck-Angst-Inventar (BAI), Hamilton-
Angst-Skala (HAMA), Panik- und Agoraphobie-Skala (PAS) u.a.]
3. Abklärung Persönlichkeits-Typus und Persönlichkeits-Struktur
4. danach – in Absprache mit dem Patienten – Festlegung des weiteren
Therapeutischen Procedere
TIPP
Medikamenten-Austestung
Um dem schon genügend gesundheitlich und bes. psychisch strapazierten Kranken weitere Belastungen durch „Arzneimittel-Unverträglichkeiten“ zu ersparen, empfehle ich, die Verträglichkeit der vorgesehenen – und zwar als Einzelmittel wie auch in der Kombination mit den weiteren Wirkstoffen – Arzneimittel auszutesten und zwar vor der Ersteinnahme.
Dies gilt einheitlich für chemisch-definierte wie für biologische = „natürliche“ Arzneiwirkstoffe!
TIPP
„Selbstbeurteilungstest Angst“
Fragen:
[Zutreffendes ankreuzen]
01. Ich fühle mich nervöser und ängstlicher als früher:
a) nie oder sehr selten
b) manchmal
c) oft
d) meistens oder immer
02. Ich fürchte mich ohne Grund:
a) nie oder sehr selten
b) manchmal
c) oft
d) meistens oder immer
03. Ich rege mich leicht auf oder bekomme das Gefühl, in Panik zu geraten:
a) nie oder sehr selten
b) manchmal
c) oft
d) meistens oder immer
04. Ich habe das Gefühl zusammenzubrechen:
a) nie oder sehr selten
b) manchmal
c) oft
d) meistens oder immer
05. Ich glaube, dass alles in Ordnung ist und nichts Schlimmes geschehen wird:
a) nie oder sehr selten
b) manchmal
c) oft
d) meistens oder immer
06. Meine Arme und Beine schlottern und zittern:
a) nie oder sehr selten
b) manchmal
c) oft
d) meistens oder immer
07. Ich leide an Kopf-, Nacken- und/oder Rückenschmerzen:
a) nie oder sehr selten
b) manchmal
c) oft
d) meistens oder immer
08. Ich fühle mich schwach und werde schnell müde:
a) nie oder sehr selten
b) manchmal
c) oft
d) meistens oder immer
09. Ich fühle mich ganz ruhig und kann gut still sitzen:
a) nie oder sehr selten
b) manchmal
c) oft
d) meistens oder immer
10. Ich kann spüren, wie mein Herz ganz schnell pocht:
a) nie oder sehr selten
b) manchmal
c) oft
d) meistens oder immer
11. Ich leide an Schwindelanfällen:
a) nie oder sehr selten
b) manchmal
c) oft
d) meistens oder immer
12. Ich habe Ohnmachtsanfälle oder das Gefühl, ohnmächtig zu werden:
a) nie oder sehr selten
b) manchmal
c) oft
d) meistens oder immer
13. Ich kann frei ein- und ausatmen:
a) nie oder sehr selten
b) manchmal
c) oft
d) meistens oder immer
14. Ich bekomme so ein Gefühl von Taubheit & Kribbeln in meinen Fingern
und/oder Zehen:
a) nie oder sehr selten
b) manchmal
c) oft
d) meistens oder immer
15. Ich leide unter Magenschmerzen und/oder Verdauungsstörungen:
a) nie oder sehr selten
b) manchmal
c) oft
d) meistens oder immer
16. Ich muss häufiger als sonst Wasser lassen:
a) nie oder sehr selten
b) manchmal
c) oft
d) meistens oder immer
17. Meine Hände sind gewöhnlich trocken und warm:
a) nie oder sehr selten
b) manchmal
c) oft
d) meistens oder immer
18. Ich fühle, wie mein Gesicht heiß wird und ich erröte:
a) nie oder sehr selten
b) manchmal
c) oft
d) meistens oder immer
19. Ich schlafe leicht ein und finde erholsamen Schlaf:
a) nie oder sehr selten
b) manchmal
c) oft
d) meistens oder immer
20. Ich habe Albträume:
a) nie oder sehr selten
b) manchmal
c) oft
d) meistens oder immer
[Den Test können Sie entweder Ihrem Behandler mitbringen oder zur Erst-Information im Internet durchführen über: https://www.therapie.de/psyche/info/ test/angst/generalisierte-angststörung/]
[Quelle: Die Selbstbeurteilungs-Angst-Skala ist der Veröffentlichung von Zung, W.W.K. „A rating instrument for anciety disorders" aus Psychosomatics, 1971, Vol. 12: 371 – 379 entnommen. Das Testverfahren in hier dargebotener Form wird verwendet mit der Genehmigung von Psychosomatics (Copyright 1971). American Psychiatriatric Association]
E. Selbst-Testung zur Anwendung Psychotherapie
Mit Hilfe des folgenden Tests können Sie herausfinden, ob es für Sie hilfreich wäre, eine Psychotherapie bei einem Psychotherapeuten zu machen.
Hinweis:
Die folgenden Fragen beziehen sich auf die letzten 4 bis 8 Wochen.
Beachten Sie bitte:
Der folgende Test ersetzt keine Diagnose durch einen Psychotherapeuten! Er liefert lediglich erste Hinweise, ob Sie möglicherweise unter einem Problem leiden, bei dem Sie überfordert sind. Wenn Sie sich unsicher sind oder wenn Sie Selbstmordgedanken haben, dann nehmen Sie Kontakt mit einem Psychotherapeuten auf.
Zum Test:
Lesen Sie die folgenden Feststellungen durch. – Überlegen Sie bei jeder Feststellung, ob diese auf Sie 0 = nicht zutrifft, 1 = etwas zutrifft, oder 2 = ja, sehr zutrifft
Tragen Sie die Werte in die Felder [ ] vor den Fragen ein.
Selbst-Testung zur Anwendung Psychotherapie
Fragen:
[ ] Ich habe schon versucht, mein Problem alleine in den Griff zu bekommen,
leider ohne Erfolg
[ ] Ich habe Probleme, mich auf meine Arbeit zu konzentrieren
[ ] Ich habe keinen Appetit mehr
[ ] Mein Problem belastet mich sehr
[ ] Mein Problem belastet meine Partnerschaft
[ ] Ich kann mich kaum noch an etwas erfreuen
[ ] Mein Problem ist in den letzten Wochen schlimmer geworden
[ ] Ich habe körperliche Beschwerden (Erschöpfungs-,Angst-, Unruhezustände,
Magen-Beschwerden, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Schwindel usw.)
[ ] Meine Leistungsfähigkeit hat nachgelassen
[ ] Ich habe Selbstmordgedanken
[ ] Ich nehme Alkohol, Tabletten, Drogen, um mich besser zu fühlen
[ ] Ich kann mit anderen nicht über mein Problem sprechen
[ ] Ich getraue mich nicht, mit einem Arzt/Therapeuten über mein Problem zu
sprechen
[ ] Ich grüble viel und kann kaum noch abschalten
[ ] Ich habe das Gefühl, alles wächst mir über den Kopf
[ ] Ich glaube nicht, dass ich meine Probleme alleine in den Griff bekomme
[ ] Ich esse vielmehr als früher
[ ] Ich habe Schlafstörungen
Auswertung:
Ergibt die Summe der Punkte aus den 18 Fragen mehr als 15 Punkte, dann ist eine psychotherapeutische Behandlung und Analyse dringend anzuempfehlen.
Bei einer Punktzahl zwischen 10-15 Punkten sollten Sie sich eine solche Behandlung überlegen; als Hilfe: Wiederholung des Tests nach 1, maximal 2 Wochen.
Dazu meine Empfehlung, mein Rat:
Aufsuchen eines Psychotherapeuten
Sie sollten unbedingt einen Psychotherapeuten aufzusuchen, …
a. wenn Sie nicht mehr in der Lage sind, Ihre Alltagspflichten zu erfüllen
wenn Sie schon selbst versucht haben, sich zu helfen, aber jetzt keinen Rat mehr wissen
b. wenn Ihr Leidensdruck groß ist und Sie an Selbstmord denken
c. wenn Sie Probleme mit Alkohol oder anderen Suchtmitteln bekämpfen
d. wenn Sie mehr als 4 Wochen unter Ängsten oder Depressionen leiden
e. wenn Sie unter Schmerzen, Schlafstörungen, Schwindel, Herz-
Rhythmusstörungen oder anderen körperlichen Beschwerden leiden und der Arzt keine körperliche Ursache feststellen kann.
Die gesamte Diagnostik sollte sich (mindest weitgehend) orientieren an den aktuell geltenden „Leitlinien Angststörungen“ des Deutschen Kollegium für Psychosomatische Medizin (DKPM), der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie e.V. (DGPM), der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN) und der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM).
Übrigens:
Diese Leitlinien gelten auch für die Therapie!
Aus- und Folgewirkungen
Eine einmalige Angst-Attacke bleibt in aller Regel folgenlos für Körper-Seele-Geist des Betroffenen. Ganz anders sieht das aus bei anhaltenden und gravierenderen Angststörungen!
Fakt ist:
Je länger eine Angststörung besteht, je länger diese psychische Erkrankung nicht adäquat behandelt wird, je gravierender die Krankheit im Ausmaß ist, desto einschneidender sind dann auch die Folgen/Auswirkungen auf den gesamten Menschen und zwar in seinen 3 Ebenen „Körper-Seele-Geist“!
In knapper Form mögliche Folgen und Auswirkungen von Angst-Störungen:
Menschen mit einer Angststörung leiden oft an einer starken Einschränkung ihrer Lebensqualität - nicht nur durch ihre Angst- bzw. Panikattacken, sondern auch durch den Versuch, Situationen zu meiden, die Angstzustände auslösen -.
Diese Vermeidungsstrategie gegen Angst-/Panikattacken führt zu weiteren emotionalen Belastungen wie etwa:
- hoher Erwartungsangst, d.h. der ständige Gedanke an das mögliche
Auftreten neuen Angst- bzw. Panikattacken
- Gefühle der Abschottung und Einengung bis hin zur Depression
- Verlust des Selbstvertrauens aufgrund der permanenten Angstzustände
- Abhängigkeiten von anderen Menschen oder Medikamenten, auch von
Hilfsmitteln oder Mechanismen als Schutz vor Panikattacken
- Vermeidung ungewohnter Aktivitäten und Abschottung im gewohnten
Umfeld
- Beeinträchtigung der Beziehung zur Familie, zum Partner, zu Freunden
und zur Arbeitswelt.
Dazu und daneben können noch folgende weiteren Auswirkungen auftreten/vorkommen:
1. Beeinträchtigung bis einschneidende Veränderungen im sozialen
Umfeld – bis hin zum Jobverlust, Arbeitslosigkeit, Frühverrentung usw. –
2. Beeinträchtigung des subjektiven Wohlbefindens
3. Einschränkung der Selbständigkeit (Autonomie)
4. Eingeschränkte/verminderte Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit –
physisch, psychisch, kognitiv/geistig –
5. Störung bis Beendigung der Karriere(-entwicklung)
6. Abhängigkeit/Sucht gegenüber Schmerz- und Beruhigungsmitteln und/
oder Alkohol und/oder sonstigen Drogen
7. Depression und sonst. Psychische Dekompensationen – u.a. auch mit
suizidalen Gedanken, Absichten und Vorhaben bis hin zur Ausführung –
8. Beziehungsprobleme – bis hin zum Partnerverlust –
9. Sexuelle Störungen - bis hin zu Libido-Verlust, Frigidität (Frauen) bzw.
Impotenz (Männer).
Therapie
Ein wichtiger erster Hinweis/Rat meinerseits vorweg:
Sofortige Zuweisung zur stationären Behandlung – optimal in eine Akutklinik mit psychiatrischer oder psychosomatischer Abteilung – ist erforderlich, wenn beim „Angst-/Panik-Patient“ bestehen/vorliegen:
a) schwerster Leidendruck und
b) Unfähigkeit, gewöhnliche/übliche berufliche und soziale
Anforderungen im Lebensalltag zu bewältigen!
Ein zweiter und bewährter Rat:
Die Therapie einer „neurotischen Störung“ wie z.B. einer Angststörung muss in jedem Falle eine individuelle sein i.S.e. „Maßanfertigung“; keinesfalls also eine „Therapie von der Stange“, quasi nach „Schema F“!
Stets sollte es sich dabei um eine „Mehr-Säulen-Therapie“ (multi-modal) handeln.
Ein 3. Ratschlag:
In vielen Fällen von Angststörungen ist es für den Betroffenen hilfreich, wenn eine „Vertrauensperson“ in den Behandlungsverlauf eingebunden ist/wird.
Nun endlich zum „Ganzheitlichen Behandlungskonzept bei Angst-Störungen“:
Im Vorab will ich nochmals klar festhalten, dass das nachstehende Konzept kein starr-rigides Procedere ist, sondern, dass vielmehr aus den vorgeschlagenen Optionen entsprechend der vorliegenden Klinik (Beschwerden) individuell, variabel und selektiv zu verfahren ist.
Ebenfalls sehr wichtig, dass sofort – d.h. unmittelbar nach Diagnose-Stellung – mit der Therapie begonnen wird!
D.h., auch wenn die Differential-Diagnostik noch nicht abgeschlossen ist.
I.S.e. „Start-Therapie“ sollte unbedingt mehrgleisig vorgegangen werden:
1. Nicht-arzneiliche Therapie-Optionen
a) Entspannungsverfahren ()
[hier eignen sich bestens: Autogenes Training (AT) (), Progressive Muskel-Relaxation nach Jacobson (PMR) () und/oder Yoga ()]
wenn vor Ort die Möglichkeit besteht, dann evtl. zusätzlich:
b) Respiratorisches Biofeedback nach Prof. HansCarl Leuner ()
(„Atembiofeedback“)
c) Farb-Therapie nach Prof. Dr. Max Lüscher ()
d) Atemtherapie nach Prof. Ilse Middendorf („Erfahrbarer Atem“)
2. Fachtherapien durch Arzt für Psychiatrie, Psychosomatische Medizin, Psychologen
[entsprechend bestehenden Beschwerden]
a. Verhaltenstherapie
b. Anti-Stress-Coaching
c. Gesprächstherapie
d. Psychoanalyse
e. Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
f. Familien-/Paar-Therapie
g. Gestalttherapie
h. DeHypno-Therapie
i. Hypnose
3. Medikamentöse Therpie
[mit z.B. einem, niedrig-dosierten chemischen Anxiolytikum (Angstlöser) (s. Kasten untenstehend), alternativ mit einem biologischen Medikament – z.B. Laresa® (s. untenstehend) -]
Zwischennotizen:
1. Chemisch-synthetische (chemisch definierte) Anxiolytika
Sie besitzen eine speziell angstlösende Wirkung, wobei im Gegensatz zur ebenfalls Angst-bekämpfenden Medikamenten aus der Gruppe der SSRI (Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer) – wie z.B. Citalopram (Cipramil®) – weniger die depressiv motivierten Ängste, als vielmehr allgemeine und phobische Ängste und auch Angst- bzw. Panikattacken therapiert werden können. Einen den spezifischen Antidepressiva vergleichbaren „stimmungs-aufhellenden“ Effekt besitzen die Anxiolytika nicht.
Zahlreiche Anxiolytika besitzen von der Wirkung her starke Ähnlichkeit mit Sedativa (Beruhigungsmittel); daher ist Vorsicht geboten im Straßenverkehr und beim Bedienen von Maschinen.
Nach wie vor sind Benzodiazepine – Diazepam (Valium®), Alprozalam (Tafil®), Bromazepam (Lexotanil®), Lorazepam (Tavor®), Oxazepam (Praxiten®) – mit die effektivsten angstlösenden Wirkstoffe.
Aber nun zum großen Nachteil und gesundheitlichem Risiko:
Sie besitzen allesamt ein hohes bis sehr hohes
„Sucht- & Abhängigkeits-Potenzial“!
Missbrauchsfälle sind damit keine Seltenheit.
Meine Meinung:
Wenn Benzos eingesetzt werden sollten, dann einzig unter Kontrolle und nur für einen möglichst kurzen Zeitraum!
Weitere angstlösende Wirkstoffe sind Trizyklische Psychopharmaka – Trimipramin (Stangyl®) – sogen. NaSSA (auch NSSA = Noradrenerge und spezifisch serotonerge Antidepressiva – Mirtazapin (Remergil®) – und Anti-Epileptika – Pregabalin (Lyrica®) – und SSRI (Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer) – Escitalopram (Cipralex®) –.
Relativ neu ist zur Therapie von Angststörungen der Serotonin-Antagonist Buspiron (Anxut®). Allerdings ist die Sofort-Wirkung hier nur schwach und die Gesamtwirkung tritt erst nach 10-14 Tagen ein.
2. Laresa®
(Wirkstoff: reines standardisiertes Lavendel-Öl – Hersteller Spitzner)
Zu Lasea® noch ein Wirksamkeitsbeleg (zahlreiche Studien liegen vor):
Lasea® verfügt über eine mit der chemisch-synthetischen Wirksubstanz ‚Lorazepam‘ (z.B. Tavor®) vergleichbare angstlösende (anxiolytische) Wirkung [1 Kps. entspricht 0,5 mg Lorazepam]. Allerdings – das sind die Vorteile der Natur-Wirksubstanz – unter Laresa® keine Gefahr einer Abhängigkeit, keine Sedierung und somit auch keine Minderung des Reaktions-Vermögens und auch keine Tachyphylaxie (d.i.: keine Toleranz-Entwicklung gegenüber dem Wirkstoff).
Zurück zum Thema:
Ist die Diagnostik abgeschlossen und abgeklärt, um welche ‚Art‘ von Angststörung (neurotischer Störung) es sich handelt, dann ist es Zeit, von der Start-Therapie umzuwechseln auf die nachgehende und zumeist als länger andauernde und ggfls. im Behandlungsverlauf abzuändernde (was die Art der Therapiesegmente, die Wahl der Arzneimittel usw. angeht) „multi-modale spezifische Angststörungs-Therapie“.
Es versteht sich von selbst (sollte es zumindest), dass einerseits regelmäßige Verlaufskontrollen durch den/die Behandler erfolgen sollten [eine Anmerkung dazu: wenngleich mehrere (Fach-)Behandler in die Therapie involviert sind, so macht es meinen Erfahrungen nach unbedingt Sinn, wenn quasi als zentrale Koordinationsstelle der vertraute Hausarzt/hausärztliche Internist fungiert!] und andererseits ist die best- und höchstmögliche Mitarbeit + Therapieeinhaltung seitens des Patienten unumgänglich!
In Abwandlung des Ausspruchs des berühmten deutschen Mediziners, Prof. Dr. Franz Volhard („vor die Therapie haben die Götter die Diagnose gestellt“) soll das heißen:
„Vor die Therapie haben die Götter die Information, Akzeptanz und das verantwortungs-bewusste Selbstmanagement gestellt“!
Will heißen:
Nach Sicherung der Diagnose muss der Kranke umfänglich über die Art und Schwere der vorliegenden Angsterkrankung informiert werden.
Dazu müssen außerdem mögliche Folgen und gesundheitliche Risiken aufgezeigt werden (ohne allerdings den Kranken noch mehr zu (ver-) ängstigen).
Zudem sollten bereits zu diesem frühen Zeitpunkt Möglichkeiten der Therapie in der Schulmedizin wie der seriösen biologisch-naturheilkundlichen Medizin besprochen werden und auch darauf deutlich und klar darauf hingewiesen werden/sein, dass „ohne die aktive und konsequente Mitarbeit“ des Kranken (moderndeutsch: Compliance) bzw. die bestmögliche „Selbsthilfe“ es absolut nicht geht, will der Kranke schnellstens auf dem Wege der Besserung vorankommen (dazu s. unten).
Nunmehr zur „multi-modalen spezifischen Angststörungs-Therapie“.
In der knappen Übersicht.
Diese Gesamt-Therapie setzt sich zusammen aus folgenden Teilsegmenten:
1. Eigenleistungen des Patienten: „Selbsthilfe“
2. Verhaltenstherapie
3. Psychoanalytische Verfahren
4. Sozio-therapeutische Ansätze
5. Medikamentöse Therapie
Gehen wir Schritt-für-Schritt vor.
Um es noch einmal festzuhalten:
Je nach Art der Angststörung, nach der Schwere der Krankheit und nach dem bisherigen Krankheitsverlauf muss die Therapie individuell dargestellt werden.
Eine feste Konstante ist in jedem Falle und für alle Fälle die „Selbsthilfe“.
1. Eigenleistungen des Kranken: „Selbsthilfe“
Ganz am Anfang muss unbedingt ein schonungsloses wie offenes (und sich selbst gegenüber ehrliches) Aufarbeiten der bisherigen Lebensweise und Lebensführung, des individuellen „Lifestyls“ stehen, wobei Schwachstellen und Belastungsfaktoren insbes. gegenüber den eigenen Ängsten aufzuspüren sind.
Im Nachgang gilt es dann, dass der Patient seinerseits eine neue Einstellung zu eigenen Angst gewinnt und er bereit ist, sich seinen Ängsten zu stellen und nicht zu flüchten.
Im 3. Schritt gilt schließlich dreierlei:
Erstens sich selbst d.h. seinem Leben eine neue Struktur zu geben (vielmals ist das zum ersten Mal!), zweitens bereit zu sein, sein Leben selbst(verantwortlich) in die Hand zu nehmen, also Selbst-Management und – soweit dies möglich ist – auch Selbst-Controlling zu betreiben und drittens die (in der Psycho-Therapie erarbeiteten und erlernten) Angst- und Stress-Bewältigungs-Strategien in den Lebensalltag umzusetzen, also anzuwenden!
Dazu und daneben sollte regelmäßig ein Entspannungsverfahren – bestens bewährt und auch zuhause sowie unterwegs (z.B. im Urlaub) leicht durchzuführen sind Autogenes Training (AT), Yoga (auch in den beiden „modernen“ Varianten des „Lach- und des Schrei-Yogas“) und/oder Progressive Muskelrelaxation nach Edmund Jacobson (PMR) –.
Insbesondere bei langjähriger Erkrankung hat sich eine Einbindung in eine „Selbsthilfe-Gruppe Angststörungen“ (z.B. Auskunft im Internet) () vielmals bewährt und den Kranken stabilisiert – nebenbei sind diese Selbsthilgfegruppen auch für die Angehörigen hilfreich -.
Es sollte sich von selbst verstehen, dass ein hoher Konsum an diversen Genussmitteln (Alkoholika, Nikotin, Bohnenkaffee/Schwarztee) nicht gerade gesundheitsförderlich ist. Hier gilt es den Konsum auf ein „Normalmaß“ zu reduzieren.
Unbedingt auf den Prüfstand gehört der Konsum an Medikamenten – insbes. auch sogen. „frei-käufliche“ –. Faustregel muss hier sein:
„Alles an Arzneimitteln, die nicht verordnet sind, weglassen“ und gleichzeitig „die verordneten Arzneien konsequent nach Anordnung“ einnehmen!
Regelmäßige und dosierte, also „moderate“ körperliche Aktivitäten – aber kein „Auspowern“ und auch kein „Hochleistungssport“ – stehen ebenfalls auf der Agenda an Eigenleistungen.
2. Verhaltenstherapie
(hier gemeint die Therapie bei einem Psychologen, Psychiater, Nervenarzt, Arzt für Psychosomatische Medizin und/oder Psychotherapeuten)
Hier werden zunächst Gespräche über den/die Auslöser und den/ die Aufrechterhaltungs-Faktoren der Angst geführt, um die geeignete Form der Psychotherapie auszuwählen.
Die Führung eines Angst-Tagebuchs (erhältlich vom behandelnden Psychiater/Psychologen und auch zum Downloaden im Internet) halte ich für hilfreich (neben der jeweiligen „Stimmungslage“ sind dort u.a. zu notieren: Angstzustände und evtl. Auslöser, sonstige Beschwerden und Auffälligkeiten, Medikamente …).
Die Gespräche sollen zu einem neuen Verständnis der Krankheit führen, um störende Einstellungen und Erwartungen auszuschalten. Es finden sich verschiedene Therapien, um den Teufelskreis zu durchbrechen, die Angst in kleinen Schritten zu bewältigen und sich selbst zu helfen.
Gehen wir der Reihe nach vor:
a) Psycho-Edukation
d.h. Aufklärung über Erscheinungsformen und Ursachen von Angst-Störungen, ggfls. unter Einbeziehung einer Vertrauensperson/eines Familienangehörigen.
b) Kognitive Therapie
d.h. Identifizierung, Bewertung und Korrektur der mit der Angst/Panik verbundenen irrationalen Annahmen + Gedanken des Kranken.
c) sogen. systematische Desensibilisierung
d.h.: der Patient setzt sich nach dem Erlernen eines Entspannungs-Verfahrens () (s.v.) in systematischer und hierarchisch abgestufter Weise dem Angst-Auslöser im Alltag aus – sogen. „abgestufte Exposition“ –.
Allmähliche Löschung des Angst-Verhaltensmusters. Nur sinnvoll, wenn ein ‚Vermeidungsverhalten‘ – wie z.B. bei Phobien – vorliegt.
d) Expositionsverfahren
Das Expositionsverfahren wird am häufigsten angewendet.
Dem Erkrankten werden Übungsschritte näher gebracht, mit denen er ängstliche Situationen bewältigen kann. Der Therapeut setzt ihn nach einiger Zeit einer ausgewählten Situation aus. So kann der Erkrankte merken, dass seine Befürchtungen irreal waren und dass er seine Erwartungsängste bewältigen kann, so dass seine Angst sich schrittweise verringert.
e) Psychoanalytische Verfahren
Hierbei handelt es sich – abhängig von der Persönlichkeitsstruktur und der Introspektions-Fähigkeit (= Fähigkeit zur Selbstbeobachtung der eigenen Erlebnis- und Verhaltensweisen) – um psychoanalytisches Standardsetting (= spezifische Gestaltung der Bedingungen der Therapie wie z.B. Einzel oder Gruppen-Therapie, Therapietechniken u.a.m.) bis zu niederfrequenten Therapie.
Erforderlich sind klare Setting-Absprachen wegen z.T. ängstlicher Verhaltensweisen des Patienten. Bei „Ich-schwachen“ Pat. mit ubiquitärer (überall und aus jedem Anlass vorkommend) Angst-Symptomatik – v.a. bei generalisierter Angststörung – gilt ein vorrangiges Anstreben von „Ich-Stärkung“ und „Erhöhung der Angst-Toleranz“ und nicht von vornherein eine „Konflikt-Aufdeckung“! Bei Vermeidungsverhalten den Patienten anhalten, sich begleitend zur Therapie den betreffenden Angst-auslösenden Situationen auszusetzen.
f) Sozio-therapeutische Ansätze
Bei chron. Krankheitsverläufen mit psycho-sozialen Folgeerscheinungen – z.B. gesellschaftliche Isolierung, berufliches Scheitern – sind Re-Integrations-Maßnahmen erforderlich (z.B. Selbsthilfegruppen, Reha-Beratung über Arbeitsamt usw.).
g) Weitere und sonstige Therapie-Optionen
Dazu gehören – neben den wichtigen Entspannungsverfahren (s.o.) – u.a. Selbstsicherheits-Training, Kommunikationstraining, therapeutische Tages-Strukturierung und/oder tiefenpsychologische Einzel- oder Gruppen-Therapie.
3. Medikamentöse (chemisch-definierte) Therapie
Was die Möglichkeiten der Therapie mit chemisch-definierten Arzneimitteln bzw. Wirkstoffen angeht, so darf ich auf meine Ausführungen vorne (Start-Therapie) verweisen.
Je nach Typus der Angststörung wird der Therapeut nicht umhin kommen (zumindest initial bzw. zeitweise), Anxiolytika mit Anti-Depressiva zu kombinieren.
Was die Auswahl der Antidepressiva angeht, mein
TIPP
Es gilt zu unterscheiden, ob der Patient ein Morgentief oder ein Abendhoch hat oder umgekehrt und auch noch, wie es um den Schlaf-Wach-Rhythmus bestellt ist.
Ein Beispiel:
Bei Schlafstörungen und Depressionen ist abends geeigneter Citalopram (Cipramil®) und ist morgens wirksamer Escitalopram (Cipralex®).
Und umgekehrt.
Neben den vorne bereits genannten arzneilichen Optionen wird bei Depressionen und sozialen Phobien v.a. ein sogen. ‚MAO-Hemmer‘ [Hemmer des Enzyms Monoaminooxidase, das für den Abbau von Biogenen Aminen/Neurotransmittern/ Gehirnbotenstoffen – Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, Serotonin - zuständig ist. Im Gehirns-Stoffwechsel stehen so vermehrt Neurotransmitter zur Signal-Übertragung bereit, was sich bei bestimmten Depressions-Formen positiv auswirkt (s. unter Kapitel „Depressionen“) – z.B. Moclobemid (= MAO-A-Hemmer) (Aurorix®)] in die Therapie einbezogen.
Außerdem werden zur Therapie eingesetzt „Betablocker“, wie z.B. der Wirkstoff Propranolol (Dociton®).
4. Medikamentöse biologisch-naturheilkundliche Therapie
Pflanzliche Anxiolytika („Angstlöser“) und Antidepressiva haben aber auch ihre Berechtigung zur Therapie von Angststörungen, insbesondere bei leichtergradigen Beschwerden und Krankheitsverläufen.
Zu berücksichtigen ist dabei aber, dass die Wirkung erst langsam einsetzt; im Gegenzug haben diese Präparate aber nur geringe Nebenwirkungen und absolut kein Suchtpotenzial! In vielen Fällen lassen sich aber die Dosierungen chemisch-definierter Wirkstoffe (und somit deren Nebenwirkungen) reduzieren.
Was den Einsatz von Phytopharmaka, Homöopathika oder Spagyrika angeht, das muss im Einzelfall vom Behandler (hier ist ein entsprechend ausgebildeter Therapeut gefragt) und aufgrund einer eingehenden homöopatischen Befunderhebung entschieden werden und soweit als möglich im Einvernehmen mit dem Kranken.
Das gilt auch für die Auswahl der Arzneimittel, ob Einzelmittel oder ob Komplexmittel.
Zur Therapie bei Angststörungen können zur Anwendung kommen neben dem bereits genannten Lavendel-Öl-Extrakt (Lasea® Kps), Kombination von Johanniskraut + Baldrianwurzel + Passionsblume – standardisierte & normierte Extrakte – (Neurapas® balance), Kava-Kava (Rauschpfeffer) (Laitan®), mit einem Extrakt der Rosenwurz-Wurzel (Rhodiola rosea) – bes. wirksdame bei Ängsten aufgrund Stress –und/ oder ein homöopathisches Komplexmittel (Tbl) mit Grauer Amber + Tintenfisch + Bilsenkraut + Ignatiusbohne (Ambrax®) u.a. …
Als wirkungsvoll – insbesondere bei multiplen psycho-somatischen/ psycho-vegetativen/funktionellen Beschwerden & Dysregulationen – erweist sich immer wieder ein weiteres homöopathisches Komplex-Mittel (7 Heilpflanzen + 2 Metalle / Hypersativ Tr.).
TIPP
Unstrittig ist heute, dass dem gesamten Limbischen System und bes. der Amygdala (Mandelkern) und dem Hippocampus („Seepferdchen“) – als zentralem Steuerungsorgan für Emotionen und vegetative Funktionen + wesentlicher Teil des sogen. „Belohnungs-Systems im Gehirn“, also auch für Ängste, Phobien usw. – eine ganz wesentliche Bedeutung beim Auftreten von Ängsten, Panik und überschießenden Emotionen und deren Ausmaß und somit dem Ausmaß der Beeinträchtigung für den Kranken und seine gesamte gesundheitliche Verfassung zukommt.
Im Umkehrschluss soll das dann heißen:
Neben der Symptomen-bezogenen Therapie sollte eine Funktions-Optimierung des Limbischen Systems (LS) in toto angestrebt werden!
In und mit der Schulmedizin stehen hierzu keine Optionen zur Verfügung.
Hingegen hat die biologische Medizin mit der „Organ-Therapie“ () eine wirkungsvolle Waffe zur Hand.
Zu wissen gilt:
Das Limbische System ist gelegen zum Teil Diencephalon (Zwischenhirn) und zum anderen Teil im medialen Anteil des Temporallappens (Schläfenlappen) – das ist der zweitgrößte Lappen des Großhirns –.
Mein Vorschlag:
[bei den unten genannten Regeneresen®-Organpräparaten handelt es sich um „biologisch aktive Ribonukleinsäure“ vom Rind und aus Hefe]
a. Regeneresen®-lobus temporalis cerebri (Schläfenhirn) (Dyckerhoff)
b. Regeneresen®-diencephalon (Zwischenhirn) (Dyckerhoff)
Procedere: Misch-Injektion (i.m./i.v.)
Ds: individuell je Klinik
TIPP
Bd. Präparate über die örtl. Apotheke in einer vom Hersteller autorisierten Apotheke als „Sonderanfertigung“ [ggfls. mit weiteren Regeneresen®-Präparaten] in Amp. zu 5 ml herstellen lassen! / Injekt. jd. 2.-3.-4. Tag i.m./i.v.
insgesamt Serie mit 10 Sitzungen / Wiederholung der Serie mit 5-10 Sitzungen nach ca. 4-6 Monaten in Abhängigkeit von der jeweiligen Klinik
Hinweis:
Alle zur Gesamt-.Therapie infrage kommenden Regeneresen®-Präparate können gleichzeitig als „Sonderkonfektion“ hergestellt werden.
Das erspart dem Patienten viele Einzelmittel-Injektionen!
5. Weitere und sonstige Therapie-Optionen
Vielfach bewährt ist die simultane Mitbehandlung mit 2 apparativen Verfahren:
1. Farb-Therapie nach Prof. Dr. Max Lüscher
2. Respiratorisches Biofeedback nach Prof. Dr. HansCarl Leuner
3. Atemtherapie („Erfahrbarer Atem“) nach Prof. Ilse Middendorf
4. Akupunktur der TCM und Elektroakupunktur nach Reinhard Voll
5. Aroma-Therapie
6. Medizinische Resonanz-Therapie „Musik“® (MRTM)
7. Psychofonie®
A.a Farb-Therapie nach Lüscher ()
Die Farb-Therapie wurde 1947 vom Schweizer Psychologen und Psychiater Prof. Dr. Max Lüscher entwickelt, gleichzeitig auch der nach ihm benannte Lüscher-Color-Diagnostik-Test, auch genannt „Röntgenbild der Psyche“ (heute als computergestützte Version im Handel).
Die Farbskala dient dabei der Deutung des Charakters/der Persönlichkeits-Struktur. Die Durchführung des Tests ist sehr einfach: „Blau, Rot, Grün und Gelb“ entsprechen den vier normalen Selbstgefühlen des Menschen:
„Selbstvertrauen, Selbstachtung, Zufriedenheit und innere Freiheit.“ Max Lüscher zeigt in seinem Farbtest, wie man diese Selbstgefühle entwickelt und miteinander in Harmonie bringt und dadurch zu einem besseren inneren Gleichgewicht findet. Mit Hilfe der Lüscher-Farbscheibe kann man jedoch auch andere Menschen charakterologisch bestimmen und sich in entscheidenden Situationen des Alltags auf die Reaktionen, Taktiken und Verhaltensmuster seiner Mitmenschen einstellen.
Damit öffnet sich ein neuer, zeitgemäßer Weg zu einem Leben ohne beengende Vorurteile und möglicherweise folgenschwere
Fehleinschätzungen.
Die Befindlichkeit der Psyche wird hier sehr deutlich und klar herauskristallisiert. Psychologisch verstehen bedeutet: „die Ursache des Verhaltens erkennen.“
Farben gelten dabei als Sprache des Unterbewussten im Menschen.
Der Lüscher-Farbtest bietet angewandte Psychologie im besten Sinne - ein Schlüssel zur optimalen Bewältigung des Alltags.
Dieser Test sollte zur Diagnostik vor der Therapie und dann während der Therapie zur Verlaufskontrolle – und ggfls. zur Änderung der Farbe – und mit zeitlichem Abstand (4-6 Wochen) nach Beendigung der Therapie „Colortherapie“ ausgeführt werden.
Zur eigentlichen Farb-Therapie nach Lüscher:
Sie baut auf den Erkenntnissen von Max Lüscher auf, mittels Farblicht-Bestrahlung – auf einzelne Körperregionen bzw. als Ganzkörper-Therapie – somatische und/oder psychische Fehlreaktionen zu kompensieren.
Nebenbei:
Farb-Therapie ist mittlerweile eine anerkannte komplementäre Behandlungsweise mit erwiesener Einwirkung auf die Psyche.
TIPP
Farb-Therapie im eigenen Zuhause
Wenn Sie abends und auch sonst ausgepowert sind, wenn Sie depressiv sind und dabei noch kraft- und saftlos, sollten Sie (zumindest in einem Raum) die Wände „leicht-blau“ streichen; kombinieren Sie dabei die Blautöne! Neigen Sie zu traurigem Wesen, dann sind „gelbe“ Farbtöne angesagt.
Aber kein grelles Gelb, sondern ein warmes sonnenblumen-gelb. Auch hier keine monotonen Flächen, daher Gelbtöne mischen. Vor allen Frauen sagt rot zu, rot (er-)wärmt. Aber kein Knall- oder Signalrot, sondern – auch Rottöne kombinieren – terracotta-, erd-, ochsenblut-rot. Oder aber malern Sie eine Wand in Grüntönen an, insbesondere dann, wenn Sie emotional instabil sind. Grün „harmonisiert“ alles; es wirkt nervenberuhigend und das Immunsystem stärkend. Violette Farbnuancen stabilisieren die angegriffenen Nerven. Rosa Töne wirken positiv bei Aggressivität und Unruhe und auch Jähzorn. Zuletzt noch Orange: Diese Farbe wirkt inspirierend und die Lebensfreude steigernd, Orange lockt aus dem „Schneckenhaus“ heraus. Es wird dieser Farbe nachgesagt, dass sie die Vitalität steigert.
B. Respiratorisches Biofeedback nach Prof. HansCarl Leuner ()
[„Atemfeedback“]
Feedback (engl.) bedeutet Rückkopplung. Das Bio-Feedback ist eine Methode, messbare, meist unbewusste, Körperfunktionen „bewusst“ zu machen – sei es z.B. als Puls- oder Hirnstromkurve auf dem Monitor – und diese willentlich zu beeinflussen.
Funktionen wie der Herzschlag, Blutdruck, die Verdauung, Hirnströme und die Hauttemperatur werden beim Bio-feedback in sicht- oder hörbare Signale umgewandelt. Auf diese Weise sollen dem Patienten seine eigenen Körperfunktionen wahrnehmbar gemacht werden, so dass er sie bewusst beeinflussen kann, und darin trainiert wird, seine Gesundheit selbständig zu verbessern.
Entstanden ist der Begriff „Biofeedback“ in den späten 1960er Jahren. Die Wissenschaftler glaubten damals, dass diese Therapie eines Tages die Einnahme von Medikamenten, die Nebenwirkungen haben können, bei Krankheiten wie Bluthochdruck überflüssig machen würde. Mittlerweile hat die Forschung zwar gezeigt, dass Biofeedback bei der Behandlung von vielen Krankheiten und Schmerzen unterstützend wirken kann, aber man hat auch erkannt, dass die Hoffnungen, die einst in die Technik gesetzt worden sind, unrealistisch waren.
Bei der Biofeedback-Therapie werden die sogen. Bio-Signale (Atmung, Muskelspannung, Herz-Frequenz, Hautwiderstand, Hirnwellen, Blutdruck u.a.) mit entsprechenden Geräten, die als eine Art äußeres Nervensystem eingesetzt werden, in sichtbare (über einen Bildschirm/PC) oder hörbare (Lautsprecher/Töne) Signale umgewandelt.
Die Biofeedback-Therapie wird bei zahlreichen Krankheiten und Symptomen begleitend eingesetzt. Sie beeinflusst positiv:
Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Bluthochdruck (Hypertonie) oder zu niedriger Blutdruck (Hypotonie), Herzrhythmusstörungen / Lungenerkrankungen: Asthma / Schmerzen: Migräne, Kopf-, Rücken- und Gesichtsschmerz / Weitere psychiatrisch-neurologische Erkrankungen: Epilepsie, Lähmung, Angst, ADHS / Störungen der Verdauungsorgane. Außerdem dient sie der Entspannungs- und Schmerztherapie. Meist wird sie in Verbindung mit anderen Behandlungsmethoden angewandt.
Nicht eingesetzt werden sollte die Therapie bei Patienten, die an einer schizophrenen Psychose erkrankt sind oder waren. Durch die Feedback-Signale können Wahnvorstellungen ausgelöst oder gefördert werden. Auch bei schweren Persönlichkeitsveränderungen sollte die Methode nicht angewandt werden.
C. Akupunktur der TCM + Elektroakupunktur nach Reinhard Voll (EAV)
Bei der Akupunktur handelt es sich um ein uraltes Heilverfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).
Die klassische AP (Stechen mit goldenen/silbernen Nadeln) geht von davon aus, dass auf Körperlängsbahnen = Meridianen die Lebens-Energien zirkulieren; wobei den Meridianen steuernder Einfluss auf physische, psychische & neuro-mentale Funktionen zukommt. Krankheiten jedweder Art bewirken Blockaden des Energieflusses. Durch das Setzen der Nadeln wird der gestörte Energiefluss wieder in Gang gebracht.
Variationen der klassischen (Körper-)Akupunktur sind die Ohr-, Hand- und Fuß-Akupunktur.
Die Elektro-Akupunktur nach dem deutschen Zahnarzt Richard Voll (EAV) stellt die moderne westliche Variante der AP dar.
I.S.d. klassischen AP können zur Therapie bei Angststörungen folgende Meridian-Punkte benutzt werden: N3/Le14/H3/H8/DE4/Pe7/Pe8/Dü4.
Speziell zur Behandlung von Angststörungen unterschiedlicher Art wurde in den USA von Gary Craig eine spezielle Akupunktur-Therapie-Form entwickelt (wird dort oft erfolgreich angewendet / in Europa noch wenig bekannt): die „Emotional Freedom Techniques (EFT)“ ().
Dabei werden die Erkenntnisse der AP in die Psychologie transformiert.
Die Behandlungsmethode beruht auf der Theorie, dass alle negativen Emotionen auf eine Störung innerhalb des körpereigenen Energiesystems zurückzuführen sind.
Wie auch immer:
Akupunktur (welcher Art auch immer) in Kombination mit Psychotherapie und Entspannungsverfahren verspricht nachhaltige Auflösung von psychischen Energieblockaden.
D. Aroma-Therapie ()
Die Aroma-Therapie ist ein Teilgebiet der Phytotherapie () (Pflanzen-Heilkunde).
Sie setzt sich zum Ziel mit Hilfe von ätherischen Ölen die psychische und physische Gesundheit nachhaltig zu beeinflussen.
Anwendungsgebiete finden sich sowohl in der Prävention, der Therapie – sowohl im professionellen Rahmen als auch zur Selbstbehandlung – und in der Krankenpflege (Aromapflege).
Die Aromatherapie ist ein altes Therapieverfahren, das bereits zu Zeiten der Ägypter und im antiken Griechenland angewendet wurde.
Im Gegensatz zu früheren Zeiten, wo vorwiegend mit der Pflanze selbst therapiert wurde, erfolgt heute die Anwendung der Aromatherapie mittels ätherischem Öl.
Die Aromatherapie basiert auf empirischen Erkenntnissen.
Wissenschaftliche Studien (Kite et al 1998, Wilkenson et al 1999) konnten die entspannende und beruhigende Wirkung von ätherischen Ölen belegen. Die Behandlung kann durch Dampfinhalation, mittels Bädern, Massage-Ölen, Geruchspflastern und Duftlampen erfolgen.
Auch die orale Anwendung in Tropfenform ist möglich
Zur Anwendung bei Ängsten, Unruhe- und Verstimmungszuständen eignen sich u.a. die ätherischen Öle wie Lavendel, Melisse, Bergamotte, Angelika-Wurzel, Geranium, Johanniskraut, Neroli, Sandelholz, Ylang-Ylang und Zypresse.
Allerdings reicht eine alleinige Aroma-Therapie bei Angststörungen nicht aus; diese Therapie ist komplementär und additiv zu handeln.
E. Medizinische Resonanz-Therapie Musik (MRTM)® ()
Diese recht neue Form der apparativen (wenn man so will) biologischen Psychotherapie gründet auf intensiven Forschungen im Mikrokosmos der Musik. Es handelt sich um die positiven Wirkungen der „harmonikalen ganzheitlichen Informations-Medizin“. Diese Wirkungen auf den Menschen in seinen drei Ebenen sind mehrfach von Universitäts-Kliniken und -Instituten nachgewiesen. Es handelt sich dabei nicht um Musik im üblichen Sinne – ist keine Unterhaltung! –, sondern es handelt sich um eine „Musik-Arznei“!
Die MRTM hilft bei allen Krankheiten & Dysregulationen, in denen Stress und/oder Überforderungen & Ängste eine Rolle spielen.
Mittlerweile liegen etliche „Programme“ (Grundpro-gramm, Aufbauprogramm, Intensivprogramm) vor und das heißt, für jede „Indikation“ mehrere CD’s. Diese MRTM ist inzwischen als CD’s im Handel (entweder Direkt-bezug über AAR Edition; Anschrift s.u. im Internet - oder in Ihrer Apotheke!).
Zur Behandlung bei Ängsten/Angststörungen/Phobien sind u.a. geeignet: Psychische Belastung (RRR 951®) und Harmonie (RRR 102®).
F. Psychofonie®
Psychofonie® [dazu 3 Fragen: 1. Wie wirkt die Psychofonie? Mitten im Gehirn findet ein mächtiger Informationsaustausch statt, der am ehesten mit einem großen Orchester verglichen werden kann. Ein Abglanz seines Spiels - und seiner Misstöne, der Symptome – liefern die Hirnstromkurven. Durch das geschützte Psychofonie®-Verfahren wird das EEG in vierstimmige Klangfolgen umgeformt. In Rhythmus und Melodie entsprechen diese dem vegetativen Spiel. Die Psychofonie ist eine andere, wenn wir uns wohl- und schmerzfrei fühlen; sie ist von Mensch zu Mensch verschieden. Meine Psychofonie entfaltet ihre Heilkraft über das Ohr, wenn ich sie regelmäßig abhöre. Bevor der Klang bemerkt wird, tut er schon seine Wirkung in den vegetativen Hirnzentren. Dort entstehen auch die in der Psychofonie benützen EEG-Wellen. / 2. Wie werden die Hirnströme abgeleitet? Bei guter momentaner Befindlichkeit werden an der Kopfoberfläche durch Klebelektroden die eigenen EEG-Wellen abgeleitet. Dies ist ungefährlich und absolut schmerzlos. Die einmalige Auf-zeichnung dauert 17 Minuten und findet nur statt, wenn sich der Patient wohl fühlt. Er wählt danach seine vier Lieblingsinstrumente aus. Dazu wird ihm eine Muster-CD gereicht, die er bequem abhören kann. Die Daten werden dem EEG-/Audio-Labor übermittelt, welches die EEG-Wellen sichtet, von Artefakten befreit, spektral analysiert und nach einem standardisierten Verfahren in Musiknoten umrechnet. Zusammen mit den ausgewählten Instrumenten wird eine vierstimmige Klangfolge auf CD gebrannt. Dieses «Musikament», vom Patienten 3x täglich abgehört, kann nun seine Wirkung entfalten, oft jahrelang. / 3. Wozu wird Psychofonie angewendet? Die aus den eigenen Hirnströmen gemachten Klangfolgen können die eigenen Beschwerden lindern bei Migräne, Kopfschmerzen, nervösen Magen/Darmbeschwerden (Reizdarm), Schlafstörungen, POS oder ADS, Unruhe- und Angstzuständen, Schleudertrauma-Beschwerden, Tinnitus, und sie dienen der vegetativen Regularisierung durch hypnoide Entspannung, zum Beispiel im Berufs- und Schulstress. Davon profitieren Gesunde ebenso wie Menschen, die ständige auf einem hohen Aktivierungsniveau leben müssen und deshalb eine verminderte Stressresistenz haben]
Daher sehr wirkungsvoll u.a. bei Schlafstörungen, Stress, Hyperaktivität, Angst-/Panikstörungen, Minderung von Leistungs- & Konzentrations-Fähigkeit.
Medizinische Studien belegen die Wirksamkeit der Psychofonie-Methode. Ein Erfolg stellt sich in 60-80 % der Fälle ein. Nach einem Wirkungsaufbau von einigen Wochen hält die Wirkung oft während Jahren unverändert an. Durch tägliches Abhören der auf Sie persönlich abgestimmten Audio-CD wirken Ihre Psychofonie®-Heilklänge unkompliziert – natürlich – angenehm, erstaunlich problemlos oft auch in komplizierten Fällen.
Als vegetative Basis-Therapie kann Psychofonie den Medikamenten-Verbrauch(-bedarf) reduzieren und ein besseres Ansprechen auf spezifische Therapien ermöglichen (Kontakt im Internet).
Zum (guten) Schluss noch eine vielfach bewährte Empfehlung.
Fakt ist, dass biologische wie chemische Anxiolytika eine gewisse Zeit bis zur Wirkungsentfaltung brauchen, das gilt insbesondere für Präparate in Tbl.-/Drg.-Form. Was chemische Präparate angeht, gibt es eine Ausnahme in Form einer Tropfen-Lösung:
- Stangyl® (Sanofi-Aventis)
Das ist ein trizyklisches Antidepressivum mit dem Wirkstoff Trimipramin. Der Wirkstoff hilft bei/gegen depressive Zustände in Verbindung mit innerer Unruhe und mit Ängsten. Soweit, so gut. Aber: Die Substanz hat viele Nebenwirkungen – u.a. eingeschränktes Reaktionsvermögen, macht sehr müde – und auch Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln.
Eine echte Alternative ist hier allerdings ein seit Jahren bei zahlreichen Angst-Zuständen unterschiedlicher Ursachen – Ängste bei neurotischen Störungen, bei Asthma bronchiale, bei Prüfungen usw. – ein pflanzliches Präparat, nämlich
- Rescue®-Notfalltropfen
(„Erste-Hilfe-Tropfen“ – Bach-Blüten Nr. 39)
d.i. ein Kombinationsmittel mit 5 Wirkstoffen von wildwachsenden Pflanzen und zwar ‚Cherry Plum‘ (Kirsch-Pflaume / wirkt harmonisierend bei innerer Anspannung), ‚Clematis‘ (Weiße Waldrebe / ausgleichend bei geistiger Abwesenheit), ‚Impatiens‘ (Drüsen-tragendes Springkraut / harmonisierend bei Unruhe und psychischem Stress), ‚Rock Rose‘ (Gelbes Sonnenröschen / wohltuend bei Panik und Verzweiflung) und ‚Star of Bethlehem‘ (Doldiger Milchstern / ausgleichend für die innere Balance bei psychischen ‚Verletzungen/Kränkungen‘ usw.).
Ich setze dieses Mittel gerne ein und bei zahlreichen psychischen Dysregulationen & Disharmonien und zwar insbesondere zur Minderung/Beherrschung akut aufkommender Ängste/Panik.
TIPP
Neben der Darreichung als Tropfenlösung, Kps und Tbl auch als Spray (mit noch schnellerem Wirkungseintritt) in Apotheken erhältlich.
! Neuer Therapie-Ansatz !
Erstmals ist es Wissenschaftlern der North Western University Chicago/USA – Neurobiologen, Neurologen, Psychologen unter Leitung von Dr. Katherina Hauner – gelungen, „konkrete Ängste im Schlaf abzumildern“! [publiziert in Nature Neuroscience]
Bisher war in etlichen Studien die Wirksamkeit der sogen. „Konfrontations-Therapie“ [bei dieser Therapie wird der Angstpatient unter therapeutischer Leitung solange einer für ihn angst-besetzten Situation ausgesetzt, bis sich die Angst auflöst] bei der Behandlung von Angststörungen nachgewiesen worden.
Zum Ablauf und Aufbau der Studie:
In der Studie generierten die Wissenschaftler bei den Probanden Ängste (Zeigen von Bildern mit menschl. Gesichtern, verbunden mit milden Elektroschocks – jedes Bild wurde zudem mit einem bestimmten Geruch – Zitrone, Minze, Gewürznelke usw. – verknüpft). Das Ausmaß der Angst wurde über die elektrische Leitfähigkeit der Haut gemessen; diese steht im direkten Zusammen-hang mit der Schweißbildung der Haut bei Angst. Simultan dazu wurden registriert evtl. Veränderungen in Hirnregionen, die für das Riechen verantwortlich sind (olfaktorische Cortex-Areale im Großhirn) = Verknüpfung von Angst mit Gerüchen. Im 2. Schritt wurden die Probanden während einer Tiefschlafphase erneut mit dem Geruch konfrontiert = Riechen im Schlaf.
Ergebnis:
Zunächst nahm die elektr. Haut-Leitfähigkeit zu – Zeichen dafür, dass die Gerüche mit Angst assoziierte Erinnerungen aktivierten -. Auffällig war, dass die Probanden im Wachzustand beim Betrachten der Bilder weniger Ängste aufbauten, als im Schlaf. In der ‚funktionellen Kernspintomografie‘ (fMRT) wurden Veränderungen in der Amygdala (Mandelkern; s.v. = wichtiger Teil des Limbischen Systems; = maßgeblich an der Entstehung von Angst beteiligt!) bzgl. der Aktivität nachgewiesen.
Ergebnis:
Der Schlaf scheint maßgeblich beteiligt zu sein, Ängste wieder loszuwerden.
In diesem Zusammenhang muss noch die jüngst veröffentlichte Studie von Prof. Dr. Jan Born (Verhaltens-Neurobiologe Uni Tübingen) und Kollegen genannt werden.
Das Team hatte untersucht, wie gut sich Probanden an eine festgelegte angst-auslösende Situation erinnern konnten und zwar einmal nach einer ‚durchwachten‘ bzw. nach einer ‚durchschlafenen‘ Nacht.
Ergebnis:
Probanden ohne Schlafentzug litten deutlich stärker unter ihren Ängsten, als jene, die nachts wach geblieben waren. Zurückgeführt wird diese auf den 1. Blick scheinbar paradoxe Situation damit, dass der Effekt wahrscheinlich zusammenhängt mit der Verweil-dauer der Probanden in der REM-Schlafphase. Und außerdem: kurze Schlaf-Episoden oder keine REM-Phasen hätten fast keine Probanden; von den REM-Phasen ihrerseits wird angenommen, dass diese die „emotionale Erinnerung“ stabilisieren.
Fazit beider Studien:
Die Länge und Tiefe des Schlafs könnte ausschlaggebend dafür sein, ob Angst-besetzte Erinnerungen gelöscht oder verstärkt werden!
Es wird vermutet, dass der REM-Schlaf wichtig ist, um ein Gedächtnis für Ängste dauerhaft auszuprägen.
Nun zu evtl. neuen Erkenntnissen für mögliche Therapie-Ansätze:
Aufgrund der Ergebnisse beider Studien wird Potential für Therapie-Strategien zur Behandlung von Angststörungen/Phobien in Kombination von Schlaf-Therapie + Konfrontations-Therapie gesehen.
Insbesondere – so hoffen die Wissenschaftler – kann möglicherweise die Konfrontations-Therapie durch spezielle Aktionen im Schlaf verstärkt im Wirkungsgrad werden.
[Quelle: DocCheck 10/2013]
[Meine Meinung:
Derzeit noch reine Theorie und bestenfalls „Zukunftsmusik“; bleibt zu hoffen, dass weitere notwendige Forschungsarbeiten einen Lösungsweg finden können]
Wie auch immer:
Ziel aller therapeutischen Maßnahmen und Anwendung ist (sollte sein),
… auf möglichst schonende Weise für den geplagten „Angst-Patienten“ schnellstens zu erreichen und den wiedergewonnen Status zu (er)halten: gesundheitliche Stabilisierung, Befreiung von seinen Ängsten und damit/dadurch Wiedergewinnung einer gesteigerten Lebensqualität und Lebensfreude.
Depression
[„Grauschleier auf der Seele – Gefesselte Seele“]
Ein Gedicht
Todeswunsch
Wenn der Nebel sich über die Täler legt,
die Welt sich nicht mehr weiter bewegt.
Wenn der Nebel sich über die Täler legt,
die Welt sich nicht mehr weiter bewegt.
Wenn die Sonne nicht mehr scheint
Und der Himmel dicke Tränen weint.
Wenn die Dunkelheit über das Lichte siegt,
die ewige Nacht sich in der Finsternis wiegt.
Wenn die Seele empor gen Himmel steigt
und mein Leben sich endlich zum Ende neigt.
Dann und dann erst finde ich mein Glück
und es gibt keinen Weg mehr zurück.
(© Patrick Schindler, 2013)
Ein zweites Gedicht
Depression
das haus hat falltüren
hält die fenster verhangen
wir können im dunkeln
den schalter nicht finden
an allen wänden klebt
der bittere traum
spiegel lachen hohn
und von den stühlen
fallen lehnen
gedanken knäulen sich
im kopf zu schmerz
der tritt auf der stelle
erinnerung schneidet
wie messer ins fleisch
mit klammen fingern
stricken wir masche
an masche und immer
dasselbe muster
(©: Helga Roloff-Arnold
geb. 1942 – Kaiserslautern)
Depression: „Green Ribbon“
Als sichtbares ‘Erkennungszeichen’, dass der Träger der Schleife an einer Depressiven Störung leidet, ist schon seit etlichen Jahren der „Green Ribbon“ eingeführt.
Nebenbei:
Jedes Jahr findet in der Zeit vom
03. bis zum 09. Mai
in den USA statt die
„National Anxiety and Depression Awareness Week“.
Zusammenfassung
Depressionen – aller Schweregrade – gehören zu den am häufigsten vorkommenden psychiatrischen Erkrankungen.
Das Risiko an einer manifesten Depression zu erkranken, liegt bei rund 10%; mit steigenden Erkrankungszahlen.
Dabei unberücksichtigt die Erkrankungen an einer einmaligen „depressiven Verstimmung“.
Unter den Kranken sind rund 2/3 Frauen.
Die Ursachen sind zumeist multi-faktorieller Genese.
Wesentliche „Risikofaktoren“ sind Überlastungen im Beruf und Familie und sozialem Umfeld mit permanentem Leistungsdruck und (Di-)Stress.
Wissenschaftlich gesichert sind regelrechte „Teufelskreise“ i.S.v. Wechselwirkungen zwischen Depression und Koronarer Herz-Krankheit bzw. Herz-Infarkt(häufigkeit) und umgekehrt und auch für Depression und Diabetes mellitus und umgekehrt und auch für Depression und Immunsystem(schwächung) und umgekehrt.
Oberstes Gebot für jeden Behandler muss/sollte es sein, den Kranken so schnell als möglich und möglichst anhaltend aus dem Stimmungstief herauszuholen und zu stabilisieren; somit für den Patienten wieder zu erreichen Lebenssinn, Lebensfreude und Lebensqualität.
Das muss aber nicht immer und in jedem Falle gleichbedeutend sein mit der Anwendung chemisch-synthetischer Psychopharmaka!
…„Nahezu kein Krankheitsbild ist wohl so häufig, so mannigfaltig und so belastend wie die Depression(sformen). Dabei sind diese heutzutage gut behandelbar“, … und … „Depressionen werden vom Patienten und zum Teil auch vom Arzt noch zu häufig bagatellisiert oder im Zusammenhang mit einer organischen Erkrankung übersehen“ …, so PD Dr. med. Dr. med.habil. Albert Zacher (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Psychosomatische Medizin, Psychoanylyse / Regensburg).
Entscheidend ist einmal die Diagnose so früh als möglich zu stellen und dann umgehend mit einer befund-adäquaten Behandlung = „pass-genauen“ zu beginnen.
Besonders bei einer depressiven Verstimmung und/oder leichten bzw. mittelschweren depressiven Episode hat sich ein individuelles und selektives Procedere mit einem multi-modalen, integrativen ganzheitlichen Behandlungskonzept bestens und nachhaltig bewährt.
Definition
Depression steht als Sammelbegriff für seelische (psychische) Verstimmungszustände unterschiedlicher Ursache, oft einhergehend mit zahlreichen (und vielmals wechselnden) und bes. auch körperlichen Beschwerden.
Depression (lat.: deprimere = „niederdrücken“) bezeichnet einen Zustand psychischer Niedergeschlagenheit, der episodisch oder andauernd auftreten kann. Depressionen werden zu den affektiven Störungen gezählt.
Verwendet werden auch Begriffe wie depressive Episode oder rezidivierende depressive Störung.
Vorkommen und Fakten
Depressionen zählen zu den am häufigsten vorkommenden psychischen Erkrankungen!
16 bis 20 Prozent aller Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Depression bzw. eine Phase von depressiver Verstimmung. Dann fühlen sie sich niedergeschlagen und freudlos, interessieren sich häufig nicht mehr für Dinge, die ihnen früher Spaß bereiteten und es fällt ihnen schwer, sich zu einfachen Aktivitäten aufzuraffen.
Der Betroffene hat das Gefühl, als läge ein Grauschleier über seiner Seele [eine wissenschaftl. Untersuchung hat zu Tage gebracht, dass Depressive definitiv die Umwelt nicht so farbig/bunt wahrnehmen gegenüber Gesunden, also „Grau-in-Grau“ in Abhängigkeit vom Schweregrad der Depression!] oder als wäre die Seele auf Eis gelegt.
Das entspricht auch dem Selbst(wert)gefühl der Betroffenen, nämlich Niedergeschlagenheit & unendliche Traurigkeit und Antriebslosigkeit mit Lustlosigkeit und nicht zuletzt auch einer innerlichen Starre.
Depressionen sind „Krankheiten mit vielen und wechselnden Gesichtern“!
Von Depressionen betroffen sind deutlich mehr Frauen als Männer; einheitlich durch alle Altersgruppen.
Es findet sich aktuell bei uns ein Verhältnis von 2,5-3,5:1,0.
Depressionen sind keine „Exklusiv-Krankheit“ für Manager-Typen (und artverwandte unter Dauerstress und mit hoher Verantwortung verbundene Berufe/Tätigkeiten), sondern Depressionen finden sich querbeet durch alle Berufsschichten; gehäuftes Vorkommen bei sozialer Schieflage und sozialem Abstieg (u.a. Arbeitsverlust und Langzeit-Arbeitslosigkeit, Sozialhilfe-Empfänger, Frühverrentung usw. aber auch bei durch den Sozialstatus bedingtem Rückzug aus Verbänden, Organisationen, Vereinen und last not least bei dann vielmals sich einstellenden privaten Verwerfungen bis hin zum Partnerverlust).
Bei jüngeren Jahrgängen schaukeln sich die unterschiedlichsten depressiven Zustände auf, so z.B. durch Arbeitslosigkeit und das Nicht-Finden einer Ausbildungsstelle, Nicht-bestandenen Prüfungen und … leider auch – bedingt oder mitbedingt durch starken Drogen-Konsum (v.a. Polytoxikomanie) – zu solchen seelischen Notständen.
Außerdem führt Stress bei Jugendlichen/jüngeren Erwachsenen – quasi als „innere Flucht“ – nicht selten geradewegs in eine Depression!
Weltweit erkrankt jeder Fünfte zumindest einmal in seinem Leben an einer Depression.
Das sind bei uns in Deutschland ca. 16,5 Mio Menschen!
Wobei die „Dunkelziffer“ an nicht erkannten bzw. nicht als Depression erkannten und behandelnden psychischen Krankheiten/ Störungen ebenfalls sehr hoch ist (manche Wissenschaftler taxieren diese als nahezu ebenso hoch wie die diagnostizierten Depressionen!).
Nicht nur Ältere, sondern zunehmend auch mittlere (sogen. „Best-Ager“) und jüngere Altersgruppen.
Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) rechnet damit, dass bis zum Jahre 2020/2021 einmal Personen in jüngerem und mittlerem Alter die Mehrzahl der Depressions-Kranken stellen und zweitens die Fallzahlen ähnlich hoch sein werden wie z.B. die der Hypertonie-Kranken!
Ist bei einer Depression zwar primär die psychische Ebene betroffen, so werden aber auch die beiden anderen Ebenen des menschlichen Organismus in Mitleidenschaft gezogen, so die neuro-mentale (= geistige/kognitive) Ebene – mit z.B. Denkhemmung oder Denkblockade – und auch die organische (= physische/somatische oder körperliche) Ebene – mit z.B. psychosomatischen Dysregulationen und Leistungsschwäche –.
In letzter Konsequenz und ohne rechtzeitige und adäquate Gegensteuerung auf diesen „Alarm- und Ausnahmezustand des gesamten Körpers“ kommt es zum
„Gesundheits-Total-GAU“!
Ursachen
Die Ursachen, die zu einer Depression führen bzw. führen können, sind noch nicht vollständig und restlos aufgeklärt.
Es ist wohl, wie bei vielen Erkrankungen, von einer Multi-Kausalität auszugehen:
Biologische Faktoren, entwicklungsgeschichtliche Erlebnisse, aktuelle Ereignisse können eine Rolle spielen. Von Fall zu Fall muss geklärt werden, wo jeweils das Schwergewicht liegt.
In der Übersicht kommen folgende Ursachen in Frage:
1. Genetische Ursachen
(Genetische Komponente)
Aber:
Es gibt kein isoliertes „Depressions-Gen“!
Allerdings bestehen komplizierte Wechselbeziehungen zwischen genetischen Faktoren und Umwelt-Faktoren (Genom-Umwelt-Kovarianz). Nebenbei:
Auf Chromosom 17 konnte das sogen. „Angst-Gen“ lokalisiert werden.
2. Neurobiologische Faktoren
[Dysregulation der Neurotransmitter ()]
Als gesichert gilt, dass bei jeder bekannten Form der Depression das serotonale und/ oder noradrenale und/oder das dopaminerge System gestört ist, das heißt, der Spiegel dieser Neurotransmitter ist zu hoch oder zu niedrig, oder die Resorption/Reizbarkeit der Synapsen ist verändert. Unklar ist jedoch, ob die Veränderung des Serotonin-spiegels eine Ursache oder eine Folge der depressiven Erkrankung ist.
3. Depression als Ausdruck von Fehlanpassung an chronischen
Stress
Chronischer Stress führt über eine andauernde Stimulation der Hypothalamus-Hypophysenvorderlappen-Schilddrüse-Nebennierenrinden-Gonaden-Achse zu einer übermäßigen Ausschüttung von Glucocorticoiden ins Blut.
Bei Depressiven lassen sich überhöhte Mengen des Stress-Hormons Cortisol () im Blut und Urin nachweisen. Deshalb wurde schon früh ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Depressionen und Stress vermutet. (s. dazu weiter unten im Text)
Die Steuerung der Glucocorticoid-Sekretion erfolgt zentral durch die parvo-zellulären neuro-sekretorischen Neuronen aus dem Nucleus para-ventricularis des Hypothalamus. Corticotropin Releasing Hormone (CRH), das von diesen Neuronen gebildet wird, stimuliert zunächst die Bildung und Ausschüttung des Adrenocorticotropen Hormons (ACTH) () aus der Adenohypophyse (Hypophysenvorderlappen).
Dieses wiederum führt über eine Aktivierung der Nebennierenrinde zu einer Ausschüttung von Gluco- und Mineralo-Corticoiden.
Die bei Depressionen beschriebene Dysregulation der „Stress-Achse“ zeigt sich in einer erhöhten basalen Sekretion von ACTH und Cortisol, in einer verminderten Suppression von Cortisol im Dexamethason-Hemmtest und in einer verminderten ACTH-Sekretion nach Gabe von CRF (CRH).
Recht neu ist die Erkenntnis, dass durch die erhöhte Ausschüttung von Glucocorticoiden bei Stress empfindliche Regionen des Gehirns selbst geschädigt werden können.
Besonderes Interesse findet in diesem Zusammenhang in der neueren Forschung der zum Limbischen System () gehörende Hippocampus.
Störungen der kognitiven Verarbeitungs-Prozesse bzw. der Gedächtnis-Leistungen, wie sie auch bei Depressionen vorkommen, lassen sich funktionell dieser Formation zuordnen. Sie korrelieren mit einer erhöhten Konzentration von Glucocorticoiden in dieser Region als Folge von chronischen Stresseinflüssen.
Glucocorticoide scheinen dabei verantwortlich zu sein für die z. B. deutliche „Ausdünnung“ von Dendriten in den Pyramidenneuronen dieser Formation.
Wie neuere MRT-Untersuchungen zeigen, kann es bei Depressionen aufgrund dieser Veränderungen zu einer (rechtsbetonten) Volumenreduktion des Hippocampus kommen. Der Hippocampus („Seepferdchen“ – = Abschnitt des Großhirns, gelegen am inneren Rand des Schläfenlappens – zuständig für Gedächtnis und Lernen) gehört – neben dem Bulbus olfactorius (Riechkolben, gelegen direkt unterhalb des Frontalhirns) – zu den einzigen Regionen des Nervensystems, die in der Lage sind, von sich aus wieder neue Nerven-Zellen zu bilden (Neuroneogenese bzw. Fähigkeit zur Neuroplastizität).
Auch diese Fähigkeit zur Neuro-Neogenese (= Nervenzell-Neubildung aus bestimmten Stamm- und Vorläufer-Zellen) scheint durch die schädigende Wirkung der Glucocorticoide im Stress bei Depressionen beeinträchtigt zu sein/werden.
Die beschriebenen Veränderungen bei Depressionen gelten andererseits gerade wegen der Fähigkeit des Hippocampus zur Regeneration wiederum als reversibel. Sie lassen sich durch Gabe bestimmter Medikamente (wie z.B. Lithium und bestimmte Antidepressiva) positiv beeinflussen.
Transmittersysteme, wie das Serotonin- oder Noradrenalin-System haben im Hinblick auf die Genese von Depressionen nach neueren Erkenntnissen vor allem eine modulierende Wirkung auf emotional gefärbte psychosoziale Stress-Reaktionen. Dabei wird z.B. durch einen reduzierten Serotonin-Metabolismus die adäquate biologische Bewältigung der (Stress-)Gefühle Angst und Aggression beeinträchtigt. Man geht inzwischen davon aus, dass aufgrund mangelnder Serotonin-Transporter in den Bahnen zwischen limbischen und kortikalen Zentren infolge einer kurzen Variante des Serotonin-Transporter-Gens die Verarbeitungsmöglichkeit für sozial emotionale Stressreaktionen herabgesetzt ist. Dies führt über eine Stress-bedingte erhöhte Erschöpfbarkeit zur Entwicklung einer depressiven Stimmung. Auch die Stimulierung der CRF-Ausschüttung im Stress wird über serotonerge Bahnen geregelt.
Neuere wissenschaftliche Forschungen haben ferner zu Tage gebracht, dass sich in der ätiologischen Spurensuche eindeutige Indizien finden lassen, dass unter Stress/Distress – insbesondere in der Stress-Reaktion – die immens wichtige „Hypothalamus-Hypophysen(vorderlappen)-Nebennierenrinden-Gonaden-Schilddrüsen-Achse“ (oder das –Verbund-System) mit „die“ Schlüsselstellung einnehmen!
Es handelt sich dabei um eine wichtige „hormonelle Stressachse“.
Bei Depressionen liegt fast immer ein chronischer Stress vor mit der Folge:
Hyperaktivität dieses endokrinen Verbundsystems!
In deren Folge kommt es zu einer gestörten Homöostase der Stress-hormone mit der weiteren und unausweichlichen Folge für den Betroffenen: er ist in einem anhaltenden psychischen, später auch neuro-mentalen und zuletzt auch physischen Alarmzustand versetzt und wird dort unabwendbar festgehalten (Prof. Dr. Wolf-Dieter Gerber, Direktor des Instituts für medizinische Psychologie und medizinische Soziologie der Uni Kiel – publiziert 07/2011). … Prof. Gerber führt in seinen Untersuchungen weiter aus: …„Wie stark die neuro-endokrine Stressachse auf einen Stress-Reiz reagiert, ist individuell sehr unterschiedlich. Zudem werden zuletzt auch genetische Faktoren diskutiert, welche die Reagibilität der endokrinen Verbundsysteme im Voraus festlegen.
D.h. in letzter Konsequenz: Der Weg zu einer erhöhten Prädisposition für Stress-Krankheiten wird also schon vor der Geburt festgelegt!“ … (und weiter) …
„Die sogen. „Stress-Gene“ (Brain Derived Neurotrophic Factors - BDNF), die auf die Stress-Antwort einwirken, finden sich bei ca. 30% der Bevölkerung.
Mit ca. 70% davon machen Frauen den Großteil aus (Anmerkung des Verfassers: das könnte dann auch eine Erklärung sein, warum Frauen deutlich häufiger an einer Depression erkranken). Diese Gene müssen aber nicht unbedingt und zwangsläufig negative Auswirkungen haben, aber nur solange wie die Bewältigung von Stress – das sogen. ‚Coping‘ – funktioniert. Versagt dieses, können die Stress-Gene dann allerdings bereits bei geringen Belastungen ‚angeschaltet‘ werden.“ …
4. Veränderungen in Hirnstrukturen
Mit modernen Verfahren zur Abbildung feinster Hirnstrukturen – es handelt sich dabei um ein spezielles Verfahren der MRT, das sogen. DTI = Diffusion Tensor Imaging – konnte nachgewiesen werden (Prof. Dr. Michael Schulte-Markwort, Klinik für Kinder- & Jugend-Psychosomatik Uniklinikum HamburgrEppendorf), dass die Verbindung zwischen zwei bestimmten Hirn-Regionen bei Depressiven nicht so ausgeprägt war im Vergleich zu Gesunden. Mit der DTI lässt sich der Faserverlauf der „weißen Substanz“ (Substantia alba) darstellen, so auch die Verbindung einzelner Hirnareale/-regionen.
Bei Depressiven finden sich Hinweise auf ein schwächer ausgeprägtes „Gehirn Belohnungs-System“ () in Kombination mit einem Missverhältnis im Bereich des Limbischen Systems [LS = Funktionseinheit des Gehirns, die der Verarbeitung von Emotionen und der Entstehung von Triebverhalten dient; außerdem werden dem LS intellektuelle Leistungen zugesprochen Auf das LS üben weitere kortikale Gehirnstrukturen Einfluss aus. Das LS ist verantwortlich für die Ausschüttung von Endorphinen + Opioiden; dem LS zugehörige anatomische Gehirnstrukturen: Hippocampus {Ammonshorn = hat zentrale Funktion im LS!}, Fornix (= Dach des 3. Hirnventrikels, im Endhirn = Telencephalon mit Verbindung vom Hippocampus zum Corpus mamillare), Corpus mamillare (Mamillarkörper; im Diencephalon/Zwischenhirn gelegen an der Basis des Hirnstamms = Truncus encephali), Gyrus cinguli (Gürtelwindung; Teil des Endhirns; gehört funktionell zum LS; gelegen oberhalb des Balkens Corpus callosum = eine die beiden Großhirn-Hälften verbindende Struktur), Corpus amygdaloideum (Amygdala = Mandelkern; verbunden mit Hypothalamus und Großhirnrindenbereichen), Gyrus para-hippocampalis (= an der Basis des Schläfenlappens/Lobus frontalis gelegen), Nuclei anterio-ventrales Thalami (= Assoziationskerne im Thalamus = Sehhügel bds. des 3. Ventrikels) mit Verbindungen zur Hirnrinde; sie dienen der Integration von Sinneseindrücken} und Septum pellucidum (= durchscheinende Trennwand auch genannt 5. Pseudo-Hirnventrikel; gelegen zwischen Balken + Fornix)].
Das LS ist Sitz der „Gefühls-Steuerung“. Diese Veränderungen in den Hirnstrukturen scheinen (mit-)verantwortlich zu sein für eine inadäquate Verarbeitung von Emotionen i.S.v. Neigung zu Depressionen.
Noch nicht geklärt ist letztlich, ob diese Veränderungen Ursache für Depressionen sind oder, ob es bedingt durch Depressionen zu diesen Strukturveränderungen kommt! Derzeit wird davon ausgegangen, dass diese Auffälligkeiten bes. bei schweren Formen von Depressionen (= endogene D.) ausgeprägter sind als bei leichteren Formen (= reaktive D.).
(Eine „persönliche“ Anmerkung:
Insbesondere bei chronischen und/oder höhergradigen Depressionen und bes. mit psychotischen Syndromen sollte in der Behandlung unbedingt Rechnung getragen werden. In der Schulmedizin sind hierfür keine Möglichkeiten gegeben; allerdings stehen in der biologisch-naturheilkundlichen Medizin mit der Organ-Therapie Optionen {s. später} zur Verfügung!)
5. Physiologische Ursachen
Ein biogener Auslöser ist der Mangel an Tageslicht. Bei der sogen. saisonalen (auch: Winter- oder Herbstdepression) Depression treten durch zu wenig Sonnenlicht regelmäßig über die Wintermonate depressive Symptome auf, die im Frühjahr wieder abklingen.
6. Medikamente als Auslöser
Zu nennen sind Malaria-Prophylaxe-Präparate, Betablocker, Interferon, Zytostatika und die in Antibabypillen enthaltenen Gestagene. Ein weiteres Mittel ist Isotretinoin, eingesetzt zur Akne-Behandlung.
7. Psychosoziale Faktoren
Verluste (Partner, Angehörige, gewohnte Umgebung, Arbeitsstelle) können eine depressive Episode auslösen, sofern die genetische Disposition besteht. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass, nachdem eigengesetzlich bereits einmal eine depressive Episode mit Störung der Neurotransmitter aufgetreten war, erneute depressiven Episoden gebahnt sind, d.h. psychische Belastungen stoßen eine vorformierte Neurotransmitter-Entgleisung an.
Häufig nennt der Patient als Ursache seiner Erkrankung vorhandene, z.T. schon sehr lange bestehende Konflikte. Seien die behoben, wäre er wieder gesund. In der Regel verwechselt der Patient dabei Ursache und Wirkung.
Nach Abklingen der depressiven Episode wird die Belastung wie schon vor der depressiven Erkrankung ertragen und bewältigt, ja meist als Belastung gar nicht mehr bezeichnet und als Gegebenheit akzeptiert.
Armut kann Depressionen auslösen.
Kinder aus Arbeiterfamilien und insbesondere aus Arbeitslosen-Familien und Sozialhilfeempfänger-Familien sind häufiger depressiv als Kinder aus Familien der Mittelschicht.
Selbst dann, wenn sie sozial aufsteigen, bleibt die Depression.
8. Depression als Ausdruck einer sozialen Gratifikationskrise
Der Schweizer Medizinsoziologe Johannes Siegrist (war bis 2012 Direktor des Instituts für Medizinische Soziologie an der Uni Düsseldorf + dort Leiter der Studiengänge Public Health / seit 2012 Senior-Prof. für psychosoziale Arbeits-Belastungs-Forschung) hat auf der Grundlage umfangreicher empirischer Studien das Modell der Gratifikationskrise (verletzte soziale Reziprozität = Prinzip der Gegen- und Wechselseitigkeit) zur Erklärung des Auftretens von zahlreicher Stress-Erkrankungen (wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magen-Darm-Krankheiten, Immunschwäche, chron. Schmerzerkrankungen, Migräne + Spannungskopfschmerzen, Depression + Angststörung und auch Sucht-Erkrankungen) vorgeschlagen.
Gratifikationskrisen gelten als großer psychosozialer Stressfaktor.
Sie können vor allem in der Berufs- und Arbeitswelt, aber auch im privaten Alltag (z.B. in Partner-Beziehungen) als Folge eines erlebten Ungleichgewichtes von wechselseitigem Geben und Nehmen auftreten. Sie äußern sich in dem belastenden Gefühl, sich für etwas engagiert eingesetzt oder verausgabt zu haben, ohne dass dies gebührend gesehen oder gewürdigt wurde.
Oft sind solche Krisen mit dem Gefühl des Ausgenutztseins verbunden. In diesem Zusammenhang kann es zu heftigen negativen Emotionen kommen. Dies wiederum kann bei einem Andauern auch zu einer Depression führen.
! Neuer Ansatz !
9. Depression und chronobiologische Ansätze
Das Krankheitsbild der Depression ist durch zyklisch verlaufende Besonderheiten gekennzeichnet.
Hierzu zählen die Tagesschwankungen der Stimmung, das phasenhafte Auftreten der Erkrankung mit jahreszeitlichen Häufungen und charakteristische Schlafveränderungen.
Aus diesem Grunde wurden bei der Erforschung dieses Krankheitsbildes chronobiologische Gesichtspunkte () herangezogen. Vor allem seit Prof. Dr. Franz Halberg (1919-2013 – Begründer der Chronobiologie und Schöpfer des Begriffs „Circadiane Rhythmik – University of Minnesota/USA) auf die Möglichkeit der De-Synchronisation verschiedener Variablen hinwies, entwickelte sich innerhalb der Psychiatrie ein intensives Suchen nach chronobiologischen Hypothesen zur Depression, die auf den bereits vorhandenen theoretischen Modellen der Chronobiologie basierten. Hierbei wird von einer Störung des zirkadianen Systems () ausgegangen.
Das Team um Jürgen Zulley (Psychologe & Schlafforscher – apl-Prof. für Biologische Psychologie Uni Regensburg + Max-Planck-Institut für Psychiatrie, München) ging bei seinen Forschungen der Störungen des zirkadianen Systems bei Depressionen von folgenden Symptomen aus:
1. Reduziertes Ausmaß an Aktivität während des Tages;
2. typische Stimmungs-Schwankungen am Tage;
3. Vorverlagerung physiologischer Rhythmen;
4. Vorverlagerung der Schlafzeit mit frühmorgendlichem Erwachen und
5.Veränderungen der Schlafstruktur mit früherem Auftreten von REM-Schlaf und reduziertem Tiefschlaf.
Als mögliche Hypothesen wurden aufgestellt:
a) Desynchronisation;
b) Phasen-Vorverlagerung einiger zirkadianer Prozesse gegenüber dem 24-Stunden-Tag;
c) Amplitudenverringerung der zirkadianen Variablen und
d) Schlaf-Defizienz durch reduzierten Aufbau einer hypothetischen
Schlafsubstanz im Wachen.
Resultat:
Eine Zusammenfassung der Ergebnisse zeigt, dass keine der aufgestellten Hypothesen zutrifft. Die vermeintlich positiven Ergebnisse erwiesen sich als Artefakte, bedingt durch Meßmethodik und veränderte Schlaf-Wach-Gewohnheiten, zu denen auch der allgemein gestörte Schlaf bei diesem Krankheitsbild gehört. Eine Möglichkeit, chronobiologische Parameter sowie den Schlaf möglichst unbeeinflußt von externen Faktoren und unterschiedlichen Verhaltensgewohnheiten zu erfassen, besteht in der Durchführung entsprechender Untersuchungen unter streng kontrollierten Bedingungen (z.B. Bettruhe-Studien).
In Bettruhe-Studien wird der Unterschied in der Lebensweise stationär behandelter depressiver Patienten und gesunder Kontrollpersonen reduziert und externe Einflüsse werden konstant gehalten.
Die Versuchsbedingungen für die Bettruhe-Studie sahen ab 23.00 h einen 32stündigen Aufenthalt im Schlaflabor vor. Die Patienten und Kontroli-Personen lagen, isoliert von der Umwelt und ohne Zeitinformation, kontinuierlich im Bett. Kleinere Mahlzeiten konnten nach Belieben eingenommen werden, ansonsten gab es neben der Lektüre von Zeitschriften keine Betätigungsmöglichkeit.
Zusammenfassung und Ausblick:
Die Desynchronisations-Hypothese (a) und die „Phase-advance“-Theorie (b) werden durch die Ergebnisse nicht gestützt. Vergleichbares ergibt sich auch bezüglich der Schlaf-Defizienz-Hypothese (4) (d). Sowohl die postulierte Reduktion des Tiefschlafs bei der Depression konnte empirisch nicht belegt werden, noch ließ sich eine hieraus abgeleitete Verlängerung der zirkadianen Freilaufperiodik bei Patienten finden. Bezüglich der Amplitudenverringerung (c) erwies sich ein Einfluß als verantwortlich,der auch bei den anderen Hypothesen eine Rolle spielt, der sogen. „Maskiereffekt“. Hierbei werden die Unterschiede im Verlauf der Variablen nicht als Ausdruck einer veränderten zugrundeliegenden Steuerung angesehen, sondern als momentane Veränderung während des Einwirkens eines externen Reizes. Unterschiede in den Lebens-Gewohnheiten Depressiver (reduzierte Aktivität, frühzeitiges Zubett-Gehen) sowie die Schlaf-Störungen bewirken Veränderungen, die nicht als Hinweis einer modifizierten zentralen Steuerung gesehen werden müssen.
Dies führte zur Entwicklung eines Strukturmodells durch Detlef von Zerssen (emeritierter Prof. für Psychiatrie), der eine Interaktion der verschieden wirkenden internen Größen annimmt (zirkadiane Steuerung, Krankheitsprozeß, Schlafsteuerung), auf die auch externe Zeitgebervariablen einwirken. Hier werden keine kausalen Erklärungen der Krankheit, sondern lediglich Assoziationen der verschiedenen Funktionen angenommen. Dieses Modell gewinnt zunehmend an Einfluß in der Depressionsforschung.
In diesem Zusammenhang müssen m.M.n. einige erklärende Worte zum Thema „Gehirnstoffwechsel“ gesagt sein/werden:
Von großer Bedeutung & Wichtigkeit für einerseits bestmögliche Funktionsabläufe und andererseits Harmonie bzw. Balance der Prozesse in den Ebenen „Geist und Psyche“ ist die bestmögliche Einstellung und Funktionalität des „Gehirn-Stoffwechsels“.
Wie im Stoffwechsel allgemein, so ist auch hier zu unterscheiden zwischen dem primären und dem sekundären Hirnstoffwechsel.
Beim primären Stoffwechsel handelt es sich um den Teil des Zell-Stoffwechsels, in dem Saccharide (Kohlenhydrate/Zucker), Lipide (Fette), Aminosäuren und ihre Derivate (= Abkömmlinge) umgesetzt werden. Beim sekundären Stoffwechsel handelt es sich um den Teil, in dem komplexe Verbindungen aus Aminosäuren (Proteine), Sacchariden (Glykogen), Lipiden (Steroidhormonen und Neurotransmitter/Biogene Amine) und Nucleinsäuren (DNA/RNA) synthetisiert werden. Um alle diese Funktionen & Prozesse bestmöglich leisten zu können, muss stets in ausreichender Menge als „Energielieferant“ Glucose zugeführt werden und vorhanden sein.
Unverzichtbar ist weiterhin ein adäquates Vorhandensein des Spurenelementes Zink.
Nicht zuletzt: Unser Gehirn hat einen hohen Sauerstoffbedarf/-verbrauch; unter Ruhebedingungen macht das ca. 20% des gesamten Sauerstoff-Verbrauchs unseres Organismus aus! Und weiter: Ca. 80% der gesamten Energiezufuhr ‚verbrauchen‘ die Nervenzellen im Gehirn!
Das ist die eine Seite der Medaille „Gehirnstoffwechsel“ und die andere: Entzündungen – zumal chronische und zwar jedweder Ursache – wirken sich schädigend aus und zwar durch Beeinflussung des Stoffwechsels der Aminosäuren (insbesondere kommt es zu einem Mangel an Tryptophan, was wiederum zu einem Mangel an Serotonin und Melatonin führt!).
Ferner greift Rauchen (bzw. die Inhaltsstoffe im Tabak) schädigend in den Hirn-Stoffwechsel ein (u.a. kommt es zu Veränderungen der endogenen Opioiden und besonders zu einer Synthese-Blockierung von Dopamin; bes. in Mitleidenschaft gezogen werden dadurch die ‚Emotionen‘).
Aber auch andere Krankheiten bringen den Gehirnstoffwechsel in Schieflage; besonders psychische Krankheiten (Depressionen, bipolare Störungen): hier kommt es in jedem Falle zu einer Minderung der wichtigen Gehirnbotenstoffe (Neurotransmitter, Biogene Amine).
Alkohol – hier: der übermäßige und chronische Konsum – hat ebenfalls entscheidende Veränderungen im Gehirn zur Folge: Geschädigt werden das sogen. ‚Belohnungssystem‘, dann die Region im vorderen Teil der Hirnrinde (dort ist das Zentrum zur Planung und Umsetzung für Gedankengänge & Handlungen); zudem wird die Merkfähigkeit beeinträchtigt.
Aber auch einige Arzneimittel(wirkstoffe) greifen schädigend in den Hirn-Stoffwechsel ein (u.a. Psychopharmaka, Analgetika, Antihypertensiva).
Außerdem bestehen Interaktionen zum Immunsystem: Dopaminerge, serotinerge und adrenerge Zentren im Gehirn sind mit einem dichten Geflecht von Zytokin-Rezeptoren (insbesondere Interleukin 1 und 6, Tumornekrosefaktor alpha) ausgestattet; andererseits verfügen Immunzellen über Rezeptoren für Hormone und Neurotransmitter (Botenstoffe).
So erklären sich Wechselwirkungen zwischen den ‚zentralen Regulations-Systemen’ des Körpers: ZNS/Autonomes Nervensystem, Immunsystem, hormonelles System.
Zentral wie peripher einwirkende Stressoren (Stress-Faktoren) können die Ausschüttung von Zytokinen aus Immunzellen im ZNS und Peripherie induzieren und die „Stress-Achse“ aktivierten mit der Folge: die Immun-Abwehr, die hormonelle Regulation und die neuro-mentale wie psychische Befindlichkeit und Stabilität werden nachhaltig beeinflusst.
Auf ein Wort zum Thema „Glucose und Hirnstoffwechsel“:
Glucose stellt den ‚Motor’ für unser Gehirn dar, damit dieses alle seine Aufgaben rund um die Uhr korrekt erledigen kann – übrigens: Glucose sichert zudem den Energiebedarf der Organe, der Fettgewebe & Muskeln ab –. Das Gehirn ist in Sachen Nervennahrung schlau und sorgt mit bestimmten Abläufe dafür, dass es in der Verteilung der Glucose nicht zu kurz kommt. In diesem komplexen Ablaufsystem „Energiebedarf“ spielen bestimmte Areale im Hippocampus, Hypothalamus und der Amygdala (s.o.) wichtige Rollen. Durch den Vorgang es Essens und der Signalübertragung kommt es zu einem Mehr an Blutzucker im Blutkreislauf, was einer gezielten Energiebereitstellung gleichkommt.
Viele Faktoren, und hier unter anderem Stress, beeinflussen den Hirn-Stoffwechsel und lösen mitunter eine dauerhafte Überversorgung mit Nährstoffen aus.
Die Glucose selbst gelangt eben über die Nahrungsaufnahme und somit über das Blut in das Gehirn und viele weitere Bereiche des Organismus. Als Helfer findet sich hier das Protein Glucosetransporter Glut 1 für die Versorgung des Gehirns. Schlussendlich ist das Gehirn der eigentliche Verteiler, denn in erster Linie zieht es sich selbst die wichtige Glucose und verteilt anschließend den Rest auf die anderen Körperareale.
Eine Überversorgung mit Glucose führt allerdings nicht zu einer „Mehrleistung“ des Gehirns, sondern das Mehr wird an den Körper abgegeben und schlägt sich dort z.B. als ‚Hüftgold’ nieder! Wesentlich gefährlicher ist allerdings eine Unterversorgung des Gehirns mit Glucose – zumal eine länger anhaltende, wie dies der Fall ist z.B. in Hungerzeiten, also auch bei Kohlenhydrat-eingeschränkten Diätkuren (!) oder bei Hypoglycämien –: es kommt zwangsläufig zu Störungen im Gehirn-Stoffwechsel.
Folgerung:
Die bestmögliche Funktionalität des gesamten Gehirnstoffwechsels ist unbedingt anzustreben.
Schweregrade von Depressionen
In der kurzen Übersicht und der gegenwärtigen Schweregrad-Einteilung:
A. Leichte depressive Episode
(Der Patient fühlt sich krank und sucht ärztliche Hilfe, kann aber seinen beruflichen und privaten Pflichten gerade noch gerecht werden).
B. Mittelgradige depressive Episode
(Berufliche oder häusliche Anforderungen können nicht mehr bewältigt werden).
C. Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome
(Der Patient bedarf ständiger Betreuung. Eine Klinik-Behandlung wird notwendig, wenn das nicht gewährleistet ist).
D. Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen
(wie zuvor, aber: verbunden mit Wahngedanken, z.B. absurden Schuldgefühlen, Krankheits-befürchtungen, Verarmungswahn u.a.).
E. Sonstige depressive Episoden
(= chronische Verlaufsformen wie z.B. Dysthymia und bipolare affektive Störung {Zyklothymie})
Verlauf von Depressionen
Depressionen können verlaufen:
1. episodische Depression
mit Phasen vollständiger Remission
2. rezidivierende Depression
d.h. Depressions-Episoden im Wechsel mit Remissionsphasen
3. chronische Depression
und zwar als:
4. Dysthymia
[Unbehaglichkeit, schlechte Laune – Synonyme: anhaltende leichte depressive Störung, depressive Neurose, psychogene Depression]
d.i. chronische Depression mit Phasen von weiteren „Tiefs“
5. Bipolare affektive Störung
d.h. Wechsel von Depressions-Phase mit manischer Phase.
Zyklothymie (= milde Verlaufsform einer bipolaren affektiven Störung)
Klassifikation von Depressionen
Die älteren Bezeichnungen unterscheiden zwischen endogener Depression (endogen bedeutet aus sich selber heraus; im klinischen Alltag als eine Form der affektiven Psychose bezeichnet), die ohne erkennbare Ursache auftritt (und bei der auch eine genetische Mitverursachung vermutet wird), neurotischer Depression (Erschöpfungsdepression – verursacht durch länger andauernde belastende Erfahrungen in der Lebensgeschichte) und reaktiver Depression – als Reaktion auf ein aktuell belastendes Ereignis.
Gegenwärtig ist das deskriptiv (beschreibend) ausgerichtete Diagnose-Schema in der psychiatrischen Wissenschaft verbindlich.
Es trennt zwischen depressiven Episoden und rezidivierenden depressiven Störungen.
Die Schwere der Depression wird mit leicht, mittelgradig, schwer und schwere depressive Episode mit/ohne psychotische Symptome bezeichnet.
Dysthymia steht für die chronifizierte Depression.
Depressive Reaktion steht heute für die frühere reaktive
Depression.
Bei der selteneren bipolaren affektiven Störung erkrankt der Patient im Wechsel an Depression und Manie.
Die frühere Bezeichnung dieses Krankheitsbildes lautete manisch-depressive Erkrankung.
Auch hier ist der Begriff „affektive Psychose“ noch gebräuchlich.
In abgeschwächter, aber über Jahre sich hinziehender Ausprägung, werden diese bipolaren Schwankungen Zyklothymie genannt.
Die Winterdepression ist eine saisonal auftretende Form, für die ein Mangel an Sonnenlicht ursächlich zu sein scheint.
Die Bezeichnung Altersdepression ist überflüssig, da sich eine depressiven Episode im Alter nicht von der in jungen Jahren unterscheidet. Allerdings erkranken Ältere häufiger an einer Depression als Jüngere.
Bei etwa 10 % der Frauen kommt es nach einer Geburt zu einer postpartalen Depression, für die hormonelle Ursachen vermutet werden.
Weitere Depressions-Formen:
1. Anaklitische Depression
Eine Sonderform der Depression ist die anaklitische Depression (Anaklise = Abhängigkeit von einer anderen Person) bei Babys und Kindern, wenn diese allein gelassen oder vernachlässigt werden. Die anaklitische Depression äußert sich durch Weinen, Jammern, anhaltendes Schreien und Anklammern und kann in psychischen Hospitalismus übergehen.
2. Somatisierte Depression
Die somatisierte Depression (auch maskierte bzw. larvierte Depression genannt) ist eine depressive Episode, die mit körperlichen Beschwerden einhergeht: Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Beklemmungen in der Brustregion - hier sind die unterschiedlichsten körperlichen Symptome möglich als „Präsentiersymptome“ einer Depression.
3. Organische Depression
Organische Depression nennt man depressive Symptome, die durch eine körperliche Erkrankung hervorgerufen werden u.a. durch Schilddrüsen-Funktionsstörungen (z.B. durch eine Hypothyreose), Hypophysen- oder Nebennieren-Erkrankungen oder Frontalhirnsyndrom. Nicht zur organischen Depression zählen Depressionen im Gefolge von hormonellen Umstellungen, z. B. nach der Schwangerschaft oder in der Pubertät.
Symptome
Die Krankheit Depression (depressive Episode) ist charakterisiert durch die Symptomverbindung von …
a. Stimmungseinengung
(Verlust der Fähigkeit, sich freuen zu können [oder Trauer zu empfinden]; Verlust der affektiven Resonanz, d. h. der Patient ist durch Zuspruch nicht aufhellbar)
b. Antriebshemmung
zu der auch eine Denkhemmung gehört/gehören kann
c. innere Unruhe
d. Schlafstörungen
Diese Schlafstörungen sind Ausdruck eines gestörten 24-Stundenrhythmus. Häufig geht es dem Kranken in den frühen Morgenstunden so schlecht, dass er nicht mehr weiter schlafen kann. Liegt diese Form des gestörten chronobiologischen Rhythmus vor, fühlt sich der Patient am späten Nachmittag und Abend jeweils besser, bis dann einige Stunden nach Mitternacht die depressive Symptomatik in voller Stärke wieder einsetzt.
Weitere Symptome können sein:
e. übertriebene Sorge um die Zukunft
u. U. überbetonte Beunruhigung durch Bagatellstörungen im Bereich des eigenen Körpers
f. Gefühl der Hoffnungslosigkeit, Minderwertigkeit, Hilflosigkeit
g. soziale Selbstisolation
h. Selbstentwertung und übersteigerte Schuldgefühle
Dazu außerdem noch:
i. Müdigkeit,
j. verringerte Konzentrations- und Entscheidungsfähigkeit
k. sinnloses Gedankenkreisen (Grübelzwang)
l. Reizbarkeit
m. Ängstlichkeit
n. Überbewertung negativer Gedanken und Eindrücke
(positive Aspekte nicht adäquat bewertet)
o. Einengung des Gefühlslebens
Verlust des Interesses an der Umwelt, z. B. ist das sexuelle Interesse vermindert oder erloschen (u.a. Libido-Verlust).
! Achtung !
Bei einer schweren depressiven Episode kann der Erkrankte in seinem Antrieb so gehemmt sein, dass er nicht mehr einfachste Tätigkeiten, wie Körperpflege, Einkaufen oder Abwaschen verrichten kann.
Bei einer seltenen Krankheitsvariante verhält es sich umgekehrt: Es tritt ein sogen. „Abendtief“ auf, d.h. die Symptome verstärken sich gegen Abend und das Einschlafen ist erschwert oder erst gegen Morgen möglich (Tagesschwankung).
Aber auch:
Depressive Erkrankungen gehen oftmals einher mit
- körperlichen Symptomen
sogen. Vitalstörungen, wie Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Gewichtsabnahme, Gewichtszunahme („Kummerspeck“), häufig auch mit Schmerzen in ganz unterschiedlichen Körperregionen, am typischsten mit einem quälenden Druckgefühl auf der Brust.
Merke:
- Während einer depressiven Episode ist die Infektionsanfälligkeit erhöht.
- Je nach Schwere einer Depression kann sie mit latenter oder akuter
Suizidalität einhergehen.
- Es wird vermutet, dass der größte Teil der jährlich zirka 12.000 Suizide in Deutschland auf Depressionen zurückzuführen ist.
Erst vor kurzer Zeit wurde von der Wissenschaft bestätigt, dass „Depressive Männer vielmals ein völlig verschiedenes (Krankheits-) Gesicht zeigen wie Frauen!“
Bei Männern, die an einer Depression leiden, finden sich als Symtome v.a. Aggressionen und sie sind hyperaktiv („hippelig“ und „getrieben“).
Frau Prof. Anne Maria Möller-Leimkühler (Prof. für Sozialwissenschaftliche Psychiatrie, LMU München) fasst dieses Beschwerdebild zusammen mit/als „Außen Action – Innen Konflikt!“ und sie führt weiter aus: „kämpfen oder flüchten“, das sei das typische Verhalten von depressiven Männern. Wie Frauen so fühlen sich auch Männer elend, niedergeschlagen und leer, sie sehen keine Zukunft mehr. Aber im Gegensatz zu Frauen reagieren Männer auf den „Inneren Stress“ häufig mit Aggressionen und auch mit Hyperaktivität. Sie treiben oftmals überreichlich Sport, sie arbeiten mehr, such das Risiko und nehmen auch oft Zuflucht zu Drogen.
Sie versuchen, ihre „Innere Hochspannung“ – sie „stehen permanent unter Strom“ – mit Überaktionismus loszuwerden und – auch das ist oft ein Unterschied zu Frauen mit Depressionen – sie wollen diesen Zustand mit sich alleine ausmachen und ohne jede Hilfe.
Ein weiterer Unterschied zu Frauen:
Wenn Männer doch irgendwann beim Arzt ‚landen‘, dann lassen sie zumeist nicht „die Hosen ganz herunter“, sondern sie versuchen auch hier noch im ‚Schwammigen‘ zu bleiben, heißt: sie berichten lediglich von ‚klassischen depressiven Symptomen‘.
Für die Diagnostik und die Therapie machen es sich die Männer dadurch vielmals unnötig schwer.
Allerdings – so Frau Prof. Möller-Leimkühler – nehmen oftmals Ärzte die Beschwerden bei Männern tendenziell nicht so ernst (wie diese genommen werden müssten/sollten), weil „Depressionen gelten als Frauen-Ding!“.
Eine erklärende Anmerkung:
Dass Männer oft ‚anders‘ depressiv sind als Frauen, das hat – hierin sind sich Experten einig – viel mit ‚traditionellen Rollen von Frau + Mann‘ zu tun, so Frau Prof. Brigitte Schigl (Klinische und Gesundheits-Psychologin, Gestalt-Therapeutin, Lehrgangsleiterin am department für Psychosoziale Medizin Donau Universität Krems/Österreich und Lektorin zum Schwerpunkt Gender Institut für Psychologie, Universiät Graz) und „die meisten Buben werden so erzogen, dass sie nicht weinerlich sein sollen und im rosaroten Tutu herumhüpfen sollen“ und weiter „Männer müssen stark sein, dürfen keine Schwächen zeigen, nicht versagen und auch nicht allzu weibisch rüberkommen!“ … „Was vor allem zählt, das ist Leistung!“
An dieser Stelle muss ich noch einmal auf mögliche Ursachen und Co-Faktoren zurückkommen:
Die Experten sind sich inzwischen einig, dass in der Ätiologie von Depressionen die ‚Hormone‘ ebenfalls eine Rolle spielen. So besteht unisono bei beiden Geschlechtern bei Depressionen ein Mangel am Hormon „Serotonin“ – dem sogen. ‚Glücks-Hormon‘ –. Diese Mangel ist verantwortlich für Beschwerden wie Ängste, Traurigkeit. Bei Männern füht der Mangel in Kombination mit dem Hormon ‚Testosteron‘ eher zu einem aggressiv-impulsiven Verhalten.
Dazu kommen ‚neuro-biologische Unterschiede‘: Bei Männern sind – das ist neuro-radiologisch belegt – die Hirn-Hälften weniger gut verdrahtet gegenüber Frauen. Das wiederum erschwert die differenzierte Wahrnehmung von Emotionen; das erklärt auch, warum Männer die depressiven Emotionen nicht definieren können, so Frau Prof. Möller-Leimkühler.
Folge:
Männer sprechen nicht über ihre depressiven Beschwerden.
Im Gegensatz zu den Beschwerden beim Burn-Out. Hier gehen Männer recht offensiv mit den Beschwerden um. Wobei es sich eigentlich beiom Burn-Out um eine „Erschöpfungs-Depression“ handelt, so Frau Prof. Schigl.
Damit sol, dieser Exkur beendet sein. Kommen wir zur …
Differential-Diagnostik
Depressionen sollten immer auch abgegrenzt werden gegen sonstige Grunderkrankungen bzw. gesundheitliche Störungen, wie:
a) Perniziöse Anämie, Vitamin-B12-Mangel
b) sonstige Anämie
c) Erkrankung der Schilddrüse
d) Diabetes mellitus
e) Koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz
f) Fructose-Intoleranz
g) Alkohol- bzw. sonstige Drogen-Abhängigkeit
h) Depressive Episode im Rahmen einer sonstigen Grunderkrankung
(u.a. Krebserkrankung/Leukämie, Multiple Sklerose, Demenz, Burn-Out-Syndrom {BOS}, CFS/CFIDS/ME {chron. Erschöpfungssyndrom} und generell bei sogen. „Fatigue-Syndromen“ – u.a. bei Krebs, Tuberkulose – und besonders auch bei psycho-somatischen und sonstigen chronischen Schmerzen ...)
Diesen Krankheiten muss differential-diagnostisch – sofern sich die Diagnose „Depression“ nicht bereits hat absichern lassen – gebührend Rechnung getragen werden.
Diagnostik
Da Depression eine relativ häufige Erkrankung ist, sollte sie bereits vom Hausarzt oder dem primär behandelnden Heilpraktiker [Meine persönliche Meinung:
Unabhängig vor den Regularien des Psychotherapie-Gesetzes und von Qualitäten von Herilpraktikern bin ich der absoluten Meinung, dass die Behandlung von manifesten Erkrankungen der Psyche ausschließlich in Fachhände, sprich in hierfür ausgebildete und qualifizierte Psychiater, Ärzte für Psychosomatische Medizin, diesbezüglich weitergebildete sonstige Ärzte und/oder Psychologen unter ggfls. Hinzuziehung von Psychoteherapeuten gehören!]
erkannt werden, was aber leider nur in etwa der Hälfte aller Fälle gelingt. Manchmal wird die Diagnose erst von einem Psychiater oder psychologischen Psychotherapeuten gestellt.
Als „Basis-Diagnostik“ empfehle ich folgendes Procedere:
1. umfassende Anamnese
2. Körperliche Gesamtuntersuchung
3. (orientierende) neurologische Untersuchung
4. Depressions-Diagnostik im Rahmen der Psychiatrischen Exploration
5. Labor-Diagnostik
6. Technisch-apparativ Diagnostik
Zu den Punkten 1 und 2 braucht’s keinen Kommentar.
Nur so viel vielleicht:
Im Zusammenhang mit einer Depression wird oft eine Anamnese des Familiensystems nach Beziehungs- und Bindungsstörungen sowie frühkindlichen Deprivationen (Mangel, Verlust, Entzug von etwas Erwünschtem; Liebesentzug)oder auch seelischen, körperlichen und sexuellen Misshandlungen erstellt.
Was die neurologische Untersuchung angeht, so sollten hier zumindest erfolgen eine Muskel-Eigenreflex- und Hirnnerven-Prüfung.
Zur Depressions-Diagnostik:
Diese sollte – insbesondere ab einem Alter um die 50 – auch stets eine Ausschluss-Diagnostik gegenüber einem demenziellen Syndrom beinhalten!
Daran ist zu denken.
Zuerst kann der Patient als Selbstbewertung einen einfachen Test durchführen:
Der emotionale Konditionstest
[Beantworten Sie die Fragen und kreuzen Sie das entsprechende Kästchen an]
Fragen:
01. Ich muss mich zu allem zwingen. Ich fühle mich so müde und energielos.
Ja Nein
02. Ich habe das Interesse an Dingen verloren, die mir früher viel bedeutet haben.
Ja Nein
03. Es fällt mir deutlich schwerer als früher, Entscheidungen zu treffen.
Ja Nein
04. Ich komme häufig ins Grübeln.
Ja Nein
05. Ich habe in letzter Zeit wenig Selbstvertrauen und mache mir oft Selbstvorwürfe.
Ja Nein
06. Ich schlafe schlecht. Ich kann schlecht einschlafen, wache extrem früh auf und
bin dann nicht gut drauf.
Ja Nein
07. Ich habe die Freude an meinem Leben verloren.
Ja Nein
08. Ich habe keinen Appetit mehr.
Ja Nein
09. Unter Stress leide ich vermehrt an Rückenschmerzen
Ja Nein
Auswertung + Ergebnis:
Addieren Sie alle JA-Antworten.
Wenn Sie kein einziges Kreuz bei JA gemacht haben, verfügen Sie über eine sehr gute emotionale Kondition.
Bei mehr als 2 JA-Kreuzen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
Dann ein zweiter Kurz-Test, den der Patient ebenfalls zuhause ausfüllen sollte und zur Besprechung/Untersuchung dann mitbringen sollt, der so gen. …
WHO-5-Well-Being-Test
[WHO-Fragebogen zum Wohlbefinden]
Die folgenden 5 Aussagen betreffen das “Wohlbefinden” in den letzten zwei Wochen. Markieren Sie bei jeder Aussage (zutreffendes Kästchen ankreuzen) die Rubrik, die Ihrer Meinung nach am besten beschreibt, wie Sie sich in den letzten zwei Wochen gefühlt haben.
In den letzten 2 Wochen …
01. war ich froh und guter Laune
die meiste Zeit 5
meistens 4
etwas mehr als die Hälfte der Zeit 3
etwas weniger als die Hälfte der Zeit 2
ab und zu 1
zu keinem Zeitpunkt 0
02. habe ich mich ruhig und entspannt gefühlt
die meiste Zeit 5
meistens 4
etwas mehr als die Hälfte der Zeit 3
etwas weniger als die Hälfte der Zeit 2
ab und zu 1
zu keinem Zeitpunkt 0
03. habe ich mich energisch und aktiv gefühlt
die meiste Zeit 5
meistens 4
etwas mehr als die Hälfte der Zeit 3
etwas weniger als die Hälfte der Zeit 2
ab und zu 1
zu keinem Zeitpunkt 0
04. habe ich mich beim Aufwachen frisch und ausgeruht gefühlt
die meiste Zeit 5
meistens 4
etwas mehr als die Hälfte der Zeit 3
etwas weniger als die Hälfte der Zeit 2
ab und zu 1
zu keinem Zeitpunkt 0
05. war mein Alltag voller Dinge, die mich interessieren
die meiste Zeit 5
meistens 4
etwas mehr als die Hälfte der Zeit 3
etwas weniger als die Hälfte der Zeit 2
ab und zu 1
zu keinem Zeitpunkt 0
Wenn der Patient dazu in der Lage ist – ggfls. auch unter Mithilfe durch eine Bezugsperson (Ehepartner, Lebensgefährte usw.) –, dann kann eine Selbstbewertung vorgenommen werden mit dem …
Depressionstest nach Ivan Goldberg - Selbsttest bei Depressionen
Fragen:
[Nichtzutreffende Antworten streichen]
01. Ich verrichte meine Aufgaben nur langsam:
a) überhaupt nicht
b) ein wenig
c) teilweise
d) größtenteils
e) in hohem Maße
f) in sehr hohem Maße
02. Meine Zukunft erscheint mir hoffnungslos:
a) überhaupt nicht
b) ein wenig
c) teilweise
d) größtenteils
e) in hohem Maße
f) in sehr hohem Maße
03. Beim Lesen kann ich mich nur schwer konzentrieren:
a) überhaupt nicht
b) ein wenig
c) teilweise
d) größtenteils
e) in hohem Maße
f) in sehr hohem Maße
04. Mein Leben ist freudlos und ohne Vergnügen:
a) überhaupt nicht
b) ein wenig
c) teilweise
d) größtenteils
e) in hohem Maße
f) in sehr hohem Maße
05. Ich kann keine Entscheidungen fällen:
a) überhaupt nicht
b) ein wenig
c) teilweise
d) größtenteils
e) in hohem Maße
f) in sehr hohem Maße
06. Dinge, die mich früher interessiert haben, sind jetzt uninteressant:
a) überhaupt nicht
b) ein wenig
c) teilweise
d) größtenteils
e) in hohem Maße
f) in sehr hohem Maße
07. Ich bin oft unglücklich, traurig und niedergeschlagen:
a) überhaupt nicht
b) ein wenig
c) teilweise
d) größtenteils
e) in hohem Maße
f) in sehr hohem Maße
08. Ich finde keine Ruhe, bin rastlos:
a) überhaupt nicht
b) ein wenig
c) teilweise
d) größtenteils
e) in hohem Maße
f) in sehr hohem Maße
09. Ich bin immer müde:
a) überhaupt nicht
b) ein wenig
c) teilweise
d) größtenteils
e) in hohem Maße
f) in sehr hohem Maße
10. Schon kleinste Aufgaben sind für mich eine große Anstrengung:
a) überhaupt nicht
b) ein wenig
c) teilweise
d) größtenteils
e) in hohem Maße
f) in sehr hohem Maße
11. Ich fühle mich schuldig und habe es verdient, bestraft zu werden:
a) überhaupt nicht
b) ein wenig
c) teilweise
d) größtenteils
e) in hohem Maße
f) in sehr hohem Maße
12. Ich bin ein Versager:
a) überhaupt nicht
b) ein wenig
c) teilweise
d) größtenteils
e) in hohem Maße
f) in sehr hohem Maße
13. Ich habe eine Leere in mir, eher tot als lebendig:
a) überhaupt nicht
b) ein wenig
c) teilweise
d) größtenteils
e) in hohem Maße
f) in sehr hohem Maße
14. Ich kann nicht schlafen, nicht einschlafen oder durchschlafen:
a) überhaupt nicht
b) ein wenig
c) teilweise
d) größtenteils
e) in hohem Maße
f) in sehr hohem Maße
15. Ich habe schon überlegt, wie ich Selbstmord begehe:
a) überhaupt nicht
b) ein wenig
c) teilweise
d) größtenteils
e) in hohem Maße
f) in sehr hohem Maße
16. Ich fühle mich gefangen:
a) überhaupt nicht
b) ein wenig
c) teilweise
d) größtenteils
e) in hohem Maße
f) in sehr hohem Maße
17. Selbst. über schöne Dinge kann ich nicht freuen:
a) überhaupt nicht
b) ein wenig
c) teilweise
d) größtenteils
e) in hohem Maße
-) in sehr hohem Maße
18. Ich habe ohne Anlass deutlich zu.- bzw. abgenommen:
a) überhaupt nicht
b) ein wenig
c) teilweise
d) größtenteils
e) in hohem Maße
f) in sehr hohem Maße
Der oben stehende Selbsttest stellt den Depressionstest nach Ivan K. Goldberg dar, einem anerkannten und renommierten New Yorker Psychiater, der schon seit vielen Jahren Forschung im Bereich Diagnostik und Behandlung von Depressionen betreibt. Anhand der Auswertung können Sie herausfinden, ob die Anzeichen einer Depression bei Ihnen vorhanden sind und Sie möglicherweise kompetente Hilfe benötigen.
Wichtig:
Dieser Test ist keine Diagnose und soll auch nicht als solche verstanden werden, er dient lediglich zum Herausfinden einer Tendenz zur Depression.
Psychometrische Tests () helfen, eine Pseudodemenz bzw. ein Dementielles Syndrom zu erkennen und von einer Depression abzugrenzen, so z.B.:
- Uhrentest nach Julius Shulman
- DemTect nach Calabrese & Kessler
- Mini-Mental Status Examination nach Matthew K. Folstein
- Geriatrisches Basis-Assessment nach Elda Lachs
- TFDD (Test zur Früherkennung von Demenzen mit Depressionsabgrenzung)
Nunmehr spezielle Tests zur Depressions-Diagnostik:
Verbreitete Diagnose-Werkzeuge sind die …
- Hamilton-Depressions-Skala (HAMD)
- Beck-Depressions-Inventar (BDI
- Inventar depressiver Symptome (IDS) ))
- Biofeedback - Computergestützte Psychophysiologische Diagnostik
(u.a. Stress-Test, Belastungstest)
Mitunter wird eine Depression von einer anderen Erkrankung überdeckt und nicht als Depression erkannt.
Eine Depression kann sich auch vorwiegend durch körperliche Symptome - oft Schmerzen – äußern und wird dann als „larvierte Depression“ bezeichnet (die Depression versteckt sich hinter den körperlichen Symptomen wie hinter einer Larve/Gesichtsmaske).
Hilfreich ist auch die Durchführung des computer-gestützten Farb-Tests nach Prof. Dr. Max Lüscher (1923-2017 / Schweizer Psychologe, Psychiater und Philosoph / 1947 publizierte er den „Lüscher-Farbtest“).
Einmal spiegelt der Test den „aktuellen Seelenzustand“ anhand der Farben-Selektion (Auswertung über eine spezielle PC-Software des Herstellers) und dann geben die Wiederholungen des Tests während der Farb-Therapie nach Lüscher schlüssige Auskünfte über einerseits das Ansprechen der Therapie und andererseits über evtl. erforderliche Farbwechsel!
Häufig wird auch eine orientierende Intelligenz-Diagnostik durchgeführt, welche eine eventuelle Über- oder Unterforderung aufdecken soll.
Bleibt die Labor-Diagnostik.
Dazu einige Erläuterungen:
Wenn auch nicht zur Diagnostik einer Depression bzw. zum Ein-/ Ausschluss einer sonstigen Grundkrankheit erforderlich, so haben sich auch hier einige Diagnostik-Verfahren der biologisch-naturheilkundlichen Medizin mehr als bewährt, so z.B. zum Säure-Basen-Haushalt, zur Fahndung nach Herden & Störfeldern bzw. energetischen/elektro-magnetischen Blockaden, Freien Radikalen (Oxidativem Stress) usw. (was auch für techn.-apparative Verfahren gilt).
Als Procedere empfehle ich selektives und stufenweises Vorgehen:
a. BSG/BKS – CRP (= unspezifische Entzündungsparameter)
b. Großes Differentialblutbild
c. Elektrolyte: Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium, Zink
d. Blutzucker nüchtern und ggfls. 2 Std. pp oder oGTT (oraler Glucose-
Toleranz-Test)
e. Leberenzyme (u.a. GOT, GPT, Gamma-GT, Alkal. Phosphatase [AP],
Gesamt-Bilirubin – ggfls. noch Ammoniak und Laktat)
f. Nierenretentionswerte (Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure und erforderlichenfalls
noch GFR {Glomeruläre Filtrationsrate)
g. Schilddrüsenparameter (TSH basal und ggfls. FT3 und FT4)
h. Vitamin B12
i. Ggfls. Anämie-Differential-Diagnostik
j. Fructose im Serum und Urin
k. Neuro-Balance-Profil = Neuro-Endokrines Profi()
(= simultane Untersuchung im Urin und Speichel – Serotonin als Komponente)
l. Adrenaler Stress-Index (ASI) ()
m. PEA (beta-Phenylethylamin)
n. TPHA (Lues-Diagnostik)
o. Säure-Basen-Tagesprofil im Urin nach Friedrich Sander
p. Bio-Elektronische Terrain-Analyse (BET-A) nach Prof. L.C. Vincent
q. Bestimmung „Freie Radikale“
(u.a. Bioresonanz, CRS-Screening oder FRAS-Test)
r. Katecholamine im Plasma und Urin
s. ggfls. Drogen-Screening im Urin, Alkoholtest im Serum/Atemluft
Zuletzt dann noch die Technisch-apparative Diagnostik:
1. Kardiologische Diagnostik
(EKG, Belastungs-EKG, Stress-EKG, Transthorakale Echokardiographie, Stress-Echokardiographie)
2. Verfahren der Regulationsmedizin
(u.a. Verfahren der Bioresonanz wie u.a. wegamed Test expert plus, BICOM, MORA, Oberon®-NLS-Analysesystem, Kirlian-Fotografie u.a.m. …)
3. CRS-Methode nach Sepp Viehbeck
(Cell-Regulations-Screening: Nicht-invasive Messung der jeweils aktuellen Stoffwechsel-Situation = Messung der im Interstitium gelöst vorliegenden Stoffwechselprodukte die ermittelten Parameter erlauben genaue Aussagen über den „aktuellen Gesundheitszustand im Allgemeinen“ (physisch wie psychisch) und dabei zur/über: Stoffumsatz-Regulation + Säure-Basen-Gleichgewicht. Entzündungs-Prozesse + Bereitschaft zu allergischen Reaktionen + Zustand des Bindegewebes + Infektiöse Prozesse und insbesondere über: Freie Radikale/ Oxidativer Stress + Aktivierungszustand zur Neubildung von Zellen + Zustand bzgl. Zelldegeneration, Mitochondrien-Funktion)
4. Akupunktur der TCM / Elektroakupunktur nach Voll
5. EEG (Elektro-Enzephalographie – bedarfsweise auch Provokations-EEG)
6. CT bzw. MRT Schädel/Gehirn ggfls.
7. Hirn-SPECT
[SPECT = Single Photon Emission Computer Tomography = Einzel-Photonen Emissions-Tomographie / dient dem Nachweis „regionaler Hirn-Funktions-Störungen”]
8. Farb-Test nach Prof. Dr. Max Lüscher (s.o.)
9. ANSA (Autonomes Nerven-System-Analyse)
{Autonomes = vegetatives = funktionelles NS 9. nicht-invasive Untersuchungs-Methode zur Beurteilung des veget. Gleichgewichts in Ruhe + Beurteilung der Reaktion des ANS (autonomen NS) auf orthostatische Interventionen + Beurteilung der autonomen Reaktion während Valsalva-Manöver und tiefer Atmung + Sympathikus und Parasympathikus-Test: Atmung und vegetative Gleichgewicht Korrektur]
TIPP
Diagnostik im Praxis-Alltag
Eine bewährte Diagnostik-Option steht ferner zur Verfügung mit der Bewertung der sogen. „9 klassischen Symptomen einer Depression“ (s.u.):
Die „9 klassischen Depressions-Symptome“
1. Depressive Stimmung für die meiste Zeit des Tages
2. Gestörter Appetit oder Gewichtsveränderungen
3. Schlafstörungen (oft Morgentief)
4. Antriebsminderung / Vigilanzstörung
5. Interesselosigkeit gegenüber früher gerne betriebenen Aktivitäten
6. Tagesmüdigkeit/Fatigue, Energieverlust
7. Minderung/Verlust Selbstwertgefühl
8. Kognitive Einbuße
9. Todes- und/oder Suizid-Gedanken
Behandlungsoptionen in der Schulmedizin
Unumstößliches und absolutes Credo für jeden Therapeuten sollte/ muss bezüglich der Therapie sein:
1. Wie und mit welchen Behandlungsoptionen kann ich bei meinem
Patienten seine psychischen Störungen bzw. die psychische Erkrankung am wirkungsvollsten einerseits und andererseits am schonendsten behandeln?
2. Wie erhalte ich bei meinem Patienten langfristig dessen soziale
Interaktion und Lebensqualität?
3. Wie kann ich nach der erfolgreichen Behandlung der akuten Episode eine langfristige Stimmungs-Stabilisierung erreichen?
Unter „schulmedizinischer Auslegung“ kommen infrage und zwar abgestuft nach Schweregrad und Verlauf der Depression:
Psycho-Therapie, physikalische Therapie und/oder eine arzneiliche/ medikamentöse (chemisch-definierte) Behandlung mit Anti-Depressiva, Neuroleptika, Anxiolytika.
Häufig kommt auch eine Kombination aus medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung zur Anwendung.
Oftmals in Kombination mit einem Entspannungsverfahren ().
I. Psychotherapie
Bei der Psychotherapie () konzentriert sich die Interaktion zwischen Therapeut und Patient auf das Gespräch. Hier können verschiedene Verfahren zum Einsatz kommen. Die psychiatrische oder fachärztliche Behandlung ist in der Regel zweigleisig. Die besteht in der Führung des Patienten durch das psychiatrische/ärztliche Gespräch (nicht gleichzusetzen mit einer Psychotherapie) und in der Gabe von Antidepressiva.
„Goldstandard“ ist zurzeit die aufwändige „kognitive Verhaltens-Therapie mit Stress-Bewältigung“.
Zwischenbemerkung:
Neuere Therapie-Option
„Verhaltens-Aktivierung“ [Behavioral Activation / BA]
Hierbei handelt es sich um eine innovative Methode der Depressions-Behandlung; es handelt sich dabei um die sogen. „Dritte Welle“ der Verhaltenstherapie.
BA gründet in der Verstärkerverlusttheorie der Depression und geht davon aus, dass Depression aus belastenden Erfahrungen heraus entsteht und durch Vermeidungsverhalten aufrechterhalten wird. Die Behandlungs-Techniken beinhalten u. a. Validierungs- und Akzeptanz-Strategien sowie den Einsatz von entgegengesetztem Handeln zur Überwindung von Verhaltens-Blockaden.
Im Prinzip handelt es sich um eine Weiterentwicklung der von Dr.phil. Peter M. Lewinsohn (Psychologe, John Hopkins University) 1974 entwickelten Methode zum Aufbau angenehmer Aktivitäten [Verstärkungs-theoretisches Modell].
Entwickelt wurde dieses Modell der Verhaltens-Aktivierung von den US-Wissenschaftlern (Psychologen/Psychotherapeuten) des Teams von Neil Jacobson (C.R. Martell, S. Dimidjuan, R. Herman-Dunn u.a. – University of Washington, Seattle und in Deutschland sind hierbei führend Psychotherapeuten der Medizinischen Hochschule Hannover und der Universität Lübeck).
Bei dieser Behandlungsmethode geht es darum, Unternehmungen des Kranken zu fördern, die zu positiven Gedanken und Lebensqualität beitragen und die helfen, wieder in Kontakt zu anderen Menschen zu treten.
Zurück zum eigentlichen Thema:
II. Pharmakotherapie
{d.i. die Behandlung von Krankheiten ganz allgemein mit Hilfe von Arzneimitteln. Sie ist ein Teil der sogen. „konservativen Therapie“. Die konkrete Ausführung der Pharmakotherapie ist die Medikation}
Indikation für eine medikamentöse Behandlung aus psychiatrischer Sicht:
Liegen die Symptome Antriebshemmung, Stimmungseinengung, innere Unruhe und Schlafstörung vor, sollte auf antidepressive Medikamente nicht verzichtet werden.
Diese Symptomkonstellation weist auf eine Neurotransmitter-Störung des Gehirns hin. Eine Psychotherapie kann angeschlossen werden, wenn diese Symptome abgeklungen sind.
Die bekanntesten Antidepressiva lassen sich in folgende Gruppen einteilen:
1. Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI)
Vielfach eingesetzte Wirkstoffe sind Fluoxetin (u.a. Fluctin®), Sertralin (u.a. Zoloft®), Paroxetin (u.a. Seroxat®) und besonders Escitalopram (u.a. Cipralex®) & Citalopram (u.a. Cipramil®).
Sie beruhen auf dem Wirkungsmechanismus der relativen selektiven Wiederaufnahme-Hemmung von Serotonin an der präsynaptischen Membran, wodurch eine „relative“ Erhöhung des Botenstoffs Serotonin erzielt wird.
2. Trizyklische Antidepressiva
Bewährte Wirkstoffe bei den trizyklischen Antidepressiva sind Amitriptylin (u.a. Saroten®), Clomipramin (u.a. Anafranil®), Doxepin (u.a. Aponal®), Nortriptylin (u.a. Nortrilen®) und Desipramin (u.a. Petylyl®).
Die trizyklischen Antidepressiva wurden bis zum Aufkommen der Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer am häufigsten verschrieben.
Hauptnachteil sind deren Nebenwirkungen (z. B. Mundtrockenheit, Verstopfung, Müdigkeit, Muskelzittern und Blutdruckabfall). Bei älteren und bei durch Vorerkrankungen geschwächten Menschen ist daher Vorsicht geboten. Zudem wirken die Trizyklika häufig zunächst antriebssteigernd und erst danach stimmungs-aufhellend, wodurch es zu einem höheren Suizidrisiko in den ersten Wochen der Einnahme kommen kann.
3. Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer)
MAO-Hemmer werden in selektive und nicht-selektive MAO-Hemmer unterteilt.
Selektive reversible Inhibitoren der MAO-A (z.B. Moclobemid – u.a. Aurorix®) hemmen nur den Typ A der Monoaminooxidase. MAO-B hemmende Wirkstoffe (z.B. Selegilin – u.a. SelegilinHEXAL®) werden in erster Linie als Parkinson-Mittel eingesetzt.
Nicht-selektive irreversible MAO-Hemmer (z.B. Isocarboxazid, Phenelzin, Tranylcypromin), hemmen MAO-A und MAO-B.
Monoaminooxidase-Hemmer gelten als gut wirksam.
Allerdings müssen Patienten, die nicht-selektive, irreversible MAO-Hemmer einnehmen, eine strenge, tyraminarme Diät halten. In Verbindung mit dem Verzehr bestimmter Lebensmittel, wie z.B. Käse und Nüssen, kann die Einnahme von nichtselektiven irreversiblen MAO-Hemmern zu einem gefährlichen Blutdruckanstieg führen.
MAO-Hemmer wirken durch das Blockieren des Enzyms Monoamino-Oxidase. Dieses Enzym spaltet Amine wie Serotonin und Noradrenalin – also Botenstoffe im Gehirn – und verringert dadurch deren Verfügbarkeit zur Signalübertragung im Gehirn.
4. Weitere Antidepressiva
Weitere Präparate sind Noradrenalin-Serotonin-selektive Antidepressiva (NaSSA, Wirkstoff Mirtazapin – ein tetrazyklisches Antidepressivum wie Mianserin; ferner Maprotilin), Duales Serotonerges Antidepressivum (DSA, Wirkstoff Nefazodon), Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI, Wirkstoffe Venlafaxin und Duloxetin; ferner Milnacipran), Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (NARI, Wirkstoff Reboxetin; ferner Atomoxetin), Serotonin-Wiederaufnahme-Verstärker (SRE, Wirkstoff Tianeptin), Serotonin-Modulatoren (Wirkstoff Trazodon) und selektive Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahme-Hemmer (NDRI, Wirkstoff Bupropion).
Von historischer Bedeutung ist auch der Einsatz von Opiaten.
5. Phasenprophylaxe und Augmentation
[Augmentation bedeutet „Vergrößerung“. Der Begriff findet u.a. Anwendung zur Bezeichnung der Kombination von Medikamenten mit dem Ziel, die anvisierte Wirkung zu verstärken. Zum Beispiel kann die analgetische Wirkung eines Opioids (Oxycodon) durch die Zugabe eines Co-Analgetikums (Gabapentin) augmentiert werden]. Speziell bei manisch-depressiven Störungen wird zur Phasen-Prophylaxe und als Wirkungs-Verstärker anderer Antidepressiva zudem Lithium eingesetzt. Nachteil der Lithiumtherapie ist die nötige ständige Überwachung des Lithiumspiegels im Blut, da Über- und Unterdosierung hier nahe beieinander liegen.
Alternativ können Stimmungs-Stabilisatoren wie Lamotrigin, Carbamazepin und Valproinsäure gegeben werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Gabe von Schilddrüsenhormonen, im Regelfall also die Gabe von Thyroxin.
Daneben können auch bestimmte Neuroleptika wie Olanzapin oder synergistische Antidepressiva-Kombinationen zur Prophylaxe und Wirkungs-Verstärkung gegeben werden.
Stimulanzien wie Methylphenidat, Pemolin, Modafinil und Dexamfetamin werden bei therapieresistenten Depressionen zur Augmentation der Antidepressiva verwendet.
6. Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum)
Seit vielen Jahren wird auch das Echte Johanniskraut häufig für leichte bis mittelschwere Depressions-Fälle angewandt.
Zur Wirksamkeit:
Wesentlich mag hier auch die Dosis und besonders die Tatsache sein, dass es sich um standardisierten Johanniskraut-Extrakt handelt (zum Vergleich: im gemahlenen Johanniskraut findet sich lediglich 1/5 an Wirkstoff-Menge gegenüber dem Extrakt!), sein: Einige Studien gehen von mindestens 900 mg bis hin zu 1800 mg Johanniskrautextrakt aus.
Höher dosierte Johanniskrautpräparate sind inzwischen wieder Apotheken-pflichtig, es ist daher sinnvoll, Johanniskraut-Präparate aus der Apotheke zu kaufen.
Johanniskraut ist nicht nebenwirkungs- und wechselwirkungsfrei!
Bei gleichzeitiger Einnahme anderer Mittel sollte man vorher Rücksprache mit dem Verordner/Behandler halten.
Durch die Enzyminduktion in den Leberzellen werden auch viele andere Medikamente schneller abgebaut und in ihrer Wirkung abgeschwächt. So ist es zum Beispiel für die Antibabypille, Phenprocoumon (Marcumar®), Theophyllin, Amitriptylin, Nortriptylin, Midazolam und Digoxin.
III. Licht-Therapie
Bei der saisonalen Depression hat sich die Lichttherapie bewährt.
Einige Stunden unter einer Kunstlichtlampe, die Sonnenlicht nachempfindet, helfen bei dieser speziellen Erkrankung, dass während der Wintermonate keine depressiven Symptome auftreten.
Zunehmend gewinnt aber auch in der Schulmedizin die „Farb-Therapie“ (Farblicht-Therapie) – so z.B. nach dem Schweizer Neurologen Prof. Dr. Max Lüscher – in der Behandlung von Depressionen der unterschiedlichsten Verlaufsformen [wie dies in der biologischen Medizin seit vielen Jahren schon nahezu „Standard“ ist!] an Bedeutung.
IV. Elektrische/elektro-magnetische Stimulationen
Insbesondere bei schweren und über lange Zeit gegen medikamentöse Behandlung resistenten Depressionen kommen gerade in jüngerer Zeit wieder stärker nicht-medikamentöse Behandlungsverfahren zum Einsatz, deren Wirkprinzipien jedoch weitgehend unklar sind.
Das häufigste diesbezüglich eingesetzte Verfahren ist die Elektro-Krampf-Therapie.
In der Epilepsie-Behandlung fiel auf, dass bei Patienten, die gleichzeitig an einer Depression litten, nach einem epileptischen Anfall auch eine Verbesserung der Stimmung auftrat. Die Elektro-Krampftherapie wird in Narkose durchgeführt und stellt dann, wenn Medikamente bei schweren Depressionen nicht wirken, eine ernsthafte Alternative dar.
Derzeit in einigen Studien befindlich ist die Vagusnerv-Stimulation, bei der eine Art Herzschrittmacher im Abstand von einigen Minuten jeweils kleine elektrische Impulse an den Vagusnerv schickt. Diese Therapie, die ansonsten insbesondere bei Epilepsie-Patienten Anwendung findet, scheint bei etwa 30 bis 40% der ansonsten therapie-resistenten Patienten anzuschlagen.
Ebenfalls getestet wird derzeit die Repetitive Transcranielle Magnet-Stimulation (RTMS), bei der das Gehirn der Patienten durch ein Magnetfeld angeregt wird. Die Anzahl der mit den letztgenannten Verfahren behandelten Studienteilnehmer ist jedoch noch recht gering.
V. Selbsthilfegruppen
Selbsthilfegruppen () sind kein Ersatz für Therapien, sondern sie können eine begleitende Hilfe darstellen.
Selbsthilfegruppen können als lebenslange Begleitung und Rückzugsorte dienen.
Einige Gruppen wie z.B. die 12-Schritte-Gruppe Emotions Anonymous erwarten keine Voranmeldung, so dass Betroffene spontan bei akuten depressiven Phasen Hilfe suchen können. Hier können Betroffene das Gefühl bekommen, unter Gleichen zu sein und verstanden zu werden. Als niedrigschwelliges Angebot haben sich Selbsthilfegruppen im ambulanten Bereich etabliert und leisten einen wichtigen Beitrag. In Krankenhäusern und Reha-Klinik helfen sie Betroffenen, ihre Eigenverantwortung zu stärken und Selbstvertrauen zu erlangen.
Selbsthilfegruppen sind aber nicht nur wichtige & kompetente Hilfen für Betroffene, vielmehr auch für deren Angehörige/Lebenspartner.
TIPP
Informationen zu Selbsthilfegruppen für Depressive in Wohnortnähe sind in Erfahrung zu bringen u.a. über „deutsche-depressionshilfe“ und über „Deutsche DepressionsLiga“ (Anschriften s. Glossar).
VI. Andere Hilfsmittel
Schlafentzug kann antidepressiv wirksam sein und wird in seltenen Fällen zum kurzfristigen Durchbrechen schwerer Depressionen im therapeutischen Rahmen eingesetzt; allerdings nicht bei einer manisch-depressiven Erkrankung.
Die Methode basiert auf der Freisetzung von Serotonin durch die Fasern der hypnogenen Kerne der Raphe, die den Schlaf einleiten sollen.
Eine weitere Form der unterstützenden therapeutischen Maßnahmen ist die Sport-Therapie.
Wenn Sport im sozialen Kontext stattfindet, erleichtert er eine Wiederaufnahme gesellschaftlicher Kontakte. Ein weiterer Effekt der körperlichen Betätigung ist das gesteigerte Selbstwertgefühl und die mögliche Ausschüttung von Endorphinen. Positive Effekte des Joggings bei Depressionen sind im Gegensatz zu anderen Sportarten empirisch nachgewiesen.
Andere „Hausmittel“ – wie körperliche Bewegung an der frischen Luft, Entspannungstechniken, kalte Güsse nach Sebastian Kneipp, Kaffee oder Schokolade – bieten an Depressionen Erkrankten keine Hilfe, sondern können höchstens Menschen mit leichten depressiven Verstimmungen Linderung verschaffen.
VII. Ernährung
Immer mehr Studien weisen darauf hin, dass eine ausgewogene, Kohlenhydrat-reiche Ernährung mit reichlich Frisch-Fisch sich positiv auf leichte Depressionen auswirken kann.
Allerdings hält die überwiegende Mehrzahl der Wissenschaftler die Wirkung der über die Nahrung aufgenommenen antidepressiv wirksamen Substanzen auf das Gehirn für zu schwach, um Depressionen heilen zu können.
Die „anti-depressive“ Diät sollte viel Obst, Gemüse und Olivenöl, jedoch wenig Fleisch oder Nüsse enthalten. Das für die Ernährung notwendige Protein sollte weitgehend aus Fisch stammen. Die kohlenhydratreiche Ernährung führt im Körper – neben einer besseren Versorgung mit der wichtigen Glucose – zu einer besseren Verfügbarkeit von Tryptophan, aus welchem im Gehirn der Botenstoff Serotonin aufgebaut wird. Serotonin wiederum spielt eine wichtige Rolle bei der Stressbewältigung und vermittelt auch Glücksgefühle.
Depressionen stehen häufig in Zusammenhang mit einem Serotonin-Mangel im Gehirn.
Nicht nur die Kohlenhydrate, sondern auch das Fischöl bzw. die darin enthaltenen Omega-3-Fettsäuren des Fisches sollen einen positiven Einfluss bei schweren Depressionen haben. Der Wirkungsmechanismus der Omega-3-Fettsäure ist noch nicht aufgeklärt, jedoch wird eine Interaktion von Fettsäure und dem Neurotransmitter Serotonin vermutet:
Ein Mangel an Serotonin wird häufig von einem Mangel an Omega-3-Fett-säure begleitet, umgekehrt scheint die Gabe der Fettsäure zur Erhöhung des Serotoninspiegels zu führen.
Die orthomolekulare Medizin versucht außerdem über die Aminosäuren Tyrosin und oder Phenylalanin Depressionen günstig zu beeinflussen. Die beiden Aminosäuren werden im Körper in Noradrenalin sowie Dopamin umgewandelt.
Die Erhöhung dieser Neurotransmitter kann stimmungsaufhellend sein.
Es ist sicher nicht falsch, auch nach Abklingen der depressiven Beschwerden auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung zu achten.
Dabei spielt vor allem ein gleichmäßiger Blutzuckerspiegel durch regelmäßige Mahlzeiten ein Rolle, ebenso wie ein maßvoller Umgang mit Genussmitteln wie Kaffee, Nikotin und Alkohol dazu beitragen kann, psychisch stabil zu bleiben.
Soviel zur „schulmedizinischen“ Gesamttherapie bei Depressionen.
Behandlungsoptionen in der Biologisch-naturheilkundlichen Medizin
Unter biologisch-naturheilkundlichen Aspekten gilt es immer und in jedem Falle Grenzen und Möglichkeiten dieser Therapie-Optionen zu kennen und zu berücksichtigen.
Auf einen knappen Nenner gebracht:
a. Die Behandlung von schweren Depression und besonders solchen mit psychotischen Symptomen sollte primär schulmedizinisch erfolgen.
b. Unbenommen dabei, dass auch bei schweren Depressionen flankierend und additiv Maßnahmen der biologisch-naturheilkundlichen Medizin mit in das individuelle Behandlungskonzept integriert werden.
c. Unbenommen auch, dass und wenn in Remissionsphasen die biolog. Medizin einen höheren Stellenwert einnimmt, um so u.a. auch chemische Arzneimittel zumindest vorübergehend reduzieren bzw. aussetzen zu können.
d. Bei mittelschweren Depressionen kann in vielen Fällen eine
ausschließliche biologische Medizin ausreichend sein bzw. können biologische Therapien die Federführung nach einer zeitlich begrenzten schulmedizinischen Initial-Therapie übernehmen.
e. Leichtgradige Depressionen und temporäre depressive Verstimmungen können in der überwiegenden Fallzahl ausschließlich mit Möglichkeiten der biologisch-naturheilkundlichen Medizin behandelt werden.
f. Was das Therapie-Procedere unter biologisch-naturheilkundlichen
Aspekten angeht, so empfehle ich - analog zur Schulmedizin - auch hier mit einer „forte“-Strategie i.S.d. „step-up“ zu beginnen und dann evtl. abzumildern auf eine „mite“-Therapie i.S.d. „step-down“.
Dazu und daneben gilt es aber auch für einen Optimierung anderer Gesundheitsbereiche zu sorgen; hierbei handelt es sich um Bereiche, die von und in der Schulmedizin außen vor bleiben oder ebenso am Rande mitlaufen. Es handelt sich aber um Bereiche, welche für die Gesundheit in toto und per se beim depressiven Kranken von großer Bedeutung sind.
Vor der eigentlichen Therapie bei Depressionen soll mit diesen gesundheitlichen Teilbereichen begonnen werden; das sind u.a.:
a. Dysbalancen im Säure-Basen-Haushalt (SBH)
b. Herde, Störfelder und energetische Blockaden in allen Geweben
c. Freie Radikale/Oxidativer Stress/Oxidative Kapazität
d. Optimierung des gesamten „Inneren Milieus“
e. Modulierung der Hormon-Achsen
f. Immunabwehr-Dysregulationen
g. Optimierung der gesamten Hirnfunktionen & des Gehirnstoffwechsels
Im Einzelnen heißt das …
1. Basis-Revirement
2. Eigentliche „arzneiliche“ Therapie bei Depressionen
3. Eigentliche „nicht-arzneiliche“ Therapie bei Depressionen
Basis-Revirement
Die Optimierung aller Prozesse im Organismus – ein umfassendes „Revirement“ – ist sicherlich bei depressiven Störungen für viele Menschen – auch für viele Mediziner, zumal ‚reine‘ Schulmediziner – auf den ersten Blick nicht so einfach verständlich.
Hier fehlt – ich darf es so nennen – „der Blick und das Verständnis für die untrennbare Einheit des gesamten menschlichen Organismus und zwar in allen Ebenen“.
Was für ganzheitlich tätige Ärzte (auch kompetente Heilpraktiker) Selbstverständlichkeit im Denken & Handeln ist, das ist das Wissen, dass bei Krankheiten, zumal einschneidenden, nicht einzig die körperliche oder die seelische oder die geistige Ebene in Mitleidenschaft gezogen ist, sondern, dass stets alle Ebenen (in verschiedener Intensität) tangiert sind und werden.
Daher ist ein umfassendes „Basis-Revirement“ wichtig!
Das heißt:
a) Regulierung des Säure-Basen-Haushaltes (SBH)
b) Optimierung des gesamten „Inneren Milieus“ + Wiederherstellung
einer physiologischen Darmflora + funktionsfähigen Darmmucosa
c) Eliminierung von Herden, Störfeldern, Energetischen/Elektro-magnetischen Blockaden + Freien Radikalen
d) Optimierung von Stoffwechsel- & Organfunktionen, Aktivierung
von Enzym-Systemen
e) [Unspezifische] Hormonachsen-Regulierung
f) Immun-Modulation: Allergien & Unverträglichkeiten * Normergie +
Reaktionsfähigkeit
g) Optimierung von Hirnfunktionen und Gehirnstoffwechsel
Darauf baut dann die eigentlich spezifisch-spezielle Therapie bei Depressionen mit Möglichkeiten der biolog.-naturheilkundlichen Medizin auf.
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