Read the book: «Herzstücke im Südschwarzwald»
MARION LANDWEHR, NADJA ECKERLE, DANIEL SCHOENEN

HERZSTÜCKE
IM SÜDSCHWARZWALD
BESONDERES ABSEITS DER BEKANNTEN WEGE ENTDECKEN

Inhalt
IMMER EINE SÜNDE WERT! MEINE LIEBLINGSLÄDEN ZUM ESSEN, TRINKEN UND EINKAUFEN
1 Gourmet im Chalet: Burger-Variationen
2 Das Skajo auf der KaJo
3 Biergartencrawl von A bis …
4 Süße Träume von Rafael Mutter
5 Die Freiburger Seele ist oberschwäbisch
6 Duft der weiten Welt: Rösterei Schwarzwild
7 Tageins – alles nur kein Montag
8 Milch und Müsli aus dem bunten Quartier
9 Luxustrinken in der Hemingway Bar
10 Das Crash: Freiburgs Underground
11 Rosenblütensekt in der Gärtnerei
12 Trüffel, Schnaps und Ökowein
13 Der edle Geist von Wolfenweiler
14 Seilbahn trifft Kulinarik
15 Alles Käse im Schwarzwald
16 Altes Handwerk ganz neu
17 Die edle Gärtnerei Gräfin von Zeppelin
18 Schwarzwälder Kirschtortenfestival
19 Genuss hoch drei im Schnapshäusle
20 Oktoberfest im Hotzenwald
21 In einem Bächlein helle: Schwarzwaldforellen
22 Nur nicht untergehen im Atlantis
23 Zum Frühstück nach Frankreich
24 Basler Läckerli in modernem Ambiente
SO RICHTIG DIE SEELE BAUMELN LASSEN! WELLNESS, ENTSPANNUNG UND UNTERKUNFT
25 Zeit für Stille – der alte Friedhof
26 Für Frühaufsteher: das Faulerbad
27 Hilfe! Ich glaube, es spukt!
28 Heiße Quellen an kühlen Tagen
29 Ein Fleckchen Freiburger Freiheit
30 Nordic Walking im Dreisamtal
31 Wandern mit Paulina und Angelo
32 Original Schwarzwälder Gastlichkeit
33 Höhentauchen am Schluchsee
34 Nachts unter Baumschläfern
35 Gaaaanz langsam – Schneckenwandern
36 Duftig schlafen im Wiesenbett
37 Bei der Elztäler Kräuterhexe
38 Winzer, Wein und Wiedehopf
39 Chill’n’swim am Hartheimer
40 Von Indien über Japan nach Marokko
41 Der schönste Sonnenuntergang
42 Tribute von Wyhlen – mit Pfeil und Bogen
MAL WIEDER ZEIT FÜR KULTUR!
43 Wasserspeier-Spaß am Münster
44 Queen Victoria und die Freiburger Bäcker
45 Bildteppiche – Comics aus dem Mittelalter
46 Amerika kommt aus Freiburg
47 Ä Muggesäckele Wunderfitzig
48 Funk und Fernsehen: Hinter den Kulissen
49 Vollmond und magischer Hopfen
50 »Fußlümmelei« am Engländerplatz
51 Nostalgiecharme und Popcornduft
52 Kinder, Kino und Kultur
53 Freimaurer in Freiburg
54 Weihnachtsmarkt in der Ravennaschlucht
55 Mit Kettensäge, Beil und Schnitzeisen
56 Das Hüsli von Prof. Brinkmann
57 Antikuhrenbörse Furtwangen
58 Österreicher und barocke Pracht
59 Kelten, Römer, Alemannen
60 Drehorgeln aus aller Welt
61 Wo der Schwarzwald am schönsten ist
62 Wo meilenweit der Tabak wuchs
63 Schlendern, Schauen, Schmausen
64 Herrgottswinkel und Protestanten
65 Heißes Glas für kühle Tage
66 Filmstadt Gengenbach
67 Der Affe des Commanders
68 Aenne Burdas Vermächtnis
69 Wo Sauerkraut olympisch ist
70 Lustfahrt auf der Landstraße 75
71 Wunder der Technik: Kulturwehr Kehl
72 Roger Siffers Sauerkrautfabrik
73 Kunstabstecher: Fondation Beyeler
HEUTE WILL ICH RAUS!
74 Sonntagsklassiker St. Ottilien
75 Fussballstars zum Anfassen
76 Kochen und feiern in der LOKation
77 Pilot für einen Tag
78 Wo wochentags Motoren röhren
79 Eisenbahn-Romantik mit dem Chanderli
80 Rafting – von wild bis gemütlich
81 Weihnachtsdeko aus den Rheinauen
82 Pilzparadies Burg Rötteln
83 Cross Country mit olympischen Ehren
84 Huskies, Musher und Wettkampf im Schnee
85 Buntes Schneetreiben in Bernau
86 Biathlon-Schnupperkurs am Notschrei
87 Auf Tour mit dem Feldberg-Ranger
88 Rodeln am Skilift Schwärzenbach
89 Höllisch kurvig: Tor zum Schwarzwald
90 Märchengarten Simonswald
91 Simonswälder Mühlenwanderweg
92 Hornschlittengaudi in St. Märgen
93 Reiterglück im Park zu Fürstenberg
94 Süße Umgebung, salziger See
95 Hexen, Hemdglunker und Hästräger
96 Mit dem Rad rund um Emmendingen
97 Texaner auf dem Texaspass
98 Das kleinste Weingut im Kaiserstuhl
99 Orchideen suchen im Sundheimer Grund
100 Abenteuer Wohnen World of Living

LIEBE LESERIN,
LIEBER LESER,

An den Schwarzwald habe ich definitiv mein Herz verloren. Und an den Süden ganz besonders, denn die liebliche Landschaft, die entspannte Lebensweise, die Bergseen, die hübsche Stadt Freiburg mit ihrem reichhaltigen kulturellen Angebot und nicht zuletzt der Feldberg als höchster Berg Baden-Württembergs – all das lädt zum Genießen, Entspannen und Entschleunigen ein. Und das Allerbeste: Der Südschwarzwald ist ein Ganzjahresziel! Neben Wandern, Baden, Radfahren und vielen weiteren Outdoor-Aktivitäten von Frühling bis Herbst bietet er als relativ schneesichere Region Wintervergnügen aller Art. Deshalb möchte ich Sie alle, Einheimische und neue Besucher, einladen, herzukommen und ebenfalls Ihr Herz zu verlieren …

IMMER
EINE SÜNDE WERT!
MEINE LIEBLINGSLÄDEN ZUM ESSEN, TRINKEN UND EINKAUFEN
1 Gourmet im Chalet: Burger-Variationen
2 Das Skajo auf der KaJo
3 Biergartencrawl von A bis …
4 Süße Träume von Rafael Mutter
5 Die Freiburger Seele ist oberschwäbisch
6 Duft der weiten Welt: Rösterei Schwarzwild
7 Tageins – alles nur kein Montag
8 Milch und Müsli aus dem bunten Quartier
9 Luxustrinken in der Hemingway Bar
10 Das Crash: Freiburgs Underground
11 Rosenblütensekt in der Gärtnerei
12 Trüffel, Schnaps und Ökowein
13 Der edle Geist von Wolfenweiler
14 Seilbahn trifft Kulinarik
15 Alles Käse im Schwarzwald
16 Altes Handwerk ganz neu
17 Die edle Gärtnerei Gräfin von Zeppelin
18 Schwarzwälder Kirschtortenfestival
19 Genuss hoch drei im Schnapshäusle
20 Oktoberfest im Hotzenwald
21 In einem Bächlein helle: Schwarzwaldforellen
22 Nur nicht untergehen im Atlantis
23 Zum Frühstück nach Frankreich
24 Basler Läckerli in modernem Ambiente

01
GOURMET IM CHALET: BURGERVARIATIONEN
Die Lust am gebratenen Hackfleisch zwischen zwei Brötchenhälften ist weltweit groß. Im Freiburger »Bermudadreieck« können Sie mit gutem Gewissen der Lust am Burger frönen, denn im Burger Chalet geht es nicht um Fastfood, sondern um Sternegastronomie vom Feinsten.
Die Saucen sind selbst gemacht, das Burgerfleisch selbst gewolft und abgedreht. Alles frisch vom badischen Jungbullen. Statt einer Tiefkühlscheibe wird knusprig frisches, regionales Rindfleisch serviert, auf Wunsch gebraten, wie Sie es am liebsten mögen. Torsten Wagner empfiehlt medium, und der Koch weiß, wovon er redet, er hat in der Traube Tonbach in Baiersbronn das Handwerk gelernt. Edler geht es fast nicht in Deutschland. Man merkt die Liebe zum Detail, die er und seine Lebensgefährtin Sophie Zipse in die Karte gesteckt haben: Fairfood statt Fastfood, die Zutaten kommen aus der Region, sind frisch und die Brötchen schmecken nach Brötchen. Es knuspert beim Reinbeißen – kein Wunder, werden sie doch jeden morgen frisch nach eigener Rezeptur gebacken.
Der Chef kocht auch für das Teatro Colombino: Dort können Sie im Spiegelpalast eine Show sehen und vier Gänge speisen. Burger gibt es hier allerdings keine.
Der Rest ist leckere Qual der Wahl. Einen »Gipfelluft Burger« mit frischer Avocado, Pesto und Ingwermayonnaise? Oder einen »Alpenfeuer Burger« mit Chili-Käsesauce, Cheddar, Jalapenos und frisch gemahlenem Chilipulver? Oder vielleicht doch lieber die fleischlose Variante: »Bodenschatz Burger« mit gebratenen Champignons, Cheddar, Pesto und Trüffelmayonnaise? Dazu Rosmarinkartoffeln oder Pommes und eine Bionade. Was im Burger Chalet aber definitiv nicht geht, ist, den Burger in die Hand nehmen und reinbeißen, dazu ist viel zu viel Belag drauf. Messer und Gabel sind angesagt, was der Lust am Burger keinen Abbruch tut. Drängen Sie den Gedanken an labbrige Big Macs ganz weit nach hinten und genießen Sie in dem kleinen Laden hinter dem KG III der Uni Freiburg. Um gemütlich zu sitzen ist das Burger Chalet eher nichts, wohl aber um lecker und qualitativ hochwertig zu essen.
Burger Chalet · Mo–Sa 12–21 Uhr · Niemensstraße 9 · 79098 Freiburg Tel. 07 61/27 83 82 · Haltestelle: Holzmarkt, Stadtbahn S2, S3

02
DAS SKAJO AUF DER KAJO
Haben Sie schon einmal in der Sky Lounge des Savoy Hotel mit Blick auf den Kölner Dom an einem Aperol Spritz genippt? Dann kennen Sie das Gefühl, genau am richtigen Ort zu sein. Ein wenig kleiner, aber nicht weniger fein, ist das Skajo auf der KaJo. Freiburg kann es auch!
Über den Dächern von … Das hatte schon immer eine besondere Anziehungskraft, ob Nizza, Köln oder Breisgau. Das Besondere am Freiburger Stadtblick: Er bietet eine traumhaft schöne Aussicht auf das Münster, dahinter zieht Schwarzwaldgrün über die Hügel, die Dächer der Altstadt leuchten ockerrot. Ein unvergessliches Panorama.
Das Skajo auf der Kaiser-Joseph-Straße bietet diesen Blick. Es geht mit dem Aufzug nach oben in den fünften Stock, dort haben Sie die Wahl zwischen der Terrasse oder dem Restaurant mit Panoramafenstern. Ein überraschendes stilles Erlebnis nach dem hektischen Treiben auf der Freiburger Einkaufsstraße.
Drinnen entspannen gedeckte Brauntöne und stylishes Lounge-Ambiente. Die große Fensterfront erinnert an die Monkey Bar im 25hours Hotel Bikini Berlin am Tiergarten. Die hufeisenförmige Bar leuchtet verlockend. Auf der Karte finden sich Fleisch- und Fischgerichte, aber auch Vegetarisches. Wer hier einen Tisch bestellt, der ist nicht auf der Suche nach Traditionellem. Das Skajo ist modern und kulinarisch voller Überraschungen, die Crème brulée gibt es beispielsweise von der Rauchforelle mit Apfel-Meerrettich-Sorbet.
Ein idealer und trendiger Ort, um sich mit der Freundin auf einen Plausch und eine Runde Entspannung nach dem Shoppen zu verabreden, um neue interessante Bekanntschaften zu machen oder um sich mit dem Partner einfach mal was zu gönnen. So lecker die Küche auch ist, das Highlight ist die Terrasse mit dem Blick auf über 800 Jahre Stadtgeschichte, im Sommer mit einem Mango Spritz, einem Skajo rot oder einer alkoholfreien Variante, bis die Dunkelheit die Stadt zum Glühen bringt. Hoch oben über den Dächern kommt Freiburg so großstädtisch daher wie nirgendwo sonst.
SKAJO · Mo–Do 11–22, Fr, Sa 11–24, April–Sept. So 13–21 Uhr Kaiser-Joseph-Straße 192 · 79098 Freiburg · Tel. 07 61/20 25 12 40 · www.skajo.de Haltestelle: Bertholdsbrunnen, Stadtbahn S1, S2, S3, S4

03
BIERGARTENCRAWL VON A BIS …
Die Lust, Essen und Trinken an der frischen Luft zu genießen, ist im sonnigen Süden ganz besonders ausgeprägt. Wenn Sie nicht aus Freiburg rausfahren wollen, um in einer »Straußi« Wurstsalat, »Brägele« und ein herbes Bier oder einen frischen Wein zu »schlotze«, finden Sie genug Biergärten in der Innenstadt.
Der Vorteil, den die Innenstadtbiergärten gegenüber den »Straußen« auf dem Land haben, ist nicht zu unterschätzen: Sie müssen nicht mit dem Auto fahren, sondern können alle zu Fuß oder mit der Straßenbahn erreichen. Zu zweit ist ein »crawl«, also eine Biergartentour, nett, in der Gruppe ist es netter. Aber wo anfangen? Am besten bei A und dann im Alphabet weitermachen und schauen, bei welchem Buchstaben Sie am Ende landen. Es bis Z an einem Tag schaffen zu wollen, wäre falscher Ehrgeiz.
Aller Anfang ist mexikanisch: Tequila im Aguila in der Sautierstraße. Stärken Sie sich dort mit marokkanischen Spezialitäten für die anstehende Tour. Die Holztische und Klappstühle im Biergarten der Eckkneipe bringen das gewünschte Flair. Weiter geht es im Bierbrunnen (das muss schon allein wegen des Namens sein) in der Elsässer Straße. Hier gibt’s eine breite Auswahl an Frischem vom Fass und gute Qualität zu niedrigen Preisen.
Auf B folgt bekanntlich C wie Café Extrablatt in der Schreiberstraße am Dreisamufer. Ein Weißbier gegen den Durst und derweil der Dreisam beim Fließen zuschauen. Das Leben könnte nicht entspannter sein, während oben der Verkehr vorbeizieht, stört hier nichts den Blick auf den Fluss.
D ist das Dattler, das Schlossrestaurant und Wahrzeichen aller Freiburger Biergärten, denn die Lage auf dem kleinen Freiburger Hausberg ist einfach traumhaft. Wer es touristisch mag, der fährt mit der Bahn nach oben, wenn Sie sich jedoch noch fit fühlen, laufen Sie.
Am Ende steht Z wie Zähringer Burg. Das Waldrestaurant liegt ein Stück von der Endhaltestelle der Stadtbahnlinie 2 entfernt, für den Fußweg entschädigen schön angelegte Terrassen. Fragen Sie im Restaurant Zähringer Burg nach dem riesigen Schlüssel zum Burgturm und laufen Sie die fünf Minuten zum Turm. Die Aussicht von oben sollten Sie nicht verpassen.

04
SÜSSE TRÄUME VON RAFAEL MUTTER
Sie ist nicht ganz so romantisch wie der kleine Schokoladenladen von Vianne Rocher im Film »Chocolat«. Die Confiserie Rafael Mutter kommt eher klar und modern daher. Die Kunst liegt hier im köstlichen Detail, der Schokolade in ihrer überwältigend leckeren Vielfalt.
Über 60 verschiedene Schokoladen in allen Farben und Formen – fast wie von einem süßen Schwindel erfasst, versucht man, die eigene Lust zu ergründen: weiß mit Nüssen, Edelrahm oder Zartbitter, sortenrein aus Cuba oder lieber Ecuador? Oder vielleicht heiß und flüssig? Die Trinkschokolade von Rafael Mutter ist eine Offenbarung. Vielfach ausgezeichnet, zählt die Confiserie zu den besten in Europa. Alle Produkte werden in Handarbeit in der eigenen Firma in Bad Säckingen hergestellt, ohne künstliche Aromen oder Konservierungsmittel. Von einer Pralinensorte werden jeweils nur zehn bis 20 Kilogramm hergestellt. Das reicht für eine Woche. Dann wird wieder frisch produziert: Champagnertrüffel, Schichtnougat und kleine Desserts zum Mitnehmen wie Rüebli-Four oder Cake Schokoknusper. Ein edles Vergnügen, dem früher in Europa nur Zaren und Könige frönten. Königliches geht noch immer, gerade an Weihnachten. Der Weihnachtsmann aus Grand-Cru-Edelschokolade wird mit einem Hauch Blattgold veredelt.
Ohne Reue genießen. Eine Tafel von Rafael Mutters Schokolade hat rund 550 Kalorien. Die hat man nach zwei Stunden intensiven Shoppings in der Gerberau aber wieder komplett verbraucht.
Doch zurück zur Trinkschokolade. Die gibt es wahlweise pur oder verfeinert mit Orange, Minze, Ingwer oder Chili. Der Rest der Trinkschokoladenkarte verspricht eine Weltreise des süßen Geschmacks – nach Madagaskar, Venezuela oder Saint-Domingue. Erstaunlich und unfassbar lecker, wie unterschiedlich Schokolade in heißer Milch schmecken kann. Sie wird Ihnen in schlichtem Porzellan, mit einem Glas Wasser und einem »Probiererle« serviert. Von wohligem Glücksgefühl durchströmt, können Sie das Angebot studieren und selbst die ausliegenden Schokoladentafeln als (optischen) Genuss empfinden.
Confiserie Rafael Mutter · Mo–Sa 10–18 Uhr · Gerberau 5 · 79098 Freiburg · Tel. 07 61/2 92 71 41 www.confiserie-rafael-mutter.de · Haltestelle: Bertholdsbrunnen, Stadtbahn S1, S2, S3, S4

05
DIE FREIBURGER SEELE IST OBERSCHWÄBISCH
Die Freiburger Seele ist außen knusprig und innen duftig luftig. Sie wird mit Salz und Kümmel bestreut – eine Art Baguette aus herzhaftem Dinkelteig. Das Schockierende aber ist: Das vermeintliche Freiburger Urgebäck ist überhaupt nicht badisch, es ist oberschwäbisch.
Da glauben nun die meisten Freiburger »die Seele, des isch typisch Freiburg« und liegen in ihrem Seelen-Glauben doch gänzlich daneben. Der Seele Ursprung liegt irgendwo östlich von Stuttgart und damit in dem Landesteil Baden-Württembergs, der den meisten Badenern gar nicht so lieb ist. Die Freiburger Seele ist schwäbisch, das tut dem Freiburger natürlich in der Seele weh. Deshalb hat er die Seele inzwischen eingemeindet.
In der Wiehre ist einer der besten Bäcker der Stadt am Werk. Alexander Bühler hat die Bäckerei 1991 von seinen Eltern übernommen, der kleine Betrieb ist seit 1912 fest in Familienhand. Klasse statt Masse ist hier das Konzept. Es wird noch von Hand gebacken, und das schmeckt man auch. Seelen gibt es täglich frisch, Sie sollten nur nicht bis nachmittags warten, um vorbeizuschauen, da sind die begehrten Seelen oft schon ausverkauft. Falls Sie doch zu spät kommen, können Sie aber auf andere köstliche Dinge, etwa die herrlich saftigen Speckkringel aus Laugenteig, ausweichen.
Was an der Seele besonders ist, weiß man in der Bäckerei Bühler ganz genau. Ein Gemisch aus Dinkelmehl, Wasser, Zucker und Hefe bildet den Vorteig, der über Nacht ruhen muss. Den Teig dann mit Weizenmehl ausrollen, mit Wasser bestreichen, Kümmel und Meersalz drauf, und ab in den Ofen. Weil der Vorteig über Nacht geruht hat, kann sich die Seele am Tag darauf auch voll entfalten. Am besten passt ein herzhafter Belag auf die Seele: Bauernkäse oder Schwarzwälder Schinken. Manche schwören auch auf eine würzig-süße Kombination wie Camembert und Marmelade.
Sollten Sie sich fragen, warum das Gebäck so heißt, wie es heißt, finden Sie verschiedene Erklärungen. Eine (die gängigste) ist: Ihren Namen hat die Seele, weil früher Brote als Kultgabe für die Toten (Seelen) dargebracht wurden.
Bäckerei Bühler · Mo–Fr 6.30–18 Uhr · Zasiusstraße 9 · 79102 Freiburg Tel. 07 61/7 39 37 · Haltestelle: Johanneskirche, Stadtbahn S2, S3

06
DUFT DER WEITEN WELT: RÖSTEREI SCHWARZWILD
Schlicht und minimalistisch kommt die Kaffeerösterei Schwarzwild daher. Schon der Hof duftet nach den edlen Bohnen. Treten Sie ein, werden Sie vom Aroma schier überwältigt. Nun stehen Sie vor der Wahl der Nuance: ein wenig Schokolade, Nougat oder doch lieber Cognac? Kaffee ist hier mehr als einfach nur Kaffee.
Versteckt in dem flachen, gelben Gebäude in einem Hinterhof der Kartäuserstraße, strahlt die Rösterei in luftigem Weiß: eine Probierbar, eine Verkaufstheke, ein paar Regale und ein paar Säcke mit Kaffeebohnen. Sie sollten sich das Vergnügen dieses Aroma-Erlebnisses nicht entgehen lassen. Wenn Sie dafür keine Zeit haben, können Sie den Kaffee online bestellen. Die Sorten im Angebot können bis zur Plantage zurückverfolgt werden: Indien, Äthiopien, Brasilien, Mexiko, man riecht die weite Welt in der Rösterei Schwarzwild. Das Sortiment ist groß, und die Wahl fällt schwer, aber die Beratung ist der halbe Spaß. Und das Probieren das schlichte Glück.
Wenn Sie tiefer in das Thema Kaffee einsteigen wollen: Andrea Jauch gibt auch Barista-Kurse. Früh anmelden, die Kurse sind schneller ausgebucht als die Espressi ausgetrunken.
Besitzerin Andrea Jauch hat die Liebe zum Kaffeerösten in Norwegen entdeckt: zufällig, in Oslo, bei der Kaffeeikone Tim Wendelboe. In einem Berufszweig, in dem es nur wenige Frauen gibt, hat sie es bis nach ganz oben geschafft. Das Fachmagazin »Crema« kürte sie bereits zum Röster des Jahres. Man merkt ihr die Leidenschaft für ihren Kaffee an, und man beneidet sie auch ein wenig um den duftenden Arbeitsplatz, während sie einen Cappuccino mit perfekter Milchschaumkrone serviert oder die Kundschaft beim Bohnenkauf berät. Währenddessen rösten die Maschinen mit einem gleichförmigen Knirschen Kaffeebohnen aus aller Welt. Das Logo, die wilde Hilde mit Bollenhut, kommt frech daher, der Laden stylish und Andrea Jauch dynamisch. Im Angebot sind sortenreine Espressi und exklusive Mischungen. Montag ist Rösttag und geschlossen. Den Rest der Woche können Sie kaufen und genießen.
Schwarzwild Rösterei · Di–Fr 11–18.30, Sa 10–14 Uhr · Kartäuserstraße 60 · 79102 Freiburg Tel. 07 61/29 08 88 05 · www.roesterei-schwarzwild.de · Haltestelle: Schwabentorbrücke, Stadtbahn S1

07
TAGEINS – ALLES NUR KEIN MONTAG
Manchmal ist es an der Zeit, die Selbstverständlichkeiten des Lebens zu hinterfragen und sich gegebenenfalls neu zu sortieren. Wenn Ihre Woche mit Montagen beginnt, gehören Sie zum Establishment, sind retro und nicht oft im Freiburger Osten unterwegs, denn hier beginnt die Woche leidenschaftlich, tanzend und mitten im Grünen.
Wenn Sie Ihre Woche aber mit dem tageins beginnen, dürften Sie im Waldsee bestens aufgehoben sein. Montage im Waldsee sind so gänzlich anders als normale schnöde Wochenanfänge. Hier ist nicht Montag, hier ist tageins, und Owald & Ernesto machen ihn in der Cocktaillounge zu einem Fest. Einem, das immer anders ist. Montags ist Clubnacht, und Sie können in die Woche tanzen. Die Richtung ist klar, die beiden DJs legen elektronische Musik auf, aber die Ausrichtung ist immer mal wieder eine andere. House, Techno, Dub … alles fließt und tanzt. Dienstags gibt es im Waldsee Jazz ohne Stress, mittwochs move to groove. Alles mitten im Grünen, denn das Waldsee heißt nicht nur so, es liegt auch am Waldsee und ist ein grüner Fluchtpunkt im quirligen Freiburger Stadtleben. Entspannung hat hier Tradition seit 1894. Das Waldsee ist ein klassisches Ausflugslokal und tagsüber immer gut besucht. Montags ist das Restaurant allerdings geschlossen, an den anderen Tagen der Woche ist das Angebot auf der Karte sehr vielfältig und reicht von Salaten über Flammkuchen und Burger bis zu Fleisch- und Fischgerichten. Für die besonderen Bedürfnisse geht es auf Wunsch auch vegan und ohne Gluten oder Laktose.
Wollen Sie auf dem See Ruder- und Tretbootfahren? Der Tretbootverleih Waldsee lässt die Herzen der Hobbykapitäne höher schlagen – allerdings nur während der Sommersaison.
Im Sommer chillen, tanzen, draußen unter dem romantischen Sternenhimmel schwelgen und die Gedanken übers Wasser schweifen lassen. In der Dämmerung können Sie vielleicht auch die ein oder andere Fledermaus zwischen den wuchtigen alten Eichen und den duftenden Rhododendren erspähen.
Restaurant Waldsee · tageins, montags ab 22 Uhr · Waldseestraße 84 · 79117 Freiburg Tel. 07 61/7 36 88 · www.waldsee-freiburg.de · Haltestelle: Musikhochschule, Stadtbahn S1

08
MILCH UND MÜSLI AUS DEM BUNTEN QUARTIER
Nirgendwo ist Freiburg freiburgerischer als im Vauban, der alternativen Siedlung im Süden der Stadt, wo ökologische und sozialpolitische Überzeugungen geliebt und gelebt werden. Das Konzept sieht eine Mischung von Arbeit und Wohnen vor, Fußgänger, Radfahrer und öffentliche Verkehrsmittel haben Vorrang, und soziale Gruppen sollen sich mischen. So gibt es Mehrgenerationenhäuser, und junge Menschen leben etwa mit Demenzkranken zusammen. Wohnen als soziales Anliegen. Aber in der bunten Welt voll Hängematten und spielender Kinder sind nicht nur die Menschen, sondern auch die Läden anders. Der Quartiersladen bietet eine Müslibar, Sojaprodukte, Bio-Wein, fairen Kaffee und Naturkosmetik.
Quartiersladen · Mo–Fr 8–19, Sa 8–14 Uhr · Vaubanallee 18 · 79100 Freiburg Tel. 07 61/4 01 97 72 · www.quartiersladen.de · Haltestelle: Vauban Mitte, Stadtbahn S3

09
LUXUSTRINKEN IN DER HEMINGWAY BAR
Dem großen Ernest Hemingway hätte es hier sicher gefallen. Die Bar ist im historischen Gewölbekeller des Best Western Premier Hotel Victoria untergebracht, hat Stil und kann Ihnen einiges bieten. Es gibt zwar kein Großwild zu jagen und auch keine Hochseefische zu angeln, dafür aber jede Menge Drinks und exklusive Spirituosen. Klassische Cocktails oder moderne Kreationen – die Lust am Getränk kommt, sobald man die Bar betritt. Wie wäre es mit einem torfigen Whisky samt aromatischer Zigarre aus dem Humidor, der ausgesuchte Rauchwaren aus der Karibik und Südamerika bereithält? Wenn Sie die gewünschte Zigarre gefunden haben, können Sie sich in die Smokers Lounge begeben und in aller Ruhe genießen.
Der Gewölbekeller in der Eisenbahnstraße gehört zu den besten Bars in Deutschland. Wo ließe es sich besser in Hemingway-Zitaten schwelgen als hier?
Hemingway · tgl. 18–2 Uhr · Eisenbahnstraße 54 · 79098 Freiburg · Tel. 07 61/20 73 40 www.hotel-victoria.de/hemingway-bar.html · Haltestelle: Hauptbahnhof, Stadtbahn S1, S2, S3, S4

10
DAS CRASH: FREIBURGS UNDERGROUND
Freiburgs dunkle Seite ist seit den Achtzigern des vergangenen Jahrhunderts in einem Keller Im Grün zu Hause. Dort, wo in den wilden Jahren die Barrikaden brannten und sich die Hausbesetzer-Szene gegen das Establishment wehrte. Das Crash ist seit mehr als einer Generation eine Undergroundlegende. Wagen Sie sich hinein!
1985 brannte das autonome Zentrum in Freiburg. Die Stadt fürchtete weitere Hausbesetzungen und stellte schnell den Schnewlinkeller als Ersatz zur Verfügung. Eigentlich nur eine Übergangslösung, aber das Crash ist immer noch da und damals wie heute das Zuhause einer ganz unterschiedlichen Klientel. Hier ist Freiburg am härtesten.
Früher waren »unten« und »oben« streng getrennt, inzwischen hat man fusioniert. Oben befindet sich der Drifters Club, der dort seit den späten 1980ern elektronische Wellen durch den Äther presst. TECHNOOOO!! Hier wummern angesagte DJs. Ein »floor« down, und die Welt wird schwarz und düster, im Crash scheint nie das Tageslicht. Punk, Rock, Hardcore, Wave und Metal von den besten DJs der Szene, minimalistisches Ambiente und eine double bass am Rande der Erträglichkeit. Konzerte finden das ganze Jahr über statt. Das Programm gibt’s im Internet.
Das Crash darf sich zu Recht seit Jahrzehnten der härteste Laden der Stadt nennen. Hier gibt es nur eine Farbe – schwarz, unterbrochen einzig von den grellen Lichtflashs des Stroboskops. Tanzen fühlt sich hier an wie ein Trip in die Untiefen der Musik, an Metal-Abenden werden Trash, Doom, Speed und Death gespielt. Neugierig geworden? Dann nichts wie hin!
Freiburg wäre nicht Freiburg, wenn es nicht auch im Underground noch sein Umweltbewusstsein pflegen würde. Schon in den späten 1980ern gab es hier Plastikbecher mit Pfand, lange bevor recycelt wurde. Weil die DJs im Crash viele Jahre lang in einem Käfig die Platten auflegten, liegt die Vermutung nahe, dass es auch einfach sicherer gewesen sein könnte, kein Glas auszugeben und dafür Bier in Bechern zu verkaufen.
Crash · Fr, Sa 22–5 Uhr · Schnewlinstraße 7 · 79098 Freiburg · Tel. 07 61/38 29 16 www.crash-freiburg.de · Haltestelle: Hauptbahnhof, Stadtbahn S1, S2, S3, S4, Faulerstraße Bus 11

11
ROSENBLÜTENSEKT IN DER GÄRTNEREI
Einen kräftig duftenden Kaffee bekommen Sie in Freiburg fast überall. Leckere Kuchen oder Torten in schönem Ambiente auch. Aber ein Café, in dem Sie sich zu jeder Jahreszeit ganz den Düften der Natur hingeben können, das ist einzigartig und nur in Lehen zu finden.
Das Schönste am Blumencafé ist, dass Sie nie wissen, was für ein Blütenmeer Sie erwartet. Als Heidi Rammo-Vonderstraß es 1998 eröffnete, wollte sie damit der Baumschule ihrer Eltern ein besonderes Angebot hinzufügen. Seither ist das Café zum Magneten geworden.
Die gelernte Floristin dekoriert regelmäßig um, und während Sie den Kaffee genießen – dazu noch ein Stückchen von der leckeren Flockensahne vielleicht –, können Sie in aller Ruhe ihre Dekotipps aufsaugen, diese auch käuflich erwerben oder einfach Blumenideen für Geschenke sammeln. Da war doch die Taufe, bei der Sie dem Kind der Freundin einen Baum schenken wollten …
Inzwischen bietet das Blumencafé auch unter der Woche Frühstück an (alle Varianten haben Blumennamen, und »Margerite«, »Sonnenblume«, »Veilchen« oder »Vergissmeinicht« schmecken schon dank des Namens noch viel frischer), und es ist, als hätte Freiburg nur darauf gewartet. Der Blick schweift vom Teller zu den blühenden Bäumen und Sträuchern, die die Luft rund um das Blumencafé mit ihrem Duft erfüllen.
An sonnigen Tagen (und die gibt es erfreulich oft in Freiburg) können Sie auch im Freien sitzen und den Blumenduft draußen genießen. Herrlich, das Gesicht in die Sonne zu halten und dem Gezwitscher der Vögel zu lauschen. Es ist ein Ort, an dem Sie ein Stückchen Lebensqualität entdecken, ganz unabhängig davon, ob Sie 20 oder 50 sind.
An trüben oder regnerischen Tagen lockt hingegen die klare, weiße Schlichtheit des Cafés, das trotz aller Blumendeko nie überladen wirkt und seine Gäste, wenn die Temperaturen sinken, mit einem offenen Kamin wärmt. Wo sonst können Sie in Rosen schwelgen und auf den Kauf mit einem Rosenblütensekt anstoßen? Passend zur Deko natürlich.
Blumencafé · Di–So, Feiertage 9–18 Uhr · Humbergweg 14a · 79111 Freiburg Tel. 07 61/1 56 05 00 · www.blumencafe.de · Haltestelle: Moosweiher, Stadtbahn S1

12
TRÜFFEL, SCHNAPS UND ÖKOWEIN
Trüffel mitten in den badischen Weinbergen? Geht nicht? Doch, sagt Winzer Heinrich Gretzmeier aus Merdingen. Er ist nicht nur einer der ersten, der sein Wein- und Sektgut komplett auf öko umgestellt hat, er ist auch ein Pionier in Sachen Trüffel, dem es gelungen ist, den Edelpilz mitten in den Reben heimisch zu machen.
Eigentlich ist das seit 1986 bestehende Wein- und Sektgut Gretzmeier, das bereits zwei Jahre nach der Gründung auf Biobetrieb umstellte, für seine ökologisch produzierten Weine und Obstbrände bekannt. Aus den Trauben und verschiedensten Obstsorten, die am sonnenverwöhnten Tuniberg üppig gedeihen, entsteht Süffiges von höchster Bioqualität, das Sie beim Besuch des Weinguts und der Hausbrennerei, aber auch online erstehen können. Ganz neu im Sortiment ist ein dreifach destillierter milder Brandy.
Vor etlichen Jahren hatte der umtriebige Winzer eine neue Idee, die für die badische Region zunächst etwas ungewöhnlich anmutete: Er begann Trüffel am Tuniberg anzubauen. Trüffel, die man normalerweise eher in Frankreich oder Italien verortet, sind unterirdisch wachsende Schlauchpilze, von denen viele Arten allerdings nicht essbar sind. Gute, genießbare Trüffel bevorzugen, ebenso wie Wein, kalkhaltige Böden – ihr Anbau bildet sozusagen die perfekte Ergänzung zum Weinbau.
So sah das zumindest Winzer Gretzmeier, und der Erfolg gibt ihm recht, auch wenn zwischen den Anfangsversuchen und der ersten namhaften Trüffelernte mehrere Jahre lagen. Wenn Gretzmeier sich heute mit seinem Hund Alba – im Übrigen ein Exemplar der italienischen Rasse Lagotto Romagnolo, die in Italien traditionell zur Trüffelsuche eingesetzt wird – auf die Pirsch nach dem Edelpilz begibt, wird er meist fündig.
Sie können den Trüffel in der zum Weingut gehörenden Straußwirtschaft probieren – vorausgesetzt Hund Alba und Herrchen hatten Finderglück. Auch an Trüffelwanderungen mit Weinprobe können Sie teilnehmen.
Öko Wein- und Sektgut Gretzmeier · Straußwirtschaft Frühjahr und Herbst Mo–Fr ab 17, So ab 16 Uhr · Wolfshöhle 3 · 79291 Merdingen · Tel. 0 76 68/9 42 30 www.gretzmeier.de · Haltestelle: Merdingen Sonne, Bus 31 ab Paduaallee

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DER EDLE GEIST VON WOLFENWEILER
Edel brennt der Wolfenweiler, geistreich und gut. Die Meister des Destillats müssen sich keinesfalls hinter den Großen des Geschäfts verstecken. Ganz im Gegenteil. Wolfenweiler hat in den vergangenen Jahren einiges an Renommee dazugewonnen.
Das Besondere am badischen Schnaps ist seine Vielfalt. Von A wie Apfelbrand bis Z wie Ziebärtle (Wilde Pflaume) reicht das fruchtige Sortiment. Frank Küchlin vom Böttchehof am Batzenberg erhielt für seine edlen Brände schon viele Auszeichnungen, etwa den Goldenen Preis mit Höchstnote für sein Zwetschgenwasser. Seit über drei Jahrzehnten brennt er die leckersten Schnäpse. Und gibt sein Wissen weiter, sehr viel weiter. In Namibia brannte Küchlin vor etlichen Jahren Schnaps aus Affenorangen. Er war dorthin gereist, um Schnaps-Entwicklungshilfe zu leisten. Doch statt Tipps zu geben, musste er die Brennerei erst einmal aufbauen. Küchlin brachte alles zum Laufen und begann, aus einheimischen Früchten Schnaps zu brennen. Der Schnaps aus Affenorangen soll für die Touristen gebrannt werden, eine Einnahmequelle für strukturschwache Regionen. 2016 verschlug es ihn dann nach Singapur. Auch dort baute er eine Brennerei auf, die den ersten Gin des Landes produzierte.
Trester-Wurstessen: Immer freitags im Oktober werden auf dem Böttchehof im historischen Brennkessel Würste aus Traubentrester zubereitet. Ein einzigartiges Geschmackserlebnis.
Zu Hause im Süden von Freiburg brennt Küchlin rund 40 verschiedene Brände und Liköre, seit etlichen Jahren auch Whisky, Gin und Rum. »Der einzige Geschmacksverstärker, den es bei mir gibt, ist meine Leidenschaft«, sagt Küchlin und schenkt beste Brände aus Obst vom Batzenberg aus. Wenn Sie das Brennereihandwerk fasziniert, können Sie bei ihm in Schallstadt-Wolfenweiler das badische Schnapsdiplom machen. Frank Küchlin führt den Hof (Wohnhäuser, Schenke, Hof, Brennstube und Scheune) bereits in der zweiten Generation, mit modernen Ideen und Traditionsbewusstsein, die ideale Mischung für gute Qualität.
Böttchehof · Schnapsverkauf Mo–Sa 9–12, 14–18 Uhr · Basler Straße 76a · 79227 Schallstadt Tel. 0 76 64/73 77 · www.boettchehof.de · Haltestelle: Schallstadt, S-Bahn S3, Bus 7240, RE und RB

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SEILBAHN TRIFFT KULINARIK
Um auf Freiburgs Hausberg Schauinsland zu gelangen, können Sie wandern (anstrengend) oder mit der Seilbahn fahren (chillig). Und Sie können Seilbahn fahren und den Ausblick genießen (angenehm) oder Seilbahn fahren und dabei den Gaumen verwöhnen (sehr angenehm) – oder: Sie kombinieren beides miteinander!
Hoch genießen wird diese außergewöhnliche Kombi genannt, und das bedeutet konkret, dass Sie während der 20-minütigen Seilbahnfahrt, die Sie hinauf auf den Schauinsland führt, den Panoramablick mit leckeren Köstlichkeiten garniert genießen können. Und hier haben Sie sogar die Qual der Wahl: Soll es lieber regional und herzhaft sein? Dann könnte ein Vesper bestehend aus Schmalz-, Speck- und Käsebrötchen mit einem Freiburger Bier das Richtige sein. Oder sind Sie der Typ Naschkatze? Dann lassen Sie sich frische Hefezöpfe aller Art mit wahlweise einem Sekt oder einem antialkoholischen Getränk zur Seilbahnfahrt schmecken. Auch Edles kann gereicht werden, bestehend aus Canapés, einem Garnelenspieß und gefüllten Pfannkuchenröllchen, auch hierzu passt natürlich ein Gläschen Sekt ganz vorzüglich.
Buchbar sind die köstlichen Fahrten für alle, die Lust auf etwas Außergewöhnliches haben, ab einer Teilnehmerzahl von zwölf Personen. Es findet auf Wunsch eine individuelle Beratung statt – schließlich will es wohlüberlegt sein, welche Gaumenfreude man sich gönnt, während man dem Gipfel entgegengondelt. Die Freiburger bezeichnen den Schauinsland liebevoll als »Hausberg«, auch wenn die Talstation der Seilbahn immerhin rund zehn Kilometer von der Altstadt Freiburgs entfernt ist.
Übrigens endet der Genuss nicht an der Bergstation der Seilbahn. Dort nämlich können Sie sich sowohl an den Angeboten des Cafés und Restaurants Die Bergstation erfreuen, als auch am Blick über Freiburg und bis hin zu Vogesen und Alpen. Das ist auch von der Sonnenterrasse aus möglich, auf der bequeme Holzliegen zu einem entspannten Betrachten der Szenerie einladen.
Schwarzwald-Connection · Schwarzwaldstraße 43 · 79117 Freiburg · Tel. 0 76 02/59 51 33 www.schauinslandbahn.de/hoch-geniessen/gastronomie/kulinarische-seilbahn Haltestelle: Schauinslandbahn Talstation, Stadtbahn S2, Bus 21

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ALLES KÄSE IM SCHWARZWALD
Nichts ist so herrlich sinnlich wie eine Fahrt entlang der Käseroute. Von Münstertal aus geht es hinauf auf die klaren Höhen: Die bunten Sommerwiesen duften, vor den romantischen, über die Hügel verstreuten Schwarzwaldhöfen weiden gemütlich die Milchkühe, und in den Hofkäsereien locken würzige Bioprodukte.
Die Käseroute im Südschwarzwald ist gelebter Bio-Lifestyle, handgemacht, hausgemacht, frisch gemacht. Das Angebot an Käse ist so vielfältig wie die Höfe entlang der Strecke im Naturpark Südschwarzwald. Und jeder Hof hat anderen Käse im Angebot. Die einen streuen Wiesenblumen in den Käse, die anderen verpacken den Bibeleskäs frisch im Hofladen, die nächsten lassen ihren Bergkäse lange und liebevoll im Holzregal reifen.
Die Erzeuger bieten meist nicht nur Käse an, es gibt auch Führungen oder Kurse zur Herstellung des Milchprodukts sowie Honig, Marmelade, Schnäpse oder Likör zu kaufen. »Selbst erzeugt« ist die Geheimformel, die den Boom auslöste. Im Jahr 2000 haben sich einige Höfe der Region zur Käseroute zusammengeschlossen. Die über 60 000 Touristen im Jahr, die die Gegend besuchen, schauen gerne bei den Käsereien vorbei. Der regionale Käse hat Hochkonjunktur, und das nicht ohne Grund, denn man schmeckt die sonnigen Weiden des südlichen Schwarzwalds, die gute Luft, und man möchte schwören, dass die Kühe nirgendwo glücklicher sind.
Wenn Sie vom Münstertal aus in die Käseroute einsteigen, sollten Sie unbedingt im Romantik-Hotel Spielweg anfangen und den Molkenzieger, den milden Frischkäse aus Molke, probieren und dann weiter zum Glocknerhof fahren. Dort können Sie den herzhaften Räucherkäse mitnehmen, der hervorragend mit der dortigen Ziegensalami oder dem Schwarzwälder Schinken harmoniert. Weil die Erzeuger direkt ab Hof verkaufen und in der Regel nicht beliefern, können sie rentabel arbeiten. Den Kunden bleibt die Anfahrt, aber die ist auf der Käseroute Teil des Erlebnisses. Wer glaubt, es ist alles Käse im Schwarzwald, der hat auf jeden Fall so was von recht.
Die Käseroute · Informationen und Karte: www.naturpark-suedschwarzwald.de/essen-trinken/kaeseroute
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