Read the book: «Die poetische Sprache der Hypnose»

Font::

Dieses Buch ist meinem Großonkel, dem expressionistischen Schriftsteller Georg Kaiser (1878–1945), und meinem Großvater, dem Förster und Lyriker Fritz Amsler (1896–1954), gewidmet.

Agnes Kaiser Rekkas

Agnes Kaiser Rekkas

Die poetische Sprache der Hypnose

Therapeutisch wirksame Trance in ihrer sinnlichsten Form

2020


Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats des Carl-Auer Verlags:

Prof. Dr. Rolf Arnold (Kaiserslautern)

Prof. Dr. Dirk Baecker (Witten/Herdecke)

Prof. Dr. Ulrich Clement (Heidelberg)

Prof. Dr. Jörg Fengler (Köln)

Dr. Barbara Heitger (Wien)

Prof. Dr. Johannes Herwig-Lempp (Merseburg)

Prof. Dr. Bruno Hildenbrand (Jena)

Prof. Dr. Karl L. Holtz (Heidelberg)

Prof. Dr. Heiko Kleve (Witten/Herdecke)

Dr. Roswita Königswieser (Wien)

Prof. Dr. Jürgen Kriz (Osnabrück)

Prof. Dr. Friedebert Kröger (Heidelberg)

Tom Levold (Köln)

Dr. Kurt Ludewig (Münster)

Dr. Burkhard Peter (München)

Prof. Dr. Bernhard Pörksen (Tübingen)

Prof. Dr. Kersten Reich (Köln)

Dr. Rüdiger Retzlaff (Heidelberg)

Prof. Dr. Wolf Ritscher (Esslingen)

Dr. Wilhelm Rotthaus (Bergheim bei Köln)

Prof. Dr. Arist von Schlippe (Witten/Herdecke)

Dr. Gunther Schmidt (Heidelberg)

Prof. Dr. Siegfried J. Schmidt (Münster)

Jakob R. Schneider (München)

Prof. Dr. Jochen Schweitzer (Heidelberg)

Prof. Dr. Fritz B. Simon (Berlin)

Dr. Therese Steiner (Embrach)

Prof. Dr. Dr. Helm Stierlin (Heidelberg)

Karsten Trebesch (Berlin)

Bernhard Trenkle (Rottweil)

Prof. Dr. Sigrid Tschöpe-Scheffler (Köln)

Prof. Dr. Reinhard Voß (Koblenz)

Dr. Gunthard Weber (Wiesloch)

Prof. Dr. Rudolf Wimmer (Wien)

Prof. Dr. Michael Wirsching (Freiburg)

Prof. Dr. Jan V. Wirth (Meerbusch)

Themenreihe »Hypnose und Hypnotherapie«

hrsg. von Bernhard Trenkle

Reihengestaltung: Uwe Göbel

Umschlaggestaltung: Heinrich Eiermann

Umschlagmotiv: © John Curran

Satz: Verlagsservice Hegele, Heiligkreuzsteinach

Printed in Germany

Druck und Bindung: CPI books GmbH, Leck

Erste Auflage, 2020

ISBN 978-3-8497-0362-2 (Printausgabe)

ISBN 978-3-8497-8251-1 (ePub)

© 2020 Carl-Auer-Systeme Verlag

und Verlagsbuchhandlung GmbH, Heidelberg

Alle Rechte vorbehalten

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Informationen zu unserem gesamten Programm, unseren Autoren und zum Verlag finden Sie unter: https://www.carl-auer.de/.

Wenn Sie Interesse an unseren monatlichen Nachrichten haben, können Sie dort auch den Newsletter abonnieren.

Carl-Auer Verlag GmbH

Vangerowstraße 14 • 69115 Heidelberg

Tel. +49 6221 6438-0 • Fax +49 6221 6438-22

info@carl-auer.de

Inhalt

Worte können zaubern – Ein Vorwort

Teil 1: Poetik im hypnotischen Raum

Die Kraft der poetischen Hypnose

Das Spektrum der poetischen Hypnose

Die Struktur der Hypnose, poetisch angereichert

Teil 2: Poetische Hypnose in der Praxis

Die Geschichte der Hypnosetexte dieses Buches

Die poetische Hypnose und ihre therapeutische Wirksamkeit

Didaktische Erläuterung einzelner Texte

Poetische Hypnosetexte sprechen

Teil 3: Poetische Hypnose in 95 Texten

1Starter: »Hypnoseperlen« – Hypnose spielend lernen und schon beginnen zu genießen

IDer Körper frisch … die Gedanken ruhig … die Seele heiter …

2»Fruchtstärke« – Kalorienfreie Stärkung für den Selbstwert

3»Eiswürfel & Wassermelone« – Erfrischung für heiße Zeiten

4»Aufrecht wie eine Zypresse« – Körper und Seele im Lot

5»Im Basar« – Eine hypnotische Teppichreise; Auffinden von Kräften und Fähigkeiten

6»Der Baum, der weinte« – Kontaktaufnahme zur Spontaneität, Kreativität, Vitalität

7»Die Nikolaushypnose« – Selbstachtung, Selbstwert, Selbstbewusstsein, Lebensfreude

8»Ich tanze mich frei« – Leicht, spielerisch, frei, spontan

IIAtme mit dem Wind – Freie Atmung, gute Stimmung

9»Heuschnupfen adieu! Mein Sommer wird schön!« – Selbstwirksame Suggestionen für heilsame Vorgänge

10»Golden Beach« – Freie Atmung, gute Stimmung; Erleichterung für die Atemwege

11»Sternbild« – Freie Atmung, körperliche Kräftigung und seelische Stabilisierung

12»Unabhängig und (rauch)frei!« – Selbstbewusst in die Zukunft

IIIGeistig fit, sicher, leistungsstark

13»Wie eine 1« – Innere Ruhe und Stabilisierung für die Prüfung

14»Fit für die Prüfung« – Innere Ruhe, Stärke, Selbstvertrauen, Klarheit und Ausdauer

15»Helenas Reise durch den Kopf« – Leicht lernen, gut behalten, klug wiedergeben; Hypnoseanleitung für Jugendliche

16»Im Zauberwald bei Nacht« – Licht ins Dunkel bringen; Auflösung von Dunkelangst

IVDer Diamant der Stärke

17»Die goldfarbene Wolke« – Beruhigung, tiefe Erholung

18»Der Diamant der Stärke« – Erholung und Vitalisierung

19»Der Lindenbaum« – Beruhigung, Erholung, Stärkung, Erdung

20»Die Schutzhülle« – Selbstschutz, Widerstandskraft

21»Klares Türkis und warme Koralle« – Selbstfindung

22»Zurück in der Kraft« – Freude an der wiedergewonnenen Lebensenergie

VEin Schlafkokon für tausendundeine Nacht

23»Sieben Schritte in tiefen Schlaf« – Den Tag entlassen, den Schlaf begrüßen

24»Eine kleine Nachthypnose« – Leicht einschlafen mit guter Selbstsuggestion

25»Die nachtblauen Samtvorhänge« – Vom Alltag abschalten, entspannt einschlafen

26»Der Schlafkokon« – Tief schlafen in vollkommener Geborgenheit

27»Wie eine Feder« – Federleicht einschlafen, ohne Zähneknirschen durchschlafen

28»Das friedliche Rauschen des Waldes« – Schlafen trotz Stress

29»Die lachenden Träume« – Gutes Traumgeschehen anregen

30»Der tropische Wasserfall« – Leicht einschlafen, erholsam durchschlafen, schön träumen, erquickt aufwachen

VIAufwind für die Stimmung – Stabilisierung und Vitalisierung

31»Die Sonnenblume« – Einführung in Hypnose, Stärkung durch Auffinden von Ressourcen

32»Go with the flow« – Selbstwertstärkung, Stabilisierung

33»Ein herrlich grauer Novembertag« – Selbstwertstärkung, Stimmungsaufhellung

34»Wie eine Möwe im Aufwind« – Ungutes verabschieden

35»Paradise is now« – Achtsamkeit im Hier und Jetzt

36»Der ungebetene Gast« – Der Depression die Tür weisen

VIIDie Glückspraline – Pralles Glück für die Figur

37»Beschwingt« – Intuitiv auf dem Weg zum Ziel

38»Auf dem Gemüsemarkt« – Augen auf für Gesundes, Augen zu beim Genuss!

39»Das innere Freudenfeuer« – Innere Klärung lässt Pfunde schmelzen

40»Die Sandburg« – Lust an Spiel und Spaß; für (innere) Kinder

41»Die Zähmung des süßen Monsters« – Süßigkeiten? Nee, lieber süße Hypnose!

42»Die Glückspraline« – Süßes nur mit voller Lust

VIIIMein Wunschgewicht – Mehr Selbstfürsorge, weniger Gewicht

43»Die Apfelhypnose« – Mehr Achtsamkeit beim Essen und damit mehr Genuss

44»Zu viel Gewicht? Steig heraus!« – Mit Leichtigkeit zu mehr Genuss

45»Die Giraffe« – Tiefe Hypnose für innere Stärkung und Selbstfürsorge

46»… und eine Portion genügt!« – Maßvoll essen. Warum nicht?

47»Meine wahre Gestalt« – Entfaltung auf tiefer unbewusster Ebene

48»Mein wunderbares kleines Kino« – Das Wunschgewicht erleben und unbewusste Prozesse bahnen

49»Mein Körper von morgen« – Selbstfürsorge und Gewichtsreduktion Hand in Hand

IXDie venezianische Maske – Erotische Fantasien

50»Maiglöckchen« – Sexuelle Gefühle stimulieren

51»Im Zentrum der Lust« – Schön, erotisch, frei, spontan

52»Die venezianische Maske« – Lust und Libido anfeuern (für Sie)

53»Dahingleitend …« – Sinnlichkeit und männliche Potenz (für Ihn)

54»Denn die Liebe … sie ist ein Spiel!« – Sich freisprechen, freitanzen, freilieben

XFrauenpower – Für Schwangerschaft und Geburt

55»Die Margeritenwiese« – Fröhlicher Dialog mit dem Kind im Mutterbauch

XIHeiße Jahre, kühle Wonne – Stabil und im Einklang durchs Klimakterium

56»Entspannende Ruhe … klare Kühle … ruhiger Herzschlag … sichere Gefühle«

57»Aphrodite« – Kühles Bad für heiße Wallung

58»Eisblumen« – Erlernen selbstwirksamer hypnotischer Abkühlung

59»Die schöne Kriegerin« – Ausgeglichen und standsicher

XIIIch lebe mich gesund – Mut, Stärke, Zuversicht

60»Ich lebe mich gesund!« – Beruhigung, Erholung und Zuversicht

61»Kraftort Portovenere« – Die Chemotherapie gut vertragen (1)

62»Vollmond am Strand« – Die Chemotherapie gut vertragen (2)

63»Besuch im Eispalast« – Für die Strahlentherapie, stimmungsaufhellend und ermutigend

64»Mit unbeirrbarem Glauben« – Erholung, Stärkung, Mut und Ausdauer

65»Die ozeanische Trance« – Tiefe Hypnose für Wohlbefinden und Kräftigung

66»Der Ressourcentank« – Schöne Erinnerungen für Halt und Zuversicht

67»Im Teich der Erholung« – Energie tanken

XIIIDas Seepferdchen – Glückliche Zähne

68»Das Seepferdchen« – Beim Zahnarzt entspannt am Strand!

69»Lavendelblau« – Wohlbefinden vor und während der Zahnarztbehandlung

70»Wer seiner Kraft vertraut, braucht nicht verbissen zu sein« – Schlafen ohne Knirschen

XIVTräum dich schön! Hypnoseschlaf für gesunde Haut

71»Nofretete« – Einführung in Hypnose und erste Heilsuggestionen

72»Träum dich schön!« – Hypnoseschlaf für gesunde Haut

73»Die Insel der Selbstklarheit« – Klares Selbstgefühl, reine Haut

74»Spaziergang in warmen Herbstfarben« – Guter Umgang mit der Haut

75»Die Energiehaut« – Geschützt, stark, widerstandsfähig

76»Die heilende Haut« – Hypnosefantasie für Abheilung der Mundschleimhaut nach Chemotherapie

XVSeele und Bauch auf wundervoller Reise – Erholung für den Darm

77»Die Hypnosewunderpille« – Tiefe Hypnose, Wohlbefinden, heilsame Vorgänge im Darm

78»Wie im Märchen« – Wohlbefinden in Bauch und Seele

79»Einfach mal chillen …« – Auflösen von Schmerz; heilsamer Abstand zwischen Kopf und Darm

80»Das rote Telefon stilllegen« – Loslassen innerer Dialoge, Bilder und Gefühle, die die Symptomatik auslösen, und Neuorientierung

XVIArthrose? Hypnose!

81»Sonnenwarmes Moorbad für Rücken und Gelenke« – Schmerzentlastung und Erholung pur in Mutter Natur

XVIISeifenblasen – Gesunden und gesund bleiben

82»Lichtersee« – Heilendes Licht, Wohltat für den Körper

83»In der Rachenhöhle« – Den Drachen bezwingen, die Höhle reinigen und ausheilen

84»Die kleine Sanitäterin« – Hypnosefantasie für Jugendliche mit entzündlicher Darmerkrankung

85»Die Blaue Grotte« – Hypnosefantasie für Jugendliche

86»Das Reh des Unbewussten« – Tiefe Hypnose und heilsame Begegnung

87»Süßes Nichtstun im Park der Heilung« – Wellness für den Körper

XVIII»The promise of summer«

88»Sunbeam-shower« – Energy, support, stability

89»Sea of light« – Healing light and pledge; promise to the body

90»The magic sponge« – Deep hypnosis, clarity, spiritual freedom, and healthy body functions

91»Constellation« – Free breathing, more bodily strength, and spiritual support

XIXEine Träumerei – Frei von Symptom, Konflikt, Angst in die Zielgerade für Heilung und Meisterung

92»Die Nacht mit dem Wunder« – Das Ziel erleben und für die Zukunft bahnen

XXBewältigung großer Herausforderungen – Ressourcen und Reset

93»Rückfall? Reset in die Ressourcen!« – Umgang mit einem Rückfall

94»Die weiße Taube« – Selbstwert und Lebenslust

95»Der innere Diamant« – Kontakt zur inneren Kraft

Schluss

Gute Hypnosetexte entwerfen und die eigene Hypnosesprache finden

Anhang

Zitierte Literatur

Hypnose-CDs von Agnes Kaiser Rekkas

Über die Autorin

Worte können zaubern – Ein Vorwort

So aufgeklärt, modern, nüchtern und vernünftig wir sein mögen, wohnt uns dennoch eine romantische Seele inne: Wir lieben den Duft von Blüten, lassen uns vom Vollmond verführen, von Musik stimulieren und geraten durch schöne Erinnerungen ins Träumen. Auch Worte – zumal, wenn sie in Trance erklingen –, die uns vom Duft der Blüten, vom Silber des Vollmondes, von harmonischen Melodien und glücklichen Momenten erzählen, berühren und bringen uns in Schwingung.

Worte projizieren spontan Bilder. Sie wecken Assoziationen und kreieren so innere Wirklichkeiten. Auf diese Weise bauen sie innere Gefühlswelten auf und stimulieren die Hormonausschüttung. Diese Botenstoffe beeinflussen ihrerseits körperliche Vorgänge, von den seelischen ganz zu schweigen, während sich auf geistiger Ebene verloren geglaubte Erinnerungen, ungeahnte Erkenntnisse und Ideen hervorrufen. Überraschend löst sich Anspannung, Zeit nimmt andere Maße an, die Stimmung steigt, Kräfte wachsen, Ressourcen treten zutage, Schmerz vergeht und das Herz öffnet sich.

Worte können zaubern. Und von diesen Worten möchte ich Ihnen hier erzählen. Mit Worten und Texten zu spielen machte mir schon immer große Freude. Das habe ich unter anderem gleich zwei meiner Vorfahren zu verdanken: meinem Großvater mütterlicherseits und meinem Großonkel väterlicherseits, beides Schriftsteller, die in meiner Familie große Beachtung fanden, und mit deren Wirken ich mich seit meiner Jugend beschäftigte:

Mein Großvater Fritz Amsler (* 1896 in Biel, † 1954 in Langenthal) war Oberförster in den Berner Alpen und Schriftsteller. Er schrieb sowohl Lyrik als auch Theaterstücke, unter anderem als Kriegsgegner und Pazifist Das Vermächtnis, und war mit einer Gruppe von Literaten befreundet, die sich regelmäßig bei ihm trafen. Ich liebte meinen Großvater sehr, denn er konnte zaubern. Das tat er aber nur für mich. Leider erlebte ich diesen still-bescheidenen Mann selten, da er weit entfernt lebte, in dem Land mit der leckeren Schokolade und den Almen voller Enziane und Alpenrosen. Und ich verlor ihn früh, als ich gerade mal 5 Jahre alt war. Mein Großvater litt unter schweren Depressionen und stürzte sich aus schwindelnder Höhe in den Abgrund, um sich und die Seinen zu befreien.

»Doch Sappho singt nicht mehr, sie singt nicht mehr.

Das leichte Lied, das vogelleichte Lied

Singt Sappho nicht mehr. Als sie von uns schied

Sang sehnsuchtsvoll entgegen ihr das Meer.«

Fritz Amsler, Klage um Sappho, Bern 1947

Weitaus berühmter war »Onkel Georg«, den ich nur aus Erzählungen kenne. Für Georg Kaiser (* 25. November 1878 in Magdeburg, † 4. Juni 1945 in Ascona), einen hochbegabten, scharfsinnigen Exzentriker, galten keine Regeln. Sechzehnjährig brach er 1895 seine schulische Laufbahn ab und resümierte damals:

»Den Schulzwang erfüllte ich im Gymnasium Zum Kloster unserer lieben Frauen. Nach den großen Anstrengungen des Vergessens aller unfreiwillig erworbenen Kenntnisse, fasste ich – von nun an von außen unbehindert – unbeschränktes Vertrauen zu mir selbst.«

Zum Entsetzen seiner großbürgerlichen Familie verdingte er sich daraufhin als »Kohletrimmer« auf einem Frachtschiff unterwegs nach Südamerika. In Buenos Aires fand er zunächst Arbeit als Büroangestellter in einem Kaffeekontor, dann bei der Firma AEG. Doch kehrte er im Jahre 1901 halbtot, weil schwer an Malaria erkrankt, nach Deutschland zurück, wo ihm allerdings 1914 mit seinem Theaterstück Die Bürger von Calais der literarische Durchbruch gelang. Dank seiner geistvoll-pointierten Sprache, seinen Metaphern und Wortneuschöpfungen sowie seinem typisch expressionistischen Bild vom neuen Menschen wurde er – vollkommener Autodidakt – bald der erfolgreichste Dramatiker des Expressionismus und neben Gerhart Hauptmann in Deutschland der meistgespielte Bühnenautor seiner Zeit!

Kein Wunder, dass ihn das NS-Regime für seine Propagandapamphlete einspannen wollte. Doch mein Onkel verweigerte sich. Am 18. Februar 1933, während der Uraufführung seines Dramas Der Silbersee, stürmte die Sturmabteilung (SA) das Leipziger Schauspielhaus. Das Stück wurde vom Spielplan gestrichen und ein Publikationsverbot gegen ihn erlassen. Im Mai 1933 brannten seine Bücher. Georg Kaiser fand über Umwege Zuflucht in der Schweiz, wo seine Stücke aufgeführt wurden und er neue verfasste, wie Der Soldat Tanaka und Das Floß der Medusa. Bis zuletzt arbeitete er an dem Roman Ard, in dem er unter anderem Bezug auf das Konzentrationslager Theresienstadt nahm. Verarmt starb mein Großonkel kurz nach Kriegsende im Schweizer Exil.

»Kannibalismus – Militarismus – Nationalismus.«

»Revolution? Der Besitz wechselt die Taschen.«

»Sein Denken formen – das allein ist Glück.«

»Lasse keiner sich vom Wahn verführen, dass er mehr als jeder andre gelt‹:

Cäsar wollte mit dem Schwert regieren, und ein Messer hat ihn selbst gefällt.« (geschrieben 1932)

»Das Drama schreiben ist: einen Gedanken zu Ende denken.« (Georg Kaiser, 1966)

Nicht nur meine Vorfahren inspirieren mich, sondern auch andere Menschen. Michelangelo, zum Beispiel, gab die Initialzündung für die Hypnose Meine wahre Gestalt zum Thema Übergewicht, mit seinem berühmten Ausspruch:

»La figura era già nella pietra grezza. Ho solo dovuto buttare via tutto ciò che era superfluo.«

(Die Figur war schon in dem rohen Stein. Ich musste nur noch alles, was überflüssig war, wegmeißeln.)

Mein Gastroenterologe lehrte mich, wie ironische Absurdität den Geist erst durcheinanderwirbeln und anschließend in umso bessere Verfassung katapultieren kann. Mit verschmitztem Lächeln verkündete er mir direkt nach dem Aufwachen aus der Narkose das Ergebnis der Koloskopie: »Ich konnte beim besten Willen nichts finden« – so als ob er in den Höhlengängen meines Darms nach Goldvreneli (einer Schweizer Goldmünze) gesucht hätte. Total verwirrt brauchte ich einige Zeit, bis ich verstand, dann aber umso größere Entlastung empfand.

Meine erste bewusste Lektion in Reframing und Ressourcensprache erhielt ich vor 40 Jahren auf Trinidad in der Karibik durch einen fürsorglichen Vater der besonderen Art: Auf einer Gartenparty im Freundeskreis wurde mir ein prachtvoller Mann vorgestellt. Gewinnend lachte er mich mit blitzend weißen Zähnen an. Sein nackter Oberkörper schien ein Paket spielender Muskeln zu sein, seine Arme waren durchtrainiert und seine Hände angenehm fleischig, sodass einem spontan der verrückte Wunsch überkommen konnte, sich wie Däumelinchen in eine dieser Handflächen zu kuscheln. Sein Untergestell war verpackt in kanarienvogelgelbe Bermudashorts, eine Farbe, die mit dem Ton seiner Haut einzigartig harmonierte. Aus den Shorts lugten herrlich pralle Oberschenkel heraus, die in wohlgeformte Knie übergingen. Seine Waden ließen demgegenüber etwas zu wünschen übrig, und die Füße waren platt, doch das verzieh man gerne. Unübersehbar, der Kerl war ein unschlagbarer Womanizer! Deshalb staunte ich auch nicht, als eine Freundin mir zuraunte, wie er seiner Manneskraft überall auf der Insel freien Lauf gelassen hatte: Mit knapp 30 Jahren hatte er schon sieben Frauen ein Kind angehängt. Er selbst schien das anders zu sehen und verkündete voller Stolz: »I have seven children, and each of them has its own mother.«

Meine Mutter, die ich – eher zu meinem Leidwesen – nicht mit einem Geschwister teilen musste und die wie alle guten Mütter nicht fehlerfrei war, hat sich ohne Zweifel ebenfalls um meinen schier unbegrenzt sprudelnden Ideenreichtum verdient gemacht: Ich ging gerne zur Schule, und meine mittelmäßigen Noten bereiteten mir nicht den mindesten Stress. Waren Prüfungen angesagt, schickte meine Mutter mich immer mit dem liebevollen, schweizerisch gefärbten Satz los: »Ach, Agnesli, du hast doch so viel Fantasie!« Ermutigt machte ich mich auf den 3 Kilometer langen Fußmarsch zur Schule – genug Zeit, in der diese Suggestion ihre volle Wirkung entfalten konnte. Später machte ich daraus: »Sie dürfen alles denken, Sie dürfen aber auch alles Denken Ihrem Unbewussten überlassen.«

So wurde Sprache mein Interessengebiet und Hypnosesprache meine Bestimmung. In Trance die richtigen Worte zu sprechen, vor allem aber zu hören, bekommt eine andere Dimension in Bezug auf Nähe, Dichte, Resonanz. Hierfür bedarf die Sprache der Klarheit und Ausdruckskraft, aber auch der Fantasie und Poesie, will heißen: expressionistisch-klarer, suggestiver Momente sowie romantischer, ja mystischer Akzente.

Erst eine stimmige Komposition der Worte mit sinnlicher Nuancierung und vielfältigen offenen Angeboten verleiht Hypnosetexten ihre außergewöhnliche therapeutische Tiefenwirkung. Unbewusste kreative Prozesse kommen dabei wie von selbst ins Fließen. Denn ebenso wie wir die schöne Sprache in Literatur, Kunst, Theater oder Film schätzen, tun wir dies in der hypnotischen Trance. Ja, wir genießen die kunstvoll formulierte Hypnosesprache sogar noch intensiver, sind wir doch in einem veränderten Bewusstseinszustand und somit offen und zugänglich für eine ganz neue Art des inneren Erlebens und Empfindens.

Zum Aufbau dieses Buches

Das vorliegende Buch verdeutlicht in den Teilen 1 und 2 die der poetischen Hypnose innewohnende dynamische Kraft. Anhand unzähliger Textbeispiele zeichnet es didaktisch ihre wesentlichen Elemente sowie die Struktur ihrer Organisation auf. Sie als Leser1 erfahren minutiös und bildhaft, was es bedeutet, Sprache bedacht, positiv, verständlich und zugleich permissiv poetisch zu nutzen. Durch die detailgenaue Beschreibung der Bausteine wirkungsvoller Hypnosetexte werden sie im Weiteren instruiert und angeregt, selbst Texte aus dem Stegreif zu entwerfen.

Die 95 poetischen Hypnoseanleitungen in Teil 3 sind Therapieanleitungen für den unmittelbaren Gebrauch in der Praxis. Zugleich dienen sie als Lehrtexte. Denn hier finden sich mit jeweils unterschiedlicher Zielsetzung alle vorher beschriebenen Merkmale wieder: pittoreske Titel, einprägsame Reime, gezielte Wiederholungen, überraschende Wortschöpfungen, Bildmalereien, Doppeldeutigkeiten, Anspielungen und Suggestionen, die wie Geschenke verpackt sind. Märchenhafte Szenen, »verträumte Fragen« und magische Momente werden ebenso beispielhaft gezeichnet wie die Choreografie auf der hypnotischen Bühne und die hochwirksame Abschlusssuggestion mit Depoteffekt durch eine nochmalige Prise Hypnopower.

Der Schluss schließlich ermutigt mit praktischen Tipps zur Entwicklung und Gestaltung eigener Hypnosetexte.

Es liegt in der Natur des Lernens mit Hypnoseliteratur, dass diese ohne unser Zutun einen leichten Trancezustand evoziert, in dem sich Inhalte unbewusst abspeichern. Und erstaunlicherweise tauchen diese automatisch genau dann wieder auf, wenn sie nützlich sein können. Lassen Sie sich überraschen!

Agnes Kaiser Rekkas München, im April 2020

1 Auf Wunsch des Verlages wird in diesem Werk darauf verzichtet, jeweils die männliche und die weibliche Form (hier: Leserinnen und Leser) anzuführen. Gemeint sind jeweils beide Geschlechter, unabhängig davon, ob die männliche oder die weibliche Form benutzt wird.

Teil 1: Poetik im hypnotischen Raum

Die Kraft der poetischen Hypnose

Sobald wir in positive, therapeutische Trance gehen, betreten wir einen fantastischen Ort, den »hypnotischen Raum«. Dieser ist energetisch hoch aufgeladen und voll ungeahnter Freiheiten. Typisch ist das sich schnell einstellende Gefühl von Wohlbehagen, Geborgenheit und Angenommensein. Kaum entkrampft und innerlich zurückgelehnt, verändern sich, durch stimmige Suggestionen angeregt, Perspektiven und innere Muster. Wahrnehmungen entzerren sich, und rigide Strukturen werden elastisch. Zeit kann sich be- oder entschleunigen, rückwärts- oder vorwärtslaufen, in die Vergangenheit springen, um Ressourcen aufzutanken, und ebenso in die Zukunft, um dieselben auf der inneren Bühne gleich mal auszuprobieren.

Die Trancelogik (Orne 1959) lässt, vordergründig harmlos wirkend und klug zugleich, Widersprüchliches friedlich nebeneinander existieren, und das typische Wörtlichnehmen lässt den Hörenden wortwörtlich jedes Wort einzeln auskosten. Ja, die innere Welt gerät angenehm aus den Fugen, mit dem insgeheim verpackten Ziel eines besseren Konzepts unseres Selbst und unserer Möglichkeiten. Innere Bewertungen und Einschätzungen sowie die Beurteilung unserer Erfahrungen und Geschichte vermögen sich zum Positiven zu verändern, immer im Sinn von Befähigung, Entwicklung, Meisterung und Heilung. Empfindet sich jemand als nicht liebenswert, unattraktiv und lebensuntüchtig, vermag er im Raum der Hypnose innere Zustände auf neue Weise zu betrachten und seine Ressourcen zu erkennen. Dabei spielt die Erwartungshaltung – auch des Therapeuten – eine große Rolle:

»Nun seien Sie einfach erwartungsvoll …

und legen schon mal ein feines Lächeln über Ihr Gesicht …

denn … Sie werden … wenn Sie denn mögen …

bald in angenehme Hypnose sinken …«

(Lavendelblau)2

»… und legen schon mal ein feines Lächeln über Ihr Gesicht!« Ja, da steigt die freudige Erwartung an Hypnose und erhöht sich die Motivation, während im Moment schon eine Veränderung erlebt wird, nämlich ein Lächeln im Gesicht. Erfolgreicher als die neutrale Aufforderung »Entspannen Sie bitte Ihr Gesicht!« löst dieses heiteroffene Angebot ein spontanes Lächeln aus und glättet angestrengte Gesichtszüge, ohne diese zu erwähnen.

Eine »Hypnosewunderpille« war der ausdrückliche Wunsch eines Herrn mit einem psychosomatischen Leiden. Und da nicht nur der Kunde König ist, sondern auch der Patient, erhielt er diese – selbstverständlich gleich in der ersten Sitzung. Die zugehörige Audioaufnahme diente ihm für die Selbsthypnose zu Hause. Und, kein Wunder, die »Hypnosewunderpille« wirkte:

»Ihre erste Hypnose … Ihre Wunschhypnose … Ihre Wunderhypnose …

Ihre, wie Sie es sich ausdrücklich wünschen, ›Hypnosewunderpille‹ wird womöglich anders sein, als Sie es sich ausmalen …

denn Sie werden immer wissen, wo Sie sind …

Sie werden immer hören, was ich zu Ihnen spreche …

Sie werden sicher meinen, alles zu hören, und hören jedes Mal doch etwas anderes … … und … vielleicht … nach geraumer Zeit …

hören Sie mir nur noch mit einem Ohr zu … oder schalten einfach ab … und sind an einem wunderschönen Ort …«

(Die Hypnosewunderpille)

Je höher die sprachliche Kompetenz – natürlich auf der Basis fachlichen Wissens um Psychodynamik, neuronale Plastizität und hypnotische Prinzipien –, umso leichter lässt sich in Trance ein Höchstmaß an Wirkung erzielen. Im besten Falle bietet der hypnotische Raum dem Eintretenden – unter sorgfältiger Führung des Therapeuten – eine ungeahnte Fülle an offenen Angeboten von Bildern und Gefühlen, Möglichkeiten und Handlungsstrategien.

»Die beiden wandern durch die Stadt … die Fee zeigt auf die federleichten Wolken am Himmel … gerade in dem Moment, als sie unbemerkt an einem Geschäft (mit Süßigkeiten) vorbeischlendern … sie plaudern miteinander … entdecken neue Dinge … schmieden Pläne …

interessieren sich für etwas ganz anderes …

Glückliche Stunden …«

(Die Zähmung des süßen Monsters)

Jede gute Hypnose besteht aus einer Vielfalt von unterschiedlichen, wirkungsvollen Elementen, die sich, abgestimmt auf die betreffende Person, frei kombinieren lassen. Dabei offeriert die poetische Hypnose durch die ihr eigene Sprachform ihre Angebote besonders permissiv, offen, vielschichtig. Deshalb wird der Hörende, beziehungsweise der sich in Hypnose Befindende, auf ungewöhnliche Weise in ihren Bann gezogen. Er wird verführt. Verführt, sich einzulassen, um zum Beispiel auszuprobieren, wie es sich auf der Sonnenseite des Lebens spazieren lässt oder auch wahlweise an der See.

»Sind Sie auch so gerne an der See?

Viele Menschen lieben die See … mit ihren hohen Wellen …

der Brandung … der unendlichen Weite …

Gischt auf den Wangen … und Salz auf den Lippen …

Wind in den Haaren … und Meeresbrise in der Nase …

das Auge erkennt die Küstenlandschaft wieder …

die sanft geschwungenen Dünen … die endlose Fläche des Wassers …

am Himmel wilde Wolkengebilde …«

(Go with the flow)

Natürlich eröffnet auch die folgende nüchterne Variante ein Geruchserlebnis mit beruhigendem Lavendel und eine Gefühlsoase der Erdung und Stärke:

»Sie riechen den Duft von Lavendel und fühlen sich seelisch ruhig und ausgeglichen …«

Aber um wie viel intensiver erleben wir die ätherischen Öle, wenn sich diese direkt in der Nase versprühen, und um wie viel kraftvoller wird die Seele, wenn sie sich farbig ausmalt:

»In Ihrer Nase Duft von Lavendel …

in Ihrer Seele das kraftvolle Rot des Hibiskus …

das zarte Rosa des Oleanders …

das klare Weiß der frischen Zitronenblüte … und …

das geheimnisvolle Blau des Lavendels …«

(Lavendelblau)

Völlig in Ordnung ist:

»Stellen Sie sich vor zu lächeln, und spüren Sie nach, wie sich das anfühlt!«

Aber um wie viel leichter kann ein Lächeln aufblühen, wenn die Gesichtsmuskeln sich in Eigenregie aktivieren:

»Feine Impulse steuern Ihre Gesichtsmuskeln …

und diese entwerfen ein feines Lächeln … und …

dieses feine Lächeln macht sich genüsslich breit …

und wirkt bald in die Tiefe …«

Nicht schlecht ist die folgende Prophezeiung mit suggestivem Charakter:

»Sie werden nachts gut träumen und morgens frisch und erholt aufwachen …«

Doch ist die Vorstellung nicht einfach herrlich, dass schöne Träume mich schon erwarten? Dann aber nix wie ab in die Heia und schnell einschlafen!

»Schöne, gute Träume …

heiter und frei …

werden Sie erwarten …

lassen Sie am Morgen …

leicht und beschwingt …

in den jungen Tag starten …«

(Die lachenden Träume)

Auch das hört sich nicht unangenehm an:

»Sie fühlen sich ruhig und bleiben in der Zeit Ihrer Wechseljahre stabil und zuversichtlich.«

Mehr Anregung auf unbewusster Ebene gibt die poetische Version:

»Sie sind ganz in Ihrer Ruhe … und … Ihnen ist bewusst wie nie zuvor:

Ich erlaube mir, diesen Lebensabschnitt zu genießen …

und lass mich überraschen, wie …

ich bin die schöne Kriegerin …

Stabilität … Kraft … Zuversicht … sind meine drei treuen Begleiter.«

(Die schöne Kriegerin)

In Hypnose hören wir anders als im Wachbewusstsein. Worte werden direkt rezipiert und »übersetzt«. Sie gehen unter die Haut. Ja, sie werden real, zeitnah und vital:

»Ich fühle meinen Körper herrlich schweben …

und meine Seele lustvoll schwingen … denn …

ich tanze auf dem Berg … ausgelassen … heiter … frei …

die Stimmung ist wundervoll … und alles spielt sich von alleine ab …

oben auf dem Berg … und unten im Tal … in der Tiefe …

ich tanze mich fröhlich frei … und erlebe, wie herrlich anders es ist!

ich werde davon träumen … und in den Träumen lernen …

und mich in den Träumen freisprechen … freileben … und freilieben …

und es wird einfacher sein, als ich denke …

ich tanze mich einfach frei …«

(Ich tanze mich frei)

Weiter unten in diesem Text erhält das Unbewusste durch sensible Formulierung vollkommen freie Hand:

»Unten im Tal … ist mein Unbewusstes tätig … hält alte Szenen an …

spult sie zurück … spielt sie in neuer Version … in einer guten, neuen Aufführung …

… lustvoll … spannend … frei … spontan …

… löst die Nebel auf …«

(Ich tanze mich frei)

Um Hypnose zu verstehen, muss sie erfahren werden. Um Hypnosetexte wirklich zu erfassen, sollten sie im veränderten Bewusstseinszustand der Trance aufgenommen werden. So ist es von Vorteil, die Beispiele in diesem Kapitel nicht nur durch normales Lesen aufzunehmen, sondern in leichter Trance oder zumindest mit geschlossenen Augen zu vernehmen und dabei selbst zu testen, wie unterschiedlich die zwei Versionen jeweils wirken. Dafür kann man die Sätze laut sprechen und dann noch mal mit geschlossenen Augen wiederholen. Oder man lässt sich die Textstellen von einer anderen Person vorlesen. In diesem Sinne setze ich auf implizites Lernen, Lernen durch Erleben und Verinnerlichen.

Deshalb sind die Erläuterungen zum Spektrum und zur Struktur der poetischen Hypnose eher knapp gehalten, dafür aber an einer großen Anzahl an beispielhaften Textfragmenten aus den Hypnosen in Teil 3 verdeutlicht. Lassen Sie sich diese Textstellen auf der Zunge zergehen, schließen Sie die Augen, lassen sie nachklingen und genießen einfach!

Eine weitere Möglichkeit, meine in Teil 3 präsentierten Hypnosetexte intensiv zu erleben, ist das Hören der zahlreichen von mir gesprochenen und im Carl-Auer Verlag veröffentlichten CDs. (Siehe dazu die vollständige Liste im Anhang.) Diese erweisen sich nicht nur als erfolgreich in der Anwendung der Hypnose in Eigenregie, sondern bieten im Zusammenhang mit dem vorliegenden Buch reiches Lehrmaterial bezüglich der hypnotischen Sprachtechnik und Sprachgestaltung bezüglich Intonation, Sprachfluss, Sprachmelodie, Lautstärke, Timing (Pausen) und Untermalung. Bei guter Artikulation der Laute lässt sich durch ein einzelnes Wort spontan ein Gefühl oder ein Bild erzeugen. Kleines Beispiel: Wenn Sie »Luft« mit einem sehr luftigen f sprechen, ist tatsächlich ein leichter Wind zu spüren.

2 Der in Klammern angeführte Name jeweils am Ende des Auszugs verweist auf den (Haupt-)Titel des zugehörigen vollständigen Trancetexts in Teil 3.

Das Spektrum der poetischen Hypnose

Eine gute, poetische Hypnoseanleitung ist die Komposition aus 21 verschiedenen Elementen, die ich Ihnen in diesem Kapitel vor Augen führen möchte.

Malerische Namen geben der Hypnose ihr Gesicht

Hypnosen sollten ein Unikat sein, entworfen in einer einmaligen Situation mit einem und für einen einmaligen Menschen. Hypnosen mit einem individuellen Titel oder Namen bahnen sofort Assoziationen und nehmen in der Fantasie Gestalt an. Welche Bilder und Assoziationen kommen Ihnen beim Lesen folgender Titel?

Aphrodite

Eiswürfel & Wassermelone

Ein herrlich grauer Novembertag

Einfach mal chillen

Die nachtblauen Samtvorhänge

Die Insel der Selbstklarheit

Der Ressourcentank

Der Lindenbaum

Die weiße Taube

Der Schlafkokon

Die lachenden Träume

Die venezianische Maske

Paradise is now

Wie eine Möwe im Aufwind

Die Nikolaushypnose

Aufrecht wie eine Zypresse

Erdbeeren, sinnlich und süß

Das Seepferdchen

Stimmt! Sie sind auf dem richtigen Pfad!

Einprägsame Reime hallen im Gedächtnis nach

Reime wickeln ein, bleiben hängen und verselbständigen sich auf hübsch-abenteuerliche Weise. Lassen Sie sich doch mal ein wenig einwickeln!

»Die Arbeit geht gut voran …

kaum begonnen ist sie getan …«

(Das Seepferdchen – beim Zahnarzt entspannt am Strand)

»Nun … wenn Sie denn mögen, schlummern Sie selig davon …

Ihre lachenden Träume erwarten Sie schon …«

(Die lachenden Träume)

»… mit guten Träumen … die Ihren Kopf aufräumen …«

(Eine kleine Nachthypnose)

»… immer im Sinn … die schöne Kriegerin …«

(Die schöne Kriegerin)

»… im Kopf die Devise: ›Siehe … rieche … schmecke … genieße!‹«

(Zu viel Gewicht? Steig heraus!)

»Gönnen Sie sich viel Zeit …

um das Neue im Traum zu erahnen …

und so für das Morgen zu bahnen …«

(Die Giraffe)

»Und Ihr Apfel macht Sie so …

apfelmunter … apfelfroh …

apfelsatt … und apfelrund …

apfelfit … und kerngesund …«

(Die Apfelhypnose)

»Meine Seele … gelöst … und frei …

meine Stimmung … heiter … und leicht …

ich lebe mich schon ein …

in mein neues Sein …«

(Mein Körper von morgen)

»Ihr flexibles Gehirn weiß, wo es steht …

Ihr kreatives Unbewusstes weiß, wie es geht …«

(Wie eine Möwe)

»Und das, was aus dem Ruder gelaufen ist …

weil alles viel … und zu groß die Not …

das regelt sich wieder ein … kommt wieder ins Lot …«

(Rückfall? Reset in die Ressourcen!)

»Das ist die … Wassermelone … fein püriert …

in grüner Limette keck garniert …

mit frischer Minze dekoriert …

von Rosenwasser parfümiert …

und auf zerstoss’nem Eis serviert«

(Eiswürfel & Wassermelone)

Von besonderem Tiefgang sind verständlicherweise Reime, die jemand für sich selbst findet. Nach einer lebensbedrohenden Erkrankung fand ein junger Mann für seine große Reise dieses Motto:

»Ich bin nicht Eilender, sondern reisend Heilender.«

Gezielte Wiederholungen vertiefen die Trance

Wiederholungen potenzieren die suggestive Wirkung der Worte. Zum diesem Thema haben Bärbel und Walter Bongartz langjährige Forschung betrieben. Wie Ihre Studien ergaben – und in bestimmten Details die Ergebnisse anderer Studien bestätigte –, hat unter anderem das sogenannte Blending (engl. to blend, dt. »mischen«) eine wichtige Funktion. Dabei handelt es sich um leichte Veränderungen im Wortlaut der Wiederholung, die eine komplexere neuronale Verschaltung und somit tiefere Einprägung des Gesagten hervorruft (Bongartz u. Bongartz 2019).

»Und Sie empfinden auf einmal diese wunderbare Weite in den Nasengängen …

die kühle Weite im Hals … die elastische Weite in der Brust … und … sogar …

eine ruhige Weite in Ihrem Herzen … weit und frei …

vollkommen entspannt … weit und frei …«

(Golden Beach)

»Beim Einatmen tankt sich kühles Himmelsblau auf …

beim Ausatmen rauscht es erfrischend durch Ihren Körper …

… und alle Hitze fliegt hinweg …

ein … und aus … und alle Hitze fliegt hinweg …«

(Die schöne Kriegerin)

Vier Mal wiederholt im Text an unterschiedlichen Stellen:

»Schritt für Schritt nach vorne laufend … Kilo um Kilo hinter sich lassend …«

(… und eine Portion genügt!)

»Und die Luft bläst alle Anspannung hinaus … bläst Entzündung hinaus …

bläst Schwellung hinaus … bläst Beschwerden hinaus …

bei jedem Ausatmen mehr und mehr … hinaus damit!«

(Golden Beach)

Bei der zeitlichen Annäherung an den hypnotischen Zustand wird mit Worten wie bald, gleich, jetzt auf ein In-Hypnose-Gehen hingearbeitet, verbunden mit der Aussage, wofür es gut ist. Das entspricht dem Vorgehen, der Suggestion eine Bedeutung zu geben, sodass sie in der Wirkung dynamischer wird:

»Sie werden bald in eine angenehme Hypnose sinken …

… damit Ihr Zahnarzt konzentriert und zügig arbeiten kann …

Sie werden gleich in eine angenehme Hypnose sinken …

… damit Ihr Nervenkostüm sich stärkt …

Sie werden jetzt in eine angenehme Hypnose sinken …

… damit Ihre Zähne schön werden … Ihr Lächeln attraktiv … und Ihr Lachen befreit …«

Hier eine einfache Wiederholung im Rhythmus der Atmung für tiefe Beruhigung:

»Er (der Körper) schwebt dahin … und Sie mit ihm …

er schwebt dahin … und Sie mit ihm …

er schwebt dahin … und Sie mit ihm …«

(Die heilende Haut)

Auch hier ist das Ziel tiefe Ruhe:

»Sie schauen ruhig auf Ihre Schultern … und Ruhe erfüllt Ihre Schultern …

und schauen ruhig auf Ihre Brust … und Ruhe erfüllt Ihre Brust …

und schauen ruhig auf Ihre Hände … und Ruhe erfüllt Ihre Hände …

Sie schauen ruhig auf Ihren Bauch … und Ruhe erfüllt Ihren Bauch …

Sie schauen ruhig auf Ihre Hüften … und Ruhe erfüllt Ihre Hüften …

Sie schauen ruhig auf Ihre Schenkel … und Ruhe erfüllt Ihre Schenkel …

und schauen ruhig auf Ihre Füße … und Ruhe erfüllt Ihre Füße …

Sie schauen ruhig auf Ihr Herz … und Ruhe erfüllt Ihr Herz …

Sie blicken sich ruhig in die Augen … und mit Ruhe erfüllte Augen blicken Sie an …

und Sie schauen ruhig in sich hinein … und Ruhe erfüllt Ihr Sein …«

(Meine wirkliche Gestalt)

Wiederholungen, die im Text nicht direkt aufeinanderfolgen und deren Inhalt minimal verändert sind, sind wie das Hinwandern zu einem inhaltlichen Höhepunkt:

»Am Strand mit dem schönen weichen Sand …

am Strand mit dem schönen weichen Sand …

am Strand mit dem schönen weichen Heilsand …«

(Die kleine Sanitäterin)

Überraschende Wortschöpfungen fördern positive Assoziationen

Hatten Sie schon mal Lavendelblau im Gemüt? Nicht? Das müssen Sie unbedingt gleich mal ausprobieren! Natürlich in Kombination mit Lavendelduft! Schließen Sie doch kurz die Augen und lassen sich in drei Atemzügen beruhigend lavendelisieren!

»Lavendelduft in der Nase … Lavendelblau im Gemüt …«

(Lavendelblau)

Und wussten Sie schon, woher das Wort Sanitäter kommt? Karl Valentin, der immer alles so wörtlich nahm, hätte es gleich sagen können:

»Sie heilt, das sagt ja schon ihr Name ›Sani-Täterin‹,

die Gesundmacherin.«

(Die kleine Sanitäterin)

Die Lateiner unter Ihnen mögen mir bitte verzeihen!

Die »Glückspraline« macht nicht dick, nein, sie macht glücklich. Ist ja auch nur eine und nicht ‹ne ganze Schachtel. Sie verspricht pralles Glück.

Und der »Schlafkokon« spricht für sich.

Bildmalereien lösen fantastische Momente aus

Lassen Sie sich doch mal ins Museum der Romantiker entführen!

»Und Sie entdecken ihn wieder … den natürlichen … gesunden … erquickenden Schlaf …

er ist jetzt da … und reicht Ihnen im Moment wohl gerade die Hand …«

(Wie eine Feder)

»Ihre Gedanken aber bekommen Flügel …

sie steigen auf … kreisen in den Lüften …

und schreiben zehn Fragen in den Himmel«

(Meine wahre Gestalt)

»… und Sie streuen … wie Puderzucker … ein Lächeln über Ihr Gesicht …«

(Die lachenden Träume)

»… aber Sie spüren nur dieses himmlische Schweben …

Schweben wie auf Wolken … und durch Wolken hindurch …«

»Sehr schön … eins mit dir … tiefer und tiefer im Schlaf …

… gleitest du einfach dahin …

… in der Ferne das friedliche Rauschen des Waldes …«

(Das friedliche Rauschen des Waldes)

»Das hitzige Rot tauscht sich aus in warmes Orange …

das warme Orange in zitronenfarbenes Gelb …

das zitronenfarbene Gelb in frisches Türkis …

und das frische Türkis in kühlendes Hellblau …«

(Eiswürfel & Wassermelone)

»… am Himmel wilde Wolkengebilde …«

(Go with the flow)

»… und in der Hand des Herzens … der Diamant der Stärke …«

(Der Diamant der Stärke)

Verlockende Angebote laden zum Abheben, Untertauchen und Stranden ein

Lassen Sie sich doch auch mal freizügig einladen!

»Und in diesen Flugzeugen sitzen Menschen … und gucken Filme an …

oder lesen … andere sind vertieft in ein Spiel …

vielleicht auch betrachtet der eine oder andere die Wolken draußen …

und tief unter sich das Land mit den Bergen so hoch …

aber die meisten schlafen wohl …

ja, viele schlafen und träumen …«

(Wie eine Feder)

»Ein Delfin lädt Sie zum Tauchen ein … ein Manta schwebt elegant vorbei …

und auf Aufforderung machen Sie den Mund mehr auf oder mehr zu …

wie ferngesteuert arbeiten Sie mit … wie eine Puppe …

Ihre Aufmerksamkeit aber ist hier …

in der Muschel rauscht das Meer … erzählt Geschichten …

Seesterne winken mit roten Armen … das Seepferdchen frisst Gras …

Seegras … versteht sich …

… und Sie sinken in einen Traum …«

(Das Seepferdchen)

»Und auf Ihrer ›Insel der Selbstklarheit‹ … ist die Atmosphäre ein einziges Fluidum aus Licht und angenehmer Luftfeuchte … heilenden Düften und fliegenden Lüften … und einem besonderen Element, das gar nicht in Worte zu fassen ist; etwas Besonderes, das Ihre gesamte Haut von oben bis unten einhüllt … wie eine seidige, luftig-laue Tunika …

die lindert und hilft abzuheilen und zu regenerieren … bis in die Tiefe …«

(Die Insel der Selbstklarheit – klares Selbstgefühl, reine Haut)

»Ihr Auge gleitet über die weite Wasserfläche …

bis zum Horizont … und über den Horizont hinaus …

… die Zehen tauchen ein in den feinen, weißen Sand … genussvoll …

… die Hände kreisen durch sein körniges Fell … lustvoll …

… die Haare wehen im Atem des Meeres … verspielt …

… das Ohr gibt sich dem Hauch des Windes hin … verträumt …

… die Stirne erfrischt sich am kühlen Nass … froh …

… die Zunge leckt an salzbestäubten Lippen … entzückt …

… die Nase inhaliert vitalisierende Meeresbrise … intensiv …«

(Der Diamant der Stärke)

»Vergnügen Sie sich noch ein wenig auf diesem bunten Markt der Vielfalt …

die Luft voller Duft:

Limette … Basilikum … Minze … Muskat …

Vanille … Zimt … Koriander …

Kardamom … Anis … und Rosenöl …«

(Auf dem Gemüsemarkt)

»Dieses ›Zentrum der Lust‹ ist ganz fantastisch ausgestattet …

sinnenfrohe Farben: samtig-rote Himbeere, frisch-grüne Limette, tintenblaue Heidelbeere, sonnenorangene Persimone, flirrendes Gold der Sonnenstrahlen auf dem Meer … Kleckse vom frechen Rot der Mohnblume … eingebettet in schwarze Spitze …

betörender Duft: Jasmin und Rose … Kamelie und Blume der Nacht …

ein Hauch von Zimt und Nelke … eine Ahnung von Meeresalge und Moschus …

verzaubernde Stoffe wie aus ›Tausendundeine Nacht‹: verschleiernde Seide … betörende Spitze … kühlender Batist … hauchdünne Strümpfe …

Accessoires nach Lust und Laune: Perlen … Puder … Parfum…«

(Im Zentrum der Lust)

Verschmitzter Humor gewährt Abstand von Problem und Symptom

Schmunzeln in Hypnose ist ein gutes Zeichen, denn es bedeutet den Blick von anderer Ebene und vermutlich schon eine neue Erkenntnis oder zumindest die Ahnung einer solchen:

»Sie streifen herum … wo immer es Ihnen gefällt …

und vielleicht flaniert der Kopf ganz woanders als der Bauch …

der Bauch ganz woanders als der Kopf …

der Kopf chillt in romantischen Gärten …

der Bauch spaziert in lebendigen Gassen …

oder andersrum …

der Kopf schlendert abenteuerlustig auf der Promenade am Strand …

und der Bauch relaxt, faul wie ein Hund, im Sand …«

(Einfach mal chillen)

»Und wieder flanieren Gurken, Tomaten und Wassermelonen …

schöne Früchte des Feldes … in bunten Farben und gut in Form …

vielversprechend fröhlich an Ihnen vorbei …

Sie beleben Ihre Träume … und die Träume beleben Ihr Gemüt …

während Ihr Unbewusstes in der Tiefe sondiert und sortiert …

Muster erkennt … und Muster verändert …

Dinge neu regelt … und sinnvoll ergänzt …«

(Zu viel Gewicht? Steig heraus!)

»Und die Gedanken?

Sie fliegen mit den Vögeln entlang der Küstenlinie … amüsieren sich durch die Nacht … und kehren erst am Morgen zurück … aufgetankt und reich an Abenteuern … Bildern und Gefühlen … und neuen Ideen für viele andere tolle Nächte …«

(Im Zentrum der Lust)

Doppeldeutigkeiten und Anspielungen irritieren und öffnen für Neues

Eine eigentlich konservative Trancevertiefung verbunden mit Zählen kann Denkvorgänge ins Stolpern bringen. Hey, was war das?

»1 … mit sich …

2 … ganz dabei …

3 … schweben Sie frei …

4 … öffnen die Tür …

5 … zu wohligem Sein … und …

6 … kehrt wieder ein … berührt kühl die Stirn … wonnige Wärme dort, wo gewollt …

7 … in tiefer Trance … tiefer als tief … erholt!«

(Die schöne Kriegerin)

Auch das Spiel mit dem Feuer scheint nicht so eindeutig zu sein:

»Sie schauen ins Feuer … angenehm traumverloren … die Flammen spielen miteinander … lodern in die Höhe … lecken aneinander … umzingeln sich gierig … um dann wieder – wie im Schmusetanz – eng umschlungen zärtlich vor sich hinzubrennen und Wärme abzugeben … bis sich auf einmal wieder ein neues Stück Holz entflammt und leidenschaftlich eine heftige Flamme nach oben schickt …«

(Die venezianische Maske)

Eine kleine Nacht… nein, nicht Nachtmusik!

Eine kleine Nachthypnose

Und: In der Rachenhöhle? Oder doch in der Drachenhöhle?

Worte wörtlich zu nehmen verleiht Worten neuen Sinn

Im Trancezustand birgt das wörtliche Verstehen Risiken, ermöglicht aber auch den Treffer ins Schwarze. Mein griechischer Mann spricht sehr gut Deutsch. Nur manchmal schleichen sich kleine Fehler ein, wie kürzlich während eines Telefonats: Er ist in den Bergen Messeniens und ich in der Stadt mit Herz. Zwischen uns nicht nur die Alpen, sondern vor allem die Folgen eines verheerenden Virus, denn wir sind im März 2020. Er beteuert, wie sehr er mich vermisse, und ich schwebe auf »Sehnsuchtswolke sieben«, bis ich hochschrecke: »… wenigstens bin ich gut mit Kaffee zugedeckt.« – Der stillt seine Sehnsucht mit Kaffeebohnen?

Das wörtliche Auffassen in Trance hat so seine Tücken. Sich »die Zeit um die Ohren zu schlagen« kann die Frage aufwerfen, ob das schmerzhaft sei. Auch »Wurzeln schlagen« kann in die falsche Richtung gehen. Mit Bedacht eingesetzt, ist die bewusste Nutzung des Phänomens des wörtlichen Verstehens sehr effektiv und lässt glaubhaft werden, dass ein Kostüm seine Nerven wiederfindet, Mantelstoff aus Zuversicht gewebt ist, Zähne vor Glück strahlen, bei jedem Schritt nach vorne überflüssige Kilos purzeln und eine Person aus der Waagerechten wieder in die Senkrechte gelangt, wie mit den folgenden suggestiven Ansagen:

»Sie sind in der Lage, sich selbst ins Lot zu bringen …«

(Der innere Diamant)

»Das Nervenkostüm findet seine verloren geglaubten Nerven wieder …«

(Entspannende Ruhe … klare Kühle … ruhiger Herzschlag … sichere Gefühle)

»Tränen trocknen im Wind … gelassene Zuversicht hüllt Sie wie ein Mantel ein …«

(Go with the flow)

»Und wieder erklingt: ›Ich bin willkommen hier … willkommen in mir!‹

Alles wird gut … Ihr Körper wird in tief gelösten Schlaf zurückfinden …

Ihre Zähne werden gesund und schön bleiben … und einfach glücklich sein …«

(Wer seiner Kraft vertraut, braucht nicht verbissen zu sein)

Und so kann man in Trance, mit der ihr eigenen Logik, buchstäblich über den eigenen Schatten springen.

Entlastende Stellvertreter regen zur Identifizierung an 3

Wir sehen die Surfer und surfen spontan selbst dahin, genießen die sanften Wellen oder das Getragenwerden in der Luft, erleben die Veränderung der inneren Nebellandschaft, wenn wir in Trance hören:

»… und siehst die Surfer … die auf den Wellen dahingleiten … mal ins Wasser plumpsen … und dann wieder hochklettern auf ihr Board … um neu loszulegen …«

(Golden Beach)

»Zart wie eine Vogelfeder liegt ein Birkenblatt auf dem Wasser …

wiegt sich auf den Wellen … und scheint dies richtig zu genießen …«

(Aphrodite)

»Noch halten Sie sie in der Hand …

fühlen sie warm und mit lebendig pochendem Herzen …

Dann lassen Sie sie ihre schönen Flügel ausbreiten … und sich in die Luft erheben …

zu ihrer großen Freude …

und es ist nicht nur ein Schubs … es ist ein Start …

die Flügel ausbreiten und abheben … die Sonne auf dem Gefieder spüren …

die Taube liebt das Getragenwerden in der Luft …

sie genießt die Sonne auf ihrem Gefieder …

sie genießt die Sonne auf ihrem Körper … und ihr Körper wird sich kräftigen …

er wird tanzen … und lieben … und laufen … und lachen …

tanzen … lieben … laufen … lachen … heiter und frei …«

(Die weiße Taube, Sie-Form)

Verspielte Übertreibungen distanzieren

Aversion in Reinkultur. Bei so schön fiesen Bildern ist schon manchem schlecht geworden. Sorry! Aber manchmal hilft es, zumal wenn diese Neonzuckerwabbelungeheuer in Trance erlebt werden. Probieren Sie mal Die Sandburg aus!

»Und dann erst die Nachspeisen!

Riesige Becher voll glimmernder Eiscreme mit stark gezuckerter Sahne frisch aus der Spraydose … ein ungeheuer wabbelnder Wabbelpudding … marmeladig gefüllte fette Krapfen mit dick Zuckerguss … Cremetorten mit riesigen Aufbauten … rosa Waffeln in grüner Schokolade … Zuckerwatte, aufgequollen wie Unwetterwolken … quietschsüße Limo in grellen Neonfarben …

Lutscher und Lollies … Schokoriegel mit wenig gutem Kakao, aber viel künstlicher Pulvermilch … Fruchtgummikrokodile mit weit aufgerissenen Schlünden …

Ein moppeliges Wesen mampft da schon eifrig vor sich hin und schlingt ächzend in sich hinein … scheinbar ohne Genuss … eher wie mit Verdruss …«

(Die Sandburg – Lust an Spiel und Spaß)

Natürlich braucht es nach so viel Satire eine gute Auflösung:

»So läufst du schnurstracks an der übervollen, vor Fett triefenden und in Zuckerguss getunkten Essenstafel vorbei, um dich wirklich zu amüsieren …

du spielst mit Wellen und Sand … Muscheln und Steinen … und baust eine tolle Sandburg … die Burg deiner heimlichen Wünsche …

mit Türmen … und Brücken … Terrassen …

und schönen großen Räumen …

und kleinen Plätzen zum Verstecken …

und Träumen …«

(Die Sandburg – Lust an Spiel und Spaß)

Das direkte Du fordert zum liebevollen Selbstgespräch auf

Siezen wir eine Person außerhalb der Hypnose, tun wir das konsequent auch innerhalb. Außer wir möchten ihr etwas explizit sehr nahebringen:

»Und vielleicht … während ich jetzt schweige … mögen Sie sich im Stillen sagen:

›Geh die Dinge in Ruhe an, gönn dir Zeit!‹

›Steh zu dir!‹

›Erlaube dir …!‹

›Lass es endlich gut sein!‹

›Schau auf dich!‹«

Körpernahe Texte in Ich-Form sind näher dran

Texte in Ich-Form sind wie innere Dialoge, hier wohlgemerkt mit positivem, supportivem Inhalt. Eine Möglichkeit ist, mitten in der Hypnose einen Teil einzubauen mit Worten, die der Klient oder Patient in dem Moment zu sich selbst sagen kann.

»Und Sie wissen auf einmal intuitiv:

›Je mehr ich brauche, umso mehr ist für mich da!‹

Und tief im Inneren wissen Sie:

›Mein Lebensabschnitt jetzt bietet die Phase des ruhigen Glücks …

mit interessanten Menschen, mit denen ich mich interessant fühle …

mit wertvollen Menschen, mit denen ich mich wertvoll fühle …

klugen Menschen, mit denen ich mich klug fühle …

begeisterungsfähigen Menschen, mit denen ich mich begeisterungsfähig fühle …

mit liebenswerten Menschen, mit denen ich mich liebenswert fühle …‹«

(Ein herrlich grauer Novembertag)

Die Einführung einer ganzen Tranceanleitung in Ich-Form könnte zu Beginn so formuliert werden:

»Diese Hypnoseanleitung ist in der Ich-Form gesprochen.

Vielleicht gefällt Ihnen das, weil es damit lebendiger ist und intensiver wirkt.

Sie können die Worte, Bilder und Gefühle sozusagen …

eins zu eins auf sich übertragen.«

(Mein Körper von morgen)

Vor allem für die Selbsthypnose ist die Ich-Form ideal:

»Schritt für Schritt bin ich vorwärtsgegangen …

von Anbeginn des Lebens … unbeirrt …

mit festem Glauben in mich … Schritt für Schritt vorwärts …

ich habe keine Mühe gescheut … immer weiter bergauf … weiter und weiter hoch …

geleitet von einer Vision … immer weiter … egal, was um mich herum war …

Schritt für Schritt hinauf … unermüdlich … den Blick nach vorne gerichtet …

mit ungeheurer Lebenskraft … immer höher …

… und jetzt … endlich … hoch auf dem Berg ….

auf dem Gipfel des Berges … lasse ich sie endlich fliegen …«

(Die weiße Taube)

Die Ich-Form spricht aus der inneren Mitte:

»Ich bin am Strand im feinen, weichen Sand …«

Poetische Suggestionen sind verheißungsvolle Angebote

Die besten Suggestionen sind die nonverbalen: ein Kopfnicken, die besondere Betonung eines Wortes, ein aufmunterndes Lächeln oder auch ein bedeutungsvolles beziehungsweise gewährendes Schweigen. Wollen wir Suggestionen in klare Worte packen, sprechen wir sie am besten im dritten Drittel der Hypnose aus, wenn die Trance am tiefsten ist und die Aufnahmebereitschaft am höchsten. Muten die suggestiven Angebote dann noch an wie selbst gewählt und nur vom Therapeuten in Worte gefasst, kommen sie wie Geschenke an sich selbst daher. Obwohl verpackt, sind sie in der Wirkung eindeutig direktiv und unwiderstehlich. Solche Suggestionen verheißen Angenehmes und werden leicht absorbiert.

Deutlich, fast expressionistisch, weil lebensnotwendig: »Eine Portion genügt!« und »Sie setzen auf die Wirkung!«

»Und Ihnen wird deutlich und klar: Eine Portion genügt!!«

(… und eine Portion genügt!)

»Sie haben die Kompetenz dazu und den unbeugsamen Willen.

Und Sie nutzen die Wirkung …

Nebenwirkung ist unwichtig … unbedeutend … Nebensache …

Sie setzen auf die heilsame Wirkung!«

(Kraftort Portovenere)

Unerschütterlich:

»Sie gehen Ihren Weg unbeschadet durch alles hindurch …

in Ihre Zukunft … unbeirrt … zuversichtlich … stabil …

immer präsent das sichere Gefühl, dass alles gut wird …

der Glaube, fest wie ein Fels, dass Ihnen die Zukunft gehört …

die Zuversicht, unerschütterlich, dass Sie Ihren Weg gehen …

der ganz anders sein kann … als der der anderen …«

(Mit unbeirrbarem Glauben)

Zurückgelehnt geht es dagegen beim Zahnarzt zu, denn der ist es ja, der arbeiten muss:

»Sobald Sie die Praxis betreten, sind Sie die Ruhe in Person …

kaum lehnen Sie sich auf der Strandliege zurück …

sinken Sie in Hypnose … sind am Strand …«

(Das Seepferdchen)

Abnehmen? Bitte kein Stress, kein Frust! Aber Leichtigkeit und Lust!

»Sie gehen die Dinge mit Leichtigkeit an …

Sie führen mit Lust Regie bei Ihrem Projekt …

Sie blenden aus, was ihm nicht dient …

Sie beherzigen, was es gelingen lässt!«

(Beschwingt)

Klare Suggestionen werden leicht verinnerlicht, wenn sie in komplexen Wiederholungen versteckt sind:

»Wird es so sein … dass ich vergesse zu essen?

Essen einfach vergessen?

Werde ich Speisen, die schwer sind und dick machen …

auf einmal fad finden und nicht mehr mögen?

Einen neuen Pfad finden?

Werde ich zu wenig Geduld haben für große und schwere Mahlzeiten, weil sie mich abhalten, Dinge zu tun … die attraktiver sind?

Attraktive Dinge tun?

Was werde ich sonst noch tun, um meine Gestalt zu befreien …

damit sie so wird, wie sie wirklich ist? Werde ich endlich ein altes Thema abschließen und mich frei für neue Erfahrungen machen?

Altes abschließen und frei für Neues werden?«

(Meine wahre Gestalt)

Metaphern spazieren frohgemut durch die Hintertür direkt ins Gemüt

Mit dem Angebot der breiten Identifikationsfläche vollzieht sich Veränderung unbemerkt in der Stille:

»Als unser Bäumchen größer wurde, bemerkte es,

dass es in einem Park aufwuchs,

der nach ganz bestimmten Regeln geordnet und gepflegt wurde und in dem es nicht einfach so draufloswachsen konnte,

sondern in dem es lebensnotwendig war,

sich in bestimmte Formen, Muster und Strukturen einzufügen.

Es war auch nicht erlaubt,

dass Vögel einfach nach Belieben in ihm Nester bauen durften oder dass seine Äste im Herbst die bunten Drachen der Kinder einfingen.

Auch durfte es sich nicht in die Richtung ausbreiten,

wo die Sonne am wärmsten und wohligsten schien.

Es sollte für die Belange von anderen gefällig sein.«

(Der Baum, der weinte)

»Ich weiß nicht, ob Sie einen Garten haben und ob in diesem Garten Maulwürfe, die ihre berühmten Erdhaufen machen, leben oder ob sogar manchmal Wildschweine hereintoben. Diese wilden Kerle, die die Grasnarbe hochheben, alles durchpflügen und unansehnlich machen, weil sie nach etwas Bestimmtem suchen, was sie vielleicht gar nicht finden. Und nachher sieht das ganze Grundstück zerfurcht aus, abgedeckt, bloßgelegt, die empfindlichen Wurzeln dem Frost ausgesetzt …«

(Die heilende Haut)

Märchenhafte Szenen auch für Große

… auch für solche mit Arthrose. Da kommt zum Beispiel die liebenswerte Frau Holle zum Einsatz:

»So können auch diese kleinen Kissen zwischen den Wirbelkörpern aufatmen und bald wieder so wunderbar abfedern … aufgeschüttelt wie die Kissen von Frau Holle … die schüttelt seit Märchenzeiten lachend die Kissen auf, dass die Federn fliegen … so leicht und frei … und die Kissen sind wieder luftig und aufgeplustert und federn elastisch ab … mit genau der gewissen Portion Flüssigkeit und der nötigen Portion Halt gebender Strukturen …«

(Sonnenwarmes Moorbad für Rücken und Gelenke)

Hier entdeckt das Auge die wahre eigene Schönheit:

»… all das Zuviel an Ihrem Körper wird durchsichtig wie Wasser …

all die Speckpolster und -pölsterchen … durchsichtig wie Wasser …

all die Speckrollen und -röllchen … durchsichtig wie Wasser …

Sie sehen durch all das hindurch …

und … Sie erspähen es erst vage …

nehmen aber bald … immer klarer …

das bisher Verborgene wahr … ja, tatsächlich …

Sie entdecken die wahre Gestalt, die sich in Ihrem Körper verbirgt …

Sie erkennen Ihre Silhouette … die klaren Formen … die geschwungenen Linien …«

(Meine wahre Gestalt)

Und der Wanderer im nächtlichen Wald versteht, dass er nirgendwo sicherer ist als hier:

»Zauber des nächtlichen Waldes … das Moos duftet … die Tiere schlafen … die Häschen … die Rehe, eingekuschelt in ihrer Mulde … alles friedvoll … feines Rauschen …

Du bist der einzig Wache hier … und ganz im Vertrauen öffne all deine Sinne!

Du fühlst dich so sicher … und bist so froh, dass du jetzt hier in der Nacht im Wald bist … und nicht irgendwo … in ‹nem Stadtviertel, wo der Bär tobt … nein, du bist bei den ruhig schlafenden Tieren … und wanderst da durch … sehr achtsam, um sie nicht zu wecken … und genießt es richtig …«

(Im Zauberwald bei Nacht – Licht ins Dunkel bringen)

Erst die Tagesreste versorgen, dann selig einschlummern:

»Und jetzt packen Sie alles, was Ihren Schlaf stört, in die jeweils passende Blüte …

wie in ein Körbchen …

die Sorgen … vielleicht in rote Blüten?

Die Gedanken … in violette?

Die Bilder … in eine blaue?

Den Ärger … in eine gelbe?

Die Frage … in eine weiße?

Alles in seine passende Blüte … und Sie verschließen jede umsichtig …«

(Sieben Schritte in tiefen Schlaf)

Und manches gelingt besser ohne bewusste Mitarbeit:

»Goldwarm sinkt der Sonnenball … sinkt und sinkt … wird dabei immer größer … ein Schauspiel … nur für Sie …

Goldfarben ergießt sich ein glitzernder Teppich aus Licht übers Meer … einladend … verlockend zum Träumen … zum Schweben … und Tanzen mit quirligen Sonnenreflexen …

Und unbemerkt und leise machen die Gedanken sich auf die Reise … sie wollen mehr erleben … Neues erfahren … sie schwingen sich auf … jagen ausgelassen den Küstenvögeln nach … und fliegen vergnügt mit ihnen die Küstenlinie entlang … weiter Richtung Westen … um das Abendrot noch lange zu genießen …. und … Sie für Ihre Erlebnisse vollkommen in Ruhe zu lassen … auch weil ihnen das Fliegen so viel mehr gefällt … die Leichtigkeit … das Abenteuer … die Weite …«

(Im Zentrum der Lust)

Poetische Hypnose – große Chance für kleine Ich-Anteile

Hypnose erleichtert auf schönste Weise eine positive innere Neuorganisation. Wenn es um ungezogene, zerstörerische oder ängstliche Seiten in uns geht, wie das Süßigkeitenmonster, können wir diese Anteile betrachten, mit ihnen verhandeln, eine gute Fee engagieren und uns gemeinsam in die Hypnoseschaukel legen. Innere Teufel werden auf einmal zahm, zahme kleine Teufelchen, die die Ohren anlegen und Pfötchen geben. Sie erhalten neue Chancen, verlieren ihre Bedrohlichkeit, und reifen manchmal sogar noch nach:

»Aber in mir wohnt leider ein kleines Monster, das ist oft bockig und trotzig und kräht: ›Das gönne ich mir jetzt aber … das hab ich mir aber verdient … ich hab doch so ’n Stress … ist eh alles egal … ich geh jetzt in den Laden und kauf ‹nen Haufen Süßes!‹

Das kleine Monster will alles ›jetzt‹ … es will alles ›sofort‹ … boxt es durch … kann nicht warten … und dann? Es schlingt alles runter … huppsdiwupps … und … ? … schon ist der Spaß vorbei … und schlechte Laune hoch drei …

Puuuh! Das kleine Monster hat oft Macht über mich … und das finde ich gar nicht gut …

Aber auch mein kleines Monster weiß, dass es neben Süßigkeiten viele andere schöne Dinge im Leben gibt … und wenn ich jetzt in Hypnose sinke … sinkt es auch in angenehmes Sein … es kann nicht anders … mit tiefen Atemzügen … und ruhigen Herzschlägen …

Mein kleines Monster kuschelt gerne mit mir … und deshalb lehne ich mich jetzt einfach zurück … und mit einem Aufatmen … und einem Seufzer … sinken wir ein in süßes Sein … ich zähle nur bis drei … und schon sind wir in der Hypnoseschaukel

… 1 … 2 … 3 …«

(Die Zähmung des süßen Monsters)

Und das freche Ding, das es endlich mal wissen will? Wir schicken es in ein Abenteuer, während wir selbst gemütlich am Kaminfeuer sitzen, die Schenkel leicht geöffnet …:

»Schön gekleidet in zarte Seide … schwarze Spitze … zärtlichen Samt … erotisch … sinnlich … beobachtet die kleine Marilyn hinter der venezianischen Maske das geheimnisvolle Treiben … und was sie sieht, lockt Gefühle hervor … in den Fingerspitzen … in den Zehen … es kribbelt … wird warm … auch in den Händen … und in den Füßen … und irgendwann fängt es an zu fließen …

Das Sexy-Ich, die kleine Marylin, hört Flüstern … Lachen … Glucksen …

Laute neckischer Küsse … sinnlicher Küsse …

Laute des Frohsinns und der Lust … Laute der Liebe …

Mit dem Abstand hinter der Maske … ist sie leicht irritiert …

irritiert auf angenehme Art und Weise … überrascht …«

(Die venezianische Maske)

Zaubereien zähmen Monster …

… so geht es mit dem Monster weiter. Die innere Instanz der guten Fee kennt sich aus. Sie besänftigt und beruhigt das kleine Monster. Die Essattacke löst sich in ein wunderbares Nichts auf. Die Schlacht ist gewonnen, der erste Schritt getan.

»So macht die gute Fee mit ihrem feinen, zarten Gewand ›Psst! … gib Ruhe mein Kleiner … ich zaubere für dich!‹

Und die Fee bezaubert das Monster mit lustigen Zaubertricks … sie lässt etwas verschwinden … holt etwas hervor … taucht das Zimmer in magisches Licht … erfüllt es mit Musik … und dem Duft von Maiglöckchen … und versetzt in Staunen …«

(Die Zähmung des süßen Monsters)

Wer braucht sie nicht ab und an, die unsichtbare, aber wehrhafte Schutzhülle?

»Und wenn Sie dieses Gebilde vorsichtig von innen mit den Fingerspitzen berühren …

fühlt es sich samtig-zart an … wie ein Blütenblatt … einer Rose …

von außen aber ist es robust und fest … so prallt ab, was nicht gut ist …

prallt zurück …

Und wenn es notwendig ist, ist Ihre Schutzhülle wehrhaft …

blitzartig kann sie Krallen ausfahren … wie eine wütende Katze … Krallen aus Licht … Miniblitze … weisen zurück … halten ab … verteidigen Sie wehrhaft …«

(Die Schutzhülle)

Liebevolle Selbstakzeptanz bahnt unbewusste Arbeit

Dies geschieht durch innere Wertschätzung. So können im hypnotischen Zustand tiefe, oft unausgesprochene Wünsche behutsam erfüllt werden:

»Sie atmen ruhig und tief … und beim Ausatmen nennen Sie Ihren Namen …

den Namen, den Sie für sich mögen … vielleicht sogar Ihren Kosenamen …

oder einen Wunschnamen …

bei jedem Ausatmen … immer, wenn die Luft gleichmäßig hinausströmt, nennen Sie sich beim Namen … liebevoll …

wertschätzend … jetzt!«

(Wie eine Feder)

»Alles um Sie herum unwichtig … die Sicherheit des Lebens ist da …

alles ist für Sie da … und mit allem Recht erlauben Sie sich Ihren Schlaf …

gönnen ihn sich, tiefer als tief … einfach wegdriften … und erholen …

tiefer als tief … in wunderbar wohltuendem Sein …«

(Wie eine Feder)

»Ich verspüre die innere Kraft, die in mir strömt und mir hilft, leichter auf mich zu schauen und Stress besser abzuwehren …

ich verspüre die innere Liebe, die in mir strömt und mir hilft, mich auf reifere Art zu verwöhnen …«

(Mein Körper von morgen)

»Ich gehe gut mit mir um … ich spreche liebevoll mit mir …

ich ermuntere mich … und spiele in dieser fröhlichen Art, die mir eigen ist …

und meinem Temperament entspricht …«

(Die weiße Taube)

»… ich traue mich, denn ich habe Vertrauen in mich …«

(Fruchtstärke)

Verträumte Fragen wollen keine Antwort

Diese Fragen zielen nicht auf eine Antwort. Sie übermitteln eine Botschaft. Die Frage »Wie wird es mir gelingen?« stellt als gegeben hin, dass es gelingen wird. Es geht nur um das Wie:

»Wie wird es mir gelingen, aus meinem Körper von heute meine wirkliche Gestalt …

die besondere Form und meine verborgene Schönheit herauszuschälen …

herauszumodellieren wie ein Bildhauer?«

(Meine wahre Gestalt)

Und hier gibt es einen Weg, und wirklich, trotz unguter Prognose, gibt es ein neues Leben:

»Welches ist Ihr erfolgreicher Weg … in Regeneration und Kräftigung … ?

Wie ist Ihr erfolgreicher Weg … andere in Erstaunen zu versetzen … ?

Wo ist Ihr erfolgreicher Weg … in die Genesung … ?

Und der Geist … ohne bewusstes Wissen …

forscht … unablässig … feinfühlig …

und findet genau heraus:

Wo sind die Verbindungen … die Brücken und Wege …

in die Zukunft … eine lebendige … Zukunft …?

In ein neues Leben!«

(Mit unbeirrbarem Glauben)

Magische Momente faszinieren

»Eine Möwe fliegt über das weite Meer …

und am Horizont zieht ein Segelschiff mit strahlend weißen Segeln vorüber …

gemeinsam wirken sie wie ein Versprechen …«

(Die kleine Sanitäterin)

Weißes schwebt anmutig über blaue Weite, Weißes segelt am weiten, blauen Horizont dahin. In Hypnose aufgenommen und in innere Bilder umgesetzt, mag diese Farbkomposition tiefe innere Ruhe auslösen und sich auf magische Weise einprägen, zudem noch gekoppelt mit einem verheißungsvollen Versprechen. In diesem Fall das der Gesundung der kleinen Valentina.

Wasserseide klärt die Haut:

»Berühren Sie doch mal vorsichtig den glitzernden Vorhang aus Wasser mit den Fingerspitzen! … Betasten Sie das sprühende Nass!

Gleiten die Finger durch das fallende Wasser nicht wie durch feine Seide?

So schön … so weich …

diese wassergetränkten Perlen, die in der Sonne funkeln …

wie verzaubert … ?«

(Träum dich schön!)

Sterne rieseln Silberstaub:

»Und solange es notwendig ist, lassen Ihre Sterne nachts im Schlaf feinen Silberstaub herniederrieseln. Es fühlt sich an wie eine zarte Berührung, ein leichtes Kitzeln. Dabei passiert immer ein kleines Wunder.

Es löst sich Altes, Untaugliches, und Neues erhält Raum.«

(Sternbild)

Schokolade umschmeichelt Gelenke:

»Das Moorwasser mit seinen Mineralien trägt dich …

meine Stimme trägt dich … dein Atem trägt dich …

und du bewegst dich in weichen Bewegungen durch die schokoladige Masse …

fühlst die feinen Substanzen der Natur direkt auf deinem Körper …

die feinen Fasern des Torfes streifen dich … streicheln dich …

und du weißt: ›Hier im Schoß von Mutter Erde bin ich für meine Heilung richtig!‹«

(Sonnenwarmes Moorbad für Rücken und Gelenke)

Während in der Blauen Grotte das einzigartige Echo den heilsamen Ton angibt:

»Und wenn du deinen Namen rufst, dann bringt das Echo ihn zurück …

mit einem wunderbaren Klang …

so klar und rein … wie ein besonderer Gesang …«

(Die Blaue Grotte)

Und das Reh hinterlässt geheimnisvolle Zeichen im weichen Waldboden:

»… und wieder tritt das Reh aus dem Wald hervor, den Kopf erhoben wittert es und schaut Sie ruhig an … es streift sehr dicht und zutraulich an Ihnen vorbei … fast können Sie sein samtiges Fell berühren … den warmen, lebensvollen Atem spüren, der aus seinem Windfang (seinen Nasenlöchern) strömt … es schreitet anmutig über die Lichtung … verschwindet wieder im Dickicht … und hinterlässt im weichen Boden des Waldes nur die Trittsiegel seiner schmalen Schalen (Hufe) … gleich einer Botschaft an Sie …«

(Das Reh des Unbewussten – romantische Heiltrance)

3 Für die Beschreibung der Stellvertretertechnik siehe Bongartz u. Bongartz (1998, S. 193 ff.).

Die Struktur der Hypnose, poetisch angereichert

In diesem Kapitel wird die Gestaltung einer Hypnoseanleitung in den folgenden 13 Schritten chronologisch aufgezeigt und wiederum anhand von Textbeispielen illustriert:

• Schritt 1:Persönliche Anrede und Eröffnung des hypnotischen Raumes

• Schritt 2:Benennung der Zielsetzung, der Aufgabe oder des Themas der Hypnose

• Schritt 3:Erwecken von Neugierde und Hoffnung, was Hypnose bewirken kann

• Schritt 4:Induktion – Die Einladung auf die Trancebühne

• Schritt 5:Dissoziation, vor allem aber Assoziation

• Schritt 6:Positive Altersregression

• Schritt 7:Erleben von Ressourcen und Stärken

• Schritt 8:Utilisation, die Nutzung der Trance

• Schritt 9:Altersprogression, der Sprung in die Zukunft

• Schritt 10: Suggestion und posthypnotische Suggestion

• Schritt 11: Abrundung und Vertiefung der Hypnose – Die Integrationsphase

• Schritt 12: Hochwirksame Abschlusssuggestion mit Depotwirkung

• Schritt 13: Chronologische Abfolge einer Textreihe im Laufe einer längeren Therapie

Schritt 1: Persönliche Anrede und Eröffnung des hypnotischen Raumes

»Liebe Valentina, jetzt machen wir eine schöne Hypnose für dich, damit es dir und deinem Darm besser geht!«

»Lieber Herr Überflieger, diese Hypnose wird Sie sicher durch Ihre Prüfung begleiten!«

Die persönliche Anrede am Anfang der offiziellen Trance wird sehr geschätzt, bedeutet sie doch: Diese Hypnose gilt ausschließlich mir, ist abgestimmt auf mich. Gleichzeitig wird der hypnotische Raum eröffnet und auf die Trancebühne eingeladen, was bedeutet: Diese Situation ist Hypnose. Allein die Definition der Situation als Hypnose wirkt wie eine Tatsache. Hypnotische Reaktionen erfolgen zügig, und willkommene hypnotische Phänomene treten leicht zutage.

Wenn wir Therapeuten in diesem Moment unsere Atmung beruhigen, uns zurücklehnen und unsere Stimme verändern, ist in Sekundenschnelle eine atmosphärische Veränderung im Raum, die den Übertritt in einen anderen Bewusstseinszustand ermöglicht. Nach Jeff Zeig (2015, S. 131) soll Erickson in dem Moment, wenn er mit der Hypnose begann, nach unten geguckt und Richtung Boden gesprochen, und damit den Eindruck erweckt haben, als käme seine Stimme von überall her. Tatsächlich ist besonders das Spiel mit der Stimme ein machtvolles Instrument in der Hypnose. Die Situation wird als hypnotisch wahrgenommen.

Schritt 2: Benennung der Zielsetzung, der Aufgabe oder des Themas der Hypnose

Ein einleitender Satz oder Prolog informiert kurz und benennt klar und deutlich die Aufgabe der Hypnose, wie die folgenden Beispiele zu den Themen zeigen, die den Auszügen jeweils vorangestellt sind.

•Ausgeglichenheit und Standfestigkeit im Klimakterium:

»In dieser Hypnose werden Sie erleben, wie es Ihnen dank Ihrer Fantasie und Vorstellungskraft … aber vor allem unbewusster Vorgänge …

gelingt, sich besser zu fühlen … wieder ins Lot zu kommen … und in Ihre Stärke …«

(Die schöne Kriegerin)

•Selbstachtung … Selbstwert … Selbstbewusstsein … Lebensfreude … im Nikolaussack:

»Heute ist der 6. Dezember, und der verspricht die …

Nikolaushypnose …«

• Freies Durchatmen bei chronischer Sinusitis, allergischem Asthma, Pollenallergie:

»Jetzt werden Sie eine wunderbare Hypnose erleben, damit sich Ihre Atemwege klären, Ihre Schleimhäute beruhigen und die Atemmuskeln entspannen.

Sie werden danach besser Luft holen, freier und leichter durchatmen können …

und sich insgesamt wohler fühlen.«

(Golden Beach)

•Heilsamer Abstand zwischen Kopf und Bauch bei Colon irritabile:

»Eine wundervolle Hypnose für Sie … für Ihren Kopf … Ihren Bauch …

und im Besonderen für Ihren Darm …«

(Einfach mal chillen)

•Beim Zahnarzt entspannt am Strand:

»Sie wünschen sich, dass es Ihnen vor, während und auch nach der Behandlung beim Zahnarzt gut geht. Dafür machen wir jetzt eine schöne Hypnose mit auf Sie abgestimmten Suggestionen.«

(Lavendelblau)

•Begegnung eines Rückfalls, ausgelöst durch aktuelle Probleme, Konflikte, Belastungen:

»Sie durchleben momentan eine Zeit der großen Belastung …

der großen Herausforderung und der großen Gefühle …

und da ist es wichtig, dass sich das Symptom schnell wieder auflöst …

Ihr System sich beruhigt … und Sie wieder stabil werden …«

(Rückfall? Reset in die Ressourcen!)

•Hypnotische Abkühlung klimakterischer Hitzewallungen:

»In dieser Hypnose lernen Sie, sich selbst so zu beeinflussen, dass Sie sich sowohl psychisch entspannter und stabiler als auch körperlich ausgeglichener und wohler fühlen. Sie werden die Hitzewallungen reduzieren, weil Sie dank Ihrer Vorstellungskraft und hypnotischer Phänomene Ihre Körpertemperatur selbst herunterkühlen, bis es angenehm für Sie ist.«

(Eisblumen)

• Gewichtsabnahme:

»Sie haben den großen Wunsch, überflüssiges Gewicht zu verlieren …

und … Wünsche sind dafür da, erfüllt zu werden …

und … der erste Schritt dahin ist die … Apfelhypnose …«

(Die Apfelhypnose)

•Nebenwirkungen der Chemotherapie im Positiven beeinflussen:

»Jetzt kommt der Frühling, die Sonne scheint kräftiger, die ersten grünen Blättchen zeigen sich, die Vögel zwitschern und fangen an, ihre Nester zu bauen. Es riecht nach frischer Erde, und da ist es doch nur folgerichtig, dass es Ihnen besser gehen sollte, wo Sie doch so viel überwunden haben und das Erwachen des neuen Lebens in sich mehr und mehr wahrnehmen können.«

(Die heilende Haut)

•Guter Schlaf mit schönen Träumen:

»Gute, schöne und heitere Träume können uns bereichern und beflügeln. Schlechte Träume und Albträume dagegen können unseren Schlaf empfindlich stören und den kommenden Tag beeinträchtigen. In Hypnose ist es aber möglich, unser Traumgeschehen positiv zu beeinflussen, ja, wir können heitere, schöne und sogar wegweisende Träume anregen …

So lehnen Sie sich einfach genüsslich zurück und schließen die Augen, falls Sie sie nicht schon geschlossen haben.«

(Die lachenden Träume)

•Unterstützung körperlicher Heilung:

»Dies ist Ihre hochwirksame Doppelhypnose für Loslassen und Neuorientierung … Wanderung durch den Körper und heilsame Begegnung … Sie liegen da … Sie atmen ruhig und sind offen dafür, dass sich ereignet, was sich ereignen soll, weil es für Sie gut ist …

und es ist gut, weil es sich unbewusst ereignet.«

(Das Reh des Unbewussten – romantische Heiltrance)

•Stimmungsaufhellung:

»An einem herrlich grauen Novembertag ist es draußen ungemütlich … kalt … stürmt und regnet … genau richtig, um es sich im Haus gemütlich zu machen …

Eine Kerze brennt … und Sie schauen in die Flamme der Kerze …

Ihre momentanen Gedanken und Gefühle sind Basis für diese Hypnose …

stimmen auf Ihr Thema ein … sind Voraussetzung für Veränderung …«

(Ein herrlich grauer Novembertag)

Schritt 3: Erwecken von Neugierde und Hoffnung, was die Hypnose bewirken kann

Das Ankündigen schöner Überraschungen und das Säen guter Ideen leiten auf angenehmste Weise die Hypnose ein:

»Hypnose ist ein schöner Zustand …

in dem wir uns wohlig getragen fühlen …

in Hypnose sind wir unseren Stärken ganz nah …

wir empfinden glasklare Kontrolle über unser Sein …

so stellen Sie sich jetzt auf Genießen ein!«

(Hypnoseperlen – Hypnose spielend lernen)

»Denn wenn Sie die Augen geschlossen haben … und sich zurücklehnen …

und mir zuhören … können Sie auf besondere Art und Weise …

interessante Dinge erleben:

tiefe Ruhe … großes Behagen … schöne Bilder … gute Gefühle …

neue Sichtweisen … und erstaunliche Erfahrungen …

einfach schön!«

(Die goldfarbene Wolke)

Schritt 4: Induktion – Die Einladung auf die Trancebühne

Abgesehen davon, dass der hypnotische Prozess schon beginnt, sobald der Klient oder Patient mit dem Therapeuten zusammentrifft, ermöglicht die literarische Sprache, sich die traditionelle, langweilige Induktionstechnik über Fokussierung der Aufmerksamkeit, Zählen, Atemtechnik und gängige Suggestionen zu sparen. Angebote, die schmunzeln lassen, erlauben, der Kontrolle über sich immer gewahr zu sein und auf selbst gewählte Weise den Trancezustand zu vertiefen. So treten leicht hypnotische Phänomene auf, verbunden mit lebendigen Bildern und eventuell starken Gefühlen:

»Und nun liegen Sie ganz entspannt … sehr schön …

und Sie brauchen nichts mehr zu tun … und nichts mehr zu verstehen …

nichts muss … alles kann …

denn in Hypnose zu gehen ist wie weg vom Alltag zu sein …

keine Verpflichtungen … einfach Urlaub … egal wo …

am Meer … auf einer Insel … auf einem anderen Stern …

einfach sein … und genießen …«

(Die nachtblauen Samtvorhänge)

»Sie sind gemütlich zurückgelehnt … schmunzeln leicht …

die beste Voraussetzung für Hypnose …

für die besondere Hypnose heute …

Sie atmen ruhig … ein tiefer Atemzug … schön …

und schon sind Sie auf dem Weg …«

(Die venezianische Maske)

Hier wird auch gezählt, aber ein bisschen anders:

»Und während ich von eins bis sieben zähle … fühlen Sie sich immer wohler …

1 … Sie verspüren Leichtigkeit … für ein Thema, das Leichtigkeit liebt …

2 … Ihr Unbewusstes freut sich schon …

es hat sich vorbereitet und setzt sich nun in Gang …

3 … denn eine Hand wird gleich leichter … so beginnt unbewusste Arbeit …

leichter und leichter … während Sie hier ruhen …

4 … und vielleicht gleichermaßen … in den Frühling hinausschweben …

wo schon Blumen blühen … sie verkünden eine wunderbare Zeit …

erfüllen die Luft mit ihrem Duft … und dem romantischen Klang des Frühlings …

5 … ›Frühling lässt sein blaues Band … wieder flattern durch die Lüfte‹ … und was geschlafen hat …

6 … erwacht wieder … die Vögel wärmen sich im Sonnenbad … zwitschern …

7 … und Sie, Sie fühlen sich einfach nur noch wohl.«

(Wenn der Frühling kommt …)

Schritt 5: Dissoziation, vor allem aber Assoziation

Ziel ist hierbei das Wegführen vom äußeren Hier und Jetzt oder vom Schmerz und Symptom und das Hinführen auf die Trancebühne: weg vom Problem und hin zur Lösung. An einem sicheren, schönen Ort, wo Wohlbefinden erlebt wird, um Kraft zu tanken und Heilung zu stimulieren oder Potenz und Potenziale wachzurütteln.

Hier geht es nur ums Segeln, oder vielleicht doch nicht?

»Sie sind ganz in Ihrem Schiff … mit geblähten Segeln … Geknatter …

Geruch von Wasser … Kraft des Windes … zuverlässige physische Kraft …

der Körper eins mit Ihnen … und Sie mit ihm …

zusammen fühlt ihr euch doppelt gut … hervorragend!

Sie gleiten auf dem Wasser dahin … ruhig … gelassen … gelöst … sehr schön …

in entspanntem Körper … in angenehmer Erregung … in schönem Gefühl …

lustvoll und sinnlich …«

(Dahingleitend …)

Auch hier sind wir am Wasser:

»In Wirklichkeit sind Sie am Strand … wandern am Saum des Wassers …

und fühlen sich so richtig wohl … leicht und frei … vogelfrei …«

(Das Seepferdchen)

Hier aber auf dem Berg:

»Und immer wieder blasen Sie die feine Feder an …

sie schwebt in der Luft …

gleitet auf dem Luftstrom dahin …

und trägt Sie mit … nicht ohne Sinn …

Sie brauchen nicht zu wissen wie …

die Vogelfeder allein lässt Sie schweben …

und Sie schweben an einen Ort … wo Sie so gerne sind …

in den Bergen, die Ihnen so guttun …

an einem schönen, warmen Herbsttag …

genau dahin, hin zu dem schönsten Ort, wo Sie sich am wohlsten fühlen …

da schweben Sie mit Ihrer Feder hin …

bis auf die Wiese, die so gut duftet …«

(Wie eine Feder)

Hier floaten wir wieder auf dem Meer und in die Blaue Grotte:

»Wie die Wellen in der Sonne glitzern!

und vielleicht magst du die Hände seitlich ins Wasser halten …

um ein bisschen zu paddeln … um ein wenig zu floaten …

und du atmest ruhig … langsam und tief …

und eine sanfte Strömung … bewegt deine Luftmatratze …

und damit auch dich …

weiter die Bucht entlang … hin bis zum Eingang einer

geheimnisvollen Grotte …

und es ist die Blaue Grotte …

Neugierig paddelst du hinein in die Blaue Grotte …

das Wasser ist ganz wundervoll blau … tiefblau …

mit lichten Strahlen der Sonne, die fein durchs Wasser gleiten ….

die Luft so klar … und du füllst deine Lungen mit dieser klaren Luft …«

(Die Blaue Grotte)

Schritt 6: Positive Altersregression

Die positive Altersregression nutzt eine gute Erfahrung oder Situation in der Lebensgeschichte zum Auftanken, Wiederbeleben persönlicher Stärken und zum Erkennen von Kompetenzen, die daraufhin in einen anderen Kontext übertragen werden können:

»Und … obwohl du hier bist, bist du wirklich mehr in deinem inneren Erleben … in dieser Erfahrung: ›Ich bin einfach klasse … ich kann das …

ich steh da wie eine Eins … ich trau mich, denn ich vertrau in mich …

handlungsfähig und frei.‹«

Schritt 7: Erleben von Ressourcen und Stärken

Ressourcen und Stärken in Hypnose zu erleben, verhilft der Überwindung eines Hindernisses oder der Bewältigung einer Herausforderung:

»Sie sind eine lebendige, tätige Person … in vielen Bereichen aktiv … alles anspruchsvoll … und jetzt sind Sie dran …«

(Die Insel der Selbstklarheit – klares Selbstgefühl, reine Haut)

»Und der Tank füllt sich … Sie sehen, wie der Pegel steigt … mit Szenen …

mit Worten … Sätzen … Musik … Farben … Überraschungen … Düften …

Sonnenschein … Erfolgen … Bildern über Bildern … Klängen …

Gerüchen … Gefühlen … Tagesausflügen … Sonnenuntergängen …

Vollmondnächten … dem Gesang der Nachtigall … beglückende Zeiten … der Tank füllt und füllt sich … der Pegel steigt weiter …

bald randvoll … voll, fast übervoll … (Pause)

Jederzeit und überall sind diese schönen, wunderbaren, beglückenden Erfahrungen abrufbar … fließen spontan in Sie ein, womit Sie ganz von selbst … träumend einen schönen Traum träumen … um alles Äußerliche auszublenden …

und innere Vorgänge im Guten zu beeinflussen …«

(Der Ressourcentank)

Schritt 8: Utilisation, die Nutzung der Trance

In guter Trancetiefe wird im Gefühl äußerer Sicherheit und innerer Stärke am Ziel der Hypnose gearbeitet: Heilung körperlicher oder seelischer Art, Bewältigung einer Aufgabe, Klärung eines Konflikts, Veränderung schädigenden Verhaltens, Erfüllung eines Wunschs, Entfaltung und Wachstum.

Heilung:

»So probieren Sie doch vorsichtig mehr von dem heilsamen Wasser!

Vielleicht erst mal mit dem Fuß …

mag sein, das Gesicht erhoben, fallen vereinzelte Wasserperlen direkt auf Ihre Stirn …

spüren Sie das?

Sie kühlen die Augenlider, benetzen dann die Nase, befeuchten die Wangen,

treffen auf die Lippen und – köstlich – rinnen ein wenig in den leicht geöffneten Mund … dann, Tropfen für Tropfen … den Körper hinunter … besänftigend … lindernd …«

(Träum dich schön!)

Durchhaltevermögen:

»Glaube und Zuversicht … lassen – vollkommen unbeirrt – … die dunklen Wolken an Ihnen vorübersegeln … lösen die Schatten auf … weil Licht auf sie fällt … verwehen Sorgen … mit dem Wind des Südens … «

(Mit unbeirrbarem Glauben)

Tiefe Erholung:

»Sie fühlen um sich belebendes Sprudeln …

Sie fühlen in sich pulsierendes Strömen …

Wie lange schon haben Sie sich danach gesehnt … jetzt erleben Sie es:

… herrlich nachlassen … erleichternd aufatmen …

tief auftanken … vorsichtig aufblühen …

und während Sie immer noch tiefer in Hypnose sinken …

wird Ihnen wohler und wohler …!«

(Die goldfarbene Wolke)

Selbstakzeptanz:

»Und während Sie immer tiefer und tiefer in Trance gleiten …

geschieht etwas wirklich Beeindruckendes:

all das Zuviel an Ihrem Körper wird durchsichtig wie Wasser …

all die Speckpolster und -pölsterchen … durchsichtig wie Wasser …

all die Speckrollen und -röllchen … durchsichtig wie Wasser …

Sie sehen durch all das hindurch …

und … Sie erspähen es erst vage …

nehmen aber bald … immer klarer …

das bisher Verborgene wahr … ja, tatsächlich …

Sie entdecken die wirkliche Gestalt, die sich in Ihrem Körper verbirgt …

Sie erkennen Ihre Silhouette … die klaren Formen … die geschwungenen Linien …«

(Meine wahre Gestalt)

Gesund abnehmen:

»Ihr Unbewusstes führt Sie jetzt auf den schönsten Markt Ihrer Wahl …

die Sonne lacht … die Stimmung ist heiter …

Sie spüren den Henkel des geflochtenen Einkaufskorbes überm Arm …

in der Luft liegt würziger Duft …

Karotten … Lauch … Kohlrabi … Brokkoli … Kürbis … Rote Bete …

Rettich … Aubergine … Tomate … goldene Maiskolben … zarte Salate … Kullererbsen …

erdige Kartoffeln … was auch immer das Herz begehrt …

von heimischen Landen … aus exotischer Ferne …

Sie schlendern entlang den bunten Ständen … erfreuen sich …

herrlich selbstvergessen …

Sie schlendern … klug geführt …

Ihre Hand wählt … klug gelenkt …

Sie legt intuitiv in den Korb … was mit feinem Gespür für richtig erachtet wird …

und der Korb füllt sich …«

(Auf dem Gemüsemarkt)

Entfaltung und Wachstum:

»Zu Ihrer Überraschung finden Sie hier einen kleinen Kasten aus Holz …

aus einem schönen Holz … vermutlich Lindenholz …

Auf dem Kasten steht Ihr Name …

Es liegt darin ein Same … geformt wie ein kleiner Segelflieger …

mit kostbarer Fracht in einem pelzigen Kügelchen …

wohl der Same einer Linde …

Sie nehmen den Samen an sich … fühlen ihn zart in Ihrer Hand …

gehen hinaus in den Park …

finden den richtigen Platz für einen Baum …

und graben ein kleines Loch …

Sie befeuchten den Samen mit Ihrer Spucke …

und setzen ihn in die Erde …

Sie füllen das Loch mit Erde auf und drücken sie liebevoll fest …«

(Der Lindenbaum)

Schritt 9: Altersprogression, der Sprung in die Zukunft

Im veränderten Bewusstseinszustand der Hypnose ist das Ziel schon real: z. B. die Genesung, das unbeschadete Durchschreiten einer schwierigen Lebensphase oder die erfolgreiche Beendung einer invasiven medizinischen Behandlung:

»Und irgendwann einmal … wird diese Zeit Geschichte sein …

und das Leben wird ganz andere Aspekte haben …

Aufgaben … Inhalte … und Perspektiven.«

(Mit unbeirrbarem Glauben)

»Und Sie werden etwas Schönes tragen und ihn genießen, diesen Sommertag …

und zurückblicken auf die Zeit, damals, im Winter …

… und Sie werden zurückblicken auf eine Zeit, die nicht einfach war.

Und sie wird für Sie weit zurückliegen … fast unfassbar.

Das Gefühl dafür wird verloren sein, nur das Wissen ist verblieben, dass es etwas gab, was Sie glorreich überwunden haben.«

(Besuch im Eispalast)

»Und tatsächlich, es fühlt sich anders an …

anders wenn ich gehe …

anders wenn ich Fahrrad fahre …

wenn ich tanze …

Liebe mache …

aber auch schon anders, wenn ich nur vom Stuhl aufstehe …

mit neuer Leichtigkeit … Behändigkeit … Freiheit …

und das fühle ich jetzt sehr intensiv …«

(Mein Körper von morgen)

»Sie stehen da … in Ihrem Pavillon …

elastisch und doch stabil …

federnd und doch unerschütterlich …

der Blick nach vorne … das Ziel fokussiert …

entspannt … in Ruhe … und ganz bei sich …

Welch schöne Stimmung … welch Leuchten in Ihren Augen …

eine reife, schöne Kriegerin …«

(Die schöne Kriegerin)

Der Prototyp einer hypnotischen Vision des Zielzustands ist der auf die »Nacht mit dem Wunder« folgende Tag, an dem alle positiven Aspekte der Veränderung in Trance schon akribisch wahrgenommen und somit für die Wirklichkeit gebahnt werden.

Schritt 10: Suggestion und posthypnotische Suggestion

Im letzten Drittel der Hypnose werden maßgeschneiderte, zielgerichtete Anregungen gegeben, die im Unbewussten haften bleiben wie eine angenehme Aufforderung, ein tragendes Gefühl, ein belebendes Bild. Natürlich sollen die Suggestionen nie manipulativ oder Einflussnahme von außen sein, sondern immer dem Wesen des anderen entsprechen und nur ein Anschub sein für die weitere Ausgestaltung der vielen Möglichkeiten, die jeder in sich birgt, egal unter welchen Bedingungen.

Der Wanderer in der Nacht fühlt sich immer sicherer:

»Und da wir diesen Waldspaziergang aufgenommen haben … wirst du ihn dir noch mal anhören können … dann wirst du noch tiefer in Hypnose gehen … und wirst alles noch intensiver erleben … dich immer noch sicherer fühlen … und aus dem alten Gefühl herauswachsen in ein neues Gefühl ungeahnter Freude hinein … in dem du so glücklich bist … mit dem Stück Natur, was dir, in der Stille der Nacht, nur dir allein gehört …

Und so kannst du das noch genießen … und dann einfach die Hypnose abschließen … weil du genug gelernt … genug erfahren … genug erlebt hast … und die Veränderung geht Schritt für Schritt vor sich …

mit jedem Schritt, den du auf dem weichen Waldboden vorwärts machst …«

(Im Zauberwald bei Nacht – Licht ins Dunkel bringen)

Der Zahnarztpatient freut sich schon auf die Terrasse über den Lavendelfeldern:

»Je näher der Termin kommt … umso ruhiger fühlen Sie sich …

weil Sie wissen, Sie werden automatisch auf Ihrer Terrasse sein …

und das können Sie immer wieder ausprobieren, bis es Routine für Sie ist …

Und … wenn Sie diese Hypnose wieder hören … ist auf Ihrer Terrasse ist wahrscheinlich eine andere Blüte aufgeblüht … oder eine verblüht …

und entwickelt schon eine kleine Frucht … und mit Neugierde werden Sie alles betrachten … werden wieder ein bisschen putzen und polieren und zurechtrücken … die verblühten, verwelkten Blätter entfernen … damit alles prächtig aussieht … und Sie sich wohlfühlen …

und herrlich frühstücken können … oder zu Abend essen … Freunde zum Wein einladen … diskutieren … lachen … und leben …«

(Lavendelblau)

Schritt 11: Abrundung und Vertiefung der Hypnose – Die Integrationsphase

So schön und inspirierend Hypnosetexte auch sein mögen, berücksichtigen wir doch, dass der hypnotische Raum auf keinen Fall immer mit Worten gefüllt werden darf. Die sich in Trance befindliche Person braucht ausreichend Zeit für innere Reflexion, um unabhängig von allen Angeboten eigene konstruktive Wege zu gehen und Vorstellungen zu entwickeln. Im Energiefeld der stillen Hypnose, das vom Therapeuten getragen wird, vollzieht sich das Wichtige selbsttätig. Diese Integrationsphase ist der abrundende, vertiefende Zeitraum der Hypnose von zwei oder mehr Minuten, in dem – ohne Worte – die Inhalte der geleisteten Hypnosearbeit auf unbewusster Ebene reflektiert und organisiert werden, um anschließend zum Tragen zu kommen. Schweigsam, aber energetisch hoch aufgeladen vollzieht sich ein wichtiger therapeutischer Prozess:

»Lange verbleiben Sie in diesem schönen Sein …

tief in wohltuender Hypnose … tanken Sie Kraft …

und genießen Ihr gutes Gefühl … Ihr Vertrauen …

und Ihre wachsende Stärke …«

(Die schöne Kriegerin)

Schritt 12: Hochwirksame Abschlusssuggestion mit Depotwirkung

Die Ausleitung beendet die formale Hypnose, betont aber, dass die heilsame Trance im Körper verbleibt, während die Person selbst frisch und guten Mutes von ihrer »Traumreise zu Ihrer Trauminsel« zurückkehrt, ausgerüstet mit allen förderlichen und heilsamen Utensilien ideeller und fantasievoller Art. Während die Praktiker der traditionellen Methode den Abschluss der Hypnose nüchtern wie folgt formulieren …,

»4 – Sie werden immer wacher, 3 – Sie strecken sich, 2 – Sie sind wach, 1 – Sie öffnen die Augen und sind nun vollkommen klar hier …«,

… nutzen wir die deutlich zu beobachtende Offenheit der aus der Trance erwachenden Person für eine nochmalige Prise Hypnopower:

»So recken und strecken Sie sich … und entdecken überrascht …

ein Lächeln auf Ihrem Gesicht …«

(Die goldfarbene Wolke)

»Schritt für Schritt nach vorne gehend …

Kilo um Kilo hinter sich lassend … (…)

Sie lassen die anderen arbeiten … hochprofessionell …

Sie selbst aber machen frei! Sie gehen angenehm auf Reisen … juhu!«

(Das Seepferdchen)

»Der Kopf wundert sich … aber auch … … und das ist neu:

Er vertraut dem Bauch …

nach ausgiebigem Chillen, Relaxen, Entdecken, Erkennen und Lernen …

kehren die beiden irgendwann, Hand in Hand, sehr einträchtig von ihrer Reise zurück …

heilsame Trance im Bauch … gelassene Ruhe im Kopf …

und mit der Zeit wird sich die Symptomatik in ein wunderbares Nichts auflösen «

(Einfach mal chillen …)

»Irgendwann kehren Sie leichtfüßig und froh …

über sieben Stufen wieder ins Hier und Jetzt zurück …

immer im Sinn … die schöne Kriegerin …«

(Die schöne Kriegerin)

»Und erst zu gegebener Zeit … werden Sie von sieben bis eins zählen und wieder ins ›Hier und Jetzt‹ zurückkehren … mit einem Lächeln im Gesicht, wie jemand, der etwas wiedergefunden hat …«

(Wie eine Feder)

»So verfolgen Sie träumend Ihr Ziel …

stetig neu und sich selbst treu …«

(Die Apfelhypnose)

»… und kommst gestärkt und wunderbar gepflegt ins Hier und Jetzt zurück …

ein Hauch von samtig-dunkler Schokolade auf der Haut …«

(Sonnenwarmes Moorbad für Rücken und Gelenke)

»Ruhe breitet sich aus … erholsam … wohlig …

samtiger Schlaf schließt Sie in seine Arme …

hüllt Sie für die gesamte Nacht liebevoll ein …

wie schön! Denn ein guter Tag beginnt mit einer guten Nacht …«

(Sieben Schritte in tiefen Schlaf)

Schritt 13: Chronologische Abfolge einer Textreihe im Laufe einer längeren Therapie

Eine Hypnosereihe zu einem bestimmten Thema gestaltet sich in der Abfolge der Texte ähnlich wie ein mehrere Sitzungen umfassender Therapieprozess:

1) Einführung in Hypnose

wie z. B. in Hypnoseperlen – Hypnose spielend lernen; Nofretete

2) Visualisierungen zum Thema (seelisch oder körperlich)

wie in Mein wunderbares kleines Kino

3) eventuelle psychotherapeutische Bearbeitung

4) Rückfallprophylaxe

wie in Rückfall? Reset in die Ressourcen!

5) Zufriedenheit, Stolz, Würdigung und Konsolidierung des erreichten Therapieziels

wie in Spaziergang in warmen Herbstfarben

»… die Natur farbig … lebendig … tankt Sonne auf … es duftet …

die Kornscheunen sind gefüllt … aus rotbackigen Äpfeln wird Most gepresst …

aus glutfarbenen Trauben Wein gekeltert … die Mühe des Jahres hat sich gelohnt …

der Herbst bringt die Ernte ein … die Zeit der Erntedankfeste … eine schöne Jahreszeit … und Sie … Sie beobachten erfreut die Ausheilung Ihrer Haut …

Sie haben dafür gesorgt, dass … in wunderbarer Abstimmung mit dem Körper …

bis in feine hormonelle Vorgänge … endlich Ruhe einkehrt …

und die Haut sich ausheilen und regenerieren konnte …

besänftigen und ausgleichen … und sich frisch und neu nachbilden …«

(Spaziergang in warmen Herbstfarben)

Teil 2: Poetische Hypnose in der Praxis

Die Geschichte der Hypnosetexte dieses Buches

Jeff Zeig schreibt in dem Kapitel »11. Die Sprache der Hypnose – Mikrodynamische Möglichkeiten des ansehnlichen Verpackens« seines Buches Hypnotische Induktionen (Zeig 2015, S. 172 f.):

»So wie das Schreiben von Gedichten den Dichter zwingt, ungewöhnliche sprachliche Formen wie Reime, Alliteration und Metaphern zu verwenden, müssen auch Hypnotherapeuten zu ungewöhnlichen Kommunikationsformen greifen. Wenn Emotionen oder ›Zustände‹ beeinflusst werden sollen, ist es unverzichtbar, ungewöhnliche Sprachformen zu nutzen. Die Sprache der Hypnose ist eine poetische Sprache, die eine evokative Wirkung entfalten soll.

Durch die Nutzung besonderer Sprachformen fördert der Therapeut die Vertiefung, die implizite Responsivität und die Dissoziation, er modifiziert die Erlebensintensität, das Gewahrsein, und außerdem definiert er die Situation als Hypnose.«

Die hier präsentierten Texte sind das Ergebnis einer in diesem Sinne geleisteten praktischen Arbeit. Sie spiegeln das Repertoire wider, das ich verwende, wenn ich in einer Therapiesitzung ausschließlich mit sogenannten Fantasiereisen arbeite. Wer mich als Dozentin und Buchautorin kennt, weiß, dass ich selbstverständlich auch die dialogische Trance in Kombination mit diversen anderen Techniken, wie dem »Aussteigen aus der Symptomtrance«, anwende. Aber vor allem halte ich die Kommunikation mit dem Unbewussten unter Einsatz der Ideomotorik für geradezu genial und mache ausgiebig von ihr Gebrauch.

Zielsetzung, Struktur, Rahmengeschichte, Inhalt, Fantasiereisen, Wortwahl, Witz und Suggestivkraft jeder Tranceanleitung sind Ergebnis einer ursprünglich realen individuellen Begegnung mit einem Menschen im Rahmen einer Therapiesitzung. Was in der ersten Hälfte dieser gemeinsamen, »prähypnotischen« Zeit besprochen, entdeckt und erarbeitet wird, spiele ich in der anschließenden Trance »positiv aufgeladen zurück«. Als Therapeut selbst im hypnotischen Flow und zugleich hoch konzentriert und auf den anderen fokussiert, generieren sich automatisch individuelle, passende Bilder, Szenen, Geschichten im Sinne der jeweiligen Zielsetzung. Die poetische Hypnosesprache entlastet und befreit den in Trance befindlichen Zuhörer dabei vollkommen von bewusster Mitarbeit und regt somit komplexe Leistungen auf der unbewussten Ebene an.

Interessanterweise gab es nie Klagen bezüglich der poetischen Formulierungen, auch nicht von den nüchternsten Menschen. Es muss ja auch nicht unbedingt das sinnbildlich zarte Schneeglöckchen sein, das dem Frost trotzt und Widerstandskraft symbolisiert. Es kann auch der Fels in der Brandung sein. Wer kein Murmeltier kennt, kann vielleicht mit dem Fischotter etwas anfangen. Wer nicht tanzt, mag vielleicht das Segeln. Meist gelingt es uns Therapeuten intuitiv, dem anderen zu begegnen.

Inspiriert mich ein Mensch und seine Geschichte, gefällt mir eine Hypnose im Nachhinein besonders gut oder hat sie eine überraschend positive Wirkung, transkribiere ich sie und modifiziere sie so, dass sie auch für andere Menschen, die ich ja gar nicht kenne, und die sich trotzdem angesprochen und verstanden fühlen sollen, nützlich sein kann. Auch mir unbekannte Personen, die mit den vorliegenden Texten oder mit Audioanleitungen für ihre jeweiligen Ziele Selbsthypnose üben möchten, sollen beim Nutzen der Tranceanleitungen schnell Vertrauen in die für sie neue Situation gewinnen und sich wohlfühlen. Es gilt, zuerst die Hypnose als solche zu definieren, Neugier auf innere Veränderung zu wecken und dann eine gute Hypnose zu bieten für Menschen, die vermeintlich noch nie in Hypnose waren. Auch ist die erwähnte innere »Trancebühne« zu schaffen, etwa der beliebte Strand mit dem feinen, weichen Sand, die Waldlichtung mit dem bezaubernden Reh oder der Pavillon im Park mit den Statuen und Springbrunnen. Es soll ein Gefühl von Sicherheit und Kompetenz erfahren und ein gutes Befinden erlebt werden, ein Setting, das Veränderungen erlaubt, heilsam ist und auch nach der Hypnose anhalten soll. Und in dieser Fassung liegen die Hypnosen in Teil 3 vor.

Manchmal genügt schon eine einmalige Sitzung mit einer Hypnose. Wenn wir aber vor dem Hintergrund der Plastizität des Gehirns eine gewisse Dauer, die ein Transformationsprozess braucht, zugrunde legen, um das in Hypnose Erlebte zuverlässig neu zu bahnen und zu verankern, ist das wiederholte Praktizieren ein und derselben Trance angezeigt.

Die poetische Hypnose und ihre therapeutische Wirksamkeit

Alle in Teil 3 veröffentlichten Texte haben hohe Wirksamkeit bewiesen, was ein kleiner Ausschnitt von Rückmeldungen belegen mag. Auch die Expertise von professioneller Seite bestätigt den therapeutischen Effekt.

1) Feedback 4 Wochen nach der Hypnose Im Zauberwald bei Nacht – Licht ins Dunkel bringen (Auflösung von Dunkelangst):

»Ich war am Wochenende in der Lüneburger Heide und nachts mit den Hunden noch eine Runde laufen. Es war stockdunkel und ohne Taschenlampe wäre ich sicherlich mehrmals gestürzt. Ich war völlig entspannt und hab erst nach einer Weile überhaupt bemerkt, dass irgendwas anders ist …«

Typische Veränderung durch Hypnose. Man stellt oft erst nachher überrascht fest, dass etwas anders ist. Herzlichen Glückwunsch dem fabelhaften Unbewussten!

2) Die Mutter der Kleinen Sanitäterin und der Luftmatratzenpaddlerin in Die Blaue Grotte, den Hypnosefantasien für eine 13-Jährige mit Morbus Crohn, lässt mich 2 Monate nach den stattgefundenen zwei Sitzungen wissen:

»Valentina (Name verändert) geht es im Moment vergleichsweise gut. Sie hat zwar immer noch Schmerzen, es sieht aber so aus, als seien sowohl die Häufigkeit als auch die Intensität geringer geworden. Der für die Gastroenterologen wichtige Calprotectinwert lag im Dezember erstaunlicherweise fast im Normbereich. Valentina macht weiterhin jeden Tag fleißig Hypnose mit den Audiodateien der Sitzungen bei Ihnen.«

Update nach 14 Wochen:

»Zum zweiten Mal sind nun Valentinas Werte im Normbereich. Die Bauchschmerzen sind immer noch da, aber es scheint mir, als wären sie viel weniger belastend. Auch die guten Nachrichten stimmen meine Tochter sehr positiv.«

4 Monate nach der Intervention hält die Verbesserung weiter an.

3) Nach der Hypnose Wie eine 1 – Innere Ruhe und Stabilisierung für die Prüfung fragt (sich) ein Student:

»Was war eigentlich noch mal Prüfungsangst? Erstaunt war ich dann, mit welcher Ruhe und Gelassenheit Prüfungen möglich sind. So entspannt war ich noch in keiner Prüfung.«

4) Rückmeldung auf die Hypnose Diamant der Stärke bei Burn-out:

»… so poetisch, zauberhaft und heilsam, dass ich mich vertrauensvoll spontan darauf eingelassen und auf heilsame Reise in die inneren Welten begeben habe, um danach gestärkt und voller Energie wieder zurückzukehren.«

5) Und selig jemand, der wieder schlafen kann:

»Ich habe nach den romantischen Nachtblauen Samtvorhängen seit Langem mal wieder 7 Stunden ohne Unterbruch tiiief geschlafen … und dann das Aufwachen! Einmalig erholt!«

Elisabeth Gödde, Prof. Dr. med. habil., Fachärztin für Humangenetik und ärztliche Psychotherapeutin, klinische Hypnotherapeutin (DGH), hat vier von den in Teil 3 vorliegenden Textreihen auf ihre therapeutische Wirksamkeit hin getestet. Sie schreibt darüber:

Zu den Hypnosen 77–80 in Abschnitt XV Seele und Bauch auf wundervoller Reise

Der Darm als großes und wichtiges Organ arbeitet unermüdlich und zumeist unbemerkt im Inneren des Bauches. Wird er, durch was auch immer, gereizt oder ist gar entzündet, leidet der Mensch, ist nicht nur im Wohlbefinden gestört, sondern kann häufig auch nicht mehr seinem normalen Alltag nachgehen. Zusätzlich quälen die notwendigen diagnostischen Maßnahmen sowie die indizierten Therapien. Entspanntes Zurücklehnen scheint nicht mehr möglich – jedoch: das muss nicht so bleiben!

Wer sich regelmäßig die Zeit nimmt für einen Rückzug in eine heimelige Atmosphäre, um mit dem angenehmen Zustand der Hypnose vertraut zu werden, und sich nach und nach in heilsame Trance führen lässt, kann darauf vertrauen, dass Selbstheilungsprozesse beginnen und Entzündungen zum Abklingen gebracht werden. Gedankenkarussells werden unterbrochen und können mit der Zeit sogar verschwinden. Gesundes kann sich wieder entfalten.

Die erste Tranceinduktion ist eine behutsame Einführung und auch für Ungeübte eine sichere Möglichkeit, ganz für sich und in eigener Verantwortung in der Geborgenheit des eigenen Zuhauses zu beginnen, mit dem kranken Darm wieder Frieden zu schließen. Die weiteren liebevoll umschmeichelnden Texte sprechen fantasievoll und poetisch alle Sinne an, geben die Führung an die zuverlässige Atmung ab und steuern tief im Unbewussten auf neuen Wegen zurück zum natürlichen gesunden Rhythmus. Mit der Zeit kann der heilende Darm wieder zu dem in Dunkelheit und Stille kräftig arbeitenden Organ werden, das gesunde Lebendigkeit und Lebensfreude ermöglicht.

Zur Hypnose 34: Wie eine Möwe im Aufwind zur Stabilisierung und Vitalisierung bei depressiver Verstimmung

Die aufeinander aufbauenden Hypnoseanleitungen sind für die individuelle Selbsttherapie konzipiert. Sie holen vielleicht noch skeptische Anfänger ab, ermuntern sie, in die Ruhe zu gleiten, sich selbst (wieder) zu vertrauen. Schnell können sie sich überzeugen, dass sie getragen werden von einfühlsamen Worten, die Ruhe, Zuversicht und Geborgenheit anbieten, gleichzeitig aber durch das formale »Sie« in respektvoller Distanz bleiben und die Regie bei den Anwendenden belassen.

Ruhig und regelmäßig atmen – den Atem erleben. Die eigene Energie (auf)spüren, aktivieren und durch den ganzen Körper strömen lassen, sich getragen fühlen und mit außergewöhnlich schön skizzierten Bildern verschmelzen, während sich die Gedanken sammeln und mit dem Atem davonfliegen, der Körper aus eigener Kraft leichter wird – weil es so seine Natur ist. Mit dieser neuen Sicht Veränderungen akzeptieren und Vergangenes hinter sich lassen, es nicht mehr die Zukunft bestimmen lassen.

Die Hypnoseanleitungen sprechen die Eigenständigkeit und das Selbstvertrauen an und weisen auf eigene Ziele hin. Sie führen über Ruhe und Erholung behutsam zu Vergangenem, wecken dabei auch die Erinnerungen an frohe Bilder, begleitet von guten Gefühlen, und ermöglichen es, auf Abstand zu gehen zu negativen Gefühlen, die im Wind der Zeit verwehen können.

Zur Hypnose 26: Der Schlafkokon

Wer hätte ihn nicht gerne? Einen Schlafkokon. Am Abend die Augen schließen, langsam einschlummern und morgens frisch und guten Mutes wieder aufwachen. Doch Arbeitsstress und Gedankenkarussells, Muskelanspannungen und Kopfdruck kennen keine Pausen.

Schrittweise führen die Texte heraus aus dem Alltagsgeschehen hinein in die Geborgenheit des sich entspannenden Körpers. Die Atmung übernimmt die Kommunikation mit der Außenwelt. Selbstständig und zuverlässig in ihrem eigenen Rhythmus atmet sie aus – gibt Spannung ab, atmet ein – bringt tiefere und tiefere Entspannung mit. Getragen von der Zuverlässigkeit der Atmung kann in den verschiedenen Szenarien das eigene Wohlfühlbild gefunden werden.

Einfach nur lauschen, sich von fein perlenden Worten verführen lassen hinein in wohltuende Welten, Körper und Seele einschwingen in kuschelige Wärme, in den eigenen Schlafkokon hinein und dann irgendwann: einfach nur einatmen – ausatmen – einschlafen – ausschlafen, immer wieder, jeden Abend, geschützt und getragen von poetisch so feinen Texten, dass der schnöde Alltag einfach draußen bleiben muss.

Zur Hypnose 68: Das Seepferdchen

Gibt es etwas Unangenehmeres als einen Zahnarztbesuch? Wohl kaum! Gibt es etwas Schöneres als Urlaub – Sonne – entspanntes Träumen? Wohl kaum! Und beides gleichzeitig? Wäre das möglich, so könnte der Besuch beim Zahnarzt doch viel zuversichtlicher vereinbart und wahrgenommen werden. Das Bild von gesunden Zähnen, frischem Atem und befreitem Lachen wäre keine Utopie mehr, sondern ein realistisches Ziel.

Hypnose in Eigenregie, abgeschirmt zu Hause, gemütlich hingekuschelt an einem Wohlfühlort, lässt auf innerer Bühne erleben, dass das Unbewusste an einen wunderbaren Urlaubsort verreist – ans Meer, in die Provence. Alle Sinne sind aufmerksam: riechen die gesunde, frische Luft, spüren die wärmende Sonne auf der Haut, das angenehme Licht durch die geschlossenen Augenlider hindurch. Währenddessen arbeitet das professionelle Team zügig, sicher und zuverlässig, und der Mund arbeitet brav mit, wie eine ferngesteuerte Puppe: weiter auf – mehr zu – ausspülen. Kaum hat die Arbeit begonnen, ist sie auch schon getan. So vorbereitet, muss der nächste Zahnarztbesuch nicht angstvoll erwartet werden, sondern kann mit der Zuversicht wahrgenommen werden, dass alles mit der eigenen inneren Distanz routiniert ablaufen kann.

Eine ähnliche Anleitung, die Hypnose 70, Wer seiner Kraft vertraut, braucht nicht verbissen zu sein, verführt zu federleichtem Einschlafen und Durchschlafen bis zum Morgen ganz ohne das unbewusste Zähneknirschen. Anspannung, die sich in die Kiefermuskulatur verbissen hat und während der Nacht unkontrolliert arbeitet, schwebt mit dem gleichmäßigen Luftstrom, den die ruhigen, tiefen Atemzüge zuverlässig durch die Muskulatur streifen lassen, nach und nach davon. Die Kiefermuskeln entspannen sich, der Körper sinkt tiefer und tiefer in einen gesunden, erquickenden Schlaf.

Didaktische Erläuterung einzelner Texte

Zum besseren Verständnis der einzelnen hypnotherapeutischen Interventionsschritte sind beispielhaft an fünf der in Teil 3 präsentierten Texte nummerierte didaktische Erläuterungen angefügt. Um den Bezug zu den jeweiligen Hypnoseschritten herzustellen und die Ästhetik der Hypnosen nicht zu sehr zu stören, sind im Text selbst nur die entsprechenden Nummern eingefügt.

Die fünf aufgeschlüsselten Texte sind jeweils unterschiedlichen Themen gewidmet:

1) Unterstützung körperlicher Heilung (Interventionsschritte und Suggestionen):

Hypnose 10: »Golden Beach«

2) Leicht lernen … gut behalten … klug wiedergeben … (für Jugendliche; in 13 Stationen):

Hypnose 15: »Helenas Reise durch den Kopf«

3) Auflösung von Dunkelangst (in 22 Schritten):

Hypnose 16: »Im Zauberwald bei Nacht«

4) Wohlbefinden beim Zahnarzt (Aufschlüsselung der 14 Tranceelemente):

Hypnose 69: »Lavendelblau«

5) Rückfall (13 Schritte bis zur Meisterung):

Hypnose 93: »Rückfall? Reset in die Ressourcen!«

Das 1. Thema war ursprünglich eine einmalige (und erfolgreiche) Intervention. Die Audioversion dieser Hypnose sollte aber nochmals gehört werden.

Die Hypnosen zum 2. und 3. Thema können ein paar Mal praktiziert werden, aber nicht zu oft, weil der Inhalt schnell verinnerlicht ist und erneutes Hören eher langweilt, womit die Wirkung abflacht.

Hypnosen, die körperliche Heilung zum Inhalt haben, können nicht oft genug angewendet werden. Der Körper erholt sich jedes Mal wieder von Neuem und kräftigt sich.

Das 5. Thema, die Rückfallintervention, ist für eine einmalige Anwendung gedacht. Hoffentlich! Sonst muss man sich noch etwas anderes einfallen lassen, wie ein Ritual oder eine andere Art von Auflösung der Problematik.

Poetische Hypnosetexte sprechen

Es ist vollkommen legitim, die in diesem Buch vorliegenden Texte direkt für sich selbst und in der Praxis zu verwenden. Viele der Texte bieten sich geradezu dafür an wie Die goldfarbene Wolke, Heuschnupfen adieu!, Wie eine 1, Die Schutzhülle und Der innere Diamant. In die Ich-Form übertragen, können sie für sich selbst, in Du-Form gewandelt auch für einen guten Freund oder lieben Familienangehörigen gesprochen werden. Dabei entsteht meist ein Gefühl inniger Verbundenheit, nährend und aufbauend, mit der Freude, zu empfangen und gleichermaßen zu geben.

Beim Sprechen der Texte ist es ratsam, mit dem Herzen voll dabei zu sein, das heißt selbst in die Bilder einzutauchen, den gerade beschriebenen Duft von Moos zu riechen und die erwähnte Quelle plätschern zu hören. Das gelingt leicht, wenn wir immer wieder die Augen schließen und auf der ressourcenvollen Trancebühne selbst mitspielen. So beleben sich die gesprochenen Worte und bekommen Seele. Überraschend viel kann sich ereignen oder zumindest gebahnt werden, und dies erstaunlicherweise und unbeabsichtigt auch beim Anwendenden, dem Hypnotherapeuten selbst.

In den Hypnosetexten finden sich nach einigen sinngemäß zusammengehörenden Worten jeweils drei Punkte, die darauf hinweisen, dass hier eine Pause im Redefluss angezeigt ist. So wird während der gesamten Hypnose immer wieder, aber vor allem vor dem Ende, ausreichend Zeit für Bilder, Empfindungen und tiefe unbewusste Prozesse gewährt, was die Intensität des Erlebens erhöht und als tief befriedigend empfunden wird.

Nach wiederholtem Gebrauch werden sich diese Texte vermutlich auf geheimnisvolle Weise allmählich verändern, sie erhalten neue Details und Inhalte, entsprechen uns selbst besser, sind exakter zugeschnitten auf den Menschen, mit dem wir gerade zusammenarbeiten, auf seinen Kontext und die momentane Situation. Und auf einmal werden Formulierungen über die Lippen kommen, die in Erstaunen setzen.

Jede und jeder von uns hat ein eigenes Repertoire, eigene Vorlieben und Talente. Mag sein, dass dieses wie in Meine wahre Gestalt erst noch herausgearbeitet werden muss: Mein wahres Talent. Ich persönlich hatte schon immer eine Vorliebe für Reime. Als ich etwa elf Jahre alt war, entdeckte mein besorgter Vater ein von mir beschriebenes Zettelchen: »Des Backfischs Augen strahlend glänzen, bei Rock ’n’ Roll und anderen Tänzen.«

Teil 3: Poetische Hypnose in 95 Texten

1 Starter: »Hypnoseperlen« – Hypnose spielend lernen und schon beginnen zu genießen

»Dies ist Ihre Hypnose, vielleicht Ihre erste Hypnose, vielleicht Ihre aufregend erste Hypnose?

In einer guten Hypnose sind Sie immer in vollem Schutz Ihres Unbewussten …

die Hypnose ist nur so tief, wie es richtig für Sie ist …

sie eröffnet nur so viel, wie es im Moment angebracht ist …

lässt so viel lernen, wie es gerade Spaß macht …

und lässt so viel erfahren, bis die Neugierde gestillt ist …

Hypnose ist ein schöner Zustand …

in dem wir uns klar … offen … und getragen fühlen …

in Hypnose sind wir unseren Stärken ganz nah …

Wir empfinden glasklare Kontrolle über unser Sein …

so stellen Sie sich jetzt auf Genießen ein!

Mit jeder Wiederholung wird die Hypnose besser …

tiefer … effektiver … produktiver …

und somit wirkungsvoller für Ihr Ziel …

(optional: gesund, mit guter Figur … in bester Form …)

Sie sind aufmerksam … liegen einfach da …

draußen vergeht die Zeit … innerlich wird es zeitlos …

und Sie brauchen nichts zu tun und nichts zu verstehen …

in Hypnose ist alles willkommen …

Sie dürfen zuhören … müssen nicht …

Sie dürfen verstehen … müssen nicht …

Sie lassen nach … soweit Sie Lust haben …

und vertrauen sich Ihrer unbewussten Weisheit an …

Und Sie atmen ruhig … langsam … gleichmäßig …

und kommen mit der Zeit ins Träumen …

Vielleicht haben Sie Freude an der Vorstellung,

mit dem Fahrrad durch eine schöne Landschaft zu gondeln …

durch Alleen mit herrlichen alten Bäumen …

durch Wiesen … und Felder …

Kornähren wiegen sich im Wind … Sonnenblumen nicken Ihnen zu …

Klatschmohn und Margerite geben der Landschaft muntere Farbe …

irgendwo liegt ein idyllischer See im Schilf …

Sie genießen die Fahrt … atmen tief die Frische der Natur …

Wind und Sonne im Gesicht …

der Körper rhythmisch in Bewegung … wie in Trance …

Nach einer Weile gönnen Sie sich eine wohlverdiente Pause …

an einem schönen Platz … mit weiter Aussicht …

Sie sitzen einfach da … ruhig zurückgelehnt …

und schauen sinnend in den Himmel …

Da schwebt eine wohlgeformte Wolke heran …

schwebt näher … und näher …

bleibt bald über Ihnen in der Luft stehen …

eine schimmernde Wolke in zarter Tönung …

Zu Ihrer Überraschung bilden sich am Bauch dieser Wolke dicke Tropfen …

und … nach geraumer Weile …

fallen wunderbar weiche Hypnosetropfen auf Sie herunter…

in zarter Färbung …

mit jedem Tropfen ein Klang … höhere, hellere … tiefere, dunklere …

volle Tropfen voller Hypnose …

und diese Tropfen rollen rund auf Ihrem Körper herum …

finden den Weg zu Ihrem Bauchnabel …

perlen durch den Bauchnabel in Ihren Körper herein …

wogen im Körper herum …

und die Hypnose breitet sich in Ihnen mit jedem Tropfen immer mehr aus …

mit jedem ruhigen und befriedigenden Atemzug … mehr und mehr …

Ihr Körper entspannt … Ihr Geist beruhigt … Ihre Seele durchlüftet …

Und während ich langsam von 1 bis 7 zähle, sinken Sie in wohliges Gefühl …

1 … 2 … 3 … 4 … 5 … 6 … 7 …

Ihr inneres Gefäß ist mit Hypnose gefüllt … und …

alle Tropfen, die nun aus der Wolke herabsinken, umsprudeln Ihre Gestalt wie ein Film …

eine zweite Haut um Ihre Körperhaut … energievoll und stärkend …

und das Herz … pumpt nährstoffreiches Blut durch den Körper …

überall hin … wundervoll warm …

Körper, Geist und Seele widmen sich Ihrem Thema …

und beschäftigen sich ergiebig mit Ihrem Ziel …

Alles um sich herum vergessen … nur noch sein …

Sie fühlen Ihren Körper satt und warm durchblutet …

in der Körpermitte … in den Randgebieten …

satt und warm durchblutet …

der Stoffwechsel harmonisch … der Gewebeaustausch gesund und natürlich …

alles fühlt sich lebendig an …

satt und warm durchblutet …

Ihr Körper freut sich … der Hypnosesprudel weckt Ihr Körpergedächtnis …

es erinnert sich, gesund zu empfinden … gesund zu reagieren …

nach gesundem Urprogramm …

und das Körpergedächtnis bringt alles zurück in ausgewogene gesunde Bahnen …

Im körpereigenen Labor werden alle Botenstoffe passgerecht produziert …

und fein dosiert ausgeschüttet … im gesunden Gleichgewicht …

(optional: für gesundes Leichtgewicht …)

Sie spüren ein tief zufriedenes Gefühl …

es kommt wie auf samtenen Pfoten … und das ist mehr als angenehm …

Sie träumen von Ihrem Ziel …

und erwecken es träumend zum Leben …

in Wärme und Licht getaucht … und vitalisiert …

Genießen Sie noch … so lange Sie es schön finden …

und es Ihrem Körper gefällt …

und zählen dann im Stillen von sieben bis eins …

und kommen frisch, wach und sehr klar wieder ins Hier und Jetzt zurück …

mit Erfahrung in Hypnose …

und Ihrem Ziel schon einen Schritt näher …«

IDer Körper frisch … die Gedanken ruhig … die Seele heiter …
2 »Fruchtstärke« – Kalorienfreie Stärkung für den Selbstwert

»Und du schließt die Augen und lehnst dich zurück…

für eine Hypnose für Selbstwert und Wohlbefinden …

Wie du in Hypnose gehst, weißt du ja …

du brauchst dich nur zu erinnern an die letzte gute Hypnose …

an das angenehme Hypnosegefühl …

oder an eine ruhig-entspannte Situation …

Dein Körper erinnert sich an gleichmäßig tiefe Atmung …

an genüssliche Schwere und Absinken …

an Weite und Kühle im Kopf … und Ruhe im Gemüt …

Einfach sein … einfach atmen … und dahinschweben …

und irgendwo ankommen … wo es dir gefällt …

an einem schönen Ort, den du kennst …

oder gerade neu entdeckst …

Es gibt Geräusche … vielleicht Stimmen …

Geräusche der Natur … Gerüche … Farben …

genau da lässt du dich nieder, als ob du etwas Bestimmtes erwartest …

und du bist wenig überrascht …

wie von Zauberhand wird dir eine Obstschale gereicht …

aus Kristallglas, … oder Silber … und darin lecker duftendes Obst …

wunderschöne Früchte … sonnengereift … in prachtvoller Statur …

herrlich farbig …

rundum gesund … und du schaust alle genau an …

jede einzelne Frucht …

und auch sie scheinen dich aufmerksam zu betrachten …

Und du entdeckst deine Frucht … die lächelt dich heiter an …

du nimmst sie vorsichtig aus der Schale … hältst sie in der Hand …

spürst Ihr Gewicht …

betrachtest aufmerksam Farbe und Form …

und das spiegelnde Licht auf der Oberfläche …

Du führst die Frucht zur Nase … atmest ihren Duft tief ein …

vielleicht musst du sie öffnen … oder schälen?

Vielleicht kannst du einfach hineinbeißen … vielleicht aber …

ist es auch nur eine kleine Himbeere,

die du leicht auf die Zunge legst wie eine Oblate …

ganz fein … die Zunge wiegt ihr Gewicht …

und ihr Duft verströmt im Mundraum …

dann erst kaust du … wie zärtlich … deine Frucht … und schluckst sie …

Du genießt also ausgiebig die Farbe, die Form, das Gewicht, den Duft, das Aroma …

und den Geschmack …

Aber was du bis jetzt noch nicht gewusst hast … es ist eine Zauberfrucht …

denn sobald sie deine Kehle als Fruchtbrei hinunterrinnt …

tatsächlich …

spürst du eine wohltuende Wirkung … wie eine innere Straffung …

und Stärkung …

denn … du bist spontan in einer super Situation, in der du dich brillant fühlst …

körperlich richtig fit … geistig klar … zuversichtlich …

und im Herzen voller Freude …

Eine Situation … von perfektem Wohlbefinden auf allen Ebenen …

jetzt … live … lebendig … in dir …

Und … obwohl du hier bist, bist du wirklich mehr in deinem inneren Erleben … in dieser Erfahrung: ›Ich bin einfach klasse … ich kann das …

ich steh da wie eine Eins … ich traue mich, denn ich habe Vertrauen in mich … ich bin handlungsfähig und frei‹ …

Und das genießt du jetzt … genießt es in vollen Zügen …

(längere Pause)

Sehr gut … und alles, was an der Situation wichtig ist, wirkt lebendig in dir nach …

Du fühlst es in jeder Zelle … es tankt dich auf …

und macht dich so richtig glücklich …

du bist ganz hier … und ganz in dir …

Und du brauchst nicht zu wissen, wie diese Erfahrung in dir wirksam wird …

dir frohe, aktive Tage beschert … voller Elan und Zuversicht …

Du wirst aber an der Wirkung mögen …

die innere Ruhe, mit der du am Morgen dem jungen Tag begegnest …

die Gelassenheit, mit der du Hürden nimmst …

Die Zauberfrucht ist dein … und ob du sie siehst, sie riechst, sie fühlst, sie schmeckst … oder ob du einfach nur um sie weißt …

sie wirkt in dir …«

3 »Eiswürfel & Wassermelone« – Erfrischung für heiße Zeiten

»Genießen Sie diese erste Hypnose bequem sitzend oder liegend … mit geschlossenen Augen.

In Ihnen herrscht Hochsommer … wie ein richtig heißer Sommertag …

wie wenn die Sonne vom wolkenlos blauen Himmel knallt …

die Luft steht …

und die trockene Erde Risse zeigt …

Es ist unerträglich heiß, denn … die Hormone schlagen Kapriolen.

Sie fühlen sich erhitzt … wie heiß gelaufen … die Wangen gerötet …

Schweißperlen auf der Stirn … bald werden sie die Schläfen herunterkullern …

Sie haben das Gefühl, Sie kochen und dampfen wie ein Bügeleisen aus allen Löchern …

und Sie sehnen sich nur noch nach einem:

Linderung … Abkühlung … Erfrischung … Aufatmen!

Und was ist einfacher, günstiger und zugleich effektiver …

als Ihre Vorstellungskraft und mentale Stärke zu nutzen …

um sich abzukühlen und sich schnell wieder wohlzufühlen?

Und was macht mehr Spaß, als dafür in eine wunderbar wirksame Fantasiewelt …

von Eiskristallen und Eiswürfeln hinabzusteigen …

ins Reich der gekühlten Wassermelone, Limette und Minze?

So, wenn Sie denn nun drei tiefe Atemzüge machen …

und entspannt meiner Stimme lauschen …

tauchen Sie ein … in Erfrischungswelten …

Drei ruhige, gelassene und tiefe Atemzüge … sehr gut …

Schon wird – fast wie im Film …

und wie von Zauberhand … eine Schale hereingereicht …

eine wunderbare Schale aus Kristallglas …

in dieser Kristallschale türmen sich herrlich glasklare Eiswürfel …

daneben liegt eine feine, silberne Zange, mit der man die Eiswürfel greifen kann …

So nehmen Sie sich mit der feinen, silbernen Zange einen Eiswürfel …

betrachten sein Glänzen und Glitzern …

sofort verspüren Sie … seine coole Ausstrahlung …

und spontan bekommen Sie … eine Ahnung von Gletscherlust …

Führen Sie nun den Eiswürfel zu Ihrem Gesicht hin … und …

streichen mit ihm kühlend über Ihre Stirne …

von der einen Seite zur anderen Seite!

Die Hitze mindernd … die Wärme lindernd …

fahren Sie hin … und wieder zurück …

vielleicht in einem kleinen Oval … ein paar Mal …

Das hitzige Rot tauscht sich aus in warmes Orange …

das warme Orange in zitronenfarbenes Gelb …

das zitronenfarbene Gelb in frisches Türkis …

und das frische Türkis in kühles Hellblau …

Und die Stirne ist erfrischt …

Denn das Oval erlöst von der Hitzequal …

Nachdem die Stirne sich schön gekühlt hat, kühlt sich nun die rechte Wange …

… denn …

Sie malen mit dem Eiswürfel einen munteren Kreis auf die rechte Wange …

Sie spüren ganz deutlich, wo Sie den Eiswürfel ansetzen und wie Sie den Kreis ziehen …

im Uhrzeigersinn oder andersrum … oder so und so …

Und der Kreis bringt runde Kühle …

Die rechte Wange genießt die kreisrunde Kühle …

frische Kühle strömt zur rechten Wange herein … wie belebend!

Gleich fühlen Sie sich besser, die Stirne kühl, die rechte Wange erfrischt.

Und nun wandern Sie zur linken Wange.

Und auf der linken Wange malen Sie mit dem Eiswürfel ein Herz …

ein herrlich kühlendes Herz …

Und sogleich strömt es kühl und erfrischend in die linke Wange herein …

die Kehle hinunter, den Hals hinunter, in die Brust hinein …

und tatsächlich bis hinunter zu Ihrem Herzen …

Und das Herz pumpt frisch gekühltes Blut durch Ihre Adern …

Das Herz pumpt frisch und kühl …

Und von dem kühlenden Kreis der rechten Wange fließt es kreisförmig hinunter …

Kehle, Hals, Brustraum, Bauchraum … kühlend, erfrischend.

Jetzt malen Sie einen munteren, eisblauen Punkt auf Ihre Nasenspitze.

Was spürt die Nasenspitze?

Das, was die Stirne gespürt hat? Oder die rechte Wange?

Die linke Wange? Der Brustraum? Das Herz? Der Bauchraum?

Sie fühlt:

Der Eiswürfelpunkt bringt muntere Kühle …

Auf das Kinn aber malen Sie mit dem Eiswürfel ein kleines Quadrat.

Das Quadrat bringt glasklare Kühle …

Jetzt wandern Sie zum Nacken hin … unter den Haaransatz …

und da malen Sie ein Dreieck … mit der Basis oben.

Sie fahren am Haaransatz entlang und gehen dann nach unten …

indem Sie vom rechten Ohr … und vom linken Ohr …

einen langen, spitzen Winkel zur Wirbelsäule hinunterziehen.

Und Kühle fließt, fließt tief in Sie herein, durchströmt Sie erfrischend und lindernd.

Das Dreieck … bringt frische Kühle …

An einem heißen Sommertag erfrischen wir uns herrlich an einem Brunnen … halten die Hände ins kühlende Nass …

lassen es an der Innenseite der Unterarme entlangfließen …

Wie frisch das macht!

So tauchen Sie ein … in Ihr kühles Sein …

Und die Hitze Ihres Körpers weht wie durch ein Ventil bei jedem Ausatmen hinaus …

kontinuierlich, unablässig, zuverlässig … mit jedem Ausatmen mehr … hinaus …

Fehlt nur noch die innere Kühlstation …

mit der perfekten Frucht, die tief von innen kühlt: Das ist die …

Wassermelone … fein püriert …

in grüner Limette keck garniert …

mit frischer Minze dekoriert …

von Rosenwasser parfümiert …

und auf zerstoss’nem Eis serviert …

Kosten Sie doch davon …

schmecken freche, rote Wassermelone …

frische Minze … grüne Limette …

Und … auf einer Liege ruhend … umfächelt vom frischen Wind …

im Schatten eines großen Walnussbaumes …

der zum Reifen seiner Nüsse all die überschüssige Wärme gerne absorbiert …

verbleiben Sie beliebig lang …

genussvoll in Ihrem Erfrischungstraum …

Herrlich erfrischt und genial vital …

kehren Sie dann wieder zurück, in diesen Raum …«

4 »Aufrecht wie eine Zypresse« – Körper und Seele im Lot

»Sie schließen die Augen und lassen Ruhe und Besinnung einkehren. Mit jedem Ausatmen entspannt sich Ihr Köper mehr und mehr. Und je mehr sich der Körper entspannt, umso wohler kann er sich fühlen.

(Pause)

Und sobald der Körper sich wohler fühlt, können wir leichter unseren Fantasien nachgehen.

Gleichgültig, was eben noch wichtig erschien, es verblasst und …

in Ihrer Vorstellung breitet sich ein saftig sattgrüner Rasen aus, wie wenn ein Teppich sich vor Ihnen ausrollt.

(Pause)

Ein samtiger Rasenteppich, von der Sonne beschienen …

Das Gras duftet.

Libellen stehen – wie kleine Hubschrauber – in der Luft, Schmetterlinge flattern von Blüte zu Blüte.

Alles ist unbeschwert, heiter, sommererfüllt!

(Pause)

Alles wirkt so schön und einladend!

Da tragen Ihre Füße Sie wie von allein auf diese Wiese.

Sie fühlen das sanfte Kitzeln der zarten Grashalme, die sich unter Ihrem Tritt elastisch biegen …

und nun stehen Sie mittendrin!

Rundum Sommergefühl!

Von allein strecken sich Ihre Arme nach oben, recken sich der Sonne entgegen.

Die Handflächen wenden sich der Sonnenscheibe zu.

(Pause)

Die Hände empfangend geöffnet,

verspüren Sie die Strahlen der Sonne wohltuend hineinrieseln.

Goldfarben warm strömen die Strahlen der Sonne in Ihre Hände, durchfließen Unterarme, Oberarme, Schultern

und durchfluten Ihren gesamten Brustkorb.

Von dort durchrieseln sie in lustvollen Schauern den Bauch, ergießen sich ins Becken,

sinken dann weiter durch Oberschenkel, Kniekehlen, Unterschenkel in die Füße.

Vielleicht führt unten aus den Füßen erst noch ein Abfluss der Klärung hinaus,

womit Unreinheiten und Schlackenstoffe entweichen.

(Pause)

Dann schließen sich die Öffnungen, und der Körper füllt sich wie ein Gefäß allmählich an.

Von oben fließen die Strahlen der Sonne mit ihrem goldenen Licht hinein,

von unten steigt der Pegel langsam an:

genussvoll warm, harmonisierend und heilsam …

Stetig füllt sich das Gefäß Ihres Körpers, bis es vollkommen goldfarben ausgeleuchtet ist.

(Pause)

Sie erfahren, wie Ihr Körper sich strafft und aufrichtet.

Und wenn der Körper sich aufrichtet, richtet sich auch die Seele auf. So stehen Sie da, aufrecht wie eine Zypresse, sonnendurchflutet, und der Himmel umhüllt Sie schützend mit lichtblauem Gewand, während die grüne Tragfläche Sie erdend hält.

(Pause)

Je mehr der Körper nun Energie, Schutz und Halt verspürt, umso mehr breitet die Seele

– lichtumflutet –

ihre Schwingen aus und findet zu ihren Freiräumen.

(Pause)

Der Kopf, licht und klar, erhält Einsichten für neue Spielräume, die er einfach wird nutzen können.

(Pause)

Der Körper

– bislang der Leid-Tragende –

entlastet sich in kleinen Wellen und …

– ganz natürlich und völlig unabsichtlich – aktiviert sein Wissen um Heilung,

findet sein Gedächtnis für gesunde, klare und eindeutige Botschaften wieder.

Er gibt sie an jede einzelne Zelle …

Das Immunsystem erkennt klar und eindeutig Fehler und korrigiert sie.

(Pause)

Im Gold der Sonne, im Blau des Himmels und im Grün der Wiese geschehen wundersame Dinge …

(Pause)

Mag sein, Sie haben Freude daran, sich von außen zu betrachten,

aus einiger Entfernung, vom Rande der Wiese aus.

Versunken Sie in den schönen Anblick, nehmen das Bild Ihrer Gestalt tief in sich auf.

(Pause)

Ein Bild, das in der Stille weiterwirken wird,

damit sich des Rätsels Lösung finde und der Frage Antwort …«

(Lange Ruhepause)

5 »Im Basar« – Eine hypnotische Teppichreise; Auffinden von Kräften und Fähigkeiten

Nach der Hypnoseinduktion erfolgt die Aufforderung zur örtlichen Dissoziation, z. B. in einen weitläufigen Park auf eine Wiese.

»Schauen Sie sich dort ein wenig um,

das satte Grün der Pflanzen und Bäume, die bunten Farben der Blumen …

Auf einmal bemerken Sie, dass irgendwo, vielleicht mitten im Gras,

im wärmenden Sonnenlicht etwas liegt, das wie ein Teppich aussieht …

tatsächlich … ein Teppich, wie von Zauberhand ausgebreitet für Sie …

Sie kennen die Geschichte vom ›fliegenden Teppich‹, und Ihr Interesse ist geweckt.

Sie gehen hin, schauen sich den Teppich näher an, die Farben, die Muster …

und … mit aller Neugierde, was geschehen wird …

und aller Zuversicht und allem Vertrauen …

nehmen Sie jetzt einfach mal darauf Platz … ein wenig aufgeregt …

Und kaum haben Sie sich darauf niedergelassen …

fängt er an, sich sachte zu heben … und zu schweben …

ganz sanft und behutsam und völlig sicher … höher und höher …

während Sie … tiefer und tiefer … in Hypnose gleiten …

und was flattert da an Ihnen vorüber, streift fast Ihr Gesicht?

Ein Schmetterling, eine Libelle?

Und Sie sehen alles, was eben noch um Sie herum war, nun von oben.

Die Luft ist anders hier, frischer, klarer.

Sie fühlen sich ganz sicher, ganz angenehm getragen …

und voller Abenteuerlust.

Und Sie schweben über die Landschaft in einer Höhe, die gerade die richtige für Sie ist …

Und wenn es zu hoch ist, lassen Sie es etwas niedriger werden …

und wenn es zu niedrig ist, lassen Sie es etwas höher steuern …

über Bäche und Wiesen, über Berge und Täler …

und bald über andere Landschaften, die nicht Ihre von zu Hause sind …

Über Landschaften, weiter und weiter entfernt …

über Meere und unbekannte Regionen …

über Wüstengebiete mit schönen Formationen …

die sich in gleißendem Licht unter Ihnen ausbreiten …

Und bald lässt sich in der Ferne eine Stadt erahnen …

schon bildet sich die Silhouette ab …

eine orientalische Stadt mit kubischen Häusern, Minaretten …

Kuppeln und Palmen.

Und Sie wundern sich vielleicht: Sie kommen näher und näher …

und segeln zwischen den Häusern hindurch, ganz geschickt …

es ist unglaublich, wie dieser Teppich das schafft …

Nun schweben Sie tiefer und tiefer …

vernehmen die Geräusche der Stadt …

Lachen von Kindern, Gespräche der Alten, das Rufen der Händler, …

ein Esel schreit sein kläglich Lied …

Nun schwebt der Teppich hernieder …

berührt den Boden und landet direkt vor einem verheißungsvollen Tor …

ein wunderschöner, riesiger, steinerner, arabischer Torbogen …

der Eingang zum orientalischen Markt, dem Basar …

Tatsächlich – ›tausendundeine Nacht‹ … und Sie mittendrin!

Sitzt das Kamel nun rechts oder links vor dem Tor, schauen Sie mal!

Sie steigen jetzt ab und strecken die Glieder …

Das ist ein Gefühl, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben!

Ganz tief im Inneren wissen Sie auf einmal:

Sie haben etwas zu erledigen …

und Sie gehen hinein, in diesen Basar …

mit seinen Stimmen, deren Klang aufregend fremdartig für Sie ist …

und gehen tiefer und tiefer in diese Sträßlein, jedes mit anderen Waren.

Welches Spiel der Farben!

Flirrendes Sonnenlicht dringt ab und zu durch und beleuchtet alles geheimnisvoll …

Gerüche des Orients …

Pfeffer … Zimt … Nelken … Kardamom … Vanille … Kaffee … und Rosenöl …

Verkäufer, ihre Waren anbietend …

Stoffe und Tücher in der einen Gasse, Töpfe und Messingwaren in der nächsten …

und in der übernächsten Schmuck in filigraner Ausführung …

Musik mit ihrem eigenen Rhythmus … ihrem eigenen Klang …

›Merhaba! Komm her, schau, was ich habe!‹

Sie gehen an allem vorbei … Sie wissen: Das ist es nicht.

Und Sie gehen weiter und weiter, und Ihre Füße tragen Sie ganz von allein …

Sie wechseln von einer Gasse in die nächste und die übernächste …

und wenn Sie bewusst überlegten, würden Sie denken:

›Ach du meine Güte, hoffentlich verlaufe ich mich nicht.‹

Aber ein tiefes Wissen bestärkt Sie …

und Sie fühlen, Sie sind goldrichtig …

Und Sie gehen weiter und weiter, tiefer und tiefer mitten in das Herz des Marktes …

biegen nochmals in ein kleines Gässchen …

da sitzt ganz am Ende ein weiser, alter Mensch mit einer großen Truhe …

Sie gehen auf ihn zu. Er scheint Sie zu erkennen und nennt Sie beim Namen …

Sie hören: ›Ich wusste, dass du kommen wirst. Ich habe lange auf dich gewartet …

denn ich habe etwas für dich. Es wird Zeit, dass du es abholst.‹

Und Ihre Hand greift wie selbstverständlich in die Truhe …

es gleiten verschiedene Gegenstände durch Ihre Finger, bis Sie ein Päckchen finden …

der Inhalt ist Ihnen unbekannt …

aber … Sie sind sich sicher, dass es dasjenige ist, was Sie brauchen …

was Sie lange gesucht haben und was Sie jetzt bekommen.

Ihre Hand spürt, dass es das Richtige ist …

und Sie nehmen es an sich und stecken es ein …

und tragen es bei sich in der Nähe des Herzens …

Sie bemerken erfreut, dass sich etwas in Ihnen zu verändern scheint …

bedanken und verabschieden sich, der Mensch entschwindet …

Nun schlendern Sie gelassen den ganzen Weg wieder zurück, Schritt für Schritt …

hier gibt es frische Säfte, dort süßen Tee, Honigkuchen, Käsegebäck, Kaffee mit Kardamom …

was wählen Sie aus, um sich zu laben … ?

Es ist Zeit zur Rückkehr … Sie fanden, was Sie suchten …

zielstrebig gehen Sie den Weg zurück …

probieren noch ein Duftöl,

streifen mit der Hand durch die Tücher, die zum Verkauf hängen …

fühlen üppige Seide an Ihrer Haut …

So gelangen Sie zum Eingang zurück … ob das Kamel noch da ist?

der Teppich aber wartet auf jeden Fall auf Sie und lädt zum Rückflug ein …

und alles ist in Ordnung so …

Und Sie machen es sich wieder auf Ihrem Teppich gemütlich …

und sobald Sie sich niedergelassen haben, hebt er sich und fängt wieder an zu schweben …

entfernt sich von dem Basar …

dem werfen Sie noch eine Kusshand zu und einen Abschiedsblick …

und Sie fliegen zwischen den Häusern hindurch …

und Sie sehen die Palmwedel in der Sonne glänzen … Abschied …

fast wehmütig?

Sie schweben über die Stadtmauer hinweg …

über die Wüste hinweg …

über Meere hinweg …

über die Berge hinweg …

über die Täler …

über die Flüsse …

über die Wiesen …

und über die kleinen Bäche …

Und Sie kommen zurück zu Ihrem Ort mit etwas Neuem … noch Geheimnis …

Sie spüren Ihr Herz ruhiger schlagen, weil es mehr Raum hat …

Ihre Lunge besser atmen, weil sie mehr Luft bekommt …

Sie fühlen ein Fließen im Bauch und angenehme Wärme in den Gliedern …

und erstaunliche Frische im Kopf …«

6 »Der Baum, der weinte« – Kontaktaufnahme zur Spontaneität, Kreativität, Vitalität

»Ich erzähle Ihnen nun die Geschichte von einem Baum,

der natürlich erst mal ein Bäumchen war.

Der fiel irgendwann als Same auf die Erde,

bildete nach einiger Zeit eine kleine Wurzel, trieb vorsichtig einen Keimling,

und streckte bald darauf das erste Blättchen aus.

Im Laufe der Jahre wuchs er zu einem richtigen kleinen Baum heran,

die Äste wild durcheinander, und das in alle Himmelsrichtungen.

Das war die Zeit, in der er den Wind genoss, auch die Sonne,

und sich keine Gedanken darüber machte, weshalb das alles so ist.

Als unser Bäumchen größer wurde, bemerkte es, dass es in einem Park aufwuchs,

der nach ganz bestimmten Regeln geordnet und gepflegt wurde,

und in dem es nicht einfach so draufloswachsen konnte, sondern in dem es lebensnotwendig war,

sich in bestimmte Formen, Muster und Strukturen einzufügen.

Es war auch nicht erlaubt, dass Vögel einfach nach Belieben in ihm Nester bauen durften

oder dass seine Äste im Herbst die bunten Drachen der Kinder einfingen.

Auch durfte es sich nicht in die Richtung ausbreiten, wo die Sonne am wärmsten und wohligsten schien.

Es sollte für die Belange anderer gefällig sein.

Die anderen aber hatten Wertmaßstäbe,

die den Bedürfnissen des kleinen Baums wenig entsprachen.

Und so rückten eines Tages dann die Gärtner des Parks an.

Sie wollten eigentlich nichts Böses tun, sondern erledigten nur ihre Aufgabe,

die sie gelernt hatten und die für sie ganz selbstverständlich war.

So wurde das Bäumchen vermessen und für zu wild befunden,

und sie lehrten das Bäumchen die Richtung, in die es zu wachsen hatte.

Dafür beschnitten sie die Äste, damit es eine für andere ansehnliche Form bekam,

und sorgten dafür, dass das Bäumchen genau in das vorgeschriebene Muster passte.

So tat es der künstlichen Anordnung des Parks keinen Abbruch und folgte einer bestimmten Ästhetik, die es gar nicht verstand.

Und erst einmal waren diese neuen Fixierungen und Beschneidungen natürlich unangenehm, und das Bäumchen versuchte sich zu wehren.

Aber das war aussichtslos.

Es weinte manch harzige Träne im Stillen, bevor es sich fügte.

Aber notgedrungen, und später sogar selbstverständlich,

machte es mit und verrenkte sich manierlich.

Und so wurde das Bäumchen größer und größer und wuchs

und wurde ein schöner, großer Baum,

aber immer geprägt von den Ansichten und Wünschen anderer,

und immer, wenn die Jahreszeit kam, die Bäume herzurichten,

zu trimmen und zu beschneiden,

erhielt der Baum wieder seine richtige Fasson.

Aber irgendwann geschah etwas Verwunderliches:

Die Herrschaften des Parks verließen aus geheimnisvollem Anlass das Anwesen,

zogen aus, räumten das Feld und trollten sich,

und damit auch die lästigen Gärtner.

Der ganze Park war sich jetzt selbst überlassen.

Das Unkraut schoss unverschämt in die Höhe, die Hecken schlugen aus,

die Skulpturen kleideten sich kess mit Moos in frechem Grün,

die Vögel bauten lustvoll ihre Nester, wo auch immer sie wollten,

überall piepste und zwitscherte es,

Hasen spielten übermütig Fangen mit den Füchsen,

die Bäume balgten sich albern auf der Wiese herum,

und diese war chaotisch von Maulwürfen mit Haufen verziert.

Eine überaus wilde Gesellschaft!

Nur unser Baum, der besonders schön und groß und prächtig war

und der auch auf sich achtete, konnte nicht so mittun, wollte auch nicht,

hatte inzwischen höhere Ziele, und das war auch gut so.

Und es blieb einige Zeit lang gut so.

So entwickelte er einen mächtigen Stamm, dicke, tragfähige Äste

und erlebte so einige Sommer und Winter, bis er irgendwann verspürte,

dass er doch noch andere Regungen in sich hatte,

Regungen, die er eigentlich gerne mochte,

die von ganz früher.

Und da stellte sich ihm die große Frage:

Wie kann er diese Stärken wieder nutzen, die so lange geschlafen hatten,

wie sie wieder zum Leben erwecken?

Und wo in der Größe des Baumes waren sie gelagert,

in den Blättern, in den Ästen, im Stamm, in den Wurzeln?

Und in Anbetracht der vielen Jahresringe, die der Baum inzwischen hatte, waren sie wohl im Inneren.

Und der Baum machte intuitiv Folgendes:

In der Tiefe einer blauschwarzen Nacht

drehte er seine Blätter um, sodass die Unterseite nach oben schaute.

Und das können Sie einfach nachvollziehen, indem Sie die Hände umdrehen, dass die Handflächen nach oben schauen.

Der Baum bildete mit seinen Blättern kleine Hände,

die sahen aus wie Hunderte kleiner Schalen.

Und in diese kleinen Schalen ließ er die ganzen bitteren Erfahrungen hineinfließen:

die Begrenzungen, die ungemäßen Bindungen,

die achtlosen Worte, all die geweinten Tränen.

All das ließ der Baum in seine Blätterhände hineinfließen.

Auch die Zwänge und die Fesseln

und all die dummen Beschneidungen seiner Kraft und seiner

Fähigkeiten und seines ursprünglichen Wachstums.

Und all seine wehmütigen Gefühle.

All das ließ der Baum in seine Blätterschalen hineinfließen, eines Nachts …

(Pause)

Und dann, was geschah dann?

Der Baum sank in tiefen Schlaf, tiefer als tief.

Und ohne es zu bemerken, floss noch manche Träne aus ihm heraus.

(Pause)

Dann wurde die Nacht geheimnisvoll still, und es passierte etwas Eigenartiges.

Ganz von allein, unwillentlich und wohl aus tieferem Antrieb

wendeten sich die kleinen Blätterhände

in einer allmählichen, lautlosen Bewegung.

In langsamen, kleinen, ruckartigen Bewegungen

fingen die Blätter an, sich wieder in ihre natürliche Position zu begeben,

und sie entleerten sich dabei,

genauso wie Ihre Hände ganz von allein …

anfangen, sich zu drehen, nach innen zu drehen, sich auszuleeren,

sodass ganz automatisch der Inhalt, die ganze Last, von allein herausfließt.

Der Baum ließ sich Zeit, in der Dunkelheit der Nacht, und keiner merkte es.

Er fühlte ein leichtes Wehen in seiner Krone, so, als ob er tief atmet,

ein heftiges Vibrieren in seinem Inneren, als ob sich etwas freilegt,

und das Bedürfnis, die Wurzeln noch tiefer in die nährende Erde zu strecken.

(Pause)

Als langsam der Morgen graute

und dann die ersten Sonnenstrahlen den Baum beschienen, hatte sich etwas getan:

Der Baum wirkte üppiger,

die Blätter lebendiger,

die Krone leuchtender,

und der Stamm kräftiger.

Und der erste Vogel kam, ließ sich nieder und trällerte sein frühes Lied.

Er sang dem Baum vom Leben, und der Baum verstand.«

7 »Die Nikolaushypnose« – Selbstachtung, Selbstwert, Selbstbewusstsein, Lebensfreude

»Heute ist der 6. Dezember, und der verspricht die … Nikolaushypnose …

Sie mögen sich dafür wohl zurücklehnen …

machen einfach tiefe, ruhige Atemzüge und sinken bei jedem Ausatmen ab …

mehr und mehr …

in Ihr inneres Wohlwollen …

in Ihre innere Ruhe …

sehr schön … sehr gut!

Alles Äußere unwichtig, nur noch das Innere zählt …

Fantastisch, wie Sie sich vorwärtsbewegt haben …

geöffnet … und ausprobiert … und Dinge vorwärtsgebracht …

und all das ist ganz Ihre eigene Leistung …

Sie haben sich der Veränderung gestellt …

und Veränderung hat sich vollzogen …

vieles ist leichter für Sie geworden und auch klarer …

Und die Nikolaushypnose bringt jetzt diese ganzen wunderbaren, neuen Dinge …

vielleicht manches noch geheimnisvoll verpackt …

in einem großen ›Wunderrucksack‹ … nicht nur ›Wundertüte‹ …

nein, in einem ganzen Rucksack voller Überraschungen …

von dem gütigen, bärtigen, schmunzelnden Nikolaus …

der andere Kerl mit den Ketten gehört längst der Vergangenheit an …

heute kommt nur noch der Nikolaus …

Und das Unbewusste steigt hinein in diesen großen Wundersack …

und wird fündig …während Sie mit Muße den roten Samtmantel betrachten …

das gütige Lächeln des weisen Mannes genießen …

seine weißen Haare wahrnehmen … seine großen, plumpen Stiefel …

und auch die glitzernden Schneekristalle in seinem Bart und auf seinen Schultern …

Glöckchen klingen wie Gesang aus einer verzauberten Welt …

Und das Unbewusste findet das Vertrauen …

was Sie bestärkt in Ihrem Vertrauen in sich selbst …

und in diejenigen Menschen, die Ihnen wichtig sind …

Und es findet genau die Möglichkeiten, um all das …

was Sie schon dazugewonnen haben, selbstverständlicher werden zu lassen …

und das, was Sie schon anders machen, selbstsicher und achtsam zu verfolgen …

Es wird für Sie immer natürlicher und selbstverständlicher …

im Augenblick souverän und geradlinig zu reagieren, so wie es Ihnen entspricht …

Denn es entspricht Ihnen, authentisch zu sein … klar zu sein … geradlinig …

Und das wird immer mehr ihr Wesen, weil es ja schon in Ihnen angelegt ist …

die Leichtigkeit, das zu leben … zu fühlen …

und auszustrahlen, wird immer mehr die Ihre …

Selbstverständlich … mit Selbstachtung … mit Selbstwert …

und dies mit immer größerer innerer Freiheit …

Und das fühlt sich so gut an:

aufrecht gehen … auf dem Teppich …

dem anderen begegnen … auf Augenhöhe …

planen … mit kühlem Verstand …

Dinge abwägen … in aller Ruhe

Klarheit schaffen … aus dem Gefühl von Stärke …

nach vorne schauen … mit Zuversicht …

das sind Sie! Und es wird immer leichter, das auch zu leben!

Das Unbewusste in der Tiefe wandert durch den großen

Nikolauswundersack …

und während es sich ausführlich umschaut …

öffnen sich die kleinen Türen …

Verbindungen werden gebahnt …

und erfolgreiche, klare Strategien eröffnet …

So ein gutes Lebensgefühl, wenn ein wunderbares gemeinsames Ganzes sich bildet …

und Sie fühlen sich auf einmal sehr wohl …

wohl in sich … wohl mit sich … und wohl mit den anderen …

Sie brauchen nicht zu wissen, wie das geht …

Sie brauchen sich nur darauf zu verlassen, weil das, was Sie erreichen wollen …

und erreichen werden, Ihre wahre Natur ist …

Das andere sind Gewohnheiten, die Sie abstreifen wie einen alten Mantel …

der hat Sie geschützt für eine Zeit Ihres Lebens … ist aber abgetragen …

nicht mehr up to date und passt nicht mehr ins Heute …

Der Mantel, den Sie ab jetzt tragen werden, ist aus einem ganz besonderen Stoff …

er besteht aus Selbstachtung … Selbstwert … Selbstbewusstsein …

Sie nehmen ihn aus dem Nikolaussack heraus und streifen ihn sich über …

und fühlen sich gleich wundervoll umhüllt und geborgen …

mit großer innerer Freude …

(längere Pause)

Und so bedanken Sie sich bei dem Nikolaus …

der so weise und gutherzig … verzeihend und liebevoll ist …

Und Sie gehen mit diesem wunderbaren, neuen Mantel …

der sich wie eine zweite Haut an Sie schmiegt, ein paar Schritte und probieren ihn aus …

und Sie bemerken sofort:

Ihre Stärke wird vertieft … Ihr Selbstwert erhöht … Ihre Lebensfreude erweitert …

(längere Pause)

Und immer wieder, wenn Sie diese Hypnose hören … oder lesen …

auch wenn es nicht gerade Nikolaustag ist, werden Sie sich danach gestärkt fühlen …

ausgeglichen … in Ihrer Mitte …

und wunderbar im Einklang mit sich …«

The free sample has ended.