Read the book: «Erlebnis-Wanderungen an Kocher und Jagst»

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Die schönsten Touren

Erlebnis-Wanderungen
an Kocher und Jagst

Exklusiv für Sie als Leser:

MIT GPS-DATEN ZUM DOWNLOAD

unter: gps.j-berg.de


Inhalt

Tourenüberblick

Vorwort

Einleitung

Jagsttal

1 Entlang und über der Jagst

Start im Fachwerkparadies Neudenau

2 Vom Jagst- ins Schefflenztal

Mit Burgblick entlang der Jagst

3 Von der Fachwerkstadt in die Höhe

Vom prächtigen Möckmühl in die Felder

4 Ausgangspunkt beim Kloster

Über den Jüdischen Friedhof zum Schloss

5 Über die Wallfahrtskirche ins Jagsttal

Tour mit zwei bemerkenswerten Linden

6 Gewellte Landschaft über dem Jagsttal

Bedeutende Burg am Ausgangsort

7 Wein-Achter im Jagsttal

Am schönsten zur Laubfärbung im Herbst

8 Aussicht von der Höhe

Im und über dem Jagsttal

9 Über die einsame Höhe ins Jagsttal

Über das idyllische Jagstberg hinab ins Tal

10 Die Jagst von oben und von unten

Beeindruckende Ausgrabungen in Unterregenbach

11 Von Bächlingen durch das liebliche Jagsttal

Abschluss im sehenswerten Langenburg

12 Von der Stauferburg zur Jagst

Immer wieder entlang der Flussidylle

13 Die wilde Seite der Jagst

Unterwegs mit Traumblick zum Fluss

Kochertal

14 Hinter den Feldern durch die Flussauen

Gemütlich durchs Kochertal

15 Kirchenruine und Fachwerkstadt

Sehenswertes Städtchen am Ausgangspunkt

16 Von den Weinbergen hinab zum Kocher

Wandern neben und über dem Kocher

17 Über die Schlossruine in den Wald

Sehenswertes Stadtbild und Schlossruine

18 Durch die Weinberge

Sehenswerter Ort und prächtige Weinberglandschaft

19 Zur Ruine Lichteneck

Weinbergtour und Burgruine

20 Mit Blick zum Schloss Stetten durchs Kochertal

Durch den Wald hinab ins Kochertal

21 Zwei-Schlösser-Tour rund um den Kocher

Schloss Tierberg und Schloss Stetten

22 Von Schwäbisch Hall ins Kochertal

Von der Salzsiederstadt entlang des Kochers

23 Weiter Blick vom Aussichtsturm

Vom Einkorn durch den Wald

24 Durch den Wald zum Kocher

Durch den Wald ins idyllische Kochertal

25 Auf und ab durchs Kochertal

Durch lebhaft modellierte Landschaft

26 Stadtrundgang Crailsheim

Von der Altstadt hinauf zum Tierpark

27 Stadtrundgang Schwäbisch Hall

Stadt des Fachwerks und Namensgeber des Hellers

Register

Impressum

Piktogramme erleichtern den Überblick


leicht
mittel
schwer
Gehzeit
Höhenunterschied
Weglänge

Zeichenerklärung zu den Tourenkarten


Tour
Tourenvariante
Richtungspfeil
Ausgangs-/ Endpunkt der Tour
Bahnlinie mit Bahnhof
S-Bahn
Tunnel
Seilbahn, Gondelbahn
Bushaltestelle
Parkmöglichkeit
Hafen
Autofähre
Personenfähre
Flugplatz
Kirche
Kloster
Burg/Schloss
Ruine
Wegkreuz
Denkmal
Turm
Leuchtturm
Windpark
Windmühle
Mühle
Hotel, Gasthof, Restaurant
Jausenstation
Schutzhütte, Berggasthof (Sommer/Winter)
Schutzhütte, Berggasthof (Sommer)
Unterstand
Grillplatz
Jugendherberge
Campingplatz
Information
Museum
Bademöglichkeit
Bootsverleih
Sehenswürdigkeit
Ausgrabung
Kinderspielplatz
schöne Aussicht
Aussichtsturm
Wasserfall
Randhinweispfeil
Maßstabsleiste

Tourenüberblick




Leicht
Mittel
Schwer
Länge in km
Höhenunterschied in m
Gehzeit in Std.
Einkehr
kindergeeignet
wintergeeignet
viel Sonne
eher schattig
Sehenswürdigkeit
öffentliche Verkehrsmittel


Weinbergwandern im Kochertal bei Ingelfingen

Vorwort
Liebe Leserin, lieber Leser,

Wasser ist etwas, was den Menschen magisch anzieht. Fließt, rauscht und strudelt es auch noch, ist also Leben darin, dann erst recht. Und wenn dieses Wasser mit einer herrlichen Landschaft und mit Orten voller Kultur, Geschichte und Sehenswürdigkeiten kombiniert ist, dann gleich zweimal. Dies alles erlebt man bei Besuchen im Jagst- und im Kochertal. Beide Flüsse fließen durch das nördliche Baden-Württemberg, zu großen Teilen durch Hohenlohe. Sie kann man als Zwillingsflüsse bezeichnen. Beide entspringen auf der Ostalb, durchfließen dann mehr oder weniger parallel Hohenlohe – einmal berühren sie sich fast – und münden nicht weit voneinander entfernt bei Bad Friedrichshall in den Neckar. Unterwegs bieten sie oft ein naturnahes Bild, wie man es nicht mehr häufig sieht.

Was liegt also näher, als sich dieses schöne Stück Baden-Württemberg auf den Spuren von Jagst und Kocher zu erwandern? Herrliche Erlebnisse sind garantiert, sowohl in der Natur, wie auch in den Orten, den Burgen, Schlössern, Kirchen, Klöstern und Museen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viele schöne Stunden, interessante Erlebnisse, angenehme Begegnungen und allzeit gutes Wetter im schönen Hohenlohe, im Jagst- und im Kochertal.

Dieter Buck


Blick auf das Kloster Schöntal

Hinweis

Das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (LGL) hat 2018 mit der Herausgabe neuer Wanderkarten im Maßstab 1:25 000 begonnen. Die Wanderkarte W212 Künzelsau, welche einen Teil der Touren dieses Buches abdeckt, ist bereits erschienen. Bei den anderen Wanderungen wurden die Freizeitkarten im Maßstab 1:50 000 angegeben. Grundsätzlich werden aber die künftig erscheinenden neuen Wanderkarten empfohlen. Lassen Sie sich deshalb am besten in Ihrer Buchhandlung beraten, welche Karten aktuell für das entsprechende Gebiet bereits erschienen sind.


Sowohl Jagst als auch Kocher weisen immer wieder eine urwaldartige Atmosphäre auf.

Einleitung

Wasser zieht den Menschen fast magisch an. Naturliebhaber und Wanderer erfreuen sich zudem an lieblichen Landschaften. Dies gilt in besonderem Maße für die beiden »Zwillingsflüsse« Jagst und Kocher. Gemeinsam ist Jagst und Kocher, dass sich an ihnen Natur und Kultur in außergewöhnlicher Weise verbinden: Man findet an den Ufern fast urwaldartige Szenerien und dazu sehenswerte Orte wie das »Fachwerkparadies« Schwäbisch Hall.

Die Jagst

Der Name »Jagst« ist vorgermanischen, vermutlich keltischen Ursprungs und kommt von »die Jagende, die Wilde«. Manchmal zeigt sie auch diesen Charakter. Sie gehört zu den drei größten Nebenflüssen des Neckars, entspringt südlich der Frankenhöhe bei Walxheim in den Ellwanger Bergen und mündet nach rund 190 Kilometern gegenüber von Bad Wimpfen bei Bad Friedrichshall-Jagstfeld in den Neckar. Zusammen mit ihrem Zwillingsfluss, dem Kocher, durchschneidet sie das Hohenloher Land und fällt dabei von 519 Metern auf 144 Meter ü. NN ab, was einem Gefälle von 190 Zentimetern auf 1000 Metern Strecke entspricht. Das Tal ist einer der letzten ökologisch gut erhaltenen Naturräume. Von den Flüssen im Land ist sie vielleicht diejenige mit der größten Naturnähe. Deshalb gibt es in der und rund um die Jagst auch viele seltene Tiere und Pflanzen, die von hier aus sogar andere Flüsse wie den Kocher oder den Neckar wieder besiedeln. Die Jagst ist ein Rückzugsgebiet für rund 200 Arten von Kleintieren wie Krebsen, Muscheln und Schnecken und außerdem ein Zuhause für Vögel wie den Eisvogel, der an steilen Uferabbrüchen brütet, oder den Graureiher, dessen Brutkolonien man an den Talhängen findet. Auch Teichrohrsänger und Rohrammern haben hier ihren Lebensraum, und an Kiesbänken und Flachwasserzonen sieht man den bedrohten Flussuferläufer. Auf den Steinen am Ufer sitzen Männchen der seltenen Zangenlibellen und warten auf ihre Weibchen. Neben den Libellen – zu den schönsten Arten gehören die Gebänderte Prachtlibelle und die Glänzende Smaragdlibelle – gibt es viele weitere Kleintiere wie Eintagsfliegenlarven, Muscheln und Schnecken, im Wasser lebt auch der Wasserskorpion. Um nicht abgedriftet zu werden, graben sich manche Tiere ein oder haben sich durch eine abgeplattete Körperform ihrem Lebensbereich im fließenden Wasser angepasst. Fische gibt es ebenfalls, etwa Barben und Groppen. In den kiesigen Flachwasserzonen befinden sich Laichplätze und die Kinderstuben vieler Flussfische. In sonnigen und langsam fließenden Gewässerteilen wächst die Gelbe Teichrose in großem Verband. Im mittleren und im unteren Jagsttal findet man eine der Trockenheit angepasste Flora mit Aronstab, Gelben Windröschen, Buschwindröschen und Stinkendem Nieswurz, seltener sind Silberdisteln, Kreuz-Enziane, Knabenkräuter und Kuhschellen.

Der Kocher

Der Kocher wurde 795 als »Cochane«, 1024 als »Chochina« erwähnt und bis ins 16. Jahrhundert »Kochen« genannt. Die heutige Namensform hat ihre Wurzeln im 10. Jahrhundert, als der Fluss vereinzelt als »Cochara« erwähnt wurde. Ab 1504 verwendete man das Wort »Kocher«. Der Name könnte aus dem Indogermanischen stammen, wo seine Wortwurzel »biegen, sich krümmen« bedeutet. Der Schwarze Kocher ist der von der Mündung in den Neckar am längsten entfernte Flussteil. Er entspringt in einer Höhe von etwa 510 Metern aus mehreren Quellen in einen großen, flachen Quelltopf und vereinigt sich mit dem Weißen Kocher, der bei Unterkochen auf etwa 520 Metern entspringt. Das Einzugsgebiet ist der stark bewaldete östliche Albuch. Auch der Rote Kocher gehört zu den Zuflüssen, allerdings ist er völlig verrohrt und wird von den Quellen im Ölweiher von Oberkochen gespeist. Nach einem Lauf von 182 Kilometern fließt der Kocher bei Bad Friedrichshall auf einer Höhe von 143 Metern in den Neckar. Seine wichtigsten Nebenflüsse sind die Lein als bedeutendster Zufluss, die Bühler und die Rot. Unterwegs nähert er sich einmal seinem Zwillingsfluss, der Jagst. Fauna und Flora des Kochers ähneln sehr jener der Jagst (s. dort), wobei der Weinbau am Kocher nicht unbedeutend ist.


Wandert man auf der Höhe, gibt es oft Aussichtspunkte hinab ins Tal. Hat man Glück, ist sogar ein Rastplatz dabei – wie hier am Criesbacher Sattel oberhalb von Niedernhall am Kocher.


Blick über den Kocher auf Schloss Tierberg


Im Frühjahr bezaubern Streuobstwiesen mit blühenden Bäumen die Wanderer.

Jagsttal


Blick auf die ausgedehnte Anlage des Klosters Schöntal

1 Entlang und über der Jagst

Start im Fachwerkparadies Neudenau

Die Hälfte dieser Tour wandern wir auf der Höhe südlich des Jagsttals, die andere durch dieses hindurch. Von der Höhe haben wir immer wieder eine schöne Aussicht, im Tal bietet die Jagst dafür idyllische Landschaftsbilder. Die Wanderung kann als leichte, kürzere oder als anspruchsvollere, längere Variante durchgeführt werden.


Tourenverlauf: Neudenau – Kapelle St. Gangolf – Freibad – Siglingen – Züttlingen – Höhenweg – Neudenau

Ausgangspunkt: Neudenau (Parkplatz am Friedhof), GPS-Koordinaten: 49.289756, 9.271994

Anfahrt: A 81 bis Ausfahrt Möckmühl, dann auf der L 1095 nach Norden ins Jagsttal bis hinter Züttlingen und dann nach Westen; Ausweichparkplätze: rund um die Bahnstation in Züttlingen oder am Freibad hinter Neudenau. Wer im Sommer noch das Freibad aufsuchen möchte, parkt also am besten dort;

ÖPNV: Bahn; Info: www.efa-bw.de

Einkehr: Neudenau, Züttlingen

Karte: Wanderkarte W212 Künzelsau (LGL)


Wir gehen vom Parkplatz am Friedhof zurück zur Bahnhofstraße und überqueren die Jagst nach rechts. Danach folgen wir der Siglinger Straße/L 1096 in Richtung Ortsende. Bei den letzten Häusern zweigen wir rechts ab in Richtung »Sportanlagen«. Nach diesen knickt der Weg links ab zur Kapelle St. Gangolf .

Die St. Gangolfs-Kapelle ist die ehemalige Kirche des abgegangenen Dorfes Deitingen. Sie besitzt einen romanischen Turm aus dem 13. Jahrhundert, der Rest stammt aus der Gotik. Man sollte die mit Hufeisen beschlagenen Türen beachten. Die Kirche besitzt einen gotischen Altar und ist reich mit Fresken geschmückt. An der danach folgenden Verzweigung nehmen wir den rechten Weg und kommen bald zum Freibad. Dieses umgehen wir links. Danach geht es hinab und wir überqueren die Jagst, dahinter wandern wir eben im Jagsttal bis Siglingen . Hier haben wir zwei Möglichkeiten.

Für die kürzere und einfachere biegen wir an der Durchgangsstraße rechts ab und folgen der Brückenstraße durch den Ort. Nach der Bahnlinie gehen wir in mehreren Kurven aufwärts. An einer Rechtskurve verlassen wir die Landstraße und zweigen links ab. Der Weg knickt gleich darauf rechts ab. Jetzt sollte man sich ab und zu umdrehen und den Blick ins Jagsttal und zum Ort genießen. Es steigt steil an, bis rechts ein Weg abgeht. Ab hier sind beide Varianten wieder gleich.

Für die längere und auch schwierigere Variante biegen wir an der Brückenstraße links ab, nach der Brücke halten wir uns rechts. Der Weg führt wieder an den Sportanlagen vorbei, verläuft erst neben der Straße und zieht dann nach rechts von ihr weg. Nach einem Links-rechts-Knick lassen wir rechts das Schloss Assumstadt liegen und treffen bald wieder auf die L 1096. Mit ihr überqueren wir die Brücke und kommen nach Züttlingen .

Gleich nach der Brücke biegen wir rechts in die Frankenstraße ab. Ihr folgen wir bis kurz vor das große Silo, dort halten wir uns links in die Lammstraße. Nun überqueren wir die Bahnlinie zur Neuenstädter Straße. Hier biegen wir nach dem kleinen Parkplatz bei der katholischen Kirche rechts ab. Etwas später zweigen wir mit dem Wanderzeichen roter Punkt rechts ab in den Hirschweg . Er bringt uns zu den letzten Häusern.

Vor den Häusern Nr. 2 und 4 halten wir uns links in den Wald, dort biegen wir aber gleich scharf rechts ab. Wir orientieren uns am Wanderzeichen blauer Punkt. Der Weg wird nun immer wilder und der Wald gebärdet sich recht urtümlich. Vielleicht muss man auch über einige umgestürzte Baumstämme oder herabgefallene Äste steigen. Wanderzeichen sind aber genügend vorhanden.

Immer aufwärts gehend kommen wir zu einem eingeschnittenen Bachlauf, den wir an seinem oberen Ende nach rechts überqueren. Danach verlassen wir den Wald. Wir gehen geradeaus und rechts des Zaunes durch die Wiesen hinauf. Nach einem Linksknick treffen wir auf ein Asphaltsträßchen . Ihm folgen wir nach rechts. Nach einer Weile beschreibt es eine Rechtskurve, nach der wir links abbiegen .

Ab jetzt sind beide Varianten wieder gleich: Hier kommen diejenigen Wanderer, welche die kürzere Variante gewählt haben, von Siglingen herauf und biegen rechts ab. Wir wandern über den Höhenrücken, der uns immer wieder einen Blick nach rechts über das Jagsttal bietet. Wo das Sträßchen rechts abknickt, gehen wir auf einem unbefestigten Weg geradeaus in Richtung L 720 .

Auf der anderen Straßenseite folgen wir kurz der Steiner Straße, biegen aber gleich darauf rechts ab. Nun fällt der Weg wieder ab. Wir treffen bald erneut auf die L 720, überqueren sie und gehen dahinter hinab zum Friedhof. Hinter ihm liegt unser Ausgangspunkt. Wer will, kann sich nun das alte Städtchen ansehen.


Die Landschaft ist geprägt von Feldern, Streuobstwiesen, Wäldern und Gehölzen.


An der Jagst wandern wir gelegentlich durch urwaldartige Landschaften.

Tourencharakter

Wir wandern auf festen Wegen. Wer die längere Strecke über Züttlingen nimmt, geht nach dem Ort durch einen recht wilden, ursprünglichen Wald, der auch nicht mehr gepflegt wird, bis auf die Höhe. Während oder nach stürmischem Wetter sollte man diese Variante aus Sicherheitsgründen nicht unternehmen, denn es besteht die Gefahr, dass von den alten Bäumen Äste herabfallen können. Diese Route ist etwa 3,5 Kilometer länger und man sollte eine Stunde mehr Wegzeit einrechnen.

Neudenau

Neudenau ist ein kleines Fachwerkparadies. Der Marktplatz ist umringt von Fachwerkhäusern, darunter das Renaissancerathaus von 1587 und sein rechtes Nachbargebäude (1631). Hier ist auch der Marktbrunnen sehenswert. Weitere Fachwerkgebäude stammen aus dem 15. Jahrhundert, darunter das Sturmfeder‘sche Haus von 1479 bei der Kelter. Auch von der mit Wehrtürmen versehenen mittelalterlichen Stadtmauer sieht man noch Teile. Die katholische Pfarrkirche St. Laurentius wurde ab 1741 im Stil des Spätbarocks neu erbaut, wobei man den Turm des gotischen Vorgängerbaus weiterverwendete. Das ab dem 13. Jahrhundert erbaute Schloss war bis 1802 Sitz des Mainzer Kellers. Heute dient es als Museum; hier sieht man eine umfangreiche heimatkundliche Sammlung. Im und um den Ort findet man zahlreiche alte Bildstöcke.

2 Vom Jagst- ins Schefflenztal

Mit Burgblick entlang der Jagst

Der erste Teil dieser Wanderung verläuft entlang der Jagst, die teilweise idyllische Szenen bietet. Danach führt uns der Weg an der kleineren Schefflenz entlang. Zum Abschluss geht es hinauf auf die Höhe. Ab jetzt wechseln die Eindrücke, denn wir haben immer wieder schöne Fernblicke hinab ins Jagsttal.


Tourencharakter: Wir wandern auf festen Wegen.

Tourenverlauf: Neudenau – Jagsttal – Herbolzheim – Jagsttal – Bachmühle – Schefflenztal – Aussichtspunkt auf der Höhe – Neudenau

Ausgangspunkt: Neudenau (Parkplatz am Friedhof), GPS-Koordinaten: 49.289756, 9.271994

Anfahrt: A 81 bis Ausfahrt Möckmühl, dann auf der L 1095 nach Norden ins Jagsttal nach Züttlingen und dort nach Westen; ÖPNV: Bahn; Info: www.efa-bw.de

Einkehr: Neudenau

Karte: Wanderkarte W212 Künzelsau (LGL)


Wir gehen vom Parkplatz am Friedhof zurück zur Bahnhofstraße und überqueren die Jagst nach rechts. Danach halten wir uns links und zweigen gleich noch einmal links ab. Nun wandern wir erst durch den Park- und Festplatz, danach geht es hinaus in die Felder. Rechts begrenzt ein Höhenzug die flache Landschaft, von dort kommen wir am Schluss wieder zurück.

Der Weg führt uns zu einem ansteigenden Hang , an dem wir uns links halten. Gleich darauf kommen wir an einer gemauerten Schutzhütte vorbei, danach wandern wir neben der Jagst durch ein Waldstück. Hinter diesem geht es durch Wiesen mit Streuobstbäumen, dann auf die Uferstraße nach Herbolzheim; hier finden wir einige Bänke zum Ausruhen. Wenn wir nach links über die Jagst schauen, sehen wir den hoch aufragenden ehemaligen Bergfried der Heriboldesburg.

Wir unterqueren die Straßenbrücke und wandern danach weiter parallel zur Jagst. Es geht am Sportgelände vorbei, anschließend an einer Auwaldlandschaft. Später passieren wir die Kläranlage; der Weg beschreibt einen weiten Rechtsbogen. Geradeaus sehen wir vor uns auf der Höhe die Höchstbergkirche.

Wir marschieren immer weiter, bis der Wanderweg wieder nach rechts zur Straße zieht. Die Jagst fließt jetzt direkt links des Weges. Gleich nach der Brücke über die Schefflenz biegen wir rechts ab und wandern auf der anderen Straßenseite weiter.

Wir kommen an der Bachmühle, danach an der Kläranlage vorbei. Etwas später knickt der Weg rechts ab. Wir verlassen das Schefflenztal, überqueren den Bach und gehen zur Landstraße . Ihr folgen wir kurz nach links, dann geht es auf dem rechts abzweigenden Sträßchen weiter.

Nun steigt es an. Oben treffen wir auf die K 2158. Wir gehen nach rechts und am Parkplatz vorbei zu einem Aussichtspunkt an der Linkskurve. Hier wechseln wir auf den rechts abzweigenden Feldweg. Es geht wieder bergab. Nach rechts haben wir einen schönen Blick hinab auf die Felder, durch die wir zu Anfang gewandert sind. Der Weg wird von Gebüsch und sogar einigen Weinbergen begleitet.

Im Tal gehen wir an einem Bildstock vorbei und auf die Häuser von Neudenau zu. Im Ort führt uns der Lindachweg bis zu einer Querstraße, in die wir rechts einbiegen. Wir spazieren an der Heilig-Kreuz-Kapelle vorbei, danach stoßen wir auf die Siglinger Straße. Etwas nach links versetzt gehen wir in eine kleine Stichstraße hinein.

An ihrem Ende führt eine Treppe hinab. Vorbei an einem Bildstock von 1791 kommen wir zur Walzmühle, nach rechts zurück zum Ausgangspunkt am Friedhof.


Blick zum Turm der Heriboldesburg


Einzeln stehende Bäume entwickeln sich oft zu markanten Gestalten.


Der Weg führt an Weinbergen vorbei.

Herbolzheim

Von Herbolzheim aus ist der runde Bergfried der Ruine Heriboldesburg auf einem Bergsporn über dem Ort zu sehen. Sie wurde im 12. Jahrhundert errichtet. Außer dem Bergfried sind nur noch wenige Mauerreste erhalten. Im 16. Jahrhundert wurde an der Stelle der Vorburg ein kurmainzisches Verwaltungsgebäude erbaut, das später als Pfarrhaus diente. Es ist mit dem Wappen der Herren von Adelsheim versehen und mit 1564 datiert. Von der ursprünglichen Kirche St. Wendelin hat sich nur eine gotische Nische in der Friedhofsmauer erhalten. 1770 wurde die spätbarocke (alte) Kirche St. Kilian erbaut, die heute als Veranstaltungsraum (Bernhardusheim) genutzt wird.

3 Von der Fachwerkstadt in die Höhe

Vom prächtigen Möckmühl in die Felder

Wir wandern durch das alte Möckmühl und danach über Felder hinauf auf die Höhe. Anfangs können wir uns in dem schönen alten Zentrum etwas umsehen. Danach geht es weiter durch eine Felderlandschaft hinab nach Ruchen. Von dort aus wandern wir im Jagsttal zurück.


Tourencharakter: Wir wandern auf festen Wegen.

Tourenverlauf: Möckmühl – Gucken – Ruchsen – Jagsttal – Möckmühl

Ausgangspunkt: Möckmühl (Zufahrt zu den Sportplätzen), GPS-Koordinaten: 49.322216, 9.364572

Anfahrt: A 81 bis Ausfahrt Möckmühl, dann auf der L 1047 parallel zur Autobahn nach Norden, im Gewerbegebiet links abbiegen und über die Lampoldshauser Straße weiter nach Möckmühl; ÖPNV: Bahn; Info: www.efa-bw.de

Karte: Wanderkarte W212 Künzelsau (LGL)

Einkehr: Möckmühl


Wir folgen vom Parkplatz aus der Züttlinger Straße über die Brücke und gehen auf der Hauptstraße nach Möckmühl hinein. Bei dem großen Platz beim Rathaus biegen wir rechts ab und steigen mit dem Wanderzeichen rotes Kreuz auf der Treppe steil hinauf bis zur Straße Schlossberg. Hier halten wir uns links. Nun wandern wir an der Schlossmauer entlang, bis wir auf die Korber Straße treffen. Wir biegen rechts in diese ein und wandern wieder bergauf.

An einer Rechtskurve weist uns das Zeichen nach links in den Wald . Danach wandern wir weiter ansteigend über die Felder, bis unser Weg wieder auf die Landstraße (K 2023) trifft. Auf der anderen Straßenseite gehen wir dann auf dem Feldweg weiter. Er zieht bald nach rechts und bringt uns in mehreren Windungen hinab nach Ruchsen .

Dort wandern wir erst in der Weinbergsteige, zweigen dann dort, wo die Rathausstraße anfängt, in der Weinbergsteige links ab, und kommen schließlich zur L 1025, die durch das Jagsttal führt. Hier gehen wir etwas nach links, dann überqueren wir diese Durchgangsstraße und folgen kurz danach der Fabrikstraße nach rechts.

Auf ihr verlassen wir Ruchsen und überqueren wieder einmal die Jagst . Hinter dem Fluss liegt etwas weiter links ein idyllischer Naturbadeplatz. Wir biegen allerdings gleich nach der Brücke rechts ab und spazieren gemütlich zurück nach Möckmühl. Vor den Sportplätzen liegt ein großer Kinderspielplatz, der sich mit Tischen und Bänken auch als Rastplatz anbietet.


Das sich am Hang hinaufziehende Möckmühl besitzt sehenswerte Gebäude in seinem Zentrum.

Schöne Fluss Szenerien an der Jagst – der Fluss und sein Ufer ändern ständig ihr Bild.

Möckmühl

Möckmühl besitzt einen gut erhaltenen Stadtkern mit Fachwerkhäusern aus dem 16. bis 18. Jahrhundert und einer weitgehend erhaltenen Wehrmauer mit Türmen aus dem 13. Jahrhundert. Die Stadtmauer wurde mit einer Höhe von bis zu 7,80 Meter erbaut und ist mit einem durchlaufenden Bogenfries geschmückt. Hier stehen noch verschiedene Türme wie Schinnersturm, Badturm, Pfarrersturm, Batzentürmle, Mühlturm und Hexenturm. Die ev. Stadtkirche geht auf das Jahr 815 zurück, das heutige Gebäude wurde 1900 von Heinrich Dolmetsch im Stil der Neugotik erbaut. Vom Vorgängerbau blieben die spätgotischen Fresken im Chorgewölbe erhalten. Daneben steht das Färberhaus (1783). Das Rathaus (1589–1592) besitzt schönes gelbes Fachwerk. An die Erbauung erinnern ein langer Schriftbalken und eine Renaissancetafel mit einem bunten Relief aus der Renaissance von Jacob Müller aus Heilbronn (1590). Der Obere Marktplatz ist von prächtigen Fachwerkhäusern umstanden. Der Mechitabrunnen stellt die sagenumwobene Stadtgründerin dar. Im Alten Pfarrhaus (1750) übernachtete 1760 Herzog Karl Eugen. Auch am Unteren Marktplatz findet man sehenswerte Fachwerkhäuser. Das Diakonatshaus trägt die Jahreszahlen 1615 und 1621. Auch das Heimatmuseum befindet sich in einem fachwerkgeschmückten Bürgerhaus (17. Jh.). Die ehemalige Alte Apotheke geht auf das Jahr 1758 zurück. Die Stiftskirche wurde 1379 errichtet und 1645 von den Franzosen zerstört. Auf ihren Grundmauern errichtete man 1813 eine Scheune. Die Propstei ist eines der ältesten Gebäude des Ortes; nördlich von ihr steht der Propsteiturm. Das große Fachwerkhaus rechts von ihm war der Fruchtkasten des Chorherrenstifts. Das Haus Elsässer besitzt schönes Fachwerk. Das Ruchsener Tor ist das einzige noch erhaltene Stadttor.

4 Ausgangspunkt beim Kloster

Über den Jüdischen Friedhof zum Schloss

Das Kloster Schöntal gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Jagsttal. Daran haben sicher auch der Abt Knittel mit seinen Knittelversen und Götz von Berlichingen, dessen Grabstein man dort besichtigen kann, ihren Anteil. Und dass die Landschaft beeindruckt, ist ohnehin selbstverständlich.


Tourencharakter: Wir wandern auf festen Wegen.

Tourenverlauf: Schöntal – Ziegelhütte – Jüdischer Friedhof – Jagsthausen – Berlichingen – Schöntal

Ausgangspunkt: Schöntal (Klosterhof), GPS-Koordinaten: 49.327347, 9.503960.

Anfahrt: A 81 bis Ausfahrt Neuenstadt, dann auf der L 1088 und L 1045 nach Kochersteinfeld und über Neuzweiflingen nach Schöntal; ÖPNV: Bahn bis Waldenburg oder Möckmühl und weiter mit dem Bus nach Berlichingen oder Jagsthausen; Info: www.efa-bw.de

Karte: Wanderkarte W212 Künzelsau (LGL)

Einkehr: Jagsthausen, Schöntal


In Schöntal gibt es mehrere Parkplätze. Wenn wir auf dem beschriebenen Parkplatz stehen, müssen wir zurück zur Honigsteige (K 2322). Auf ihr gehen wir nach rechts. Sie steigt an und wir folgen ihr, bis rechts ein Weg abgeht. Auf diesem wandern wir weiter, immer noch bergauf. Er knickt bald links, dann wieder rechts ab. Am Wasserbehälter biegen wir links ab. Der Weg beschreibt eine Rechtskurve und bringt uns zur K 2321, die wir rechts von Ziegelhütte erreichen.

Hier biegen wir rechts ab und gehen, bis nach links ein Schild zum »jüdischen Friedhof« verweist. Da er im Gegensatz zu vielen anderen im Land nicht verschlossen ist, sollten wir ihn ansehen.

Der Jüdische Friedhof wurde erstmals 1586 schriftlich erwähnt. Auf ihm wurden ab 1706 auch Personen aus den den jüdischen Gemeinden der Umgebung bestattet, im 19. und 20. Jahrhundert sogar aus weiter entfernt liegenden Orten wie beispielsweise Künzelsau. Der älteste Grabstein stammt von 1659, die letzte Bestattung fand 1936 statt. Heute sind noch fast 1200 Grabsteine vorhanden.

Danach gehen wir wieder zurück zum Feldweg und folgen ihm weiter nach rechts. Er fällt gleich ab in ein bewaldetes Tälchen. Nach einem Anstieg knickt der Weg erst links, dann rechts ab. Nun wandern wir hinab nach Jagsthausen, das Schloss ist schon von Weitem zu sehen.

Wir treffen am Ortsanfang auf die K 2019 und folgen ihr nach rechts. Vor dem Friedhof und der nachfolgenden Bogenbrücke über die Jagst müssen wir uns entscheiden. Die Wanderung führt nach rechts weiter, immer rechts der Jagst. Wer aber in das historische Zentrum und zum Schloss von Jagsthausen will, folgt der Straße über die Brücke und kehrt anschließend wieder hierher zurück.

Nun wandern wir entlang der Jagst. Wir durchqueren das Betriebsgelände eines Steinbruchs und kommen danach nach Berlichingen .

Sehenswert in Berlichingen ist die Kirche, die auf das 8. Jahrhundert zurückgeht. Anfang des 17. Jahrhunderts wurde ein neues Gebäude errichtet, die heutige Kirche stammt aus dem 19. Jahrhundert. An der Ostseite des Turmes sieht man einen Wappenstein aus der Kern-Werkstatt, außerdem sollte man die Skulpturen beachten. Darunter ist eine Mondsichelmadonna (15. Jh.).

Vor der Kirche biegen wir rechts ab und kommen hinauf zum Marktplatz. Hinter diesem und der Durchgangsstraße (Hauptstraße) biegen wir erst links ab in die Ziegeleistraße, dann aber gleich wieder rechts in den Schöntaler Weg. An seinem Ende halten wir uns links in die Siedlungsstraße, dann rechts in die Straße Im Flürlein. An der Landstraße nach dem Gewerbegebäude biegen wir links ab. Gleich darauf gehen wir nach links in den Firmenparkplatz. In seiner Mitte weist uns ein Schild nach links (»Schöntal Historischer Weg«). Nun führt uns ein Pfad im Wald immer bergab. Wir kommen an einem Tobel mit einem querenden Bachlauf mit mächtigen Felsen vorbei, etwas später verzweigt sich der Weg .

Nach links kann man durch den Obstgarten des Klosters und parallel zur Jagst zum Haupteingang des Klosters (Klosterhof) gehen. Nimmt man den rechten Weg, kommt man gleich zurück zum Parkplatz Klosterhof.

Kloster Schöntal

Die ersten Mönche des im 12. Jahrhundert gegründeten Klosters Schöntal kamen aus Maulbronn. Ab etwa 1350 gelangte es zu großem Wohlstand, sodass es schließlich in über 150 Orten Besitzungen und Rechte besaß und der Schöntaler Abt auf dem Konstanzer Konzil (1414–1418) den Vorsitz der Zisterzienseräbte innehatte. 1418 erlangte es durch Kaiser Sigismund die Reichsunmittelbarkeit. Abt Benedikt Knittel (1683–1732) begann mit dem Neubau der Kirche und der Klostergebäude. 1802 wurde das Kloster säkularisiert. Es ist von einer turmbewehrten Mauer umschlossen. Beim Eingang steht ein 1621/22 erbauter Torturm. Daneben liegt der Offiziantenbau (1621). Die gotische Torkapelle St. Kilian wurde 1310 erbaut. Hinter ihr liegen das Innere Torhaus und die Schweizerei, gegenüber der Kirche die Alte Abtei mit dem Archivturm.

Die Kirche (18. Jh.) ist mit prächtigem Stuck geschmückt. Bedeutend sind u. a. die aus dem 17. Jahrhundert stammenden Alabasteraltäre, darunter vier des Forchtenbergers Michael Kern. Im Chor steht der mächtige Hochaltar von Johann Michael Fischer (1773). Die beiden Kanzeln von 1787 werden von überlebensgroßen Skulpturen von Ph. J. Sommer überragt. Beachtenswert sind auch die lebensgroßen Bronzegrabmäler des Konrad von Weinsberg und seiner Frau Anna von Hohenlohe (um 1424/28), ebenso die anderen Denkmäler von Äbten und Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Im Ostflügel des Kreuzgangs (18. Jh.) befindet sich die Grablege der Herren von Berlichingen mit steinernen Ritterfiguren (14.-18. Jh.). Darunter sieht man auch die Grabplatte des Götz von Berlichingen.

Hinter der Kirche liegen die Neue Abtei, die Pistorei (Bäckerei), die Mühle, die querstehende große Fruchtscheuer, rechts von dieser die Ställe und abschließend Brauhaus und Brennerei. Prunkstück der Neuen Abtei ist das reich verzierte Rokokotreppenhaus (1745/46).


Die Jagst im herbstlichen Gewand


Wie alle jüdischen Friedhöfe ist auch dieser mit seinen typischen Grabsteinen sehenswert.


Die Doppeltürme der Klosterkirche sind schon von Weitem zu sehen.


Treppenturm in der Klosteranlage

Jagsthausen

Jagsthausen ist heute vor allem durch die Theatervorführungen bekannt, die in der sogenannten Götzenburg stattfinden. Der zweiflügelige Bau stammt aus dem 15./16. Jahrhundert und wurde 1876/78 durch August von Beyer im Stil der Neugotik restauriert. Das wegen seiner Farbe sogenannte Rote Schloss wurde im 16. Jahrhundert von einem Enkel des Götz – Hans Reinhard von Berlichingen – erbaut. Er war damals Vogt in Möckmühl. Um 1750 wurde es umgebaut. Den dreistöckigen Hauptbau krönt ein Mansarddach mit giebelförmigen Dachfenstern, an die Ostseite ist ein runder Treppenturm angebaut. Das jüngste der Jagsthausener Schlösser, das Weiße Schloss, ist ein um 1792 erbautes, zweiflügeliges Herrenhaus mit einer Mittelkuppel. Es wurde als Stammsitz des Grafen Josef von Berlichingen errichtet, der wegen seiner Verdienste um die württembergischen Herrscher in den Grafenstand erhoben wurde. Als vielseitige begabte Persönlichkeit übersetzte er Goethes Hermann und Dorothea ins Lateinische, war österreichischer Kämmerer, Kreishauptmann in Schorndorf und Landvogt in Ludwigsburg. Das Gebäude wurde um 1900 neubarock umgestaltet. Das Alte Rathaus wurde 1513 erbaut und 1861 und 1982 renoviert. Es besitzt einen reich verzierten Fachwerkgiebel. In der Kirche (17. Jh.) findet man Grabdenkmäler der Familie von Berlichingen. Sie besitzt einen achteckigen Turm mit einem spätbarocken Dach.

5 Über die Wallfahrtskirche ins Jagsttal

Tour mit zwei bemerkenswerten Linden

Mit dem Anstieg gleich zu Beginn und der doch relativ langen Strecke ist diese Wanderung nicht ganz einfach. Dafür bringt sie uns zu einer interessanten Wallfahrtskirche mit einem mächtigen Baum und zwei Weihern und beschert uns immer wieder weite Blicke über die Landschaft.


Tourencharakter: Wir wandern auf Natur- und Forstwegen sowie auf asphaltierten Wegen.

Tourenverlauf: Westernhausen – Hohe Straße – Wallfahrtskirche Neusaß – Halsberg – Jagsttal Westernhausen

Ausgangspunkt: Westernhausen (Mühlwiesenweg), GPS-Koordinaten: 49.343921, 9.559629

Anfahrt: A 81 bis Ausfahrt Neuenstadt, dann L 1088 und L 1045 nach Kochersteinsfeld und weiter über Neuzweiflingen nach Westernhausen; ÖPNV: Bahn bis Waldenburg, dann mit dem Bus; Info: www.efa-bw.de

Einkehr: Keine; Grillmöglichkeit: Rastplatz, bevor es ins Jagsttal geht

Karte: Wanderkarte W212 Künzelsau (LGL)


Das zu Schöntal gehörende Westernhausen wurde 1225 erstmals urkundlich erwähnt. Die Kirche St. Martinus wurde 1225 zum ersten Mal genannt, 1744 wurde das Schiff erbaut und der Turm erhöht. Im Ort und in der Umgebung sehen wir einige alte Bildstöcke.

Zuerst sollten wir uns am Ausgangspunkt die Linde ansehen. Sie ist zwar nicht groß, besitzt aber einen dicken Stamm und ist von einer umlaufenden Bank umgeben. Dann spazieren wir zur Durchgangsstraße (Brückenstraße) und biegen links ab. An einer Linkskurve wandern wir geradeaus in der Straße Linde weiter. Sie geht in die Klosterwaldstraße über und bringt uns zur Kirche .

Nach der Kirche biegen wir links ab, nun orientieren wir uns am Wanderzeichen blaues Kreuz. Nach einer Lourdesgrotte oberhalb der Kirche kommen wir in den Wald. Der Weg steigt an, und wir queren nach einiger Zeit einen Forstweg. Wir gehen aber geradeaus auf dem Naturweg weiter. Er bringt uns, später als fester Forstweg, zu einem querenden Forstweg .

Es geht wieder bergauf, und schließlich erreichen wir den Waldrand . Nun biegen wir mit dem blauen Kreuz und dem blauen Balken rechts ab in die Hohe Straße. Wo das blaue Kreuz nach links auf einen Naturweg zeigt, behalten wir unsere Richtung bei, nun mit dem blauen Balken.

An einer querenden Straße gehen wir geradeaus weiter. Kurz darauf biegen wir an der Linkskurve rechts in den Halsbergweg ein, etwas später zieht der markierte Weg als Roter Rain Weg nach links.

Wir achten nun immer gut auf die Zeichen und erreichen schließlich nach einem weiten Linksbogen die kleine Sauer Hütte . Danach überqueren wir die Straße. Kurz darauf werden wir nach rechts in den Wald verwiesen. Der Pfad berührt bald wieder die Straße an einer Ausweichstelle, an ihrem Ende geht es nach rechts in den Wald. Der Pfad bringt uns zu einem querenden Weg, wo wir links abbiegen. Kurz vor der Straße weist uns das Zeichen nach rechts. Nun wandern wir noch ein paar Minuten im Wald, dann verlassen wir ihn und gehen zu der Wallfahrtskapelle Neusaß vor uns.

Wir folgen auf der Rückseite der Kirche dem nach links führenden Sträßchen. Es bringt uns zwischen den Feldern und teilweise am Waldrand entlang bis zur querenden K 2377 . Auf ihrer anderen Seite wandern wir praktisch in Gehrichtung weiter. Bald liegt links Halsberg , rechts sehen wir einige Fischweiher. An einer Querstraße biegen wir links ab und wandern bis kurz vor einen Rastplatz mit Grillstelle am Waldrand. Davor noch biegen wir aber links ab. Es steigt etwas an, dann fällt der Weg wieder. Bald kommen wir in den Wald, und nach einem Stück bergab erreichen wir einen querenden Weg im Jagsttal. Auf ihm wandern wir nach rechts zurück nach Westernhausen, wo wir auf die Durchgangsstraße treffen. Nach links geht es zurück zum Ausgangspunkt.


Idyllischer Weiher an der Jagst


Hinter der mächtigen Linde und dem Haus sieht man den Turm der Wallfahrtskapelle Neusaß.


Schönheit und Ruhe an der Jagst

Wallfahrtskapelle Neusaß

Der Chor der spätgotischen Wallfahrtskapelle Neusaß wurde 1667 erbaut. In dem reich geschmückten Jugendstilaltar von 1906 befindet sich eine Pieta von 1470/80. Weiter sieht man eine stehende Marienfigur im Strahlenkranz (Mitte 15. Jh.), über dem Eingang eine Madonnenfigur von 1667 sowie zahlreiche Votivtafeln an der Wand. Vor der Kapelle liegt ein idyllischer, mit Schilf umstandener Weiher, auf der anderen Seite des Weges ein weiterer, der als Naturdenkmal geschützt ist. In etwas Entfernung findet man ein kleines Gebäude mit einer Lourdesgrotte. Etwas Besonderes ist auch die mächtige Sommerlinde. Der rund 25 Meter hohe Baum besitzt einen Stammumfang von 8,30 Meter; sein Alter wird auf rund 500 Jahre geschätzt. Es wird vermutet, dass er aus drei einzelnen Bäumen zusammengewachsen ist.

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Age restriction:
0+
Release date on Litres:
12 November 2024
Volume:
245 p. 242 illustrations
ISBN:
9783862467464
Publishers:
Copyright Holder::
Bookwire
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