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B. J. Hermansson

Voller Geilheit und 12 andere erotische Erzählungen

Lust

Voller Geilheit und 12 andere erotische Erzählungen ÜbersetztAlina Becker, Mareike Zoege, Gesa Füßle Copyright © 2019, 2019 B. J. Hermansson und LUST All rights reserved ISBN: 9788726248692

1. Ebook-Auflage, 2019

Format: EPUB 2.0

Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit Zustimmung von LUST gestattet.

Liebhaber
Vorwort

Ich hatte schon viele Liebhaber. Viel zu viele, sagen die, die nicht lieben und von herrlichen Körpern umschlungen werden wollen. Hier stelle ich eine Auswahl meiner Liebhaber vor. Denn diese Männer, ihre Münder und Berührungen, ohne sie…

Martin

Ein Paar dunkle Augen, lieb, deren Mund meine noch ängstlichen Lippen küsst. Ich küsse zurück, unsicher. Er spielt einen Teamsport, schießt verkehrt und der Ball rollt ins Gebüsch, zwischen Blätter und Zweige. Ich will seine beste Freundin werden, sage ich zu meiner Clique. Er nimmt den Ball aus meinen Armen Händen. Sieht mich an, sagt Danke nichts.

Er heißt Martin, er ist mein allererster Kuss. Schnell vorbei, ohne Worte. Ich bin neun Jahre alt und die Pausenglocke läutet.

Emil

Zuerst warst du Jemand, dann wurdest du zu einem Namen, zu einer Art, sich zu bewegen, einer Art, zu lachen, einer Stimme, einem Ton, einem Lächeln, Lachgrübchen und Augen, die sich zusammenzogen, wenn dich etwas amüsierte.

Emil, erinnerst du dich daran, wie wir uns zum ersten Mal getroffen haben? Es ging nicht um Worte, noch nicht, die kamen später. Das erste Mal ging es um Frisbee, um ein Spiel mit dem Hintergedanken, dass sich die neuen Klassen kennen lernen sollten. Du sahst mich. Ich dich. Die Frisbee wurde in meine Hand gedrückt. Diesmal verfehlte ich nicht.

Vom allerersten Moment an war da etwas in dir: eine Neugier, eine Lust, etwas Spielerisches, Kokettierendes, Spannendes, Selbstverständliches, Helles und Dunkles und Sicheres und Unsicheres.

Etwas. Etwas von allem.

Alle sprachen über dich, das habe ich gemerkt. Du warst Jemand, eine Person, bei der man sein wollte, zumindest in deren Nähe. Ich habe mich schnell in dich verliebt. In meinen Gedanken waren es Du und ich. Wie wir im Gras herumrollten und badeten, während das Wasser sang und alles einfach nur wunderschön war. Emil, ich wusste, dass dein Blick bereits jemand anderem galt, oder genau genommen anderen.

Im ersten Jahr sprachen wir nicht miteinander, aber dann, durch einen gemeinsamen Freund, wechselten wir schließlich ein paar wenige Worte. Ich weiß natürlich noch, worum es ging. Ich bilde mir auf jeden Fall ein, dass es bei dieser Gelegenheit war, dass du mich zum ersten Mal gesehen hast. Gesehen, ohne vorbei zu sehen, gesehen und innegehalten. Hier offenbarte sich deine Verspieltheit noch stärker, etwas, das mehr war als unschuldig und fantasievoll, etwas, das zwischen diesem Blinzeln und diesem selbstsicheren Jungslächeln hindurchsickerte. Deine Lippen, Emil, schon früh registrierte ich, wie sie Geheimnisse bewahren und den Betrachter provozieren konnten. Nur bei totaler Konzentration konnte man ein bisschen davon erahnen, was sich hinter ihnen verbarg. Ich konnte es nicht benennen, aber ich sah dort etwas von dir. Etwas, das ein unverkennbares Ja in mir erzeugte. Eine Hoffnung, die sagte, dass du mich vielleicht, vielleicht genauso sahst. Trotz allem. Dass du mitten ein meiner jugendlichen Unsicherheit meine Sehnsucht nach dir bemerkst – und mich ermunterst, weiter zu suchen. Nach dir, zu dir. Vielleicht hattest du bereits dasselbe empfunden. Auf jeden Fall begann ich, Kontakt zu dir aufzunehmen. Und du hast geantwortet, manchmal hast du selbst die Initiative ergriffen. Wir sprachen über Dinge, über die ich eigentlich nichts wusste, aber ich versuchte, erfahren zu wirken. Denn ja, ich wollte ja so gern mit dir in diesem herrlichen Sommergras herumrollen. Ich wollte ja so gern in deinen Armen liegen und spüren, wie die Sonne unsere Körper streichelt, goldbraune Haut, ich wollte in deinem Arm liegen und diese verspielten, vollen, dichten Lippen über meinen spüren.

Die Zeit verging, eine lange Zeit, und es passierte nicht mehr, als dass mit mal regelmäßigen, mal unregelmäßigen Abständen ein paar Worte gewechselt wurden, manchmal interessante, oft völlig inhaltsleere.

Eines Tages fragtest du mich, ob ich dieses Gerücht gehört hätte. Das Gefühl der Verspieltheit war da und der Ton lag zwischen Spannung und Unsicherheit, vor allem Neugier. Wie zu reden, ohne etwas zu sagen, wie zu tun, ohne zu handeln. Ich hätte nichts davon gehört, sagte ich, und du wolltest es nicht erzählen, nur spielen, nur hören, nur zeigen, ohne aufzudecken. Und in dem Augenblick verstand ich es wirklich. Dein Lächeln war keine Illusion, deine Art und Weise war kein Wunsch, es warst du.

Und ich verstand, dass du wolltest.

Ich schlug ein Treffen vor, unschuldig und unter Menschen. Wir trafen uns und sofort setzte meine eigene Verspieltheit ein. Am Anfang wirktest du verwundert. Das Verschmitzte hielt inne wie in Erstaunen, unsicher und abwartend, bevor du wieder der wurdest, der du immer bist. Ein paar Gelegenheiten verstrichen, du machtest keine Versuche, aber etwas in mir sagte, dass es heranreifen würde. Schließlich einen Abend, spät, zu der Zeit, an der die meisten nach Wegen tasten, die irgendwo hinführen, meist nach Hause, trafen wir uns aus purem Zufall. Im Dunkeln, zwischen Tag und Nacht, Traum und Wirklichkeit, wurde unsere Neugier zunichte gemacht und der Wille übernahm alle Kontrolle. Hinterließ das Warten machtlos und befreite sich und verwarf alles andere.

Wir befanden uns bereits am Rand einer Gruppe Menschen und aus einer Initiative heraus, von der ich nicht sagen kann, ob es deine war oder meine eigene, waren wir schon bald allein, wir hörten die Stimmen der anderen nur aus dem Abstand. Und wir, wir begannen, nach dem anderen zu tasten. Wir küssten uns dort, mitten in einer Nacht, die jeden Zusammenhang vermisste. Deine Küsse waren zart, weich und wir rangen mit Bewegungen, die nicht zurückzuhalten waren. Die Körper schlangen sich umeinander, wollten alles tun und spüren, ohne zu warten. Unsere Lippen liebkosten unsere Körper und deine Hand liebkoste mich und meine dich. Unsere Geschlechter pulsierten, wollten und wünschten und bekamen und wollten mehr und mehr und bekamen und bekamen – mehr. Deine ganze Haut war Wärme. Dein Blick der des Unschuldigen. Trotzdem liebtes du mich mit einer solchen Kraft. Meine Beine schlangen sich um deinen Körper, als du über mir kamst. Und im selben Augenblick, in dem du kamst, war es, als ob ich von einer Gewissheit erfüllt wurde: doch, alles würde gut werden. Eines Tages.

Das erste Mal, dass sich unsere Lippen trafen, war bei dieser Gelegenheit.

Danach setzten sich unsere Begegnungen eine lange Zeit lang fort. Manchmal hörten wir auf, aber niemals verschwanden wir voneinander, niemals völlig. Die ganze Zeit warst du mir gegenwärtig. Und immer wieder trafen wir uns, machten weiter, wo wir aufgehört hatten, und es war dieselbe Verliebtheit und Spannung wie vorher, die kam immer zurück. Der Unterschied zu dieser ersten Gelegenheit, zwischen den Bäumen neben einem alten Gebäude und mit Menschen in der Nähe, war, dass wir uns von da an bei dir zu Hause trafen, in deinem Kellerzimmer.

Wir zeigten uns nicht öffentlich. Wir küssten uns nicht vor anderen. Du warst nicht bereit interessiert an einem solchen Verhältnis. Und für mich spielte es keine Rolle, solange ich dort mit dir liegen durfte, deinen Körper an meinem spüren, und mir sagen und denken konnte, wenn meine Freundinnen voll unerwiderter Sehnsucht und tiefen Seufzern über dich sprachen: ja, ich weiß, wie er ist. Ich weiß, wie er ist, mehr als irgendwer anders weiß ich es. Und all das, worüber ihr sprecht, das ist er.

Zumindest fast immer.

Alexander

Oberstufe im Gymnasium. Alexander, ich weiß, dass ich nicht darf. Alexander, ich weiß, dass das moralisch Vernünftige und noch nicht Dunkle laut protestieren. Sicher. Aber du kommst ja da, zu uns mir. Du kommst in Auftrag von jemand anderem, um uns von gerade euren Produkten zu überzeugen. Die Konkurrenz, hässlich. Ihr, ehrlich und viel, viel schöner. Du lächelst. Ein Lachen folgt und wir anderen stimmen ein wie im Chor. Du lachst, als würdest du dafür bezahlt werden, wie ein Job.

Ich nehme an diesem Tag deine Hand. Du spazierst mit deinen langen Beinen und hübschen Wangenknochen in die Schule hinein. Wir haben Ort und Zeit vereinbart und das Schicksal will, dass ich zu deiner Kontaktperson bestimmt werde. Ab jetzt gehörst du mehr zu mir als zu meinen Klassenkameraden. Am Anfang ist alles wie es sein soll professionell. Wir sprechen über Angebote und Preise, ohne zu verhandeln. Ich weiß jetzt schon, was ich tue und warum und was ich will, was wir verursachen erschaffen.

Ihn hätte man gern, lachen meine Freundinnen, sehen, wünschen, wollen aber mit ihm über etwas anderes sprechen. Ich weiß, dass meinen Freundinnen alle Möglichkeiten offenstehen. Trotzdem tun sie nichts. Trotzdem, trotzdem, trotzdem nicht.

Neue Termine werden vereinbart und Kalender werden mit deinem schönen Namen geschmückt und eine Visitenkarte liegt ständig in meiner Tasche, an meinen Oberschenkel gedrückt, manchmal berührt sie flüchtig mein Geschlecht. Die Karte und deine Namen. Und ich, ich habe dich dort. Bald, bald, bald. Niemand weiß. Niemand glaubt. Niemand ahnt. Aber ich, ich habe es bereits entschieden. Jetzt, bei einer Gelegenheit, die einfach geschaffen wird, einfach so, entscheide ich mich, dass er nicht nein zu mir sagen wird. Schon bevor wir uns an diesem allerersten Mal in der Schule begrüßt haben, weiß ich, dass ich dich haben will.

Was meine spätere immer deutlichere Sicherheit, meine Zwangsgedanken, einen Willen, ein Muss verursacht, weiß ich nicht. Sind es deine Wangenknochen? Sind es deine hellen, grauen, blauen, weißen, blitzenden, stürmischen, harten, intensiven Augen? Dein Körper – durchtrainiert, nicht dünn, nicht dick, stabil und sicher und maskulin auf diese bewusste Weise? Du, so wie in etwas nicht Greifbarem?

Wie es kommt, dass ich beginne zu verkrampfen und nachts schweißgebadet aufwache, eingewickelt in die warme Decke und voll Verlangen, das weiß nur der Wille. Und der einzige, der es mir sagen kann, das bist du, du, du, Alexander. Ich weiß nicht was, ich weiß nicht warum. Ich weiß, dass ich aufhören sollte, umdenken und aufgeben, abschließen, bevor es tatsächlich anfängt. Aber ich kann nicht. Ich will nicht, und darum kann ich nicht. Ich will deine Waden an meiner Zungenspitze spüren.

Das erste Mal, dass unsere nackte Haut aneinander gepresst wird, ist in einem Gruppenraum, vor einem dieser vereinbarten Termine. Du fickst mich hinter einer unabgeschlossenen Tür in orange und deine Boxershorts sind rot mit einem gestreiften Muster und liegen wie angegossen um deine enorme Beule. Du bist groß, du bist hart, du bist stattlich. Und mehr und mehr wirst du gefüllt. Größer, breiter, höher. Dein Körper, oh, der ist vollkommen perfekt, wie erschaffen aus derselben Form wie ein griechischer Gott. Unwirklich. Mein eigener Körper schmerzt, meine Organe und all mein Innenleben zirkulieren wie eine Wäschetrommel. Rund, rund, mehr, mehr.

Ich will dich, Alexander. Und ich dich, sagst du mit intensivem Blick.

Und dann füllst du mich. Führst deinen Penis zu mir, an meine Öffnung, in mich hinein. Haut trifft auf Haut und zwei Teile werden zu einem. Es vibriert, zittert, hart und liebkosend. Und du fickst mich mit so einer Befriedigung. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mir uns bereits so und so und so und so vorgestellt. Und einen kurzen Moment lang weiß ich nicht, ob ich träume, wünsche, oder ob du mich fest umklammert hältst, meine Schenkel, und deinen Oberkörper immer und immer und immer und immer wieder an mich drückst und meine Lust zusammenpresst zu Milch in der Sommersonne.

Ich schreie innerlich.

Koche, koche über, explodiere.

Oh.

Ja, ja, ja.

Oh.

Dein Glied zu spüren ist das herrlichste, was ein Mensch spüren kann.

Bevor wir am Ziel sind, holt uns die Unsicherheit ein. Ist das hier richtig? Aber du machst trotzdem weiter, hältst nicht inne. Ich weiß, dass ich sollte, aber ich kann nicht aufhören, sagst du. Kann nicht aufhören, weil ich muss, muss, muss dich haben.

Ich küsse deinen Hals, meine Worte haben resigniert zugunsten des Hungers der Küsse. Lasse meine Lippen dich markieren. Du atmest schwer an meiner Brust, du wirst von unserem Sex genährt. Du atmest schwerer. Der Schweiß läuft über deinen Körper, deine Augen glänzen. Du bist so nah. Du bist vollgekommen gefüllt, geweitet bis zum alleräußersten.

Und dann kommst du. Markierst das ganze Mich mit der Frucht der Erregung, dem Saft der Lust, mit der Antwort, wenn möglich, mit dem Moment des größtmöglichen Friedens in jedem Teil, Partikel, von Körper und Seele.

Du sagst, wir sollten aufhören, dass wir sogar müssen. Die Moral ist nämlich dagegen. Aber du lügst und es ist hässlich zu lügen, und die Strafe wird zu einer unersättlichen Erregung, die wieder und wieder in der Symbiose zwischen dir und mir explodiert. Die jedes Mal sagt: nur ein letztes Mal, es geht nicht mehr. Aber die trotzdem weitermacht, ohne aufzuhören. Nur Körper und Ja und Oh steuern und existieren lassen. Verlangen, wollen – und bekommen.

Alexander, unsere Begegnungen werden zu Orgasmen, die noch lange nach dem Schulabschluss weiterleben. Wir gehen nie ein Verhältnis ein, unsere Begegnungen sind immer verboten. Wir treffen uns in aller Eile. Meistens mit meinem Rücken an deinem Bauch.

Trotzdem, trotzdem, trotzdem.

Oh.

Måns

Zu dürfen bedeutet zu fragen und Zustimmung zu erhalten. Nicht zu dürfen, das bedeutet nicht um Erlaubnis zu bitten, zu tun, weil man will.

Måns hat dunkle Züge, dichtes Haar und Bartstoppeln. Er hat viel von dem, das einen Mann verboten macht. Ich darf nicht, wir dürfen nicht, das weiß ich schon, bevor ich überlege zu fragen. Måns führt einen Bauernhof am Rand des Ortes. Das erzeugt bei mir Neugier. Dass er nicht ist wie andere, sich nicht täuschen lässt, das sehe ich als etwas Bewundernswertes. Måns lebt für die Natur. Er züchtet, pflanzt an, säht und fängt wieder von vorne an, wenn die Saison dasselbe tut. Måns ist tatkräftig, bringt sich alles selbst bei – ein richtiger Kerl und viel zu viel älter als ich.

Einmal bittet er mich auf dem Hof um Hilfe. Ich sage Ja, wir kennen uns von früher. Vorher hatte ich ihn nicht auf diese Weise gesehen und nicht an ihn gedacht, wie ich es jetzt tue.

Er ist Sex, dieser Mann. Als ich ihn registriere und ihn nicht mehr nur am Rand wahrnehme, verstehe ich es. Hundertachtzig Zentimeter Selbstvertrauen. Er ist die Definition eines Mannes, der sich selbst folgt.

Der tut, was er will.

Dass Måns mehr von mir will als dass ich ihm helfen soll, das begreife ich schnell. Als ein Blick hängen bleibt und Stille zu Spannung wird, anstatt zu Leere, dann ist da mehr als nur Unschuld.

Ich mache weiter damit, zu ihm zurück zu kommen. Er fragt und ich sage Ja und Danke und Gerne und Keine Ursache und Kein Problem nein, nein, nein, nicht im Geringsten.

Ich will ja, ich auch.

Nichts lieber will ich.

Bei der Arbeit kommt er mir immer öfter näher. Ich registriere es, koste seinen Atem, höre ein Heben, ein Keuchen und spüre immer mehr, vor allem, wie der Abstand zwischen uns immer und immer kleiner wird, und immer schneller und deutlicher. Schließlich ist der Raum von groß zu klein geworden, von mehreren zu einem einzigen und die Körper treffen sich, drängen sich, erreichen sich und streifen einander. Erst vorsichtig, unsicher und wie mitten im Zögern – soll ich bleiben oder gehen? Dann mehr und mehr Bewegungen, die zu einem physischen Kontakt werden.

An einem frühen Vormittag verrichten wir harte Arbeit. In der Scheune, in einer der beiden, sind wir gerade mit der großen Arbeitsaufgabe des heutigen Tages fertig geworden. Die Wärme siedet in mir, es ist Juli und der Tag ist brennend heiß. Wir stehen nah nebeneinander und haben ausgeatmet, als er sich zu mir wendet. Wir erwidern unsere Blicke mit einer Tiefe ohne Grenze, Grund oder Boden.

Ich durchschaue ihn, jetzt versteht auch er es. Und bald, es dauert nicht mal den Bruchteil einer Sekunde, so liegen wir da, zwei nackte und pulsierende und erfüllte Geschlechter, die nach mehr und mehr bitten und verlangen und die dürfen und geben und nehmen.

Ich weiß, dass ich nicht darf. Ich weiß genauso gut wie er, dass ich einen Fehler mache. Ich weiß, ich weiß, ich weiß. Aber ich will nicht aufhören. Also mache ich weiter…

Ich sitze rittlings auf ihm und spüre die mal spitzen, mal schönen, weichen Halme des trockenen Strohs unter meinen nackten Knien. Spüre seinen Körper unter mir, dicht an mir. Stabil, drückend, verschwitzt, hart trifft er meinen, wölbt sich hoch und in mich hinein. Ich pumpe ihn richtig, und den Körper, den ich nicht darf, aber trotzdem nehme.

Ich nehme mir, was ich brauche, und will so hart, dass er ohne Gnade stöhnt, krampft, hinein und hinaus drückt, härter, schneller, tiefer und mehr und oh und oh und oh und…

Stille.

Schwere, schleppende, freie, schläfrige, leere Atemzüge. Der Körper, die Schultern und Beine, die Waden und Muskeln, alles steht still, schaltet sich ab, sinkt, sinkt. Ich falle über ihm zusammen. Lasse meinen Kopf auf seiner Brust ruhen und schlafe ein, mit seiner Lust in mir, die an meinen müden, angewinkelten Schenkeln herunterläuft.

Wir machen weiter und erforschen mitunter neue Plätze, wie einen Küchentisch und einen undichten Kahn. Und obwohl ich weiß, dass es falsch ist, so wiegt der Wille schwerer und ich mache weiter – ohne um weder Entschuldigung noch um Erlaubnis zu bitten.

Unbekannt

Das Abteil ist grau, die Sitze teilweise von Kirschen geküsst. Das Fenster offen, was den Wind laut hereinbrausen lässt.

Ich sitze schon dort, als er mit zwei anderen hereinkommt. Wir nicken uns wortlos zu. Sie setzen sich hin und meine Augen erwachen. Seine Haut ist hell mit einem Hauch von Dunkel. Seine Augen sind braun und er sagt zu dem einen ein paar Worte auf einer Sprache, die ich nicht kenne. Ich beobachte ihn. Seine Brust ist hart, gestreckt, zurückgehalten, trainiert unter einem engen T-Shirt in grau, weich an seiner Haut. Die Shorts – blau, wecken ein Verlangen in mir. Sie sehen aus wie angeklebt, wie ein Rahmen um ihn. Die Beine – nackt. Die Waden – hart. Gepflegter Bart. Das Haar schaut unter seiner Schirmmütze hervor, auch diese blau. Ich beobachte Bewegungen, Geräusche und Stille. Als wäre ich das Publikum bei einem Spiel, meinem Spiel. Seine Freunde schauen in ihre Handys, beide konzentriert. Er, noch nicht sicher.

In meinem Kopf wird die Chance geweckt. Aus meiner Taille schießt ein Muss.

Er. Ich weiß es. Er. Er. Er. Habe ich schon einmal jemanden vernascht, mich von jemandem lieben gelassen, der seine Sprache spricht?

Das Spiel. Ich muss einige, lass uns sagen, Hindernisse überwinden, bevor es möglich wird. Jetzt: zwei zu viel, damit einer sehen kann. Ich denke, berechne, wäge ab, gebe nicht auf.

Ich setzte meine Beobachtungen fort. Die Nase – gerade, deutlich, sicher, bestimmt, klar. Die Beine – er überschlägt sie jetzt, entspannt, nah an mir. Zu nah. Wir sitzen einander gegenüber und streifen einander aus Versehen. Die anderen beiden sehe ich nicht mehr. Nicht, bevor sie aus dem Abteil verschwinden und zwei Fremde allein zurücklassen. Aber bevor Lust und Mut und Möglichkeiten gewinnen, kommt ein anderer Reisender herein und bricht unseren Moment des Können. Die betreffende Person, unsicher, schaut auf ihr Ticket – und dreht sich um, Gott sei Dank, und geht wieder heraus.

Zurück bleiben wir, er und ich, und ein Platz, der gefüllt werden will.

Dankbar schreit mein Unterleib Ja und Jetzt.

Allein.

Wollen.

Können.

Sollen.

Ich bin nicht wie du, sagt er nachdrücklich und den Blick fest auf meinen gerichtet. Er ist bereits hart. Ich mache keinen Rückzieher, zögere nicht, halte nicht inne. Mit einem Klick geht der Riegel ins Schloss und er sitzt da, regungslos, starr in Erwartung. Jetzt. Mein Unterleib krampft, heult, fließt, brennt, dampft, schreit, bittet, überfällt.

Lass mich, sage ich mit Sicherheit in meinem Blick und Ruhe in meiner Stimme.

Er öffnet seine Shorts.

Die Eichel glänzt. Der Ständer zeigt zur Decke hoch. Meine Lippen wollen seine Haut kosten und sein Geschlecht verspeisen.

Ich knie mich hin, der Stoff schützt gegen die reibenden Steinchen auf dem Boden. Ich führe ihn an meine völlig heißhungrigen Lippen, die voller Ungeduld warten. Und dann füllt er meinen Mund, meinen Rachen, mich, mit seiner pochenden, fiebrigen, vollständig schwindelnd schönen Erektion. Lieblich, weich, fest und tief, so tief.

Seine Worte verschwinden und werden zu Sätzen aus Wollust und er explodiert bis zum Erguss unter meinem Blick. Ich werde von seinem Sperma markiert.

Und ich, ich werde zu einer Pfütze aus kreisender Ruhe, falle und zerfließe, ohne inne zu halten.

Ich auch.

John

Ich trage seinen Nachnamen. Er heißt John. Lange, lange gehörte er jemand anderem – verheiratet. Jetzt ist er meiner. Wir wohnen in einem grünen Haus mit gelben Eckbalken und weißen Fensterrahmen. Das Meer grenzt an unser Grundstück und wir sitzen oft auf dem Steg oder haben große Dinner im Garten. Oft, oft.

John hat eine Arbeit, die ihm viele Jas und Neins abverlangt. Er darf nicht Vielleicht sagen oder Ich weiß nicht, er muss entscheiden. Gemeinsam mit ein paar anderen leitet er ein erfolgreiches Unternehmen.

Wir sind beide mit Gesundheit, Stabilität und guten grenzenlosen finanziellen Möglichkeiten beschert. John ist älter als ich. Einer seiner vier Söhne ging in dieselbe Klasse wie ich. Inzwischen bin ich seine Stiefmutter. Das fühlt sich unwirklich und vollständig verboten an. Falsch. Und erregend.

Wir leben, John und ich, eine Art Luxusleben. Wir trinken teure Weine mitten in der Woche. An den Wochenenden importieren wir Champagner. John ist weltgewandt. Er bringt mir alles bei, von Aussprache bis hinzu, Muscheln zu mögen.

Manche Leute meinen, dass er, mein Mann, glaubt, dass er wer sei. Etwas sei. Viele, viele Leute sind neidisch auf ihn. Ich verstehe sie, das muss ich der Ehrlichkeit halber zugeben. Früher einmal war ich das auch.

Aber anstatt missgünstig zu werden, habe ich mich verliebt.

Und die Liebe hat die Fähigkeit, viele Knoten zu lösen.

John und ich haben einen Billardtisch mit einem schimmernden, grünen Überzug, dunkel und feucht und hungrig mit bewegten Mustern. Er mag die Kombination von Stoff und unbequemen, harten und herausfordernden, gern ermüdenden Orten. Es erregt mich ungemein, wenn wir uns an genau diesen Orten lieben. Die Spannung weckt ihn geradezu, und seine Lust weckt mich. Hebt den Ernst auf, die Entscheidungen, ja oder nein, von seinen Schultern, aus seinem Ton, seinen Gedanken und seinem Blick. Wird stattdessen zu Feuer, bombensicherem Willen, grenzenlos, muss, wird. Will mich haben, genau hier und jetzt. Und ich, ich lasse mich begehren, geben, nehmen und ein Teil von ihm sein, gleichzeitig wie meine Erregung in Triumph explodiert, mit intensiven Nachbeben.

Zusammen besitzen wir die Welt, wo er König ist und ich seine Königin.

Oscar

Wir lieben uns nicht, wir ficken. Oscar will mich haben, muss mich haben, kann sein Begehren nicht zügeln, ohne mich zu treffen. Sein Glied krampft nach mir und auf seine Initiative hin sind wir einen Nachmittag allein, bei ihm zu Hause. Am Anfang ist er zögerlich, unsicher ob meiner Reaktion. Aber bald, sobald er gemerkt hat, dass ich genau so will wie er, wird er sicher.

Ich liebe unseren Sex vollkommen.

Unser Takt ist ein und derselbe. Wir streicheln uns, füllen uns und halten uns auf eine Weise und in Abstand und Nähe und in einem Takt, der nur zusammengefasst werden kann als – meisterhaft. Wir sind wie ein Motor, unsere Organe teilen eine vollkommene, beeindruckende Maschinerie. Die Körper und unsere erotische Gier sind dafür gemacht, dies zwischen uns zu erforschen.

Und bei ihm werde ich so grenzenlos erregt. Jedes Mal, darauf ist vollkommen Verlass, komme ich, sodass es in mir spielt. Er sagt nie etwas. Nie, nie. Aber durch seinen konzentrierten und intensiven Blick, entschieden und sicher, weiß ich es. Er macht Kompromisse, und er macht es gern. Er gibt mir, auch wenn er weiß, dass er es nicht tun sollte. Und er gibt sich selbst. Denn die Lust ist so, manchmal reichen Worte nicht aus, um zu erklären oder zu verhindern. Manchmal wird es einfach genau so. Und es darf so sein.

Er ist nicht so fürs Küssen zu haben, zumindest nicht irgendwelcher Lippen, Oscar. Aber wenn ich ihn an meinen Mund führe, während ich da kniee und er sich an die Wand lehnt und seine Hosen ihm in den Kniekehlen hängen, dann jubelt er. Da erzeugt sein Körper Atemzüge, die ihr Eigenleben führen und er fällt wie in Trance, fern von aktivem Handeln. Die Luft wird zu Elektrizität zwischen seinem Körper und meiner Zunge. Er entspannt. Er nimmt mich zu sich. Lässt sich nehmen.

Danach bin ich dran, zu bekommen. Ich liege auf dem Tisch, immer völlig nackt. Er will mich immer in diesem Winkel haben. Von vorne und auf dem Rücken. Er will mich so, um seine Konzentration kontrollieren zu können, glaube ich. Um seine explosive Kraft zu steuern, um seine Bewegungen in dem kontrollierten Rhythmus auszuführen, der dafür sorgt, dass es so unermesslich gut zwischen uns ist.

Ich komme.

Die Ektase kommt.

Oscar kommt.

Wir küssen einander nicht, wenn es vorbei ist. Wir sagen nichts. Wir verlassen einfach nur den Ort. Gehen in verschiedene Richtungen. Machen weiter, um uns bei Gelegenheit noch einmal zu sehen. In diesem Zimmer oder bei ihm zu Hause in seiner kleinen, kleinen Einzimmerwohnung oder an einem anderen Ort.

Überall bekommt unsere Erregung die Erlaubnis zu leben.

Fredrik

Die Veranda bei dir. Du sitzt da und wärmst dich in der Sonne, deine Augen sind geschlossen und dein Oberkörper ist nackt. Ich bin in einer Angelegenheit bei dir, die im Moment völlig unwichtig ist, irgendwas Alltägliches.

Ich habe dich bisher nicht wirklich gesehen, kaum an dich gedacht wie an einen potentiellen Liebhaber. Vielleicht, weil du viel älter bist als ich, bestimmt zwanzig Jahre. Du hast mehrere Kinder, von denen manche den Aufstand proben und manche sprechen lernen. Ich sehe dich manchmal, wir grüßen uns. Aber viel mehr ist da nicht, vielleicht ein Winken, wenn unsere Autos aneinander vorbeifahren. Ich weiß, wie du heißt. Ich weiß, dass du Geschwister hast und ich weiß, wie deine Familie aussieht.

Du sonnst dich in der Wärme, lässt die Sonnenstrahlen deinen Brustkorb erwärmen. Ich gehe über den Rasen, noch hast du meine Ankunft nicht bemerkt. Vielleicht tue ich es bewusst, vielleicht ist es nur ein Zufall, dass ich leise auftauche. Ich bleibe vor der Veranda stehen, sehe dich an. Lasse meinen Blick über deinen Körper schweifen. Du trägst Shorts. Die Füße sind ebenso von der Sonne geküsst wie deine Arme.

Etwas beginnt zwischen meinen Beinen, ich weiß so gut, was es ist. Die Lust, der Wille, etwas zu tun, das ich eigentlich nicht tun sollte. Ich bleibe einige Minuten so stehen.

Beginne, mich selbst zu streicheln.

Ich spüre die Erregung in mir eskalieren, das einzige, was ich will, ist, von dir genommen zu werden, hart und langsam. Ich schließe die Augen und stelle mir das Szenario vor, als ich deine Stimme höre.

Du bist erstaunt, mich zu sehen, aber dennoch froh. Und fragst, was mich herführt. Du merkst nicht, dass ich mich selbst streichele. Ich frage, ob du allein bist, ohne auf deine Frage zu antworten. Ich habe mich schon entschieden, was ich will, mich entscheiden, dass ich will, dass du und ich unsere Körper vollständig ausnutzen. Vollständig.

Du antwortest, dass du allein bist, dass du hier in der Sonne liegst und das herrliche Wetter genießt.

Ich gehe zu dir heran, während du immer noch dasitzt, immer noch ebenso entspannt und mit einem Lächeln im Gesicht. Du genießt die leichte Sommerbrise und die Temperatur, die unser Dasein bejaht. Ich gehe zu dir heran, gehe bis zwischen deine breiten Beine, die völlig regungslos und wie im Schlaf daliegen.

Du reagierst, weiß nicht richtig, was du tun sollst. Ich sehe das Erstaunen in deinem Blick, die Frage. Das Gefühl, plötzlich die Kontrolle über die Situation zu verlieren.

Ich sehe dir tief in die Augen, während du fragst, was ich da tue.

Ich antworte nicht.

Knie mich hin und beginne, über deinen Schritt zu streichen, über den losen Stoff der Shorts. Du sagst, dass das falsch ist, dass wir das nicht tun sollten. Du siehst dir über die Schulter, siehst, dass wir immer noch allein sind. Du sagst, dass ich hübsch bin, aber viel zu jung, dass du verheiratet bist und Kinder hast und das hier nicht tun kannst. Ich höre zu, aber mache weiter, obwohl du Einwände hast, du meinst nicht, was du sagst. Ich weiß ja, dass du willst, weiß, dass du nichts lieber willst, als mich hier auf dem Tisch zu nehmen, neben dem du sitzt. Musst nur ermuntert werden, wagen, zu wollen.

Ich weiß, dass du deine Erektion tief drinnen in meinem hungrigen Körper spüren willst, jeden Zentimeter von mir erforschen willst, mich fühlen, mich küssen und jede Pore meiner braunen Haut liebkosen. Bald, sehr bald, erhebt sich ein Ständer unter deiner Shorts, du bist immer noch dabei, uns beide mit Gründen zu überhäufen, warum du diese Handlung nicht ausführen solltest. Ich mache weiter, trotzdem, ziehe deine Shorts und dann auch deine Unterhose herunter und merke, dass du nicht länger dagegen ankämpfen kannst. Deine Worte haben sich gelegt und dein Kopf ebenso, du genießt. Du lässt keine Grenzen mehr meine Taten stoppen, du bist plötzlich einverstanden, dass die Lust in diesem Moment wesentlich ist.

Ich führe meine Lippen an deine Eichel, halte einen festen Griff um deine Erektion. Führe meine Lippen an deinen Penis, der sowohl breit ist und geadert und schön und hässlich und gespannt vor Erregung. Du lässt mich lange und gründlich an dir saugen, deinen ganzen Ständer presse ich in meinen Hals. Würge und bekomme keine Luft, will dich nur noch mehr haben und will nichts lieber, als jeden Teil von dir zu kosten und zu spüren. Jetzt. Jetzt. Jetzt.

Du stöhnst, laut und hart stöhnst du, ich spüre richtig deine vollkommen unbeschreibliche Lust und die ganze Herrlichkeit dessen, was geschieht. Dir wurde schon lang keiner mehr geblasen, sagst du stöhnend. Dein Körper pulsiert, das ganze Du ist erfüllt von Erregung dank dessen, was ich mit deinem Körper tue. Dein Bauch bewegt sich im Takt mit meinen langen Küssen deiner Erektion, deiner Arme und deiner Waden.

Dein Körper krümmt sich und du füllst mich mit einer Spur von Spannung und Zwang. Ich sauge dich lange. Du liebst jede Sekunde von dem, was ich dich spüren lasse.

Nach einer Weile entscheidest du, das Kommando zu übernehmen. Du drückst mich auf den Tisch, schnell, ich schaffe kaum zu reagieren. Plötzlich liege ich einfach da, nach hinten gebunden und mit deinem Bauch an meine Schenkel klatschend.

Du fickst mich. Von hinten. Als hättest du nie etwas anderes getan, als hättest du nie von etwas anderem geträumt, als mich genau so und jetzt zu nehmen. Dein verschwitzter Körper malt einen Glanz über meinen Rücken und Po. Mein Schweiß wird zu Tropfen und wir sind beide völlig durchnässt, erhöht zu einer Hitze, die wärmer ist als die der Sonne. Du fickst mich, so wie ich noch nie gefickt wurde, ich liebe jede Sekunde der Lust, die du mir gibst.

Ich genieße, dass es verboten ist, dass wir es absolut nicht tun sollten, dass sie genau stimmen, die Argumente, die du vor einer Weile versucht hast zu bringen, dass du verheiratet bist und Kinder hast und älter bist als ich. Aber es ist genau das, was mich reizt, erregt und noch mehr anstachelt.

Es ist falsch und verboten, in mehr als einer Hinsicht.

Dein Penis ist herrlich und du füllst meinen Unterleib mit Wohlbehagen und einem Gefühl von Freiheit und reiner Erfüllung. Ich bin nicht mehr leer, ich bin völlig ausgefüllt von deiner Erektion.

Du bekommst eine SMS, das Telefon liegt direkt neben meinem Kopf. Du bist so nah davor zu kommen, als die Nachricht auf dem Bildschirm aufleuchtet. Du sagst, dass wir ein andermal weitermachen sollten, dass wir uns unsere Kleider anziehen müssen und dass es Zeit für mich ist, zu machen, dass ich hier wegkomme. Jetzt, jetzt, jetzt. Du machst trotzdem weiter damit, mich zu ficken, gleichzeitig, als du das sagst.

Nein, sage ich. Mach weiter, ich will dein Sperma über meinem Gesicht spüren.

Also machst du weiter. Hörst zu. Lässt dich leiten. Von mir. Du bist jetzt so nah davor und du spürst die Gefahr, dass wir in jedem Augenblick entdeckt werden können, dass deine Frau vielleicht in ein paar wenigen Minuten das Auto direkt hier vor der Veranda parkt und dann dich und mich hier entdeckt. Vollkommen nackt und verschwitzt, dein Penis tief in mir drinnen und deine Zunge und deine Küsse über meinem Nacken, meinem Rücken und meinen Armen.

Wir kommen gleichzeitig.

Lange, lange kommen wir.

Andreas

Mein Hunger vermisst Gnade und Sättigung und ich suche und will und finde und nehme ihn und ihn und ihn, einen nach dem anderen und zwei werden zu drei und fünf werden zu mehr.

Andreas, er ist nicht einer wie alle.

Andreas ist ein Wesen, ein Gott, der all das ist, nach dem ich so lange verlangt, geschmachtet und mich gesehnt habe. Plötzlich ist er einfach da. Und er will nichts lieber, als dass er mich will.

Andreas offenbart sich bereits am ersten Tag der Oberstufe an meinem neuen Gymnasium. Sein Blick ist intensiv, immer konzentriert. Er lacht selten und es liegt meistens eine Ernsthaftigkeit in seinem Tonfall. Aber es gibt dort auch anderes, Lachen und Lachgrübchen. Aber man muss nah herankommen, um daran Teil zu haben.

Er macht ein anderes Gymnasialprofil als ich und sitzt immer allein in einem Gruppenraum, mit schiefgelegtem Kopf. Er ist ein Jahr älter als ich. Er kommt von einem anderen Ort und mietet eine kleine Wohnung in dem gelben Haus genau zwischen Schule und Innenstadt. Er hat eine Freundin und ich finde bereits, bevor ich sie getroffen habe, dass sie Andreas gegenüber undankbar wirkt.

Er verdient etwas Besseres.

Meine Eifersucht weiß es.

Andreas tritt seit vielen Jahren bei Wettkämpfen auf Spitzenniveau an. Er setzt alles darauf. Und wenn man alles gibt, dann bekommt man auch zurück. Vermutlich ist sein Blick deswegen oft so fokussiert.

Mit der Zeit lernen wir uns kennen. Und er wird meiner, nur meiner.

Er kann ohne mich nicht sein, sagt er.

Während der Oberstufe entwickelt sich zwischen uns eine Beziehung, die gekleidet wird in Liebe, Erotik, Stabilität und Harmonie. Andreas beendet seine Beziehung meinetwegen. Um ausschließlich mit mir sein zu können. Wir haben eine Beziehung, in der wir dafür stehen, was wir haben. Eine Beziehung, die einschließt, dass wir in seiner kleinen Bude frühstücken, mit dem Fenster weit geöffnet und dem Sommer, der sich in der Luft ausbreitet, und das Radio spielt im Hintergrund. Jeden, jeden Tag. Wir haben es gut, Andreas und ich. Zu gut, sagen die, sie uns aus dem Abstand betrachten.

Mehrere Jahre lang ist er meine große Liebe.

Mehr als ein fantastischer Liebhaber.

Christian

Er ist unsentimental. Er schert sich nicht um Konsequenzen, nie. Und er liebt nicht. Er küsst nicht mit langsamen Lippen, vorsichtig. Er streichelt nicht. Er fragt nicht, ob es auf eine andere Weise besser wäre, oder ob das Vorspiel länger sein sollte.

Er fickt.

Hart.

Lange.

Brutal.

Er wirft seinen Körper gegen meinen und hält mein Haar und meine Schenkel und lässt den Schweiß über die Reibung rinnen, die zwischen mir und ihm entsteht. Seine Stimme brüllt und die Erregung explodiert. Die Atemzüge haben keinen Platz in seinem Körper, der dabei ist, in tausend Geschosse zu zerspringen. Er nimmt mich tief, bereits bei den ersten Stößen. Wärmt nicht auf. Dehnt nicht. Drückt nur, bricht. Und es ist so schön, so verdammt schön.

Er mag es, wenn ich rittlings auf ihm sitze und mein Körpergewicht ihn so weit wie möglich in mich drückt. Er packt mich fest um die Taille. Bewegt mich. Führt mich. Leitet mich genau in den schnellen, harten, tiefen Takt, den er mag. Er, er, er. Und ich, ich falle für seine unbändige Lust und werde verschlungen von der Spannung, die er ist.

Er fragt nicht. Er überlegt nicht. Nie, nie, nie. Er macht. Und jedes Mal verkrampft mein Körper und ich sage ja und ja und ja und ja.

Nimm mich, Christian, nimm mich, ohne aufzuhören.

Und dann tut er es und ich verliere die Welt und alles und nicht zuletzt mich selbst.

Epilog

Muss es wirklich physisch geschehen? Wenn es sich genauso stark, genauso wirklich anfühlt, in dir, auch wenn es in der Fantasie und in Gedanken geschieht – bedeutet das wirklich, dass es nicht genauso stark ist?

Viele Jahre lang wurde ich von meinen Liebhabern gerettet. Ich hatte nicht den Mut, zu wagen, so zu sein, wie ich tief in mir drin sein wollte – mit ihm. Aber meine Gedanken und Gefühle waren da, groß und intensiv. Wie als eine natürliche Folge davon erschuf ich in meiner Fantasie eine eigene Welt, die berührende Hände und lange Gespräche enthielt mit diesen Liebhabern, die ich eigentlich nur aus dem Abstand kannte.

In mir keimte die Ausdauer und die Hoffnung, dass ich es eines Tages wagen würde.

In manchen Fällen dient die Fantasie als Retterin, als eine notwendige Flucht von der Wirklichkeit. Als Ersatz für etwas, damit du aushältst, zu warten und daran zu glauben, dass eines Tages…

In meinem Fall war es so.

Eros

Es gibt solche, die sind ohne Geschlecht von Geburt an, und solche, die ihres Geschlechts beraubt wurden, und solche, die sich selbst geschlechtslos gemacht haben, um des Himmelreiches willen. Wer es erfassen kann, der erfasse es.

Matthäus 19:12

Ich bin Eros. Ein Adonis verkörpert in menschlicher Gestalt. Ich bin ein Teil der stärksten Kraft im Universum. Ich bin Bewegung, Licht und Geschwindigkeit. Alles gleichzeitig. Alles, was wahrnehmbar ist. Ich bin Sex. Ich liebe und ich ficke. Ich küsse und ich schmuse. Hart, vorsichtig. Schnell, langsam. Dein Alter ist mir egal – solang du volljährig bist. Du kannst jung sein und du kannst älter sein. Solang du deinen Verstand bei dir hast und sicher bist, deiner Lust folgen zu wollen, bist du willkommen in meinem üppigen Reich. Ich mache mir nichts aus irgendwelchen Geschlechtern, für mich gibt es keine. Du kannst Frau sein oder du kannst Mann sein. Für mich spielt es keine Rolle. Für mich bist du nämlich eine Göttlichkeit, so oder so. Für mich bist du vollkommen. Für mich bist du ein Körper, aber auch so viel mehr. Du bist all das, was es in diesem Körper gibt. Alles, was existiert und was ein Mensch, durch seine Fähigkeit zum Ja sagen, erschaffen kann. Ein lebendiges Wesen, ein Geschöpf, eine Kreatur, ein Geruch, ein Gefühl, ein Geschmack, die auf vielerlei Art nicht greifbar sind. Ich lebe, um zu versuchen, dir so nah wie möglich zu kommen. Und ich komme dir nah. Näher, als es je zuvor jemand anders getan hat.

Denn das ist mein Sinn und Zweck.

Manche verknüpfen meinen Namen mit Ausdrücken wie „der Erlöser“ und „der, der uns durch Liebe bekehrt“. Aufgrund von Unwissen verhöhnt man meine Vorhaben und meint, ich sei ketzerisch. Manche zischen mir zu, mit Schaum zwischen den Lippen, und schießen verachtende Pfeile auf mein Herz, in der Hoffnung, dass es bricht und den Rückzug antritt. Manche wenden den Blick ab, tun so, als würden sie nichts sehen, nicht einmal ahnen. Viele meinen, mein Handeln birgt sowohl Bosheit als auch Dummheit, manche meinen sogar, ich sei schädlich. Aber wie kann man schaden, wenn man wirklich liebt? Und was ist falsch daran, zu lieben und geliebt zu werden von diesem Körper, dieser Freude? Ist es Sünde, dass ich das Schöne im Leben suche? Ich würde nicht leben ohne meine Nächsten, so einfach ist diese Gleichung. Ohne die erotische Begegnung ist mein Atem ohne Sauerstoff und ich würde in kurzer Zeit tot darniederliegen, zum Vorteil von Nichts. Mein Geschlechtsorgan würde verwelken. Mein Blut würde rosten. Ich würde aufhören zu existieren, um stattdessen zu Kohle verwandelt zu werden und niemals, niemals wieder auferstehen. Ich gehe dieses Risiko nicht ein. Denn ich will leben.

Ich bin nicht gewillt, als jemand anderes zu leben als der, zu dem ich geboren bin.

Ich bin der Gott der Erotik.

Ein Gesandter auf Erden.

Ich bin gerade volljährig geworden, als ich meine Kraft entdecke. Mein Kopf ruht entspannt auf einer Sommerwiese und in den Wolken begegne ich der Schöpfung des Lebens. Ich weiß nicht, was ich will, weder mit dem Leben, noch mit mir selbst. Ich weiß nicht, wer ich bin. Nicht bis jetzt. Nicht vor diesem Tag. Es ist, als ob die Kraft des Universums nach mir ruft, mit einer Selbstverständlichkeit im Ton und mit Leichtigkeit in ihrer Überzeugung. Als ob alles seinen selbstverständlichen Platz einnimmt. Mein Sinn. Ich finde ihn in diesem Moment.

Ich erkenne meine Berufung: zu ficken.

Ich erkenne mein Ziel: Menschen zu verführen, einen nach dem anderen.

Und selbst verführt zu werden.

Meine Erziehung war genau das Gegenteil. Man hat mich auf einen anderen Gott hören lassen, einen, der sich von meinem neuentdeckten, wahren Gott unterscheidet. Man hat mir eingeredet, zu lieben sei der Inbegriff der Sünde. Das größte denkbare Vergehen eines Menschen sei es, Haut zu lieben, die nicht in vor einem Altar getraut wurde. Sex sei verboten, wenn er nicht zwischen Mann und Frau in einer vor Gott gepriesenen Ehe geschehe. Alles andere sei unheilig und falsch. Man hat gesagt, der Ungehorsam dagegen sei dasselbe, wie den Teufel zu umarmen und seine Füße zu küssen.

Ich wurde zu einem Zeugen einer kleinen Gruppe Menschen mit eigenen Vorstellungen und Wünschen, meist zum Vorteil für sie selbst erschaffen. Es ging um Dinge, die andere falsch machen, unheilig und entehrend. Lange höre ich auf diese Worte. Ich klopfe an Türen und verbreite die Botschaft, die mir als die absolut einzige vermittelt wurde. Ich habe zugehört, ohne in Frage zu stellen. Denn das tut man, wenn man dazu erzogen wird, auf niemand anderen zu hören als einige wenige. Ich klopfe an Türen und sage, dass der Herr dich liebt, wenn du auf diese Weise handelst, und dich in die brennenden Höllenfeuer verbannt, wenn du auf eine andere Weise handelst. Im Leben geht es darum, eine Person des anderen Geschlechts zu heiraten und nach Gottes Gesetzen und Grenzen zu leben. Das sage ich. Ich betone auch freimütig und selbstsicher, dass der Sexualakt ein notwendiges Übel ist. Dass Untreue eine Sünde ist. Dass es nicht von dieser Welt ist, jemanden des gleichen Geschlechts zu lieben. Man könnte sagen, dass ich drohe, aber das wäre aus Sicht dieser Gruppe Menschen die falsche Wortwahl. Und die korrekten Worte zu verwenden, darauf basiert ihre ganze Existenzberechtigung.

Ich werde an diesem Sommertag wie aus einem Dämmerschlaf geweckt. Wie durch eine himmlische Gabe erkenne ich, dass das, was ich gewesen bin und auf das ich gehört habe und das ich mein ganzes Leben lang weitergegeben habe – das ist nichts anderes, als die Überzeugungen anderer Menschen. Ein Bluff. Ich erwache wie aus einem Nebel und sehe das Selbstverständliche klar und deutlich. Ich bin an anderer. Ich glaube an etwas anderes. Und jetzt verstehe ich es. Auch wenn dieses Neue, dieses Andere, beinhaltet, dass ich nun an etwas glaube und von etwas überzeugt bin, was ich eben noch verachtet habe, so mache ich in meinen Gedanken und Ansichten dennoch diese Kehrtwende. Die Kraft ist so stark, die an diesem Tag zu mir kommt. Ich glaube an sie, ohne in Frage zu stellen. Denn sie gibt mir ein solches Gefühl der Reinheit. Der Wahrheit. Es ist, als ob das Universum, die Kraft, vielleicht sogar der Herr selbst, mich gesehen hat als der Mensch, der ich bin. Und es ist, als ob sich alle diese Kräfte gesammelt hätten, um mir hier und jetzt zu sagen, ihnen zu folgen. Es ist, als wäre es so vorbestimmt gewesen.

Mein voriges Umfeld distanziert sich natürlich von mir. Sie falten ihre Hände und malen das Zeichen des Teufels an meine Tür. Wollen mich dazu bringen, aufzuhören. Wollen mich bekehren, zum Licht, bevor es zu spät ist. Sie meinen es natürlich gut. Aber ich kann nicht auf sie hören. Nicht einmal, wenn ich es wollen würde (und das will ich nicht). Das hier ist der wirkliche Sinn. Und wenn es der eigentliche Sinn ist, hat es keinen Zweck, etwas zu ändern. Denn so stark ist die Kraft. Das Universum ist so stark, dass wenn es etwas will, dann wird es so. Der Mensch ist nur eine Marionette in dem großen, großen Spiel. Er spielt mit einer Figur, die sein Los ist, seine Stunde, Tage und Jahre auf Erden. Er spielt, so gut er es vermag. Oft beeinflusst er seine Situation durch seine Spielzüge. Aber am Ende, in gleichmäßigen Abständen, ist es etwas Größeres, das über ihn bestimmt. Das endgültig entscheidet.

Ich entscheide mich, wieder an Türen zu klopfen. Ich weiß, dass das Türenklingeln kontrovers ist, viele finden es unverschämt, bei wildfremden Menschen an der Tür zu klingeln. Aber ich habe nie gelernt, mich auf Normen zu verlassen. Nicht auf andere als die, die in meinem Umfeld galten, und dort war das Türenklingeln nicht falsch.

Viele glauben, ich sei verrückt, wenn ich an ihre Tür klopfe und sage, dass ich sie durch die Liebe erlösen will. Viele schütteln den Kopf, aber die allermeisten schlagen mir einfach die Tür vor der Nase zu. Manche schreien mir nach. Manche ohrfeigen mich. Mehrmals zögere ich und frage mich, was richtig ist, und ob es im Grunde doch ich bin, der falsch handelt. Die Unsicherheit schleicht sich heran, so wie sie es für gewöhnlich tut, wenn es nicht richtig so läuft, wie man es sich vorgestellt hat. Anstatt weiter zu machen, fängt man an, auf das zurück zu blicken, was gewesen ist. Man vergleicht, glorifiziert. Denkt, dass es vielleicht trotz allem nicht so dumm war, was einmal gewesen ist. Wie ich war.

Aber das Universum und das, was wir tun, kommt zurück und erinnert mich. Wie durch eine Berührung an meiner Schulter drehe ich mich um und sehe mich dastehen. Ich sehe mich durch die Augen von anderen und sehe, welchen Weg ich wandern muss.

Den Weg des Sinns, den ganzen Weg bis zum Gottesreich und den erfüllten Räumen der Erotik. Ich muss die Menschen von der einzigen Sünde befreien, die es gibt – die innersten Begehren zurück zu halten.

Griselda trägt ein Kreuz um den Hals. Sie besitzt Kurven, üppige Kurven, und ist wunderschön. Ihre Augen sind braun. Ihr Haarschwall reicht fast bis zu ihren Hüften herunter. Die Lippen sind mit einer hell schimmernden Farbe bemalt, die zwischen rosa und Kastanie wechselt.

Ich werde so hart, sobald ich sie sehe.

Ich erzähle Griselda von meiner Botschaft. Ich frage, ob sie sich in ihrem Dasein gefangen fühlt. Ob sie spürt, dass das Leben ihr nicht alles gibt, was sie sich wünscht. Sie antwortet, dass sie sich einsam fühle. Dass sie nicht zufrieden sei. Die Arbeit sei monoton und die Kollegen täten nichts anderes, als über alle Verpflichtungen zu klagen. Das Leben sei ereignislos und sie selbst sei neugierig. Sie sagt, dass sie eigentlich aus einem anderen Holz geschnitzt sei als die, die sie nun geworden sei.

Griselda weiß nicht, ob ich scherze oder ernst bin. Ich sehe es ihr an. Die Augen sind fragend, sie mustern mich von Kopf bis Fuß. Wahrscheinlich versucht sie festzustellen, ob ich verrückt bin. Ob sie die Tür abschließen oder sogar die Flucht ergreifen sollte. Oder ob sie bleiben soll. Was will sie? Ich gebe ihr auf jeden Fall eine Visitenkarte mit Informationen über mich und was ich teilen will, indem ich mit ihr Liebe mache. Ich sage, dass sie mich gern kontaktieren kann, wenn sie das möchte. Wenn sie möchte, betone ich. Es ist wichtig, dass du deinem eigenen Herzen folgst, deinem eigenen Willen, sage ich abschließend. Sie sagt immer noch nichts. Ich drehe mich um und beginne, die Treppen hinunter zu steigen. Die Treppe ist aus Marmor und meine Schritte hallen wider und erzeugen eine Spirale aus Geräuschen längs der Wände des Treppenhauses.

Plötzlich höre ich, wie jemand mir nachgeeilt kommt, fast rennend. Ich bleibe stehen. Drehe mich um. Und bevor ich es mir versehen kann, treffen ihre Lippen die meinen. Ich werde von dem herrlichsten Gefühl aus Lust und Wonne erfüllt. Sie will. Sie will mich haben. Sie will meinen Körper und mein Geschlechtsorgan. Und ich darf ihr von mir selbst geben.

Dieser großartigen und himmlischen Frau.

Dieser schönen Göttin.

Dieser weiblichen Göttlichkeit.

Hand in Hand geleiten wir uns ins Schlafzimmer und ins Bett. Gottes Altar. Mein Körper ist dabei zu zerspringen. Sie sagt nichts zu mir. Alles, was ich wahrnehme, ist die Wärme in ihrer Hand und die Kaskade von Gefühlen in mir. Wir halten unsere Handflächen fest umklammert. Der Raum ist leise, still. Wir sagen nichts. Wir sehen einander an. Ich will mich gemeinsam mit ihr in Aphrodites Himmelreich stürzen. Und es dauert nicht lange, bevor das Schweigen gebrochen und von zwei willigen Körpern ersetzt wird.

Wie lieben mit Glut und ihr ganzes Schlafzimmer wird in schwere Atemzüge versetzt. Die Fensterscheiben beschlagen. Die Bettlaken werden feucht, um schließlich von unseren Körperflüssigkeiten überspült und vollkommen nass zu werden. Ich streiche über ihre Haut, sowohl mit meinen Händen, als auch mit meinem Körper. Ich lecke ihr Geschlecht. Meine Erektion pocht allein dadurch, sich in ihrem Gefilde zu befinden. Bei ihr zu sein, lässt es in mir winden und stechen. Es fühlt sich an, als ob ich tausend Kämpfer in einer Schlacht um Leben und Tod beherberge, die alle heraus und um jeden Preis befreit werden wollen. Sie reitet mein Geschlecht und umschließt mich mit einer solchen Intensität, dass ich nicht weiß, wohin mit mir. Ich küsse ihre fülligen, schweren Brüste, die außer Takt über meinen Körper wirbeln. Ich streichle ihre Schultern und küsse gleichzeitig ihren Hals. Unsere Zungen schreien nacheinander. Der Speichel ertränkt unsere Körper, befeuchtet uns mit der Nässe unserer Münder bis zu dem Punkt, an dem es sich anfühlt, als badeten wir im Meer der Erotik.

Die Ekstase kommt. Griselda schreit mit einer solchen Hingebung, dass die Fensterrahmen zittern. Der ganze Boden schwankt. Ihr Orgasmus wird zu einer Fontäne aus Befriedigung. Und ich liebe mehr und höher und länger, als ein Mensch es vermag.

Gott singt mit mir im Takt.

Alek ist jung. Seine Eltern sind konservativ und er kommt ursprünglich aus einem Land, wo es gesetzlich verboten ist, dass sich Körper desselben Geschlechts nackt berühren. Wenn nackte Haut auf andere nackte Haut trifft, die dieselben Genitalien trägt, dann soll man, am besten ohne jedes Zögern, in den Tod geschickt werden. Alek weiß das. Seine Eltern haben ihm erklärt, dass es so ist. Ihre Eltern haben es ihnen erklärt. Von Generation zu Generation haben sie ein Erbe der Verachtung weitergegeben.

Alek will mir zuhören. Er sagt es. Aber als wir miteinander sprechen, kommen seine Eltern und fragen mich mit einem Unterton der Verachtung, was ich wolle. Ich erzähle es ihnen, denn ich sehe keinen Sinn darin, über etwas zu lügen, woran ich mit Inbrunst glaube und wonach ich lebe. Sie sagen, ich solle gehen. Ich solle gehen, bevor etwas passiert. Sie können nämlich aufbrausen, sagen sie, und drohen, etwas zu holen, das wehtun kann. Ich sage, dass ich meines Weges gehen werde. Dass ich respektiere, dass Menschen nicht derselben Meinung sind, wie ich. Sage, dass ich nicht komme, um Uneinigkeiten zu suchen oder zu überreden, wenn der Kopf an so etwas nicht interessiert ist. Aber bevor ich gehe, stecke ich Alek meine Visitenkarte zu. Die Eltern sehen es nicht.

Bald sucht Alek mich auf. Wir sprechen lange miteinander. Er erzählt, dass er niemanden hat, dem er seine Gedanken oder seine Lust anvertrauen kann, die da ist und in seinem Körper zieht und zerrt. Es ist, als ob es heraus müsste, sagt er. Das Verlangen. Er sagt, er sei so scharf, dass er nicht wüsste, wie lang er diese Kraft noch zurückhalten könne, diesen Orkan, dieses schwindelnde und harte und singende und schallende und schmachtende Gefühl in sich. Es verlangt danach, befreit zu werden.

Und ich brauche wirklich deinen Körper, sagt er mit vorsichtiger Stimme.

Was ich also tue, ist, mich ihm hinzugeben. Für ihn ist es das erste Mal und ich tue es mit Vorsicht. Ich lasse ihn denjenigen sein, der die Kontrolle hat, der handelt, der wählt. Voll und ganz gebe ich meinen Körper, meinen Willen, meine Bewegungen ihm hin. Alek bekommt die Erlaubnis, mit mir zu tun, was er will. Wie er will. Wann er will. Auf diese Weise lasse ich ihn sowohl mich und ihn selbst entdecken. Sein Innerstes.

Am Anfang ist er behutsam und bescheiden. Er weiß nicht, wo er anfangen soll. Wir haben unsere Kleider an, es dauert lange, bis nur das erste Kleidungsstück von seiner Haut gelöst wird. Freundlich und gut erzogen fragt er mich, ob er mich ausziehen darf. Ich bin dein, sage ich. Mein Körper ist dein. Ich tue, was du willst. Und all das tue ich, weil ich will, dass du genießen sollst und spüren, was der Körper ist und was das Geschlecht vermag zu erschaffen, wenn man nur die Begierde allen Fesseln entlässt.

Daraufhin zieht Alek mich aus. Langsam, aber schließlich bin ich nackt. Ich liege entblößt vor ihm, auf dem Rücken. Er beginnt damit, mich von Kopf bis Fuß zu küssen, mit Lippen, die sich bei jedem Kuss sorgfältig schließen. Seine Lippen sind schön, füllig und langsam in ihren Bewegungen. Ich schaudere. Mein Körper wird weich. Danach entledigt er sich seiner Hose und entblößt ein hungriges Geschlecht vor mir. Er führt meine Füße zu seinem Ständer, der schön ist, unschuldig, aber gleichzeitig hungernd. Ich beobachte es mit einem steigenden Puls. Ich will ihn haben. Nichts will ich lieber als ihn haben. Er führt meine Füße zu einem Glied, das förmlich brennt und verlangt. Läutet. Mit einem festen Griff um mich beginnt er, sowohl die Spitze dieses Penis zu massieren und reiben, die Eichel, aus der schon bald ein süßer Saft sickert, als auch dessen Körper, den steifen, harten, schönen Stab.

Es siedet in mir. Die Feuer brennen, der Orkan heult und die Haut ächzt. Mein Brustkorb formt sich im Takt mit meinem Puls, meine Atemzüge werden hitzig und mein Geschlecht wird von einem Sog erfüllt, der völlig in mir kocht. Ich genieße. Alek genießt.

Seine Erektion fühlt sich eher an wie Stein, als wie Haut an meinen zarten Füßen. Er lässt mich ihn stimulieren, bis er in einer weißen und cremigen Explosion kommt. Er füllt meinen ganzen Brustkorb, mein Becken, meinen Hals und meine Schenkel. Wie mit Milch malt er mit seinem Zeigefinger über meinen ganzen Körper, vollendet. Und er sagt, dass er jetzt, von diesem Moment an, den Weg gehen will, von dem alle sagen, dass er ihn nicht gehen darf. Denn jetzt weiß er, dass dieser Weg alles wert ist.

Und noch mehr.

Inzwischen versuchen viele, mich zurecht zu weisen. Je mehr ich von meiner Überzeugung predige, desto mehr erfahren davon. Viele sagen mir, dass meine Moral genauso verirrt ist wie der Wind. Sie sagen, dass ich das Falsche tue, indem ich tue, was ich tue. Und vielleicht tue ich das, zumindest manchmal. Ich stelle mich auf die falsche Seite der moralischen Linie dessen, was gerechtfertigt ist. Aber der Mensch, dessen Körper ich berühre, er sagt, dass es das Beste ist, was ihm passieren konnte. Manchmal sagt er sogar, dass ich sein Leben rette. Und was wiegt da schwerer, wenn es mit gelingt, das Leben eines armen Menschen zu retten, verglichen damit, den moralischen Zeigefinger gezeigt zu bekommen?

Wir können ein Beispiel nehmen, eine Frau, die mir absolut nicht ihren Namen verraten will. Ich sagte, dass ich gern zumindest ihren Vornamen wüsste, damit ich sie auf eine aufrichtige Weise anreden könne. Denn ich wolle alles über sie wissen, um zu versuchen, ihr und der Lust so nah zu kommen wie möglich. (Ich bin nämlich des Glaubens, dass je mehr man über einen Menschen weiß, desto intensiver wird die Kraft, die zwischen uns geschaffen wird.) Aber sie wollte ihren Namen nicht sagen und nach einer Weile hörte ich auf zu fragen. Am Ende erzählte sie mir, dass es daran lag, dass sie verheiratet sei. Und ich fragte sie, warum sie dann bei mir sein wolle, wenn sie schon in einer Beziehung mit jemand anderem ist. Denn in meiner Welt ist man nicht Teil einer Beziehung, die sich nicht richtig anfühlt, dann beendet man sie. Da erzählte sie, dass sie sich mit der Zweisamkeit nicht wohl fühle. Dass sie sich fortsehne. Aber wenn sie die Beziehung beenden würde, würde das bedeuten, dass er, ihr Partner, dahinsiechen und sterben würde. Das könnte ihr Gewissen nicht aushalten, sagte sie. Stattdessen trifft sie ab und zu einen anderen Mann. Wie, um diesem Willen und dieser Lust freien Lauf zu lassen, die ihr Partner ihr ihrem Empfinden nach verweigert und ihr damit nimmt. Er sei nämlich der Ansicht, dass der Geschlechtsakt lediglich ein notwendiges Übel sei, genau wie die Leute in meiner früheren Gemeinde. Die Frau sagte mir, es sei ihr vollkommen bewusst, dass ihr Handeln falsch sei, aber dass sie letztendlich dennoch spüre, dass ihr Gewissen dies aushalten müsse.

Sie brauche das, sagte sie. Und so lange sie niemandem schade, sah sie keinen Grund dazu, damit aufzuhören.

Es steht mir nicht zu, zu beurteilen, ob das, was diese Frau tat oder tut, richtig ist oder nicht. (Wir treffen uns nicht mehr, also weiß ich tatsächlich nicht, ob sie immer noch andere trifft, obwohl ich glaube, und für sie hoffe, dass sie es tut.) Aber ich sage dies, um ein Beispiel dafür zu geben, wie die Realität aussehen kann. Was für den Einen moralisch falsch sein kann, kann für den Anderen Leben und Rettung bedeuten. Und manchmal nehme ich diese Konsequenzen in Kauf. Ich stehe dafür gerade, dass ich manchmal etwas Falsches tue, um etwas anderes richtig zu machen. Vielleicht könnte man das einen Kompromiss mit der Gerechtigkeit der Moral nennen? Das eine antasten, aber nicht alles. Ich versuche jedoch nicht allzu sehr, mich damit aufzuhalten, was laut anderen als mir selbst und der beteiligten Person richtig oder falsch ist. Die Begegnung geschieht zwischen uns, zwischen uns werden die Linien geschaffen und die Gesetze gesetzt. Ich will niemandem wehtun, egal, ob jemand der Person oder mir selbst nah steht oder entfernt bekannt ist. Aber ich bin sicher, dass es mir nicht immer gelingt. So gern ich auch die Perfektion wäre, so habe auch ich meine Fehler. Und Hand aufs Herz, das gehört wohl zur Menschlichkeit dazu.

Einmal treffe ich ein Paar. Wir haben alle drei gemeinsam Sex und es ist mit das Lusterfüllteste, das ich je erlebt habe. Das Paar sprudelt nur so vor Ideen und sie wollen absolut alles mit mir ausprobieren. Ich sage niemals Nein, denn ihr Willen ist genauso stark, wie mein eigener und ihr Hunger ebenso groß wie der, der in mir wohnt. Also erforschen wir alles an Positionen, Stellungen, Orten und Toys. Alles testen wir. Wir haben Sex in Autos ebenso wie in Kanus und Flugzeugen. Wir benutzen alles von Metall und Holz bis Plastik und Leder in unseren Körpern. Wir binden und lassen uns binden, wir schaukeln. Wir tasten im Dunkeln, wir küssen mit Augenbinde. Wir spannen uns in Stellungen, die unsere Körper in eine vollkommen willkommen heißende Offenheit versetzen. Und unsere Körper erforschen unsere gegenseitigen Geschlechtsteile auf alle denkbaren Weisen. Ich liebe es. Keine Idee ist zu dumm, um umgesetzt zu werden. Kein Gedanke ist zu lang, um realisiert zu werden. Alles wird zwischen mir und diesen beiden möglich. Und es gibt keine Grenzen, überhaupt keine.

Besonders bei einer Gelegenheit, als wir uns treffen, ist es, als ob mein Körper vollkommen eskaliert. Ich dachte lange, dass ich das meiste schon erlebt hätte, aber als mein Geschlecht ihres umschließt und sein Mund gleichzeitig meine Lippen umarmt, ist es, als ob die Erde unter mir stehen bleibt. Ein Vakuum bildet sich und gleichzeitig wird unter meiner Hautoberfläche eine Reibung in Gang gesetzt. Mein Körper spielt im Takt mit den Bewegungen, die zwischen drei Menschen geschaffen werden. Mein Geschlechtsteil genießt. Meine Lippen genießen. In mir fallen alle Engel des Himmelsgewölbes hinunter in den Mekka der Ekstase. Wir befriedigen einander und zwischen unseren Küssen und Bewegungen formen sich Atemzüge, die sich im Willen nach mehr wälzen. Genau in diesem Augenblick nimmt sie meinen Penis zwischen ihre schönen Lippen und er lässt seine Zunge meine Wirbelsäule entlang gleiten. Ich vibriere, bebe. Und es ist, also ob mich das Universum umarmt. Mit einer Gewalt, die die Schönheit selbst ist, werde ich von der großen Umarmung erfasst, die, die das ganze Leben trägt, das ganze Ich. Und ich komme mit einer Kraft, die ich noch nie zuvor erlebt habe. Ich spritze meinen Satz und kann nicht aufhören. Das weiße Gold kommt und kommt, bis ich bis zum letzten Tropfen entleert bin. Alles außer einer dröhnenden Ruhe legt sich in meinem Unterleib und in meiner Brust zurecht. Ich atme aus. Ich atme ein.

Am Ende will man mich verbannen. Ich bin zu weit gegangen, sagt man. Und ich sollte hinter Gitter gesperrt werden und in Flure mit Personen in weißen Kitteln, die alles dokumentieren, meine Bewegungen und leisesten Worte (oder Geräusche), die ich äußere. Ich bin eine Gefahr sowohl für mich selbst als für andere, sagt man. Und sie tun sich zusammen, mehr und mehr, und legen sogar Listen an, um genug Mandate zusammen zu bekommen, damit ihre Stimmen ernst genommen werden. Die, die das anzetteln, sind natürlich sie, mein ursprüngliches Umfeld. Die, die mich dem Leben und der Gerechtigkeit vorgestellt haben, der Norm und ihrer Version des Normalen. Ich sträube mich dagegen, indem ich nicht zuhöre. Ich mache weiter. Ich erlöse. Ich erlöse durch Liebe.

Ich bete an.

Ich nehme entgegen.

Ich gebe die Kraft weiter.

Lasse sie, wenn das nun mal ihr Weg ist, mich mit ihrem Unwissen hassen. Lasse sie machen, mit ihrem mangelhaften Verstand. Denn an mich kommen sie nicht heran. Niemals, niemals, niemals kommen sie an mich heran. Denn ich bin wie ein Geist, anwesend, aber nicht nah genug, um gepackt werden zu können oder geschlagen, mit physischen Bewegungen.

Aber dann werden sie plötzlich mehr. Der Abgrund und das Tor des Teufels öffnen sich. Luzifer färbt die Füße der Unschuldigen schwarz und zieht sie zu sich heran, mit spitzer Zunge. Mit Worten, die sie besser kennen und mit denen sie vertrauter sind als viele andere, schließen sie sich zusammen und bilden ein Mandat, das so stark ist, dass es mich zum Aufgeben zwingt. Ich habe wenig Zeit, bevor ich mich ihnen ausliefern muss. Sie haben eine Geschichte zusammengeschrieben, dass ich das Böse in mir trage, und man wird diese Liste mit allen Unterschriften übergeben, und dann, wenn sie das tun, dann wird man sie ernst nehmen. Die Gesellschaft wird mit Strafen reagieren. Zum ersten Mal bekommen ich Angst. Ich begreife, dass die Unverständigen eine größere Macht über mich haben, egal, wie groß meine eigene Überzeugung auch ist. Sie können mich zerstören und verbannen. Sie können mich in ein Grab werfen und den Deckel zunageln, ohne dass meine Stimme erhört wird. Und obwohl ich voll Selbstverständlichkeit weiß, dass meine Schar an Jüngern da ist, so reicht es nicht aus. Denn so stark sind die anderen. Und Worte können so unerbittlich stark überzeugen und so einen Einfluss haben, je nachdem, auf welche Weise sie benutzt werden. In welchem Tonfall sie ausgesprochen werden und wer hinter ihnen steht und welche Absicht er oder sie hat.

Am Abend vor meiner Kapitulation befinde ich mich in meiner Wohnung, die sich noch nie zuvor so eng angefühlt hat, wie nun an diesem Abend. Ich fühle mich einsam. Wieder holt mich diese Unsicherheit ein. Habe ich das Richtige getan? Ich bin sicher, dass es vorbei ist. Ich bin sicher, dass es für mich kein zurück gibt. Ich habe versucht und versucht. Ich habe getan was ich wollte, was ich wünschte, dem gefolgt, was ich für meine Bestimmung hielt. Trotzdem hat sich der Mensch gegen mich gestellt. Niemand von denen, die ich getroffen habe, niemand von denen, deren Lippen ich geküsst und deren Körper ich liebkost und mit denen ich mich vereint habe. Nein, es handelt sich um Menschen, die mich nicht einmal getroffen, sondern aus dem Abstand von mir gehört haben, was ich getan habe und was ich in Gesellschaft anderer erforscht und erlebt habe. Ich passe nicht zu ihren Idealen. Die Gerechtigkeit der Zeit. Und wenn ich mich zu sehr davon entferne, dann merken sie es in ihren Herzen und ihren Adern. Die Machtlosigkeit häuft sich an und sie spüren, aufgrund ihrer Überzeugung, dass sie alles tun müssen, was in ihrer Macht steht, um mich zu stoppen. Koste es, was es wolle. Und zu diesem Zeitpunkt gibt es keine Instanz, die sagt, was eigentlich im Allgemeinen moralisch richtig oder falsch ist. Nun gelten ihre eigenen Gesetze. Und meine Tage sind gezählt.

Als die Hoffnungslosigkeit am größten ist und ich mich so traurig und missverstanden fühle, klopfen sie an meine Tür. Ich öffne und da steht niemand Geringeres als zwei altbekannte Gesichter: Griselda und Alek. Meine Verwunderung müssen sie bemerken, ich bin ganz und gar nicht darauf vorbereitet, ausgerechnet diese beiden an diesem Abend zu treffen. Und zudem beide auf einmal.

Ich bitte sie dennoch herein und wir setzen uns. Griselda und Alek reden in einem rasenden Tempo. Durch mich haben sie begonnen, die Lust zu erforschen und sich in Zusammenhängen zu bewegen, die ihnen verschiedene Arten sexueller Beziehungen ermöglichen. Sie waren sich sofort sympathisch. Bald kamen sie auf mich zu sprechen und sahen mich beide als denjenigen, der ihnen die Tür zu dem Leben geöffnet hat, das sie jetzt führen: offen und mit der Freiheit als Unterstützung. Ohne mich wäre das nicht möglich gewesen, erzählen sie. Und nun schlafen sie jeden Abend mit unterschiedlichen Personen. Sie haben sich von ihren Verpflichtungen befreit und ihre grauen Tage hinter sich gelassen. Alles, was sie nun tun, ist zu ficken, zu lieben, zu küssen und die schönsten, härtesten, leichtesten, langsamsten, intensivsten, explosivsten, lusterfülltesten, erregtesten, hungrigsten Orgasmen herauszuschreien. Nichts anderes tun sie. Und nichts anderes wollen sie tun.

Alek erzählt, dass er genug Überzeugung gesammelt hat, um sich selbst alle diese Möglichkeiten zu eröffnen. Er liebt offen, ohne sich zu verstecken, mit Männern. Er liebt sogar mit mehreren von denen, die früher für ihn nur Gemeinheiten übrig hatten. Mit denen, die gesagt haben, dass sie es nicht verstehen, dass sie finden, es sei nicht richtig, einen Körper zu lieben, der dasselbe Geschlecht trägt wie der eigene. Sie haben verstanden, erzählt Alek. Sie sind bei ihm angekrochen gekommen und haben darum gebeten, sein Glied befriedigen zu dürfen. Und er hat nicht gezögert. Er hat gesagt, dass alle Menschen eine zweite Chance wert sind. Und für Ansichten kann man nicht immer etwas. Manchmal hat man sie einfach, aber man kann sie immer ändern. Das muss man tun dürfen. Und jetzt trifft er Männer verschiedenen Alters und macht Liebe mit einer solchen Leidenschaft. Er hat Unsicherheit mit Selbstbewusstsein ausgetauscht, erzählt er.

Er fickt, da es sein Menschenrecht ist.

Am Anfang war er unsicher, was er wirklich mit ihnen tun wollte, oder was er sie mit ihm tun lassen wollte. Aber jetzt hat er gelernt, was er mag. Er liebt es unter anderem, geleckt zu werden, erzählt er. Zu spüren, wie die Zunge eines anderen Mannes ihn streichelt, küsst und massiert. Zu spüren, wie die Zunge sowohl rau ist als auch weich, vollkommen nass und klebrig, und sich beinahe anfühlt wie die Haut eines Fisches, wenn sie seine Pobacken küsst oder die Wurzel seines Glieds. Er keucht jedes Mal genauso stark, leidenschaftlich und intensiv, erzählt er flüsternd.

Und wenn sie kommen, in seinen Mund, füllen sie ihn mit einer solchen Ekstase, dass er von der höchsten Klippe in ein unendliches Himmelsgewölbe stürzt. Und als ob alles, was existiert und eine Rolle spielt, was sein wird und was gewesen ist, in ihm genau durch diesen Orgasmus geschieht. Alles andere wird beiseite geschoben, weit weg. Nicht einmal von Ferne hört man es, dieses andere.

Griselda nickt zustimmend, während Alek erzählt. Ihr Glück ist ebenso groß wie seines, wenn er erzählt, wie fantastisch froh und dankbar er darüber ist, all dies gefunden zu haben. Und dieselbe Bekenntnis und Glückseligkeit findet sich bei Griselda.

Sie erzählt, dass sie nun sowohl mit Frauen als auch Männern schläft. Sie hat sich von der Idee abgewandt, eine Beziehung zu suchen, die zwei Menschen umfasst, um nun so viele zu haben, wie es irgend geht. Ich habe eine Beziehung mit der Welt, sagt sie, mit allen, die dazugezählt werden möchten.

Wir freuen uns und jubeln, sodass wir fast ersticken, uns die Tränen kommen. Wir sind so durch und durch glücklich, alle drei. Wir verstehen ja genau, was wir meinen. Was wir denken. Was wir empfinden. Dass wir dies erleben dürfen, bedeutet mir alles. Dass ich dazu beitragen durfte, diesen beiden die Welt und Möglichkeiten der Erotik zu eröffnen, bedeutet mir die Welt und das Leben. Mein Ziel. Für mich ist dies der Sinn. Für mich ist es ein deutlicher Beweis dafür, dass ich mein Ziel erreicht habe. Egal, was der morgige Tag mir in Form von Strafe zu bieten hat, so bin ich zufrieden. Ich bin vollkommen, da ich meine Berufung erfüllt habe. Dafür kann ich jeden Tod sterben.

Das sage ich zu Alek und Griselda.

Aber deswegen sind wir ja hier, sagen sie. Wir bringen dich von hier weg. Du sollst mit uns kommen zu einem Ort, wo dich nichts von dem abhält, was du willst. In dem neuen Land erschaffen wir eine Religion, die genau das befürwortet, was du predigst. Und du sollst unsere Leitfigur sein. Unser rechtmäßiger Gott.

Du sollst die Menschen erlösen! Du sollst uns erlösen durch Liebe!

Vater

Ich lag auf dem Rücken auf dem Altar. Ich umschlang seinen Körper mit meinen Beinen. Er trug noch immer den Kragen. Mit meinen Händen drückte ich seine Lippen auf meine Brüste. Er fickte mich. Und ich verlor endlich meine Unschuld.

Davon will ich jetzt erzählen.

Ich wusste vom ersten Tag an, dass ich ihn haben wollte.

Als meine Freundinnen zum Konfirmandenunterricht gingen, hatte ich kein Interesse. Ich verstand nicht, warum ich das tun sollte und wollte viel lieber den Sommer mit etwas anderem verbringen, als mir weiter etwas beibringen zu lassen, das ich ohnehin leid war. Aber dann vergingen einige Jahre und ich dachte mehr über die Fragen des Lebens nach, die Zukunft und was die Bedeutung war. Ich fing an zu grübeln, zu entdecken und infrage zu stellen. Es fühlte sich an, als ob das Desinteresse zu lernen und zuzuhören, was sich in der Schulzeit wie ein Dunst über mich gelegt hatte, verschwand. Und zum ersten Mal seit langem spürte ich, dass ich etwas über die Dinge lernen wollte, die Nachdenken und mehr als eine einfache Suche im Internet erforderten. Wahrscheinlich, im Nachhinein betrachtet, ging es mir darum, mich selber besser kennenzulernen, wer ich war und wo ich stand.

Eine Idee ließ mich zusammenzucken. Ich beschloss, es auf jeden Fall mit der Konfirmation zu versuchen.

Aber jetzt war ich zu alt. Ich war neunzehn Jahre alt und wollte mich konfirmieren lassen, das machte man normalerweise in der achten Klasse. Ich war sicher, dass mein Zug abgefahren war. Aber als ich einsah, oder eher: glaubte, dass meine Chance auf Konfirmation sich in Luft aufgelöst hatte, war ich mir noch sicherer, dass ich es tun wollte. Ich würde nicht aufgeben. Ich würde den Steinen im Weg nicht ausweichen, wie ich es unzählige Male zuvor getan hatte, als ich mehr aus Angst als aus Mut handelte. Nein, ich würde es versuchen. Denn eine treibende Kraft hatte ich auf jeden Fall in mir. Daher suchte ich nach dem richtigen Pastorat in meiner Stadt. Ich klopfte an die Tür des Büros und fragte eine Frau mit großer Brille und zwei geflochtenen Zöpfen, um es wirklich zu spät für mich war.

- Nein, meine Liebe, sagte sie mit einem mütterlichen Tonfall. Überhaupt nicht ist es zu spät.

Die Frau erzählte mir, dass ich konfirmiert werden könnte, wenn auch auf etwas andere Art. Ich würde dem Pastor bei seinen Aufgaben helfen und bei dem Konfirmandenunterricht mitmachen. Aber ich würde keine Schülerin sein, jedenfalls nicht direkt. Indirekt würde ich die Dinge lernen, indem ich beim Unterricht mithalf. Ich antwortete der Frau, dass das nach einer guten Idee klang und dass ich sehr interessiert war. Sie teilte mir mit, dass sie mit dem Pastor reden würde, dessen Namen ich noch nicht kannte, und dass sie sich dann melden würde.

Zwei Tage später bekam ich einen Anruf, dass ich denjenigen treffen sollte, der mein Kollege während der Sommerkurse sein sollte. David Widmark.

Als wir uns das erste Mal trafen, saßen wir in seinem Büro. Ich fühlte mich ruhig und sicher, als ich in das Gemeindehaus kam. Aber als ich ihn traf, seine Hand nahm und in seine Augen blickte, veränderte sich mein Gemütszustand deutlich. Ich fand ihn anziehend. Aber noch mehr reizte mich die Einsicht des Verbotenen. David war in seinen Dreißigern. Er hatte dunkelbraune Haare, ein bisschen länger und ein wenig wellig, die zu einer Seite gekämmt waren. Seine Augen waren hellgrau, fast silbern. Die Nase war gerade. Er trug ein hellblaues Hemd, das bis zum obersten Knopf geschlossen war, und den traditionellen weißen Kragen. Ein Muss, natürlich. Die Hose war kleinkariert, grau-schwarz-weiß gemustert und saß eng um seine langen Beine. Ich ahnte, dass er ein Läufer war oder dass er zumindest nicht wenig trainierte. Seine Waden schienen mir das mitzuteilen.

David war charmant. Er schien sofort selbstverständlich mit seinen Bemühungen umzugehen. Er flachste mit mir herum, warum ich mich jetzt konfirmieren lassen wollte und nicht früher. Fragte, ob es wegen der Jungs gewesen war, warum ich in der achten Klasse keine Zeit dafür gehabt hatte. Ich lachte. Er lachte, und sein Blick blieb an mir hängen. Er erzählte, dass er zwei Söhne hatte.

Schon damals gab es eine Verbindung zwischen David und mir. Wie ein Spiel. Als ob wir wussten, dass das Verbotene zwischen uns stand und wir es beide in diesem Moment beachteten. Ich kann es nicht anders beschreiben, als dass man es in seinem Blick spürte, der eine Sekunde zu lange hängenblieb, um noch unschuldig zu sein. Er sah mich. Und er sah mich als etwas anderes als eine naive Hilfskraft. Und ich sah ihn. Ich sah ihn unter seinem Hemd, hinter dem Kragen, hinter der Rolle und dem Beruf. Den Vater.

Der Unterricht fand im Gemeindehaus statt. Ich half David, den Saal mit Stühlen, Tischen, Papier und Stiften sowie einer Tafel zum Schreiben und Zeichnen auszustatten. Wir sprachen über den Unterricht, ehe er anfing, und ich wurde angewiesen, Dinge auszuteilen, Formulare einzusammeln, Fragen zu beantworten und Fragen zu stellen. Einfach seine rechte Hand zu sein. Und mir gefiel das wirklich sehr. Ich lernte nicht nur viel über Religion, Glauben und Leben – am meisten lernte ich über mich selbst. Mir wurden die Augen immer weiter geöffnet für die Wichtigkeit vom Lieben und Geliebt-Werden. Keine Hinderungsgründe, sondern Möglichkeiten zu sehen. Ehrlich mit sich selbst zu sein. Am meisten lernte ich, wie gut es war, einen verständnis- und liebevollen Gott zu haben. Dass er, oder sie, alle einschließt und gleich behandelt. Es spielt keine Rolle, wer du bist oder was du glaubst. Bei Gott geht es um Güte.

David und ich fanden schnell einen gemeinsamen Umgangston. Wir machten Späße miteinander. Wir waren immer gut gelaunt, sowohl er als auch ich. Schon am Anfang ging ich mit meinen Scherzen nah an die Grenze. Ich gewann Land. Ich wagte einiges. Und ich merkte schnell, dass er daran nicht gewöhnt war. Ich auch nicht. Aber diese Eingebungen, diese Veränderungen bei mir, ließen es mich wagen. Ich veränderte mich. War ich erwachsen geworden? Er war ertappt, verwirrt und versuchte, schnell die Fassung wiederzuerlangen. Die Späße wurden unterbrochen, ehe sie zu nah an den Abgrund gerieten und hätten fallen können. Ich wollte glauben, dass es ihm gefiel. Wir lernten uns jedenfalls ziemlich gut kennen. Er öffnete sich mir gegenüber über sein Leben. Erzählte von seinen eigenen Grübeleien über seine Angst, sich selbst in einem Haufen von Verpflichtungen zu verlieren. Und ich berichtete von meiner Suche nach einer Antwort auf dieses und jenes. Fast ausschließlich auf die Frage, wer ich eigentlich war und was ich wollte. Ob das Neue, Suchende mein echtes Ich war oder das Erschöpfte und Müde, wie ich vorher gewesen war.

Die Gefühle für David waren von Anfang an da. Und sie wuchsen kräftig. Ich bemerkte seinen Körper und seine Bewegungen, wann immer wir uns trafen. Und jedes Mal konnte ich es nicht lassen mir vorzustellen, wie es wäre. Mit einem anderen zu sein. Mit einem Mann. Mit jemandem wie ihm. Ich hatte meine Unschuld noch nicht verloren. Auch dafür hatte ich mich früher nicht interessiert. Aber jetzt fing ich an, es zu wollen. Nach allem sehnte ich mich. Warum? Es fühlte sich an, als ob ich plötzlich neu geboren wurde und meine neuen Eigenschaften erkunden musste. Ich wachte nachts auf. Tagsüber fantasierte ich. Nass, verschwitzt, erfüllt von dem Gefühl, dass mir sagte, dass ich sein Geschlecht an meins drücken sollte. Ihn umschließen. Der Gedanke an das Verbotene entzündete ein Feuer in mir. Ein Feuer, das sich nicht löschen ließ. Denn wenn all das begönne, gäbe es kein Zurück mehr. Das verstand ich. Ich wollte mit David zusammen sein. Nicht nur in Gedanken und in der Fantasie. Ich wollte seinen Körper an meinem spüren.

Und ich wollte, dass er mein Erster war.

Eine Weile schwankte ich zwischen Ja und Nein. Ich fragte mich, ob ich das wirklich wollte. Ich fragte mich, ob das wirklich ich war – dass ich so etwas wollte? Verlor ich mich in einem Labyrinth von Fragen – und verlor dabei mehr von mir, als ich fand? Ich sagte mir selbst, dass ich mich beruhigen sollte. Dass ich warten sollte, in mich hineinfühlen und dann sehen, was in der Zukunft passierte. Ich brauchte mich nicht zu hetzen. Ich muss nichts tun, was ich später bereuen könnte. Aber die Gedanken blieben. Die Gefühle blieben. Und die Späße blieben. Und sie wurden zu Andeutungen darüber, wie sexy ich ihn fand, wie gern ich mit jemandem wie ihm zusammen wäre. Und so weiter und so fort. Am Anfang schmuggelte ich die Worte sanft hinein, ausgesuchte Worte, aber mit der Zeit wurde ich immer deutlicher. Er lachte meine Worte deutlich verunsichert weg und bemühte sich nicht, darauf zu antworten. Er sagte nie nein. Er sagte nie, dass ich aufhören sollte. Er reagierte nie so scharf, dass ich es als nein verstanden hätte und dass er nicht interessiert war. Dass er mir nie sagte, ich solle aufhören, interpretierte ich als Aufforderung weiterzumachen. Er hatte ja wirklich alle Möglichkeiten, nein zu sagen.

Als der Unterricht vorbei war und die Konfirmandinnen und Konfirmanden das Gemeindehaus verlassen hatten, blieb ich allein mit ihm zurück. Wir halfen einander beim Aufräumen. Eines Tages beschloss ich, ihm zu sagen, was ich für ihn fühlte. Es kam wieder wie ein Impuls, ein Einfall. Ich hatte diese Gedanken gedacht und diesen Willen gespürt. Er war immer in mir. Ich war nicht darauf vorbereitet, etwas darüber zu ihm zu sagen. Trotzdem tat ich es.

- Ich will, David.

Er sah mich an. Erst schien er zu glauben, dass ich wieder einmal Witze machte.

Er wartete, dass ich zu lachen anfing. Aber als ich weder lächelte, noch lachte, verstand er, dass die Lage anders war. Und er verstand, was ich meinte. Statt etwas zu sagen, blickte er nach unten. Er dachte nach. Schweigend. Lange. Er dachte wohl darüber nach, ob es irgendwie angemessen oder möglich sein konnte, denke ich. Danach sagte er:

- Das geht nicht. Und du weißt, warum, Alva.

Bevor wir noch mehr sagten, nahm er seine Jacke und ging. Ich saß noch eine Weile da und dachte nach. Warum sollte es nicht möglich sein? Auch wenn etwas unmöglich ist, kann man dem widerstehen und es möglich machen.

Dadurch, dass David so reagierte, wie er es tat. Dadurch, dass er nicht nein sagte. Dadurch, dass er nicht sagte, dass er noch nie so etwas Dummes gehört hatte und dass er niemals verstehen würde, wie ich überhaupt auf so etwas gekommen wäre. Dadurch verstand ich, dass er das Gleiche gedacht hatte. Er hatte auf die gleiche Art an mich gedacht, wie ich an ihn. Sonst wäre er verwunderter gewesen. So nahm er es ruhig und nachdenklich auf. Ich verstand es so, dass er in sich das Für und Wider, den Nachteil und den Vorteil, das Mögliche und Unmögliche abwägte. Dass der Wille da war. Aber da das Mögliche fehlte, zog er sich zurück und verließ den Saal.

Es vergingen einige Tage zwischen diesem Treffen und dem nächsten, an dem wir allein waren. Alles war wie sonst, nur, dass wir keine Späße mehr machten. Wir benahmen uns immer wie beim professionellen Unterricht. Und vor den Konfirmanden. Aber es schien so, dass das andere, was vorher da gewesen war, einen Schritt zurück gemacht hatte.

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