Read the book: «Die schönsten Familienwanderungen in Salzburg»

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Übersicht

Salzburg Stadt und Umgebung

1 Hellbrunn

2 Rauchenbichl (Gaisberg)

3 Aigner Park

4 Kapuzinerberg

5 Leopoldskron und Mönchsberg

6 Untersberg und Schellenberger Eishöhle

7 Untersberg (Überquerung)

8 Aschauer Weiher – Märchenpfad

9 Johanneshögl bei Piding

Flachgau

10 Weidmoos, Ibmer Moor

11 Teufelsgraben bei Seeham

12 Naturpark Buchberg

13 Tiefensteinklamm

14 Naturerlebnisweg Seekirchen und Wenger Moor

15 Dichtlalm (Wunderfichte) und Ruine Lichtentann

16 Ruine Plainburg und Wolfschwang

17 Trockene Klamm

18 Plötz und Ebenauer Mühlenwanderweg

19 Nockstein

20 Nocksteinschlucht

21 Gruberalm und Feichtensteinalm

22 Hintersee und Eiskapelle

23 Waldzauber Hintersee

24 Loibersbacher Höhe

25 Rund um den Kugelberg

26 Rund um den Fuschlsee

27 Wartenfels

28 Pitschenberg

Salzkammergut

29 Lindenkapelle

30 Großer Schoberstein

31 Steinklüfte

32 Zwölferhorn

33 Bleckwand

34 Über den Falkenstein

35 Schafberg

36 Vormauerstein

37 Schwarzensee

Tennengau

38 Bad Dürrnberg über den Knappensteig

39 Barmsteine

40 Ruine Gutrat

41 Vollererhof und Erentrudisalm

42 Adneter Moos und Marmorbrüche

43 Krispler Höhenweg (von Krispl nach Zillreith)

44 Wieserhörndl und Spielberg

45 Ladenberg- und Zisterbergalm

46 Tauglweg bei Bad Vigaun

47 Georgenberg bei Kuchl

48 Rabenstein bei Golling

49 Bluntautal

50 Seewaldsee

51 Trattberg und Hoher First

52 Lammeröfen und Wallingalm

53 Tricklfall, Dachserfall und Winnerfall

54 Seitenalm und Rocheralm

55 Mahdalm-Losegg-Rundweg

56 Stuhlalm und Theodor-Körner-Hütte

Pongau

57 Lammertaler Urwald

58 Ostermaisspitze

59 Mahdegg und Elmaualm

60 Mahdegg und Samerhof

61 Elmaualm und Wengsee

62 Werfenwenger Almpfad

63 Sound of Music Trail in Werfen

64 Sieben-Mühlen-Weg in Pfarrwerfen

65 Hochgründeck

66 Vier Hütten auf der Widdersbergalm

67 Penkkopf (Großarltal)

68 Amoseralmen

69 Gasteiner Höhenweg (Martin-Lodinger-Weg)

70 Gadauner Hochalmen

71 Poserhöhe im Kötschachtal

72 Bachlalm unter dem Rötelstein

73 Wildsee und Südwiener Hütte

Pinzgau

74 Loferer Alm

75 Vorderkaserklamm

76 Naturpark Weißbach

77 Birnbachloch

78 Steinalm und Einsiedelei am Palfen

79 Ritzensee in Saalfelden

80 Lettenalm und Gabühel

81 Erichhütte bei Dienten

82 Kitzlochklamm

83 Krumltal

84 Rauriser Urwald

85 Auf der Platte und Pihapper

Lungau

86 Naturpark Riedingtal und Franz-Fischer-Hütte

87 Tappenkarsee

88 Landawirseen im Göriachtal

89 Murursprung

90 Karwassersee

91 Königstuhl


Top-Sieben-Familienwanderungen


Aigner Park (Tour 3, Salzburg Stadt)

Einst einer der Besuchermagneten in Salzburg, ist es um diese wildromantische, versunkene Welt am Fuße des Gaisbergs still geworden. Aber es gibt noch genug Grotten, einsame Steige und Aussichtskanzeln zu entdecken und auch die vorgestellte Runde über Mahlbach folgt außergewöhnlichen Wegen.


Plötz und Ebenauer Mühlenwanderweg (Tour 18, Flachgau)

Zum Auftakt gibt es gleich die beeindruckende Waschlmühle mit den beiden riesigen Wasserrädern. Eindeutiger Höhepunkt aber ist die Plötz, ein Bachabschnitt, in dem sich der Rettenbach in allen nur erdenklichen Formen präsentiert. Ein 20 Meter hoher Wasserfall gehört genauso dazu wie ein romantisches Felsenbad


Vormauerstein (Tour 36, Salzkammergut)

Der Vormauerstein hoch über St. Wolfgang lässt sich lange nicht in die Karten schauen. Ganz oben aber, genau zum richtigen Zeitpunkt, breitet sich eine wunderbare Almlandschaft aus, in der es sich ganz entspannt rasten oder herumtollen lässt. Je nachdem.


Krispler Höhenweg (Tour 43, Tennengau)

Diese sonnige Höhenrundwanderung beginnt im Bergdorf Krispl und führt bis zum beliebten Gasthaus Zillreith. Dazwischen liegen herrliche Wälder, ideale Spielwiesen und eine überraschende Entdeckung, die man hier heroben wirklich nicht erwarten würde.


Penkkopf (Tour 67, Pongau)

Großarl ist das Tal der Almen. Diese Rundwanderung auf den sanften Penkkopf führt gleich zu vier von ihnen, wobei die Karseggalm mit ihrer offenen Feuerstelle eine der ältesten Almen des Tales ist. Die tollsten Spielgeräte stehen aber bei der Breitenebenalm.


Rauriser Urwald (Tour 84, Pinzgau)

Schon die Reise in das Zentrum der Goldberggruppe in den Nationalparkort Kolm Saigurn ist faszinierend. Ganz in der Nähe befi ndet sich der Rauriser Urwald, eine urtümliche Landschaftsform aus riesigen Felsblöcken, dunklen Moorlacken und mit Flechten behangenen Baumriesen.


Naturpark Riedingtal (Tour 86, Lungau)

Im Naturpark Riedingtal wird den Besuchern eine ganze Menge geboten. Ein Tälerbus fährt bis in das Talende zur Königalm und eröffnet viele Möglichkeiten. Eine davon ist eine „Alpenüberquerung“ zum Tappenkarsee, eine andere führt zur Franz-Fischer-Hütte und zu wunderbaren Bergseen.



Vorwort

Berge bringen neue Perspektiven. Aber nicht nur, wenn man auf einem Gipfel sitzt und die Spielzeuglandschaft darunter betrachtet. Die Vogelperspektive schafft zwar interessante Ansichten, für Kinder beginnt das Puzzlespiel aus Eindrücken aber bereits viel früher. Schon der Weg auf den Gipfel ist voller Abenteuer und überraschender Wendungen, die viel Zeit und Anteilnahme erfordern. Diese gemeinsame Zeit draußen in der Natur ist eine lohnende Investition, sich mit Kindern auf den Weg machen, ist immer ein Gewinn, ist eine Reise ins Glück. Egal, ob die Wanderung nun auf die Berge, zu ebener Erde oder ganz einfach durch das tägliche Leben führt.

Draußen sein tut Kindern und Jugendlichen in ihrer Entwicklung gut. Wandern verbessert die motorischen Fähigkeiten, stärkt den Zusammenhalt und das Selbstvertrauen, weckt Neugier und Mut. Noch dazu regt die Natur die Phantasie an – gerade wenn man dem kindlichen Blick auf Details Raum lässt. Auf den folgenden Seiten werden Vorschläge für gemeinsame Erlebnisse in der schönen Salzburger Bergwelt vorgestellt. Urtümliche Baumriesen, versteckte Bergseen oder geheimnisvolle Grotten versprechen abwechslungsreiche Abenteuer in der Natur und begeisterte Kinder.

Garantie gibt es keine, aber vielleicht entsteht auf den gemeinsamen Expeditionen ja jenes gemeinschaftliche Gefühl, von dem alle profitieren: die Natur durch Wertschätzung und natürlich wir selbst, durch gemeinsame Erlebnisse, die auch im Alltag nachwirken. Kann schon sein, dass die Begeisterung für Berge und Natur bei den Kleinen zwischendurch einmal verflacht, aber die Chance, dass hier ein Kern mit Nachhaltigkeitseffekt entsteht, ist groß. Wie auch immer, genießen wir im Hier und Heute bergeweise herrlich unbeschwerte gemeinsame Zeit!

Viel Spaß beim Entdecken wünschen

Christian Heugl und Wolfgang Tonis

Nützliche Hinweise

Was die Berge betrifft, wird es den Familien in Salzburg leicht gemacht. In diesem Wanderparadies gibt es wirklich für jeden Anlass und für jede Altersstufe das passende Angebot. Die geologischen Verhältnisse schaffen einen spannenden Bogen, der von der sanft hügeligen Flyschzone im Alpenvorland über die Berge der Nördlichen Kalkalpen (u.a. Berchtesgadener Alpen, Chiemgauer Alpen, Loferer- und Leoganger Steinberge, Tennengebirge, Dachsteingebirge und Osterhorngruppe) bis zur südlich anschließenden Grauwackenzone in das Gebiet der mächtigen Hohen Tauern bzw. der östlich angrenzenden Niederen Tauern reicht. Die Einteilung der Touren in diesem Buch orientiert sich an den fünf Salzburger Gauen, zusätzlich werden aber noch die Begriffe „Salzburg-Stadt und Umgebung“, sowie „Salzkammergut“ verwendet.

So wie die Auswahl der Wanderziele von den kinderleichten Hügeln im Alpenvorland bis in die Vorhöfe der höchsten Berge Österreichs reicht, erstreckt sich auch das Altersprofil von den einigermaßen gehfesten Zweijährigen bis in das Jugendlichenalter. Wobei der Hinweis auf die richtige Altersstufe nur ein ungefährer ist, denn zu groß sind da die individuellen Unterschiede. Als Orientierung diente der Alpenvereinsrichtwert, wobei die Tour im Kindergartenalter maximal drei bis vier Stunden dauern soll, während Schulkinder bereits zu kleineren Tagestouren in der Lage sind. Aber nicht vergessen: Das wohl wichtigste Kriterium beim Wandern mit Kindern ist der Spaß.

Dementsprechend schwierig ist auch die Zeitangabe, die der großzügig bemessenen Normalgehzeit für Erwachsene entspricht. Also in der Stunde 350 bis 400 Höhenmeter und etwa drei bis vier Kilometer Streckenlänge. Sind Sie mit kleineren Kindern unterwegs, bitte den eineinhalbfachen Wert zugrunde legen. Wenn nicht anders vermerkt, beziehen sich die Angaben auf die gesamte Strecke, also Auf- und Abstieg.

Die abgebildeten Karten sind Ausschnitte der ÖK (Österreichische Karte) des BEV (Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen) im Maßstab 1:50.000. Die Blattangabe bezieht sich auf das neue, weltweit standardisierte UTM-System (Universale Transversale Mercator System), das die bisher verwendete Gauß-Krüger-Projektion ablöst. In Klammer sind die Kartenangaben nach diesem alten System aber noch vermerkt.

Einige nützliche Internet-Adressen, die Verkehrsmittel betreffen:

www.salzburg-verkehr.at, www.oebb.at, www.postbus.at, www.taelerbus.at, www.mobilito.at, www.stadtbus.at, www.nationalpark.at/Nationalparktaxis

Nützliche Apps: ÖBB-App, SalzburgMobil, Sbg Verkehr

Hütteninformationen im Internet: www.alpenverein.at, www.alpenvereinshuetten.at, www.oenj.at, www.salzburg.naturfreunde.at

Wetterinformationen im Internet: www.zamg.ac.at/wetter/prognose/salzburg/, www.wetter.orf.at/sbg

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Der Hinweis auf die Tauglichkeit für geländegängige Kinderwagen erfolgt auch, wenn nur Teile der Tour dafür geeignet sind.
Die meisten der Touren sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Genauere Details zu den Bussen oder Zügen stehen im Infoteil.
Zum größten Teil sind die beschriebenen Touren als Rundwanderung angelegt.
Weil es bei den Kindern sehr gut ankommt, trifft man bei sehr vielen Touren auf irgendeine Art der Bademöglichkeit.

Einige Tipps für einen erfolgreichen Familienwandertag

Die Kinder stehen im Mittelpunkt. Kinder sind keine „kleinen Erwachsenen“! Spielend einfach geht’s mit gleichaltrigen Freunden oder Geschwistern.

Monotone Strecken vermeiden. Am Bergbach entlang läuft es sich wie von alleine, auch gegen den Strom. Lange Forststraßen hingegen sind ein Motivationskiller.

Klingt nach Binsenweisheit, aber besonders bei den Vorschulkindern trifft es punktgenau zu: Der Weg ist das Ziel. Die „Sensationen“ am Wegesrand sind vielleicht wichtiger als der Gipfel. Später, im Jugendlichenalter, etwa ab 13 Jahren, kann es natürlich schon ein „vorzeigbarer“ Gipfel sein.

Das Jausenweckerl im Rucksack ist gut fürs Gemüt und für die Stimmung, der ausreichende Trinkvorrat aber ist lebenswichtig. Kinder dehydrieren schnell und machen unter Umständen zu spät auf Flüssigkeitsmangel aufmerksam.

Jungen Hunden und Kindern ist eines gemeinsam: viele, viele zusätzliche (Höhen-)Meter während eines Ausflugs. Beide (Hund und Kind) ermüden sehr schnell, sind aber auch ebenso rasch wieder am Damm. Daher Pausen einlegen, wann immer sie danach verlangen.

Der eigene Rucksack ist wichtig, soll aber die richtige Größe haben. Als Faustregel gilt, dass er bei den Drei- bis Fünfjährigen maximal ein Kilogramm, bei den Sechs- bis Achtjährigen drei Kilogramm und bei den Neun- bis Zwölfjährigen nicht mehr als fünf Kilogramm wiegen sollte.

Während im Kinderrucksack vielleicht bloß der Lieblingshase sitzt, muss im Rucksack der Großen Platz für Getränke (und Proviant), Erste-Hilfe-Packerl, Wanderkarte, leichte Stirnlampe und Schlechtwetterausrüstung (Handschuhe, Haube …) sein.

Eine gute Ausrüstung macht sich bezahlt. Manchmal reichen ja solide Sportschuhe, Bergschuhe bieten aber den besseren Halt.

Das Alpine Notsignal sollte nur dann zur Anwendung kommen, wenn es unbedingt nötig ist. Es basiert auf einem Signal beliebiger Art, das sechsmal in der Minute wiederholt wird. Dann folgt eine Pause von einer Minute, bevor wieder sechs Signale abgesetzt werden. Die Europäische Notrufnummer lautet 112, die Nummer der Österreichischen Bergrettung 140.



1 Hellbrunn


Kalte Schnauze, g’sunder Hund. Hellbrunn zum Angreifen.


Hellbrunn ist wirklich ein Fest für alle Sinne. Eine abwechslungsreiche Schnuppertour durch die verspielte Wunderwelt des Salzburger Barock.

Alter: ab drei Jahren

Voraussetzung: ausreichende Gehlust

Ausrüstung: Turnschuhe

Mountainbuggy: ja

Anfahrt, Ausgangspunkt: über die A 10, Ausfahrt Salzburg Süd Richtung Anif, in die Morzgerstraße nach Hellbrunn

Öffentliche Verkehrsmittel: Bus 25, Bushaltestelle Fürstenweg, Schloss Hellbrunn

Beste Zeit: ganzes Jahr

Wegcharakter: breite Gehwege

Gehzeit: 1:30 Std.

Weglänge: 4,7 km, geringer Höhenunterschied

Einkehrmöglichkeiten: Hellbrunn, Gastronomie in Morzg

Attraktionen: Schlosspark, Spielplatz, Wasserspiele, Steintheater, Tierpark

Informationen: www.stadt-salzburg.at, www.hellbrunn.at

Karte: ÖK 1:50.000 Blatt 3210 (63)

Hellbrunn! Schon der Name ist Programm, hier strömt Wasser in allen erdenklichen Formen. Dazu gehören natürlich auch die einzigartigen Wasserspiele: nicht nur Ausdruck barocker Lebenslust, sondern auch ein technisches Meisterwerk aus dem 17. Jahrhundert. In Richtung großer Parkwiese wurde dann vor einiger Zeit ein kleiner Parcours mit neuen Wasserspielstationen inklusive Kneippbecken errichtet. Natürlich übt auch der phantastische Spielplatz bei den großen Weiden eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Herrlich ebenso die Wiese: hier wird gepicknickt, gespielt und Platz genug für luftige Drachentänze ist auch noch da. Südländisches Lebensgefühl auf englischem Rasen! Wirklich einzigartig dann wieder das Steintheater, in dem schon vor beinahe 400 Jahren barocke Opern aufgeführt wurden und in dem nun das Kinderlachen die lebendige Hauptrolle spielt.


Blick in fremde Gärten: Schloss Emslieb an der Hellbrunner Allee.

Der Weg: Von den Parkplätzen geht es über den Fürstenweg an der Schlossmauer entlang ein paar Meter aufwärts zum Zebrastreifen über die Morzgerstraße (Bushaltestelle). Über den Zebrastreifen, dann rechts in die Zufahrt und gleich wieder rechts durch die Obstbaumallee auf den Montforterhof zu. Am prachtvollen Herrensitz über das Feldwegerl rechts vorbei auf den an der Rückseite verlaufenden Weg, nun nach links am sonnigen Morzgerhügel entlang, dann rechts durch den Wald, den Dossenweg queren und vor dem Fußballfeld rechts in die Siedlung Morzg. An der Kirche vorbei die Morzgerstraße queren und kurz dem Bliemhofweg folgen. Links erhebt sich Schloss Emsburg, 1619 im Auftrag von Markus Sittikus angeblich für die von ihm verehrte Frau von Mabon erbaut. Edle Pferde traben auf der Wiese Richtung Hellbrunner Allee und es scheint, als ob sie sich der Exklusivität dieses Ortes recht bewusst wären. Dann geht es nach rechts in die Hellbrunner Allee, in der es sogar noch einige Baumriesen aus der Entstehungszeit (1613–1615) gibt. Auch Schloss Emslieb auf der linken Seite wurde in dieser Zeit errichtet. In Auftrag gab es ein Neffe Markus Sittikus’, der sich allerdings auf Grund seiner Maßlosigkeit nicht sehr lange in diesem Prachtbau aufhielt. Eine interessante Verbindung zur Moderne schafft der jetzige Benutzer, der bekannte Salzburger Galerist Thaddäus Ropac. Faszinierende Skulpturen verzaubern den Park und das Schloss. Am Ende der Allee öffnet sich aber erst die Wunderwelt von Hellbrunn, wo die barocke Schatzsuche so richtig beginnen kann. Schön ist es hier zu jeder Jahreszeit und los ist in diesem einzigartigen Park auch immer was. Genauso wie im Tiergarten Hellbrunn, der immer einen Besuch wert ist.


Im Zoo um die Ecke wartet das echte Nashorn.


2 Rauchenbichl (Gaisberg)


Der Abstieg über den alten Fagerweg.


Zum Glück für die Stadt-Salzburger gibt es beinahe direkt vor der Haustüre den Gaisberg. Die herrliche Rundwanderung über den Rauchenbichl kann sogar ab der O-Bushaltestelle Glasenbach beginnen.

Alter: ab vier Jahren

Voraussetzung: ausreichende Basiskondition

Ausrüstung: Wanderausrüstung

Mountainbuggy: nein

Anfahrt, Ausgangspunkt: von der A 10, Abfahrt Salzburg Süd, über die Alpenstraße und die Hellbrunner Brücke nach Glasenbach. Im Kreisverkehr (Ausgangspunkt O-Bushaltestelle) rechts und gleich wieder links in die Auffahrt „Oberwinkl, Vorderfager“. Nach 2,2 km Parkplatz Vorderfager (links).

Öffentliche Verkehrsmittel: städt. O-Buslinie 7 (Haltestelle Glasenbach)

Beste Zeit: Frühling bis Herbst

Wegcharakter: Wald- und Wiesenwege

Gehzeit: ab Glasenbach 3:30 Std., ab Vorderfager 2 Std.

Höhenunterschied, Weglänge: ab Glasenbach (O-Bushaltestelle) 500 Hm., 7 km, ab Vorderfager 300 Hm., 4,4 km

Einkehrmöglichkeiten: Rauchenbichlhütte (geöffnet Freitag, Samstag und Sonntag), Gasthof Mitteregg

Attraktionen: Wandern in der Stadt, Rauchenbichlhütte

Karte: ÖK 1:50.000 Blatt 3210 (64)

Den Salzburger Hausberg, den ehrwürdigen Gaisberg, braucht man wohl nicht mehr extra vorzustellen. Und trotzdem hat auch dieses beliebte Wanderziel der Stadt-Salzburger seine weniger bekannten Seiten. Dazu gehört vielleicht auch der südliche Vormugl Rauchenbichl und noch vielmehr die Rauchenbichlhütte. Diese auf den ersten Blick recht einfache Hütte der Salzburger Naturfreunde liegt ziemlich versteckt zwischen dem Gasthof Mitteregg und der Zistelalm. Die vorzügliche Hüttenküche ist, obwohl nur an den Wochenenden geöffnet, allerdings alles andere als einfach. Zu diesem Feinschmeckerziel führen zwei unterschiedliche Genussvarianten: die längere beginnt direkt bei der O-Bushaltestelle in Glasenbach, die andere, halb so lange Runde startet einen Stock höher auf dem Wanderparkplatz Vorderfager.


Wie ein verstecktes Hexenhäuschen: der Feinschmeckertreffpunkt Rauchenbichlhütte.


Ein Schauerlebnis hoch über der Stadt Salzburg.

Der Weg: Von der Bushaltestelle Glasenbach Kreisverkehr geht es quer über die Straße zur Abzweigung der Auffahrt „Vorderfager, Oberwinkl“. Der angeschriebene Weg 10 (oder Weitwanderweg 810) Richtung Rauchenbichl quert in der Folge noch zweimal die Bergstraße. Der schöne Buchenwald ist wohl zu jeder Jahreszeit attraktiv, egal ob im frühlingshaft frischen Grün oder leuchtend gelb im Herbst. Nach einer halben Stunde bei den ersten Häusern wird das Gelände offener, hier stoßen nun die Wanderer mit dem Ausgangspunkt „Parkplatz Vorderfager“ dazu. Am linken, äußeren Waldrand entlang geht es sehr aussichtsreich mit dem Weg 10 zügig bergan. Nach einer schönen Lichtung führt der Steig noch einmal über eine kurze Steilstufe in den Wald, links zweigt hier der kurze Abstecher auf den nicht wirklich lohnenden Rauchenbichlgipfel (985 m) ab. An jener Stelle, wo der nun flache Waldweg wieder auf eine Lichtung hinausführt, zweigt ein unmarkierter Wiesenpfad nach rechts zur nahen Rauchenbichlhütte (950 m) ab. Der Rückweg folgt der Hauszufahrt, dann wenige Meter nach rechts entlang der Straße zum Gasthof Mitteregg und hier mit der Route 10a „Elsbethen über Oberberg“ abermals nach rechts (S). Großteils über eine breite Wegtrasse geht es an einem ehemaligen Bergbauernhof vorbei zurück auf den Parkplatz Vorderfager. Der weitere Abstieg zur O-Bushaltestelle orientiert sich nun 300 Meter an der Gemeindestraße Richtung Elsbethen, zweigt dann aber in Höhe des schönen Fagerhofes (Straßenkilometer 1,8) nach links ab und folgt rechter Hand der alten Fagerwegtrasse. Dieser Abschnitt ist in schneereichen Wintern eine beliebte Rodelbahn, die in der ersten Kurve der Gemeindestraße endet. Entlang dieser 300 Meter zum Kreisverkehr in Glasenbach (O-Bushaltestelle).


3 Aigner Park


Höhlenforscher im Aigner Park.


Der Zauber von damals ist ein wenig zugewachsen, aber es gibt sie noch, die verschlungenen Wege, Aussichtspunkte und Grotten wie etwa das mystische Hexenloch. Der Aigner Park ist ein Paradies für Romantiker und abenteuerlustige Kinder!

Alter: Aigner Park-Runde ab vier, große Runde ab fünf Jahren

Voraussetzung: Basiskondition

Ausrüstung: Wanderausrüstung, festes Schuhwerk

Mountainbuggy: nein

Anfahrt, Ausgangspunkt: aus dem Zentrum über Rudolfskai und Bürglsteinstraße in die Aignerstraße bis zur Abzweigung Ernst-Grein-Straße. Über die Ziegelstadl-Straße und Revertera-Allee zu Kirche und Schloss und 50 Meter weiter zum kleinen Parkplatz am Beginn der Lotte-Lehmann-Promenade.

Öffentliche Verkehrsmittel: mit Bahn (Bahnhof Aigen) oder Stadtbus 7 in die Aignerstraße (Haltestelle Salzachstraße). Durch die Fußgängerunterführung gegenüber Olivier-Straße, in die Revertera-Allee. Zwischen Kirche und Schloss vorbei zum linken Parkeingang (Baumlehrpfad).

Beste Zeit: Frühling bis Herbst

Wegcharakter: teils steile Wege

Gehzeit: Aigner-Park-Runde 1 Stunde, große Runde 2:30 Std.

Höhenunterschied, Weglänge: Aigner-Park-Runde 100 Hm., 1,8 km, große Runde 350 Hm., 6,8 km

Einkehrmöglichkeiten: Schlosswirt Aigen, Campingplatz Aigen

Attraktionen: Abenteuer-Naturlandschaft mit Höhlen, Bächen und Felsen

Informationen: www.stadt-salzburg.at

Karte: ÖK 1:50.000 Blatt 3210 (63, 64)

Ein Besuch im Aigner Park gehörte für die Reisenden des 19. Jahrhunderts zum Salzburger Pflichtprogramm. Vom einstigen Glanz der teils künstlich angelegten Landschaft im Schwarzenbergschen Privatgarten ist noch genau so viel zu sehen und zu spüren, wie unsere Phantasie benötigt, um ein Stück Geschichte lebendig werden zu lassen. Da eine alte Inschrift, dort ein verfallenes Gemäuer oder eine verborgene Höhle. Der Aigner Park liegt im Dornröschenschlaf, was manchmal viel besser ist als Wachküssen, denn der Zauber von damals wäre dann vermutlich sauber weggeputzt.

Der Weg: „Aigenartigerweise“ ist gerade die schönste, im Folgenden vorgestellte Runde über Mahbach leider recht dürftig markiert. Aber wie gesagt, ein wenig herumirren ist im Aigner Park kein großer Verlust. Wie überhaupt ein Besuch im Aigner Park mit seinem klassischen, etwa einstündigen Rundweg auch schon Tagesprogramm sein kann. Diese „kleine“ Aigner-Park-Runde führt zunächst mit dem Weg 15 am Felberbach entlang. Noch bevor es steil wird, zweigt ein Stichweg über ein Brückerl zum Hexenloch, einer kleinen, wasserführenden Höhle, ab. Ebenfalls an diesem Bachbett, aber auf der gegenüberliegenden Seite, befindet sich wenig unterhalb des obersten Überganges eine weitere, allerdings sehr gut getarnte Höhle, in der eine alte Inschrift angebracht ist. Am Graben entlang geht es steil aufwärts, dann nach rechts über den Scheitelpunkt wieder zurück. Am höchsten Punkt führt ein kurzer Abstecher auf eine der viel gepriesenen Aussichtskanzeln, die Jägerhöhe.


Die „große Runde“ über Mahbach.

Die Runde über Mahbach aber führt über den eigentlichen Parkbereich weit hinaus. Vom Parkplatz zuerst mit dem Weg 15 („Zistel“), später dem Weg 15d steil bergauf, bis dieser nach einer halben Stunde auf eine Zufahrt trifft. Dieser rechts entlang herrlich sonnig bis zum Edelanwesen Obersteinwänder. Bald danach (Straßenschild „1,5 Tonnen“), also kurz unterhalb der Gaisbergstraße, den Weg 15 nach rechts abzweigend verlassen und der flachen Zufahrt Richtung Baching einen Kilometer folgen. Bei der ersten scharfen Linkskurve in den nun wieder deutlich rot markierten Waldweg nach rechts abwärts zum Speckgut und von dort wenige Meter links zum Hof Mahbach. Über einen steilen Wirtschaftsweg geht es mit herrlichem Ausblick in den lichten Wald und weiter zum Campingplatz Aigen. Das letzte, ein Kilometer lange Wegstück führt rechts abzweigend weitgehend eben über einen Bach und an der Hubertuskapelle vorbei zurück an den Ausgangspunkt.


Im Frühling verwandelt sich der Aigner Park in einen grünen Bärlauchgarten.


4 Kapuzinerberg


Die Kapuzinerberg-Gams unter dem Basteiturm hat den Überblick.


Wo gibt’s denn so was? Gämsen mitten in der Stadt! Mit etwas Glück lassen sie sich am Kapuzinerberg blicken. Der alte Basteiweg führt vom Kapuzinerkloster über viele Stufen zum Franziskischlössl am nordöstlichsten Punkt.

Alter: ab vier Jahren

Voraussetzung: Basiskondition

Ausrüstung: feste Wanderschuhe

Mountainbuggy: Ein – allerdings sehr steiler – Weg für Mountainbuggys führt von der Linzergasse zum Franziskischlössl.

Anfahrt, Ausgangspunkt: von der A 1, Abfahrt Salzburg Nord, über die Voglweider-, Sterneck-, Fürbergund Gaisbergstraße zum Volksgarten

Öffentliche Verkehrsmittel: Stadtbusse 6, 7, 10 Haltestelle Volksgarten

Beste Zeit: ganzjährig, allerdings nur bei schneefreien Bedingungen

Wegcharakter: Stiegen, Steige, Gehwege

Gehzeit: 2 Std.

Höhenunterschied, Weglänge: 200 Hm., 5,6 km

Einkehrmöglichkeiten: Franziskischlössl

Attraktionen: alte Befestigungsmauer, Begegnungen verschiedenster Art

Informationen: www.stadt-salzburg.at, www.salzburg.info

Karte: ÖK 1:50.000 Blatt 3204 (63), Stadtplan

Man muss nicht unbedingt hinter den Pass Lueg fahren, um einen richtigen Berg zu erwandern. Es geht auch mitten in der Stadt Salzburg! Ein paar Schritte auf den Kapuzinerberg und in diesem alpinen Zaubergarten öffnet sich eine andere Welt. Sogar Gämsen gibt es hier heroben mitten im Zentrum der Stadt. Sie sind vor vielen Generationen vom weit entfernten Untersberg zugezogen. Gäbe es nicht das Kloster, das Franziskischlössl und die Befestigungsmauer, würde man sich wirklich irgendwo weit drinnen im Gebirge wähnen. So aber folgt unsere Route quer über den Kapuzinerberg dem alten Basteiweg, der vor einiger Zeit dank einer Initiative des Alpenvereines und der Stadt Salzburg mit Hilfe eines Sozialprojektes wieder aus dem Dornröschenschlaf geweckt wurde und durchgehend begehbar ist.


Uneinnehmbares Bollwerk aus dem Dreißigjährigen Krieg. Heute ist im Franziskischlössl ein Gastronomiebetrieb untergebracht.

Der Weg: Ein gutes „Basecamp“ für die Expedition Kapuzinerberg ist der Volksgarten. Von hier nun ein paar Meter entlang der verkehrsreichen Bürglsteinstraße zentrumeinwärts. Ganz interessant, vor allem aus archäologischer Sicht, ist der beinahe in Vergessenheit geratene Bürglstein rechts in der Kurve vor dem Unfallkrankenhaus. Ein geschickt angelegter Rundsteig führt in ein paar Minuten über dieses geheimnisvolle Berglein. Nach dieser kleinen Vorexkursion geht es am Krankenhaus vorbei an den Fuß des Kapuzinerberges und nun entlang der Steingasse bis zur Imbergstiege. Am Johanneskircherl vorüber zweigt unterhalb der Klostermauern der zweieinhalb Kilometer lange Basteiweg nach rechts ab. Bis auf einen kurzen Abschnitt folgt der Weg in stetigem Auf und Ab der alten Mauer mit ihren teils wieder besetzten, teils fest versperrten Wehrtürmen. Von dieser Seite öffnen sich die spektakulärsten Ausblicke auf die Altstadt und den dahinter liegenden Untersberg. Am höchsten Punkt der Wehranlage steht das unter Paris Lodron errichtete Franziskischlössl, in dem heute eine Jausenstation mit einem einladend netten Innenhof untergebracht ist. Von hier führt der eineinhalb Kilometer lange Doblersteig über unzählige Stufen hinab nach Schallmoos. Wieder in der Stadt zweigt ein Fußweg nach rechts ab und führt hinter dem Einkaufszentrum „ZIB“ am Berg entlang zur belebten Fürbergstraße hinüber. Entlang dieser geht es nach zehn Minuten in die Borromäumsstraße nach rechts. Kurz vor dem Straßenende zweigt eine Treppe nach links in die Elsenheimerstraße, über die es zum Basislager Volksgarten zurückgeht.


Die Mozartbüste am alten Standort des „Zauberflötenhäuschens“ nahe der Eingangspforte auf den Kapuzinerberg.


5 Leopoldskron und Mönchsberg


Abtauchen unter der Festung.


Ein bisschen Afrika, ein wenig mittelalterliche Ingenieurskunst, ein kurzer Blick in eine riesige, mit Trinkwasser gefüllte Kaverne und dann vielleicht noch Badespaß im „Lepi“: Diese Stadt hat doch einiges zu bieten!

Alter: ab vier Jahren

Voraussetzung: Basiskondition

Ausrüstung: Turnschuhe

Mountainbuggy: bis zum Stiegenabgang Richtung Neutor ja, dann aber entweder auf dem gleichen Weg zurück oder mit dem Mönchsbergaufzug (Museum der Moderne) in die Stadt hinab

Anfahrt, Ausgangspunkt: über die Moosstraße oder die Sinnhubstraße in die Leopoldskronerstraße bis zum Parkplatz Freibad

Öffentliche Verkehrsmittel: Bus 23 Haltestelle beim Bad (nur im Sommer), mit den Stadtbussen 22 oder 21 zur Haltestelle Firmianstraße

Beste Zeit: ganzjährig, mit Badbesuch natürlich Sommer

Wegcharakter: gut befestigte, allwettertaugliche Wege

Gehzeit: 1:30 Std.

Höhenunterschied, Weglänge: 80 Hm., 3,5 km

Einkehrmöglichkeiten: Stadtalm und Kiosk am Mönchsberg

Attraktionen: Flamingos, fallweise Almkanalstollen, Trinkwasserhochbehälter, Freibad

Informationen: www.almkanal.at, www.stadt-salzburg.at, Wasserhochbehälter Mönchsberg Öffnungszeiten So. 10 bis 16 Uhr, Mai bis Okt. Fr., Sa., So. 10 bis 16 Uhr, Führungen nach Bedarf

Karte: Stadtplan. ÖK 1:50.000 Blatt 3204, 3210 (63)

Salzburg ist immer wieder für Überraschungen gut, aber dass hier, zumindest aus geologischer Sicht, mitten durch die Stadt die Grenze zwischen Afrika und Europa verläuft ist doch mehr als überraschend. Neben der 250 Millionen Jahre alten, bis hierher verschobenen afrikanischen Gesteinslinie gibt es aber immerhin noch eine stattliche Kolonie Flamingos inmitten der St. Peter-Weiher. Auch die Wasserversorgung der Teiche verdient Beachtung, denn das dafür verantwortliche Almkanalsystem reicht bis in das achte Jahrhundert zurück und ist damit ein einzigartiges Wirtschaftsdenkmal. Vor allem der 400 Meter lange Stiftarmstollen durch den Festungsberg (errichtet 1136 bis 1143) ist ein bautechnisches Meisterwerk, dass man sogar einmal im Jahr, mit Stiefeln und Taschenlampe bewaffnet, durchwandern kann! Ein ebenso grandioses Erlebnis ist ein Besuch des Wasserhochbehälters am Mönchsberg, der ebenfalls an diesem Wanderweg liegt. Irgendwie spielt also bei dieser allwettertauglichen Stadtwanderung das Wasser eine Hauptrolle. Und sollte dieses nicht in Form eines Salzburger Schnürlregens von oben kommen, dann könnte die interessante Runde ja durchaus um einige lustige Stunden im Leopoldskronerbad verlängert werden.


Multi-Kulti am St. Peter-Weiher.

Der Weg: Ausgangspunkt ist das Leopoldskroner Freibad, von den Stadtsalzburgern „Lepi“ genannt. Vom Parkplatz also die Allee queren und in der Schwimmschulstraße bis zum Almkanal stadteinwärts. Diesem künstlichen Bachverlauf folgend nun nach rechts und über Wiesen zum „Peterer-Weiher“ mit den köstlichen, rosaroten Flamingos, die da einbeinig die (Wasser-)Welt beobachten. Es geht leicht aufwärts über die Leopoldskroner-Allee und dann links zu einem weiteren Weiher. Der Weg begleitet nun den Almkanal, bis dieses 1200 Jahre alte Meisterwerk hochmittelalterlicher Baukunst im Berg verschwindet. Der „normale Fußweg“ aber quert die Brunnhausgasse und verläuft ein sehr steiles Stück durch das sogenannte Bürgermeisterloch auf den Festungsberg. Hier nun über den Bergrücken nach links (W) zu einer weiteren Wassersensation, dem riesigen unterirdischen Hochbehälter, in dem 25.000 Kubikmeter glasklares Trinkwasser gespeichert sind. Der Weg führt an der Abzweigung Richterhöhe vorbei, wo es gute Spielmöglichkeiten und eine grandiose Aussicht gibt. Weiter geht es hoch über dem Neutor an der Abzweigung zur netten Stadtalm vorbei, dann durch das Tor der Befestigungsmauer und bald darauf nach links über viele Stufen steil abwärts zurück in die städtische Betriebsamkeit. Nun links am Berg entlang die Neutorstraße queren und über die Bucklreuthstraße aufwärts am Rainberg vorbei zur Sinnhubstraße. Auch diese queren und über die Schwimmschulstraße zurück an den Ausgangspunkt.


Der St. Peter-Weiher unter der Richterhöhe.


6 Untersberg und Schellenberger Eishöhle


Gondelblick auf Familie Watzmann links, die Toni-Lenz-Hütte in der Bildmitte und der Berchtesgadener Hochthron rechts.


Eine sagenhaft schöne Begehung über und durch den Untersberg führt zur Toni-Lenz-Hütte, macht einen frostigen Abstecher in die Eishöhle, benützt einen spektakulären Felsendurchstieg in die Mittagsscharte und endet bei der Seilbahnstation.

Alter: ab acht Jahren

Voraussetzung: sehr gute Kondition, sonst ist die umgekehrte Reihenfolge, also Auffahrt mit der Seilbahn und Abstieg nach Markt Schellenberg sinnvoller. Beide Varianten erfordern aber Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.

Ausrüstung: Wanderausrüstung. Warme Kleidung für die Eishöhle nicht vergessen.

Mountainbuggy: nein

Anfahrt, Ausgangspunkt: von der Tauernautobahn A 10 (Abfahrt Salzburg Süd) oder der Stadt Salzburg über die B 160 (Alpenstraße) zum Parkplatz Untersbergseilbahn in St. Leonhard oder 3 km weiter entlang der Deutschen Alpenstraße auf den Wanderparkplatz kurz vor dem markanten Befestigungsturm bei Markt Schellenberg.

Öffentliche Verkehrsmittel: Linie 840 (Watzmannexpress), Haltestelle Markt Schellenberg, Abzw. Eishöhle bzw. Haltestelle Grödig Untersbergbahn (Bundesstraße); www.albus.at

Beste Zeit: Sommer bis Spätherbst (Südausrichtung!)

Wegcharakter: alpine Steige

Gehzeit: Aufstieg 3:30 bis 4 Std., zur Eishöhle 2:30 Std.

Höhenunterschied, Weglänge: ges. 1350 Meter, zur Eishöhle 1000 Meter, ges. Weglänge 7,5 km

Einkehrmöglichkeiten: Toni-Lenz-Hütte, Hochalm

Attraktionen: Eishöhle, Thomas-Eder-Felsensteig, Seilbahn

Informationen: www.marktschellenberg.de, Führungen in die Eishöhle im Sommer 10 bis 16 Uhr, Dauer 45 Min.

Karte: ÖK 1:50.000 Blatt 3209 u. 3210 (93)


Dohlen am Untersberg sind das Schlafmittel für Kaiser Karl.

Unübersehbar steht der Untersberg als eine der letzten großen Bastionen der Nördlichen Kalkalpen vor den Toren der Stadt Salzburg. Er markiert gewissermaßen den Übergang von den (Berchtesgadener) Alpen in das hügelige, sanfte Alpenvorland. So vielseitig wie der Untersberg selbst ist der anspruchsvolle Weg über die Toni-Lenz-Hütte und die Mittagsscharte auf den Salzburger Hochthron (1853 m). Eine Eishöhle, ein abenteuerlicher Felssteig und zur Belohnung die Rückfahrt mit der Gondel sind dabei nur einige Höhepunkte. Natürlich kann die Untersbergwanderung auch umgekehrt erfolgen. Trittsicherheit und gutes Gehvermögen sind jedoch immer gefragt.


In der Schellenberger Eishöhle.

Der Weg: Ausgangspunkt ist der große Parkplatz bzw. die Haltestelle eineinhalb Kilometer nach dem Grenzübergang Hangenden Stein auf der linken Seite der Deutschen Alpenstraße. Der erste Abschnitt zur Toni-Lenz-Hütte benützt noch kurz die geteerte Zufahrt, folgt dann mäßig ansteigend dem breiten Hüttenweg und geht schließlich in einen schmalen Steig über. Kurz vor der Toni-Lenz-Hütte gibt es noch eine letzte kleine Quelle. Von der aussichtsreich gelegenen Hütte (1411 m) nun weiter Richtung Mittagsscharte, bald zweigt ein Stichweg zur Schellenberger Eishöhle ab. Die Temperaturen liegen auch im Sommer nur um den Gefrierpunkt, warme Kleidung ist also sehr ratsam. Durch die 70 Meter lange und bis acht Meter hohe Eingangshalle geht es über Eisfälle immer tiefer in diese statische Eishöhle. Die schätzungsweise 60.000 Kubikmeter Eis erreichen eine Mächtigkeit von bis zu 30 Meter.

Wieder in der warmen Tagessonne wartet schon die nächste Attraktion. Die weitere Route in die Mittagsscharte ist ein Meisterwerk alpiner Wegemacher. In den 30er-Jahren des 19. Jahrhunderts wurde dieses schwindelerregend steile Verbindungsstück mit einem Höhenunterschied von 130 Meter durch den Fels getrieben. Benannt ist der wohl spektakulärste Felsensteig im Berchtesgadener Land nach dem Höhlenpionier Thomas Eder. Übrigens gehörte in der prähistorischen Zeit die Mittagsscharte genauso wie die Hauptgipfel zu einer tropischen Hügellandschaft, auf deren Nordseite jenes Gestein abgelagert wurde, das heute als Untersberger Marmor weltberühmt ist. Nach einer kurzen Erholungsphase in der Mittagsscharte (1671 m) geht es Richtung Salzburger Hochthron schon wieder steil bergan. Allmählich verflacht das Gelände, aber richtig eben wird das von Dolinen und Latschen geprägte Plateau nicht. Die letzten 20 Minuten hinüber zur Seilbahnstation folgt der Weg der breiten Schneise, die im Winter als Skiabfahrt dient. Von der Talstation St. Leonhard mit dem Bus (Haltestelle an der Bundesstraße) zurück an den Ausgangspunkt.


7 Untersberg (Überquerung)


Rast am Salzburger Hochthron (1853 m).


Bei dieser langen Tour über den Untersberg zeigt dieser wuchtige Eckpfeiler der Berchtesgadener Alpen sein wahres Gesicht – spektakuläre Ausblicke inkludiert.

Alter: ab zehn Jahren

Voraussetzung: Berg- und Wandererfahrung, sehr gute Kondition, nicht bei Nebel, markierte Wege keinesfalls verlassen!

Ausrüstung: Bergausrüstung (Hüttenschlafsack)

Mountainbuggy: nein

Anfahrt, Ausgangspunkt: nach St. Leonhard zur Talstation der Untersbergseilbahn (bei Übernachtung im Zeppezauerhaus mit der letzten Gondel auf den Berg)

Öffentliche Verkehrsmittel: Buslinie 25 zur Talstation der Untersbergseilbahn, Buslinie 837 (RVO, vom Gasthof Bachgütl in Hintergern nach Berchtesgaden), Buslinie 840 (Watzmannexpress/RVO, von Berchtesgaden nach St. Leonhard zurück)

Beste Zeit: Juli bis Mitte Sept.

Wegcharakter: Alpine Steige, Waldweg (im unteren Bereich vor Hintergern)

Gehzeit: 6:30 Std.

Höhenunterschied, Weglänge: 1500 Hm. (Abstiege)/550 Hm. (Anstiege), 11,5 km

Einkehrmöglichkeiten: Zeppezauerhaus, Stöhrhaus, Gasthaus Bachgütl

Attraktionen: Seilbahnfahrt, Hüttenübernachtung

Informationen: www.rvo-bus.de, www.svv-info.at, www.untersbergbahn.at; Zeppezauerhaus (ÖAV), Tel. 0650/7794032; Stöhrhaus (DAV), Tel. 0049/8652/7233

Karte: ÖK 1:50.000 Blatt 3210 u. 3209 (93)


Letzte Schritte zum Bayerischen Hochthron.

Abwechslungsreich und von der Weglänge und den Höhenmetern her anspruchsvoll ist die Überquerung des langgezogenen Untersberg allemal. Natürlich ist diese Bergtour für flinke junge „Bergfexe“ auch in einer ausgefüllten Tagestour zu schaffen, doch gerade mit Kindern sollte man schon wegen dem Hüttenerlebnis in einer der beiden Alpenvereins-Schutzhütten (Zeppezauerhaus auf der Salzburger Seite oder Stöhrhaus auf der Bayerischen Seite) am Berg nächtigen. Es sind schon ganz besondere Eindrücke, die letzten Sonnenstrahlen auf den höchsten Untersberg-Erhebungen (auf einem der beiden Hochthrone oder dem Geiereck) einzufangen und die Stille am Berg zu erfahren, wenn die Tagestouristen längst wieder mit der Seilbahn ins Tal geschwebt sind. Dabei sind auch unerwartete Begegnungen nicht ganz auszuschließen. Etwa mit den Untersberg-Gämsen, die sich von den letzten Wanderern nicht weiter stören lassen.

Der Weg: Das Zeppezauerhaus (1663 m) liegt etwa zehn Minuten von der Bergstation der Untersbergseilbahn entfernt. Die erste Etappe der Überschreitung führt zunächst zum Salzburger Hochthron, wobei bereits das Geiereck oberhalb der Bergstation den ersten glanzvollen Aussichtspunkt über das Salzburger Becken bietet. Der Hochthron auf Salzburger Seite (1853 m) ist meist Endpunkt für Genießer des prächtigen Panoramas, die mit der Seilbahn heraufgekommen sind. Der Weg hierher ist gut markiert und ausgebaut. Nun am Kamm entlang südwestwärts und in Kehren steil in die felsige Mittagscharte (1670 m) hinab. Beim anschließenden Gegenanstieg zeigt sich das wahre Gesicht des Untersberg. Latschenfelder erstrecken sich bis zu den Gipfeln und Gratlagen hinauf. Der Weg ist gesäumt von Dolinen, über Jahrmillionen gebildete Abflusstrichter des Wassers, die oft ganzjährig mit Schnee gefüllt sind. Während der gesamten Tour am Plateau gibt es keine Wasserstelle, also sollte man genügend Trinkvorrat im Rucksack dabei haben. Vorbei am Ochsenkamm und über das Rauheck steht man nach gut drei Stunden am nächsten Gipfelziel, dem Berchtesgadener Hochthron (1972 m). Auch hier heroben ist man selten alleine. Einerseits ist das Stöhrhaus nicht weit entfernt, andererseits scheinen sich die geselligen Alpendohlen von jedem Wanderer eine „Zwischendurch-Mahlzeit“ zu erwarten. Beim Stöhrhaus (1894 m) beginnt der lange Abstieg. Zunächst geht es zur Einsattelung und Weggabelung beim „Leiterl“. Mit den wuchtigen Südwänden im Rücken führt der Weg am Fuß der Almbachwand (sog. Stöhrweg Nr. 410/417) entlang und schließlich nach Hintergern hinunter. Nach einem letzten kurzen Stück auf der Asphaltzufahrt erreicht die Route den Endpunkt beim Gasthaus Bachgütl (Bushaltestelle).


„Untersberg-Gams“ – eine Begegnung der besonderen Art.


8 Aschauer Weiher – Märchenpfad


Nach der Märchenstunde geht es zur Belohnung ins sagenhaft schöne Aschauer-Weiher-Bad.


Die Aschauer Märchenrunde ist ein idealer Appetitanreger für die ganz kleinen Wanderflöhe: eine kurzweilige Märchenstunde, die bei schönem Sommerwetter höchstwahrscheinlich im Naturbad Aschauer Weiher enden wird.

Alter: ab drei Jahren

Voraussetzung: längere eigenständige Gehstrecken

Ausrüstung: leichte Wanderausrüstung oder Turnschuhe

Mountainbuggy: ja

Anfahrt, Ausgangspunkt: über die A 10, Abfahrt Salzburg Süd, nach St. Leonhard und über den Grenzübergang Hangenden Stein nach Berchtesgaden. Am Ortsanfang, auf der gegenüberliegenden Seite des Salzbergwerks, nach rechts Richtung „Bischofswiesen, Aschauer Weiher“ abzweigen. Großer Parkplatz vor der Naturbadeanlage Aschauer Weiher.

Beste Zeit: ganzjährig, bei kombiniertem Badebesuch natürlich der Sommer

Wegcharakter: breite Waldwege

Gehzeit: 1 Std.

Höhenunterschied, Weglänge: 50 Hm., 2,5 km

Einkehrmöglichkeiten: Restaurant Aschauer Weiher

Attraktionen: Märchenfiguren, Naturbad

Informationen: www.bischofswiesen.de

Karte: ÖK 1:50.000 Blatt 3209 (93)

Der Aschauer Weiher liegt auf einer Hochebene zwischen Berchtesgaden und Bischofswiesen. Das Traditionsbad gibt es zwar schon seit 1880, aber erst in den letzten Jahren hat sich das weitläufige Gebiet zu einem regelrechten Freizeit- und Sportzentrum mit einem Ganzjahresangebot entwickelt. Im Winter treffen sich hier heroben Langläufer aller Klassen, ebenso gibt es geräumte Winterwanderwege und sogar eine Sprungschanze wurde für die Überflieger gebaut.

Der Sommer gehört aber ganz der phantastischen Naturbadelandschaft, die in einem finanziellen Kraftakt mit Euregio-Beteiligung in den Jahren 2003 und 2004 von Grund auf neu gestaltet wurde. 4200 Quadratmeter glasklare Wasserfläche stehen nun zur Verfügung. Die Reinigung läuft über eine Pflanzenfilteranlage, die für sich schon sehenswert ist, und die angenehme Wassertemperatur wird zur Gänze über Solarenergie erreicht. An schönen Sommertagen werden Sie an diesem einladend schönen Bad kaum vorbeikommen, wenn auch der köstliche Märchenweg vorerst einmal drum herum führt. Dieser zweieinhalb Kilometer lange Waldweg ist ganz im Sinne des umweltfreundlichen Naturbades ausgeführt, die vorgestellten Märchenfiguren sind wunderbare Schnitzarbeiten, wahre Kunstwerke aus heimischen Holzarten.


So entstehen Prinzen.

Der Weg: Ausgangspunkt ist der große Parkplatz vor dem Aschauer-Weiher-Bad. Dort beginnt in der Nordwestecke der Märchenweg. Er folgt zunächst der Umzäunung des Naturbades, berührt zur Kostprobe eine nette Kneippanlage und führt dann sanft ansteigend in den Wald. Nun kommen die unterschiedlichsten Märchenfiguren, aber nicht nur diese, auch ein Riesenschwammerlwald und ein verwunschenes Schloss sind dabei. Alles in massiver Schnitzarbeit in einer wunderbaren Umgebung, welche die Phantasie noch zusätzlich beflügelt. Am Wendepunkt dieser spannenden Märchenstunde wartet bis dato der Froschkönig auf einen beherzten Kuss und seine Verwandlung, dann folgen noch ein paar besonders schöne Exemplare heimischer Baumarten, die ebenfalls vorgestellt werden. Am Waldrand entlang geht es wieder zurück an den Ausgangspunkt und bei Sonnenschein aller Voraussicht nach weiter in die Naturbadeanlage Aschauer Weiher.


Wegbegleiter durch den Märchenwald.


9 Johanneshögl bei Piding


Die Högllandschaft (Ulrichshögl und Johanneshögl) vor dem Untersberg.


Ein Högl mit Geschichte: Der sanft geformte Johanneshögl (705 m) vor den Toren der Stadt Salzburg ist ein wunderbares Familienwandergebiet, das sich besonders für erste Ausflüge in den Frühling anbietet.

Alter: ab fünf Jahren

Voraussetzung: Basiskondition

Ausrüstung: leichte Wanderausrüstung

Mountainbuggy: nein

Anfahrt, Ausgangspunkt: über den Autobahngrenzübergang Walserberg auf der A 8 Richtung München. In die Autobahnabfahrt Piding abzweigen, dann einen Kilometer Richtung Freilassing (B 20) und über die Abzweigung „Högl“ (links) nach einem weiteren Kilometer auf einen großen Wanderparkplatz (Übersichtskarte) auf der linken Seite.

Beste Zeit: Frühling bis Herbst, sehr lohnend im Frühling

Wegcharakter: Wald- und Feldwege, kurze Abschnitte auf Zufahrten

Gehzeit: 2:30 Std.

Höhenunterschied, Weglänge: 250 Hm., 8 km

Einkehrmöglichkeiten: Gastwirtschaft Johannishögl, Gasthaus Sonnenhang

Attraktionen: Spielplatz, Kirche, Aussicht, Hochlandrinder

Informationen: www.piding.de

Karte: ÖK 1:50.000 Blatt 3203, 3209 (63)

Der Högl nördlich von Piding schaut aus wie er heißt: ein sanfter Höhenzug in Ost-West-Ausrichtung, der sich für erste Frühlingserkundungen geradezu anbietet. Nicht zu hoch, sodass die vielleicht noch vorhandenen Schneereste nicht zum Problem werden können, aber doch hoch genug für wunderbare Aussichten. Wahrscheinlich ist der Högl eben gerade aus diesen strategischen Gründen seit durchgehend zwei Jahrtausenden ein so begehrtes Siedlungsgebiet. Die höchste Höglkuppe misst 827 Meter, übertroffen wird sie nur vom benachbarten Sendemasten der Deutschen Telekom, der mit 157 Meter sogar das höchste Bauwerk des ganzen Landkreises ist. Auch himmelwärts ragend und weithin sichtbar ist das mit einem überaus wertvollen Flügelaltar ausgestattete Kirchlein St. Johannes am Högl. Die Kirche steht zwar nur zu besonderen Feiertagen offen, den Schlüssel verwaltet der Wirt. Aber auch der Blick durch das Gitter in das Innere ist auch schon sehr eindrucksvoll. Von überragender und sogar überregionaler Bedeutung war der nahe Ulrichshögl gebrochene Sandstein. Vor allem für die damals noch zahlreichen Kugelmühlen war die Högler Sandsteinqualität unübertroffen.


Die letzten Meter auf den Johanneshögl.


Auch mit kleinen Schritten kommt man irgendwann ans Ziel.

Der Weg: Vom Parkplatz an der Höglerstraße nahe Piding folgt die Rundwanderung dem Weg 2 (Johannishögl). Sehr abwechslungsreich geht es durch Wald, über Lichtungen und an einem Bächlein entlang auf die Zufahrt. An einer renovierten Kapelle aus der Barockzeit vorbei, endet diese wenig befahrene Sackgasse nach einem Kilometer bei der schönen Wirtschaft mit dem einladenden Gastgarten. Die oberhalb gelegene Johanneskirche ist ein kulturhistorisches Kleinod, in dem durch seine abgeschiedene Lage wunderbare Schätze der Gotik erhalten geblieben sind. Aber auch die Rast- und Lagerplätze sind durch ihre herrliche Sonnenund Aussichtslage wahre Schätze. Nach dieser Entspannung pur am höchsten Punkt der Rundwanderung führt der Weg 2 nun wieder südwestlich unterhalb der Kirche durch eine Weidenallee an einem Feuchtbiotop und an fotogenen Hochlandrindern vorbei zu einer Weggabelung. Hier folgt die Route nun der Nummer 6 (Aufham) nach links. Wieder geht es durch Wald, über Lichtungen und an schönen Höfen vorüber bis der Rückweg 6 nach zwei Kilometer auf die Autostraße Richtung Kleinhögl trifft. Nun dieser Straße 400 Meter nach rechts aufwärts folgen und dann nach links Richtung „Piding. Café Sonnenhang“ abzweigen. Wieder im Talboden führt ein angenehm sonniger Panoramaweg in Waldrandlage nach eineinhalb Kilometer an den Ausgangspunkt zurück.



10 Weidmoos, Ibmer Moor


Der Aussichtsturm verschafft einen guten Überblick im Weidmoos.


Moore und Seen bestimmen die Landschaft im nördlichen Flachgau und Grenzgebiet zum Innviertel. Eine Radtour zum Weidmoos und zum Ibmer Moor.

Alter: ab acht Jahren

Voraussetzung: Grundmaß an Kondition

Ausrüstung: Fahrrad, Proviant

Anfahrt, Ausgangspunkt: am besten (und umweltfreundlichsten) mit der Salzburger Lokalbahn und dem Fahrrad zum Bahnhof Lamprechtshausen

Öffentliche Verkehrsmittel: sehr gute Verbindung mit der Salzburger Lokalbahn, halbstündlich von Salzburg aus (www.slb.at)

Beste Zeit: Mai bis Okt.

Wegcharakter: befestigte Wege durch beide Moorkomplexe

Gehzeit: jeweils 45 Min. (Themenwege durch die beiden Moore)

Radstrecke, Länge: Lamprechtshausen (Richtung Braunau) – auf Höhe Sportplatz links Abzweigung nach Holzhausen, Bruck – Holzhausen (beim Gasthof Höfer rechts abzweigen) – Weidmoos – Maxdorf – Hackenbuch – Richtung Ibm – nach 1 km Ibmer Moor – Lamprechtshausen. Die Streckenlänge beträgt 22 km (gesamt).

Einkehrmöglichkeiten: Gasthof Leopolder

Attraktionen: Themenwege, Moormuseum in Hackenbuch, Baden im Heratinger See in Ibm (Sommeraktivität), ca. 2 km vom Ibmer Moor entfernt

Informationen: www.weidmoos.at; informativ und sehenswert ist das Moormuseum in Hackenbuch beim Gasthof Leopolder „Steiner“. Geöffnet April bis Ende Okt. täglich außer Montag und Dienstag

Karte: ÖK 1:50.000 Blatt 3327, 3203 (63, 45)

Wie wäre es mit einem Familienausflug mit den Fahrrädern? Der nördliche Flachgau ist für eine solche Unternehmung wie geschaffen und die Salzburger Lokalbahn bietet neben der umweltfreundlichen Anreise auch das Service, dass Fahrräder problemlos im Zug mitgenommen werden können. Die Wegstrecke zu und zwischen den Mooren lässt sich ohne große Höhenunterschiede auch für Kinder gut bewältigen. Das Gebiet zwischen Lamprechtshausen und dem angrenzenden Innviertel beherbergt eine reizvolle Landschaft aus Mooren, Wäldern und eingebetteten Seen. Ein besonderes Naturjuwel ist das Weidmoos an der Landesgrenze. Als Teil der Moorlandschaft zwischen Ibmer und Bürmooser Moor, die mit rund 2000 Hektar den größten zusammenhängenden Moorkomplex Österreichs bildet, wurde auch hier die bis zu sechs Meter mächtige Torfschicht abgebaut. Seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert wurde das Moor trockengelegt und Torf abgebaut. Als die Torfvorräte zur Neige gingen, stellte man im Jahr 2000 den Abbau ein. Durch ein erfolgreiches Renaturierungsprojekt entstand auf den tristen Frästorfflächen ein Mosaik aus Feuchtbiotopen, Gehölzinseln, Schilf- und Streuwiesen und ein wertvoller Lebensraum „aus zweiter Hand“. Es ist wieder Leben ins Moor eingezogen und besonders für einige selten gewordene Vogelarten wurde das Weidmoos zur neuen Heimat. Torfabbau und Trockenlegung haben auch dem Ibmer Moor stark zugesetzt. Der letzte intakte Rest im sogenannten „Pfeifenanger“, dem aufgrund der schützenswerten Pflanzenarten große Bedeutung zukommt, wurde unter Schutz gestellt. Es sind vor allem seltene Vogelarten wie Bekassine, Kiebitz oder der Große Brachvogel, die sich hier heimisch fühlen und mit ihren Flugkünsten und seltsam klingenden Lockrufen auf sich aufmerksam machen. Der ans Moor angrenzende Seeleiten See ist vom beginnenden Frühling an Tummelplatz der Wasservögel.


Auf dem Weg durchs Ibmer Moor.


Die Infostelle im Weidmoos.

Der Weg: Durch beide Moore führen Themenwege. Die einzelnen Stationen geben einen guten Überblick über die jeweiligen Besonderheiten und die Geschichte, vom Abbau bis hin zu den Renaturierungsmaßnahmen. Der Weg im Weidmoos ist eineinhalb Kilometer lang, entlang der Runde liegen die Infostelle, ein Aussichtsturm sowie ein Beobachtungsstand. Mittlerweile ist das Weitmoos für über 150 Vogelarten zum Brut-, Durchzugs- oder Überwinterungsgebiet geworden. Das Ibmer Moor liegt etwa fünfeinhalb Kilometer davon entfernt, unweit von Hackenbuch an der Straße nach Ibm. Auf Holzbohlen leitet uns der Moorlehrweg durch den Pfeifenanger. In seiner großen Runde führt der Weg auch durch das angrenzende Niedermoor.


11 Teufelsgraben bei Seeham


Der Wildkar-Wasserfall kurz vor der Röhrmoosmühle.


Obwohl im Teufelsgraben die Zeit wie im Flug vergeht, kommt man kaum von der Stelle. Das liegt aber weniger an magischen Kräften als vielmehr am Zauber der vielen Stationen. Eine Hauptrolle spielt bei dieser „kinderleichten“ Waldwanderung natürlich der Bach in all seinen Facetten.

Alter: ab drei Jahren

Voraussetzung: ausreichendes Gehvermögen

Ausrüstung: leichte Wanderausrüstung oder Turnschuhe, wenn möglich wasserfest

Mountainbuggy: ja

Anfahrt, Ausgangspunkt: von der A 1, Abfahrt Salzburg Nord, Richtung Trumer Seenland nach Obertrum. Hier über einen Kreisverkehr Richtung Seeham bis nach Matzing (Bushaltestelle) und gemäß der Beschilderung „Hochseilpark, Teufelsgraben“ nach links auf einen 500 Meter entfernten Parkplatz.

Öffentliche Verkehrsmittel: Bus 120 direkt ab Salzburg, Haltestelle Matzing (zusätzlich 15 Gehminuten)

Beste Zeit: Sommer

Wegcharakter: bequeme Waldwege

Gehzeit: 1:30 Std.

Höhenunterschied, Weglänge: 50 m, 2,5 km

Einkehrmöglichkeiten: Röhrmoosmühle

Attraktionen: Walderlebnisweg, Kletterpark, Wasserfall

Informationen: www.teufelsgraben.at, www.hochseilpark.at

Karte: ÖK 1:50.000 Blatt 3204 (63)


Der Hochseilpark am Beginn des Weges durch den Teufelsgraben.

Nach Starkregen oder in Hochwassersituationen kann der idyllische Bach im Teufelsgraben wahrscheinlich auch seine Krallen zeigen und hat daher wie auch der Wildkar-Wasserfall seinen gar schauerlichen Namen erhalten. Für alle, die nicht gerade an solchen höllischen Unwettertagen hierher kommen, garantiert der Teufelsgraben in der Nähe des Obertrumersees aber einen geradezu himmlischen Wanderspaß. Da kommen die Großen genauso auf ihre Rechnung wie die kleinen Wandermäuse. Schließlich lockt ein Kletterpark ebenso wie jede Menge herrlicher Einstiegsstellen in den Bach. Spielerisch wird nebenbei Wissen, hauptsächlich rund um das Thema Wald, vermittelt. Dabei machen die insgesamt 17 Stationen nicht den Eindruck, als ob sie einen Bildungsauftrag erfüllen müssten, hier ist einfach Freude an dieser großartigen Natur das Hauptmotiv. So geht man mit offenen Augen und mit gespitzten Ohren, also einfach mit geschärften Sinnen, durch den magischen Teufelsgraben. Der kühle Waldwanderweg eignet sich bestens für heiße Sommertage und der Obertrumersee mit seinen netten Strandbädern liegt ja auch gleich ums Eck.

Der Weg: Von der Bushaltestelle Matzing an der Obertrumer Uferstraße sind es etwa 500 Meter auf der angeschriebenen Zufahrt „Hochseilpark. Teufelsgraben“ bis zu einem großen Parkplatz. Nun geht es Schlag auf Schlag: Gleich zu Beginn folgt ein wahrlich beeindruckender Hochseilpark, der alle Stückeln spielt. Aber auch zu ebener Erde tut sich Sensationelles. Wenn etwa der Blick bei den drei Teufelriesen nach oben geht, ist die Spitze dieser gut 40 Meter hohen, 220 Jahre alten Bäume gar nicht mehr zu erkennen. Oder natürlich der zum Naturdenkmal erklärte Wildkar-Wasserfall, der sich an einer vier und einer sieben Meter hohen Stufe aus besonders hartem Kalkgestein mit zahlreichen eingelagerten Fossilien – fast müsste man sagen – die Zähne ausbeißt.

Andererseits macht sich die angrenzende Kugelmühle genau diese Wasserkraft zunutze. Die Seehamer Kugelmühle wurde nach alten Plänen an historischer Stelle wieder aufgebaut. Die nahe Röhrmoosmühle gibt es ebenfalls schon sehr lange, seit 1835 steht sie in einem kleinen Paradies mit Hühnern, Gänsen, Ziegen und Katzen. Wenn man genug Zeit mitbringt, lässt es sich hier in dieser gemütlichen Jausenstation gut rasten, bevor es auf diesem wunderbaren Sinnesweg weitergeht. An seinem Ende führt der Weg kurz aus dem Graben hinauf zur aussichtsreich gelegenen Biopension Schießentobel. Dann geht es aber wieder an der Startrampe der Europarutsche vorbei hinab in den Graben, wo sich die Runde beim Hochseilpark Seeham schließt.


Kurz vor der Röhrmoosmühle.


12 Naturpark Buchberg


Nach der Besteigung des Buchbergs (im Hintergrund) ist der Obertrumersee eine erfrischende Ergänzung.


Ein kraftvoller Ort über dem Mattsee, der ungeahnte Energien freisetzt. Insgesamt sechs Themenwege führen auf den Buchberg, der seit 2009 wieder ein Naturpark ist.

Alter: ab fünf Jahren

Voraussetzung: Basiskondition

Ausrüstung: Wanderausrüstung

Mountainbuggy: ab dem Ausgangspunkt „Parkplatz Waldweg“ auf der Buchbergringstraße ja

Anfahrt, Ausgangspunkt: auf der A 1, Abfahrt Nord, Richtung Mattsee. Gebührenpflichtiger Parkplatz Weyerbucht im Ort.

Öffentliche Verkehrsmittel: gute Busverbindung aus dem Zentralraum, Bus 120

Beste Zeit: ganzjährig, durch den relativ hohen Straßenanteil auch bei weniger idealen Bedingungen empfehlenswert

Wegcharakter: Waldwege, Hofzufahrten

Gehzeit: 3 Std.

Höhenunterschied, Weglänge: 300 Hm., 5,8 km

Einkehrmöglichkeiten: Gasthof Alpenblick, Gastronomie im Ort

Attraktionen: Spielplatz am Gipfel, Themenwanderwege, Bajuwarendorf in der Weyerbucht

Informationen: www.mattsee.at, www.geoglobe.at

Karte: ÖK 1:50.000 Blatt 3204 (94)

Mit 801 Meter Höhe ist er zwar ein Berglein, aber wirklich atemberaubend ist dann der Blick Richtung Süden auf 120 Alpengipfel. Statt Größe hat der Buchberg bei Mattsee eben andere Qualitäten. Dank seiner günstigen Lage und Beschaffenheit war der sanfte Hügel schon sehr bald begehrtes Siedlungsgebiet. Die Wurzeln reichen bis in die Späte Bronzezeit (1300–800 v. Chr.) zurück. Die Holzbauten aus dieser Zeit sind natürlich längst verschwunden, nahe dem Hiabergut an der südlichen Buchberg-Ringstraße (Ausgangspunkt des „Kraftweges“) aber lässt sich noch ein altes Hügelgrab erkennen. Alte Siedlungs- und Kultorte sind auch häufig starke Energieplätze. Auf dem flachen Gipfelplateau wurde mit radiästhetischen Untersuchungsmethoden eine geradezu sensationelle Energiekonzentration gemessen. Also hinsetzen und träumen. Oder abheben, je nachdem. Die Kinder werden ohnehin unter Hochspannung stehen, denn einen Stock tiefer, auf dem „Vorgipfel“, wurde gerade ein neuer Spielplatz eingerichtet. Und da wird Energie ganz von alleine freigesetzt.


Die Weyerbucht mit dem Bajuwarendorf ist ein möglicher Ausgangs- und Endpunkt der Runde.

Der Weg: Auf den Buchberg führen sternförmig sechs unterschiedliche Themenwege mit verschiedenen Ausgangspunkten und einer Gehzeit von jeweils etwa eine Stunde. Eine etwas längere Variante mit einem sehr passenden Ausgangspunkt startet am Parkplatz Weyerbucht im Zentrum von Mattsee, denn hier im Bajuwarendorf wird ein lebendiger Einblick in die Wohnund Lebensumstände der frühen Siedler geboten. An den rekonstruierten Holzbauten vorbei geht es an das Seeufer, diesem ein kurzes Stück nach rechts entlang und dann nochmals nach rechts in den Stampfweg. Die Route „Auf den Buchberg über Gaisberg. Vogelweg M 3“ ist nun durchgehend markiert. Die Köstendorfer Landesstraße wird überquert (Ausgangspunkt auch hier ab den Parkplätzen. Zeitersparnis gesamt 40 Min.), dann geht es durch lichten Buchenwald zu den Höfen am Gaisberg. Bei einer folgenden Weggabelung geradeaus auf den Feldweg und kurz darauf wieder in den Wald. Die gängigsten heimischen Vögel werden vorgestellt, mit etwas Glück kann man sie auch hören. Das Gipfelplateau mit seinen Kraftsitzen ist nicht mehr weit, von dort geht es über einen kurzen Verbindungsweg auf die südlich darunterliegende „Spielebene“. Auch ein Gipfelrundweg wurde angelegt, über den auch der Gasthof „Alpenblick“ erreichbar ist. Eine nette Abstiegsvariante folgt dem Waldweg M 3 über „Römersberg“. Viele Informationstafeln stellen den Wald in all seinen Facetten vor. Nach dem Wald folgt wieder schönes, bäuerliches Siedlungsgebiet, die markierte Route orientiert sich nun an den asphaltierten Zufahrtswegen. Mit herrlichem Blick auf die Drei-Seenlandschaft geht es wieder in den geschichtsträchtigen Markt Mattsee zurück.


Der Buchberg fest in Kinderhand.


13 Tiefensteinklamm


In der Tiefensteinklamm.


Im Schaudorf Schleedorf gibt es wirklich eine ganze Menge zu sehen. Die größte Überraschung mitten im hügeligen Flachgau aber ist die eiszeitliche Tiefensteinklamm.

Alter: ab vier Jahren

Voraussetzung: Basiskondition

Ausrüstung: leichte Wanderausrüstung

Mountainbuggy: ja, im Wald aber schwieriges Buggy-Gelände

Anfahrt, Ausgangspunkt: über die Westautobahn A 1, Abfahrt Wallersee, nach Seekirchen, weiter Richtung Köstendorf bis zur Abzweigung Schleedorf nach links. Oder über die A 1, Abfahrt Salzburg Nord, nach Mattsee und dort nach rechts über die Köstendorfer Landesstraße nach Schleedorf. Parken im Ort.

Öffentliche Verkehrsmittel: über Mattsee (Bus 120) und Bus 332

Beste Zeit: Frühling bis Herbst

Wegcharakter: Asphaltwege und Waldsteige

Gehzeit: 1:15 Stunde

Höhenunterschied, Weglänge: 50 Hm., 3,8 km

Einkehrmöglichkeiten: zwei Dorfgasthöfe

Attraktionen: Klamm, Schleedorf (Wimmer schneidert, Puppenauslagen …)

Informationen: www.schleedorf.at

Karte: ÖK 1:50.000 Blatt 3204 (64)


Ausgangspunkt Schaudorf „Schleedorf“.

Der sympathische Ort Schleedorf hat sich als Schau-Dorf einen Namen gemacht. Von der großen Puppenauslage bis zum Dorfschneider, von alten Gerätschaften bis zu den wertvollen Guggenbichler-Figuren in der neugotischen Pfarrkirche gibt es viel zu entdecken. Seinen Namen verdankt der Ort der Schlehe bzw. dem Schlehdorn, den es hier vermutlich in früheren Zeiten noch häufiger gab. Der Strauch liefert nicht nur köstliche Früchte, sondern seine Rinde auch einen tintenähnlichen Schreibstoff, der allerdings den Nachteil hat, dass die Schriftzeichen im Laufe der Zeit unsichtbar werden. Ganz im Gegensatz zu Schleedorf selbst: 874 erstmals urkundlich erwähnt, steckt es auch heute noch voller sichtbarer Vitalität.

Vorerst noch unsichtbar und für diese sanft hügelige Landschaft eine wirkliche Überraschung ist die tief eingeschnittene Klamm, zu der unsere Wanderung führt. Entstanden ist die Tiefensteinklamm bereits in der vorletzten Eiszeit (250.000 bis 100.000 Jahre). Aus dem ursprünglich 200 Meter dicken Eis entwickelte sich der Riss-Wallersee, der 70 Meter über dem heutigen Seeniveau lag. In diesen See mündete ein Bach von der Ostseite des Buchberges und lagerte hier einen Schwemmkegel ab. Nach dem Absinken des Seeniveaus wurde dieser mittlerweile verfestigte Konglomeratkegel aus Sand und Schotter durchschnitten. Die Geburtsstunde der phantastischen Tiefensteinklamm!

Der Weg: Ausgangspunkt ist das Ortszentrum von Schleedorf. Am Kollerwirt und an der Kirche vorbei geht es zu einer Kreuzung mit vielen Wegschildern. Hier der Markierung „Rundwanderweg Tiefensteinklamm 1“ nach rechts folgen. Zunächst geht es auf einem Asphaltsträßchen aus dem Ort und leicht abwärts auf den Waldrand zu. Entlang diesem nach links, auf der Waldseite macht sich bald der Tiefenbach bemerkbar. Die markierte Route folgt mehr oder weniger dem Bach, der sich immer tiefer in den Waldboden einschneidet. Schließlich zweigt der Pfad über einige Stufen in die klammartige Verengung hinab. Aus dieser Wunderwelt aus Licht und Schatten, aus Wasserfällen und Stille führt der gleiche Weg wieder zurück. Nun aber bei einer Weggabelung nach rechts, der angenehme Waldweg zweigt in eine schmale Zufahrtstraße, die in den weithin sichtbaren Ort Schleedorf zurückführt.


Alte Hofmühle im neuen Kleid. Die Tagesleistung betrug einst 200 Kilogramm Getreide.


14 Naturerlebnisweg Seekirchen und Wenger Moor


Am Naturerlebnisweg mit Blick auf die Seeburg.


Baden oder Forschen? Der neue Naturerlebnisweg Seekirchen oder die Radtour in das Wenger Moor ergeben gemeinsam mit dem Strandbad Seekirchen einen wunderbaren Kompromiss!

Alter: ab drei Jahren (Naturerlebnisweg)

Voraussetzung: Basiskondition

Ausrüstung: Freizeitausrüstung, Badesachen, Fernglas

Mountainbuggy: ja

Anfahrt, Ausgangspunkt: auf der A 1, Abfahrt Wallersee (Eugendorf), Richtung Seekirchen. Über die Umfahrung Richtung Köstendorf bis zur Abzweigung Seewalchen. Am Schloss Seeburg vorbei auf den im Sommer gebührenpflichtigen Parkplatz Strandbad.

Öffentliche Verkehrsmittel: Bahnhof Seekirchen, 20 Gehminuten zum Strandbad bzw., im Sommer, eigener „Bummelzug-Zubringer“

Wegcharakter: Kieswege, Asphalt (Radweg) und Holzstege (Naturerlebnisweg)

Gehzeit: Naturerlebnisweg 30 Min., Radweg 1 bis 2 (Seeumrundung) Std.

Weglänge: Naturerlebnisweg 1,5 km, Radweg Seekirchen Bahnhof – Wierer 8 km

Einkehrmöglichkeiten: Seebad Seekirchen, Campingplatz Wallersee-Zell

Attraktionen: Aussichtsplattformen, Seebad, Vogelwelt

Informationen: www.seekirchen.salzburg.at, www.salzburg.gv.at/wengermoor

Karte: ÖK 1:50.000 Blatt 3204 (64)

Einerseits ist der Wallersee einer der wärmsten Badeseen im Salzburger Land, andererseits ist er auch für die Naturwissenschaft von größtem Interesse. Die beiden Tourenvorschläge bei Seekirchen bringen alles unter einen Hut. Besonders der Naturerlebnisweg liegt mit einer Einstiegsstelle beim Spielplatz des Strandbades so günstig, dass er sogar in einer längeren Badepause durchwandert werden kann. Das Wenger Moor wiederum lässt sich am bequemsten erradeln, der spannende Rad- und Wanderweg führt durch diese wunderbare, zum Europaschutzgebiet erklärte Landschaft.

Naturerlebnisweg: Ein günstiger Startpunkt für den eineinhalb Kilometer langen Naturerlebnisweg ist das Strandbad. Der Weg wurde mit Hilfe von Stadt, Land und Naturschutzbund errichtet. Spektakuläre Installationen sind nicht nötig, denn aufregend ist die Natur selbst. Die Runde führt mehr oder weniger um den Campingplatz, östlich wird das Gelände vom Hochwasserschutzdamm begrenzt. 15 Schautafeln, eine Vogelwarte, eine Wasserplattform und der Seemoosstadl helfen bei der Spurensuche. Zum Schutz der empfindlichen Moorwiesen führt die Runde teils über Holzstege. Den (irrtümlich ausgesetzten) Waller im See gibt es zwar wirklich, seinen Namen verdankt der See aber einem adeligen Grundherrn. Eine Auswahl an Wallersee-Fisch für zu Hause bietet der letzte Berufsfischer Kapeller unweit des Naturerlebnisweges an. Er betreibt auch den kleinen Seekiosk neben dem Bootsverleih, in dem man ganz wunderbar sitzen und das Strandleben genießen kann: die Kleinen mit einer Portion Eis, die Größeren mit geräuchertem Saibling und einem Glas Prosecco.


Bildschöne Landschaft Wenger Moor.

Radtour Wenger Moor: Die Radtour beginnt am Bahnhof Seekirchen und führt über die Bahnhofsstraße unterhalb der Seeburg Richtung Seebad. Nun aber geradeaus, anfänglich mehr oder weniger der Westbahnstrecke entlang, dann auf einem schmalen Weg an einigen Strandhäusern vorbei zur sehr interessanten kleinen Kirche von Wallersee-Zell, die auf ältestem Siedlungsboden steht. Am Camping- und Strandbadgelände vorbei über den Mühlbach, den renaturierten Altbach und den Wallerbach in das Naturschutzgebiet Wenger Moor. Schautafeln und ein Aussichtsturm verschaffen einen schönen Überblick über diese phantastische Moorlandschaft. Hin und wieder sorgen Kunstaktionen für einen zusätzlichen reizvollen Kontrast. Auch der Wiererhof steht auf einem wunderbaren Logenplatz mit Aussicht auf See und Berge. Wird nicht die ganze, sehr anstrengende 23-Kilometer-Runde um den Wallersee gewählt (grünes Schild), geht es von hier wieder durch das Wenger Moor zurück.


Vogelbeobachtung im Strandbad Seekirchen.


15 Dichtlalm (Wunderfichte) und Ruine Lichtentann


Der Weg zur Dichtlalm.


Eine interessante Spurensuche führt zur sogenannten „Wunderfichte“ in der Nähe der Dichtlalm und, bei Lust und Laune, zur Ruine Lichtentann.

Alter: ab vier Jahren

Voraussetzung: konditionelles Grundmaß

Ausrüstung: leichte Wanderausrüstung

Mountainbuggy: nur bis zur Dichtlalm

Anfahrt, Ausgangspunkt: über die A 1, Abfahrt Wallersee (Eugendorf), nach Henndorf. Am nördlichen Ende des Umfahrungstunnels nach rechts über Ölling nach „Kienberg“. Am Kirchlein St. Brigida vorbei 4 km zum Gasthof Kienberg. Entweder hier parken (dabei aber unbedingt um Erlaubnis fragen) oder noch 1 km weiter bis zum Straßenende, dort einige wenige Parkplätze.

Beste Zeit: Frühling bis Herbst

Wegcharakter: Wald-, Wiesen- und Zufahrtswege

Gehzeit: Runde Dichtlalm – Kienberg 1:15 Std., Ruine Lichtentann zusätzlich 45 Min.

Höhenunterschied, Weglänge: Dichtlalm 70 Hm., 3,4 km; Lichtentann 100 Hm., zusätzlich 2,6 km

Einkehrmöglichkeiten: Dichtlalm bei trockenem Wetter ganzjährig Sa, So, Feiertag ab 13 Uhr, Gasthof Kienberg

Attraktionen: Kandelaberfichte („Wunderfichte“), Ruine Lichtentann

Informationen: www.henndorf.at

Karte: ÖK 1:50.000 Blatt 3204 (94)

Eigentlich ist die Dichtlalm in der Nähe von Henndorf für eine richtige Alm etwas zu klein und die Wunderfichte heißt vielleicht so, weil es ein Wunder ist, dass sie überhaupt noch steht oder dass sie überhaupt auffindbar ist. Aber seien wir nicht ungerecht, das Unerwartete ist ja oft das Spannendste an einer Wanderung. Zumindest sehen das bestimmt die Kinder so. Wer nach der kleinen Runde noch Lust auf mehr hat, könnte sich auf den Weg zur Burgruine Lichtentann machen, wo ja auch nicht mehr alles vorhanden ist. Aber das wäre von einer Ruine ja auch zu viel verlangt.


Durch das äußere Tor der Ruine Lichtentann.


Die ehemalige Wunderfichte besteht nur noch aus kahlen Ästen.

Der Weg: Vom kleinen Parkplatz am Ende der Zufahrt geht es bergwärts auf dem Wirtschaftsweg (Weg N 5) weiter, der aus dem Wald auf die offene Wiese hinausführt. Am höchsten Punkt steht die Dichtlalm, eine winzig kleine, gemütliche Holzhütte, wie angelehnt an den rückwärtigen dichten Nadelwald. Die Sitzgelegenheiten davor sind mit einem herrlichen Ausblick gesegnet und es gibt viel Platz zum Spielen. Der weitere Wegverlauf folgt dem Waldrand nach rechts (O), bald tauchen dann auch wieder die gelben Schilder mit dem Hinweis zur „Wunderfichte“ auf. Nach wenigen Minuten ist dieser Platz in einer geschützten Grabenstelle mitten im Wald erreicht und obwohl die Wunderfichte mit einst gewaltigen Dimensionen eigentlich nur noch ein Baumskelett ist, sieht sie mit ihren weit ausladenden Ästen noch recht imposant aus. Ein kurzes Stück geht es auf dem Pfad wieder zurück, dann folgt der weitere Abstieg mehr oder weniger dem sanften Waldrücken nach links, der zur Jägerwiese hinunterführt. Am Rand dieser idyllischen Feuchtwiese abermals links und bei der Einmündung in das Asphaltsträßchen nach rechts. Entlang dieser 800 Meter bis zur Abzweigung „Kienberg N5“ und über den Feldweg bzw. zum Schluss über die Zufahrt an den Ausgangspunkt zurück.

Ruine Lichtentann: Die Runde über die Dichtlalm und die Wunderfichte ist nicht allzu lang, eine interessante Ergänzung bietet sich mit der romantischen Ruine Lichtentann an. Dazu bei der Abzweigung Kienberg nicht nach rechts, sondern entlang der schmalen Straße noch 800 Meter geradeaus (Weg N8 Lichtentann) bis zu einer Weggabelung. Hierher gelangt man auch mit dem Auto, einige Parkplätze gibt es vor dem Holzstoß. Der kurze, 20-minütige Aufstieg zur Ruine ist gleichzeitig ein Teil des sehr anschaulichen Eiszeitrundwanderweges. Bis zur Station kurz vor dem Wald reichte vor 20.000 Jahren das Gletschereis. Die oberhalb gelegene Anlage Lichtentann gab es zu dieser Zeit noch nicht, sie wurde um 1270 illegal, also ohne erzbischöfliche Erlaubnis errichtet, was einige Sanktionen nach sich zog, war aber zu ihrer Blütezeit doch recht bedeutend. Auch die jetzt noch vorhandenen Reste sind beeindruckend und geben einen herrlichen Rahmen für Picknick, Ritterspiele oder Erforschungen ab. In der südöstlichen Burghofecke lässt sich etwa unter hohem Gras die verschüttete Zisterne ausmachen. Der Rückweg folgt bis zur Weggabelung dem Aufstieg, wenn dort nicht das Auto steht, weiter nach links am Bach entlang und dann rechts am Gasthof Kienberg vorbei an den Ausgangspunkt.


16 Ruine Plainburg und Wolfschwang


Die mächtige Ruine Plainburg von außen …


Die mächtige Plainburg ist zwar schon seit dem beginnenden 17. Jahrhundert dem Verfall preisgegeben, aber der unkomplizierte Abstecher dort hinauf regt die Phantasie an. Auch der weitere Waldweg nach Wolfschwang ist unschwierig und recht lohnend.

Alter: ab vier Jahren

Voraussetzung: konditionelles Grundmaß

Ausrüstung: Wanderausrüstung

Mountainbuggy: ja, der Abstecher auf die Ruine ist allerdings steil

Anfahrt, Ausgangspunkt: auf der A 1, Abfahrt Salzburg West, dann über Walserfeld nach Großgmain. Vor dem Ortszentrum nach links in die Plainburgstraße. 700 m aufwärts bis zu Parkplätzen auf der rechten Straßenseite.

Öffentliche Verkehrsmittel: Bus 180, Haltestelle Lindenstraße (25 zusätzliche Gehminuten)

Beste Zeit: ganzjährig, auch nach Schneefall sind die Wege bald ausgetreten

Wegcharakter: breite Waldwege

Gehzeit: 1:20 Std.

Höhenunterschied, Weglänge: 150 Hm., 3,7 km

Einkehrmöglichkeiten: im Ort

Attraktionen: Ruine, Freilichtmuseum Großgmain

Informationen: www.grossgmain.salzburg.at, www.grossgmain.info, www.freilichtmuseum.com

Karte: ÖK 1:50.000 Blatt 3210 (63)

Obwohl von der gewaltigen Gesamtanlage der stolzen Plainburg nicht mehr viel zu sehen ist, reicht die verbliebene acht bis zehn Meter hohe, innere Ringmauer doch für großes Staunen und für einen eindrucksvollen Überblick. Eine sehr gute Vorstellung von der einstigen Macht und Größe kann man sich übrigens bei der relativ baugleichen, nicht allzu weit entfernten Burg Staufeneck am Nordfuß des Vorderstaufen oberhalb von Piding machen. Im Volksmund wurde die Plainburg auch „Salzbüchsel“ genannt, da die gewaltige Anlage zur Sicherung der Salzproduktion dienen sollte. Der Weg zur Burg ist nicht allzu lang, eine sinnvolle Ergänzung ist noch die waldreiche Wanderung nach Wolfschwang, wo eine sonnige Aussichtsterrasse mit Blick auf die „Schlafende Hexe“ im gegenüberliegenden Lattengebirge wartet.


… und von innen.


Der Gastbetrieb ruht vorübergehend, der schöne Blick auf den Staufen ist geblieben.

Der Weg: Es gibt zwar direkt am Fuß des Burghügels einen Parkplatz, besser ist aber die weiter unten im Ortsgebiet gelegene Parkfläche nahe des Schwimmbades, da sich hier auch wieder die Runde schließt. Von hier nun also links bergwärts über die Plainburgstraße in wenigen Minuten zum beginnenden Aufstiegspfad Richtung Plainburg. Über die Reste des äußeren Mauergürtels führt der Steig an der ehemaligen Zugbrücke vorbei zu einem spitzbogigen Eingangstor in der beeindruckenden inneren Ringmauer. Im Inneren ist nicht mehr viel zu sehen, dafür gibt es jetzt genügend Platz, den der tadellos gleichmäßig wachsende Nussbaum in der Burghofmitte vielleicht eines Tages auch braucht. In der Nordwestecke wurde eine große hölzerne Aussichtsplattform errichtet, von der man ganz nach Ritterart einen grandiosen Blick auf das umgebende Land werfen kann. Wieder auf der Parkfläche vor dem Burghügel ist dort die Richtung Wolfschwang angeschrieben. Dieser breite Weg führt sanft ansteigend, hauptsächlich durch dichten Wald in 25 Minuten zur ehemaligen Gastwirtschaft Wolfschwang. In einigen Minuten wieder auf den Parkplatz zurück folgt die Route nun der Richtung „Großgmain“ nach links. Wieder geht es über einen breiten, sehr angenehmen Waldweg auf die schönen Bauern-wiesen hinaus und ein kurzes Stück entlang der Zufahrtsstraße auf den Parkplatz zurück.

Ausgesprochen empfehlenswert ist auch noch eine Durchquerung des ganzen Bundeslandes in mehr oder weniger kurzer Zeit im Freilichtmuseum Großgmain. Alle fünf Salzburger Gaue sind durch ihre baulichen Besonderheiten vertreten, etwas erhöht liegt natürlich der Lungau. Die Rückfahrt in die Stadt Salzburg führt an diesem überaus sehenswertes Museum vorbei, das auch immer wieder sehr familienfreundliche Angebote und Attraktionen im Programm hat.


17 Trockene Klamm


Die Erentrudisalm ist ein beliebtes Ausflugsziel.


Ver-rückte Steine: Vor den Toren der Stadt Salzburg belebt ein steinerner Irrgarten aus gewaltigen Felsblöcken seit jeher die Phantasie und verleiht selbst gehschwachen Kindern plötzlich Flügel.

Alter: mit Kletterunterstützung ab fünf Jahren

Voraussetzung: Basiskondition, Trittsicherheit

Ausrüstung: Wanderausrüstung, rutschfeste Schuhe

Mountainbuggy: nein

Anfahrt, Ausgangspunkt: über die Tauernautobahn A 10, Abfahrt Puch-Urstein. Auf der Landesstraße Richtung Salzburg. Nach 2,5 km in Elsbethen-Zieglau direkt bei der Brücke über den Kehlbach (Steinfigur) nach rechts in den Stadlerweg, bei der nächsten Gabelung nach links und am Naturdenkmal „Strudelloch“ vorbei bis zu einigen Parkplätzen unterhalb des beeindruckenden Archsteins.

Öffentliche Verkehrsmittel: Bus 160, Haltestelle Zieglau. Bahn, Haltestelle Elsbethen. Zusätzliche Gehzeit 30 Min.

Beste Zeit: Sommer

Wegcharakter: Fels-, Wald- und Wiesensteige und ein Stück Hofzufahrt

Gehzeit: 3 Std.

Höhenunterschied, Weglänge: 400 Hm., 6,3 km

Einkehrmöglichkeiten: Erentrudisalm

Attraktionen: Klettergarten, Spielplatz und Wildgehege bei der Erentrudisalm

Informationen: www.elsbethen.info

Karte: ÖK 1:50.000 Blatt 3210 (64, 94)


Wo geht’s weiter?

Im Unterschied zu anderen Klammen wie etwa der benachbarten Glasenbachklamm war bei der Bildung dieser „Klamm“ kein Bach beteiligt. Die Trockene Klamm entstand vielmehr durch eine regelrechte Felszerreißung, als der bis dahin stützende Sockelfuß in Form des Gletschereises wegschmolz und die häusergroßen Blöcke ins Tal rutschten. Durch diese steinerne Zauberwelt, diesen märchenhaften Irrgarten aus Licht und Schatten wurde ein gelb markierter Rundweg angelegt. Es sind zwar noch keine Kinder verschwunden, aber ganz ungefährlich sind die Spalten und Klüfte auch wieder nicht. In der bezeichnenderweise Wildfang genannten, 40 m langen, 60 cm breiten und 17 m tiefen Kluft wurden zahlreiche Reh- und andere Skelette gefunden. Also bitte am Weg bleiben oder zumindest nur sicheres Gelände betreten.

Der Weg: Die Zufahrt endet 200 Meter vor einem Hof, der neben dem gewaltigen Archstein steht. Dieses beeindruckende Naturdenkmal gibt schon einen ersten Vorgeschmack auf die Trockene Klamm, die übrigens zum Teil gar nicht so trocken ist. Gute, rutschfeste Sohlen sind also sehr wichtig. Am Wegbeginn steht eine Informationstafel. Darauf sind in verständlicher Sprache die hoch interessanten Zusammenhänge dargestellt, die zur Bildung der faszinierenden Trockenen Klamm führten. Dazu kommen noch einige geologische Basiskenntnisse, die man nicht oft genug hören kann bis sie endlich hängen bleiben. In der Trockenen Klamm gibt es eine gemäßigte Variante, die mehr oder weniger auf der rechten, sonnigen Seite bleibt. Der linke, nordwestseitige Teil der Runde passiert im oberen Teil eine drahtseilgesicherte Stelle. Wieder vereint geht es über einen herrlichen Waldweg zu einem Gehöft. Hier scharf nach rechts über den sonnigen Bergrücken zur Erentrudisalm. Dort wartet neben guter Hausmannskost und Augustinerbräu-Bier ein toller Spielplatz, der alle Stückeln spielt. Ein paar Meter geht es von hier wieder entlang der Straße zurück, dann nach links aufwärts Richtung „Puch, Vollererhof“. Der Weg führt an einem Riesenahorn vorbei auf eine idyllische Lichtung unterhalb der Schwarzenbergalm. Von hier steil nach rechts in die leicht zu übersehende Route 11 „Steig über Kainzreit“. Auf diesem nun wieder gut erkennbaren Pfad teils durch lichten Wald, teils über Wiesen eineinhalb Kilometer abwärts bis zu einem Bach und nun entlang diesem auf dem breiten Weg nach rechts. Über eine Hofzufahrt weiter abwärts und bei der nächsten Gabelung links in den Steinerweg Richtung „St. Jakob“. Auf dem Steinerweg einen Kilometer abwärts bis zur beschilderten Abzweigung „Wasserfall“ (rechts). Nach dem kurzen Abstecher zum beeindruckenden Wasserfall wieder retour zur Abzweigung, dann auf einem unmarkierten Wirtschaftsweg nach rechts durch den Wald und über die Wiese zur Auffahrt Trockene Klamm. Entlang dieser aufwärts zum Parkplatz.


Mit Blick auf den Untersberg zurück an den Ausgangspunkt.


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Age restriction:
0+
Release date on Litres:
09 November 2024
Volume:
473 p. 406 illustrations
ISBN:
9783710767937
Copyright Holder::
Bookwire
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