Read the book: «Der Psychocoach 1: Nikotinsucht - der große Irrtum»

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Andreas Winter

Nikotinsucht –

der große Irrtum

Warum Nichtrauchen

so einfach sein kann!

Mit Starthilfe-CD

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de/ abrufbar.

Andreas Winter

Nikotinsucht – der große Irrtum

Warum Nichtrauchen so einfach sein kann!

ISBN 978-3-938396-10-0

2. Auflage 2008 (1. Auflage 2007)

Mankau Verlag

Postfach 13 22, 82413 Murnau a. Staffelsee

Im Netz: www.mankau-verlag.de

Diskussionsforum: www.mankau-verlag.de/forum.php

Lektorat: Dr. Thomas Wolf; Endkorrektorat: Nicole Duplois

Gestaltung Umschlag: Johannes Wiebel, HildenDesign, München

Gestaltung Innenteil: Heike Brückner, Grafikstudio, Regensburg

E-Book: Satzweiss.com Print Web Software GmbH, Saarbrücken

Hinweis des Verlags

Der Autor hat bei der Erstellung dieses Buches Informationen und Ratschläge mit Sorgfalt recherchiert und geprüft, dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr; Verlag und Autor können keinerlei Haftung für etwaige Schäden oder Nachteile übernehmen, die sich aus der praktischen Umsetzung der in diesem Buch dargestellten Inhalte ergeben. Bitte respektieren Sie die Grenzen der Selbstbehandlung und suchen Sie bei Erkrankungen einen erfahrenen Arzt, Psychologen oder Heilpraktiker auf.

Der Inhalt wurde auf Recyclingpapier gedruckt, der Druck erfolgte in Deutschland.

Inhalt


Vorbemerkung: Wozu und für wen ist dieses Buch?9
I. Einführung11
Viele Fragen – eine Antwort11
Eine neue Suchtdefinition ist überfällig13
Der Unterschied zwischen Körper und Geist15
Von der Macht der Symbole17
1920: Ein Hund liefert den Hinweis19
Warum so viel werben, wenn eine Sucht vorliegt?21
II. Rauchen –was ist eigentlich so schlimm daran?25
Sie bezahlen fürs Krankwerden25
Die Wirkung einer Zigarette auf den menschlichen Organismus28
Inhaltsstoffe einer Zigarette28
Einige Inhaltsstoffe im Einzelnen30
Die Wirkung ist schneller als der Wirkstoff37
Beispiele der subjektiven Wirkung39
III. Untaugliche Erklärungsversuche –untaugliche Methoden45
Keine Gründe fürs Rauchen45
Langeweile47
Stress48
Dummheit49
Disziplinlosigkeit51
Willensschwäche56
Gewohnheit und Gelegenheit61
Sucht65
Körperliche Sucht65
Heroin67
Psychische Sucht72
Differenzierung körperliche / psychische Sucht74
Cyban und Co.: Wie man nicht zum Nichtraucher wird76
Akupunktur77
Nichtraucherseminare79
Cyban80
Vareniclin81
Nikotinkaugummi81
Nikotinpflaster82
Impfung83
Kräuterzigaretten85
Hypnose89
Technische Hilfsmittel90
Schlusspunktmethode – Reduktion – Abstinenz90
Warum andere Methoden (fast) erfolgreich sind92
IV. Warum Sie wirklich rauchenund wie Sie davon loskommen!95
Wie die Psyche arbeitet95
Der Placebo-Effekt103
Der wahre Grund zu rauchen107
Hirnphysiologischer Hintergrund110
Warum ausgerechnet Tabak?112
Live aus der Praxis, Erlebnisberichte, Referenzen undAuseinandersetzungen121
Immer was zu tun haben müssen121
Seht, ich habe was geleistet!122
Für andere nichtrauchen geht nicht!123
Wissen macht entscheidungsfrei!125
Ich will nicht nichtrauchen!128
Und so geht's weiter133
Entzugserscheinungen – oder was?134
Warum Sie hiermit sogar schlanker werden können136
Trotz: Ihr größter Feind sind Sie selbst136
Schlussfolgerungen139
Nachwort: Wissenschaftler, die nicht wissen wollen143
Anhang: Kritik an den gängigen Sucht-Definitionen undLehrmeinungen145
Danksagung152
Referenzen153
Ausbildung zum Gesundheitsberater für Raucherentwöhnung154
Weitere Bücher aus der Reihe „Der Psychocoach"155

Vorbemerkung
Wozu und für wen ist dieses Buch?

Die Bücher der Reihe „Der Psychocoach" behandeln Gesundheitsthemen aus tiefenpsychologischer Sicht. Sie zeigen Ihnen Aspekte der Gesundheit, die Ihnen vielleicht zunächst etwas fremd vorkommen mögen. Ich, Andreas Winter, arbeite in meinem Institut Powerscout als psychologischer Berater und beschäftige mich mit der Psyche und ihren Auswirkungen auf den Körper.

Eigentlich ist das nichts Neues: Der Begründer des autogenen Trainings, Prof. Dr. J. H. Schultz (1884 – 1970), forderte bereits Ende der 1920er Jahre Ärzte dazu auf, „das Seelische als biologische Höchstfunktion" anzuerkennen, und trat damit zugleich für eine „Psychologisierung des Arztes", sowohl in diagnostischer als auch in therapeutischer Hinsicht, ein. Weiter erklärte er: „Vom Arzt fordert es keine Schulgläubigkeit, sondern Aufgeschlossenheit und die Anerkennung der ganzen anthropologischen Wirklichkeit." Schultz hat damals schon erkannt, dass offenbar die Psyche und der gesamte unterbewusste Bereich ausschlaggebend für verschiedene Krankheitsbilder sind.

Mit der geforderten „Aufgeschlossenheit" kann dieses Buch Ihr bisheriges Leben verändern. Nicht nur dass Sie ein lästiges Übel loswerden, sondern Sie bekommen auch noch etwas sehr Wertvolles dafür: eine höhere Lebensqualität. Zwar werden Sie erfahren, dass wir für alles, was wir bekommen, auch einen Preis zu zahlen haben. Doch ist dieser geringer, wenn wir etwas absichtlich loslassen, als wenn wir aufgrund eines hohen Leidensdrucks dazu gezwungen werden.

Das bedeutet: Es ist besser, sich freiwillig von Ihrem Laster zu verabschieden, als zu warten, bis Sie selbst „am Ende" sind. Dieses Buch zeigt Ihnen, wie man das Rauchen loslässt.

Und nun stellen Sie sich bitte einmal für einen Moment vor, Sie wären vom Rauchen befreit. Was wäre Ihnen das in Euro wert? Vergleichen Sie diese Zahl bitte mit dem Kaufpreis des Buches, den paar Stunden Zeit, die Sie für das Lesen benötigen werden, und Ihren jährlichen Ausgaben für Zigaretten. Nun überlegen Sie bitte, ob es sich für Sie lohnt, weiterzulesen.

Sie lesen weiter? Herzlich willkommen!

Sie werden im Laufe dieses Buches erfahren, warum Sie tatsächlich rauchen. Mit diesem Wissen werden Sie Ihr künftiges Verhalten plötzlich bewusst steuern können. Damit hat das Verlangen dann keine Macht mehr über Sie. Sie bekommen die bewusste Kontrolle über Ihren Zigarettenkonsum zurück. Am Ende des Buches finden Sie eine etwa 15-minütige Audio-CD. Hören Sie sich diese bitte erst nach der Lektüre des Buches an.

Machen Sie es sich bequem, wir beginnen ...

Wichtiger Hinweis für E-Book-Leser

Dem E-Book liegt – im Gegensatz zum gedruckten Psychocoach-Ratgeber – aus technischen Gründen keine Starthilfe-CD bei. Die Audio-CDs mit den entsprechenden Coaching-Programmen von Andreas Winter können jedoch einzeln als Downloads erworben werden.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit: www.mankau-verlag.de

I. Einführung
Viele Fragen – eine Antwort

Vielleicht haben Sie sich eine der folgenden Fragen schon einmal selbst gestellt:

• Wieso werden Passivraucher eigentlich nicht süchtig?

• Warum gibt es so viele Methoden der Nikotinentwöhnung, doch keine davon ist zuverlässig?

Vielleicht haben Sie bereits von Menschen gehört, die jahrelang geraucht haben und von jetzt auf gleich damit aufgehört haben, ohne Entzugserscheinungen zu bekommen. Wie soll das gehen, wenn Rauchen doch süchtig macht?

Noch ein paar Fragen gefällig?

• Wieso geben die Hersteller von Zigaretten derzeit in Deutschland mehr als 300 Millionen Euro für Werbung aus; für einen Artikel, der knapp 5 Euro kostet und nur etwa 60 Cent an Reingewinn bringt?

• Wieso befriedigt das bloße Einatmen von Zigarettenqualm keinen Raucher und warum spürt ein Passivraucher nicht ebenso die angeblich so angenehme und suchterzeugende Wirkung von Nikotin?

• Warum kann ein jeder Kettenraucher stundenlang ruhig schlafen, ohne durch Entzugserscheinungen wach zu werden?

• Warum wirkt eine Zigarette auf die einen Raucher beruhigend, auf die anderen anregend und auf viele Nichtraucher abstoßend?

• Warum wird mancher Raucher gereizt und nervös, wenn er einige Zeit nicht raucht – außer er befindet sich in einer Situation, in der er sich ausgesprochen wohl fühlt?

• Warum entwickeln in Laborversuchen einige Ratten Suchtverhalten, andere nicht?

• Wie kann es sein, dass ich in meiner Praxis in Dortmund seit dem Jahr 2002 Hunderte von langjährigen Rauchern nach einem zwei- bis dreistündigen Analyse- und Aufklärungsgespräch als Nichtraucher wieder entlasse, obwohl diese vorher felsenfest glaubten, sie wären süchtig?

Meine Antwort wird Sie überraschen: weil Rauchen gar nicht süchtig macht.

So erklärt sich plötzlich das Unerklärliche. Alle Paradoxa lösen sich quasi in Luft auf – etwa warum kein Raucher nachts durch Entzugserscheinungen wach wird, warum das bloße Einatmen von Tabakqualm (etwa als Passivraucher in einer Kneipe) nicht die Sucht befriedigt und auch warum die herkömmlichen Methoden zur Raucherentwöhnung allesamt auf Abstinenz (Enthaltsamkeit) angewiesen sind.

Der vermeintliche Zwang zum Rauchen ist angelernt; eine reine „Kopfsache", die von jedem Raucher sofort rückfallfrei beendet werden kann – wenn er weiß, warum er raucht.

Wenn Sie auch wissen möchten, was genau hinter dem Griff zur Zigarette steckt und wie man dies mühelos abstellt, wenn Sie Spaß an tiefenpsychologischer Detektivarbeit haben und offen für ungewöhnliche Sichtweisen sind, dann ist dieses Buch für Sie genau das Richtige. Sie werden staunen, was es noch alles zu entdecken gibt bei unserer Suche nach dem wahren Grund für das Rauchen.

Eine neue Suchtdefinition ist überfällig

Eigentlich weiß doch jeder Raucher, dass Nikotin gar nicht süchtig machen kann, denn sonst würde er jede Nacht mit Entzugserscheinungen wach werden, sobald sein Nikotinspiegel abgesunken ist – das ist beispielsweise bei Heroin immer der Fall.

Allerdings müssen wir die bisherigen Definitionen von Sucht, an denen sich die Schulmedizin und auch die klassische Psychologie orientieren, einmal auf ihre Tauglichkeit hin untersuchen. In allen anerkannten Definitionen heißt es sinngemäß:

Eine Sucht könne sich sowohl körperlich als auch psychisch niederschlagen und führe zu einem Zwang, Substanzen zu konsumieren. Den genauen Wortlaut der gängigen Definitionen finden Sie im Anhang dieses Buches.

Ich meine, wir sollten lieber differenzieren und präziser formulieren:

Eine physische (körperliche) Sucht ist eine erworbene Substanzabhängigkeit zur Erhaltung physiologischer Funktionsvorgänge, und eine psychische Sucht ist ein wiederkehrendes Wirkungsverlangen, das inadäquat (unbefriedigend) beantwortet wird.

Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach. Ich behaupte: Der Körper kann nur nach etwas süchtig sein, das er zum Leben braucht. Diese Substanz muss nach Suchterwerb fortan von außen zugeführt werden.

Die Psyche hingegen kann gar nicht süchtig werden, denn sie braucht zur Befriedigung ein bestimmtes Gefühl (eine Information) und keine Substanzen. Wenn die Sucht tatsächlich, wie bislang vermutet, kausal von den Inhaltsstoffen einer Zigarette abhinge, könnte sie folglich mit körperlich wirksamen Methoden (Medikamente, Hilfsstoffe, Ersatzprodukte) bekämpft und aufgelöst werden. Als aufgelöst kann eine Sucht jedoch nur dann gelten, wenn beim Süchtigen nach der Behandlung der gleiche Status wie beim Nichtsüchtigen hergestellt ist.

Dass eine Definition, die jahrzehntelang als „wahr" galt, aufgrund neuer Forschungsergebnisse und Erkenntnisse abgeändert oder gar revidiert werden muss, ist zum Glück nichts Neues. So wurden beispielsweise die WHO-Definitionen von „Krankheit", „Gesundheit" und „Geisteskrankheit" mehrmals umformuliert. Die Definition von „Sucht" erfuhr in den letzten Jahrzehnten ebenfalls einige Modifikationen, so dass sogar Fachleute nicht immer den letzten Stand berücksichtigen. Da sich aufgrund unterschiedlicher Suchtdefinitionen immense Widersprüche, Paradoxien und nicht zu erklärende Ausnahmen ergeben, wird es Zeit, dass wir eine weitere Aktualisierung an der bestehenden Definition von „Sucht" vornehmen. Allein hierdurch könnte künftig die wenig aussichtsreiche medikamentöse Behandlung von Rauchern genauso der Vergangenheit angehören wie die Behandlung von Cholera mit einem Aderlass.

Der Weg dorthin ist nicht weit. Noch nicht einmal radikales Umdenken ist erforderlich, um hinter das Geheimnis der vermeintlichen Sucht zu kommen. Sehen wir uns zunächst einmal an, was eine Zigarette genau ist, und beginnen wir mit ihrer Bedeutung für den Menschen.

Der Unterschied zwischen Körper und Geist

Um überhaupt zu verstehen, warum uns dieses Verlangen wie eine Sucht vorkommt, wie es genau zustande kommt und worin sich eine körperliche Sucht von einem erlernten Verhalten unterscheidet, müssen wir zunächst einmal etwas vermeintlich Ketzerisches tun: Wir müssen zwischen Körper und Geist unterscheiden. Heutzutage wird dieser Dualismus häufig durch den Hinweis auf die untrennbare Einheit von Körper und Geist bzw. Leib und Seele abgelehnt. Einflussreicher und weiter verbreitet ist jedoch ein materialistischer Monismus, der sowohl von der klassischen Schulmedizin als auch innerhalb der modernen Esoterik vertreten wird.

Die Medizin versucht beispielsweise, die Ursache geistiger Störungen, wie etwa Phobien oder Depressionen, im Gehirn zu lokalisieren und mit Medikamenten zu behandeln. Das Gehirn ist aber ein Organ und nicht ein Teil des Geistes, und Medikamente sind Substanzen und gehören daher ebenso in den Bereich des Körperlichen. Der Geist, die Psyche, die Seele, oder wie auch immer Sie es nennen mögen, ist immateriell, also nicht körperlich. So wie ein Computerprogramm, ein Kochrezept oder ein Lied ebenfalls nicht aus Materie bestehen, sondern aus Information.

Man kann Immaterielles nicht mit materiellen Eingriffen verändern. Man kann die Psyche nicht durch Substanzen beeinflussen, sondern nur durch die Wirkung der Substanzen – das ist nicht dasselbe. Welchen gewaltigen Unterschied diese Kleinigkeit ausmacht, betrachten wir später noch eingehender.

Halten wir fest: Geist und Körper verhalten sich zueinander wie die Software eines Computers zur Hardware oder wie eine Sinfonie zum Orchester. Beide sind in ihrer Entfaltung aufeinander angewiesen, aber in ihrer Existenz voneinander völlig unabhängig und folgen ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten.

Ich behaupte: Der Griff zur Zigarette unterliegt keiner Sucht, sondern schlicht und einfach einer Symbolik, einer Informationsverknüpfung. Diese ist zuweilen derart komplex, dass sie ein körperlich spürbares Gefühl erzeugt. Gefühle, das sind komplexe oder reichhaltige Gedankenimpulse, also riesige Datenmengen im Gehirn. Hierdurch können Bereiche des Körpers (Muskeln, Drüsen) über Nervenfasern angesteuert werden.

Wir Menschen sind in der Lage, aufgrund unserer Intelligenz, unserer Verknüpfungsfähigkeit, aus allem ein Symbol zu machen.

Sie werden in diesem Buch noch sehr viel über Symbole erfahren und damit künftig Ihre Welt mit ganz anderen Augen sehen. Ich sagte bereits: Dieses Buch wird Ihr Leben verändern.

Doch fangen wir dabei einmal ganz von vorne an. Ich verspreche, Sie nicht zu langweilen.

Von der Macht der Symbole

Was verstehen wir überhaupt unter einem Symbol? Das Wort leitet sich vom griechischen „symballein" ab und bedeutet „zusammenwerfen". Ein Symbol besteht aus mindestens zwei Informationen, die in einen gemeinsamen Zusammenhang gebracht (verknüpft) wurden und mit ihrer Bedeutung aufeinander verweisen. Je nach Anwendungsgebiet steht die eine Bedeutung dabei stellvertretend für die andere und löst entsprechende Reaktionen aus. Meist erhalten Symbole aber einen Bedeutungsüberschuss, der auf tiefer liegende oder verborgene Zusammenhänge hindeutet.

Interessanterweise gibt es in unserer modernen Welt der Industrienationen ein Vielfaches mehr an Symbolen als in der Welt etwa der vorchristlichen Kelten, der nordamerikanischen Indianer oder der ostafrikanischen Massai zusammen. Jede rote Ampel, jedes Läuten einer Schulklingel und jedes Glas Champagner ist ein Symbol (rote Ampel = Anhalten, Schulglocke = Pause, Champagner = Reichtum).

Halten wir fest: Symbolik bedeutet, wir haben das Original mit etwas Zusätzlichem verknüpft, „zusammengeworfen", so dass das Gefühl oder Verhalten eines Menschen oft nicht aus dem resultiert, womit er sich gerade bewusst beschäftigt, sondern daraus, was unterbewusst damit verknüpft ist. Oder glauben Sie etwa, dass ein Raucher raucht, weil er gerne Gift einatmet, dessen Wirkung er ja noch nicht einmal bemerkt (wie ich Ihnen später noch genauer erläutern werde)?

Eine Ansichtskarte vom letzten Urlaubsort kann beispielsweise ein solches Symbol sein. Wir sehen uns die Karte an und erinnern uns an die paradiesische Ruhe oder den Spaß, den wir dort hatten, und erzeugen dadurch mehr oder minder das gleiche Gefühl, welches wir an dem Ort im Urlaub verspürten.

Ein weiteres Symbol ist das Kreuz. Für die Christen ist es unter anderem ein Symbol für den Tod. Stellen Sie sich bitte einmal vor, Sie kommen nach Hause und finden an Ihrer Wohnungstür ein mit Kreide aufgemaltes Kreuz – Sie würden sich wahrscheinlich unangenehm berührt fühlen. Dabei sind es doch nur zwei abwaschbare Striche.

Falsch, ein Kreuz ist eben mehr als nur zwei Striche. Es bedeutet zusätzlich etwas, das nichts mit seiner Daseinsform an sich zu tun hat – aber eben nur für die Menschen, die diese Zusatzinformationen auch damit verknüpft haben. Für einen Atheisten wäre das Kreuz wahrscheinlich tatsächlich nur etwas Kreide an der Tür, weil die zweite Information (das Christentum) fehlt. Es gibt unzählige Symbole in unserem Alltag: Eine Armbanduhr kann ein Statussymbol sein, die Farbe des Lichts an einer Ampel ist für einen Verkehrsteilnehmer mehr als nur bunte Beleuchtung – sie fordert ihn zum Anhalten oder zum Weiterfahren auf. Auch das Trinken von Champagner ist ein Symbol: Er dient nicht allein zum Durstlöschen oder Betrinken, sondern kann zusätzlich einen hohen Vermögensstatus sowie eine gewisse Kultiviertheit symbolisieren (was ja nicht unbedingt der Realität entsprechen muss – auch Rüpel und Schnorrer können sich Champagner besorgen und trinken, um an dessen symbolischer Wirkung teilzuhaben).

Zurück zu den Zigaretten: Rauchen gilt als ein Symbol für Freiheit und Selbstbestimmung. Wer an einer Zigarette zieht, fühlt sich in diesem Moment frei von äußerem Erwartungsdruck. Wann immer ein Raucher das Gefühl hat, rauchen zu müssen, hatte er vorher ein unbewusstes Überforderungsgefühl. Wenn ein Raucher dann den ersten Zug an seiner Zigarette nimmt, fühlt er sich „in Ruhe gelassen" und damit sofort wieder etwas erleichtert.

Sie brauchen sich eigentlich nur so zu fühlen, als ob Sie rauchen, Sie können die Zigaretten dabei weglassen. Doch wahrscheinlich fragen Sie sich nun, wie Sie dieses Gefühl denn erzeugen sollen. Hierfür müssen wir zunächst untersuchen, wie ein Symbol überhaupt zustande kommt.

1920: Ein Hund liefert den Hinweis

Das zwanghafte Verlangen nach einer Zigarette ist die Folge einer autogenen (selbsterzeugten) multifaktoriellen Konditionierung. Eine Konditionierung ist eine Informationsverknüpfung, also ein Symbolkomplex, der nicht bewusst ist. Laut Definition kann einem natürlichen, meist angeborenen Reflex künstlich ein neuer, bedingter Reflex hinzugefügt werden.

Vielleicht kennen Sie die Geschichte mit dem so genannten Pawlowschen Hund? Der russische Forscher und Nobelpreisträger Iwan Pawlow (1849 – 1936) stellte bereits zu Beginn des letzten Jahrhunderts fest, dass immer wenn er seine Laborhunde füttern wollte, die Tiere ganz freudig erregt auf und ab sprangen und sich auf das Futter freuten, noch bevor er die Näpfe gefüllt hatte. Klar, jeder Hundebesitzer weiß, dass das Dosenöffnergeräusch das Lieblingslied eines jeden Hundes ist. Doch Iwan Pawlow untersuchte diese Beobachtung einmal wissenschaftlich und schlug, kurz bevor er den Tieren etwas zu fressen gab, – „ping!" – ein kleines Glöckchen an. Dies setzte er drei Wochen lang täglich fort und kontrollierte dabei, wie die körperliche Reaktion der Hunde auf das Glöckchen ausfiel. Dazu maß er in einem kleinen Röhrchen den Speichelfluss des Tieres, eine Reaktion auf das zu erwartende Futter. Anfangs reagierten die Hunde auf den Ton nicht mit Speichelfluss. Mit dem Glockenton wurde noch nichts Weiteres verknüpft. Doch nach bereits drei Wochen ließ sich beobachten, dass die Hunde schon allein auf den Glockenton mit Speichelfluss reagierten. Der Körper des Hundes zeigte eine Reaktion. Pawlow hatte nur das Glöckchen angeschlagen und gar kein Futter ausgeteilt, und trotzdem bekamen die Hunde Speichelfluss – eine Verknüpfung zwischen Glöckchen und Futter hatte stattgefunden. Den Tieren lief das Wasser im Mund zusammen, weil sie erwarteten, es gäbe gleich etwas zu fressen.

Die Wissenschaft nennt dies eine bedingte (konditionierte) Reaktion. Mit anderen Worten: Ein Verhalten wurde durch den zweiten Reiz einer nicht kausal begründeten Wenn-dann-Beziehung ausgelöst.

Für die Hunde wurde durch das stetige Zusammentreffen zweier Reize (Futter und Glockenton) ein Symbol erzeugt! Nicht wegen des Tons, sondern aufgrund der damit verknüpften Erwartung des Futters reagierten sie mit Speichelfluss.

Und ähnlich sind wir Menschen auch. Da wir bekanntlich über eine höhere Intelligenz als Hunde verfügen, sind wir noch wesentlich verknüpfungsfähiger, so dass wir die entferntesten Dinge in langen Assoziationsketten miteinander verbinden können. Wir brauchen nur eine Information (Zigarette) so lange mit einer anderen Information (Erleichterung) in Beziehung zu setzen, bis wir nach einer Weile (unbewusst) keinen Unterschied mehr in der Bedeutung (Wirkung) machen.

Warum so viel werben, wenn eine Sucht vorliegt?

Dies erklärt, warum die deutsche Tabakindustrie jährlich weit über 300 Millionen Euro für Werbung ausgibt (das sind etwa 10 Prozent der gesamten Werbeausgaben in Deutschland!). Man muss so viel werben, damit der Raucher überhaupt weiß, was er fühlen soll, wenn er dieses Gift einatmet. Ohne diese Information würde ein gewohnheitsmäßiger Raucher bald nichts mehr von der Wirkung einer Zigarette spüren (genau wie ein Passivraucher). Die in der Werbung dargestellten Gefühle haben hier die Funktion des Futters, die Zigarette entspricht dem Glockenton und wann immer ein konditionierter Mensch raucht, fühlt er sich so, wie es ihm die Werbung vorgemacht hat. Keyvan Davani und Renate Burger weisen in ihrem „Schwarzbuch Zigarette, Rauchen gefährdet Ihr Bewusstsein" explizit darauf hin, wie enorm hoch der Stellenwert der Werbung bei den Tabakproduzenten eingeschätzt wird. Klar: Durch emotionales Marketing wird das Symbol Zigarette ja erst einmal aufgeladen. Übrigens: Auch hier zeigt sich deutlich, dass es nicht das Nikotin ist, das süchtig macht, denn dann bräuchten Kettenraucher mit einem Konsum von 100 Zigaretten täglich ja einfach nur auf Pfeife oder Zigarre umzusteigen. Rein rechnerisch nehmen sie dann mindestens genauso viel Nikotin täglich zu sich, sparen aber ein bisschen Zeit. Machen Sie einem Kettenraucher mal diesen Vorschlag. Ich wette, er wird dankend ablehnen – es geht ihm nämlich gar nicht um eine Dosis Nikotin, sondern um etwas ganz anderes.

Schauen wir uns doch mal einige bekannte Werbebotschaften an: „Gut gelaunt genießen" lautet zum Beispiel ein Slogan, der in den Siebzigern verwendet wurde. Haben Sie von der guten Laune und dem Genuss etwas gespürt, als Sie den ersten Zug an einer Zigarette in Ihrem Leben gemacht haben? Nein, Ihnen wurde vielleicht etwas schlecht und Sie warteten vergeblich auf die tolle Wirkung, die Sie bei Erwachsenen beobachtet haben.

Der „Geschmack von Freiheit und Abenteuer" ist ebenfalls eine Werbeaussage. Eine, die vor Zynismus strotzt, denn Ihre erste Zigarette war wahrscheinlich begleitet von dem Gefühl, etwas Neues, Gefährliches, gar Verbotenes zu tun (Abenteuer), und indem Sie es getan haben, versuchten Sie sich Ihre Mündigkeit zu beweisen (Freiheit). Heutzutage fühlen Sie sich nur noch frei, wenn Sie Zigaretten haben. Ist die Schachtel leer, kriegen Sie die Krise und laufen „meilenweit" zum Kiosk. Das, was Sie heute noch spüren, ist totale Abhängigkeit ohne und Freiheit mit Zigaretten. „Liberté Toujours" (Freiheit, Gelassenheit heute) tönt in dasselbe Horn und „der Duft der großen weiten Welt" spekuliert ebenfalls darauf, dass Sie von Ihrem Elternhaus die „Nase voll" haben und davon träumen, nicht bevormundet zu werden.

All diese Werbebotschaften grenzen an unlauteren Wettbewerb, denn diese Gefühle werden nicht von dem Tabakprodukt erzeugt, sondern von Ihnen selbst. Welche Symbolik hinter welcher Werbeaussage steckt, beschreiben Margit und Ruediger Dahlke sehr umfangreich in ihrem Buch „Die Psychologie des blauen Dunstes".

Eine solche Konditionierung kann natürlich auch wieder aufgelöst und damit steuerbar gemacht werden. Bisher ging die klassische Psychologie zwar davon aus, dass dies ein langwieriger Prozess von ungesichertem Ausgang sei, aber zum Glück sind wir in diesem Jahrhundert schon einen Schritt weiter:

Eine Dekonditionierung (Auflösung einer Symbolverknüpfung) geschieht durch Reflexion (Bewusstmachung) der verknüpften Elemente und ihrer Verbindung. Dies ist so einfach, dass sogar scheinbar hartnäckige Phobien und Zwänge damit innerhalb von wenigen Sekunden der Erkenntnis vollständig aufgelöst werden können.

Nachdem ein Raucher die Hintergründe seines Rauchverhaltens vollständig reflektiert hat, ist dieses nicht länger unterbewusst – er wird es wieder bewusst steuern können, wie damals, zur Zeit des ersten Zuges an einer Zigarette.

Wenn Sie dieses Buch verstanden haben, werden Sie sich also, wenn Sie künftig rauchen wollen, hierzu ganz bewusst entscheiden müssen. Da Sie diese Entscheidung jedoch bereits zu Beginn dieses Kapitels negativ gefällt haben („Ich will nicht mehr rauchen"), werden Sie vermutlich aber künftig nicht mehr rauchen. Allerdings sollten Sie einen wirklich wichtigen emotionalen Grund dafür haben, da Sie die Entscheidungsfreiheit über das Rauchen zurückbekommen. Sollten Sie zu den Menschen gehören, die nicht gelernt haben, mit Freiheit umzugehen, werden Sie auch nach dem Buch noch mehr rauchen, als Sie wollen, nur um sich selbst zu beweisen, dass ein Buch Sie nicht verändern kann. Mehr darüber lesen Sie im Kapitel über „Trotz".

Einen Rückfall in das altgewohnte Rauchverhalten aufgrund eines Bedürfnisses nach Tabak können sie ausschließen, wenn Sie alles Folgende nachvollziehen können und keine Fragen offen bleiben.

Die persönliche Entscheidungsfreiheit zum Rauchen bleibt gewahrt!

Ja, Sie haben richtig gelesen: Sie können sogar heute noch ohne Probleme aufhören zu rauchen und werden noch nicht einmal rückfällig, selbst wenn Sie auf einer Party mal wieder eine Zigarette mitrauchen.

Ebenso können Sie sofort und ab heute aufs Naschen verzichten, sich obendrein pudelwohl fühlen – und nebenbei natürlich mühelos abnehmen. Ich habe erlebt, dass Menschen bis zu vier Kilo pro Woche verloren, nachdem sie die Ursache ihres übermäßigen Essens erkannt hatten. Ohne Diät, wohlgemerkt. Hierüber habe ich in meinem Buch zum Thema Übergewicht geschrieben (Der Psychocoach 3: Abnehmen ist leichter als Zunehmen).

Doch bleiben wir bei unserem Thema: Sie möchten ja schließlich aufhören zu rauchen.

II. Rauchen –
was ist eigentlich so schlimm daran?
Sie bezahlen fürs Krankwerden!

Rauchen gilt derzeit weltweit unbestritten als eine sehr ernst zu nehmende Gesundheitsbedrohung für den Menschen: Allein in Europa sterben jährlich weit über eine halbe Million Menschen frühzeitig an den Folgen des Tabakkonsums.

In Zahlen ausgedrückt: 650.000 – damit wird jedes Jahr eine mittlere Großstadt wie Dortmund, Hannover oder Düsseldorf entvölkert. Etwa vier Millionen Menschen sind das dann jährlich weltweit. Sie sterben, weil sie glauben, es sei schwierig, das Rauchen sein zu lassen – obwohl es ganz einfach ist.

Zunächst einmal ist wohl offensichtlich, dass Rauchen den Körper sehr schädigt: Wunden verheilen schlechter, das Herz, die Bronchien und der Darm werden belastet. Sie bekommen nicht nur schlechter Luft, sondern Sie altern auch wesentlich schneller, haben öfter und länger Schmerzen, dafür nehmen Ihre sexuelle Potenz und Ihre Denkfähigkeit rapide ab, weil die Durchblutung Ihrer Gefäße immens beeinträchtigt wird.

Rauchen tötet Sie nicht sofort, sondern macht Sie immer krankheitsanfälliger und nimmt Ihnen letztlich den Spaß am Leben. Rauchen schränkt die Lebensqualität stark ein – nicht nur Ihre, sondern unser aller. Der Raucher verqualmt unsere Atemluft, stiehlt unsere Zeit, nötigt uns, auf ihn Rücksicht zu nehmen usw. Dahinter steckt sogar Methode, denn ein Raucher zwingt seine Mitmenschen in seinen Rhythmus. Der volkswirtschaftliche Schaden durch Raucherpausen am Arbeitsplatz beträgt durchschnittlich dreißig zusätzliche bezahlte Urlaubstage pro Raucher und Jahr – da kann so mancher Nichtraucher glatt neidisch werden. Im Jahre 2002 verursachten die Folgen des Rauchens allein in Deutschland Kosten von 20 Milliarden Euro.

Doch noch bevor der Raucher krank wird, gibt er Unsummen von Geld für Tabakwaren aus, fühlt sich unfrei und abhängig. Übrigens meine ich damit nicht die Genussraucher, denn die können einfach aufhören, wenn ihnen der Preis für den Genuss zu hoch ist.

Ein „normaler" Raucher glaubt, wenn er sich unter Erwartungsdruck gesetzt fühlt, müsse er unbedingt eine Zigarette rauchen, um sich von diesem Druck befreien zu können, während ein Nichtraucher ganz einfach das Gleiche wie der Raucher macht, sich also ebenfalls vom Druck befreit, dabei aber die Zigarette weglässt, weil er nicht darauf konditioniert ist zu rauchen.

Ein Mensch, der nur zu Weihnachten genüsslich mal eine Zigarre pafft, ist meiner Ansicht nach also gar kein konditionierter Raucher. Wer zu dieser Gruppe gehört, könnte seine Tabakwaren und auch dieses Buch für immer weglegen und einfach nicht mehr rauchen, wenn er nicht möchte. Alle anderen Betroffenen werden mir jedoch sicherlich zustimmen: Das Rauchen schränkt ihre Freiheit und Gesundheit ein, und sie wären froh, es endlich sein lassen zu können.

Übrigens lohnt es sich durchaus, das Rauchen zu beenden:

20 Minuten nach der letzten Zigarette sinkt der Puls auf ein normales Niveau, Hände und Füße werden besser durchblutet. Nach acht Stunden haben Sie so viel Kohlenmonoxid ausgeatmet, dass das Blut wieder normal Sauerstoff transportieren kann. Nach drei Tagen sinkt Ihr Herzinfarktrisiko und Sie können wieder spürbar besser riechen und schmecken. Nach einigen Wochen werden Sie merken, dass sich die körperliche/sportliche Leistungsfähigkeit deutlich verbessert hat. Nach neun Monaten sind Ihre Atemwege wieder frei, das Immunsystem ist gestärkt. Die Infektionsgefahr, vor allem im Bereich der Atemwege, sinkt weiter. Nach einem Jahr Nichtrauchen ist das Risiko für eine Herzkranzgefäßverengung um 50 Prozent gesunken. Nach fünf Jahren ist das Risiko von Lungen-, Mund-, Luft- und Speiseröhrenkrebs schon halbiert und das Herzinfarktrisiko ist kaum noch höher als bei einem Nichtraucher. Nach zehn Jahren ist das Lungenkrebsrisiko nicht mehr höher als bei einem Nichtraucher und Sie haben etwa 18.000 (achtzehntausend!) Euro im Sparschwein, wenn Sie vorher jeden Tag eine Packung geraucht haben.

Die Wirkung einer Zigarette auf den
menschlichen Organismus

Aussagen von Rauchern sowie Untersuchungsergebnisse und Messungen ergeben ein breit gefächertes Wirkungsspektrum. Demnach verursache Rauchen unter anderem:

• Erleichterungsgefühl

• Konzentrationsgefühl

• Aufmerksamkeitssteigerung

• Wachheit

• Beruhigung

Dies halte ich für insgesamt zu widersprüchlich, um es einfach der Wirkung von Substanzen zuzuschreiben. Das wäre so, als würde etwa Feuer die einen Menschen wärmen, die anderen zum Frieren bringen.

Inhaltsstoffe einer Zigarette

Um Näheres über die physiologische Wirkung von Tabak auszusagen, müssen die Inhaltsstoffe einer Zigarette betrachtet werden. Diese sollen, wie bislang vermutet, bei der Suchterzeugung eine Rolle spielen.

In einer herkömmlichen, durchschnittlich starken Zigarette befinden sich etwa 4.000 verschiedene chemische Verbindungen. Darunter sind ca. 2.800, die als schädlich, und 69, die als erwiesenermaßen krebsauslösend eingestuft werden.

Zu den giftigen Substanzen zählen beispielsweise Blausäure, Formaldehyd, Benzol, Kohlenmonoxid, Arsen, Nitrosamine, Polonium und Dioxin. Keine dieser Substanzen ist für den Menschen lebenswichtig oder wird vom Körper zu physiologischen Zwecken produziert. Es wird zwar immer behauptet, dass Beimischungen in Zigaretten wie etwa Zucker, Vanille, Kakao, Lakritz oder Menthol das Suchtpotential erhöhen, aber das ist schlichtweg unlogisch, wie ich noch ausführen werde.

Bewusst versucht die Industrie auch den für die Bioverfügbarkeit des Nikotins maßgeblichen pH-Wert des Tabaks zu erhöhen. Diese pharmakologische Messgröße gibt an, wie lange der zugeführte Stoff dem körperlichen Kreislauf zur Verfügung steht. Doch ich glaube, dass gerade die Zigarettenindustrie sich absolut darüber im Klaren ist, dass das Rauchen keine körperliche Sucht erzeugen kann, mehr noch, dass die tatsächlich empfundene Wirkung einer Zigarette nicht durch die darin enthaltenen Substanzen erzeugt wird. Aber solange die ganze Welt denkt, Rauchen mache süchtig und man bräuchte eine Zigarette, um die Erleichterungswirkung zu spüren, lachen sich die Hersteller wahrscheinlich heimlich ins Fäustchen und freuen sich über ihre hohen Gewinne. Die Tabakkonzerne zahlen bereitwillig jede Summe an Opferentschädigungen nach verlorenen Prozessen. Aufgrund eines amerikanischen Urteils vom November 1998 verpflichtete sich die Tabakindustrie zu Zahlungen in Höhe von mehr als 200 Milliarden US-Dollar an die Bundesstaaten. Zusätzlich sollten die Konzerne 1,5 Milliarden US-Dollar für eine Aufklärungskampagne über die gesundheitlichen Gefahren des Tabakkonsums sowie 250 Millionen US-Dollar an eine Stiftung zahlen, die sich für eine Verringerung des Tabakkonsums bei Kindern und Jugendlichen einsetzt. Gezahlt wird teils reumütig, teils freiwillig – Hauptsache niemand kommt darauf, dass es ganz einfach ist, das Rauchen sein zu lassen, denn dann wären die Tabakproduzenten sehr schnell pleite. Und so wird sogar von staatlicher Seite (versehentlich?) die Verbreitung des tödlichen Irrtums unterstützt.

Einige Inhaltsstoffe im Einzelnen

Dioxin: Allein das 1976 durch den tragischen Chemieunfall im italienischen Seveso bekannt gewordene Dioxin ist derart toxisch, dass eine Menge von einem halben Milliliter rund 2 Millionen Menschen töten könnte. Zum Vergleich: Ein Fingerhut voll Dioxin, in das Trinkwasser von Hamburg eingebracht, wäre in der Lage, dessen gesamte Bevölkerung zu töten. Dioxin ist ein derart starkes Gift, dass selbst noch dreißig Jahre nach der Katastrophe in Seveso so genannte „Anencephalus-Kinder" (Kinder ohne Gehirn) als Totgeburten gehäuft vorkommen. Doch nicht nur seine nervenschädigende, sondern vor allem die krebserregende Wirkung macht Dioxin zu einer der gefährlichsten Substanzen für den Organismus überhaupt.

Arsen wurde jahrelang als Hauptwirkstoff von Rattengift eingesetzt und verursacht in entsprechender Dosis Muskelkrämpfe, in deren Folge die Haut grau und schlaff wirkt, Kreislaufprobleme und blutige Brechdurchfälle einsetzen, die schließlich zu Herzrhythmusstörungen und Atemlähmung führen. Seit 1740 wurden Arsenpräparate in Europa mit Erfolg als Beizmittel im Pflanzenschutz eingesetzt; diese Nutzung verbot man jedoch 1808 wegen ihrer hohen Toxizität wieder. Im Ersten Weltkrieg wurden Arsenverbindungen in chemischen Kampfstoffen wie Blaukreuz oder Lewisit verwendet, die bei den betroffenen Opfern durch Angriff auf Haut und Lungen grausame Schmerzen und schwerste körperliche Schädigungen bewirkten.

Formaldehyd hat als Gift in Pressspanplatten traurige Berühmtheit erlangt. In Möbeln verarbeitet, gast Formaldehyd über Jahre aus und verursacht als harmloseste Wirkung chronische Kopfschmerzen. Wer dieser chemischen Verbindung (HCOH) lange Zeit ausgesetzt ist, leidet überdurchschnittlich häufig unter entzündlichen Reizungen der Atemwege und des Magendarmtraktes. Formaldehyd wird weltweit als krebserregend eingestuft und kann Symptome wie Asthma, Schwindelgefühl, Migräneanfälle und Erbrechen erzeugen.

Blausäure kommt zwar auch in den Kernen einiger Früchte (Pflaumen, Aprikosen, Pfirsiche) vor, die chemische Gruppe der Cyanide ist aber auch berüchtigter Bestandteil des atemlähmenden Giftes „Zyklon B", mit dem zwischen 1941 und 1945 die Massenvernichtung der Juden in deutschen Konzentrationslagern durchgeführt wurde. Waren Sie sich bewusst, dass Sie freiwillig das Gift der Gaskammern einatmen?

Kohlenmonoxid: Ebenfalls zu Atemlähmungen kann Kohlenmonoxid führen, bekanntlich auch ein Hauptbestandteil der Auspuffabgase eines Benzinverbrennungsmotors. In der Bundesrepublik Deutschland gelten strenge Höchstwerte für Menschen, die beruflich mit CO in Kontakt kommen. Der MAK-Wert (Maximale Arbeitsplatzkonzentration bei 8-stündiger Arbeitszeit) beträgt 30 ppm (parts per million), das entspricht ca. 38 mg pro Kubikmeter Luft. Wird diese Konzentration verdreizehnfacht, treten Kopfschmerzen im Stirnbereich innerhalb von ein bis zwei Stunden auf, die sich innerhalb von zweieinhalb bis dreieinhalb Stunden im ganzen Kopfbereich ausbreiten. Wird dieser Wert wiederum vervierfacht, auf 1.600 ppm, folgen Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit und Gliederzucken innerhalb von 20 Minuten. Innerhalb von 2 Stunden tritt der Tod ein.

Benzol: Das „Tankstellengift" Benzol tritt beim Zapfvorgang aus dem Tankstutzen des Autos aus und ist derart fein, dass es in die Polyäthylenverpackungen der an den Tankstellen verkauften Lebensmittel dringen kann. In Proben von Brot, Schokolade und Weingummi dieser Herkunft wurden Benzolbelastungen weit über den EU-Höchstgrenzen nachgewiesen. Nach Bekanntwerden dieser Werte wurden die Gesundheitsvorschriften an Tankstellen massiv erweitert, und die Hersteller von Autos mussten die Tankstutzen an den Fahrzeugen im Durchmesser verringern. Denn durch seine extreme Flüchtigkeit und hohe (aggressive) Bindungsfähigkeit ist Benzol in der Lage, in die Zellkerne eines Organismus einzudringen und somit das Erbmaterial zu schädigen. Benzol gilt daher als stark karzinogen (krebserregend).

Hauptwirkstoff Nikotin: Der hauptsächlich diskutierte Bestandteil einer Zigarette, Nikotin, ist ein Alkaloid der Tabakpflanze. Nikotin ist farblos und wasserlöslich und eines der stärksten Gifte pflanzlichen Ursprungs. Bei deutschen Zigarettenmarken sind ca. 6 mg Nikotin in einer Zigarette (Trockensubstanz) enthalten, beim Rauchen nimmt man davon 0,8 bis 1,0 mg auf.

Bei einer Nikotinmenge von 20 mg treten bei Gewohnheitsrauchern Vergiftungserscheinungen auf, bei einem Nichtraucher genügen schon wenige Milligramm. Ein Passivraucher atmet, wäre er eine Stunde in einer verrauchten Gaststätte, die gleiche Menge Nikotin ein wie beim Inhalieren von einer Zigarette. Die biologische Halbwertszeit von Nikotin ist sehr umstritten. Die Angaben reichen von 0,5 bis 180 Minuten. Als realistisch für die rein physiologische Wirkungsdauer erscheint jedoch ein Wert von unter 30 Minuten, da die bisher bekannte Obergrenze des Zigarettenkonsums bei maximal 120 Zigaretten pro Tag liegt. Dieses bedeutet eine Nikotinaufnahme von 6 Milligramm pro Stunde. Die letale (tödliche) Dosis von 20 – 50 mg würde bei höherer Halbwertszeit nach wenigen Stunden erreicht sein. Beim Rauchen von nur 20 Zigaretten gelangt genau diese Menge etappenweise in den Körper. Mit dem Leben verträglich wird die Gabe nur, wenn diese Dosis über Stunden verteilt wird, so dass der Körper also die Möglichkeit hat, das Gift immer wieder abzubauen und auszuscheiden. Der Qualm einer einzigen Zigarette wäre damit in der Lage, die Atemluft eines Raumes von 20 Quadratmetern spürbar zu beeinträchtigen (Richtwert: 0,5 mg Nikotin pro m3 Raumluft). Der menschliche Körper ist jedoch in der Lage, sich an dieses Gift zu gewöhnen. Möglicherweise macht sich eine chronische Nikotinvergiftung erst nach Jahren starken (auch passiven) Konsums bemerkbar. Die rein physiologische Wirkung ist eine Vasokonstriktion (Gefäßverengung) mit einhergehender Hypoxie (Sauerstoffunterversorgung). Es wird vermutet, dass Nikotin im Gehirn an die Endorphinrezeptoren andockt und damit eine ähnliche Wirkung wie Endorphin erzeugt – was natürlich noch nicht erklärt, warum dies süchtig machen soll, denn den größten Endorphinschub bekommen Menschen erfahrungsgemäß beim Sex. Kennen Sie jemanden, der nach ein paar Orgasmen plötzlich körperliche Ausfallerscheinungen mit Todesangst bekommt, wenn er mal einen Tag lang keinen Sex hatte? Und selbst, wenn Sie einen kennen, müsste es nicht dann für alle Menschen gelten, wenn Endorphin tatsächlich eine Sucht begünstigt?

Auf der 2. Nikotin-Konferenz der Deutschen Gesellschaft für Nikotinforschung 1999 in Erfurt erläuterte der Berliner Professor Lutz Schmidt: „Nikotin ist eine der am schnellsten süchtig machenden Substanzen. Es hat nicht nur psycho-stimulierende Wirkungen wie Kokain oder Amphetamin, sondern stößt im Gehirn die gesamte Breite der Neuromodulatoren an und wirkt wie der Dirigent in einem Konzert auf viele Instrumente ein." Außerdem bestehe eine enge räumliche Beziehung zum Belohnungssystem.

Wie der Suchtmechanismus bei Nikotin funktionieren soll, wird von der Schulmedizin übrigens wie folgt erklärt: Durch das erstmalige Rauchen bilden sich Nikotinrezeptoren. Durch das wiederholte Inhalieren starker Dosen von Nikotin vermehren sich die Rezeptoren und wollen fortan befriedigt werden. „Craving" nennt man das. Bei Abstinenz bilden sich die Rezeptoren wieder zurück und das Verlangen verschwindet.

Merken Sie sich diese Erklärung bitte, Sie werden schon bald den Kopf darüber schütteln können.

Nebenbei bemerkt gibt es keine reinen Nikotinrezeptoren, denn es sind Acetylcholinrezeptoren, die vom Nikotin lediglich blockiert werden und hierdurch für die Bildung von Neurotransmittern sorgen. Diesen Rezeptoren ist es also egal, ob sie Acetylcholin, Nikotin oder ähnliche Stoffe registrieren – sie reagieren auf alle in der gleichen Weise.

Beimischungen: Zusatzstoffe in Zigaretten wie Zucker, Vanille, Kakao, Lakritz oder Menthol bergen nach Angaben des deutschen WHO-Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle erhebliche Gefahren. Sie machen das Rauchen gerade für Kinder und Jugendliche angenehmer, denn sie überdecken den strengen Tabakgeschmack und mildern den Hustenreiz. Gleichzeitig steigern sie die Bioverfügbarkeit des gesundheitsschädlichen Nikotins, indem der dafür maßgebliche pH-Wert des Tabaks erhöht wird.

Beimischungen wie Zucker, Kakao und dergleichen sind meiner Ansicht nach der beste Beweis dafür, dass die Zigarettenindustrie unsere materialistisch orientierten Mediziner irreführen will. (Ich vermute sogar, dass die Tabakkonzerne selbst zu Beginn der 1990er Jahre entdeckt haben, dass Nikotin nicht süchtig macht – nur glaubt es ihnen keiner, dazu später mehr.)

Zucker soll im Gehirn einen Endorphinschub auslösen und damit die Sucht verstärken.

Nun, dann stellt sich doch die Frage, warum ein mit Teer bestrichenes Toastbrot nicht Erleichterung und Glücksgefühle erzeugt – in einer Scheibe Toastbrot ist wesentlich mehr Zucker als in einer Zigarette. Und ganz abgesehen davon, warum bringt einem Raucher, wenn er „Schmacht" hat, das Essen eines Zuckerwürfels keinerlei Erleichterungswirkung? Das Gleiche gilt für Kakao. Auch Kakao soll angeblich glücklich machen und damit die Sucht fördern.

Sehen wir uns das doch einmal genauer an:

Schokolade hat mit ihren Bestandteilen Theobromin, Anadamit und Phenylethylamin eine haschisch- oder morphiumähnliche Wirkung und setzt angeblich damit Endorphine frei. Schokolade macht glücklich, so heißt es. Dass das nicht stimmt, ist leicht zu beweisen: Zum einen sind diese Stoffe in derart geringen Mengen in Kakao enthalten, dass ein Erwachsener etwa 20 Kilo Schokolade (also etwa doppelt so viel wie der durchschnittliche Pro-Kopf-Jahresverbrauch in Deutschland) essen müsste, um eine berauschende Wirkung zu verspüren. Und zum anderen: Stellen Sie sich bitte einmal vor, Sie zwingen ein Kind dazu, eine ganze Tasse dickflüssigen, ungesüßten und bitteren Kakaos mit Chilipfeffer zu trinken (so wie es die alten Maya und Azteken getan haben). Nun müsste es Ihnen eigentlich vor Glück um den Hals fallen, da die Konzentration der vermeintlich psychotropen (psychisch wirksamen) Substanzen recht hoch ist und entsprechend wirken müsste. Möglicherweise bekommt das Kind hierdurch zwar eine gesunde Gesichtsfarbe, aber das erhoffte glückliche Lächeln bleibt höchstwahrscheinlich aus.

Es hat nämlich einen ganz anderen Grund, warum das Essen von Schokolade uns glücklich machen kann, und der liegt im Bereich der Psyche und nicht des Körpers: Schokolade ist ein Symbol. Sie wurde im Laufe der Kindheit an Belohnung und Zuneigung gekoppelt. Zeigen Sie mir mal bitte ein Kind, das eine Blumenvase herunterschmeißt und zur Strafe dafür Schokolade essen muss. Na bitte, niemand wird mit Schokolade bestraft! Schokolade gibt's nur, wenn wir geliebt werden. Und genau das merkt sich unser Unterbewusstsein. Und wenn wir uns mal wieder allein gelassen, überfordert und einsam fühlen, dann brauchen wir nur die Schokolade, die uns schmeckt, zu essen und schon erinnert sich unser Unterbewusstsein daran, wie sehr wir doch geliebt werden. Genau das ist es, was den Endorphinschub auslöst.

Endorphin bildet sich übrigens schon beim bloßen Geruch von Schokoladenaroma, also auch ohne Theobromin und Co. Der Londoner Neuropsychologe Neill Martin machte im Jahr 1997 in einem Experiment die Beobachtung, dass das Gehirn auf Schokoladenduft mit subjektiver Entspannung und Wohlgefühl reagiert. Die Probanden saßen dabei in speziellen Räumen mit geruchsneutraler Luft, trugen Augenklappen und Ohrenschützer, so dass sie sich voll auf das Riechen konzentrieren konnten. Während sie verschiedene Aromen aufnahmen, wurden ihre Gehirnaktivitäten gemessen. In dem Geruchsexperiment übertraf Schokoladenaroma in seiner Wirkung auf das Gehirn sogar den Geruch von fauligem Fleisch, so Martin.

Daher kommt übrigens auch der so genannte Kummerspeck: Er resultiert aus dem Essen von Schokolade, um sich ein Wohlgefühl zu verschaffen, meist, um sich zu trösten.

Wir haben es wieder einmal „nur" mit einem Symbol zu tun. Nicht Zucker oder Kakao machen glücklich, sondern nur das (auch unterbewusste) Wahrnehmen dieser Substanzen mit einer bestimmten Absicht.

Jetzt wissen Sie jedenfalls, warum einige Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, fortan Schokolade futtern – hier liegt einfach nur eine ähnlich unterbewusste Verknüpfung vor, die da lautet: „Immer, wenn ich Schokolade konsumiere, geht es mir gut."

Übrigens, warum Sie mit den meisten Methoden der Raucherentwöhnung zunehmen können, aber mit dem Verstehen dieses Ansatzes sogar Übergewicht verlieren und viel stressfester werden, erkläre ich Ihnen zum Schluss auch noch.

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